SPD: Wer hat uns verraten? Schwachmaten!

Was die Sozialdemokraten uns schon angetan haben. Andrea Nahles hat zum Beispiel 1914 für Kriegskredite gestimmt – und Heiko Maas war gegen die Spartakisten. Meine Güte, SPD-Gegner, ihr lebt im Gestern!

Natürlich zeitigen Nachrichten und Ereignisse in meiner Filterblase stets Reaktionen. In 90 Prozent der Fälle ahne ich schon, wie diese Reaktionen ausfallen. Ein Klassiker ist, wenn die Sozialdemokraten mal wieder so reagiert haben, wie man es sich nicht wünscht. Als zum Beispiel neulich die SPD keinen Draht zu den thematisierten Enteignungsforderungen finden konnte und das Vorhaben kritisierte, war klar wohin die Bubble steuert. Nein, nicht dass sie nur über die Sozis schimpfen würde. Das wäre ja noch in Ordnung. Man holt die ganz antiquierten Vorwürfe aus der Mottenkiste, das klingt dann so: Typisch sozialdemokratisch, so waren die immer, man denke nur mal an die Kriegskredite.

Gemeint ist jenes Einschwenken der seinerzeit als »vaterlandlose Gesellen« beschimpften Sozis in den Burgfrieden. 1914 war das. Ein weiterer beliebter Vorwurf, der immer dann kommt, wenn die heutige SPD was verbockt, hört sich lapidar so an: Seit Gustav Noske, dem Totschläger der Novemberrevolution, kann man die SPD nicht mehr wählen. Als ob einer der mir mehr oder weniger bekannten Nutzer bei Facebook schon um 1919/20 das Wahlrecht besessen hätte. Manchmal führt man dann auch noch Willy Brandts Radikalenerlass aus den Siebzigern an. Ein Vorwurf, der gegenüber den anderen Vorwürfen fast schon modern und zeitgenössisch wirkt.

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ChrissieR
ChrissieR
3 Jahre zuvor

Boah, neee…Mann!

Da muss ich garnet weiterlesen…
Die SozialabbauParteiDeutschlands ist schon lange von der Konzernlibby und den Transatlantikern unterwandert, natürlich auch so arme Figuren wie der Schröder sind schuld am Umschwenken zum Kapitalusmus! Typen, die in Arbeiterhaushalten aufgewachsen sind und immer von nem Benz und ner Villa geträumt haben! Einfach nur primitiv!

Ich hab definitiv fertig mit der SPD!!!

Wie mit allen anderen Parteien übrigens auch! Die Linke hat sich zuletzt zerlegt…

Nee, nee..

Roberto, das wird nix mehr…

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Guude, Roberto!

Ich bin doch hier die O.T.- Expertin!!!!
Ich darf das!😂

Liegt halt daran, dass ich auf die drei Buchstaben S, P , D. algerisch reagiere…

Nix für Ungut, Roberto…

Alloah

Christine

Pen
Pen
Reply to  ChrissieR
3 Jahre zuvor

Richtig!

Ab jetzt nur noch die Partei DIE PARTEI oder die DKP. Auch für Europa.

Tut mir leid, Roberto.

anton
anton
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Die SPD sollte sich der AFD nicht verschließen und sich wieder an Ideen wie steuerfinanzierte Rentenmodelle erinnern, viel mehr wäre kaum möglich

anton
anton
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Die AFD ist sozialpolitisch eine Katastrophe
Da lobt man sich ja die NPD, in sozialer Hinsicht
Das geile Bejubeln der Abstürze der Sozis, kann ich auch auf diesem Blog nur doof finden. Ich möcht mit den unverschämtem Figuren hier, Dich klar ausgelassen, nicht einmal die selbe Partei wählen
Wählte auf Bundesebene seit 2002 die Linkspartei, naja, der Mensch ist lernfähig

anton
anton
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Die Partei ist doch Spielerei!

Pen
Pen
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Du hast ja recht, aber ob wir das noch erleben werden, ein ehrliches Mitte-links-Bündnis?
Dann wäre ich sofort dabei!

Von Noske hab ich aber gar nichts gesagt, 😉

Pen
Pen
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Naja, also, ein paar Jahrzehnte sollten Dir schon noch vergönnt sein, finde ich 😉

Inzwischen habe ich den Artikel auch gelesen und stimme Dir ganz und gar zu. Es stimmt, man sollte jedem zutrauen, daß er sich ändern kann, und natürlich auch einer Partei. Das müssen wir sogar!

Man erwartet ja auch von anderen, daß sie uns das zutrauen, vor allem, wenn man so blöd ist, seine guten Vorsätze an die große Glocke zu hängen. Veränderung oder Wandlung ist letztlich das, worum es im Leben geht, und wer möchte schon sein ganzes Leben lang dasselbe denken.

Wir sollten vielleicht diese uralten Schandtaten nicht immer wieder aufwärmen, vor allem diesen alten Spruch „Wer hat uns verraten…“, den könnte man nun echt mal ad Acta legen. Das ist ja schon ein Reflex, der wie jeder Reflex ohne Einbeziehung der Ratio funktioniert und eher aus der Bauchgegend kommt.

Es gibt schließlich genug Leute heute, die man kritisieren kann und muß. Schröder lebt immerhin noch, und ich hoffe, daß er irgenwann mal so richtig merkt, was er da angerichtet hat. Gabriel hat Rot-Rot- Grün verhindert, und wollte TTip ermöglichen, indem er die Parteimitglieder unter Druck gesetzt hat. Zu Nahles fällt mir nichts ein, die ist eine einzige, dicke, infantile Katastophe, und Scholz ist ein Lakai der Banken.

Aber wir sollten vielleicht daran glauben, daß es in diesem Land, das eine SPD mit Menschen wie Willi Brandt, Egon Bahr und Wehner hervorgebracht hat, doch noch Potential gibt, was ja auch eine Sahra Wagenknecht beweist. Das Unrechtssystem USA ist so unverblümt kriminell geworden, und die transatlantischen Vasallen in Europa haben sich derart vermehrt und verirrt, daß sich einfach etwas ändern muß und wird!

„Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, sagte der alte Hölderlin, und der mußte es wissen, denn er war ein Dichter, und ich bin überzeugt davon, daß die Intuition dem reinen, abstrakten Denken haushoch überlegen und oft auch weit voraus ist.

Wir könnten jedenfalls versuchen, so offen zu sein und zu bleiben, daß wir das Rettende noch erkennen können, wenn es sich zeigt.

Amen

Pen
Pen
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Huch, ich hatte Die doch gerade ein Daumenhoch verpaßt…

Danke für den link. Lese ich morgen. Ad sinistram? Das Linke ist wohl schon den alten Römern nicht ganz geheuer gewesen. : -))

aquadraht
aquadraht
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Der Ad Sinistram-Artikel, der die Berufsverbote rechtfertigt, ist widerwärtig. Und ja, für Lehrer waren das Berufsverbote, wie beim Nazi-Vorgängererlass „Wiederherstellung des deutschen Berufsbeamtentums, der wörtlich kopiert wurde, ausser dass statt „völkischem Staat“ „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ eingesetzt wurde, mit dem gleichen faschistischen Pathos „jederzeit bedingungslos“ für die antikommunistische „Grundordnung“.

