Keine Macht dem Drogenkrieg

Drogen legalisieren oder nicht? Wenn ja, dann nur Hanf  – oder gleich alle Drogen? Wäre es nicht fahrlässig, Heroin frei zugänglich zu machen? Man weiß doch schließlich, was harte Drogen aus Menschen machen. Dabei ist nicht der Süchtige das Problem, sondern die Situation, in der er lebt.

Als Linker hadere ich nun schon seit mindestens einem Jahrzehnt damit, wie ich mich zur Legalisierung von Drogen positionieren soll. Konservative tun sich leichter, sie stehen zum Verbot. Ich meine, ich weiß natürlich die Segnungen eines gut dosierten Zigarettchens zu schätzen. Aber eigene Präferenzen müssen ja nicht zwingend ein politisches Weltbild zur Folge haben. Mir war das immer suspekt, wenn sich jemand für die Legalisierung von Drogen einsetzt und dabei lauthals betont, dass er selbst dies oder das konsumiere. Das klingt dann immer nach Mittel zum Zweck.

Gleichzeitig ist das Konsum von Gras ja nicht gleich ein Bekenntnis, es auch anderen Drogen zu gestatten, ein barrierefreies Amüsement für jedermann zu sein. Heroin ist ja schon eine ganz andere Hausnummer. Der Stoff macht einen fertig. Jedenfalls bin ich bis kürzlich davon ausgegangen. Wie also halten mit den Drogen? Liberal sein, auf das Beste im Menschen hoffen und in Kauf nehmen, dass der freie Wille viele hinten runterfallen lässt? Oder Drogen weiterhin verbieten und einen Krieg gegen Erzeuger, Dealer und Süchtige führen? Oder gibt es vielleicht so eine Zwittervariante, die leichte Drogen legalisiert und das Geschäft um die harten Drogen weiterhin kriminalisiert? Müssen wir in dem Zuge auch den Alkohol neu überdenken? Ist er eine weiche oder eine harte Droge?

Johann Haris »Drogen. Die Geschichte eines langen Krieges« setzt sich mit dem Phänomen des Drogenkrieges auseinander. Nebenher räumt das Buch auf mit den Vorurteilen. Heroinkonsum muss nicht zwangsweise in ein chaotisches Leben münden – wie wir als Gesellschaft mit Heroinkonsum umgehen, erzeugt diese Abwärtsspiralen. Wir führen einen globalen Krieg, der mehr Chaos verursacht als es der Drogenkonsum je könnte.

Kurze Geschichte eines langen Krieges

Drogen waren nicht immer verboten. Bis in die Dreißigerjahre war es möglich, Cannabis oder aber auch Kokain oder Heroin zu erwerben. Es gab Limonaden mit Koka-Anteilen und Heroinsüchtige waren relativ gut ins gesellschaftliche Leben integriert. Sie hatten Arbeit und oft auch ein Familienleben. In Apotheken besorgten sie sich ihr Mittelchen. Mit Harry J. Anslinger, dem Leiter des Federal Bureau of Narcotics, änderte sich der Umgang mit den Suchtstoffen eklatant.

In seinem jungen Jahren hatte er wohl eine schlechte Erfahrung mit jemanden gemacht, der vielleicht – ganz sicher ist das noch nicht mal – süchtig war. Das machte ihn zum Aktivisten. Keiner engagierte sich so rückhaltlos für ein Drogen- bzw. Cannabisverbot wie es Anslinger tat. Dabei vermischte er Gesundheitsaspekte, Legenden um den Wirkstoff THC und rassistische Motive – insbesondere die Schwarzen und Hispanics machte er für den Verfall durch Drogenkonsum verantwortlich.

Anslinger selbst äußerte sich selbst kritisch zur Alkoholprohibition. Sie habe den Konsum von alkoholischen Getränken nicht etwa ausgeschlossen und die Amerikaner glücklicher gemacht, sondern ein kriminelles Geschäftsfeld entstehen lassen. Die Prohibition musste in seinen Augen gerade deshalb von ihrem moralischem Gesichtspunkt her scheitern. Dass er allerdings glaubte, bei Drogen würde das etwas anderes sein, bleibt eines der Rätsel dieses Mannes. Vielleicht hatte es ja etwas mit den Gerüchten zu tun, die zu seiner Zeit kolportiert wurden: Nämlich, dass er eine enge Beziehung in zwielichtige Kreise pflegte, zur Mafia ganz speziell.

