Macht’s Maul auf, Linkspopulisten!

Liebe Linke,

was seid Ihr bloß für Weicheier! Politischkorrektdominierte, Opportunisten, Jammerlappen! Ich nehme gleich zu Beginn den Vorwurf der Pauschalisierung in Kauf und schreibe trotzdem weiter. Klar sind nicht alle Linken Weicheier, aber da geht das Problem ja schon los. Es muss immer alles haarklein analysiert werden, geprüft auf mögliche Formulierungen, die eventuell nicht so richtig korrekt sind. Da wird abgewogen, neu formuliert, ein Detail angebaut, das dem Ganzen den richtigen Schliff geben soll. Und dann wird alles wieder verworfen und noch einmal neu begonnen. Schließlich muss man seine Kritik angemessen ausdrücken und darf dabei keine Minderheiten diffamieren oder auch nur in unangebrachter Weise mit einem Thema vermengen, das eigentlich damit ja gar nichts zu tun hat. Also, noch mal, ran an den Speck, neu denken, neu formulieren, neu … ups, und dann ist das Thema längst vom Tisch! Verdammt, was ham‘wa falsch gemacht?

Im Grunde gar nichts. Oder auch: alles.
Es ist löblich, wenn man versucht, einerseits berechtigte Kritik an den politischen Verhältnissen zu üben, womöglich sogar gleich ganz global die Systemfrage zu stellen. Andererseits aber vermeiden will, dass dabei Leute unter die Räder kommen, die ja selbst Opfer des Systems sind. Ist eine schwierige Kiste, denn schließlich will man ja auch jemanden erreichen, also die Klasse, die man kritisiert, die Leute, mit denen man im politischen Alltag gerne kuschelt. Und nicht zuletzt die, die künftig mal endlich vernünftig werden und die richtige Partei wählen oder für die Revolution die Mistgabel in die Hand nehmen sollen. Nicht ohne, diese Aufgabenstellung, denn da muss man ganz schön unterschiedliche Zielgruppen erreichen. So gesehen kein Wunder, dass gegrübelt und geplant wird, bis der Arzt kommt. Der dann aber nicht mehr kommen wird, weil man so lange gegrübelt hat, dass das Ende des Quartals angebrochen ist und er eh nichts mehr abrechnen kann, weil sein Budget aufgebraucht ist.
Fuck, so wird das nichts!

Über Diether Dehm will ich an dieser Stelle übrigens gar nicht im Detail sprechen, das hab‘ ich nämlich schon getan, viel mehr gibt es für mich in dieser Angelegenheit nicht zu sagen. Aber die Tatsache, dass er Heike Maas als „Nato-Strichjungen“ bezeichnet hat, eignet sich als Paradebeispiel linken Versagens.
Hoppla, ich hab „Heike“ statt „Heiko“ geschrieben. Beim Korrekturlesen hab ich aber beschlossen, es aus Prinzip so zu lassen. Frauenfeindlichkeit fehlt ja eigentlich noch in dieser albernen Debatte!
Denn für den „Strichjungen“ hat er voll auf die Fresse gekriegt. Von links! Von rechts auch, aber das war ja Sinn der Sache. So geht Populismus, und so muss er auch gehen, dazu gleich mehr. Dehm hat also auf die Fresse gekriegt, von links aus. Wegen der Strichjungen. Und der Homophobie. Und dann kam als Vorwurf noch die Gossensprache (gern auch als Nazisprech tituliert) hinzu. Und wenn man schon dabei ist, ist sicher auch noch Gelegenheit, irgendwie Antisemitismus unterzubringen. Und schon wird es wieder Zeit, dass der Arzt kommt, aber der kann ja nicht, hatten wir eben.

Ok, Populismus also. Ist irgendwie nicht gerne gesehen. Klingt nach rechts, und rechts ist doof. Und sich Mittel zu bedienen, die auch Rechte verwenden, ist nicht nur doof, sondern absolut unmöglich. Dumm nur, dass die Rechten in Sachen Populismus wahre Meister sind, und dass sie damit regelmäßig nicht nur massive Aufmerksamkeit erzielen, sondern auch noch die erreichen, die die Linken so gern erreichen möchten: Arbeiter, Angestellte, Minijobber, Arbeitslose, all diese Leute, die wir Linke doch so gern erreichen und überzeugen wollen. Die allerdings haben mit nächtlichem Rotwein, filterlosen Zigaretten und tiefschürfenden Gedanken über politische zeitlose Klassiker und Strichjungen in der Regel nicht viel am Hut (Wobei sich die Frage stellt, wie groß die linke Lobby für Strichjungen eigentlich grundsätzlich so ist. In den letzten 20 Jahren ist mir das Thema auf der linken Seite jetzt nicht ständig über den Weg gelaufen, abgesehen von dem Moment, als Dehm es auf seine Art und Weise aufgegriffen hat, aber das nur am Rande.)

Populismus also. Da fängt es ja schon bei der Definition an, aber eine lautet so:

Eine politische Bewegung, die die Interessen, kulturellen Wesenszüge und spontanen Empfindungen der einfachen Bevölkerung hervorhebt, im Gegensatz zu denen einer privilegierten Elite.

Na, hoppla! Die einfache Bevölkerung? Nee, lass mal, mit der haben wir Linken alles in allem ja doch nicht so wahnsinnig viel zu tun. Wir haben schließlich große Ziele, die zwar der einfachen Bevölkerung dienen, aber das versteht sie eh nicht. Das machen wir mal besser alleine klar.
Tja, also, das ist keine so gute Idee, und die AfD hat das begriffen. Ja, genau, die AfD!

Die AfD macht‘s richtig!

Wie bitte? Das mag der linke Leser jetzt denken. Was in aller Welt macht denn die AfD richtig? Die sind doch rechts, so weit rechts, dass daran nichts richtig sein kann. Jap, stimmt schon, politisch-inhaltlich gesehen. Aber sie betreiben den Populismus in einer Art und Weise, von der die Linken nur lernen können. Sie provozieren bis auf‘s Messer, knallen in Gedankenspielen schon mal Flüchtlinge an der Grenze ab und jagen, was sie zu meinen, jagen zu müssen. Regelmäßig kriegen sie medial ordentlich Druck ab, wenn sie mal wieder etwas raushauen, das ja nun wirklich gar nicht geht. Ist ja richtig. Aber die Strategie geht auf.