Man hatte es immerhin mit der Sympathisantenszene von Mördern zu tun, mit gnadenlosen Häschern, die paranoid genug waren, eine Mär zu erzählen, in denen sie als arme verfolgte Anstandsbürger vorkamen und die dann auch noch von vielen geglaubt wurde. Von vielen, die es glauben wollten.

Die verfolgten Linken, Lehramtsstudenten, Lokführer, Briefträger, waren also „Sympathisantenszene von Mördern“? Was hast Du gesoffen, als Du diesen Dreck geschrieben hast?

Und bezüglich Deiner Geschichtslegende wird das noch bunter. Weil die „Konservativen“, die Altnazis und Mörder in allen Ämtern so wie Filbinger, „galubten, die Sowjets marschierten bald ein“, musste man „diesen Ängsten begegnen“? Geht’s noch? Aber klar, die Verfassung mit einem Nazierlass brechen, das ist „Realpolitik“. Soso.

Die Entspannungspolitik, die letzten Endes zur Wiedervereinigung geführt hat, war von einer breiten gesellschaftlichen Mehrheit getragen, in Deutschland, ganz Europa, selbst den USA. Den Berufsverboten ging es darum, den Widerstandsgeist einer jungen Generation zu brechen und sie zu den rückgratlosen Arschlöchern zu machen, die sie dann ja auch geworden sind, wenn auch nicht alle zu Mördern und willigen Vollstreckern wie Joseph Fischer. Mit der Wiedervereinigung hatte das nichts zu tun.

Allerdings kann man sagen, dass Noske die Voraussetzung für den Nationalsozialismus war. Er hat erst der bewaffneten extremen Rechten den Weg in die Mitte der Gesellschaft geöffnet, über die Leichen tausender ermordeter Arbeiter und Intellektueller. Bis 1936 etwa war der Blutzoll der Sozialdemokratie grösser als der des NS-Regimes, die DDR hat nie auch nur daran rangestunken.

Natürlich muss man die SPD, ehe sie es endlich unter die 5% geschafft hat, als politischen Faktor in Rechnung stellen. Aber bereits die groben Geschichtsfälschungen in dem Ad Sinistram-Artikel zeigen, dass man durchaus immer wieder die Geschichte in Erinnerung rufen muss. Die der zwanziger Jahre wie die der BRD.

Roberto De Lapuente
Roberto De Lapuente
Reply to  aquadraht
3 Jahre zuvor

Widerwärtig ist ja heute auch so eine linke Modefloskel – meist angewandt, wenn man nicht weiter weiß oder das eigene Weltbild in Bedrängnis gerät. Ich kann damit leben – ideologische Ausflüchte und Widerwärtig-Rufe fechten mich goar ned an.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Roberto De Lapuente
3 Jahre zuvor

Stimmt, Du verrennst Dich in Ausflüchte. Es geht unter anderem um Deine krasse Unwahrheit, bei dem nur oberflächlich umgestrickten Nazierlass habe es sich um einen Kampf gegen Gewalttäter gehandelt. Ferner ist Dein Konnex mit der Wiedervereinigung im günstigsten Fall schreiender Blödsinn. Und klar, Ignoranz leistest Du Dir.

Molle Kühl
Molle Kühl
Reply to  aquadraht
3 Jahre zuvor

Volle Zustimmung, bis auf die Vulgärfloskeln. Ergänzen möchte ich diese Zeilen um den geschichtsrevisionistischen Glorienschein über den NS-Täterschützer Willy Brandt. Nur zwei Beispiele:

1. Der linke Düsseldorfer SPD-Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Hansen erfuhr in den 70er Jahren, als mit Willy Brandt ein prominter Antifaschist Bundeskanzler war, was dies in seiner Partei konkret bedeutete. Er hatte von der Bundesregierung verlangt, sich bei den USA dafür einzusetzen, daß das Berliner US-Document-Center mit Millionen Daten über Nazi-Aktivisten aus der Verwaltung der Alliierten in deutsche Hände überführt werde, damit auch deutsche Antifaschisten freien Zugang zu den Dokumenten bekämen, was bis dahin fast nur für Bürger der Kriegssiegerstaaten möglich war. Doch Willy Brandt lehnte ab; es befanden sich zuviele Hinweise auf Personen im US-Document-Center, die inzwischen die Seite gewechselt hatten und sich nach jahrelanger Treue zu den Nazis während des „Dritten Reiches“ nun jahrelang als stramme Sozialdemokraten bewährt hatten.
(Hansen. K.-H.: Az. NSDAP, in „konkret“ Nr. 4/1992)

2. Zu einer Zeit, in der NS-Opfer in Deutschland um Anerkennung und vielfach um Entschädigungen kämpfen mussten, übernahm die Bundesregierung mit dem damaligen Bundeskanzler Willy Brandt für inhaftierte Kriegsverbrecher ohne Zögern übermäßig hohe Anwaltskosten, zahlte monatliche Taschengelder und sandte alljährlich zu Weihnachten sogenannte Liebesgabenpakete in die Gefängnisse, gefüllt mit Sardinenbüchsen oder Mettwürsten. Bis 1989 gingen die rechtlichen und finanziellen Hilfeleistungen zudem mit massivem politischen Druck einher.

Aber nach wie vor wird auch hier immer noch gegen alle historischen Belege an dem antifaschistischen Mythos Brandt festgehalten, weil sonst die linken Koordinaten durcheinander kommen.

Roberto J. De Lapuente
Roberto J. De Lapuente
Reply to  Molle Kühl
3 Jahre zuvor

Das zeigt ja das Dilemma: Im linken Metier kann man zwischen moralischer Esoterik und realpolitischer Kompromissfähigkeit nicht unterscheiden. Das ist der Grund, dass von links nichts mehr Nennenswertes kommt.

Pen
Pen
Reply to  aquadraht
3 Jahre zuvor

@aquadraht

Eine Freundin von mir fiel unter den Radikalenerlaß. Damals war ich empört, und meine Begeisterung für Willi Brandt sank beträchtlich. Heute ist mir bewußt, daß hinter ihrem Fanatismus ganz massive, persönliche Probleme standen, und sehe das, jedenfalls in ihrem Fall etwas anders als Du und – zumindest in der Pädagogik – völlig unangebracht.

Fanatismus, dient immer dazu, den Deckel auf den eigenen Zweifeln oder persönlichen Problemen fest geschlossen zu halten.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

Pen, ich weiss nicht, wie fanatisch Deine Freundin war. Unter den jungen Leuten der Zeit der Berufsverbote gab es gewiss welche mit psychischen Problemen. Meinst Du im Ernst, die wären durch diese Form von Staatsterror geheilt worden, indem man ihnen das Rückgrat brach oder sie aussperrte? Oder dass die RCDS- und NHB-Lehrer keine psychischen Probleme hatten?

Viele, egal ob in DKP, K-Gruppen oder anderen „radikalen“ Organisationen, waren keine Fanatiker. Fanatiker gibt es auch unter den Extremisten der „Mitte“. Auch ein Karrierist ist eine Art von Fanatiker.

