Immer diese Lokführer

Die Bahn, ein renditeorientiertes Unternehmen, cancelt im hohen Norden Verbindungen. Jetzt kommen Sie bloß nicht auf falsche Ideen! Das hat doch nun wirklich nichts mit Renditezwang oder Kosten-Nutzen-Erwägungen zu tun: Nein, die Lokführer sind schuld! Das sind sie ja immer …

Es geht kein Zug im Nirgendwo. In Schleswig-Holstein werden die Bahnstrecken ausgedünnt. So kennen wir das ja, wenn Bahnunternehmen renditeorientiert und nicht für das Gemeinwohl (im Sinne der Versorgung eines existenziellen Bedürfnisses) dampfen. In Großbritannien wurden unzählige Strecken der Korrosion anheimgestellt, weil sie nicht genug Profit abwarfen. Jede Strecke muss sich schließlich rentieren. Die Deutsche Bahn geht in Deutschlands nördlichsten Norden denselben Weg. Aber kommen Sie jetzt bitte nicht auf falsche Gedanken, die DB ist nicht etwa gierig und dünnt nach Kosten-Nutzen-Kalkulation aus. Nein, sie muss – denn sie ist wieder mal, nach Streiks und GDL, an der kurzen Leine ihrer Lokführer.

Besser gesagt: An denen, die nicht Lokführer werden wollen. Die schiere Personalnot hat die Bahn dazu getrieben, in Schleswig-Holstein Fakten zu schaffen und zu rationalisieren. Es fehlt nämlich an Nachwuchs unter Lokomotivführern. Immer diese verfluchten Lokführer und jene, die keine werden wollen! Erst streiken sie, weil die Arbeitsbedingungen schlecht und die Bezahlung in keinem Ertrag zum Aufwand steht – und dann streiken gleich noch die, die früher als Kind mal davon träumten eine Lokomotive zu fahren und die sich schließlich doch anders entschieden. Diese Streikmentalität unter Eisenbahnern ist echt eine Landplage …

Das ist natürlich eine bequeme Erklärung. Denn schließlich hat die GDL ja bei ihren Streiks auf die Arbeitsbedingungen hingewiesen, sah Nachbesserungsbedarf und wurde dafür nicht etwa gelobt, weil sie zur attraktiven Ausgestaltung des Berufsfeldes beitragen wollte, sondern ganz gegenteilig: Sie wurde diabolisiert. Claus Weselsky, Chef der GDL, wurde zum Staatsfeind Nr. 1 umfunktioniert und die Lokführer zu Egoisten abgestempelt, die sich einen Scheiß um diejenigen kümmern, die reisen oder pendeln wollen und müssen. Die mediale Kampagne gegen die GDL fruchtete, die Regierung versuchte kleine Gewerkschaften gesetzlich aufs Abstellgleis zu manövrieren. Und zu selbigen werden nun Strecken Nahe Kiel und Flensburg.

Sind es also gar nicht die Lokführer, die keine Lokführer mehr sein wollen, die verantwortlich sind? Liegt es vielleicht an der DB, an ihrer Arroganz und Gleichgültigkeit? Daran, dass man in diesem Land stets politische und journalistische Rückendeckung bekommt, wenn man Modernisierung, Verbesserung und faire Bezahlung als Unternehmen abwenden will? Kann es vielleicht möglich sein, dass wir es nun mit einer ganz normalen Folge von Renditeversessenheit zu tun haben, nämlich dem Ausbleiben des Nachwuchses in einem Beruf, den man sukzessive den Anschluss an ein angenehmes Arbeitsumfeld verlieren ließ?

Und indes muss man sich natürlich fragen, wieviele junge Männer und Frauen denn Laune bekommen haben in den letzten Jahren, als sie bemerkten, wie man hierzulande Lokführer attackiert, wenn sie nicht so funktionieren, wie man es normalerweise von ihnen erwartet. Wer als Kind Lokführer werden wollte und als Jugendlicher sah, wie der Chef der organisierten Lokführer daheim aufgelauert, wie seine Telefonnummer veröffentlicht, wie man seiner Familie mitgespielt hat, der hat sich vielleicht gefragt, ob der Beruf nicht ein zu heißes Eisen für ihn sei. Wer wird schon gerne ein Arschloch der Nation?

