»Ich bin für Flüchtlinge!«

Der größte Vorwurf an Wagenknecht und #aufstehen lautet: Sie agierten nicht internationalistisch. Aber was soll die Absicht, Fluchtursachen vor Ort abzustellen, sonst sein, als ein Bekenntnis zum Internationalismus? Innerhalb des linken Diskurses läuft mächtig was schief.

Einer nationalistischen Linken, wie sie sich unter dem Label #aufstehen sammelt, haben viele linke Linke die Mitgliedschaft verweigert. Für sie ist eine Linke, die auf Ebene des Nationalstaates wirkt, nicht nur ein Irrweg – sie ist Verrat. Denn der Internationalismus, ureigenstes Metier der Linken, würde hier mit Füßen getreten. Das war dann auch ein häufiger Vorwurf in der linken Filterblase an #aufstehen und Sahra Wagenknecht. Sie würden nicht mehr internationalistisch denken, sondern kleinkariert dem Nationalismus in die Puschen helfen. Insbesondere, als Wagenknecht nochmals bekräftigte, dass der Import von Fachkräften ein Missstand sei, bei dem beide Seiten als Verlierer eines solchen Arrangements zu bewerten seien (nämlich in Deutschland lebende Arbeitssuchende wie Arbeitnehmer ebenso, wie die Volkswirtschaften, die ausbilden lassen und die ihre Fachkräfte dann an das Ausland verlieren), brandete erneut Ablehnung auf. Denn so eine nicht internationalistisch tickende Linke will und braucht angeblich keiner.

Da läuft wirklich mächtig was schief im linken Diskurs. Internationalismus wird hier – ob nun absichtlich, fahrlässig, aus Mangel an besserem Wissen oder mit Kalkül, das sei mal dahingestellt – völlig falsch interpretiert. Die internationalistische Linke sah sich ja nie als Internationale der Grenzenlosigkeit, in der alle Völker, Nationen und Volkswirtschaften übergangslos ineinander aufgingen. So vermessen war kein Internationalist je. Internationalist zu sein hieß, dass man gemeinsame Ziele vor Augen hatte, die aber im Rahmen seiner nationalen Möglichkeiten umsetzbar sein sollten. Der linke, sprich der marxistische Internationalismus war mehr als eine Form des Föderalismus gedacht, selbst Stalin kassierte recht schnell etwaige leninistische Megalomanien vom verfassungsrechtlich angestrebten Weltstaat, setzte dem einen »Sozialismus in einem Land« entgegen, eine Theorie, die zwar internationalistische Grundpfeiler hatte, aber so viel Realismus walten ließ, nicht in planlose Grenzenlosigkeiten zu verfallen.

Und die Proletarier aller Länder, die sich vereinigen sollten? Waren die nicht Ausdruck puren, grenzenlosen Internationalismus’, der jetzt bei #aufstehen nichts als lächerlich gemacht wird? Marx und Engels verstanden diesen Aufruf als Schärfung des Klassenbewusstseins, erhofften sich durch die Folgen des Manifests eine parteipolitische Organisation, die zwar über die Grenzen hinweg fungieren, aber innerhalb der vorherrschenden Grenzen wirken sollte. Zu deren Zeiten ging die Freizügigkeit in Europa freilich nicht so leicht von der Hand, von den Füßen besser gesagt, wie das heute der Fall ist. Marx und Engels sahen sich ja gar nicht der Frage ausgesetzt, wie das mit starker Zuwanderung laufen sollte.

Klar gab es seinerzeit auch keine strikten Grenzen und isolationistische Regimes in Europa. Europa bewegte sich. Aber Zuzug von außen gestaltete sich recht übersichtlich, die vereinigten Proletarier sollten ja nicht im Weltstaat aufgehen, von fallenden Grenzen profitierten (oder nicht). Wie ein solcher Staatskoloss regierbar bleiben sollte, insbesondere im Hinblick auf Größe und regionale Unterschiede in Tradition, Rechtspflege und Geographie, war für damalige Denker noch schwieriger vorstellbar als es für heutige Denker, die von der Kommunikationsrevolution der letzten Jahre wissen. Gemeint war seinerzeit wesentlich die proletarische Vereinigung im Klassenbewusstsein. Nicht hilflos zu sein, sich als Klasse organisieren zu können, um als historische Entität zur Entfaltung und zur Verrichtung des historischen Auftrages zu gelangen: Diese Vorstellung nahm sich internationalistisch aus.