Pen
Pen
Reply to  aquadraht
3 Jahre zuvor

@aquadraht

Generell stimme ich Dir zu. Aber sie war wirklich mittendrin. Sie war zur Ausbildung irgendwo bei der PLO gewesen, ich glaube im Libanon und ohne es zu wissen, habe ich ihr mit meinem alten VW mal geholfen, ein verfolgtes Mitglied der RAF, das plötzlich vor ihrerTür stand und sagte, „ich habe gehört, du bist eine von uns“, sicher zum Hambrger Hbf zu bringen, nachdem wir ihm einen anderen Mantel gegeben und mit Bargeld versorgt hatten. Damals war HH voller Polizeikontrollen. Etwas in seinem Gesicht berührte mich tief, und sie meinte , das sei das Gesicht eines Gehetzten. Inzwischen weiß ich, wer es war und wie es endete. Sie war ungeheuer mutig und ich damals noch etwas unbedarft.

Anstrengend war, daß kein anderes Gesprächsthema mehr möglich war. Und nein, durch Staatsterror wird gewiß niemand geheilt, und der Radikalenerlaß war wirklich daneben, auch wenn ich Robertos gemäßigtere Einstellung respektieren möchte

Später verloren wir den Kontakt. Mich macht das immer noch traurig, auch, was schließlich aus dieser Bewegung, die ja auch ein Aufbruch und ein Aufbrechen von alten Strukturen war, gworden ist, und was jetzt so los ist, auch mit Assange, dieses ganze verdammte Unrecht.

Jedenfalls Danke für Deinen späteren Kommentar, eine gute Zusammenfassung der ganzen schmutzigen Geschichte der sPD. Auch die Beiträge von Schweigsam und Hartmut haben meine Zustimmung.

P.S. Karrieristen sind wohl zwangsläufig Fanatiker.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

Pen, wir reden aber von verschiedenen Epochen, auch wenn die weniger als ein Jahrzehnt auseinanderliegen. Die Berufsverbote waren ein Ergebnis der Ära Brandt, und eine Reaktion auf die Studenten- und Jugendbewegung seit Mitte der sechziger Jahre. Die sozialliberale Koalition begann nach deren Höhepunkt 1968, und der Wahlsieg der SPD war von der linken Aufbruchsstimmung mitgetragen.

Die Berufsverbote zielten auf diese Bewegung, die demokratisch und weitestgehend gewaltfrei war. Die vollmundige Ankündigung eines „langen Marschs durch die Institutionen“ hat da wohl die Herrschenden auch in die Hose machen lassen, so wenig realistisch das war,

Roberto vermengt entweder aus Ignoranz oder Bosheit den Terrorismus der RAF mit dieser Berufsverbotepolitik und -praxis, die der RAF um Jahre vorausging. Terrorismus muss man nicht mit Berufsverboten bekämpfen, es sollte auch Roberto klar sein, dass es da um Straftaten geht.

Im Übrigen zielten die Berufsverbote im Kern auf die Kommunisten, vor allem DKP, MSB Spartakus und SDAJ. Das Umfeld der RAF-Sympathisanten einige Jahre später kam weitestgehend aus der Szene von Anarchisten und Spontis, in geringerem Masse von Maoisten. Ausgerechnet dieses Umfeld stellte später den Kern der „Realo-Grünen“ um Figuren wie Cohn-Bendit und Fischer. Wenige dieser Leute waren je von Berufsverboten bedroht.

Aber wieder einmal bedrohe ich Robertos Weltbild mit Fakten. Da wird er sich wohl wieder mit einer grenzdummen Pöbelei wie „linke Modefloskel“ vor einer inhaltlichen Aussage davonschleichen.

Roberto J. De Lapuente
Roberto J. De Lapuente
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

Ich kenne das teilweise ähnlich. Der Grat zwischen linker Haltung und Paranoia ist oft ziemlich schmal.
Interessant ist, dass bei Höcke selbstverständlich Berufsverbot gefordert wurde. Ist ja auch was anderes.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Ich habe bei Höcke kein Berufsverbot gefordert und finde die Forderung auch falsch. Wenn Höcke im Unterricht AfD-Propaganda betreibt, den Holocaust leugnet oder relativiert etc., dann kann mit dienstrechtlichen Mitteln gegen ihn vorgegangen werden. Wenn er Unterricht nach Lehrplan macht, ist es ok. Politische Säuberungen sind nicht akzeptabel, auch keine politisch korrekten. Gerade die nicht.

Ansonsten: Von dem Lehrerkollegium meines Gymnasiums war ein erklecklicher Anteil kackbraun, schwadronierte von Kriegsheldentaten gegen die Russen, verbreitete im Erdkundeunterricht Pamphlete der „deutsch-südafrikanischen Gesellschaft“ und so weiter. Wir sind davon nicht rechtsradikal geworden.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Dein dummes und trotziges Fussaufstampfen ist nur noch lächerlich. Wach auf und sieh die Gesellschaft, in der wir leben. Nichts von Höckes Äusserungen ist so, dass es nicht in jedem beliebigen CDU- und CSU-Kreisverband täglich geäussert wird, von Studienräten, Richtern, Polizisten, Militärs, Unternehmern und Angestellten.

Der Höcke ist derzeit ein bisschen ausgestellt, das geht bis zur ersten CDU-AfD-Koalition, und die wird kommen. Derzeit ist das ein bisschen Kuh durchs Dorf treiben, das der AfD beim Einsammeln des Rands hilft, und die Dümmsten auf der Linken treiben mit. Du auch.

Es gibt historische Erfahrungen. Nach dem Rathenaumord gab es eine riesige Empörung, und schliesslich ein „Republikschutzgesetz“. Ulkigerweise wurde damit dann aber kein einziger rechter Terrorist verfolgt.

Du bist schon so tief gesunken, dass Du sogar den Staatsterror gegen Linke schönredest, Höcke ist da doch nur eine billige Ausrede. Und nein, wenn Dämme brechen, fragt das Wasser nicht, wen es wegspült. Nur sind es die Linken, die in Flussrichtung sitzen.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

So wie Du denen ihre Meinung lässt, die Du als Schwachmaten beschimpfst, und denen, denen Du Berufsverbote erteilt sehen willst. Nunja.

anton
anton
Reply to  aquadraht
3 Jahre zuvor

Aqua, auch ich bin generell gegen das Entfernen politisch Unliebsamer, da haben wir mal etwas gemeinsam. Nein zur Union, SPD und AFD, warum nicht, die SPD wird realistischer bei bestimmten Themen, die AFD hoffentlich deutlich sozialer! Gilt aber nur für die Länder!

Hartmut
Hartmut
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

ich werde bei der Europawahl, wenn überhaupt, die PARTEI wählen

Wie wäre es mit Varoufakis‘ DiEM25? Voraussichtlich kriegen DIE diesmal meine Stimme (sorry LINKE, aber wie ihr momentan miteinander umgeht, das unterstütze ich jetzt nicht).

politische krokette
politische krokette
Reply to  Hartmut
3 Jahre zuvor

Ich habe meine Wahlbenachrichtigung soeben entsorgt…

Hartmut
Hartmut
Reply to  politische krokette
3 Jahre zuvor

Ich habe meine Wahlbenachrichtigung soeben entsorgt…

Ja, nachdem man uns jahrelang zu einer „Wahl“ getrieben hat, wo es nichts zu wählen gab, kann ich es heute einfach nicht über mich bringen, NICHT zu wählen. Ich will nicht spekulieren, ob und welche Wahl wir heute haben, aber dieses „komische Verhalten“ gebe ich erst dann auf, wenn „meine“ gewählte Partei die Politik wenigstens maßgeblich bestimmt und mich DANN enttäuscht. Erst dann werde ich zum Nichtwähler.