Sie wollen ja nichts anderes als eine breite Öffentlichkeit. Und sie schützen sich gegenseitig. Linke, lest das bitte noch einmal: Sie schützen sich gegenseitig. Wenn AfD-Zwerg A eine Provokation in die Welt hinausbrüllt, ist AfD-Zwerg B ganz schnell zur Stelle, diese Äußerung zu relativieren, zu betonen, dass es so ja nicht gemeint war, sondern ganz anders. Irgendwie harmloser. Glaubt kein Mensch, aber das ist egal. Die Botschaft kam an, die Aufmerksamkeit wurde erzielt, und da eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, steht die AfD auch noch als Einheit da. Die Wähler finden das dufte. Und wählen die AfD. Mit seit Jahren wachsender Begeisterung. Und die Linke schimpft wie die Rohrspatzen, wie das denn nun sein könne. Es kann sein, weil die AfD populistisch agiert und dabei genau weiß, wie man das am besten macht.

Und die Linke? Die Partei wie links denkende vermeintlich kluge Köpfe? Für die kommt so etwas nicht in Frage. Und wenn ein Diether Dehm daherkommt und auch populistisch, provozierend und überspitzend eine Tatsache formuliert – nämlich, dass Heiko Maas wie all die anderen unserer inkompetenten Bundesregierung nichts als Nutten und Nuttinnen (ok, ist eine doppelte „Verfrauung“) des westlichen Imperialismus sind -, dann ist das Gejaule groß! Er hat Strichjunge gesagt, habt Ihr das gehört, er hat Strichjunge gesagt!
Meine Güte, ja, er hat das getan. Und die politisch korrekte Linke denkt nun, dass Dehm Strichjungen diffamieren wollte? Diese Herleitung ist so absurd, dass spontane Kopfschmerzen unvermeidbar sind.

Krieg versus Linkengeschlabber

Seit Jahren, seit Jahrzehnten, wird die westliche Politik immer aggressiver, der westliche Imperialismus, der unter Schwächeschüben leidet, versucht, sich mit zunehmender Aufrüstung – sowohl verbal als auch militärisch – aufzupäppeln. Das jüngste Beispiel – der „Fall Skripal“ – macht deutlich, dass dabei Fakten, Beweise oder auch nur Indizien keine Rolle mehr spielen. Es geht um die Aggression, die Provokation, das Feindbild. Erst wird geschossen, dann wird gecheckt, ob der Erschossene es womöglich verdient hat. Die neue Qualität ist jedoch die, dass selbst nach dem „Schuss“ – in diesem Fall Sanktionen und diplomatische Maßnahmen – und nach dem Erkennen darüber, dass es eben doch keine Fakten gibt, die belegen, was eigentlich belegt werden sollte, an der Praxis nichts geändert wird. Frei nach dem Motto: Es mag sein, dass sich die Faktenlage geändert hat, unsere Einstellung aber nicht.
Das ist Kriegslust. Das ist Geilheit auf Provokation, auf Eskalation, das ist das Leugnen von Fakten, und dieses Leugnen führt unweigerlich zur Konfrontation. Und die ist gewollt!

Und die Linke? Die stürzt sich mit Gebrüll auf jede überspitzte Kritik, die womöglich nicht einwandfrei formuliert wurde. Das Absurde dabei: Hätte die Satirezeitschrift „Titanic“ oder die „heute show“ Heike … ups, pardon: Heiko Maas als Nato-Strichjungen dargestellt, hätten das alle so richtig geil gefunden. Auf den Punkt gebracht, schön überspitzt formuliert, hat was, echt jetzt. Satire darf schließlich alles, und recht hat sie meist auch noch.

Hallo? Merkt Ihr es? Ja, Satire bringt politische Sachverhalte überspitzt auf den Punkt. Aber wenn ein linker Politiker das tut, ist es plötzlich böse, böse, böse? Nein, ist es nicht, im Gegenteil, die Linken drücken sich noch viel zu harmlos aus. Es wird Zeit für Überspitzungen, es wird Zeit für Provokationen, für Populismus, und zwar heftig und krass und hörbar.
Dieses ganze „Nee-lass-mal-wir-wollen-uns-doch-nicht-auf-die-Stufe-der-Rechtspopulisten-stellen-Gerede“ ist doch lächerlich. Man kann durchaus beim politischen Gegner abgucken, warum denn auch nicht? Die AfD hat die Linke als Opposition überholt, weil sie die Sprache derer spricht, die sie erreichen will (auch wenn die, die sie erreichen, gleichzeitig die sind, die sie dann verarschen wollen, aber das ist ein anderes Thema). Die AfD hat Formulierungen gefunden, die die Wähler überzeugen, und das kann man jetzt der AfD und den Wählern in die Schuhe schieben, aber dadurch wird linke Politik weder besser noch mehrheitsfähiger. Denn das falsche politische Agieren, die falschen politischen Inhalte muss man inhaltlich und argumentativ auseinandernehmen. Nicht durch blumige Worte und den erhobenen Zeigefinger, weil man dadurch nicht die erreicht, die man erreichen will. Und die man überzeugen will. Und darum geht es doch, oder? Um die Überzeugung derer, die man bisher nicht überzeugen konnte, die fälschlicherweise die AfD wählen. Sinnlose Debatten über Strichjungen überzeugen aber diejenigen nicht, die a) dazu neigen, die AfD zu wählen und b) mit Strichjungen eh nicht viel am Hut haben. Sie massieren allenfalls zärtlich das eigene Gemüt, die eigene politische Korrektheit. Und so bleibt man politisch korrekt unter sich.