Sowas kommt von sowas. Und dann soll die DB mal nicht so tun, als habe sie genügend Stellen angeboten in den letzten Dekaden. Sie hat schrittweise Personal reduziert und von den Übriggebliebenen verlangt, den Kollegenverlust mit mehr Einsatz auszugleichen. Für viele, die mal Lokführer werden wollten, hat sich der Traum zerschlagen, weil sie gar keine Stelle fanden.

Dass jetzt in Norddeutschland die Bahn nicht kommt: Wahrscheinlich bloß eine Frage der Zeit, bis man es der GDL in die Schuhe schiebt. Ob wohl Claus Weselsky auch dafür herhalten muss? Wer den ersten Artikel aus einer journalistischen Edelfeder findet, der der Lokführergewerkschaft die Schuld für das Bahnversagen überträgt, dem schicke ich ein Autorenexemplar meines Buches – oder wahlweise was Gescheites zum Lesen.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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46 Gedanken zu „Immer diese Lokführer

  • 17. September 2018 um 8:30
    Permalink

    Lokführer sitzen den ganzen Tag nur rum und gucken aus dem Fenster. Dafür wollen die auch noch Geld haben. Echt unverschämt !

    Die Bahn geht davon aus, dass der elektrifizierte Individualverkehr, die Eisenbahn zur Personenbeförderung, insbesondere auf dem Land, langfristig ersetzen wird. Wetten ?
    Die halten die Hauptstrecken für den Güterverkehr. Dummerweise setzt die Politik auf Mega-Liner die die alten Straßen kaputtfahren werden. Es liegt im Trend. Man macht aus zwei LKW einen und spart einen kompletten Fahrer. Ganz toll ! Bloß wozu ?

    Die Bahn hat ihre schlimmsten Feinde in den eigenen Reihen. Lobbyisten zersetzen den Laden von innen.

    Antwort
  • 17. September 2018 um 11:14
    Permalink

    wenigstens sind die Lokführer keine Beamte mehr!

    Antwort
    • 18. September 2018 um 11:13
      Permalink

      @ronaldo
      Vielleicht liegt es daran? Vor der Privatisierung waren alle Angestellten Beamte und man konnte sich auf die Bahn verlassen. Nun wollen sie ihre Aktionäre erfreuen und investieren u.a. in Singapur und Katar. Ob dort wohl ihre Klimaanlagen funktionieren?

      Antwort
      • 18. September 2018 um 11:15
        Permalink

        Die Nordeuropäer funktionieren mit Angestellten, kommt auf die Organisation an! Es geht um Modernität!

        Antwort
        • 18. September 2018 um 11:16
          Permalink

          Es wird keine Zurück bei der Bahn geben!

          Antwort
          • 18. September 2018 um 11:19
            Permalink

            Die Bahn ist kein Hoheitsbereich, sondern eine Arbeitstätigkeit! Die können Dir nichts!Dafür einmalige Privilegien, nein danke!

          • 18. September 2018 um 11:32
            Permalink

            @ronaldo

            Es wird keine Zurück bei der Bahn geben!

            Es muss ein zurück bei der Bahn geben und wie das funktioniert, kann man sich am Beispiel Neuseeland betrachten.
            Die hatten auch privatisiert und wieder rückverstaatlicht, nachdem die Bahn von Privat abgewirtschaftet wurde.

            Die Dominanz der Automobilindustrie und des Individualverkehrs wird schon auf Grund der Verarmung breiter Schichten nicht aufrecht zu erhalten sein, ganz abgesehen von der Verknappung des Öls und dem fehlenden Konzept einer flächendeckenden Elektromobilität.

            Die preiswerteste und ökonomischste/ökologischste Form der Fortbewegung sind Massenverkehrsmittel.

