Die Moral von der Geschicht‘ – es gibt sie nicht

Kinderhände schufen Ihre Jeans: Welche Konsequenzen ziehen Sie? Eben – keine. Die 30 Liter Benzin in Ihrem Tank verunreinigten das Grundwasser ungezählter nigerianischer Familien: Boykottieren Sie die Erdölkonzerne und fahren E-Bus? Nein? Schade eigentlich. Aber sagen wir es doch mal deutlich: Moral ist eine ganz schlechte Währung.

Ich erinnere mich wie ich Jonathan Safran Foers Buch »Tiere essen« in die Finger bekam. Ich las es sehr aufmerksam, die Wirklichkeit der Fleischerzeugung, die der Autor beschrieb, schockierte mich aufrichtig. Dieses ganze sozio-ökonomische Dilemma empfand ich, wie viele andere Leser auch, als riesigen Skandal. Danach änderten ich und die vielen anderen Leser auch, unseren Lebensstil – nicht. Nach wie vor esse ich gerne Fleisch, mit dem Unterschied, dass ich ab da noch etwas bildlicher vorstellbar wusste, wie ich da an mein Fleisch gerate. Natürlich will ich diese Zustände nicht, sie sind untragbar, unhaltbar. Selbstverständlich erwarte ich einen vernünftigen Umgang mit Tieren und den Menschen, die in dieser Industrie arbeiten. Aber soll ich mit dem Boykott alleine anfangen?

Vielleicht saß auch Foer damals vor seinem Manuskript und meinte, sein Buch würde etwas bewirken. Wenn er wie ein Chronist des Skandals Belege sammmelt, Erfahrungen benennt und die moralische Zirbeldrüse anregt, dann würde sich was bewegen. Ähnlich dachten wohl die Mädels und Jungs von WikiLeaks. Getreu dem Credo: Wenn erst mal rauskommt, was da reinkommt, dann kommen die Macher wo rein, wo sie nicht mehr rauskommen. Jeder investigative Journalist wird wohl von diesem Geist angetrieben, der nach einem ganz gängigen Muster funktioniert: Wenn man den Leuten die ganze Wahrheit sagt, wenn sie endlich mitgeteilt bekommen, wie das wirklich läuft, dann werden sie ihr Verhalten überdenken und neu ausrichten. Der Skandal braucht bloß einen Mutigen, der die Anklage schreibt.

Aufdecken und Welt verändern: Das wäre aber auch ein schöner Kniff. Im Kern haben wir es mit einem optimistischen Bekenntnis zur Moral zu tun. Denn wenn man die Leute moralisch an den Eiern hat, so redet man sich ein, dann ist Veränderung denkbar. Aber letztlich wachen wir jeden Tag wieder auf und bemerken, dass alle Skandale, die uns Ausbeutung, Raubbau oder Zerstörung beschrieben, sich als fast geruchlos verflüchtigt haben. Denn Moral, das ist keine Währung – schade eigentlich, aber anders ist es nun mal nicht.

Weniger Fleisch essen, weil es gute Gründe dafür gibt? Dazu brauche ich kein schlechtes Gewissen, keinen Imperativ einer moralischen Instanz: Ich muss spüren, dass uns dieser Fleischkonsum teuer zu stehen kommt: Am Preis nämlich. Da packt man die Leute letztlich. Der Boykott auf Grundlage eines schlechten Gewissens ist nur eine Momentaufnahme, eine durchs Dorf getriebene Sau, die den Ortsausgang schon vor Augen hat. Wenn aber 500 Gramm Hackfleisch nicht mehr 2,29 Euro kosten, sondern alle Folgeschäden in den Preis eingerechnet werden müssen, dann überlegt man schon mal eher.

Mit der gesamten Debatte um Diesel und Autoverkehr in Innenstädten war es doch nicht anders. Die Kritiker kamen besonders mit moralischen Einwürfen zur Sprache, sprich mit Warnungen vor gesundheitlicher Beeinträchtigung, aber weniger mit einem Aspekt: Autofahren ist zu billig. Die Grünen hatten in den Achtzigern eben doch recht, als sie meinten, der Liter Benzin sollte mal 5 Mark kosten. Sie lagen aber völlig daneben was die Höhe des Literpreises betraf: 5 Mark sind wohl immer noch zu wenig, wenn man in den Preis die Kosten einrechnet, die die Versorgung und gesundheitliche Betreuung der oben genannten nigerianischen Familie einrechnet. Oder andere Kostenfaktoren, die die Erdölriesen einfach sozialisieren.