Na, herzlichen Glückwunsch!  [InfoBox]

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Udo Fröhlich
Udo Fröhlich
4 Jahre zuvor

Du hast mir aus der Seele geschrieben. Wie kann man sich über sprachliche Grenzverletzungen so spalten lassen. Merkt das niemand, dass sie uns darüber disziplinieren. „Alles Politische beginnt damit zu sagen was ist.“ (Ferdinans Lassalle) Weshalb aber benennen Linke nicht Lüge als Lüge, Schweinerei als Schweinerei? Über Deinen Text, lieber Tom Wellbrock, werde ich in meinem Beziehungszirkeln diskutieren. Das ist lange überfällig. Sicher. Andernfalls gibt die Linke auch B.Brecht nachträglich Recht und erbittet für den überfälligen Aufstand oder die Revolte nicht die historische Bahnsteigkarte, sondern den Büchnerpreis für kleine Intelektuelle.

Asrael
Asrael
Reply to  Udo Fröhlich
4 Jahre zuvor

„Alles Politische beginnt damit zu sagen was ist.“ (Ferdinans Lassalle) Weshalb aber benennen Linke nicht Lüge als Lüge, Schweinerei als Schweinerei?

Weil sie sich damit selbst unter Zugzwang setzen würde.
Die Konsequenz wäre der revolutionäre Sprung aus der eigenen, bequemen
Wohlfühloase im Kapitalismus. Konkret zu sagen was ist, würde die eigene
Korruptheit und Systemaffinität offenbaren.

“ 50 Jahre nach dem Attentat auf Rudi Dutscke“ – Im Westen nichts Neues !

Sich.-Ing. Jörg Hensel
Reply to  Udo Fröhlich
4 Jahre zuvor

Weshalb aber benennen Linke nicht Lüge als Lüge …

    Einmal

habe ich es erlebt; wo van Aken in Arne Will oder war`s Maischeburger Kriegsministerin von der Leyen vorhielt: „Sie lügen hier rum … “
Persönlich habe ich den Linken in SH soviel Munition in Sachen schlechte Arbeitsbedingungen geliefert, dass die aus allen Rohren hätten schießen können. – Hätten ….

biggerB
biggerB
4 Jahre zuvor

Es ist ja auch zum Kotzen mit dieser Linken.
Da liegt der Ball(Syrien/Trump/Skripal/Dritter Weltkrieg/Hartz IV) für die Linke auf dem Elfmeterpunkt….
und Partei-und Fraktionsspitze semmeln ihn im innerparteilichen Streit über die volle Länge des Spielfeldes ins eigene Tor.

Wo derart große Dummheit gärt, ist mir das keine Träne wert!

MfG
biggerB

pentimento
pentimento
4 Jahre zuvor

Guter Artikel, der den Nage auf den Kopf trifft. Irgendwie wollen sie was Feines sein, etwas Besseres, die lieben Linken, die Intelligenz eben. Bloß nicht niemandem mal so richtig ans Bein pinkeln. Im Bundestag laßt Ihr Euch lieber anpöbeln und auslachen, statt die transatlantischen Nazihuren mal so richtig vorzuführen. Ihr dürft laut schimpfen! Nehmt Euch ein Beispiel an Dehm. Ihr seid nicht die Schmuddelkinder, die sich durch besonders feines Benehmen den Platz am Tisch der Großen verdienen müßt. Hey, Ihr seid die Mistgabelpartei! Wir kommen mit Euch, wenn Ihr Euch dazu bekennt! Das erwarten wir von Euch, wir, die einfachen Leute mit der Wut im Bauch!

Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  pentimento
4 Jahre zuvor

LEUTE !
Bei allem, was Ihr zu bedenken gebt, vergesst Ihr darüber eines:
So sehr sich die LINKE auch anstrengt, Gehör zu finden, sie wird doch – außer im Falle Dehm – von den „Qualitätsmedien“ mit aller Gewalt totgeschwiegen ! Wo bitte hätte sie denn eine Plattform, auf der sie publikumswirksam lautstark auftreten könnte ??
Alles, was man zu lesen oder zu hören bekommt sind innerparteiliche Scharmützel, Streitereien und Unstimmigkeiten. Nur das gelangt immer wieder an die Öffentlichkeit, über dem allermeisten Anderen liegt doch der Mantel des Schweigens. Ziel ist es, genau wie bei der AfD die Partei als nicht Ernst zu nehmenden, zerstrittenen Haufen hinzustellen, die keine Zukunftsoption bietet. Denkt vielleicht auch darüber mal nach !

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Brian DuBois-Guilbert
4 Jahre zuvor

Und es kommt noch hinzu, dass die AfD in den “ Qualitätsmedien“ viel präsenter ist …
Honny soit qui mal y pense…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Brian DuBois-Guilbert
4 Jahre zuvor

@Brian DuBois-Guilbert

So sehr sich die LINKE auch anstrengt, Gehör zu finden, sie wird doch – außer im Falle Dehm – von den „Qualitätsmedien“ mit aller Gewalt totgeschwiegen !

So siehts aus!
Die AFD dagegen bekommt jede Menge mediale Aufmerkamkeit, weil sie sich inneralb des bestehenden Systems des Neoliberalismus bewegt.
Allerdings stimme ich Tom zu, dass nur Provokation aus dieser Isolation führen kann und dass es darüber auch keinen innerparteilichen Disput geben darf.
Da darf auch gerne mal die NAZI-Historie von Union und FDP mit ins Spiel kommen, so wie auf der anderen Seite immer wieder die SED ausgraben wird, um die Linke vorzuführen.
Dieser Artikel auf Telepolis…….

https://www.heise.de/tp/features/Brandenburg-CDU-will-nach-naechster-Wahl-auch-mit-Linkspartei-und-AfD-reden-4022866.html

…..zeigt ja bereits , was ich schon länger sage:
Die Union wird schon bald keine scheu mehr haben, mit der AFD zusammen zu koalieren.
Natürlich nur zum „Wohl des Landes“, so wie die SPD in der aktuellen GroKo.
da kommt zusammen, was zusammen gehört.

Gargamehl
Gargamehl
Reply to  Brian DuBois-Guilbert
4 Jahre zuvor

So sehr sich die LINKE auch anstrengt, Gehör zu finden, sie wird doch – außer im Falle Dehm – von den „Qualitätsmedien“ mit aller Gewalt totgeschwiegen !

