Hausbesetzungen: Habeck labert

Grünen-Chef Robert Habeck hat ein Herz für Menschen in Wohnungsnot. Deswegen sagt er ganz klar und deutlich: „“Die Wohnungsnot hat das Potenzial, die Gesellschaft zu spalten.“ Er kritisiert auch, dass Menschen wegen steigender Mieten ihre Viertel verlassen müssen, findet diesen „Zwangsabschied“ schlimm und prangert an, dass Menschen dadurch „heimatlos“ werden. Zudem sieht Habeck ein „Armutsrisiko“ und dass „die Angst davor zermürbt.
Klare Worte, so ist‘s richtig!
Aber halt, stopp, da fehlt doch was.

Denn Habeck meint das, was er sagt, offenbar sehr theoretisch. In Berlin (und nicht nur dort) gibt es nämlich eine Menge Leerstand von Häusern, die vor sich hin rotten. Das Bündnis #besetzen hat einige davon besetzt, um auf den seit Jahren gravierenden Mangel hinzuweisen. Für kritische Geister wie Christian Ströbele ein legitimes Mittel, um deutlich zu machen, wie es in Deutschland um die Wohnungsnot steht. Eine Not übrigens, die im Laufe der Jahre staatlich ohne Not forciert wurde. Doch bei allem Zwangsabschied, bei aller Heimatlosigkeit und bei aller Gefahr drohender Armut, die Habeck so öffentlichkeitswirksam anprangert, wenn es konkret wird, kneift der Politiker mit Bester-Schwiegersohn-Ever-Attitüde dann doch. Mehr noch, er spricht von einem Rechtsbruch, sogar von einem, der „klar wie Kloßbrühe“ sei. Und das, so Habeck, habe nun mal Konsequenzen. Auf den Mann ist Verlass, keine Frage. Zumindest wenn man mit einem Glas Rotwein und vegetarischen Schnittchen am Küchentisch sitzt. Im wirklichen Leben möchte man aber Habeck besser nicht im Dunkeln begegnen.

Was Habeck einmal mehr demonstriert, ist der Verfall der Grünen. Schon als er sich kürzlich zum Verhältnis zu Russland geäußert hat (dazu kommt noch diese Woche eine neue Folge des Podcasts „podkästchen), wurde deutlich, dass er scharf zu sein scheint auf den Marieluise-Beck-Gedächtnispreis, denn russenfeindlicher, hetzender und undifferenzierter geht es kaum.

In Sachen Rechtsbruch erhielt Habeck übrigens noch ein bisschen Nachhilfeunterricht von Ströbeles Nachfolgerin Cana Bayram, die Juristin ist (kein Schriftsteller, wie Ströbele in Richtung Habeck stichelte). Bayram sagte: „Spekulativer Leerstand von Wohnungen ist Rechtsbruch. Hingegen wird Hausfriedensbruch nach Besetzungen nur auf Antrag strafverfolgt.“
Wäre definitiv keine Überraschung, wenn jener Antrag die Unterschrift Habecks trüge. Der Mann weiß schließlich, wo er hingehört. In leerstehende Häuser ganz sicher nicht.  [InfoBox]

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Tom J. Wellbrock

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Autor, Sprecher, Radiomoderator und Podcaster. Er führte unter anderem für den »wohlstandsneurotiker«, dem Podcast der neulandrebellen, Interviews mit Daniele Ganser, Lisa Fitz, Ulrike Guérot, Gunnar Kaiser, Dirk Pohlmann, Jens Berger, Christoph Sieber, Norbert Häring, Norbert Blüm, Paul Schreyer, Alexander Unzicker und vielen anderen. Zusätzlich veröffentlicht er Texte auf verschiedenen Plattformen und ist für unsere Podcasts der »Technik-Nerd«.

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15 Gedanken zu „Hausbesetzungen: Habeck labert

  • 24. Mai 2018 um 11:18
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    Mehr noch, er spricht von einem Rechtsbruch, sogar von einem, der „klar wie Kloßbrühe“ sei. Und das, so Habeck,

    Selbst SPON !!! lacht über die Dummheit von Habeck:

    Die Grünen streiten über die Hausbesetzungen in Berlin: Robert Habeck nennt diese unrechtmäßig. Das sieht der Alt-Grüne Ströbele komplett anders – und stichelt gegen seinen Parteichef.

    Es geht der Grünen-Spitze nicht um den Bürger, sondern um Posten unter dem Rock von Merkel. Die Grünen streiten mit der sPD, wer mehr seinen Markenkern verloren hat und näher an den neoliberalen Atlantikern sei.
    Es wird Zeit, dass mit der neuen Sammlungsbewegung um Wagenknecht, der politische Schleimbeutel der Grünen (und sPD) entfernt wird.