Die, die heute als Verfechter der internationalistischen Idee fungieren wollen, setzen den Internationalismus mit No-Border-Rhetorik gleich, mit der sukzessiven Etablierung eines übernationalen Gebildes, in dem die Grenzen abgeschafft gehören – und zwar ohne viel Federlesens. Das aber ist nicht der historische Internationalismus, in dessen Namen sie zu sprechen vorgeben. Der war sich immer seiner nationalen Begrenzungen bewusst. Natürlich sollten die Arbeiter sich ihres Standes bewusst sein. Ob nun Arbeiter in Deutschland oder in Russland: Vereinigt euch, gemeinsam seid ihr stark, zumal ihr ja die Werktätigen, die Produktiven, die eigentlichen Macher des Materiellen seid! – so weit die Botschaft. Von einem Unterbietungswettbewerb internationalistischer Ausformung las man nichts. Dass es verschiedene Prämissen in verschiedenen Ländern gab: Die damaligen Internationalisten haben das nicht einfach ignoriert.

Dass ja dann der Sozialismus in Russland real zu existieren begann, war für sie wider aller kalkulierten Logik. Ausgerechnet dieses Russland, dieses zaristische, erst kürzlich von der Leibeigenschaft befreite Russland! Dass die deutschen Länder, später zum Deutschen Reich zusammengesetzt, in seiner Entwicklung aufgrund geschichtlicher Vorbedingungen weiter entwickelt war: Die zeitgenössische Internationale, bei aller Weltrevolutionsromantik, hat das schon kapiert, ziemlich deutlich bemerkt.

Nein, der Internationalismus, wie er in gewissen Kreisen der Linken mittlerweile begriffen wird, hat überhaupt keine historische Erdung. Er kommt vermessen daher, blind für die realen Verhältnisse und steigert sich in einen oberlehrerhaften Moralismus, den er gegenüber denjenigen anwendet, die für die Idee eines solchen internationalen Gedankens wenig Verständnis aufbringen wollen. Dabei ist er so interpretiert eine leere Hülse. Wenn man es genau nimmt, läuft es nämlich genau andersherum: Es ist nicht so, dass #aufstehen mit Sahra Wagenknecht die Idee des Internationalismus aufgelöst hat. In ihrer Vorstellung liegt eigentlich der tatsächliche, der ursprünglich verstandene Internationalismus begründet: Als föderales Bewusstsein darüber, dass Volkswirtschaften nicht isolationistisch in Grenzen verwaltet werden, ein historisches Fundament haben, auf dem sie Regelungen und Ordnung vollziehen.

Das betrifft vor allem die Arbeitsmigration. In der Fluchtdebatte gestaltet es sich ähnlich. Fluchtursachen zu bekämpfen, vor Ort für Zustände zu sorgen, aus denen Menschen nicht mehr fliehen müssen: Das ist ursprünglich internationalistisch – und nicht etwa das Gegenteil. Zu Anfang der Flüchtlingswelle haben viele gesagt, dass sie für Flüchtlinge seien. Eingebettet war das in einer internationalistischen Interpretation, die mit dieser vormals linken Idee nichts mehr gemein hatte. Denn miteinander wollte man einst anstreben, dass jedes Proletariat für sich einen Ort schafft, in dem es würdig leben kann. Dass dieser Ort an einer Stelle sein sollte, sonst nirgends: Das war nicht die Absicht.

Man sollte aus ganz bodenständigen Überlegungen heraus gegen Fluchtursachen sein – und nicht für die Flucht. Das wäre eine internationale Politik der Verantwortung. Eine, die nicht derart ins Visionäre abdriftet, dass sie den Bodenkontakt verliert. Die Bekämpfung der Fluchtursachen als einen Beleg dafür zu nehmen, dass da jemand von der Internationalen in die Nationale geswitcht ist, ist nicht nur dreist und infam: Es zeigt auch, dass die internationalistische Idee völlig falsch aufgefasst wird in bestimmten Kreisen.


