Tantra ohne Sex

Oder welche Lehre man aus einem Atomkrieg ziehen kann: Mit oder ohne Finger im Arsch. Ein Gastbeitrag von Thorsten Schweinsteiger.

»Wie kommst du denn darauf, dass man während eines Tantra-Workshops Sex mit einander hat?«, fragte Marco mich. »Wir berühren die Genitalien anderer Teilnehmer, klar, aber das ist nur damit jeder einen besseren Zugang zu den eigen Gefühlen bekommt.«

Man würde denken, dass jemand, der glaubt, dass zuerst seine Genitalien berührt werden müssen, bevor er einen besseren Zugang zu den eigenen Gefühlen hat, ja so ziemlich alles glaubt. Aber das stimmt im Fall Marcos nicht. Das Regierungsnarrativ bezüglich Corona betrachtete er sehr schnell sehr kritisch. Trotzdem war er einer der ersten, der sich »impfen«  ließ. Der Auslöser war ein Kollege, der laut verkündigte, dass er nur mit Geimpften denselben Büroraum teilen möchte. »Was kann man da machen? Die Menschen sind halt verrückt«, sagte Marco damals schulterzuckend.

Monate später ließ er sich einen Booster spritzen: »Was kann man da machen? Ich möchte halt den Yoga-Unterricht weiter besuchen und die Menschen sind noch immer verrückt.« Über Impfnebenwirkungen machte er sich keine Sorgen: »Wenn man sofort stirbt, merkt man sowieso nichts.«

Das Taunusquartett

Marco (Klavier) ist das einzige Co-Mitglied des ehemaligen Taunusquartetts, das noch mit mir (Violine) musizieren möchte. Seine Schwester (Bratsche) und sein Schwager (Cello) entschieden sich, nicht mehr mit Ungeimpften zu musizieren.

Marcos Schwager arbeitet bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), wo er Hinweisen nachgeht über Menschen, die mehrmals in der Woche mittels anonymer Tafelgeschäfte Gold beim selben Händler ankaufen. »Unwichtiger Kleinkram«, sagte ich ihm mal. »Solche mehrfachen Tafelgeschäfte sind aber nicht im Sinne des Gesetzes und deshalb sträflich zu bewerten«, antwortete er. Ja, die Bürger dieses Landes können erleichtert aufatmen: Die BaFin nimmt ihre Aufgaben ernst!

Finger im Arsch

Weil das Musizieren mit anderen Menschen eins der schönsten Dinge im Leben ist, konnte ich über Marcos Mangel an Rückgrat hinwegsehen. Auch sein zunehmender Hang zur Esoterik und sein Gerede über Karma und das Universum störten mich nicht, weil sie sein Klavierspiel nicht negativ beeinträchtigten.

Verstört war ich schon, als er mich einlud, mit ihm einen Tantra-Workshop zu besuchen. Unwillkürlich musste ich an Sexorgien mit Hippie-Tanten denken, was mich, Bewunderer mit Perlenketten geschmückter, konservativer Damen, abturnte. Ich wusste noch nicht, dass man während so eines Workshops »keinen Sex« hat und stattdessen »nur« die Genitalien des Gegenübers berührt.

»So ein Tantra-Workshop ist gar nicht so Hardcore«, versuchte Marco mich zu beschwichtigen. »Es ist wirklich nicht der Fall, dass man sofort von einem Wildfremden einen Finger in den Arsch geschoben bekommt.« Dass sich Wildfremde einander nicht sofort einen Finger in den Arsch schoben, während in derselben Periode viele Menschen noch immer nicht mal die Hand gaben, schien mir allzu richtig. Trotzdem lehnte ich die Einladung zum Workshop ab.

Das Universum kennt keine Schuld

Nach mehreren Tantra-Workshops hat Marco inzwischen einen guten Draht zum Universum. Als ich ihm erzähle, dass eine Kollegin mehrere Winternächte im Garten gezeltet hat, weil ihr Ehemann nach ihrem positiven Testergebnis Angst vor einer Corona-Ansteckung hatte, sagt er mir, dass ich rasch was an mir ändern sollte, weil das Universum sonst nicht aufhört, immer wieder solche Idioten wie die Kollegin in meine Richtung zu schicken – bis ich »eine Lehre« daraus ziehe.

Im Gegensatz zu Marco habe ich auch ohne Stimulation meiner Genitalien einen guten Zugang zu meinen Gefühlen und erklärte ihm wütend, dass ich wütend bin! Wütend, dass er jetzt MIR die Schuld der Auswirkungen der Corona-Maßnahmen anhängt. »Im Universum gibt es keine Schuld«, antwortet er erschrocken. »Was für eine Lehre könnte das Universum eigentlich mit einem Atomkrieg bezwecken?«, stellte ich als Frage in den Raum. »Im Atomkrieg stirbt man sofort. Man merkt also nichts«, behauptet Marco schulterzuckend. Ja, der Atomkrieg ist fast so nebenwirkungsfrei wie die Corona-Impfung.