    Antwort
  • 24. Mai 2018 um 14:59
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    Die Äußerungen von Habek sind halt klassisch für die Bionade-FDP zu der sich die Grünen entwickelt haben. Von ein Paar aufrechten wie Hans-Christian Ströbele mal abgesehen hat sich auch diese Partei komplett von ihren Wurzeln wegentwickelt – eigentlich schade, wenn man bedenkt wie viel Charakter die Grünen in den 80ern hatten.

    Die „Klientel“ der Grünen wird es wohl nicht interessiern, schließlich sind diese schon lange von Hausbesetzern zu Latte Macciato schlürfenden Hausbesitzern geworden…

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  • 24. Mai 2018 um 16:38
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    Gestern vor 45 Jahren machte bei der Räumung einer Hausbesetzung in Hamburg Susanne Albrecht schlechte Erfahrung mit einer hart durchgreifenden Polizei. Man verlor eine ganze Generation von Leuten an den Untergrund, so eben auch Albrecht, die am Ende in die RAF stolperte – Deeskalation ist beim politischen Handeln wichtig. Sonst fühlen sich Menschen auf die eine andere andere Weise abgehängt.

    Antwort
    • 24. Mai 2018 um 17:33
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      Oh Gott,
      eine ganze Generation – verloren an den Untergrund, diesen dunklen, modrigen? Und dann stolperte sie in die RAF?

      Wotzefack nochmal?

      Natürlich dürfen Sie hanebüchenen Unsinn in Ihr eigenes Blog schreiben, aber dazu gezwungen hat Sie doch hoffentlich keine/r, oder?

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      • 24. Mai 2018 um 19:34
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        aber dazu gezwungen hat Sie doch hoffentlich keine/r, oder?

        Keineswegs, aber der Unsinn, den Sie absondern, klingt ziemlich gezwungen.
        Oder ist das nur zwanghaft?

        Antwort
        • 24. Mai 2018 um 19:40
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          Ach, lassen Sie mal gut sein. Zum Ping-Pong bin ich heute nicht aufgelegt. Nichts desto trotz muss man so einen Quatsch nicht schreiben. Darum ging es, und das war deutlich, denke ich.

          Antwort
          • 27. Mai 2018 um 14:58
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            Wahrscheinlich kann man nur Scheisse absondern, wenn man ein dummes Arschloch ist. Also lass mal gut sein und verschwinde auf Deine Klobrille.

            a^2

          • 27. Mai 2018 um 21:53
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            Sie haben sich verspätet. Ihre Chance, sich eine Tracht Prügel andienen zu lassen, ist vorüber. Eine zweite erhalten Sie auch nicht.

          • 28. Mai 2018 um 0:04
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            Der Witz wäre fast gut gewesen. Wer, Du und Dein grosser Bruder? Get a life.

            a^2

  • 24. Mai 2018 um 17:30
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    Waren die Grünen nicht schon immer zum größten Teil bürgerlich? Früher in ihren pupertären Jahren begehrten sie gegen ihre zum Teil faschistoiden Väter und Mütter auf. Tja, und jetzt ein paar Generationen später scheint das „Herrische“ wieder durchzuschimmern.

    Antwort
    • 24. Mai 2018 um 17:48
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      Mit Ihrem letzten Satz treffen Sie natürlich alle Mitglieder aller (Alt-)Parteien. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn es denn zu einer Konklusion führte. Doch auf eine solche warte ich schon seit Jahren nicht mehr und wünsche darum weiterhin fröhliches Jammern!

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    • 25. Mai 2018 um 11:05
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      @Schweigsam

      Ja, waren sie, die meisten jedenfalls. Gutbürgerlich und wohlhabend, von der Sorte, daß sie „die Lachs – und Kaviarfresserei satt“ hatten. (O-Ton Albtecht) Steinewerfer und Ökofreaks waren dabei und auch ein paar scheinheilige Theologen, die wie Frau GöringEckhardt Gottes schöne Welt retten wollten. Letztere befindet sich -zusammen mit den übrigen Pfarreskindern – in unserem Kirchenstaat ja nun in richtig guter Gesellschaft.

      Antwort
  • 24. Mai 2018 um 22:56
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    Don’t look -beck.
    Marieluisebeck? Vom Fücks angefallen.
    Volkerbeck? Vom Meth zercrystalt.
    Habeck? Vom Frisör nicht drangenommen.

    Antwort
  • 27. Mai 2018 um 13:40
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    Na ja immerhin kann er wenigstens das.
    Etwas anderes habe ich von dem auch noch nicht vernommen.

    Antwort

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