          • 18. September 2018 um 11:34
            Permalink

            Ich höre aus Bahnkreisen etwas anderes. Eine Wiederaufnahme der Verbeamtung würde ich strikt ablehnen und für beschränkt halten!

          • 18. September 2018 um 12:43
            Permalink

            @ronaldo

            Ich höre aus Bahnkreisen etwas anderes. Eine Wiederaufnahme der Verbeamtung würde ich strikt ablehnen und für beschränkt halten!

            Der Sinn der Verbeamtung ist doch der, essentielle Staatsfunktionen aufrecht zu erhalten, wenn es Drunter und Drüber geht, also bei Krisen, denn Beamte dürfen nicht streiken, wofür sie andere Privilegien wie einen sicheren Arbeitsplatz genießen.
            Was würde wohl passieren, wenn z.B. wg. einer Ölkrise der Individualverkehr eingeschränkt würde und die Bahn streikt, wozu Nichtbeamte ja alle Rechte haben?

            Was aus Bahnkreisen verlautbart wird, weiß ich nicht, aber sie tut Alles dafür moglichst unattraktiv zu sein.
            Möglicherweise will man ihren Wert soweit senken, dass dass der Einstieg für private Unternehmen wie Fondsgesellschaften attraktiv wird, wer weiß?

            Das ginge auch anders, aber nicht in privaten, gewinnorientierten Strukturen.
            Der Staat muss keine Gewinne machen, weil er

            a) billiger an Gelder für Finanzierung kommt als jedes private Unternehmen. Die Zinslast für Staatsanleihen ist immer niedriger als Kreditkosten für Privatinvestoren, weil der Staat den Steuerbürger als Bürgen hat

            und
            b) sein Gewinn in der Beschäftigung und der damit verbundenen Steuereinnahmen sowie geringerer Transferleistungen liegt.
            Das betrifft sowohl die direkt bei der Bahn Beschäftigten als auch jene der Unternehmen, die im Auftrag der Bahn tätig sind, wie Gleisbau, Lok- und Waggonhersteller usw.
            Darin liegt der volkswirtschaftliche Gewinn statt der betriebswirtschaftlichen Einzelinteressen privater Betreiber.

            Interessant ist auch der Vergleich zwischen der britischen privatisierten Bahn mit der schweizer Staatsbahn.

            Die Privatisierung der Bahn ist lediglich das Zuschustern von Kapitalanlagemöglichkeiten seitens einer wirtschaftsaffinen Politik an Unternehmen auf Kosten der Allgemeinheit.

          • 18. September 2018 um 12:57
            Permalink

            Die Schweiz hat keine Beamte, andere Baustelle! Ich bin durchaus für Beamte, kann Lehrer, wenn Leistungskontrolle- mit einschließen, die Bahn ist aber ein Unternehmen, kein Hoheitbereich, der Bahnler r kann Dir nichts! Im Hafen kann auch gestreikt werden! debatte ist aber nicht so wichtig!Wundere mich, dass Linke für ein Streikverbot sind!

          • 18. September 2018 um 13:11
            Permalink

            Robbes: Die Bahn ist keine essentiale Staatsfunktion, wenigstens nciht außerhalb der Schienen!! Es gibt Busse, Flugzeuge , Taxis, Schiffe usw, die Personen, Waren usw. transportieren können!!

          • 18. September 2018 um 13:15
            Permalink

            Robbes, dann müssten auch Ärzte, Sozpäds, Krankenschwestern, Kapitäne zur See im Staatsdeinst und verbeamtet sein!

          • 18. September 2018 um 12:32
            Permalink

            @Robbes…stimmt. Genauso in England. Da wird auch die Privatisierung rückgängig gemacht.

          • 18. September 2018 um 12:51
            Permalink

            @Pentimento

            Genauso in England. Da wird auch die Privatisierung rückgängig gemacht.