Moral ist eine feine Sache, ich mag sie, finde ethische Betrachtungsweisen und philosophische Auslegungen gar nicht mal so unspannend. Aber als politische Gestaltungskraft: Ich weiß ja nicht, ob sie dazu taugt. Da habe ich echt resigniert. Manchmal denke ich mir hypothetisch, wenn heute rauskäme, dass Facebook kleine Kinder in Öfen steckt, um damit die Leistung für den Server zu sichern – und wenn wir alle nicht nur ahnten, dass das so läuft, sondern Bilder sähen, Videoaufzeichnungen und sogar ein Offizieller würde es zugeben: Wisst ihr, was sich änderte? Nichts. Überhaupt nichts. Lebensgewohnheiten konnte vielleicht noch die Kirche mit strikter Moral prägen, aber doch nicht dieser profane Liberalismus.

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27 Kommentare auf "Die Moral von der Geschicht‘ – es gibt sie nicht"

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ChrissieR
Mitglied
Moin, tja, Moral zu realisieren kostet aber auch richtig Geld! Klar würde auch ich gerne nur Bio essen, mein Hausdach mit Photovoltaik vollpflastern und ein Elektroauto fahren… nur habe ich das nötige Kleingeld dafür nicht. Immerhin fahre ich schon seit 20 Jahren meine mittlerweile 45 Jahre alte Kastenente, somit muss wenigstens kein neues Auto produziert werden. In Urlaub fliege ich sowieso nicht, Kreuzfahrten wären auch der blanke Horror für mich . Bei der Bekleidung ist halt nur dumm, dass, selbst wenn Du viel Geld dafür hinblätterst, Du nicht sicher sein kannst, dass es nicht doch aus Kinderarbeit stammt. Teilweise realisiere… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@ChrissieR tja, Moral zu realisieren kostet aber auch richtig Geld! Das ist ganau der Punkt! Moral kostet richtig Geld und das muss sie auch, aber man muss es erst einmal haben. Womit wir wieder einmal bei der Verteilungsfrage landen und zwar global, nicht nur national. Nur wo fair bezahlt wird, kann auch fair produziert werden, allerdings unter der Vorausetzung, das eine ensprechende Kontrolle stattfindet, um Betrug zu Gunsten von Gewinnen zu vermeiden. Dies wäre m.M.n. die Aufgabe des Staates zum Schutz der Bürger, z.B. durch ernsthafte, unabhängige und permanente Prüfungen sowie die Vergabe von Prüfsiegeln. Wenn jedoch eben dieser Staat… Read more »
stefan becker
Mitglied

…mein Reden ☝️

stefan becker
Mitglied

Ja es ist die provane Gier, die uns Menschen im wesentlichen umtreibt. Und im Zeitalter des profanen Liberalismus, d.h. : das Zeitalter in dem das Primat menschlicher Politik marginalisiert wurde, da sie ausschließlich den Gewinninteressen einiger weniger zu dienen hat , wird sich daran wohl nichts mehr ändern. Postdemokratie halt.

ClaudiaBerlin
Gast
Auch ich habe „Tiere essen“ gelesen, war schockiert (es stehen da mehr grausame Details als man üblicherweise mitbekommt) und begann, mich vegetarisch zu ernähren. Und weil ich über alles blogge, was mich sehr berührt, startete ich das Blog „Unverbissen vegetarisch“, in dem ich auch mal gegen diese Alleinverantwortung der Verbraucher anschriebt: „Der Verbraucher will es nicht anders“ – eine dreiste Lüge! http://www.unverbissen-vegetarisch.de/2012/06/der-verbraucher-will-es-nicht-anders-eine-dreiste-luege/ Bals realisierte ich, dass auch Milchprodukte eine Menge Kuh-Elend mit sich bringen und ernährte mich vegan. Es war eine wirklich sehr sinnvolle Erfahrung, auch wenn ich nicht dabei geblieben bin. Man lernt nämlich, auf was man alles gut… Read more »
.....
Gast
Fleischkonsum, bzw. überhaupt der Konsum von tierischen Produkten schadet nun mal nicht nur den Tieren, sondern der Umwelt und auch uns selbst (so gesund ist Fleisch nun mal nicht, selbst bio Fleisch nicht, aber was rede ich hier, das wußten sie vermutlich eh schon..) . Selbst sehr wenig Fleisch zu essen ist noch zu viel. Es geht ja nicht nur um die Artgerechte Haltung, die würde ich behaupten auch nicht bei Wild gewährleistet ist, denn auch diese Tiere sind eingesperrt. Und schön wenn ihr euch ach so gut fühlt und der Selbstbetrug soweit funktioniert zu glauben. Wenn man von Jagdhöfen… Read more »
Schlitti
Gast

Zur Zeit gibts übrigens auch Wild – kann man auch in Jägerhöfen rund um die Großstädte preiswert kaufen. „Artgerechter“ geht kaum und es schmeckt toll!