Deregulierter Schwarzmarkt: Die Brutalität ist der wertvollste Rohstoff

Johann Hari präsentiert seinen Lesern dann folgerichtig auch »den ersten Dealer aller Zeiten«: Arnold Rothstein. Eine recht liderliche, brutale Person, die schnell erkannte, dass das Verbot der Drogen förderlich für einen florierenden Schwarzmarkt wäre, den er kontrollieren konnte und wollte. Rothstein arbeitete mit Abschreckung, schützte den illegalen Markt mit brutalen Mitteln. Nach einigen Jahren wurde er erschossen. Das war laut Hari der Start des Drogenkrieges, wie wir ihn kennen: Jede Dealer-Generation wurde seither rücksichtloser, tötete und folterte mehr als ihre Vorgänger. Am Ende dieser evolutionären Entwicklung stehen die Kindersoldaten von Juárez, die obwohl minderjährig doch das Geschäft bestialischer Morde aus dem Effeff beherrschen, um ihren Patrón gegen die Konkurrenz abzusichern. Nur der Stärkste gewinnt, der Markt ist dereguliert und niemand, außer die eigene Bereitschaft seine Pfründe mit den schlimmsten denkbaren Mitteln zu verteidigen, tritt als Schutzmacht auf.

Anslinger hat den Drogenkrieg ausgeweitet, ihn globalisiert. Als Mitglied der UN-Drogenkommission lag es ihm am Herzen, dass die Drogenprohibition ein Weltbestseller wird. Größtenteils ist es ihm gelungen. Mit schlimmsten Folgen für die betroffenen Gesellschaften. Abhängige werden kriminalisiert und besonders in den Vereinigten Staaten wie Schwerverbrecher in Boot Camps in der Wüste gefangen gehalten. Ganze Stadtteile versinken in Kriminalität und bieten jungen Leuten oft nur eine Perspektive: Drogen zu verticken. Und dann sind da noch die Unbeteiligten, die am Rand stehen und hilflos dabei zugucken, wie ihr Umfeld in Gewalt und Kriminalität versinkt.

Der Autor berichtet allerdings auch von Projekten, die es anders handhaben. Von Projekten, die entstanden sind, nachdem man sich aus dem von den Vereinigten Staaten global importierten Drogenkrieg zurückgezogen hatte. In den Staaten selbst hatten Ärzte noch zu Anslingers Zeiten eine Gesetzeslücke dazu genutzt, um abhängigen Patienten legal Heroin zu verschreiben. Als Folge milderte das die Situation überall dort ab, wo Ärzte das so praktizierten. Anslingers Behörde stopft diese Lücke allerdings rücksichtslos. Erst Jahrzehnte später sollten sich in Liverpool Ärzte daran erinnern und denselben Weg einschlagen.

Zwischen Heroin und bürgerlichem Leben: Alternative Drogenprogramme

Auch in Großbritannien zeigte sich ein dramatischer Wandel. Es starben weniger Abhängige, die Drogenkriminalität verschwand fast völlig aus dem Stadtbild. Menschen, die vorher damit beschäftigt waren, ihre ganze Energie auf die Beschaffung des nächsten Drucks zu verwenden, fanden wieder zurück in ein geordnetes Leben, gingen zur Arbeit, nahmen Beziehungen auf. Das Projekt war erfolgreich, fand aber aus ideologischen Gründen ein tragisches Ende.

Später griff man die Idee in der Schweiz auf. Bis heute praktizieren die Eidgenossen ihre Drogenpolitik auf diese Weise. Abhängige gehen dort in die Klinik, um sich versorgen zu lassen. Nebenbei wurde festgestellt, dass abhängige Menschen weniger konsumieren, wenn sie frei an die begehrte Substanz kommen. Der Suchtfaktor, der über Jahrzehnte von der Anti-Drogenkampagne als Hauptgrund für das Verbot ausgewiesen wurde, scheint nicht grundsätzlich stimmig zu sein. Oft ist die Sucht nur ein Surrogat, eine traumatische Folgeerscheinung. Wenn man die Konsumenten durch geordnete Verhältnisse in eine Bahn weist, verlieren sie einen Teil des Leidensdrucks, der sie zur Droge greifen lässt. So reduziert sich der Konsum, manche hören sogar – jedenfalls für eine Weile – ganz damit auf Drogen zu nehmen.

Johann Hari macht sich im Zuge seiner Recherchen daran, über die Legalisierung nachzudenken. Es gibt gute Gründe, dem Drogenkrieg keine Macht mehr zu erteilen. Denn er ist es, der die Drogenproblematik forciert. Kein Abhängiger müsste grundsätzlich ein Paria sein. Das macht der Drogenkrieg. Den Zustand weiter so zu erhalten, bedeutet letztlich, weiterhin die schlechteste aller möglichen Optionen zu bewahren. Soll also Cannabis, Heroin und Co. frei erhältlich sein?

Legalisieren – ja oder nein? Und wenn ja: Wie?