            Aus gutem Grund.
            Die Privaten kümmern sich allenfalls um die lukrativen Hauptstrecken und selbst da investieren sie kaum in die Sicherheit, weswegen es schon mehrfach zu Unfällen kam.
            Im übrigen muss man bei einer längeren Bahnfahrt nach Zone für die Betreiber einzeln zahlen, wie mir ein Engländer erzählte.
            Eine Horrorvision wenn man bedenkt, dass das gesamte Bahnnetz mit Steuergeldern aufgebaut wurde. Das ist glatte Enteignung der Bürger.

          • 18. September 2018 um 13:27
            Permalink

            @Robbes…Stimmt auch. Es scheint, wir haben uns hier ein neoliberales Arschloch eingefangen, das fleissigen pflichtbewußten Beamten und städtischen Angestellten den verdienten Lohn nicht gönnt. Nicht alle waren Faulpelze. Schwarze Schafe gab und gibt es überall. Deswegen braucht man nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten. : p

          • 19. September 2018 um 10:22
            Permalink

            Penti, unpoliitsche Angriffe und Beschuldigungen führen nicht weiter! Es geht darum, dass die Bahn kein Hoheitsbereich ist, um andere Beamte und deren Privilegien ging es mir nicht!

          • 19. September 2018 um 12:37
            Permalink

            Dass die Bahn kein Hoheitsbereich mehr ist, ist Teil des Problems, kein Gegenargument. Kritische Infrastrukturen gehören in den Hoheitsbereich, in welcher Rechtsform immer (Beamtentum muss nicht zwingend).

            a^2

          • 19. September 2018 um 14:10
            Permalink

            Die Schienen sollten wohl generell beim Staat bleiben, es gibt aber keine Pflicht zur Bahnfahrt, sodass die Verbeamtung kein Thema ist!

          • 19. September 2018 um 13:02
            Permalink

            @ronaldo

            Es geht darum, dass die Bahn kein Hoheitsbereich ist

            Es geht darum, dass die Bahn dank Politik kein Hoheitsbereich mehr ist.
            Die Folgen werden im Artikel ausreichend beschrieben.
            zu den Beamten habe ich Alles wesentliche gesagt. Wenn das Bahnpersonal mal wieder steikt, sollten Alle, die sich darüber maßlos ärgern nachdenken, ob das frühere System nicht das besser funktionierende war.

          • 19. September 2018 um 14:14
            Permalink

            Dann lass sie streiken!

          • 19. September 2018 um 19:25
            Permalink

            @ronaldo

            Gerade da bin ich anderer Meinung: alle Einrichtungen, die notwendig für die Daseinsfürsorge sind gehören in den Hoheitsbereich. Das sind: die Bahn, Strassen und Brücken, Schulen , Universitäten, Krankenhäuser, Postverkehr, Fersprechsystem, Wasser – und Stromversorgung, bezahlbarer Wohnraum, d.h. Genossenschaftswohnungen. Nur so kann ein Sozialstaat funktiomieren.
            Beamten müssen nicht sein, aber eine der Verantwortung angemessene Bezahlung gehört zwingend dazu.

            Was Deinen ersten Punkt betrifft, muß ich Dir recht geben. Nichts für ungut!

            🙂

          • 19. September 2018 um 20:09
            Permalink

            Wasser, Stromnetze usw. Bin ich bei Dir! schienen sollten auch in Staatshand liegen, größere Teile der Bahn wohl auch, aber sicher nicht alles! sozialer Wohnungsbau bedeutet auch dass teilweise staatlicher Besitz an Wohnungen notwendig ist, unbedingt! Verbeamtung bei der Bahn lehne ich aber klar ab, gute Bezahlung tut überall mit!

          • 19. September 2018 um 20:10
            Permalink

            Gerne mehr Krankenhäuser und Altenheime in kommunale Hand

          • 19. September 2018 um 20:42
            Permalink

            @Ronaldo

            Verbeamtung bei der Bahn lehne ich aber klar ab

            Ich verstehe nicht, woher diese Aversion ggü. Beamten kommt.
            Ein angemessener Kritikpunkt wäre aus meiner Sicht, dass Beamte ( und Politiker ) nicht in die gleichen Sozialsysteme einzahlen wie normale Arbeitnehmer.
            Das liegt aber nicht im Ermessen der Beamten selbst, sondern an der Politik.
            In Ländern wie Österreich funktioniert das ja auch.