Hier bekommt man auch Kontakt zu Jägern in der Region. Von denen bekommt man das Wildbret
noch preisgünstiger als vom Wildhändler.

https://www.oejv.org

trackback

[…] Schade eigentlich. Aber sagen wir es doch mal deutlich: Moral ist eine ganz schlechte Währung.Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Das Kamel, das Nadelöhr und die falsche Moral Die Reichen sind so gierig. Dabei […]

Jörg Hensel
Gast
Moral als Autonomie des Gewissens kann großflächig nur dann funktionieren, wenn es einen Konsens zu einem aus kultureller und religiöser Erfahrung gebildeten Regel-, Normen- und Wertesystem gäbe. Um diesen Konsens überhaupt erreichen zu können, ist es zunächst einmal notwendig, dass sich Politik, Kirche, Gerichte, Organe der Rechtspflege, die Exekutive, die Legislative, die europäische Gemeinschaft u.a.m. nicht nur an normierte Menschenrechtsquellen halten, sondern deren Sinn und Zweck auch nach außen vorleben. Die Medien müssten Ihren Status als Lügen bzw. Lückenpresse endlich einmal aufgeben und lernen, über das Schweigen zu sprechen; auch Korruption müsste endlich einmal politisch unabhängig bekämpft werden können. Staatsanwälte… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Jörg Hensel Moral als Autonomie des Gewissens kann großflächig nur dann funktionieren, wenn es einen Konsens zu einem aus kultureller und religiöser Erfahrung gebildeten Regel-, Normen- und Wertesystem gäbe. Das ist korrekt! Das Problem besteht darin, dass Diejenigen, die Moral vorleben und zur Norm machen müßten, entweder Korrumpieren oder sich korrumpieren lassen, was bei einer indirekten Demokratie, die ja in Wirklichkeit keine ist, sich zwangsläufig so entwickeln muss. Das Streben nach Macht ist immer grenzenlos und allumfasend. Es fehlt schlicht die Kontrolle durch den Souverän in Folge mangelnder Transparenz und nicht vorhandener Eingriffsmöglichkeit über die gesamte Legislaturperiode, wenn schon eine… Read more »
Heldentasse
Mitglied

@Jörg Hensel

Könnte man den Sinn Deiner Ausführungen nicht auch Abkürzen mit nachfolgendem Zitat:

Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

Adorno

Beste Grüße

Jörg Hensel
Gast
Als Teil der Exekutive hatte ich versucht das Grundgesetz und damit auch die Moral in der Arbeitswelt gegen alle Widerstände von Sozialministerium, Arbeitsgerichte und Politik durchzusetzen (Verwaltungshandeln). Trotz Grundrechtebindung und Verbotsklausel bspw. gem. Art. 5 ICESCR und trotz der damit in Verbindung stehenden Strafbarkeit für die „Verhinderer“ – vgl. Gutachten „Knappmann-Korn“. Im Ergebnis wurde das Grundgesetz von den Arbeitsgerichten außer Kraft gesetzt, so dass sich die Arbeitsbedingungen für einige Millionen Menschen erwartungsgemäß verschlechterten. Alle Medien verschweigen dieses Unrecht bisher, als würden sie die Kriminellen schützen wollen. Gehör findet man nirgendwo ; die Gesundheit ist ruiniert. Der finanzielle Ruin durch eine… Read more »
Mordred
Mitglied
Naja. Bei all diesen Thematiken gibt es doch immer die gleichen Gruppen und Mischungen aus diesen. Gruppe1: Es interessiert sie nicht oder sie wissen es nicht (30%?) Gruppe2: Sie würden gerne, können aber aus (oft finanziellen) Sachzwängen nicht (30%?) Gruppe3: Sie tun es. (20%?) Gruppe4: Sie könnten, wollen aber aus finanziellen Gründen / Zeitaufwand nicht. (20%?) Ich selbst gehöre zu 3 und 4. Dabei denke ich, dass die Moralkeule zu schwingen bzw. aufzuklären grundsätzlich der richtige erste Schritt ist. Aber das neoliberale Dogma „jeder ist für sich selbst verantwortlich und seines Glückes Schmied.“ hat auch in diesem Kontext voll zugeschlagen.… Read more »
Schlitti
Gast
Der Skandal braucht bloß einen Mutigen, der die Anklage schreibt. Aufdecken und Welt verändern: Das wäre aber auch ein schöner Kniff. Im Kern haben wir es mit einem optimistischen Bekenntnis zur Moral zu tun. ( Investigativer ) Journalismus ist keine Sache der Moral. Es geht vielmehr um Information und Kontrolle. Im besten Fall übt der Journalismus als publikative Gewalt, Kontrolle aus um Machtmissbrauch zu unterbinden. Der Rest sind Beiträge zur öffentlichen Diskussion oder auch nicht. Ein Journalist möchte das politische Geschehen nicht beeinflussen. Er informiert und schreibt Geschichten auf. Das war es schon. Sich in dem Job zu wichtig zu… Read more »
niki
Mitglied
– Ich fahre kein Auto, sondern nur Fahrrad und ÖPVN. Anfangs war dem so, dass ich mir kein Auto leisten konnte, nun will ich gar keines mehr) – Mein Strom ist garantiert ÖKO (vom Vermieter via Wasserkraft erzeugt)… Verbrauche ich nicht wenig, aber in dem Fall hat es NULL impact auf die Umwelt. Ich hatte mir es nicht ausgesucht, als ich hier her zog… – dazu ernähre ich mich vegetarisch… Wenn ich Eier esse, kommen die vom hiesigen Biobauern, der selbst zu meinen Kunden gehört. Ich kenne die Hühner also gar persönlich, die für mich ackern…^^ Naja… Ich vertrage gesundheitlich… Read more »
Heldentasse
Mitglied