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Defi Brillator
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Defi Brillator

Dazu am besten Hagen fragen: https://www.youtube.com/watch?v=kDV29Kkc-LA

ChrissieR
Mitglied
ChrissieR

Jo geh fott- im Läbe net klappt des do not deme Indernationale Dings do….tät es Beckers ihrn Heinz sage…
Das ist intellektuelle Masturbation, deie von Problemlösungen ablenkt.
Die Einzige, die wirklich gute Ideen hat, ist Frau Wagenknecht , leider hat sie viele Neider….

N e i d e r ...
Gast
N e i d e r ...

Sag bei jemandem bei Lidl doch mal, das du zwar durstig bist, aber keinen jener “bunt-bedruckten-Baumwollzettel” zum tauschen hast -den Schnapps aber trotzdem gern mitnehmen möchtest.

N e i d e r ...
Gast
N e i d e r ...

Sag jemandem bei Lidl doch mal, das du zwar durstig bist, aber keinen jener “bunt-bedruckten-Baumwollzettel” zum tauschen hast -den Schnapps aber trotzdem gern mitnehmen möchtest.

Sukram71
Mitglied
Sukram71

Wenn Leute davon reden Fluchursachen “vor Ort” zu bekämpfen, dann ist das aber häufig nur eine Ausrede, um Flüchtlinge hierzulande abzulehnen und auszugrenzen. Weil die Leute hier können ja kaum den Menschen vor Ort im Ausland helfen und haben deshalb nichts damit zu tun. Und das ist häufig der Grund, warum die Leute für Hilfe vor Ort sind. Das ist dann nicht ihr Bier. Mehr Hilfe vor Ort und die Beseitigung von Fluchursachen ist natürlich dringend nötig, aber das ist etwas wohlfeil, weil da kann man sich auch gleich den “Weltfrieden” wünschen. Es werden aber trotzdem noch Flüchtlinge kommen und… Weiterlesen »

Balmung
Gast
Balmung

Weil die Leute hier können ja kaum den Menschen vor Ort im Ausland helfen und haben deshalb nichts damit zu tun.

Wieso? Ist unser Rüstungsetat etwa zu klein und was ist mit den EU Subventionen, die die Wirtschaft in Afrika zerstören?
Ich würde auch gerne mehr Steuern für Entwicklungshilfe zahlen.

Hapunkt Epunkt
Mitglied
Hapunkt Epunkt

Genau, alles nur Ausreden. Leute die einfach nicht weit genug gedacht haben und sich vorschnell zu komplizierten Themen äussern. Es ist aber auch absolut niemand da, der dem einfachen Bürger auf der Strasse die wirtschaftlichen und ökonomischen Zusammenhänge und die finanziellen Interessen der Banken und Unternehmen in dieser Welt mal in einer halben Minuten erklärt.

Würde man diesen Leute endlich mal die Augen für ihre Machtlosigkeit öffnen, dann würde auch endlich das ständige Rumgejammer aufhören.

Marla
Gast

Hä? Du glaubst allen Ernstes an den Weihnachtsmann…. also an Aufklärung zur Befreiung aus der Unmündigkeit? Heute bewirkt doch Aufklärung das Gegenteil! Der Dumm-bleiben- wollende stirbt undbedarft und glückseelig, dem mit Wissen vollgestopfte platzt das Gehirn!

Schon vor der Banksterkrise wußten viel vom Fußvolk: passt auf, das stimmt so nicht, das geht so nicht……und was brachte ihr ‘Wissen’?

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Klar und wenn die Feuerwehr Brandvermeidungsvorträge hält, dann nur, weil sie zu faul zum löschen ist…

Meine Güte, irgendwas dürfte doch selbst Dir zu blöd sein.

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Erstens wo steht geschrieben, dass #aufstehen eine nationale Bewegung ist? Und zweitens muss man ja nicht unbedingt die Sozen nach machen, die bekanntlich in jedes Höschen schiffen was man ihnen hin hält. D.h. manche Thema, wie z.B. #aufstehen=national=gegen Flüchtlinge sind so etwas von daneben, dass es höchsten als Satire gebrauchen kann. Erörtert man es doch, gewinnen u.a. immer die “linken” U- Boote und Spaltpilze.