Rot-Rot-Grün ist nun zum zweiten Mal nach einer Bundestagswahl „gestorben worden“.
Die SPD lehnt eine Koalition mit der Linken kategorisch ab und ist selbst kein Mehrheitsgarant
mehr. Die Grünen sind und bleiben im bürgerlich-konservativen Lager angekommen, frei von
linken Restimpulsen. Die Linke bleibt die nächsten Jahrzehnte eine Oppositionspartei ohne
Gestaltungsmöglichkeiten, wenn sie nicht vollständig aus dem deutschen Parlamentarismus
verschwindet, was sehr wahrscheinlich ist.

Was hat die Linke noch zu bieten ? Verträumte Forderungen die nicht zu finanzieren sind,
mehr nicht. Deshalb wird die Linke, wie Grün und FDP überwiegend auch, totgeschwiegen.

Sich.-Ing. Jörg Hensel
Reply to  Brian DuBois-Guilbert
4 Jahre zuvor

Wo bitte hätte sie denn eine Plattform

Auf der Straße ? Demonstrieren ?

R_Winter
R_Winter
4 Jahre zuvor

Na, herzlichen Glückwunsch!  

Tom, es ist der beste Artikel, den Du bisher veröffentlicht hast.
Es werden die angeblichen, theoretisch ausgerichteten Linken nicht verstehen (wollen). Sie haben sich lange auf dem neoliberalen Sofa eingerichtet (siehe Landesregierung in Berlin und Brandenburg), sowie ihren sinnlosen Kampf gegen Wagenknecht + Co.

Die AfD macht‘s richtig!
Sie provozieren bis auf‘s Messer, knallen in Gedankenspielen schon mal Flüchtlinge an der Grenze ab und jagen, was sie zu meinen, jagen zu müssen. Regelmäßig kriegen sie medial ordentlich Druck ab, wenn sie mal wieder etwas raushauen, das ja nun wirklich gar nicht geht. Ist ja richtig. Aber die Strategie geht auf.

Die „Die Linke“ ist dazu zu blöde (und dieses schreibe ich seit Jahren).
Nicht nur die AfD spielt dieses Spiel, sondern Trump weltweit über die „sozialen“ (Abkocher)- Medien. Der Resonanzboden für Trump sind die angepassten „Qualitäts- Medien“ in der Hand von fünf Familien, die neidisch auf Facebook + Co sind, aber genauso Fake News verbreiten:

Das jüngste Beispiel – der „Fall Skripal“ – macht deutlich, dass dabei Fakten, Beweise oder auch nur Indizien keine Rolle mehr spielen.

Jens Berger hat alles auf den NachDenkSeiten bis ins Details belegt.
Es geht schon lange nicht mehr um „Recht“, sondern um Profit. Die in den Depots vorhandenen Kriegswaffen haben auch ein Verfallsdatum und müssen „verbraucht“ werden. Behauptungen können Lügen sein, die nach zehnmaliger Verbreitung in den „Qualitätsmedien „Wahrheit“ werden.
So einfach ist es.

DirtbagLeft
DirtbagLeft
Reply to  R_Winter
4 Jahre zuvor

knallen in Gedankenspielen schon mal Flüchtlinge an der Grenze ab

So widerlich diese Art von „Gedankenspielen“ auch ist, als Major, pardon, der spätere General Klein in Kundus Brunnen bohrte und Mädchenschulen errichtete, war das Empörungskonzert nicht einmal halb so laut.

Niki
Niki
4 Jahre zuvor

Noch einmal zu Wiederholung: Ohne Polemik wird man nicht gehört. Da kann man noch so gut argumentiert. Es wird einfach ignoriert.
Also was bleibt einem anderes übrig als weit unter die Gürtelline zu treten. So richtig in die virtuellen Eier…
Beispielsweise würde ich den Lambsdorff nach dessen Äußerung, bezugl. einer deutschen Beteiligung an einer illigalen Invasion von Syrien, auf einer Pressekonferenz als kriegsgeilen Psychopathen titulieren. Und das dieser nicht verdient hat die Luft im Bundestag zu atmen, sondern eher für immer in eine Psychiatrie weggesperrt gehört.
Aus dem Maul stinkende Lobbyhure der Waffenindustrie. Der Apfel fällt halt nicht weit von Stamm bei der Sozialisierung die er von seinem Vater erhalten hatte…

Loco
Loco
Reply to  Niki
4 Jahre zuvor

Naja, als Sohn eines vorbestraften Steuerhinterziehers (der darüber hinaus das wenige was an der FDP gut war auch noch Gewissen hat) fällt bei Lambsdorff-Junior der Apfel nicht weit vom Pferd 😉

niki
niki
Reply to  Loco
4 Jahre zuvor

Genau das meine ich…. Als Sohn des wohl größten Soziopathen der 80ziger in Deutschland ist es wohl kein Wunder… Die Lambsdorff-Papiere von Vater sind die Blaupause des Neoliberalismus der zur Zeit in Deutschland als pathologische Seuche wütet! Wie muss diese widerwärtige und stinkende Lobbyhure wohl sozialisiert worden sein? Bestimmt nicht gerade mit Achtung vor dem Menschen!!!

Aritmetir Schlawonskowski Rützelmayr
Aritmetir Schlawonskowski Rützelmayr
Reply to  Loco
4 Jahre zuvor

Neffe. Er ist der Neffe.

niki
niki

Diese Feinheiten sind irrelevant! Er ist ein kriegsgeiler Psychopath und gehört meines Erachtens für immer weggesperrt…

Und nach diesen Äußerungen auch: (Ausschnitt aus einem Artikel der Tagesschau)

Die NATO dagegen befürwortete die Angriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens in Syrien. „Dadurch wird die Fähigkeit des Regimes vermindert, das syrische Volk weiter mit Chemiewaffen anzugreifen“, teilte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg mit.

Es ist anscheinend so, dass nur noch Psychopathen die Macht innehaben… Kein Wunder in so einem System wo psychopathische Züge sehr vom Vorteil sind um „nach Oben“ zu kommen!