Hartmut
Hartmut
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Bin zwiegespalten. Zwar mag ich, wie er den Politbetrieb aufmischt, aber irgendwie sträubt sich mein „korrektes Ich“ dagegen, Wahlen zu verhonepipeln. Vielleicht später, wenn ich jede Hoffnung habe fahren lassen, dann kann man wohl nur noch so wählen, aber im Moment mache ich in der Kabine noch auf „ernsthaft“.

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Hartmut
3 Jahre zuvor

@Hartmut:

Welche Partei ist denn überhaupt“ernsthaft‘?

Hartmut
Hartmut
Reply to  ChrissieR
3 Jahre zuvor

MEINE Partei – also ICH (bzw. mein Wahlverhalten). So hatte ich es doch ausgedrückt. Was die Parteien betrifft, die sind alle ernsthaft, denn sie wollen alle an die Fleischtöpfe.

Hartmut
Hartmut
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Auf mich wirkt das ein bisschen bürokratisch, bisschen wie am Reißbrett entworfen. Seelenlos?

Ja mag sein. DIESE Wahl war für mich auch eher eine Suche nach einer Alternative zur LINKEn, auf die ich im Moment wegen ihres innerparteilichen Theaters ziemlich sauer bin. Und dass die sogenannte „Alternative“ für mich keine Alternative ist, versteht sich wohl von selbst.

anton
anton
Reply to  ChrissieR
3 Jahre zuvor

Wie gut ist doch die Tarfifunion und die GDL, die haben nur ehrenwerte Ziele Bei der Europawahl bleibt mir nur die SPD,da die Grünen auf EUEbene zu geil aufEinwanderung sind und die AFD zu europafeindich ist. Auf kommunaler Ebene gerne mal die Grünen dazu, die Frauen sind besonders, die AFD vielleicht auf Kreistagsebene, mal sehen.

Nashörnchen
Nashörnchen
3 Jahre zuvor

Es gibt ja auch noch andere Parteien. Eine zum Beispiel, die noch so neu ist, daß sie garantiert noch nie und nirgends regiert, noch kein einziges Gesetz verabschiedet hat. Kein Hartz 4, keine Rentenkürzung, keine Steuererhöhung, kein nichts, kein garnichts. Die muß man auch nicht mögen. Wirklich nicht. Die muß man aber zwingend!!! in irgendeine uralte Ecke rücken.
Nur eine Partei, die uns seit über 150 Jahren nach Strich und Faden verraten und verkauft und verarscht hat – ja, da muß man dann schon mal differenzieren. Die waren ja nicht schon immer schlecht.
DOCH! Waren sie…

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Nashörnchen
3 Jahre zuvor

Ach was! Die sind doch stolz, rechts von allen Anderen zu sein. Die braucht man nicht zu rücken, die sind da schon alle im Unfrieden vereint. Ist das nicht schön? Ja, das ist nicht schön!

Nashörnchen
Nashörnchen
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

Ja nun – rechts von allen anderen oder links von allen anderen ist ja nun noch kein Wert an sich. Interessant wäre irgendwas dazwischen. Zu meiner Zeit™ nannte man sowas noch Demokratie. Aber das ginge jetzt schon wieder über das Thema hinaus…

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Nashörnchen
3 Jahre zuvor

Ähm, das waren doch Sie, der da meinte, die würden in eine Ecke gestellt. Mir ist diese Partei fast völlig schnurz – abgesehen von ihrer ausländer- und somit menschenfeindlichen Haltung. Und zu Ihrer Zeit – ich weiss jetzt nicht, welche das gewesen sein könnte…

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Nashörnchen
3 Jahre zuvor

@Nashörnchen: Dafür würde ich Dir am Liebsten mind. 10 „Daumen hoch!“ geben!!!!

Nashörnchen
Nashörnchen
Reply to  ChrissieR
3 Jahre zuvor

*rotwerd*
Laß Dich nicht aufhalten… 🙂

Es ist ja seit Jahrtausenden bekannt, daß der Mensch lieber den Splitter im Auge des Anderen sieht, als den Balken im eigenen. Wenn ich selber unaufhörlich Scheiße baue, häng ich sie einfach dem anderen an, der überhaupt erst gar keine Möglichkeit dazu hatte. Klar, kann man machen. Sieht man dann eben an den Wahlergebnissen. Natürlich ist es toll, wenn der komplette Bundestag im Chor „Hurraaaaa“ brüllt wie einst im Sportpalast. Hat dann nur nix mit Demokratie zu tun. Da muß man auch hin und wieder mal besser sein als der Andere. Der Wähler würde das sicher gerne honorieren. Hat er ja jahrzehntelang trotz allem auch gemacht. Man müßte ihm nur mal eine kleine Chance dazu lassen, statt ihn einfach zum Idioten zu erklären und die Scheiße fröhlich immer höher zu stapeln. Aber was weiß ich schon…

Molle Kühl
Molle Kühl
3 Jahre zuvor

ALG II, Jugoslawien-Krieg, Afghanistaneinsatz, MWSt. um 3 % auf 18 („Merkelsteuer“!),% . Tarifeinheitsgesetz,
Vorratsdatenspeicherung, elektronische Gesundheitskarte, die Werbung für CETA, Maut, Vizeweltmeister bei Waffenlieferungen, Rente mit 67, Privatisierung der Autobahnen, mehrere Asylrechtsverschärfungen in 2016, personelle Aufstockung von Frontex, Verschärfung der H-4-Regelungen, Beendigung der solidarischen GKV, Ja zu jeder Verlängerung der Bundeswehreinsätze im Ausland, Sarrazin, Buschkowsky, lukrative Anschlussverwenung von ehemaligen Regierungs- und BT-Mitgliedern in der Wirtschaft, Verzicht auf die Durchsetzung des auf dem Parteitag beschlossenen Tempolimits, und und und……

da ist es überhaupt nicht nötig, auf Klamottenkistenargumente wie „Noske“ und „Kriegskredite“ zurückzugreifen, um zu dokumentieren, was für ein verlogener, scheinheiliger und menschenverachtender Sauhaufen das war und immer bleiben wird.

Schweigsam
Schweigsam
3 Jahre zuvor

Tja, ich hatte auch gerade solch eine Idee! Einen Artikel über die sPD…endlich mal wieder

Schweigsam
Schweigsam
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Tja, die sPD ist doch immer ein Aufreger wert. Wir einfachen Malocher wünschen uns so viel von ihr. Und was bekommen wir von dieser alten Tante? Hohn und Spot, gefälligst eine kleine Kostprobe: da meint einer doch wir sollen Arbeiten gehen, dann dürfen wir auch essen. Und noch so ein ehemaliger meint gar das die Erwerbslosen von uns Parasiten seien (also so welche, die man beseitigen müsse, damit es hier wieder sauber werden könne). Parallel zu den genannten verbalen Schmankerl fand die Agenda 2010 statt bzw. fand ihren medialen Hype. Und das alles inszeniert von der ach so lieben alten Tante. Die damit ihrer Wählerschaft oder anders gesagt die Arbeiterschaft einen bloßen Schlag ins Gesicht verpasste. Anstatt sie im demokratischen Sinne, entsprechend sozialdemokratisch, zu vertreten. Aber vielleicht kann jener Satz eines großen Poeten und Denker dieser Partei uns Aufschluss bringen, warum man meinte trotzdem eine derartige Politik machen zu müssen: „Opposition ist Mist“. Na dann ist ja alles geklärt.