            Die Privilegien stammen im Übrigen aus Zeiten, in denen die Beamten und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst deutlich schlechter bezahlt wurden als Leute in der freien Wirtschaft.

            Ich erinnere mich noch gut, wie parralell zu meinem Musterungsbescheid Werbung der Polizei auf der Suche nach Mitarbeitern ins Haus flatterte.
            Heute können die sich vermutlich ihre Neulinge unter vielen Bewerbern aussuchen, bei Millionen Arbeitslosen und prekär Beschäftigten.

          • 20. September 2018 um 9:16
            Permalink

            Robbes, einigen wir uns, dass wir die Verbeamtung in diesem Bereich anders sehen,!

          • 20. September 2018 um 9:55
            Permalink

            @ronaldo

            🙂 🙂 🙂

          • 20. September 2018 um 10:30
            Permalink

            denke, dass wir bei der kommmunalen Organisation der Altenheime wieder eher ähnlich denken!

          • 20. September 2018 um 11:10
            Permalink

            @ronaldo

            Wir dürften in einigen Bereichen ähnlich denken. 🙂

  • 17. September 2018 um 12:01
    Permalink

    Die Bahn ist ein mit Milliarden-Aufwand Scheinprivatisiertes (danke rotgrünlinke) Scheinprivatunternehmen!
    „Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert“
    Hier kann man das genial beobachten!

    Es wurden Verträge ausgehandelt, die definitiv zu Lasten des Gemeinwohls gingen! Wer „vergisst“ aufzuführen, dass nicht mehr benötigtes Volksgut wieder in Volkseigentum zurückgeführt wird…. ist ein Straftäter! (Es ist doch paradox, dass nun in vielen Städten Menschen ihr ursprüngliches Eigentum zurückkaufen müssen… siehe Stuttgart!)(weswegen Bahn ja auch sofort eine riesen Immoblienabteilung aufbauen konnte: Gebäude und Land in optimalen City Lagen! Wozu Bahn, wenn Immoblie mehr bringt?)

    2.vergass man zu erwähnen, dass die Infrastruktur- und Sanierungsgelder, die jährlich aus der Sozialkasse flossen auch diesen, ausschließlich der Sanierung und der Instandhaltung zuzuführen seien! Also ging die Bahn mit Steuergeld auf weltweite Einkaufstour! (Wozu Deutsche GemeinwohlBahn, wenn International viel geiler ist?)

    3.gleichzeitig ging man den pseudo wirtschaftwettbewerb weg: man lagerte ganze Regionalbahnen aus, bzw legte sie still: Regionen reanimierten diese und fortan finanzierten Kommunen diese Pseudoprivatbahnen und die DB konnte Geld einnehmen, ob der Streckenbenutzung und oder Bahnhofbenutzung!

    4.das ganze Bahnsystem Bahn ist -analog aller Ökonomie-Entartungen- mittlerweile so Hütchenspielerisch verstrickt, dass Normalos da nicht mehr durchsteigen, ergo kann auch keine Beobachtung seitens des Parlaments erfolgen!

    5.wird ja immer noch das Kirchen-Wirtschaftssystem gemanagt: kirche zahlt 0-10% hat aber 100% zu sagen, volk zahlt 100-90% und hat nix zu sagen!
    (s.Stuttgart: die Bahn zahlt nur einen schwindenden Bruchteil, bestimmt aber nahezu komplett)

    6: die Scheinprivatisierung incl das Outsourcing vieler staatl.Institutionen hatte einen entscheidenen Erfolg: die Gehälter oben konnten explodieren, die Gehälter unten wurden „flexibilisiert“!
    (Meine Steinbrück Frage damals: warum kriegt Grube 3 000 000 mio Euro und Frau Merkel 300 000 euro! Grube hat 3 Millionen nicht verdient, weder leistungstechnisch noch überhaupt! Das wäre SPDlerisch gewesen!)

