Das Schwinden der Lehrkräfte

Mit Lehrermangel sollen Schüler und Eltern leben lernen, meint der Bundeskanzler. Das Bildungsdefizit ist riesig, wird aber hingenommen: Noch so eine Zeitenwende.

Bernhard Krötz ist Mathematikprofessor in Paderborn. In den letzten Wochen und Monaten kam er zu einer kleinen Berühmtheit, weil er die deutsche Bildungspolitik – ganz speziell sein Fach – scharf kritisiert: Studenten, die zu ihm kämen, würden den mathematischen Ansprüchen schon lange nicht mehr genügen. In Indien seien Prüfungen viel diffiziler angelegt als hierzulande: Der Bildungsstandort Deutschland verliere den Anschluss. Mathematikbücher, so behauptet er – und wird von nicht wenigen Fachkollegen unterstützt –, seien fehleranfällig. Seine Empfehlung: Die Verwendung von Mathebüchern aus der ehemaligen DDR. Sie genügten einem wissenschaftlichen Anspruch.

An den Professor musste ich neulich denken, als ich las, dass der Bundeskanzler die Schulmisere in Deutschland als alternativlos darstellte. Wir würden, so Olaf Scholz in einem Bürgergespräch in Potsdam, der Spiegel berichtete, damit noch Jahre auskommen müssen. »Überall fehlen Lehrerinnen und Lehrer«, erklärte er. Und: »… das wird uns die nächsten zehn Jahre umtreiben«. Es stimmt schon, was Professor Krötz sagt: Mit dem Rechnen tun wir uns schwer. Selbst die Richtlinienkompetenz aus dem Kanzleramt hat da seine Problemchen.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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N.B.
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10 Monate zuvor

Inzwischen müsste es doch heißen, dass es immer mehr Leerkräfte gibt und die echten Lehrer total verstört in den gesundheitsbedingen Vorruhestand gehen…

Aber ist wohl wahr, dass beim Bildungsproblem zwar laut von der Politik gebölkt wird, aber im Prinzip das Gegenteil passiert, was großspurig versprochen wird. Das Geld wird viel lieber in die Rüstungsindustrie und in den Stellvertreterkrieg in die Ukraine gesteckt.

Jeden Tag, seid über einen Jahr, wenn ich am Rathausplatz vorbei fahre, werde ich erinnert, dass hier nichts mehr im Interesse der Deutschen stattfindet.
Es weht die ukrainische Fahne alleine auf diesen. Von deutschen Fahnen ist hier in der Stadt nichts mehr zu sehen.
Nicht dass ich diese vermissen täte, nur die ukrainische symbolisiert für mich nur noch, dass wir verraten und verkauft wurden!

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
10 Monate zuvor

„Seine Empfehlung: Die Verwendung von Mathebüchern aus der ehemaligen DDR.“

Ha! Ich hatte mir seinerzeit mal das „Handbuch der Mathematik“ aus dem Kölner Buch- und Zeit-Verlag, eine Lizenzausgabe der VEB Bilbliografisches Institut Leipzig, für nen Appel und nen Ei zugelegt – das Beste, was man (aufgrund der Empfehlung dann wohl bis heute) bekommen kann. Hat nicht nur mir geholfen, sondern hab damit auch dem in der Unterstufe noch an Mathe verzweifelnden Spross einer Freundin zu derartigem Spass an Mathe verhelfen können, dass er Mathe dann sogar später als LK gewählt hatte…

Kenne Fälle von Mathepädagogen, die inzwischen bei Versicherungen arbeiten, weil sie dort nicht nur deutlich mehr verdienen, sondern auch einen spürbar weniger stressigen Job haben…

Rudi K
Rudi K
Reply to  Draussen vor der Tür
10 Monate zuvor

Und den Klassiker „Taschenbuch der Mathematik“ von Bronstein Semendjajew nicht vergessen. Da steht eine Menge drin.