Loco
Loco
4 Jahre zuvor

Sehr schön zusammengefasst woran unsere Szene im Moment leidet!
Es fehlt allerdings noch der Hinweis auf die größte Fehlentwicklung, die sich in die Linke hinein metastasiert hat:
Die so genannten Antideutschen – Denunzianten die bei verdienten Genossinen und Genossen „Antisemitismus“ herbeiphantasieren, in Sachen Islamophobie sich von der AfD wenig unterscheiden und auch nichts mit ursprünglich linken Themen, wie (verständliche) Kapitalismuskritik oder Friedenspolitik anfangen können…

DirtbagLeft
DirtbagLeft
Reply to  Loco
4 Jahre zuvor

Hier gibt es noch eine lesenswerte Analyse zum Elend der zeitgenössischen Linken:

Ein weiterer Bereich, in dem Grundprinzipien der „Neuen Linken“ zu einem Vehikel neoliberaler Einflussnahme geworden sind, sind die Minderheitenrechte. Die klassische Linke versuchte vor allem Mehrheitsrechte, wie z.B. höhere Löhne und soziale Absicherung, zu erstreiten. Die „Neue Linke“ fördert dagegen die Identifikation mit bestimmten Minderheitsgruppen. Sie tut dieses, weil sie das historische Unrecht gegen bestimmte Minderheiten kompensieren möchte. Zu diesem Zweck hat sie eine Vielzahl an Diskursen in der Gesellschaft etabliert, die sich an einzelne Gruppen richtet, seien dies nun Frauen, Migranten, Homosexuelle, ethnische oder religiöse Minderheiten.
Für den Neoliberalismus ist dies von Vorteil. Und zwar nicht nur, weil die Forderungen bestimmter Minderheiten viel leichter und kostengünstiger zu erfüllen sind als die Ansprüche der Mehrheit. Sondern auch, weil die Gesellschaft durch die Minderheitenpolitik zusätzlich fragmentiert und in verschiedene Interessengruppen aufgeteilt wird. Dadurch wird es der Gesellschaft erschwert, eine gemeinsame Allianz der Bevölkerung gegen Kapitalinteressen aufzubauen. Der Staat wiederum gewinnt durch den Kampf gegen Diskriminierung einen Vorwand, um zum „therapeutischen Staat“ zu werden und die Weltanschauung seiner Bürger zum Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen zu machen.

https://deutsch.rt.com/meinung/38381-rt-deutsch-spezial-logik-neuen/

https://deutsch.rt.com/meinung/38442-rt-deutsch-spezial-logik-neuen/

Loco
Loco
Reply to  DirtbagLeft
4 Jahre zuvor

Interessanter Artikel!
Auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass die Rechte und Probleme von Minderheiten unwichtig oder trivial sind (Sexismus, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit sind wichtige Baustellen in unserer Gesellschaft) ist es doch interessant wie diese verwendet, um die Gesellschaft zu spalten und von dem „Elefanten im Raum“, also der fehlen den sozialen Gerechtigkeit und der himmelsschreienden Ungerechtigkeit im real existierenden Kapitalismus abzulenken.

Wobei: „divide et impera“ ist auch keine neues Phänomen bei der Anwendung von Machtpolitik…

Elo
Elo
4 Jahre zuvor

Danke!! Toller Artikel! Auf den Punkt gebracht.
…“und wenn es an die wirklichen Machtzentren des Neoliberalismus geht, dann wird’s ungemütlich.“… so oder so ähnlich aus dem Gedächtnis.

https://www.youtube.com/watch?v=BGthmYzpGv0&index=98&t=0s&list=PLpNi0Wmi7L81GVn0vhQdWF25vgSU4Gij-

Elo
Elo
Reply to  Elo
4 Jahre zuvor

hmm, das war zwar nicht mein link, aber passt auch.
Ich wollte eigentlich dieses Video aus der Liste posten, falls es klappt:
Falls nicht, dann nicht. Der Artikel zählt!
https://www.youtube.com/watch?v=BGthmYzpGv0&index=98&list=PLpNi0Wmi7L81GVn0vhQdWF25vgSU4Gij-

DirtbagLeft
DirtbagLeft
4 Jahre zuvor

Wäre ich Shareholder eines internationalen Ausbeuterkonzerns, nennen wir ihn z.B. mal Apple, dann würde ich mich dafür einsetzen, als Topmanager eine Frau einzustellen, möglichst schwarz, Lesbe und jüdischen Glaubens. Wenn dann Kritik an den Ausbeutermethoden dieses Konzerns laut wird, sind nominal „Linke“ die allerersten, die in Querfront mit dem neoliberalen Mainstream, diese Kritik, als sexistisch, rassistisch, homophob oder antisemitisch abwatschen.

Huhu
Huhu
4 Jahre zuvor

Nebenbei und hochinteressant

Energie: Der Blinde Fleck der Wirtschaftswissenschaft

http://norberthaering.de/de/27-german/news/971-energie

Neoliberaal3
Neoliberaal3
4 Jahre zuvor

„Diese Linke braucht kein Mensch
Weite Teile der sogenannten Linkspartei sind neoliberal.“

https://www.rubikon.news/artikel/diese-linke-braucht-kein-mensch

Über den Autor:

Hans-Jürgen Bandelt, Jahrgang 1951, war Professor am Fachbereich Mathematik der Universität Hamburg, wo er sich neben der Behandlung kombinatorisch-geometrischer Probleme den Anwendungen der Genetik auf vorgeschichtliche Fragestellungen widmete, sowie Studien zur forensischen und medizinischen Genetik betrieb. Er ist Mitglied der Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V. und schreibt gegen den Bildungsabbau in Schule und Hochschule an. In letzter Zeit setzt er sich mit Didaktik auseinander und verfasst politische Essays über Bildung und Neoliberalismus.

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Neoliberaal3
4 Jahre zuvor

Nett ist, dass der Autor in dem Text darauf verweist, dass ich in meinem Buch schreibe, dass es schwieriger wird, rechts und links zu unterscheiden, um mich gewissermaßen als Zeugen für die These aufzuführen. Problem ist nun, dass da sinnentstellt zitiert wird, denn ich verweise auch dringend darauf hin, dass es sehr wohl Unterschiede gibt.