    Erschreckend ist: die Bahn, die eigentlich aufgrund von tausenden von Eigentumsverkaufen, incl Stilllegungen, incl Massenentlassungen, incl mieser Arbeitsmarktpolitik in reiner McKinsey Denke vollkommen in der Gewinnzone liegen müsste….. rote Zahlen schreibt!
    Die Frage ist: wo bleibt und blieb das ganze Geld?

    Antwort
  • 17. September 2018 um 19:55
    Permalink

    Moin, Loideee…
    Aus genau den Gründen will auch kaum noch wer Busfahrer werden! Viel Stress und wenig Lohn, dafür viel Verantwortung. Und Anerkennung gleich null, bist der Arsch vom Dienst!
    Und dann sind da noch die Zuwanderer, die den Job für lau machen ( müssen).
    Tja, Fachkräftemangel hat halt Ursachen…

    Antwort
  • 17. September 2018 um 20:32
    Permalink

    Das kommt mit doch sehr aus dem Lebensmitteleinzelhandel bekannt vor.
    Egal bei wem ich gearbeitet habe, Wandmaker, Edeka, Markant oder Rewe, in allen Unternehmen gab es immer zwei Probleme, über die die Führungsebene oberhalb des Marktleiters und die selbständigen Kaufmänner jammerten:

    1. „Wir finden kaum noch guten Leute mehr/haben einen Fachkräftemangel.“
    2. „Die Personalkosten sind zu hoch.“

    Ob´s da wohl nen Zusammenhang gibt?!

    Wie auch immer…
    Vor zwei Jahren war ich in einem Markt, der kurzfristig an einen Mitbewerber verkauft wurde. Umstrukturierung. Das neue Unternehmen hat den Markt dann um eine Salatbar und einen Lotto- und Postschalter erweitert, allerdings ohne mehr Personal einzustellen. Es war zwar immer im Gespräch, das mehr Leute eingestellt werden sollten, aber: „Wir finden ja keine Leute!“ Natürlich findet man die nicht, wenn man nur einen Aushang im Markt macht, keine Zeitungsannonce, keine Nachfrage beim Arbeitsamt, nicht mal ein Eintrag auf der Onlineseite.
    Als ein Kollege den Chef mal damit konfrontierte kam der dann sogar mit dem Spruch an:
    „Ja wissen sie eigentlich, wie viel so eine Anzeige kosten? Ich kann ihnen das ja gerne vom Gehalt abziehen.“
    Das traurige an solchen Leuten ist, die halten sich auch noch für schlagfertig. Hauptsache die Ursache liegt irgendwie wieder bei den Arbeitnehmern.
    Mir war eigentlich recht schnell klar, die wollten keine Leute finden, denn das würde ja die Personalkosten erhöhen.
    Ich hab´s dann irgendwann riskiert und habe gekündigt. Mehr Geld kriege ich zwar auch nicht, aber dafür mache ich kaum noch Überstunden, das ist auch mal ein Stück Lebensqualität.

    Antwort
    • 18. September 2018 um 13:06
      Permalink

      Gute Leute? Die meinen GUTMÜTIGE, die mit sich den Mollie machen lassen und fürn Taschengeld wie blöd malochen!

      Antwort
    • 18. September 2018 um 12:41
      Permalink

      Na toll. Zeigts den Amis!

      Nato raus aus Deutschland, Sanktionen aufheben, Gespräche, Handel und kultureller Austausch mit Rußland, Schüleraustauschprogramme, russisch als erste Fremdsprache, Russenhasser wie Grüne kaltstellen – dann brauchen die Russen nicht mit Waffen den dicken Max zu machen.

      Antwort
      • 18. September 2018 um 13:28
        Permalink

        Nato raus aus Deutschland, Sanktionen aufheben, Gespräche, Handel und kultureller Austausch mit Rußland, Schüleraustauschprogramme, russisch als erste Fremdsprache, Russenhasser wie Grüne kaltstellen – dann brauchen die Russen nicht mit Waffen den dicken Max zu machen.