Ja, das hätte man alles auch von einer anderen Partei bekommen können. Tja, dann aber ehrlicherweise in Braun und nicht in Rot…

PS: So, jetzt ist aber wirklich Schluss mit dem Schweinesozen…

aquadraht
aquadraht
3 Jahre zuvor

Ich habe den Artikel gelesen, halte ihn aber für komplett neben der Sache. Sicher ist es nötig, mit allen Kräften zusammenzuarbeiten, mit denen gesellschaftliche Fortschritte erreichbar sind, das erstreckt sich nicht nur auf die SPD. Während der Entspannungspolitik gab es wichtige politische Kräfte in der FDP, auch wenn diese nach 1945 stärker von Altnazis dominiert war als selbst CDU und CSU. Sich einer Zusammenarbeit mit Hinweis auf Missetaten und Verbrechen zu verweigern, ist verantwortungslos, kriminell .. und klassisch sozialdemokratisch.

Bereits in der Weimarer Republik waren es immer und immer wieder Linkssozialisten und Kommunisten, die der SPD Zusammenarbeit angeboten und angetragen haben. Selbst nach den schrecklichen Morden und Massakern 1918/19 haben die Kommunisten ihre Einheitsfrontpolitik fortgesetzt. Eine SPD-geführte Reichsregierung hat die unter KPD-Beteiligung SPD-geführten Landesregierungen in Sachsen und Thüringen gewaltsam aufgelöst und dabei wieder rechtsextreme Horden, diesmal überwiegend Burschenschaftler, auf linke Arbeiter losgelassen, mit zig Toten.

Dennoch haben die Kommunisten nie aufgehört, der Sozialdemokratie Zusammenarbeit anzubieten, den totalitären Anspruch der einzigen Arbeiterpartei erhob die SPD. In meiner Schulzeit wurde die Legende verbreitet, die kommunistische „Sozialfaschismustheorie“ sei die Ursache gewesen, dass es zu einer solchen nicht kam und die Nazis an die Macht gelangen konnten, klar, die Commies waren schuld. Das ist eine Geschichtsfälschung wie Robertos Rechtfertigung der Berufsverbote. Man kann allein die Reichstagsreden von Anna Seghers durchlesen, um zu sehen, wer Zusammengehen unter Ausklammerung der Differenzen angeboten und wer das stumpf und mit „Kommunazi“-Beschimpfungen zurückgewiesen hat. Tut mir leid, Roberto mit Fakten zu verwirren.

Das heisst nicht im Übrigen, die Kommunisten zu glorifizieren, gewiss haben die Fehler gemacht, waren oft starr, dogmatisch und sendungsgewiss. Aber auf die Idee eines „Wandels durch Annäherung“ kamen Sozialdemokraten nur für kurze Zeit, als eine Linke jenseits der SPD Argumente in Form von ein paartausend Panzern mit Hammer und Sichel auf ihrer Seite hatte. Das ist vorbei.

Was folgt nun daraus? Klar muss man mit Sozialdemokraten zusammenarbeiten, und auch mit anderen, Liberalen, Konservativen, Leuten wie Franz Alt und Willy Wimmer. Solange die SPD es noch nicht in den einstelligen Bereich und darunter geschafft hat, ist sie eine – immer weniger – relevante Kraft in der BRD.

Deshalb muss man nicht vergessen. Abraham Lincoln war so optimistisch, zu glauben, man könne nicht alle Menschen alle Zeit betrügen. Die SPD war bislang recht gut darin. Wenn sie noch in den zwanziger Jahren darauf bestand, einzige legitime marxistische Arbeiterpartei zu sein, hat sie Marxismus und Arbeiter über Bord geworfen als „Volkspartei“, inzwischen schmeisst sie auch das Volk weg. Sie bringt zwar keine Tausenden im Inland mehr um, wohl aber noch mehr im Ausland, hat Millionen ins Hartz-Elend getrieben und mit Sanktionsterror gedemütigt. Wenn sie sich historisch entwickelt, dann nach rechts.

Insofern ist Blauäugigkeit gegenüber der SPD fehl am Platze. Ausgrenzung natürlich auch.

Hartmut
Hartmut
3 Jahre zuvor

Boah, Roberto, das war aber gar nichts diesmal. Ich will das gar nicht lange ausführen. Aber vielleicht hilft Dir ja folgende Passage aus Deinem eigenen Beitrag, die Verweise der „Schwachmaten“ auf Noske usw. zu verstehen.

Als ob Parteien sich nicht wandeln, sich bewegen würden, als ob sie dauerhaft von denselben Köpfen verwaltet werden.

Was gemerkt? OK, noch eine kleine Hilfe: Preisfrage: Wie sehr haben denn die sich in letzter Zeit in steigendem Tempo ausgewechselten „verwaltenden Köpfe“ der sPD bei der Wandlung geholfen. Noch’n Tipp? OK: Wer muss heute NICHT lachen, wenn noch jemand Nahles oder Stegner als „Parteilinke“ bezeichnet?
Eigentlich hast Du mit Deinem Beitrag bereits bestätigt, wie berechtigt die Verweise der „Schwachmaten“ auf die historische Tradition(!) der sPD als Verräterpartei sind – ohne es überhaupt zu merken:

Kritik an der heutigen SPD: Immer gerne. Die ist ja beileibe berechtigt und muss sein. Warum? Damit sich die Sozis verändern, doch wieder eine Alternative werden.

Du sagst es also selbst, dass sich die Sozis verändern MÜSSEN, um wieder eine Alternative (für sozialdemokratische Wähler) zu werden. Das heißt doch aber im Umkehrschluss: sie SIND ES (IMMER NOCH) NICHT, weil sie eben nach wie vor eine Politik betreiben, die die Interessen ihrer angestammten Klientel verrät. Und genau deshalb ist es richtig, dieser Truppe ihre unselige Tradition immer wieder unter die Nase zu reiben. ERST wieder glaubhaft werden – durch TATEN und ABSTIMMUNGSVERHALTEN – DANN werden auch die Vorwürfe verstummen, wenn diese Partei mit ihrer Tradition, ständiger Steigbügelhalter konservativer Politik zu sein, endlich bricht.

Roberto J. De Lapuente
Roberto J. De Lapuente
Reply to  Hartmut
3 Jahre zuvor

Eigentlich unterstreichst du meine These. Denn du sagst: Zwischen der SPD 1914 und heute gibt es keinen Unterschied. Nichts ist also dynamisch, alles statisch. Alles wie immer.

Hartmut
Hartmut
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Eigentlich unterstreichst du meine These. Denn du sagst: Zwischen der SPD 1914 und heute gibt es keinen Unterschied. Nichts ist also dynamisch, alles statisch. Alles wie immer.