Es gäbe viele Möglichkeiten, die Drogenpolitik neu zu gestalten. Die Schweiz, die einen liberalen Weg eingeschlagen hat, ist ein relativ berühmtes Beispiel. Portugal ist außerdem ein Ort liberaler Drogenpolitik. Das wissen allerdings weitaus weniger Europäer. Dort ist zwar der Verkauf von Substanzen nach wie vor verboten, aber wer mit Drogen für den Eigenbedarf erwischt wird, kommt lediglich vor ein Gremium, welches den Ertappten befragt: Konsumiert er nur gelegentlich, aus Spaß, weil er am Wochenende was erleben will? Oder ist er ein Suchtkandidat? Dauerhaften Konsumenten bietet man medizinische Hilfe an, man verschreibt ihnen die Stoffe und betreut sie. »Spaßkonsumenten« bekommen eine Aufklärung, auf was sie achten sollten, um sich keinen bleibenden Schaden zuzufügen. Portugal und die Schweiz legen dar, dass ihre Politik Kosten spart und bei der Polizei neue Ressourcen freisetzt.

Die Frage nach der Legalisierung ist so oder so schwierig zu beantworten. Bei Cannabis kann man es sich noch leicht machen. Wie aber steht es mit den harten Drogen? Will man das? Wenn ja, wie soll es aussehen? Möglich wäre es zum Beispiel, Apotheken als Ausgabestellen einzusetzen. Natürlich nicht ohne Rezeptschein. Doch nicht nur für die Konsumenten wäre eine globale Liberalisierungstrategie eine Erleichterung. Es geht um nicht weniger als um die gesamtgesellschaftliche Verbesserung der Situation.

Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten gilt für die Bundesrepublik aber, dass sie Sucht und Verkauf trennt. Im Regelfall wird niemand jahrelang weggesperrt, weil er süchtig ist. Dennoch gibt es auch hierzulande Drogenkriminalität. Freilich eine, die mit den brutalen Entwicklungen in Mexiko oder Kolumbien glücklicherweise nichts gemein hat. Diese Organisationen sind Produkte der Prohibition, ihr Markt ist ein künstlich geschaffener. Einer, der vom Staatsrückzug profitoert. In den Brennpunkten beklagt sich die Polizei weltweit, dass ihr Hauptaufgabenfeld die Drogenbekämpfung geworden ist. Sie bindet fast alle die Kräfte. Wenn der Drogenkriminalität der Saft abgedreht würde, indem man kontrollierten Zugang zu den Substanzen installiert, könnte man das auch als Betrag zur nationalen und internationalen Sicherheit bewerten.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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wirrkopf
3 Jahre zuvor

„Konsumiert er nur gelegentlich, aus Spaß, weil er am Wochenende was erleben will? Oder ist er ein Suchtkandidat? Dauerhaften Konsumenten bietet man medizinische Hilfe an, man verschreibt ihnen die Stoffe und betreut sie. »Spaßkonsumenten« bekommen eine Aufklärung, auf was sie achten sollten, um sich keinen bleibenden Schaden zuzufügen. “ – Wird nicht der Spaßkonsument weitgehend automatisch süchtig? Ich dachte immer: einmal Heroin = immer Heroin.

Eigene Rauchersuchterfahrungen: Ich bin kein disziplinierter Mensch. Bevor ich mich „kasteie“ schmeiß ich meine Ziele über Bord. Jedenfalls beim Essen und beim Rauchen war das auch so. Aufgehört zu Rauchen hab ich erst, als das Geld viel, viel zu knapp wurde und abgenommen hab ich erst, als das Gewicht mir die Beine kaputt zu machen drohte. Ich weiß, wie viel Energie man aufbringen muss, um nur Zigaretten-Sucht zu kontrollieren. Und wenn dann noch Depressionen dazukommen oder die Zukunftsaussichten hoffungslos machen, wird es noch schwieriger. Bei harten Drogen – zu denen ich den Alkohol auch zähle – wird das doch sicher noch schlimmer mit der Abhängigkeit und dem Aufhören.

Was ich damit veranschaulichen möchte ist: Wer keinen wirklich starken Charakter und kein gesundes, soziales Umfeld hat, kann m.E. aus eigener Kraft den Konsum nicht kontrollieren. Derwill glaube ich immer mehr, statt weniger. Hat ja auch was mit Flucht aus der Realität zu tun.

Was die können, deren Leben in Ordnung ist, die wirklich nur Spaß haben wollen, weiß ich nicht. Solche kenne ich nicht, fällt mir gerade auf. 🙂

Fazit: Ich möchte zu dem Problem keine Entscheidung treffen müssen. Bin da auch nicht eindeutig positioniert. Man kann da wohl nur überlegen, welches das kleinere Übel ist.