Wütender Bürger
10 Monate zuvor

Es ist immer wieder erstaunlich wie selektiv die „Sammelleidenschaft“ staatlicher Stellen ist: wie kann man es immer und immer wieder schaffen, die jährlichen Geburtenzahlen und Statistiken dermaßen zu ignorieren, und nicht die 2 Jahre später benötigten Erzieher und die 7 später benötigten Lehrer auszubilden, und ihnen anständige Konditionen zu bieten, so daß die die Arbeit auch gerne machen?

😴

Last edited 10 Monate zuvor by Wütender Bürger
AusdieMaus
AusdieMaus
Reply to  Wütender Bürger
10 Monate zuvor

Nennt sich “Schweinezyklus“.

flurdab
flurdab
Reply to  AusdieMaus
10 Monate zuvor

Schweinezyklus ist gut, trifft hier aber nicht zu.
Schule ist eine staatliche Aufgabe, da hat die Marktwirtschaft außen vor zu bleiben.
Leider verstehen dass die wenig bzw. schlecht gebildeten „Verantwortungsträger“ nicht.

Robbespiere
Robbespiere
10 Monate zuvor

Alternativlos ist nur die Auflösung des Parlamentes und die Implementierung eines völlig neuen Systems mit direkter Kontrolle durch die Bürger.

AusdieMaus
AusdieMaus
10 Monate zuvor

Wie auch in anderen Bereichen halte ich das für einen bewußt herbei geführten Mangel im Rahmen des kranken neoliberalen Systems. Ein “verdummtes“ Volk von Untertanen lässt sich nun mal leichter regieren als gut ausgebildete, aufgeklärte Citoyens. Und werden mal Experten gebraucht, lassen wir sie einfach aus Indien oder sonstwoher einfliegen…

Corinna
Corinna
10 Monate zuvor

Dass Menschen lieber Teilzeit arbeiten, muss doch aber nicht zwingend eine Schutzmaßnahme vor Burnout sein? Wer legt überhaupt fest, was Teilzeit und was Vollzeit ist? (rhetorische Frage) Ich arbeite in sogenannter Teilzeit, weil mir das Geld, was ich dabei verdiene, zum Leben ausreicht, und ich lieber mehr Zeit statt mehr Geld habe (für mich persönlich ist das meine „Vollzeit“). Und ich weiß, dass Teilzeitlehrer mehr verdienen als ich als Teilzeitingenieur in einer kleinen Firma im Osten.

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass gerade Lehrer sich sehr auf das Unterrichten von zu Hause aus, was während der Schulschließungen angeordnet wurde, eingeschossen haben und aus dieser Bequemlichkeit gar nicht wieder heraus wollen. Zusätzlich erlebe ich immer mehr junge, vor allem weibliche Lehrer, die schon genau zu dieser Generation gehören, die Ideologien verbreitet, das Gendern an Schulen quasi als das Wichtigste überhaupt ansehen und fachlich teilweise grottig sind. Was ich an Grammatik- (fehlende Dativ- und Akkusativ-Endungen z.B.) und Rechtschreibfehlern in den Aufsätzen meines Großen oder in den sogenannten Elternbriefen immer wieder finde, ist der Hammer, sowas darf meiner Meinung nach an einem Gymnasium nicht vorkommen. Was und wie in Mathematik und Physik inhaltlich gelehrt wird, ist teilweise weniger, als ich in meiner 10-jährigen DDR-Schulausbildung hatte. (Okay, das liegt nicht zwingend am Lehrer, sondern am Lehrplan, was wiederum eher die Bildungspolitik betrifft.) Statt Naturwissenschaften zu lehren, werden immer mehr Vorträge, Ausarbeitungen, Interpretationen … gefordert, wo man sonstwas schwafeln kann.
Dazu kommt, dass immer und überall von fehlender bzw. zu langsam voranschreitender Digitalisierung gesprochen wird, das scheint Eltern und Lehrern derzeit mit das wichtigste Anliegen zu sein. Gut, ich bin sicher ein Dinosaurier, aber meiner Meinung nach verblödet die digitale Schule mehr, als dass sie was bringt.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich zu Beginn der „Corona-Krise“ die Schulleiterin der ehemaligen Grundschule meiner Jungs zufällig auf der Straße getroffen hatte und diese mir sofort vorjammerte, dass die Politik die doch so sehr durch die Kinder gefährderten Lehrer völlig alleine lasse. Da habe ich das Gespräch schnell mit ein paar höflichen Floskeln beendet. (Am Gymnasium laufen übrigens immer noch einige junge Lehrerinnen mit Maske herum.)