Beste Grüße

aquadraht
Mitglied
aquadraht

Ja, danke

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Das verbreiten nun Mal die Masse rechter Fans. Ob als Plan oder Planlosigkeit ist dabei recht egal. Wenn #aufstehen irgend einen Sinn haben soll, dann wäre es ja die Aufklärung, und da spielen dann die Masse falscher Meinungen selbst von Befürwortern eine weit größere Rolle als die Tatsachen dahinter. Und das größte Problem ist dabei, dass die webseite so grausig aufgebaut ist, dass da jegliche Thematik einfach untergeht. Bleibt zu hoffen, dass da noch was kommt – wobei auch die Fragen mehr als schlecht sind. Es ist eine Sache den Leuten nicht komplexe Themen bis ins letzte Detail um die… Weiterlesen »

Pentimento
Gast
Pentimento

Die Linken denken wohl ernsthaft, daß Globalisierung und Internationale das Gleiche sind. Ohne es zu merken, sind sie in voller Fahrt auf den Gegenzug aufgesprungen bzw. gesprungen worden; ich halte sie genau wie die Grünen für vollständig von den Amis unterwandert. Der Artikel ist ein gutes Plädoyer für die kluge Sahra. Danke Roberto, endlich hat man mal ein paar Argumente. Manchmal hab ich das Gefühl, daß die Vorwürfe der Linken an Wagenknecht so primitiv sind, daß die so weit außerhalb ihres Denkens liegen, daß selbst ihr die Argumente fehlen. Wagenknecht bewegt sich auf einem ganz anderen, höheren Niveau. So etwas… Weiterlesen »

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Mich dünkt, dass es politische Kräfte gibt die ein großes Interesse dran haben, der Sache genau so einen Spin zu geben. Das auch Linke darauf hereingefallen ist gewollt.

Beste Grüße

Pentimento
Gast
Pentimento

Da hasr Du recht, Heldentasse, aber diesmal wird es jenen Kräften nicht gelingen. Nachdem nan beobachten konnte, wie die Grünen und die Linke umgedreht wurden, sind deren Machenschaften für alle klar sichtbar. Das dürfte nicht wieder passieren.

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Auch hier wieder, ich wünschte Du hättest recht, allein mir fehlt der Glaube.

Am 9.9 wird das sogn. Lambsdorff- Papier 36 Jahre alt, und es hat spätestens ab da immer nur verschlechtert für die meisten Menschen, trotz sPS und Grünen, die ja damals m.E. noch eine ernst zu nehmende linke Kraft waren. 🙁

Aber bange machen gilt nicht, es gibt ja z.Z. keine gescheite politische Alternative, m.E. außer das was Frau Wagenknecht versucht.

Beste Grüße

Pentimento
Gast
Pentimento

Ich vertraue Sahra und allen die #aufsten!8

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Das wären dann die Linken die dabei mitmachen, obwohl es offensichtlich missbraucht wird.

Oder zumindest nichts dagegen tun, sondern sogar noch ihren Teil dazu beitragen.

Tjo.

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Denke eher, dass Du nicht so ganz begreifst, was Globalisierung ist – und das diese per se nichts böses ist.

Vom hohen Niveau kann man auf der #aufstehen Seite leider gar nichts sehen. Das layout ist eher Grundschul-Niveau in homepage Erstellung und die Fragen so sehr banalisiert, dass das simple “ja, nein, weiß/will nicht” keinen Wert hat.

Die Geschichte hier und da sind ja ganz nett, aber was ist daran neu?

“Götz Aly hat nachgewiesen, daß Neid der Hauptgrund für die Vernichtung der Juden war.”

Auch das ist wieder viel zu sehr vereinfacht…

Chefgenetiker
Gast
Chefgenetiker

Min. 3:33
Das ist natürlich keine feindseelige Haltung gegenüber den ausländischen
Arbeitnehmern aber wir müssen in solch einer Situation natürlich zuerst an
unsere eigenen Landsleute denken ( Willy Brandt 1973 zum Anwerbestop(p) )

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Thema verfehlt, 6 setzen! Die sogn. Gastarbeiter waren keine Flüchtlinge sondern wurden von den Toitschen ins Land geholt um Arbeiten zu erledigen die sie selbst nicht mehr machen wollten oder konnten. Das man keine Arbeitskräfte mehr ins Land holt wenn hier die Arbeit ist ja wohl auch klar, es sei denn man ist neoliberal angehaucht und hofft darauf, dass ein Überangebot von Arbeitskraft die Löhne drückt.