Roberto De Lapuente
Roberto De Lapuente
Reply to  wirrkopf
3 Jahre zuvor

An Diskussion beWird nicht der Spaßkonsument weitgehend automatisch süchtig? Ich dachte immer: einmal Heroin = immer Heroin. teiligen…

Genau das sei nicht so, glaubt man Hari und den Stimmen, die er befragt hat. Es gäbe Belege dafür. Die Parole soll wohl aus dem Repertoire der Drogenkrieger stammen. Dass viele am Heroin hängenbleiben, habe mit dem sozio-kulturellen Umfeld von Menschen zu tun, die darauf zurückgegriffen haben.

ChrissieR
ChrissieR
3 Jahre zuvor

Legalize Erdbeereis!!!

Rudi
Rudi
3 Jahre zuvor

Heroin wurde in Leverkusen kreiert. Der Konzern Bayer verdiente damit jahrzehntelang – legal – gutes Geld. Schließlich war Heroin ein in seiner Wirkung überzeugendes Medikament. Kaum eine Krankheit, gegen die es nicht eingesetzt wurde. Es entfaltete stets seine heroisch heilende Wirkung. Süchtig wurde man damals, um 1900, nicht, da der Stoff oral, in weitaus geringerer Dosis und in reiner Form eingenommen wurde. Hier müsste man wieder anknüpfen: Heroin als Medikament.

MAREIKE
MAREIKE
3 Jahre zuvor

Kriminalisiert die Kriminalität!
Und mobben wir endlich die Drogenbarone, Mafia und Profiteure und nicht die Abhängigen!

Und @Robert ist ja nicht dein Thema, aber die Pharma Abhängigkeit ist auch nicht ohne!
„Oft steht nur der Konsum von Rauschmitteln wie Kokain oder Heroin im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Weniger spektakulär, aber ähnlich riskant, ist dagegen die „Sucht auf Rezept“, die Medikamentenabhängigkeit. ()

…..laut „Drogen- und Suchtbericht 2015“, jährlich über 200.000 Menschen illegale Drogen wie Opiate, Amphetamine und Kokain. Für den ebenfalls illegalen Suchtstoff Cannabis lag die Zahl der Menschen mit missbräuchlichem oder abhängigem Konsum hingegen bei etwa 600.000 Personen.()

Beunruhigend ist jedoch auch die Gruppe der Menschen mit abhängigem Gebrauch legaler, also „erlaubter“ Substanzen. Laut aktuellen Zahlen gelten derzeit nämlich etwa 1,77 Millionen Menschen im Alter zwischen 18- und 64 Jahren als alkoholabhängig und 2,3 Millionen medikamentenabhängig. Weitere 4,61 Millionen zeigen einen entsprechenden Medikamenten-Missbrauch.“
https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/sucht/medikamentenabhaengig-2015704

2,3 Millionen Menschen, die abhängig vom Pharmariesen gemacht wurden! Auch nicht schlecht! Weswegen ja auch darum gekämpft wird, Schmerzen mit eigenem Hanfanbau lindern zu können! (Jedem sein Pflänzchen 😉

MAREIKE
MAREIKE
3 Jahre zuvor

Was mich – als ich vor Jahren die Geschichte #Anslingers las, konsternierte war: die unglaubliche Macht und Verbreitungeiner Person!
Wofür gibt es andere Länder, andere Menschen, andere Sichtweisen, Erkenntnisse, Beobachtungen von Naturvölkern, wenn ein Mann es schafft, weltumspannend seine Hasspredigten in Gesetze, Verfolgung und Krieg umzusetzen? Und das gilt dann Jahrzehntelang!
Massenpsychologie des (internationalen) Establishments?

Bei Afghanistan sprechen ja auch nicht wenige davon, dass es eigentlich ein Drogenkrieg seitens der USA ist! Wer dominiert den Anbau und Vertrieb? „Der Einsatz in Afghanistan ist mit fast 16 Jahren der längste Krieg der USA.“ (Bush, Clinton, Obama, Trump)
Afghanistan ist der größte Drogenexporteur der Welt.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=35838
http://internetz-zeitung.eu/index.php/4671-afghanistan-ist-unter-us-besatzung-drogen-weltmeister
https://ef-magazin.de/2017/06/27/11236-hintergruende-us-amerikanischer-politik-wie-die-cia-eine-drogenschmuggel-fluglinie-fuer-heroin-betrieb

Molle Kühl
Molle Kühl
3 Jahre zuvor

Das Problem fängt viel eher an. Warum braucht jemand überhaupt Drogen? Warum wird hier für das Grundrecht auf Rausch plädiert und so getan, als sei dies ein gesellschaftliches Dogma? Es soll Menschen geben, die völlig ohne Drogen, Nikotin und Alkohol auskommen und trotzdem locker drauf sind.