Karl
4 Jahre zuvor

Trefflicher Artikel! Ähnlich habe ich es schon vor gut einem Jahr empfunden und das auch mal in Artikelform gebracht: http://www.unterstroemt.de/?p=7143

.
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4 Jahre zuvor
Dennis82
Dennis82
4 Jahre zuvor

Gut gebrüllt, Tom!

Das Problem ist nicht die Linke, sondern die „Mitte“. Dahin wollen alle, selbst die AfD. „Die Mitte“ – ist die einzig wahre „dunkle Seite der Macht“! Die Lebensaufgabe vieler Linker ist es meiner Ansicht nach, sich vorwiegend nach rechts abzugrenzen. Was die Mitte so treibt, interessiert nicht. Dass man den permanenten, schleichenden Rutsch jener Mitte-Parteien nach rechts vollkommen verschlafen hat – wird nicht wahrgenommen. Und nun, da es ja die AfD gibt, hat man wieder was, woran man sein Ego aufpolieren, sich seines Linksseins vergewissern und nebenbei auch wieder der „Mitte“ anbiedern kann. Ich hab das ja hier in den Kommentaren hin und wieder ja mal erwähnt – die AfD ist vollkommen scheißegal. Das Problem ist das allgemeine Klima, in welchem sowas wie eine AfD überhaupt sprießen kann. Die AfD ist im Grunde einfach nur billigstes „Haltet den Dieb“! Und alle fallen drauf rein…

Das Problem ist: Linker Populismus wird nie so gut funktionieren wie rechter Populismus. Und das liegt wieder darin begründet, wie die „Mitte“ der Gesellschaft / Masse so tickt. Und die wurde nach jahrzehntelanger neoliberaler Hirnwäsche vollkommen zu empathielosen Egoisten geformt, die in erster Linie nur sich selbst im Sinn haben. Dabei buckeln sie nach oben und treten nach unten. Neid kennt man – aber nur nach unten. Missgunst und Angst um die paar Brotkrumen, die man sich einbildet, selbst „verdient“ zu haben, sind doch die besten Voraussetzungen, woran rechter (negativer) Populismus ansetzen kann.

Als die Linke grade aus der Fusion zwischen WASG und PDS hervorgegangen war, war es Oscar Lafontaine, dem man linken Populismus vorwarf. Und das nur, weil er den oberen 10.000 hpts. über Steuern an den Geldspeicher wollte. Linker Populismus ist halt positiver Populismus. Also keiner, in dem es darum geht, grade den armen Schweinen um einen herum noch mehr wegzunehmen, als man selbst weggenommen kriegt. Die Zeiten, in den wir leben, bieten hierfür keine Ansatzpunkte. Eine Linke würde hier wohl selbst mit „radikaleren“ Äußerungen nicht mehr Menschen erreichen, wie sie sie derzeit erreicht. Denn die Masse wurde nun einmal so konditioniert, dass man sie mit positiven Forderungen nicht mehr erreichen kann. Diese Gesellschaft ist krank – in dem Sinne, den Erich Fromm damals formuliert hat. Man hat die Leute dran gewöhnt, dass es immer nur noch schlechter werden kann. Dass immer weniger zu verteilen wäre, die Kassen leer seien, man bei der Arbeitssuche nicht wählerisch sein dürfe, usw.

Je „radikaler“ die Linke gegen „das System“ aufbegehren wird – umso weniger Leute wird sie erreichen. Das gilt z. B. doch auch im Internet; grade die (belesensten…) Blogger, die oft die radikalsten „Umwälzungen“ möglichst von heut auf morgen fordern, wollen nicht verstehen, dass die große Masse das gegenwärtig nicht wünscht. Die „Masse“ würde stattdessen die Revolutionäre zum Dank auf dem Scheiterhaufen verbrennen…!

Thrombo
Thrombo
4 Jahre zuvor

Ja so sehe ich das auch. Faust in der Tasche bringt überhaupt nichts mehr. Klappe auf und das mit den Worten des „Proletariats“ formuliert; das ist angesagt und sonst nichts. Diese Real-Monty-Python-Show, die gerade im Wertewesten abgeht, muss doch locker auszuschlachten sein, von interessierten Kreisen. Wenn das nicht gelingen sollte, sind erwähnte Kreise einfach zu blöd und es hilft nur abzuwarten, was die jetzt 15 bis 25-jährigen so aus diesem Globus für die Zukunft machen. Quatschen die sich jetzt per Wats-up und ähnliches gegenseitig blöd, oder denken die sich jetzt: Verdammt, so geht´s irgendwie nicht weiter. Eins weiß ich aber sicher: Unsere Wohlstandsgeneration hat eindeutig und nicht mehr korregierbar, zumal ohne oder nur teilweise in sozialen Netzwerken unterwegs, jämmerlich versagt!. Ob jetzt links- oder rechtsorientiert ist dabei scheißegal. Bei den sich selbst ernannten Linken halte ich es allerdings für äußerst verwerflich – außer sie heißen Diether Dehm oder ähnlich. Aber es sind zu wenige und die kritische Masse ist noch sooooo weit entfernt …

Burkhard Tomm-Bub, M.A.
4 Jahre zuvor

Guten Tag.
Nun ja. Ich gehe mit Herrn Wellbrock noch soweit konform, wie er zu langes Zögern oder zu weitschweifige Formulierungen kritisiert.
Ansonsten ist auch dies hier für mich wieder einmal nur eine Verteidigung eigenen sprachlichen Unvermögens.
Zudem folgt es der Devise: der (sprachliche) Zweck heiligt die Mittel.
Und das: tut er eben nicht.
Eine Beurteilung des Sprachthemas wird mir nicht unbedingt leichter gemacht durch die Tatsache, dass Herrn Wellbrocks Verteidigungrede sich ausgerechnet einem Querfront-Sympathisanten wie Herrn Dehm andient. Ein Mensch, der diesbezüglich auch schon anderweitig „Großes leistete“, hinsichtlich der Zersplitterung linker Kräfte.
Konkreter.
a) Menschen wie Wellbrock und Dehm scheinen zu glauben, es gäbe nur zwei Sprachebenen, nur zwei Arten des Duktus. (Zumindest geben sie vor dies zu glauben.)
Einmal die weitschweifige, zögerliche, diffuse Art der Formulierung. Dann das Feld des sprachlich „witzigen“, fäkalischen, verletzenden, diskriminierenden, groben und primitiven Wortes.
b) Empfohlen wird, sich auf diese Ebene hinab zu begeben, da sie ja erfolgreich ist.