Labbes345
Gast
Labbes345

Wenn es im Land um Vollbeschäftigung gehen soll, ist es scheißegal aus welchen Gründen jemand in den deutschen
Arbeitsmarkt migriert !!!

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Es geht hier im Kontext der Diskussion nicht um Vollbeschäftigung, sondern um humanitäre Hilfe und Integration, und wie man dies am besten bewerkstelligt.

Nulltarif
Gast
Nulltarif

Selbstverständlich geht es um Aus-, und Fortbildung der bereits im Lande Arbeitslosen, insbesondere
weil Integration nur bedingt eine Bringschuld zum Nulltarif ist.
Es muss niemand kommen wenn hier Millionen auf Halde sitzen !!!

Marla
Gast

Das Mantra der Vollbeschäftigung ist ein weiteres linkes (und ja auch Merkelsches ) Falschsingen! Damit macht Linke sich platt bevor sie überhaupt stark werden! Die Idee der Linken müssten urdemokratische Verhältnisse sein: nicht gegen Lohn arbeiten, sondern Zeit für Demokratische Vorgänge haben…. wie in Athen! Und anstatt da Frauen, Kinder und Sklaven fur sich schufftn zu lassen…haben wir Maschinen erfunden! Leute, lasst euch nicht vor das -männlich konstruierte- Vollbeschäftigungs- und Arbeitspflugbild spannen! Männer haben vor Jahrhunderten bestimmt was Arbeit ist und wofür sie bezahlen…. und der Rest war dann Gedöns! Frauen stehen heute wieder an den Werkstoren, um ihren Männern… Weiterlesen »

Balmung
Gast
Balmung

Es geht ja nicht nur um “no border”, mir gehen diese gesamten “Kulturkampf statt Klassenkampf Linken” auf den Sack. Seit den 90ern völlig abgehobene Debatten, um Gender und Diversity, Elitenfeminismus, kulturelle Aneignung, politische Korrektheit, bla, bla, bla. Und honorige Linke wie Corbyn, Werner Rügemer, Lisa Fitz usw. werden als “Antisemiten” diffamiert. Diese Neo-Link*innen sind mir nahezu ebenso fremd, wie es auch die Rechten sind.

Pentimento
Gast
Pentimento

Diese Linken nerven wirklich. Die sind auf Themen ausgewichen, die nichts mit linker, sozialer Politik zu tun haben. Ich hatte viele Bekannte fast soweit, statt sPD links zu wählen. Das war mir dann regelrecht peinlich.

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Was halt nicht stimmt. Du hast nur keine Ahnung davon, was die tun und lässt Dir nur von irgendwelchen anderen was erzählen, die die Linken und vor allem die LINKE aber scheiße finden – völlig egal warum.

Dadurch bekommst Du natürlich nur eins mit: dass die eben scheiße sind.

Tjo. Viel Glück dann mit deren Weg, der im besten Fall “weiter so” bedeutet. Wenn Du Glück hast.

Aber darauf verlässt Du Dich ja zwangsläufig eh, wenn Du nicht selbst denkst und Dich informierst.

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Rate Mal, warum so ein enormer Fokus auf diesen winzigen Teilaspekt linker Politik gelegt wird. Deucht es? Die dritte Welle des Feminismus ist per se sogar rechtsradikalen Ursprungs, wurde nämlich hauptsächlich in den USA gegen die Aufkeimende Kritik am Kapitalismus ins Leben gerufen. Ist “Mann” Schuld kann ja nicht mehr “Kapitalist” schuld sein. Wer sich nur auf Frauenrechte versteift, ist letztlich ein Sexist und bekämpft linke Politik. Wer allgemein für Menschenrechte kämpft und dann innerhalb dieser auch für Frauenrechte, usw als besonderen Fokus, das ist wieder ein anderes Thema. So würde zumindest die Realität aussehen, aber die interessiert ja nicht.… Weiterlesen »

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

Sehr treffender Artikel Roberto!
Die Vorstellung, man könne gleich die Ganze Welt aus den Angeln heben, anstatt da anzufangen, wo man in einem organisatorisch abgegrenzten Raum Gestaltungsmöglichkeiten hat, ist schlicht absurd.
Kein anderes Land als unseres wäre derart prädestiniert dafür, mit aktiver Friedenspolitik und Entwicklungshilfe hervorzutreten.
Das Gegenteil haben wir schon zur Genüge unter Beweis gestellt.