Junge, Junge, wenn Du so weiter machst wirst Du ja bald übers Wasser schreiten können, oder Dir wachsen Flügel und Du brauchts kein Fahrrad mehr. 😉

Beste Grüße

niki
Mitglied
@Heldentasse: Warum sollte ich irgendwelche Sachen machen, welche im Endeffekt meine Lebensqualität sinken lässt… Für ein Auto braucht man einen Haufen Geld und durch den Verzicht und trotz relativ niedrigen Einkommen, mit einer Wochenarbeitszeit von ~20Std., entsprechend viel Freizeit, kann ich mir wirklich richtig gute Fahrräder leisten. Ein ansprechendes Auto benötigt einen Vollzeit Arbeitsplatz… Ich arbeite doch nicht nur für’s eigene Auto um mit diesem dann zur Arbeit zu kommen!?! Mal von dem Tierschutz mal abgesehen: Fleisch und andere tierische Produkte vertrage ich kein Stück mehr… Im Endeffekt ein Glück, dass ich so konsequent bin, wenn ich mir so meine… Read more »
Heldentasse
Mitglied

@niki

Bitte nehme meinen obigen Kommentar nicht so tierisch ernst, darum steht dahinter ja auch ein 😉

Im Grunde finde ich es sehr gut was Du es machst, aber ich verurteile keinen anderen Menschen der nicht so konsequent an die Sache herangeht.

Beste Grüße

P.S.: Zumindest für meine Person gilt: Wenn alle so wären wie ich sein sollt, dann wäre die Welt in Ordnung.
P.P.S.: Bei näherer Betrachtung ist es u.a. auch dieser verdammte Konjunktiv der uns voraussichtlich das „Genick“ brechen wird.

Schlitti
Gast

Warum sollte ich irgendwelche Sachen machen, welche im Endeffekt meine Lebensqualität sinken lässt…

Sinkender Konsum lässt Lebensqualität steigen.

Das wissen „die Anderen“ nicht.

Wie bringt man es ihnen bei ?

Die Geschichte der Gerätschaften die „Zeit sparen“ sollen, bilden nur einen Aspekt
dieses Ansatzes. Wie viel Zeit sparen Waschmaschine und Wäschetrockner ?
Wie viel Zeit spart ein Auto ?
Ein Auto spart gar keine Zeit wenn man Anschaffung und Unterhalt mit der
aufgewendeten Arbeitszeit aufrechnet.