Dieses Thema ist wieder nur ein Ausschnitt (ja ja, nur eine Buchrezension) aus dem Komplex Suchtverhalten. Interessanter wäre es doch, mal über stoffgebundene und verhaltensgebundene Abhängigkeiten und ihre Ursachen zu diskutieren.

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Molle Kühl
3 Jahre zuvor

Na ja..also@MolleKühl ..das stimmt schon! Irgendwie kann Mensch diese Scheiß neoliberale Welt nur noch vollgedopt aushalten….Alkohol geht so für mich als Rentnerin….aber wer schaffe muss….es ist zum Kotzen!

Rudi
Rudi
Reply to  Molle Kühl
3 Jahre zuvor

@MolleKühl

Warum wird hier für das Grundrecht auf Rausch plädiert und so getan, als sei dies ein gesellschaftliches Dogma?

Da müsstest du schon genauer werden (Grundrecht auf Rausch). Belegt ist, dass der Drogengenuss Jahrtausende zurückreicht. Zu besonderen Ereignissen hat man sich diese in der Natur vorkommenden Substanzen, etwa den Fliegenpilz, reingezogen. Wie immer: Es kam auf die Dosis an. Bier soll aus Zufall entstanden sein, indem Getreide und Wasser einen Gärprozess eingingen. Und diese Entdeckung könnte die Sesshaftigkeit der Wandervölker eingeleitet haben. Man sieht: Drogen bringen auch Kultur hervor. Wäre die Menschheit immer clean gewesen, hätte ihre kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung eventuell einen ganz anderen Verlauf genommen.

Es soll Menschen geben, die völlig ohne Drogen, Nikotin und Alkohol auskommen und trotzdem locker drauf sind.

Die Frage ist, ob das stimmt. Eingenommene Stoffe lösen im Gehirn chemische Prozesse aus. Es gibt Menschen, die sollen auch ohne Zucker locker drauf sein. Die meisten wollen trotzdem darauf nicht verzichten. Man kommt mit deiner Vorstellung „völlig ohne Drogen“ nicht weit. Abgrenzungen sind problematisch.

Pen
Pen
Reply to  Rudi
3 Jahre zuvor

Einmal öffnet der Rausch ganz einfach die Tür zum eigenen Unterbewußtsein, wo heilende und stärkende Kräfte schlummern, deren man sich oft gar nicht bewußt ist. Meist merkt man das erst nach dem Rausch, indem sich durch die Erweiterung des Bewßtseins beispielsweise ein Problem für eine Lösung gefunden hat oder man eine andere Einstellung zu einem bisher unlösbar scheinenden Problem gefunden hat.

Wer dies nicht glauben mag, erinnere sich an die Heilkraft des Schlafs, der dem Rausch ähnelt, aber eben viel tiefer ist. Nicht umsonst spricht man von Heilschlaf, erst einmal drüber schlafen o.ä.

Zum anderen hilft ein leichter Rausch, die Realität zu ertragen, die für viele Menschen immer härter wird, ganz besonder für Hochsensible. Die Realität wird völlig anders wahrgenommen und dadurch erträglicher. Viele Schriftstellerr, Künstler und Musiker, von E.T.A. Hoffmann, über Horst Janssen bis hin zu Mozart waren Alkoholiker.

Und schließlich lindert der Rausch den Schmerz, man spürt überhaupt keinen oder sehr viel weniger Schmerzen. Sind Gelassenheit, Schmerzfreiheit, Kreativität und Glücksgefühl nicht Grund genug für einen kleinen Rausch dann und wann?

Cannabis sollte legalisiert werden, und wenn wir nicht so eine starke Pharmalobby hätten, wäre das längst passiert.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

Iwan und Pjotr, die ich morgens vor dem Netto-Markt herumsitzen sehe, bevor sie sich auf die Toilette eines nahe gelegenen Bürgerhauses begeben können, um etwas wenig erholsamen Schlaf zu ergattern, mögen mal Hoffmann, Janssen oder Mozart der kasachischen Steppe genannt worden sein, doch das ist längst im Fuseldunst entschwunden.

Das Recht auf „Rausch“ schließt das Recht auf Selbstzerstörung ein. So etwas sollten Sie nicht außer Acht lassen, wenn Sie blauäugig von Linderung, Glücksgefühl und Heilschlaf reden.

Der Rausch braucht kein Recht, nur ein Ende und das möglichst, bevor er es selbst herbeiführt. Ausnahmslos! Sonst kann es Ihnen ergehen wie Hemingway oder Fallada – oder seinem Alter Ego, dem Juhnke.

Males Sie es ruhig schön. Ich finde auch, dass Jede/r ein Recht auf Karmesinrot hat und dass dieses Recht endlich eingefordert werden muss!