R_Winter
Mitglied
R_Winter

Im Artikel gefunden……

Da läuft wirklich mächtig was schief im linken Diskurs……

Internationalistisch
Internationalismus
Internationalismus
Internationalistisch
Internationalismus
Internationalistische
Internationalist
Internationalist
marxistische Internationalismus
leninistische Megalomanien
nternationalistische Grundpfeiler
grenzenlosen Internationalismus
proletarische Vereinigung im Klassenbewusstsein
internationalistischen Idee
Internationalismus
hstorische Internationalismus
Internationalisten
Internationalismus
Internationalismus
Internationalismus
isolationistisch
internationalistisch
internationalistische Idee

Da läuft wirklich mächtig was schief im linken Diskurs….

Ja, stimmt.

Mit diesen Phrasen werden bestimmt von den 100.000 Registrieren bei #Aufstehen 80.000 zum Austritt getrieben.
Mit dieser schmalzigen Rhetorik legt man ein „vergifteten Apfel“ bei #Aufstehen ab

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Bezweifle, dass auch nur 1% dieser möglichen 80.000 diesen Blog auch nur kennen. Aber ja, natürlich bringt das nichts. Aber ja, überzeugen wird man damit niemand. Per se ist das mit den Beiträgen nicht dumm, leider müsste man diese viel besser einbinden und darauf dann aufbauen, aus dem präsentierten (und vll gar mit anderen vernetzten) Einzelfall dann eben das Politikum machen. Genau das geschieht bisher einfach nicht, ist also ein Rückschritt zur LINKER Politik (deren Hauptproblem an sich nur ist, dass es in Deutschland keine relevanten Oppositionsmedien gibt und selbst vermeintliche linke Blogs – die ja kaum wer liest –… Weiterlesen »

Pentimento
Gast
Pentimento

@seyinphyin,
was diese “vermeintlichen linken Blogs – die ja kaum wer liest – ” und die “die linke Seite weit mehr angreifen als alle anderen…” betreiben, ist doch Masturbation.

Marla
Gast

Aus meiner bescheidenen Frauen- und historischen Sicht, waren rechts und links (weiblich/mänlich, ying/yang) klare inhaltliche Schwerpunkte! Männer guckten in die Ferne, Frauen auf ihre Familien……. Linke kämpften für Rechte in Kuba, in Nicaragua, in Südafrika (wahrend ihre Kinder verlodderten) dafür kämpften dann rechts-konservative fürs Daheim (wobei sie da Frauen und Kinder verloddern ließen) Mit dem Ausbruch der Ökonomie Diktatur sind Rechte wie Linke auf Internationalismustour und damit Co-Täter der Globalisierungsausbeuter! (und Frauen und Kinder verloddern!). (Die Genossen der Bosse, die Kosmopoliten, die sind glücklich im Gedanken am Jenseits! 😉 Und mit dem ErinnerungskulturDiktat haben sich sogenannte Linke selber neurolinguistisch umprogrammiert!… Weiterlesen »

Sally Ride
Gast
Sally Ride

Mein Musikabspiel-Gerät hat aber numal Drehregler, kannst du mir das mit dem Links und Rechts nochmal ohne Schieberegler und stattdessen mit Drehreglern erklären ? Auch fürs einschalten muss nämlich ein Knopf gedreht werden -und bitte, keine “Wasserhahnwitze” mehr, wir haben im Haushalt “only” Einhandhebelmischbatterien 😉

Loco
Gast
Loco

Manchmal habe ich das Gefühl innerhalb der Linken ist der Kompass für die wirklich wichtigen gesellschaftlichen Themen verloren gegangen. Anstatt sich mit der wachsenden Armut und Ungleichheit zu befassen, wird leider viel zu oft von “Aktivisten” aus unserem politischen Spektrum viel zu viel Zeit mit esotherischen Themen verschwendet (Diskussionen über das richtige Gendern von Texten oder die Beschäftigung mit “Tierrechten”, um zwei zu nennen). Daher wundert es wenig, dass jene die sich abgehängt fühlen den Weg zu einer falschen “Alternative” finden, dieser Fokus auf Partikularinteressen muss Menschen, die ihre Miete nicht zahlen können, Angst um ihren Arbeitsplatz haben oder sich… Weiterlesen »

Schweigsam
Gast
Schweigsam

Du schreibst wirklich gute Beiträge, das macht mich neugierig: bist du in der Politik aktiv tätig oder was machst du so, wenn ich mal fragen darf 🙂
Und bist du auch schon bei #aufstehen dabei?

