Der Weichei-Journalismus!

Toni Kroos war böse zu einem Reporter, weil er dessen »Scheißfragen« nicht beantworten wollte. Dafür wurde der Fußballer kritisiert –  stattdessen muss man diesem total verweichlichten Journalismus mal die Leviten lesen.

Nach dem Champions-League-Finale kam die Empörung: Toni Kroos wollte dem ZDF-Reporter Nils Kaben seine »Scheißfragen« nicht beantworten und rauschte daher schnell von dannen. Der Journalist kommentierte das später bedröppelt: Er »erwarte Respekt«, erklärte Kaben seinen Journalistenkollegen, die seine Aussagen dann zu Artikeln verwursteten. Die Kommentarspalten im Lande pflichteten ihm bei: So dürfe ein Fußballer nicht auftreten, die Medien hätten schon etwas mehr Verständnis vonseiten der Sportler verdient.

Nun hat jener Toni Kroos ja eigentlich nichts Schlimmes verbrochen. Er monierte  und ließ den Reporter Kaben stehen, beleidigt hat er ihn nicht. Offensichtlich wollte Kroos nur dessen Fragen entkommen, die aus seiner Sicht nun mal scheiße waren — ob das zutrifft, darüber wird man wohl streiten können. Mir ist allerdings kein Interview am Spielfeldrand bekannt, dass jemals besonders tiefschürfende Erkenntnisse gehoben hätte. Für einen wirklichen Eklat taugt die Causa Kroos irgendwie nicht. Aber für eine Jammerarie unseres Qualitätsjournalismus war all das natürlich ein gefundener Vorfall.

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Horst Kevin
Horst Kevin
20 Tage zuvor

Ich finde, da sollte man dem Journalistchen nicht gram sein.
Er macht doch nichts anderes als das, was die Leerer in der Schule mit ihm schon veranstalteten.
Woher also sollte er denn wissen, daß man sich Respekt verdienen und nicht einfach einfordern kann.

(Zwinkersmailie)

Art Vanderley
Art Vanderley
20 Tage zuvor

Was erlauben Kroos?
„Echte Spielerpersönlichkeiten sind sowieso rar geworden, auch hier dominieren Anpassung und diplomatische Glätte. “
Aber sowas von. Man sehnt sich nach den zahllosen Fettnäpfchen eines Loddar Maddäus, dem Weißbierauftritt von Völler, oder nach musikalischer Inspiration wie dieser hier:
https://www.youtube.com/watch?v=xLDAbt_CX9Q
über die der Protagonist selber souverän lachen konnte.
Aber das wird, um es mit Effenberg zu sagen, „alles nur von den Medien hochsterilisiert“.

Art Vanderley
Art Vanderley
Reply to  Roberto J. De Lapuente
19 Tage zuvor

😉

Tyler Durden Volland
Tyler Durden Volland
20 Tage zuvor

Es überrascht nicht sonderlich, dass es ein Skandälchen ist wenn einem dieser Hans Wursten mal einer ehrlich seine Meinung sagt. Auch wenn es nicht gerade ein weltbewegendes Thema ist, ist so ein bisschen Offenheit doch erfrischend.
Beim Sport“journalismus“ ist es natürlich nicht anders als bei allem „Journalismus“. Die „Reporter“ haben beim Fussball eine einzige Aufgabe: Ein Produkt zu verkaufen. In diesem Fall die Champions League, im lächerlichsten fall, die Bundesliga, deren Produkt wegen seiner erbärmlichen Qualität auf alle Heuchelei und übertriebene Lobhudelei angewiesen ist. Alle wissen ja, um was für Summen es beim Profi Fussball geht.
Wenn ein „Sportjournalist“ bei einem Blatt wie dem Kicker einen ehrlichen, wahren Artikel, über das was so mancher Millionario auf dem Platz bietet, schreiben würde, würde er am nächsten Tag gefeiert.

Andererseits muss man halt schon auch fragen, wie sinnvoll eine Gesellschaft ist, in der ein Junge, der mit einem speziellen Talent geboren worden ist und deshalb sein Hobby zu seinem Beruf machen kann nach wenigen Jahren dafür ein neunstelliges Konto auf der Bank verdient hat.
Leider hat noch niemand etwas gefunden das die Vorherrschaft der Habgier im menschlichen Zusammenleben eindämmen kann. Selbst nach einem Atomkrieg würde sich nichts ändern….