Pen
Pen
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

Der Vergleich ist nicht unbedingt passend, eher eine üble Schwarz-Weiß Zeichnung. Übertreibung ist nie gut. Ich spreche hiervon Menschen, die damit umgehen können, und deren Leben einen Sinn hat, weil sie kreativ sind und etwas erschaffen.

Die Kranken haben mein Mitgefühl und gehören in eine therapeuticheEinrichtung, in der ihnen geholfen wird. Der Weinrausch und die Wirkung von Cannabis sind auch nicht zu vergleichen mit Heroin oder Crack.

Hier ist die katastrophle Wirkung von Drogen extrem. So wird es wohl auch bei uns bald aussehen, wenn es so weiter geht mit dem Neoliberalismus

https://www.youtube.com/watch?v=bpAi70WWBlw

Haragld
Haragld
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

In Köln werden täglich 2,5 Kilo Koks konsumiert, in Berlin 4 Kilo, in Hamburg 3,5 Kilo usw.
Das hat man über die Jahre aus Abwassermessungen hochgerechnet.
Crystal ist die Droge des Ostens, hauen sich kiloweise die Provinzler rein…

Das sind „Leistungsdrogen“ …. Der Konsum in diesem Ausmaß ist bereits Ausdruck des Neoliberalismus und Grund dafür, dass die „Leistungsträger“ oft hirnverbrannte Scheiße als echte Lösungen anbieten.

Stuttgart21 ist auf Koks gebaut !

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

Verzeihung, was war denn da schwarz oder weiß gezeichnet? Iwan und Pjotr sind real und arm dran, Hemingway war ein kreativer Mensch wie Fallada und Juhnke auch, und alle haben sie „etwas erschaffen“. Jede/r kann mit Rauschmitteln umgehen und Jede/r bis zum „point of no return“. Wer den wann erreicht, darüber erlaube ich mir kein Urteil. Nur, die Dinge nicht wahrhaben zu wollen, aus welchen Gründen auch immer, sie gehen mich ja nichts an, macht sie für Iwan und Pjotr auch nicht besser. Die krepieren einfach irgendwann an Organversagen oder Ersticken am Erbrochenen, oder sie vergessen das Saufen, weil sie alles vergessen haben werden, das zu einem lebenswerten Leben gehört. Das ist ihr Weg, und ich sehe den jeden einzelnen Tag. Na ja, es gibt Tage, da sehe ich ihn nicht, weil beide fehlen. Dann fragen wir uns, was passiert ist. Wenn es dann auf der Herrentoilette wieder schnarcht, atmet man auf…

Doch was erzähle ich da! Sie als Fachfrau für Suchtmittelkonsum haben da ganz sicher einen viel tieferen Einblick. Zeichnen Sie mir was Kunterbuntes! Das erfreut das Gemüt.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

@Pen

Danke für die hoch-interessante Reportage, auch wenn meine Englischkenntnisse eher bescheiden sind.

Der Weg, den sie Stadt Providence geht, scheint mir der vernünftigste.

Man muss einfach akzeptieren, dass es unter Menschen ein großes Suchtpotential gibt und nicht jeder die Kontrolle behält.
Die Grenze zwischen Genuß ( z.B. beim Alkohol ) und Sucht ist fließend und hängt wohl davon ab, ob und wie stark ein Mensch durch seine Lebensumstände belastet ist.

Durch Verbote verschwindet das Bedürfnis nach Rauschmitteln jedenfalls nicht und der Abhängige findet immer Wege, sich diese illegal zu beschaffen oder zu substituieren, was für Drogenbarone immense Profite bedeutet, die am Ende zum „Weißwaschen“ ebenfalls bei uns landen.
Bester Beleg ist die Prohibition in den USA in den 30ern.
Nie zuvor oder danach wurde mehr gesoffen als zu dieser Zeit und die Mafia wurde reich und mächtig.

Die Folgekosten der Unterdrückung von Drogen (wie Beschaffungskriminalität und der Ermiitlungsaufwand), aber auch der völligen Freigabe sind mit Sicherheit weit höher als das gezeigte Programm und sie nehmen dem Abhängigen seine Würde als Mensch mit der Chance, das eigene Leben wieder positiv zu gestalten.

Bei Cannabis wäre ich für eine Legalisierung, schon allein, um die Märkte von den körperlich abhängig machenden, harten Drogen zu trennen und sowohl Polizei als auch Justiz an der Stelle zu entlasten.

Haragld
Haragld
Reply to  Robbespiere
3 Jahre zuvor

Da gibt es nix zu trennen. Cannabis als Einstiegsdroge ist eine Bullshitthese.
Rauchen ist die Einstiegsdroge. Auch Heroin wird anfangs geraucht, aufm „Blech“ ( Streifen Alufolie als Rinne, Heroin reingestreut, Feuerzeug drunter, Rauch einatmen)….ein Blech rauchen, da fliegt mir glatt das Blech weg !