        Auf jeden Fall ! Lawrow spricht auch von einem humanitären, eurasischem Raum.

        https://www.nachdenkseiten.de/?p=46049

        Ich sehe es als Lösungsvorschlag für die Migrationswelle aus Afrika. Nur ein Depp würde so ein Angebot ausschlagen.

        Zur martialischen Übung / Vostok 2018 mit 300 000 Mann und 36000 Militärfahrzeugen

        Es ist Propaganda. Die Russen sind den Amerikanern konventionell weit unterlegen.
        Es wird das falsche Bild von eines konventionell geführten 3 Weltkrieges in den Köpfen
        verriegelt. Dieser Krieg würde wegen der konventionellen Unterlegenheit der Russen sehr schnell
        in der nuklearen Katastrofe enden !!!

        Antwort
        • 18. September 2018 um 13:42
          Permalink

          So ist es. Leider ist genau das die Gefahr. Und Hand aufs Herz: Lawrow und Putin – von den russischen Menschen ganz zu schweigen – sind mir 1000 mal lieber als Trump und unsere gesamte Deppenregierung. Wie werden wir die nur los?

          Antwort
          • 18. September 2018 um 13:54
            Permalink

            unsere gesamte Deppenregierung. Wie werden wir die nur los?

            Ein linker Trump bekäme das hin .-)

        • 18. September 2018 um 17:42
          Permalink

          Die Behauptung der konventionellen Unterlegenheit der RF gegenüber den USA ist so Unsinn und inkompetentes Gerede. Weder die Streitkräfte noch das strategische Konzept der beiden Staaten sind auf dieser Ebene vergleichbar.

          Die USA haben eine von keinem Land übertroffene „blue water navy“, die aber auch kein anderes Land braucht. Vor allem die Flugzeugträgergruppen sind reine Aggressionsinstrumente gegen militärisch wehrlose Länder. Ähnliches gilt für die Luftstreitkräfte.

          Die USA haben seit 1945 keinen einzigen Landkrieg gewonnen, ausser man sieht Grenada als Sieg an oder auch das Ergebnis der Irak- und Jugoslawienaggressionen. Die USA könnten keinen Landkrieg gegen China, Russland oder auch nur Nordkorea erfolgreich führen. Die Russen haben in Syrien mit minimalem Einsatz das Blatt gewendet gegen einen Krieg gegen Syrien, der den Westen, Saudibarbarien und die Golftyranneien geschätzte 120-150 Mrd. $ gekostet hat. Im Georgienkrieg 2008 haben sie demonstriert, dass ihre Truppen direkt aus der Kaserne in den Kampfeinsatz gehen können. Die desaströsen Zustände der Jelzinära sind deutlich Vergangenheit.

          Das russische strategische Konzept ist auf die Verteidigung der eigenen Grenzen und bestenfalls noch des unmittelbaren Einflussbereichs konzentriert. Es beinhaltet kaum Militärbasen im Ausland (Hmeimin), wovon die USA rund 1000 haben. Dazu ist es ein Abschreckungskonzept, nicht nur nuklear. Die RF hat z.B. eine Flotte von Raketenkorvetten und -fregatten, die Marschflugkörper (auch Hyperschall) feuern können und eine asymmetrische Antwort auf die US-Flotte sind. Ihre Feuerkraft ist der von US-Zerstörern praktisch ebenbürtig, dabei können sie teilweise aus Binnenseen und Flüssen mit ihren teilweise nukleartauglichen Marschflugkörpern operieren. Sie stellen auch aus US-Sicht eine ernste Bedrohung der Trägerverbände dar.