Robbespiere
Mitglied
@Schlitti Sinkender Konsum lässt Lebensqualität steigen. Das stimmt m.M.n. nur dann, wenn der Mensch sich nicht selbst entfremdet ist, weil er dann nur noch wenig auf matrielle Dinge angewiesen ist, um sich „wert“ zu fühlen. Was ein Mensch als Lebensqualität empfindet, ist von seiner persönlichen Prägung abhängig. All die unnützen Dinge, mit denen wir uns im Alltag so umgeben und für die wir arbeiten, sind Statussymbole, welche uns und anderen einen äußeren Wert vorgaukeln sollen, der innen fehlt. Im Grunde sind wir ja bereits perfekt auf unsere Umwelt angepasst, z.B. in punkto Mobilität oder sozialer Interaktion, aber wir wir spüren… Read more »
Schlitti
Gast
Der Ausgangssatz „Sinkender Konsum lässt Lebensqualität steigen.“ ist nur die Umkehr von dem was der/die Niki schrieb. Niki sieht genau diesen, von dir beschrieben Geltungskonsum, mit all seinen Selbstwertkrücken, als Grund für den Verlust von Lebensqualität. Die Werbeindustrie hat den Leuten seit Jahrzehnten genau das Gegenteil davon ins Gehirn gemeißelt: “ Kauf dieses und jenes dann lebst du sicher, zufrieden und genießt Ansehen.“ Ich lebe zufriedener seit ich die Überfälle der Werbeindustrie kontrollieren kann. Ich schaue kein Fernsehen mehr, niemand brüllt mich zwischen den Programmteilen an:“KAUF JETZT JOGHURT, du Drecksau ! Actimel in kleinen, überteurten Verpackungseinheiten. Dann geht es deinem… Read more »
Robbespiere
Mitglied

@Schlitti

Der manipulierte Mensch ist eben ein anderer als du ihn als zwischenmenschliches Ideal beschreibst.

Der manipulierte Mensch ist das was übrigbleibt, wenn der eigentliche Mensch sich seiner selbst entfremdet.

Gast2
Gast

Auf primitivem Wege
“Also gut, du hast dann viele Zustände als Teile eines größeren Ganzen“, „-Wozu?“, „Hoffst du mittels der Ergebnisse auf irgendwas?“, „Vielleicht irgendeine bewußte Verkettung von Veränderungen?“, „Und wahrscheinlich versprichst du dir dabei objektiv zu bleiben und, im sozialen Miteinander liege die Möglichkeit dazu?“ Er lachte, es wurde still… So wie auch ich annahm, daß es in jedem Fall darauf hinausliefe, daß… (-;

Heldentasse
Mitglied
Ich weiß nun nicht genau, ob es überhaupt sinnvoll ist auf diesem Niveau zu diskutieren? Sind den Vegetarier per se die besseren Menschen, oder auch u.a. die die mit ihrem dicken SUV vorfahren und aus dem Edelreformhaus vegetarische Nahrungsmittel holt, die sich der gemeine billig Wurstkonsument von nebenan, der mit dem Fahrrad zum Discounter fährt, niemals wird leisten können. Und im Ernst sollte man man über die m.E. differenzierte Sichtweise in diesem Artikel Verursachen Vegetarier mehr Blutvergießen als Fleischesser? nicht auch mit ins Kalkül ziehen? Ich zitiere daraus mal das Fazit: Fazit Die beste und, wie ich meine, einzig richtige… Read more »
Nashörnchen
Gast
Nun ja – das ist schon so eine Sache mit der Moral… Was würde denn – mal rein hypothetisch oder doch eher seit Jahrzehnten gelebte Realität? – passieren, wenn man das Fleisch so teuer machen würde, wie es sich moralisch „gehört“? Richtig: Es würde kein einziges Schwein, keine einzige Kuh, kein einziges Huhn weniger gemästet und geschlachtet. Ganz im Gegenteil: Denn unsere Moral verlangt ja auch, daß der Bauer nicht arbeitslos werden darf und der Schlachter und der LKW-Fahrer und der Futterhersteller und die Verkäuferin und und und fleißig ihre Steuern bezahlen können – und von diesem Steuergeld frieren wir… Read more »
Heldentasse
Mitglied

Wenn man diese m.E. doch auch kritikwürdigen Ausführungen etwas weiter denkt, könnte man sogar auf den Gedanken kommen, dass Moral etwas ist was man sich erst einmal leisten können muss.

Genau wie die Entscheidung ob ich nun vegan oder als Fleischfresser lebe, denn egal wie ich mich entscheide, diese Entscheidung kann nur aufgrund gesellschaftlicher Umstände getroffen werden, die auch auf dem Tot und Leid von Mensch und Tier fußt. Vermutlich ist diese Entscheidung überhaupt nicht relevant, wenn sich nicht auch andere Umstände grundlegend ändern.

Beste Grüße

Minimi
Gast