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Corinna
10 Monate zuvor

Ja, ja und Doppelja, liebe Corinna!

Und was haben wir doch damals über das blaue Ungeheuer, die Miss Bildung, Frau Honecker geschimpft.
Wer konnte ahnen, daß das noch gut war…

flurdab
flurdab
Reply to  Corinna
10 Monate zuvor

Danke für den Beitrag.
Wenn man keine Blagen hat ist man ja außen vor und bekommt nichts von den Problemen mit.

spartacus
spartacus
Reply to  flurdab
10 Monate zuvor

Wenn man Lehrer ist, bekommt man jede Menge von den Plagen mit.
Nur mal ein Beispiel, das mir gestern ein Freund erzählte. Schüler entfachen Feuer in der Toilette, zehn Leute haben es gesehen, aber der Lehrer, der die Delinquenten zur Rechenschaft zieht, wird als Rassist bezeichnet.
Anderes Beispiel, Elternteil fährt mit SUV an der Schule vor, wo der Wagen weder fahren noch parken dürfte. Lehrer weist darauf hin und wird dann auf das übelste beschimpft. Und genau solche Eltern drohen dann mit Aufstand, weil ihre Sprößlinge schlechte Noten bekommen, woran natürlich auch die Lehrer Schuld sind.
Soll heißen, daß man in den Schulen letztlich mit allen gesellschaftlichen Problemen und Auswüchsen konfrontiert wird.
Noch gar nicht zur Sprache gekommen sind angestellte Lehrer, die zu den Ferien gekündigt und zum neuen Schuljahr wieder eingestellt werden. Ob die auch mehr verdienen als eine Teilzeitingenieurin?

Und zu fast allem, was bisher aufgeführt wurde, ein eindeutiges JA.
Lehrermangel ist ein geradezu lächerliches Phänomen. Schon vor über dreißig Jahren wurde mir der entsprechende „Schweinezyklus“ bekannt.
Es gibt zu wenig Lehrer, woraufhin viele Studenten das Lehramtsstudium wählen. Wenn die dann mit der Ausbildung fertig sind, gibt es zu viele Lehrer, woraufhin wenige Studenten auf Lehramt gehen. Dann gibt es wieder zu wenige … und so geht das anscheinend immer weiter.

Der früher bekannte Bildungsbegriff wurde durch instrumentelle Bildung ersetzt. Schon vor über 10 Jahren sagte zu mir ein Freund (Professor für Sozialpädagogik) der humboldtsche Bildungsbegriff sei tot, was mich recht fassungslos zurückließ. Für den gilt wohl dasselbe wie für die Aufklärung.

Die Verschulung/Bachelorisierung unserer Hochschulen ist der offenkundige Ausdruck. Der ganze Gender- und sonstige Mist, der damit einhergeht, eine zusätzliche gleichzeitig verblödende und disziplinierende Begleiterscheinung.
Ein Studium ist heutzutage in den meisten Fächern etwas völlig anderes als noch vor dreißig Jahren. Ich würde heute kaum jemanden darum beneiden, Student zu sein. Nehmen wir z.B. die Lehrer, die kennen doch gar nichts anderes als Schule, weil ihr Studium praktisch genauso abläuft wie Schule.

Betrachtet man die Geschichte der BRD unter dem Gesichtspunkt aktiver gesellschaftlicher Opposition, wird man feststellen, das immer Studenten eine wesentliche Kraft waren. Angefangen von der eigentlichen Studentenbewegung selbst, über Anti-AKW-, Umwelt- und Friedensbewegung waren immer Studenten in vorderster Front dabei.
Die letzte solcher Bewegungen, die ich wahrgenommen habe, war Blockupy und das ist schon rd. 15 Jahre her. Insofern war die „Bildungspolitik“ anscheinend recht erfolgreich.