Korrekt! So wie die sPD nach wie vor(!) Politik gegen Ihre Klientel betreibt, ist in Bezug auf den Verratsvorwurf in der Tat alles so wie immer. Ich müsste Dich doch sehr missverstanden haben in all den Jahren, wenn Du diesen Vorwurf, dass die sPD die Politik der Union betreibt, statt für die Arbeiter, nun plötzlich NICHT teilst. Man muss Dir doch nicht erklären, was der Hauptvorwurf an diese Partei ist, wem auch immer man ein Mikro mit dieser Frage vor die Nase hält, oder was die Hauptgründe für den Niedergang (Wählerzuspruch) dieser Truppe sind. Was genau war denn an der sPD „dynamisch“ außer dem wachsenden Tempo des Vorsitzenden-Verschleißes? Was genau lässt Dich denn plötzlich zu der Haltung kommen, die heutige sPD würde nun ihre Klientel NICHT MEHR verraten? Die paar Brosamen, wie der lächerliche Mindestlohn und eine unwirksame Mietpreisbremse, die ihr die Union großzügig vom Tisch fallen lässt, können es ja kaum sein. Die jammernde sPD ist geradezu sprichwörtlich: „Wir wollen ja immer so sozial sein, aber mit der Union ist das ja so schwiiieeerig.“
Darauf kann man eigentlich nur mit der trockenen Frage der Putzfrau Susanne Neumann – Gott hab sie selig – antworten. Ich sage dazu immer: Dieser Verein hat vor nichts MEHR Angst(!), als in eine Koalition zu geraten, wo sie ihr eigenes Programm auch umsetzen MÜSSTE. Hunde zum Jagen tragen ist ein Kinderspiel dagegen.

Hartmut
Hartmut
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

2.) Aber ohne die SPD als Vehikel wird es keine Mitte-links-Alternative geben. (Daher mein Interesse, sie möge „anders“ werden.)

Im Moment haben sich Hoffnungen auf linke Bündnisse auf absehbare Zeit eh erledigt. Und mit einer rechten sPD kann man ohnehin kein linkes Bündnis schmieden. Und so wie sich die sPD zuspruchsmäßig entwickelt, ist vielleicht wirklich bald der Zeitpunkt erreicht, wo es auch ohne sie (nicht) geht.

3.) Man darf hoffen, denn Parteien sind nicht statisch. (Die SPD von 1998 ist noch nicht mal die von heute.)

Ich hätte das akzeptiert, wenn Du 1972 gesagt hättest. Eine SPD unter Brandt (Du hast mein groß geschriebenes „S“ bemerkt?) würde ich noch als ausreichend sozialdemokratisch für eine linkere Politik ansehen, aber seit Schröder – Pustekuchen. Zur Erinnerung: es war nicht die Union (auch wenn sie begeistert „mehr, mehr“ Beifall geklatscht hatte), die HartzIV eingeführt hatte und Deutschland erstmals an völkerrechtswidrigen Kriegen teilnehmen ließ. Und deshalb noch einmal: Ja, als Verräterpartei an der eigenen Klientel ist diese Partei in ihrer Tradition seit 1914 absolut statisch (vom kurzen „Brandt-Frühling“ einmal abgesehen). Oder zumindest ist sie wieder bei 1914 angelangt. Tolle „Dynamik“. Und daher halte ich den Vorwurf weiterhin für vollauf berechtigt.

dass immer schon alles schlecht war und die SPD gewissermaßen ein historischer Irrtum ist.

Die sPD ist kein historischer Irrtum, nur ist sie ihre historische Aufgabe noch nicht einmal angegangen. Natürlich kann man immer hoffen, aber im aktuellen Zustand ist diese Partei jede Kritik und ja, auch den Vorwurf als Verräterpartei wie 1914 wert. Dass Nahles noch keine Arbeiter über den Haufen schießen lässt, darüber müssen wir jetzt sicher nicht streiten.

Hartmut
Hartmut
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

So kann man aber nur argumentieren, wenn man glaubt, es sei ein System von absoluter Wertereinheit möglich.

Ach hör doch mit der Apologetik-Schiene auf. Ich habe mich nirgends als Vertreter einer reinen Lehre aufgespielt. Du kannst keinen Vorwurf an die sPD entkräften und willst es vermutlich auch nicht, da Du ja die Kritik im Grunde genommen auch teilst.
Natürlich hat die sPD eine historische Aufgabe. Aber der ist sie eben in absolut unzureichendem Maße gerecht geworden. Niemand verlangt eine sPD in 100prozentiger Kompatibilität zur Linken (deren eigene Seibstzerfleischungskämpfe jetzt mal außen vor), aber den Zustand, den die sPD akutell bietet, DA GEHT EINFACH GAR NICHTS. Eine linke Partie, die sich auf so eine sPD einlässt, würde nicht die sPD verändern, sondern zur weiteren Blockflöte im neoliberalen Chor – so sehr man sich auch Mitte-Links-Bündnisse wünscht. Im Moment sind das bestenfalls Wunschträume.
Und WENN die sPD verändert hätte, wie Du behauptest, würde ihr nicht so viel Kritik und der Verratsvorwurf entgegenschlagen – und zwar von Leuten, die mit weitaus weniger „links“ zufrieden wären als wir beide. Im Gegenteil, es ist schon gar nicht mehr zu zählen, wie oft die sPD sich dazu hergegeben hat, die aktuellen politischen Zustände zu ERHALTEN. Veränderung gab es – MIT IHR – unterm Strich eher zu einer noch weniger sozialdemokratischen Politik.

Hartmut
Hartmut
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Reden wir aneinander vorbei oder was? Wo habe ich die sPD zu einem historischen Irrtum erklärt? Sie wird ihrer historischen Aufgabe einfach nicht gerecht, nicht im Mindesten, weil sie ihre eigene Klientel verrät. Das war 1914 so und das ist heute auch so – definitiv seit Schröder. Natürlich wünschte ich mir eine soziale sPD mit der „links“ etwas geht. Das ist diese Partei aber aktuell nicht, und das muss man auch so hart sagen. Nicht mehr und nicht weniger ist meine Position.

Hartmut
Hartmut
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Nun, „den Schuh“ haben sich (und nicht nur) hier offensichtlich mehrere Leser angezogen. Dein Hauptpunkt im Artikel ist, man solle der sPD keine Verratstradition vorwerfen, während Du gleichzeitig deren HEUTIGE Verfehlungen selber aufzählst und damit sogar bestätigst, in welcher Tradition sie sich damit befindet, und dass dieser Vorwurf somit zu Recht besteht. Die sPD ist für die „Sache der Arbeiter“ oder einfachen Menschen heute genau so „hilfreich“ wie sie es 1914 war und in diesem Sinne leider SEHR statisch. Bis auf die Brandt-Zeit kann ich mich an keine Zeit der sPD in politischer Verantwortung erinnern, wo sie eine positive Rolle gespielt hat. Ja, sie hat sogar DANN MEHRFACH Merkels A… gerettet, als sie „Opposition“ spielen durfte: Sie hat sogar ihre EIGENEN (nahezu wortgleichen) Anträge abgelehnt, wenn sie von der LINKEn eingebracht wurden. Sie hat immer Gewehr bei Fuß gestanden, wenn Merkels neoliberale Politik in Gefahr war – bis hin zur dritten GroKo – entgegen allen Schwüren, die sie noch am Wahlabend von sich gab. Wenn all das kein Verrat ist, was dann?