Um es mal ein wenig zuzuspitzen. Das erinnert mich an die Diskussionen / Attitüden um „gute“ und schlechte Gewalt.
Wenn die Bösen andere Menschen im Krieg töten, wobei auch Kollateralschäden entstehen: ist das widerlich, eklig, brutal, grausam, erfordert sofortige Gegenschläge, es ist unmenschlich, dämonisch, völkerrechtswidrig und verabscheuungswürdig!
Wenn die Guten aber junge Männer und Frauen zum Töten befehlen und losschicken, zum Erschießen, Erstechen, Ersticken anderer junger Menschen, wenn zwecks unbedingt notwendiger Informationsbeschaffung auch mal ein wenig gefoltert werden darf und wenn „präventiv“ so mancherlei Zivilisten hinzurichten sind. Dann ist dieses Quälen, Verstümmeln, Morden und Zerstören: bedauerlich. Leider notwendig. Nicht vermeidbar. Alternativlos. Ehrenwert und nicht selten heldenhaft.

Sprache hat viele Ebenen. Sie kann provozieren, starke Emotionen hervorrufen, motivieren, aufregen und mitreißen.
ABER: dafür braucht sie sich eben NICHT auf das unterirdische Niveau eigentlich bedauernswerter und in mancher Hinsicht eingeschränkter rechter Gesellen begeben! Nein, das muss sie wirklich nicht!

Tut sie es doch: wird auch die „Verwechselungsgefahr“ größer, Links und Rechts wird noch leichter verwechselbar, als die Querfrontler es ohnehin anstreben …! (Sic!)
Ein weiterer Effekt: Links wird angreifbarer! Wem schon in der Form Primitivität, Ungenauigkeit durch Grobheit, strafrechtlich relevantes, etc. nachweisbar ist – der lenkt nicht nur inhaltlich von der Sache ab: er schadet ihr gar!
So halte ich den Beitrag von Herrn Wellbrock für ein schädliches und kontraproduktives Produkt.
MfG
Burkhard Tomm-Bub

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Burkhard Tomm-Bub, M.A.
4 Jahre zuvor

@Burkhard Tomm-Bub, M.A.

Sprache hat viele Ebenen. Sie kann provozieren, starke Emotionen hervorrufen, motivieren, aufregen und mitreißen.
ABER: dafür braucht sie sich eben NICHT auf das unterirdische Niveau eigentlich bedauernswerter und in mancher Hinsicht eingeschränkter rechter Gesellen begeben! Nein, das muss sie wirklich nicht!

Ihre Kritik in Ehren, aber wie sollen sich linke Politiker sprachlich an eine mehrheitlich nicht-akademische Bevölkerung wenden, ohne sofort einen Abwehrrflex auszulösen, weil ihre Sprache als abgehoben und relitätsfremd beim Empfänger ankommt?

Zudem ist bei all den korrekten Aussagen linker Politiker in der Bechreibung der desaströsen Verhältnisse in unserem Land , aber nicht nur da, doch offensichtlich, dass eine mediale Ausgrenzung bzw. verkürzte Wiedergabe des Geäußerten stattfindet.
Wie soll man das durchbrechen, wenn nicht auf die provokante Art, wie Herr Dehm es tat?

In dem Zusammenhang stört mich auch die Zuweisung „Querfront“.
Sich der, wenn auch mitunter rüden Sprache des gemeinen Volkes zu bedienen, ist für mich kein Indiz einer rechtslastigenTendenz.
Dann wäre ja die Mehrheit der Bürger rechtslastig, was sie m.M.n. grundsätzlich nicht ist, denn linke Politik hat ja ihren Urgrund gerade in der Arbeiterschaft.

Man mag nun einwenden, dass es diese Arbeiterschaft dank Automatisierung so kaum noch gibt, aber an der Perspektive, “ Minorität der Elite oben, Majorität der abhängig Beschäftigten unten“, hat sich rein gar nichts geändert.

Robbespiere
Robbespiere
4 Jahre zuvor

Hallo Tom, Hallo Roberto,

habt ihr irgendeine Einstellung in eurem Programm WP geändert, dass jetzt ständig Kommentare zur Freischaltung vorgelegt werden?

Das nervt gewaltig!

Schniepel
Schniepel
4 Jahre zuvor

Wenn die Linke fehlt…

https://www.rubikon.news/artikel/wenn-die-linke-fehlt

„Bis zum Schluss hat Mao seine Überzeugung betont, dass
entweder die Revolution den Krieg verhindert oder der Krieg
die Revolution hervorruft“.

DirtbagLeft
DirtbagLeft
Reply to  Schniepel
4 Jahre zuvor

Yep, die gesellschaftliche Linke ist völlig kaputt, irgendwo, zwischen „Antideutschen“

(nicht, dass es nicht hunderte Gründe Gründe gäbe Gabriel zu kritisieren, aber:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-04/sigmar-gabriel-spd-professur-bonn-antrittsvorlesung-aussenpolitik

Iran Siggi oder Hamas-Posterboy ?)

und Links(neo)liberalismus US amerikanischer Prägung (Identy-Politics). Ausbeutung, „humanitärer“ Interventionismus und westlicher Kulturchauvinismus, aber Hauptsache vegan und politisch korrekt.

Hoffentlich kommen Wagenknecht und Lafo, bald mit ihrer Sammlungsbewegung um die Ecke.

Schniepel
Schniepel
Reply to  DirtbagLeft
4 Jahre zuvor

Hoffentlich kommen Wagenknecht und Lafo, bald mit ihrer Sammlungsbewegung um die Ecke.

Nein, Lafo hat seiner Frau von einer Sammlungsbewegung abgeraten, wenn ein Interview
mit ihm kein Aprilscherz war. Da sammelt sich nichts mehr was schon gesammelt ist.