Ein letztes Beispiel: Ich hatte mal ein Arbeitsprojekt an einer Förderschule, die an ein Wohnheim angegliedert war, beides für geistig und/oder körperlich Behinderte. Mir ist ehrlich gesagt auch heute noch schleierhaft, wie man gebaut sein muß, um das als Lehrkraft durchzustehen. Nur mal zur Veranschaulichung: Für rd. ein Drittel der Schüler gab es einen richterlichen Fixierungsbeschluß. Das ist eine freiheitsentziehende Maßnahme, die angeordnet wird, wenn Leute ausrasten und sich oder andere gefährden.
Damals wurde inklusive Beschulung massiv gehypt. Wenn ich dann jemanden fragte, ob er glaube, daß die dann in der Oberstufe Shakespeare lesen würden, stieß ich eher auf Unverständnis. Da war wohl schon eine große Schere im Kopf. Realistische Einschätzung war dann vielleicht ein oder zwei (von ca. fünfzig). Die Klassengrößen waren so sechs bis acht und man mußte dabei immer drauf achten, wer mit wem (nicht) zurechtkommt.
Endgültig geplättet war ich dann, als ich den Forschungsbericht eines allgemein anerkannten Erziehungswissenschaftlers las, der zu dem Ergebnis kam, das inklusive Beschulung das Maß aller Dinge sei und wir bei kompletter Umsetzung ohne Ende Geld sparen würden. An dem Punkt dachte ich, ich verstehe anscheinend von der ganzen Materie überhaupt nichts, es sei denn …
Heute bin ich mir sicher, daß das es sei denn zutreffend war, ich hätte mich ruhig einfach von meiner Intution leiten lassen können. Vollständige inklusive Beschulung ist möglich, es sei denn der Forschungsbericht, der das behauptet, ist von der Bertelsmann-Stiftung bezahlt.

Die Bildungspolitiker wechseln, aber die Bertelsmann-Stiftung bleibt.

Robert-B.
Robert-B.
10 Monate zuvor

Ich gehe davon aus, dass der bildungspolitische Abstieg in Deutschland kein Betriebsunfall ist, sondern billigend in Kauf genommen wird, wenn er nicht sogar beabsichtigt ist.
Das Ganze findet ja nicht nur seit vielen Jahren in der Schule statt, sondern spiegelt sich auch im Umbau der Universtäten und der Studiengänge wieder. Stichwort: Bachelor.
Aus einer breiten und humanistisch angelegten Bildung entstehen nun mal intellektuell vielseitigere Menschen als durch eine Bildung, die eher darauf ausgerichtet ist, die Menschen mit dem geringstmöglichen Aufwand für die Verwertung am Arbeitsmarkt vorzubereiten. Menschen, die qua Bildung Zusammenhänge verstehen, neigen eher dazu, den sogenannen „Experten“ zu widersprechen, als Menschen, die nur in ihrem kleinen, engen Fachgebiet weiterführende Kenntnisse haben und ansonsten von der Welt und ihrem Funktionieren nur das Wissen, was in den Medien steht. Also, was sie wissen sollen.
Ich frage mich, ob das nicht auch mit ein Grund ist, warum die Manipulation durch Medien und Politik heute so erschreckend gut funktioniert oder ob das bspw. in den 70ern schon genau so gut funktioniert hätte.
Aber für sicher halte ich, daß wir uns dauerhaft auf eine Bildung auf diesem erbärmlichen Niveau einstellen müssen. Zumindest für den Plebs.

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  Robert-B.
10 Monate zuvor

„Ich frage mich, ob das nicht auch mit ein Grund ist, warum die Manipulation durch Medien und Politik heute so erschreckend gut funktioniert oder ob das bspw. in den 70ern schon genau so gut funktioniert hätte.“

Ich schätze mal, dass die Kritikfähigkeit, die sich im Verlauf der späten 1960er herausgebildet hatte und Ende der 70er/Anfang der 80er ihren Zenith erreicht hatte, eben dafür gesorgt hat, dass an der Bildungsschraube gedreht worden ist. Und zwar abwärts.