Gruß

Loco
Gast
Loco

Dank dir 🙂

Zum Thema politisch Aktiv: Ich habe mich eine Zeit lang in der Hochschulpolitik engagiert (Bildungsstreik, Kampf gegen Studiengebühren, AStA-Arbeit), viele Dinge die ich in meinen Kommentaren hier (teilweise etwas polemisch) zur Sprache bringe haben mich auch damals schon beschäftigt und gestört.

Was Aufstehen angeht, halte ich den Vorstoß von Sahra Wagenknecht und ihren Mitstreitern für einen Hoffnungsschimmer in dieser politisch trostlosen Zeit. Daher werde ich mein bestes tun, um meinen Teil zum Erfolg von Aufstehen beizutragen, auch wenn ich noch nicht klar sagen kann in welcher Form dies geschehen wird (mein Leben ist im Moment stark im Fluss).

Schweigsam
Gast
Schweigsam

Besten Dank für deine nette Antwort!
Ich hoffe noch weitere gute Kommentare von dir zu lesen!

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Ist hat nur nicht der Fall. Wenn es um Politik geht, sollte man halt nicht nach Gefühl gehen (zumindest nicht als Basis), sondern nach den Fakten.

Gerade die LINKE hat kein einziges der großen gesellschaftlichen Themen ja aufgegeben, ganz im Gegenteil. Dass man in der Oligarchenpresse davon nichts liest ist klar und die sozialen Medien werden natürlich von den straff organisierten Trollarmeen dominiert, die das logischerweise auch nicht thematisieren.

Aber klar, geht man dann nach Gefühl, rennt man (wie die meisten) den Rechten nach (das ist ja der Sinn des ganzen Theaters) oder verkriecht sich weinend im Keller oder dergleichen. *shrug*

Loco
Gast
Loco

Worauf willst du schon wieder hinaus? Ich habe lediglich meine Einschätzung, woran es in unserem politischen Spektrum hakt geäußert. Diese basiert, ganz nebenbei, auch auf persönlichen Erfahrungen – in der politischen Arbeit, in der Diskussion mit Mitstreitern oder auf Demos. Leider ist mir in diesem Zusammenhang genau jene Blindheit für das Thema gesellschaftliche und wirtschaftliche Ungleichheit aufgefallen. Eigentlich clevere Menschen verbunkern sich in seltsamen Anschauungen mit dem Hang zum Sektiererischen – eine Tatsache, die ich verdammt schade finde! Nebenbei sich an dem Wort “Gefühl” aufzuhängen ist schon ein klein wenig rabulistisch! Auch ist es ziemlich unterkomplex der “Systempresse” die negative… Weiterlesen »

Linksman
Gast
Linksman
Meles meles
Gast
Meles meles

Jetzt dacht ich: “Welche Armleuchter von Eltern taufen ein Kind auf den Namen “Tazler Martin” ?”

Der gute Mann macht ein Faß von Widersprüchen auf die nie existierten.

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Hab das noch nirgendwo als Vorwurf gesehen, aber notfalls kann man sich den ja einfach ausdenken.

Was die große Masse an #aufstehen toll findet ist auch so eine Vorstellung: nämlich dass Wagenknecht und Lafontain es deswegen aufgebaut haben, weil die LINKE ja für Flüchtlinge ist und Wagenknecht (angeblich) dagegen.

Das glauben sehr viele #aufstehen Begeisterte (was allein schon richtig toll ist…).

Das häufigste Argument gegen #aufstehen ist dagegen, dass es halt einfach nur eine ‘Bewegung’ ist, bzw nicht einmal das, sondern sogar nur eine (nicht sonderlich gut gemachte) Web-Seite.

Und LINKE finden natürlich nicht toll, wenn man all ihre Themen einfach sinnlos auslagert.

Pentimento
Gast
Pentimento

Was die Web-Seite betrifft, da muß ich Dir recht geben. Gutes Design ist teuer. Warum bringst Du Dich nicht selbst ein?

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