Neoliberalismus, Gender, Political Correctness, Multikulti, Veganertum und Interventionskriege werden zu einer postmodernen Staatsreligion zusammengefasst.

Jeden Morgen vor Sonnenaufgang kräht Merkel als Muezzinöse die neuen Staatsziele
vom Dach des Bundeskanzleramtes, und Steffen Seibert trägt ihr die Tasche, die alte Tunte.

DirtbagLeft
DirtbagLeft
Reply to  Schniepel
4 Jahre zuvor

Nein, Lafo hat seiner Frau von einer Sammlungsbewegung abgeraten, wenn ein Interview
mit ihm kein Aprilscherz war.

Hör auf, das ist (war) meine letzte Hoffnung, „Links“ wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Haste nen Link?

Schniepel
Schniepel
Reply to  DirtbagLeft
4 Jahre zuvor

Was soll sich da sammeln ? Typen wie Ottmar Schreiner usw. gibt es nicht mehr.
Es machen nur noch Fortschrittsbürger aktiv Politik. Wer will sich mit solchen Armleuchtern schon herum ärgern ?

Link befindet sich irgendwo zwischen den Lesezeichen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Schniepel
4 Jahre zuvor

@Schniepel

Nein, Lafo hat seiner Frau von einer Sammlungsbewegung abgeraten, wenn ein Interview
mit ihm kein Aprilscherz war. Da sammelt sich nichts mehr was schon gesammelt ist.

Kann ich mir nicht vorstellen nach dieser Rede:

https://www.youtube.com/watch?v=yhii4TnlWvU

Schniepel
Schniepel
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Wir können uns ja mal eine linke Sammlungsbewegung anschauen,
die von Melenchon in Frankreich, die La France Insoumise.

Was lesen wir da unter „Politische Positionen“ und „Außenpolitik“ ?

Die Linkspartei lesen wir da:

https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Luc_M%C3%A9lenchon

Mit welchem politischen Programm möchte eine linke
Sammlungsbewegung neben der Linkspartei antreten ?

—————————————————-

Hat Melenchon das wirklich getwittert ?: „Maul halten, Frau Merkel! Frankreich ist frei. Kümmern Sie sich lieber um Ihre Armen und um Ihre ruinierte Infrastruktur.“

:-))))

Jo Beer
Jo Beer
4 Jahre zuvor

Hi,
Dehms „NATO-Strichjunge“ ist ja schon ein guter Anfang. Aber natürlich viel zu harmlos. Gewollt harmlos? Warum, in (gewollter) Unschuld gefragt, nicht NATO-Nutte oder gleich offen beleidigend und, das hassen sie besonders, gewollt diskriminierend: NATO-A…f… ?! Da hätte man sich aufregen können! Da wär der Teufel los gewesen!! Zynisch? Vielleicht. Ich empfehle verbale, durchaus auch populistische Aufrüstung! Warum also und zum Teufel noch mal nicht gleich mit RICHTIGEN Nazi-Begriffen und -Zitaten reingrätschen in die Mitläufer-Horde der Polit- und Medien-Clowns? Die NAZI-, Auschwitz-, Antisemitismus-Keule wird ja sowieso immer schneller ausgepackt, weil ihnen immer schneller die Argumente ausgehen? Scheiß auf Querfront–Vorwürfe; auch die kommen ja sowieso. Drauf auf die Arschlöcher, die präventiv losbomben und hinterher dann untersuchen, ob’s gerechtfertigt war. Denn merke: Höflich und zig Mal über- und durchdacht zu argumentieren, nützt wenig, wenn oben erwähnte Clowns sich einen Dreck um Fakten (also um das, was ist) scheren – siehe Skripal, siehe Syrien! Da muss – um gleich ein Beispiel zu geben – ZURÜCKGESCHOSSEN werden!
Aggressive Grüße
JoB

Schniepel
Schniepel
4 Jahre zuvor

OFF

„Bund und Länder müssen das Problem der steigenden Preise
für Grund und Boden lösen. Sonst droht eine weitere Spaltung der Gesellschaft.“

http://www.taz.de/Kommentar-Hohe-Bodenpreise/!5497116/

Albert
Albert
4 Jahre zuvor

DIe Linke ist mittlerweile genauso vom Kapital unterwandert wie die Grünen und da man ja überall dabei sein will, wird inkludiert, gegendert, geheimatet und geschwult bis zum abwinken.

PfefferundSalz
PfefferundSalz
4 Jahre zuvor

Sind wir ehrlich, die Linke braucht man nicht mehr wirklich. Die Verelendung der Massen hat nicht stattgefunden und die Mehrzahl aller Leute hat es im Kapitalismus gut, besser als sie es jemals im Real existierenden Sozialismus hatte. Das Subproletariat ist mit HARZ IV mehr oder weniger zufrieden und würde bis auf einige kleine Änderungen kaum mehr verlangen.
Wozu braucht man also eine klassische Linke wenn nicht für mehr Gleichheit? Aber die will kaum einer – die jungen Leute wollen einen guten Abschluss an der Uni und einen guten Job mit Aufstiegschancen. Die Vorstellung in einer Kommune mit irgendwelchen Gammlern über die Feinheiten des Systems zu diskutieren erscheint mir nicht sehr ausgeprägt zu sein, populistisch hin oder her.
Auch hat die Linke nachdem sie mit jeder radikalen Bewegung außer den Rechten ins Bett gestiegen sich eine Reihe von Geschlechtskrankheiten (im übertragenen Sinne) geholt. Will jemand der keine Radikalfeminisin ist wirklich Radikalfeministen unterstützen? Will ein Nicht-Veganer sich wirklich anhören wie böse er doch ist, dass er Fleisch isst? Ist wirklich jemand so masochistisch veranlagt, dass er sich das Gebrabbel der politisch Korrekten anhören mag?
Klar gibts ein paar die das machen aber die Mehrheit findet die Linken heutzutage so abstoßend wie einen Tripper und das kann man verstehen. Ich selbst sehe mich schon seit langer Zeit nicht mehr als links und ich kenne viele Andere die ganz genauso denken wie ich.

trackback
3 Jahre zuvor

[…] Hier mein Text “Macht’s Maul auf, Linkspopulisten!” […]