Während bis etwa Mitte/Ende der 60er noch stur auswendig gelernt wurde, begann man danach, die Schüler mehr in Richtung selbständigem Denken zu unterweisen.
Der Schuss ging aber wohl für die Neoliberalen nach hinten los – daher kamen dann G8 und Bachelor!

Horst Kevin
Horst Kevin
10 Monate zuvor

Völlig OT reingegrätscht: https://www.radioeins.de/programm/sendungen/mofr1921/interviews/funny-van-dannen-themenabend.html
Lohnt sich und ist später bestimmt in der Mediathek.

ChrissieR
ChrissieR
10 Monate zuvor

Guude!
Zu dem Thema muss ich jetzt auch mal meinen Dijon-Senf absondern:
Bevor ich Linienbusfahrerin wurde hab ich ja ein komplettes Lehramtsstudium absolviert, erstes Staatsexamen gut abgeschlossen, Schulerfahrung nurg im Referendariat. Und das reichte mir schon, den Schuldienst ganz zu verlassen. Zum einen gab es in Hessen die Lehrmittelfreiheit,gute Sache möchte man meinen …nur , dass ich die Schüler mit einem total veralteten und didaktisch beklopptem Lehrbuch für die französische Sprache und Kultur zu interessieren versuchen musste war schon eine Herausforderung. Für ein besseres Lehrbuch, das ich mal ( verbotenerweise) auszugsweise kopierte und als Arbeitsblätterverteilte gab es keine Mittel – den Schülern gefiel es aber und motivierte zum Lernen!
Als die französischen Austauschschüler kommen sollten stellte ich die Frage in den Raum:“ Wie wollt Ihr euch denn mit denen unterhalten, wenn ihr nicht mal die Grundlagen checkt?“
Die Antwort hat mich dann auf den Boden der Realität zurückgeworfen:“ Die Franzosen können doch auch Englisch!“
Übrigens hat die Englischlehrerin , als ich ihr das im Lehrerzimmer erzählte schallend gelacht!:“ Wenn Du die Englischkenntnisse meiner Schüler kennen würdest!!“

In Mathe war ich übrigens auch immer ne Total-Null..so wie in Sport . Beide Fächer wurden mir durch “ kompetentes“ Lehrpersonal komplett verleidet!

spartacus
spartacus
Reply to  ChrissieR
10 Monate zuvor

Da waren deine Schüler aber noch geschmeidig.
Wir haben es ob unserer mißlungenen Versuche mit dieser grauenvollen Sprache ganz so gehalten wie es die Franzosen tun. „Die solle gefällichst deutsch lerne.“ 😉

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  ChrissieR
10 Monate zuvor

Ich halte die Sache mit dem Lehrpersonal für die entscheidende.
Das Sprachenlernen ist durch das viele Auswendiggelerne schon eine mittlere Tortur. Leider wird gepaukt. Mein Vater bekam mal im mittleren Alter eine Schnellbesohlung Englisch, was sonst eher diplomatischen Angestellten vorbehalten war, weil er nach Äthiopien sollte und er dort mit seinem Französisch nicht weit gekommen wäre. Dieser Unterricht war idiomatisch aufgebaut. Es wurden also ganze Sätze und weniger einzelne Vokabeln gelehrt. Das war irre effektiv und ich sehr neidisch.
Als ich mein Schulrussisch mal in Moskau ausprobieren durfte, sagten die Russen immer „Sprich einfach im Infinitiv!“ Da haste dir an den Kopf gefasst, weil man riesen Aufwand mit Konjugationen und Deklinationen betrieben hatte.
Die Russen sprachen auch ein wesentlich besseres Englisch. Die unterhielten sich freiwillig untereinander englisch, um das zu trainieren.