Das Universum als Feigenblatt

Marcos Gelaber über das Universum ist ein Feigenblatt, womit er seine memmenhafte Bequemlichkeit bedeckt. Eine Bequemlichkeit, womit er vermeidet, mal über Moral, Mut, Ehre, Pflicht, Anstand und Verantwortung nachzudenken. Leider ist Marcos Bequemlichkeit symptomatisch für eine kranke Gesellschaft, in der es keinen Verbund zwischen den Generationen mehr gibt.

Hätten wir sonst erlaubt, dass die Jüngsten unter uns während der sogenannten Pandemie am schlimmsten gequält wurden? Würden wir sonst billigend in Kauf nehmen, dass die Errungenschaften vorheriger Generationen mit einem Knall zerstört werden? Das Schlimme ist doch: Die Gesellschaft ist krank und merkt das selber nicht mal.

 

Thorsten Schweinsteiger ist das Pseudonym eines Menschen, der bei der EZB tätig ist. Er identifiziert sich als konservativer, ziemlich spaßbefreiter Mann in einem dunklen Anzug. Sein erster Gastbeitrag für die neulandrebellen findet sich hier.

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Gastautor

Der Inhalt dieser Veröffentlichung spiegelt nicht unbedingt die Meinung der neulandrebellen wider. Die Redaktion bedankt sich beim Gastautor für das Überlassen des Textes.

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flurdab
flurdab
11 Monate zuvor

Und wieder einmal ist ein Kommentar nach erfolgter Bearbeitung, nach der Veröffentlichung im „Spam“ verschwunden.
Muss man sich angewöhnen die Kommentare vor dem Senden erst zu sichern?
Nicht schön…

Frollein Renitent
Frollein Renitent
Reply to  flurdab
11 Monate zuvor

@flurdab

Ja, man sollte vielleicht erst ins Unreine schreiben und die Dichtung dann für sich selbst irgendwo speichern. Und dann erst das Abschicken versuchen.

Mit diesem Schluckspecht WordPress hatte ich leider auch schon oft das Vergnügen. Meist tauchen die Beiträge dann irgendwann hier wieder auf – aber auch nicht immer.

Corinna
Corinna
11 Monate zuvor

Gefällt mir sehr gut, dieser Text, herrlich formuliert.

flurdab
flurdab
11 Monate zuvor

(Awaiting for approval- Am Arsch die Waldfee!)

Puh.
 

   womit er vermeidet, mal über Moral, Mut, Ehre, Pflicht, Anstand und Verantwortung nachzudenken

 

 
Muss man über diese Begriffe nachdenken um zu einem Standpunkt zu kommen? 
Beschreiben sie nicht eher Gefühle? 
Sind Gefühle das Resultat einer Denkleistung? 
Gehören Ehre, Pflicht und Verantwortung überhaupt mit in die Aufzählung. Die werden doch immer nach dem Willen der Mächtigen gebogen und gedeutet. 
Die eigentliche Frage ist doch ab wann es teuer geworden ist eine eigene Meinung zu haben. 
Überraschung! Die war schon immer teuer. 
Und um jeden Preis zu vermeiden entschließen sich die Menschen dazu lieber keine eigene Meinung zu haben und am besten sogar auf jegliches Wissen zu verzichten, was Sie in die Nähe einer eigenen Meinungsbildung führen könnte.
 
Der Sozalist und Eugeniker H.G.Wells hat in seinem Roman „Die Zeitmaschine“ unserer Gesellschaft bereits vorhergesehen. Er beschrieb die Elois und die Morlocks. 
 
Ob nun mit Finger im Po oder ohne, der Mensch ist ein soziales Wesen. 
Der Mensch fürchtet Strafe. Die schlimmste Strafe ist die soziale Isolation. 
Da bietet es sich an dem Universum den schwarzen Peter zu zuschieben. 
Der Mensch ist schwach, leicht lenkbar und verliebt in die eigene Illusion.
 
 
Grüße
 
 

Frollein Renitent
Frollein Renitent
Reply to  flurdab
11 Monate zuvor

@flurdab

Muss man über diese Begriffe nachdenken um zu einem Standpunkt zu kommen?

Nein.

Beschreiben sie nicht eher Gefühle?

Tun sie. Und zwar ausschließlich.

Sind Gefühle das Resultat einer Denkleistung?