Hartmut
Hartmut
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Nein, das ist nicht die These. Ganz und gar nicht.

Schau ‚mer mal:

»Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!« Nach bald einem Jahrhundert ist die Parole des Rotfrontkämpferbundes so aktuell wie selten….
Diese Rückgriffe auf die alte, ja teilweise uralte Sozialdemokratie, nerven mich gewaltig. Was bitteschön hat das Versagen der heutigen SPD mit damals zu tun?

In Ordnung, Dein Hauptpunkt im Artikel ist also NICHT, man solle der sPD keine Verratstradition vorwerfen. Das muss ich doch total missverstanden haben. Na, nix für ungut. 😉

politische krokette
politische krokette
3 Jahre zuvor

Naja, Roberto, tut mir ja Leid dir das sagen zu müssen, aber mit dem Artikel hast du dir eher ein Eigentor geschossen. Ich meine du zählst es doch selbst auf: Kriegskredite 1914, Niederschlagung der Räterepubliken 1919, schwacher Widerstand gegen die Nazis 1920er/30er, Radikalenerlass 1970er. Ich würde sagen, das ist schon dick aufgetragen, sich darüber zu beschweren, wenn andere hier von Verrat sprechen.

Was mir noch zu unseren Verräter-Sozen einfällt:
– Godesberger Parteiprogramm und Abkehr vom Marxismus 1959
– Asylkompromiss 1992
– Yugoslawien-Krieg 1990er, Verbrämung des Holocaust durch Scharping und Konsorten und erster aggressiver Auslandseinsatz seit 1945
– Afghanistankrieg 2000er
– Fingerabdruck im biometrischen Reisepass 2000er
– Vorratsdatenspeicherung seit 2007
– Hartz IV-, Arbeitsmarkt- und Rentenreformen zusammen mit Finanzderegulierung der 2000er als der Klassenverrat überhaupt
– Austeritätspolitik in Griechenland und der EU seit 2012 als Klassenverrat auf internationaler Ebene und dabei ständig heuchlerisch von Europa schwärmen
– Fortführung der Schwarzen Null unter Scholz seit 2018
– Unterstützung des US-Imperialismus bzgl. Venezuela durch Maas 2019.

Also ehrlich Roberto, ich weiß, die Hoffnung stirbt zuletzt, aber irgendwann muss man sich doch die Frage stellen, wie wahrscheinlich ist der Trendwechsel überhaupt noch und wie viel will man eigentlich noch zurückstecken? Es geht ja auch nicht an, so zu tun als sei aktuelle Tagespolitik von langfristigen historischen Entwicklungen unabhängig. Diese sind ja auch kein rein deutsches Phänomen. Sämtliche Sozen in Europa haben dies durchgemacht. Von daher, kannst du ja gerne auf dein Mitte-Links-Bündnis warten, aber ohne eine wahrhaftig linke Alternative, die auch durch die (ernst gemeinte) Systemfrage Druck auf das gesamte Parteiensprektrum ausübt, wird das nie was. Die Sozen werden sich nicht ändern, nur weil wir fromm darauf warten oder wir sie ganz lieb bitten.

politische krokette
politische krokette
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Oh, da hat einer aber den Kommentar nicht gelesen, wie? Tse, tse, tse. OT sag ich da nur. Ich habe dir ca. 10 Dinge genannt, die keine 20 Jahre zurückliegen bzw. die heute noch nachwirken (s. Asylkompromiss, Godesberger Programm). Klar, natürlich kannst du jedes Ereignis einzeln sehen. Zusammen ergeben sie aber auch das Gesamtbild einer politischen Ausrichtung der SPD jenseits des linken Spektrums.
Auch gehst du auf die Wahrscheinlichkeit des Trendwechsels nicht ein. Das ist einfach Wahrscheinlichkeitstheorie. Wie beim Lotto. Jedes gegenläufige Einzelereignis verringert die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens des zutreffenden Gesamtereignisses. Und da reden wir idealerweise von zufälligen Ereignissen. Die Ausrichtung der SPD ist aber nicht zufällig, sondern historisch, institutionell, materiell, personell und ideologisch bestimmt.

politische krokette
politische krokette
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Ach, iwo. Ich weiß ja, dass du einstecken kannst und auch dass du Ironie/ Sarkasmus verstehst. Ich hatte da keinerlei Befürchtung, dass du jetzt allzu schnell schmilzt wie ’ne Schneeflocke 😉 .

Trotzdem weiß ich nicht, was du in deiner Antwort für Beispiele aus den 1990ern/ 2000ern/ 2010ern genannt hast. Du nennst Radikalenerlass (1970er) und Godesberg/ Abkehr vom Marxismus (1959). Aber egal. Das mit der Wahrscheinlichkeit mag sein, ich habe nicht jeden einzelnen Kommentar gelesen, nur deinen Artikel und deine Antwort auf mich.

P.S.: Brauchst nicht drauf zu antworten, wir können’s dabei belassen.

Robbespiere
Robbespiere
3 Jahre zuvor

Lieber Roberto,

einerseits hast du recht, wenn du schreibst, man solle die SPD nicht an den Fehlern der Vergangenheit messen, andererseits scheint sie aber aus diesen, mit Ausnahme der Ära Brandt, nicht viel daraus gelernt zu haben.
Immer wieder hat sie ihre Kernklientel ins Elend gestürzt, sei es durch die Kriegskredite, das Zerschlagen der Revolution mit Hilfe mörderischer rechter Banden, oder wie im Fall Schröder durch den Ausverkauf des Sozialstaates an die Oligarchie.
Es scheint also doch eine gewisse Kontinuität im Handeln dieser Partei zu geben, die auffällt.

Ich bin im Übrigen nicht mehr davon überzeugt, dass irgend eine Partei der Heilsbringer der Entrechteten sein könnte.
Solidarität ist eine Frage des Preises und da hat die Kapitalseite immer die Nase vorn, zumal sie nicht einmal alle Parlamentarier „überzeugen“ muss, sondern nur die Partei- und Fraktionsspitzen. Diese bringt dann den Rest schon auf Linie, damit sich die eigenen Taschen auch kräftig nach außen wölben.
Reise nach Jerusalem ist das Standardspiel um die Parlamentssitze und die Diäten.
Es gibt mehr Bewerber als Stühle und wer nicht spurt, kann sich in der nächsten Wahlperiode in der Besucherschlange anstellen, wenn er oder sie den BT von innen sehen will.

Der einzige Weg, der diesem scheindemokratischen Treiben ein Ende bereiten kann, ist die direkte Demokratie und zur der führt nur der massive Gang auf die Straße.

Kein Autohändler wird dir den besten Preis für dein Blech nennen, wenn du keine Forderungen stellst, wobei du in diesem Fall ja immer noch die Wahl zwischen verschiedenen Herstellern hast.
Dass 700 Figuren die Marschrichtung bestimmen und 80 Mio. devot spuren sollen, ist kein Kompromiss, sondern Diktatur.
Mit echter Demokratie hat dieses Affentheater rein gar nichts zu tun.

Der Wandel der Grünen von einer Bürgerbewegung hin zum neoliberalen Schweinetrog sollte doch Jedem vernunftbegabten Menschen zeigen, wie stark der Einfluss der Oberschicht auf JEDE Partei ist, egal aus welcher noch so ambitionierten Position sie gestartet ist.