Pen
Pen
Reply to  Haragld
3 Jahre zuvor

@ Haragld

Zustimmung. Rauchen ist die Einstiegsdroge, aber daran verdient der Staat. Die Zigarettenhersteller Wissen seit den fünfziger Jahren, daß Rauchen süchtig macht. Nicht nur daß dies verschwiegen wurde, es wurden auch noch Substanzen hinzugefügt, die die Wirkung des Niktotins erhöhen, indem sie die Blut- Hirnschranke umgehen.

In den neunziger Jahren ist Jeffrey Wiegand, ein Chemiker und Mitarbeiter von Philipp Morris damit an die Öffentlichkeit gegangen. Er und seine Familie wurden von der Tabakindustrie unter Druck gesetzt, gestalkt und mit dem Tod bedroht. Am Ende wurde die Industrie verurteilt, eine Milliardensumme, den bis dato höchsten Betrag, an die Opfer zu zahlen.

Empfehle den Film „The Insider“, der diesen Fall thematisiert.

Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
3 Jahre zuvor

Hallo Robbes, Sogar die Polizei und ein großer Teil der Richter sind für eine Legalisierung. Ein gutes Bespiel für einen anderen, besseren Umgang mit Drogen ist Portugal, wo die Ersatzdroge Methadon frei verteilt wird, auch saubere Spritzen und sogar Heroin unter ärztlicher Aufsicht und in geringen Dosen. Das ist vobildlch.

Interessant ist, daß die deutsche Drogenbeauftragte Melanie Mortler überhaupt nichts davon wußte, als sie von Rezzo darauf hingewiesen wurde.

Gruß

niki
niki
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

Cannabis sollte legalisiert werden, und wenn wir nicht so eine starke Pharmalobby hätten, wäre das längst passiert.

Die Pharmaindustrie hat kein Problem mit einer Legalisierung! Jedoch aber nur wenn diese ein Monopol darauf hat es herstellen, verarbeiten & vertreiben zu dürfen und dann für den 10+x fachen Preis anbietet…
Herstellung bei wenigen Cents und Verkauf für 50+x Euro pro Gramm…

Pen
Pen
Reply to  niki
3 Jahre zuvor

Ja, und dann werden noch drei, vier andere Substanzen darunter gemischt, die kein Mensch braucht, und das Zeug ist natürlich nicht frei verkäuflich, sondern rezeptpflichtig. Rezepte gibt es nur für bestimmte Krankheite, die extreme Schmerzen verursachen.

Haragld
Haragld
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

Nein, es setzt z.B. auch bei Spastikern
den Muskeltonus runter. Der „Druck“
in den Muskel lässt diese Menschen so
angestrengt schleppend gehen. Beraucht
können sie besser laufen und im Alltag
klarkommen.
Todkrank sind die nicht und leiden auch
nicht unter Schmerzen.
Die Preise in der Apotheke sind aber fast
doppelt so hoch wie auf dem Schwarzmarkt.
Da würde ich mich als Spasti auch lieber
zum Straßenhändler schleppen.
Die medizinische Freigabe ist eine ziemlich
verlogende Angelegenheit.
Die Kasse bezahlt das Zeug ja nicht.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Haragld
3 Jahre zuvor

Drogenpolitik insgesamt ist eine durchgängig verlogene Angelegenheit, von Anfang an. Insofern plädiere ich seit Langem auf ersatzlose Streichung jeglicher Art von Drogenpolitik. Es gibt auch nirgendwo eine sinnvolle Debatte zur gesellschaftlichen Problematik suchtstoffabhängigen Verhaltens.

Das trifft im Übrigen auf alle Arten von Devianz zu.
William S. Burroughs dürfte es egal gewesen sein.

Molle Kühl
Molle Kühl
Reply to  Molle Kühl
3 Jahre zuvor

Ich habe erwartet, dass das Bedürfnisnach Rauschzuständen mit Flucht vor der Realität oder mit kulturellem Hintergrund begründet wird. Die Realität kann man verändern. Was in grauer Vorzeit en vouge war, könnte auch auf dem Müllhaufen der Geschichte, wenn es sich als schädlich herausstellt.

Unter Ausdauersportlern ist z. B. die Endorphinlüge ein beliebtes Motiv für die Anstrengung. Leider setzt der Endorphinausstoß erst so nach ca. 3 Stunden körperlicher Belastung ein – wenn es also „schmerzt“. Bis dahin wird aus dem Belohnungssystem Dopamin ausgeschüttet. Es verursacht den Flow, auch Runners High genannt.