Achso: in meine Französischlehrerin war ich wohl etwas verliebt und sie trug gern fast durchsichtige Kleider am wohlgeformten Körper. Da war es mir ein Leichtes, ihr zu folgen.

Last edited 10 Monate zuvor by Horst Kevin
spartacus
spartacus
10 Monate zuvor

Jetzt bekommen sie auf einmal ganz neu Ideen:

https://www.gmx.net/magazine/regio/hessen/lehrerberuf-moeglichkeiten-quereinsteiger-38038430

Die Verzweiflung muß groß sein. Anscheinend sind ihnen jetzt auch noch die Hausmeister und Hausfrauen als Quereinsteiger ausgegangen. 🙂

Last edited 10 Monate zuvor by Spartacus
spartacus
spartacus
Reply to  spartacus
10 Monate zuvor

Ach ja, von wegen neuer Ideen, wie ich heute Nacht einem Regional-Magazin entnehmen konnte, ist man in Erfurt Stolz wie Bolle. Man hat anscheinend traumatisch darunter gelitten, daß man nach der Wende die medizinische Fakultät auflösen mußte (wußte gar nicht, daß die überhaupt ne Uni haben).
Jetzt hat man es endlich geschafft, Thüringen zu retten. Für nur 1500 Ocken im Monat werden da jetzt thüringische Eliteärzte von privat angezüchtet. Und die bleiben dann auch da, weil das Unisystem so toll ist, angeblich. Die müssen da wohl Unmengen unbehandelter Privatpatienten haben.

Draussen vor der Tür
Draussen vor der Tür
Reply to  spartacus
10 Monate zuvor

Ich kenn ein paar so „Quereinsteiger“ – die hatten immer nur Zeitverträge bis zum Begionn der Sommerfierien und durften dann zur Arge, sich für die Sommerferin ihren gehaltsersatz abholen, damits für die Miete auch im Sommer langt. Die sind da ausnahmslos alle mehr oderw eniger schnell wieder raus, spätestens als klar wurde, dass es mit einer Festanstellung niemals klappen würde.

Defi Brillator
Defi Brillator
10 Monate zuvor

Das Problem dürften weit weniger die Quereinsteiger sein. Die scheinen sich zumindest irgendwie für den Beruf zu interessieren.

Man könnte jetzt auch analysieren, wer früher so an den Dorfschulen gelehrt hat. Da war das Fachliche auch nicht in jedem Bereich die Gabe. Schließlich mussten alle Fächer unterrichtet werden.

Die Probleme sind eher vielschichtig.
Ein Lehrer war eine geachtete Person.
Heute ist das nicht der Fall Bei genügend Vermögen kann man Zensuren einklagen.

Als Normierungsinstitute sind Schulen schlicht aus der Zeit gefallen, da sie nicht darauf vorbereitet sind, Kinder zu erziehen, was schlicht immer noch der Job der Eltern wäre.

Die können das zu großen Teilen aber gar nicht. Nicht wegen der Arbeit., sondern weil Narzissten generell damit nicht klar kommen.

Daran kann man die gut erkennen. Meistens wird die Arbeit vorgeschützt und bei wichtigen Anlässen muss halt irgendjemand anderes den Elternteil „übernehmen“. Sie sind nur dann da, wenn es sich nicht vermeiden lässt, singen dann ein Loblied auf die Leute und entschuldigen sich sogar für die eigene Brut in deren Beisein, völlig unabhängig von der wirklichen Situation. Die ist denen völlig egal, denn es ist ja nicht ihre Situation.

Seit Ende der 90er wachsen die Kids größtenteils narzisstisch auf. Vorreiter waren indes schon die Eltern der 70er und 80er. Die 90er haben lediglich die Fehlentwicklungen durch entsprechend angepasste Technologien begünstigt, die sich stetig dahingehend weiter entwickelten.

Seit Ende der 90er lernen die Kinder, dass selbst das Handy wichtiger ist als sie. Von daher ist es schlicht ein Wunder, dass überhaupt noch etwas läuft. Nicht nur im Schulsystem.

Die anderen Probleme wie Migration kommen nur noch obenauf.