Selbstverständlich nicht! Gefühle und Denkleistung leben in zwei verschiedenen Welten. Haben beide nix miteinander zu tun.

Gehören Ehre, Pflicht und Verantwortung überhaupt mit in die Aufzählung. Die werden doch immer nach dem Willen der Mächtigen gebogen und gedeutet.

Diese Begriffe haben mit Gefühlen überhaupt nix zu tun. Sie sind allein eine Veranstaltung des Geistes.

Ich denke, die meisten Menschen haben durchaus eine Meinung. Es ist halt meist nicht die eigene, sondern eine von irgendwoher und von irgendwem übernommene Meinung. Wer solche Meinungen äußert, fällt nicht auf und hat keine Probleme.

Probleme haben die anderen.

Daß manche Leute ihre Meinung oft nicht mehr explizit äußern, hat vermutlich eher nichts damit zu tun, daß sie keine eigene Meinung haben. Ich würde sagen, gerade diejenigen, die sich bedeckt halten, haben eine eigene. Nachdem diese Krankheitsdiktatur inzwischen allerdings bereits seit mehr als drei Jahren läuft, wissen die meisten sehr genau, was sie gewinnen, wenn sie die Klappe halten: einen geruhsamen Nachtschlaf nämlich.

Detlef Schulze
Detlef Schulze
Reply to  Frollein Renitent
11 Monate zuvor

„Ich denke, die meisten Menschen haben durchaus eine Meinung. Es ist halt meist nicht die eigene…“

Genauso ist es. Ich habe auch immer die Meinung meiner Frau,und sie hat meine. Deshalb frage ich sie immer, was für mich das Beste ist!

Frollein Renitent
Frollein Renitent
11 Monate zuvor

Mit Tantra oder Sex hat das baldige Symposium sehr wahrscheinlich eher nix tun, so leid mir das auch tut.

Allerdings läßt eine Ankündigung aufmerken:

Programm:

Teil 1 | Wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten zur COVID-„Impfung“ und genbasierten Impfstoffen generell

Begrüßung und Einführung in das Thema – worauf sollten wir jetzt unseren Focus richten?

Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Vorsitzender der MWGFD e.V.

Das Event findet am Dienstag, den 28. Februar 2023 von 18 Uhr bis 24 Uhr, Deutsche Zeit (MEZ) statt.

Näheres und mehr dazu hier:

https://tkp.at/2023/02/22/online-symposium-ueber-genbasierte-impfstoffe-pharma-verbrechen-des-jahrhunderts/

Art Vanderley
Art Vanderley
11 Monate zuvor

„Es war nicht die Gleichschaltung der Feinde, sondern die (Selbst-)Gleichschaltung der Freunde, die uns so entstzt hat.“
Vermutlich von Hannah Arendt, zu den erlebten Vorgängen ihrer Zeit.
Viele Menschen, die durchaus intelligent sind, verwenden dies nicht zum selbstständigen Denken, sondern um besonders geschickt dabei zu sein, heute schon das zu denken, was die Eliten morgen von ihnen erwarten.
Mich wundert das schon gar nicht mehr wirklich, daß es immer wieder diese, im weitesten Sinne, linksalternativen Typ*innen sind, die sich als besonders servil erweisen.
All das, was wir mal als rechts verorteten, finden wir heute bei bestimmten „Linken“ wieder, Duckmäuserei, Denunziantentum, Blockwartmentalität. Der Untertan sitzt heute eher links.

Uwe Borchert
Uwe Borchert
11 Monate zuvor

Also da bevorzuge ich Sex ohne Tantra, muss ja nicht die unbequemste Stellung sein. Ich bin noch nicht kaputt genug für diese Eso-Spinnereien?

flurdab
flurdab
Reply to  Uwe Borchert
11 Monate zuvor

Es ist aber schon bezeichnend das es scheinbar Menschen gibt die sich zu Sex mit Unbekannten motivieren lassen, jedoch in der U- Bahn vom tragen der Maske nicht lassen konnten.

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  flurdab
11 Monate zuvor

Wieso? Sex mit Maske ist das Massenevent par excellence.

flurdab
flurdab
Reply to  Suzie Q
11 Monate zuvor

Wo du dich überall rumtreibst.
Komm du mir nach Hause… 🙂

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  flurdab
11 Monate zuvor

Andermal!

Horst Kevin
Horst Kevin
11 Monate zuvor

Jetzt wurde wohl herausgefunden, wie die Rekrutierung der Darsteller so beeinflusst ist: https://www.youtube.com/watch?v=thJgU9jkdU4&list=OLAK5uy_kEcSS0IizYOnBcB1V0EpkFWVo87eAtFFw&index=9