Rudi: Zucker ist das neue Nikotin. Sein Suchtpotenzial wird immer noch fahrlässig unterschätzt.

Haragld
Haragld
3 Jahre zuvor

Bund Deutscher Kriminalbeamten
:
„Das Cannabisverbot ist weder intelligent noch zielführend“

https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-02/cannabis-bdk-chef-andre-schulz-legalisierung

Ähnliche Einlassungen für eine Cannabislegalisierung gibts auch vom Deutschen Richterbund.

Pen
Pen
Reply to  Haragld
3 Jahre zuvor

Es gab mal eine Sendung auf N24, wo ein Richter sich für den Gebrauch von Cannabis stark macht. Er sagte „Warum soll eine alte Oma, die Schmerzen hat, nicht kiffen?“

In der Wiederholung war das herausgeschnitten.

Ist schon etwas länger her, da hatte ich noch ein Fernsehgerät. Ohne Zweites sieht man besser und mehr. Und vor allem wird man nicht ständig verascht.

Haragld
Haragld
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

Der medizinische Gebrauch ist inzwischen legal. Gras und Dope gibts auf Rezept.

Nashörnchen
Nashörnchen
3 Jahre zuvor

Also ich weiß nun nicht, ob sich Tiere so wirklich viele Gedanken machen um Gesellschaft und Neoliberalismus und Grundrechte und Massenpsychologie und all so Zeugs.
Aber was ich weiß: Wenn die Viecher eine Chance haben, an allerlei Früchte, Pilze, Käfer oder wer weiß was Leckeres zu gelangen, dann ballern die sich ganz genauso die Birne weg, wie der Mensch. Völlig natürlich. Ganz ohne Soziologen-Geschwafel. Als ob’s der liebe Gott einfach so so eingerichtet hätte…
https://youtu.be/8lULEprSyDQ

Haragld
Haragld
Reply to  Nashörnchen
3 Jahre zuvor

Weil die alkoholische Gärung „natürlich“ ist, ist
Alkohol legal aber Gras nicht, oder was soll dein Scheiß wieder ? Deshalb benehmen sich Affen wie auf dem Oktoberfest….
THC, Opiate, Khat, Psillos, Koka usw. sind „unnatürlich“, oder was ?

Haragld
Haragld
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Vielleicht sollte man trennen in „Was hier wächst“ und „Nicht hier wächst“ wenn die Hauptthemen Kriegsfinanzierung und Waffenschiebereien sein sollen.
Gras wächst im Schrank, überall gibt es Sets zu kaufen…mit Pflanzenlampen usw.
Schlafmohn und der Kokastrauch wachsen nicht in nennenswerter Zahl im Schrank, und draußen nicht lange.
Die harten Drogen und der Schmuggel sind das Kriegsproblem.
In den entsprechenden Ländern kommt man dem nicht bei und wenn der Zoll hier ein paar Tonnen kassiert, zeigt das nur die Höhe der Dunkelziffer.
Was würde eine Freigabe von harten Drogen am Markt ändern ? Nix !
Zu ändern wäre eine durchgängig gute Qualität und damit weniger Drogentote, der „goldene Schuss“ wird meist versehentlich gesetzt, dann wenn sauberes und stark gestrecktes Heroin gleichzeitig auf dem Markt sind und damit eine passende Dosierung verunmöglicht wird.
Der Staat kann das nur garantieren wenn er synthtisches Heroin rausgibt ( weil sonst müsste er bei den warlords kaufen ).

Cannabis legalisieren ja, bei den harten Sachen sozialmedizinisch um die Ecke denken, Drogenprävention usw.

Marcel
Marcel
3 Jahre zuvor

Es gibt in Deutschland Cannabis und Heroin längst wieder als Arzneimittel und zumindest in Berlin auch einen kontrollierten Zugang zu Heroin für Süchtige. Das hier sind 10 Gramm reines Heroin:

https://medikamio.com/de-de/medikamente/diaphin-10000-mg-pulver-zur-herstellung-einer-injektionsloesung/pil

Bei anderen Substanzen, etwa Kokain, LSD und Designerdrogen, sieht die Situation zwar anders aus, aber dass beliebige Leute reines LSD in Massen kaufen können, würde ich mir auch keinesfalls wünschen, denn damit könnte es eine neue Problematik wie mit GBM-KO-Tropfen geben, nur noch viel krasser. Bei einer regulierten Abgabe von Kokain würde ich hingegen im Vergleich zu Heroin kaum zusätzliche Risiken sehen.

Zu unterscheiden von der legalen und regulierten Verfügbarkeit ist weiterhin die Verfolgung der Strafbarkeit von illegelem Besitz und Handel. Da gibt es je nach Bundesland ganz unterschiedliche Regeln zur Verfolgung des Besitzes von Kleinstmengen.