          Natürlich ist der Konflikt zwischen den beiden grössten Nuklearmächten hoch gefährlich. Die Gefahr eines Ersteinsatzes sehe ich aber eher bei den USA, die im Unterschied zur RF nie auf die Erstschlagsoption verzichtet haben und schon einmal Nuklearwaffen eingesetzt haben.

          a^2

          Antwort
          • 18. September 2018 um 18:22
            Permalink

            Die Behauptung der konventionellen Unterlegenheit der RF gegenüber den USA ist so Unsinn

            Dann spiel du mal den dritten Weltkrieg im Sandkasten durch 🙂

          • 18. September 2018 um 18:54
            Permalink

            Ich gebe hier unter anderem Überlegungen aus Foreign Policy, The National Interest und ähnlichen Blättern wieder, ok auch aus russischen Quellen natürlich. Wie gesagt, das Gerede von der konventionellen Unterlegenheit der RF ist so Blödsinn. Die RF ist auf den Gebieten, auf die sie Schwerpunkte legt, nicht unterlegen, und das ist vorrangig die Landesverteidigung, nicht die Weltherrschaft wie bei den USA. Die RF bedroht die USA nicht.

            Der Dritte Weltkrieg wäre der letzte, danach könnten sich verkrüppelte Überlebende mit Steinen beschmeissen.

            a^2

          • 19. September 2018 um 8:16
            Permalink

            @aquadraht

            Wow, danke für die Info!

  • 19. September 2018 um 0:32
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    Bleiben wir bei der Bahn. Im Preussischen Eisenbahngesetz von 1835 war noch der Betrieb verschiedener Züge auf einem privaten oder staatlichen Netz ausgegangen worden. Dann stellte sich heraus, dass die private Finanzierung der Strecke mit Zunahme der Netzbildung für Private zunehmend unrentabel wurde. Bestes Beispiel war die Finanzierung mittels Schneeballsystem von Bethel Henry Strousberg.
    Danach kamen die Bahnen in Staatsbesitz. Wenn ich mich nicht irre, waren die Einnahmen des deutschen Reichs 1908 zu 90 % aus den Einnahmen der Staatsbahn gezogen.Vor allem der Dutsche Eisenbahn-Gütertarif zog Industrie und Handel das Geld aus der Tasche.
    Eine Alternative gab es noch nicht, aber ab 1910 sponsorten die Militärs den sogenannten „Subventionslastwagen“. Nach WKI kauften Privatpersonen diese Lkw und machten der Reichsbahn massiv Konkurrenz. Das führte dazu, dass die NSDAP 1934 die Verstaatlichung des Lkw-Transport plante. Das wurde von einflussreichen Kreisen (u.a. Organisation Todt und Daimler) verhindert. Stattdessen wurde das Kartell „Reichskraftwagenbetriebsverband“ RKB gegründet.
    Nach WK II wurde der Verband aufgelöst, die Beschränkung der Genehmigungen und die Tarifpflicht blieben erhalten. Während die Bahn ihre Kriegsschäden selber bezahlen durfte, profitierte der Lkw-Verkehr von den neu gebauten Autobahnen. Das wäre wirtschaftlich nicht so dramatisch gewesen, wenn der Staat den Lkw-Verkehr in Sachen Einhaltung der Sozialvorschriften wirklich kontrolliert hätte. Das tat er aber nicht, sponsored by Daimler MAN und Magirus, und so entwickelte sich der Lkw-Verkehr zur großangelegten sozialen Schmutzkonkurrenz der Bahn.
    Das ist er bis heute, nur, dass der Schmutz heute – sozialpolitisch gesehen – aus den MOE-Staaten kommt. Ich habe bis 1998 zwanzig Jahre selber gefahren. Ich habe gedacht: die sind doch schon ground zero. Die Gosse wird aber bis heute immer tiefer und größer.
    Deswegen gibt es für die Bahn keine Aussicht auf Gesundung. Denn man gewinnt nicht gegen die Gosse, außer, man wird selber eine, was der GDL vorläufig noch verhindert hat.

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    • 21. September 2018 um 9:34
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      „Hohe und ständig steigende Stromkosten gefährden die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie“, äußerte sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Martin Neumann

      Dann müsst ihr euch selbst kleine Gaskraftwerke vors Werkstor stellen damit das Zementwerk,
      die Aluhütte und der Schmelzofen laufen. Könnt ihr doch abschreiben ! Was hat der Steuerzahler
      sonst noch mit euren Gewinnmargen zu tun ?

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