Die SPD im Speziellen ist fest in den Händen einer wirtschaftshörigen Clique und selbst der Nachwuchs im Brutkasten, oft genug aus bürgerlichem Hause, kräht wirtschaftsliberal.
Leute wie Schröder gibts da zuhauf, die zwar Dank der Solidariät ihrer Klasse aufgestiegen sind, hernach aber ihren Stallgeruch verachten und dann um Anerkennung der Oberklasse betteln, so als ob das der Adelsschlag wäre.
Wie wird sich wohl der Gerhard gefühlt haben, wenn er bei VW nahe Piech im Aufsichtsrat sitzen durfte?

Tu dir selber einen Gefallen und verschwende deine Energie und Kreativität nicht mehr an diesen Lumpensammler-Verein.
Die SPD taugt bald nicht mal mehr als Steigbügelhalter für die Schwatten und es wird vermutlich nicht mehr so lange dauern, bis die Grünen oder die Afd’ler die Rolle übernehmen.

Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
3 Jahre zuvor

@Robbespiere

Was soll man denn noch wählen? Zur Europawahl brachte hier jemand einen Vorschlag. Was ich bis jetzt las, sah und hörte, klingt für mich gut und ist vielleicht einen Versuch wert.

https://diem25.org/main-de/

Gruß

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

@Pen

Danke für den Link.
Die Kurzvorstellung von diem 25 habe ich gelesen und werde mich mit dieser Gruppierung beschäftigen.

Was mir nicht gefallen hat, ist das Schlagwort Antisemitismus als ein zentraler punkt.
Erstens ist der Begriff mittlerweile als Keule, die Kritiker zum Schweigen bringen soll, reichlich abgenutzt.

Zweitens ist nicht jede Kritik an Israel antisemitisch, motiviert, sondern richtet sich oft berechtigt gg. einen israelischen Nationalismus, den Zionismus, der die Rechte nderer Bevölkerungsteile als der jüdischen ignoriert.
Interessant ist hierzu die Seite „Sicht vom Hochblauen“ von Evelyn Hecht-Galinski, der Tochter des früheren Vorsitzenden des Zentralrats derJuden in Deutschland,.
Hier kommen Kritiker zu Wort, die gg. die Palästinenser-Politik Israels argumentieren und diese anklagen.
Die oft jüdischen Artikelverfasser kann man schlecht als Antisemiten diffamieren.

Die Fixierung auf Antisemitismus und das erstarken des rechten Spektrums halte ich für verfehlt, weil die tatsächliche Ursache für die Suche vieler Europäer nach einer politischen Alternative ihren Grund im neoliberalen schreddern des Sozialstaates hat, der den Bürgern den Boden unter den Füßen wegreißt, zum Nutzen Weniger.

M.M.n. perpetuiert sich der neoliberale Motor der EU selbst, zieht immer wieder die gleichen korrumpierbaren Entscheider an und ist aus sich selbst heraus nicht mehr reformfähig und schon gar nicht reformwillig.

Jede Partei, auch mit den besten Absichten, ist automatisch dem Heer der unzähligen Lobbyorganisationen mit ihrem nahezu grenzelosen Budget ausgesetzt und wird früher oder später deren Avancen erliegen.

Diese EU ist nur noch das Werkzeug der Machtelite und reißt immer mehr Souveränität der nationalen Bürger an sich, ohne Rücksicht auf deren Bedürfnisse.
Zentralismus ist die Grab-Schaufel der Regionen, die dann völlig in die Bedeutungslosigkeit versinken.

Diese EU führt nicht zu einer friedlichen, am Wohl seiner Bürger orientierten Koexistenz wie noch die EWG, sondern zu Spaltung durch das gegenseitige Ausspielen der Menschen für schnöden Profit.
Die EU-Osterweiterung z.B. hat nicht zu der Angleichung der Lebensverhältnisse innerhalb des Bundes geführt, sondern zu einer gigantischen Wanderbewegung, die den schwächeren Staaten die für einen Aufbau nötigen und teuer ausgebildeten Fachkräfte ( Braindrain ) entzieht und andernorts für Lohndrückerei sorgt.
Es gibt schlicht keine Partei oder Organisation mehr, die die Interessen dieser Menschen durchsetzen könnte.
Mit dem EURO als Knebel verhält es sich genau so.
Die zentralistische EU bestimmt, auf welchem Niveau die Bürger zu leben haben.

Echte Demokratie und Selbstbestimmung wären nur durchsetzbar, wenn Zig-Millionen Bürger sich dem Protest und den Forderungen der Gelbwesten auf EU-Ebene anschließen würden.
Nichts davon ist zu sehen und die Initialzündung aus Frankreich scheint ohne Nachahmer zu verpuffen.
Ergo muss diese EU zerfallen, um Platz für etwas Neues und Besseres unter der vollen Souveränität der Baller Bürger zu schaffen, so bescheuert es auch ist, dass dieses Projekt derart an die Wand gefahren wurde.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Robbespiere
3 Jahre zuvor

@Pen

Nachtrag:

Hier mal ein lesenswerter Artikel auf den NDS, wofür diese EU steht:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=51122

Pen
Pen
Reply to  Robbespiere
3 Jahre zuvor

@ Robbespiere,

Den Artikel kannte ich schon und finde ihn sehr gut. Eigentlich ist die EU nur noch Kolonie de USA, die hier machen, was sie wollen. Danke für Deine Analyse von DiEM25. Das Schlagwort Antisemitismus ist mir auch aufgestoßen. Es dient meist dazu, berechtigte Kritik and der Politik Israels zu diskreditieren.

http://www.awdnews.com/political/assange-forget-russia-,-the-real-threat-to-america-comes-from-israel-and-the-israel-lobby

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

@Pen

Danke für Deine Analyse von DiEM25.

Naja, ich habe mir erstmal das Augenscheinlichste herausgegriffen, zum Lesen des ganzen Programms bin ich leider noch nicht gekommen.

Mich nervt einfach dieses Gewährenlassen bzw. legitimieren jedweden Völkerrechtsbruches ggü. Israel ab, immer mit dme Hintergrund der Verbrechen unserer Großväter-Generation.
Mein Eindruck ist, dass damit versucht wird, die Waagschale der Verbrechen gg. die Menschlichkeit in Richtung Israel zu senken, um die eigene historische Schuld zu relativieren.
Das ist zutiefst antisemitisch ( um dieses inflationäre Wort mal in einem anderen Zusammenhang zu sehen ), denn sollte die die vom US-Brückenkopf im nahen Osten profitierende Weltmacht ihren Status einbüßen, wird sich die ignoranz Israels ggü. der Arabischen Bevölkerung bitter rächen.
Rache für erlittene Schmach und Unterdrückung ist immer noch das stärkste Motiv zum Kampf.
Die Palästinenser sind gänzlich unschuldig am deutschen Holocaust, müssen aber die Verbrechen der Nazis ausbaden, in dem ihnen ihr Stammland entrissen wird, ohne dass ihnen die Weltgemeinschaft eine Alternative bieten würde.
Da haben die Siegermächte einen Sprengsatz installiert, der irgendwann noch viel mehr Leid über die Region bringen wird.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pen
3 Jahre zuvor

falscher platz