Der Sozialstaat ist unbezahlbar!

Letzte Woche ließ die Bildzeitung die Öffentlichkeit wissen, dass wir 2017 so sozial waren wie nie zuvor. Immerhin hätten wir ja auch so viel Geld in den Sozialsektor gesteckt wie nie. 36,5 Milliarden mehr als noch 2016. Fast eine Billion Euro war uns das Soziale folglich wert. Arbeitgeber und FDP kritisierten das natürlich umgehend. So eine Debatte wollte die Bildzeitung freilich auch entfesseln, die Zahlenspiele sollten abschrecken und Angst machen, dass sich Leistung am Ende also doch nicht mehr lohne. Dass sich die Aussagekraft dieser Zahl am Bruttoinlandsprodukt (BIP) orientieren müsste, darüber ließ man sich dann nicht weiter aus. 29,6 Prozent des BIP waren es nämlich, die ins Soziale flossen. Wenig mehr als 2016, mehr oder weniger so viel, wie in den letzten 25 Jahren auch. Dass Deutschland also zum Hypersozialstaat geworden wäre, kann man rechnerisch nicht nachvollziehen.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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Defi Brillator
Defi Brillator
4 Jahre zuvor

Die daraus resultierende Entwicklung ist mit der SciFi Serie Incorporated schon dokumentiert.

Jarek
Jarek
4 Jahre zuvor

Ich finde es immer wieder erquickend, dass Versicherungsleistungen einfach in einen Topf mit dem Namen „Sozialstaat“ geschmissen werden. Zum einen werden sie, bis auf Steuerfinanzierung der RV, von den Versicherten finanziert, zum anderen hält sich der soziale Ausgleich innerhalb dieser SV durch die Höchstbemessungsgrundlage in Grenzen.

Will man wirklich die Wirksamkeit des Sozialstaates messen, dann muss man betrachten, wie ausgleichend, egalisierend er wirkt. Und damit sieht es wahrlich nicht gut aus.

...so gemein(t)?
...so gemein(t)?
Reply to  Jarek
4 Jahre zuvor

Sozialleistungen und da allen voran Harz-IV -als eine

Wahl des Lebensstiles oder als Alternative, um wenig-

gemochte Jobs, nicht selbst annehmen zu müssen ?

Friedhelm
Friedhelm
4 Jahre zuvor

Nicht zu vergessen die Ersparnisse der Leistungsbezieher. Es war schon immer so, dass Dritt-, und Eigenhilfe vor dem Bezug von Sozialleistungen zu erbringen sind. Das war vor Schröders Agenda schon so. Was soll der arbeitslose Millionär auch mit seiner Villa
und dem Hubschrauber ?

Die Eigenleistung ist jedoch gestiegen. Was der Leistungsbezieher verscherbeln muss, braucht der Sozialstaat nicht mehr zu leisten.
Es klingt ja großherzig was im Sozialgesetzbuch steht. Laut § 12 Abs. S. 4 SGB II muss ein selbst genutztes Haus von angemessener Größe oder eine entsprechende Eigentumswohnung vor Hartz 4 – Bezug nicht verramscht werden.
Tatsächlich aber doch, wenn man sich trennt, der Partner oder die Partnerin verstirbt und deshalb die Hausgröße nicht mehr „angemessen“ ist oder das Land ums Haus größer als ein Handtuch ist. Jeder Bauer der in die Pleite gezwungen wurde, freut sich über 800 qm „Freibetrag“.
Auf dem Papier leistet der Sozialstaat Grandioses …… bis man das Kleingedruckte liest !

Die Enteignung der Bürger kommt in Sozialstatistiken nicht vor !

bernie
bernie
4 Jahre zuvor

Und wo ist das Geld geblieben? Bei meiner Familie, die wirklich in einer Notsituation steckt, ist bis heute nichts davon angekommen. Im Gegenteil wir müssen alles selbst finanzieren, und stehen dadurch bald vor dem finanzellen und sozialen Aus – Hast eine demente und parkinsonkranke Mama im Haus, oder im Altersheim, kannst alles bezahlen (nur weniges zahlt der Staat) – und die einzige Schuld meiner Mama ist schwerstpflegebedürftig geworden zu sein. Wobei schon das Wort „Schuld“ zynisch ist denn sie kann nichts dafür so krank geworden zu sein….
Und interessant fände ich mal in den Medien was über solche Fälle zu lesen, denn wir sind kein Einzelfall und es gibt auch Profiteure von dieser Lebenssituation – z.B. haben meine Nachbarn ein Haus weil die alte pflegebedürftige Person es verkaufen musste um die Pflegekosten zurück zu bezahlen.

Oder die osteuropäische Leiharbeitsbranche, aber das ist ein eigenes Thema und mit den Leuten, die diese Arbeit oft ungelernt machen müssen, und manchmal sogar ohne deutsche Sprachkenntnisse, redet auch keiner……von unseren Medien….oder selten…

Gruß
Bernie

Aufgewachter
4 Jahre zuvor

Die Finanzierung der jahrtausendebekannten Arbeitsverweigerer und Langzeitsarbeitslosen im Zinsstromland ist unbezahlbar! Das finde ich auch

Sowie die Bäche sich in die Flüsse ergießen und die Flüsse in die Ströme und die Ströme ins Meer, so strömen die Zinsen aller vom IWF verschuldeten Länder dieser Erde direkt an die Zinsmeute des Zinsstaates für den nächsten Galaabend samt dem Tanz der Zins-Vampire auf dem Mitternachtsball.

Treffenderweise trägt dieser Ort zurecht den Namen Zinsstromland, nicht zu verwechseln mit dem Zweistromland, welches in fast unmittelbarer Nachbarschaft zu den jahrtausendebekannten Arbeitsverweigerern und Langzeitarbeitslosen liegt, vor denen schon in der Bibel gewarnt wurde.

Sowie die BIZ, macht auch der IWF seinem Namen alle Ehre. Wir erinnern uns, die Firmenbezeichnung muß nach §18 Abs. 2 HGB der Wahrheit und Klarheit entsprechen, um eine Täuschung über die Art und den Umfang des Geschäftes zu vermeiden.

Wie bei der Kreditirrenanstalt für Wiederneuverschuldung (KfW) arbeitet auch die Zinstruppe der Internationalen Währungs Feinde (IWF) recht zinsgallig. Zu den Hauptaufgaben des Zinsgesindels gehört es rohstoffreiche Länder von der eigenen Entwicklung abzuhalten, daher auch der Name Entwicklungsländer.

Die Entwicklungsländer hätten sich seit der Gründung des IWF im Jahre 1944 eigentlich bis zu unserem Tech-Level entwickeln müssen, aber das Einzige, was sich dank des IWF dort entwickelt hat sind die Hungersnöte, Krankheiten, Epedemien, Schulden und Schuldabhängigkeiten von den Zins-Blutsaugern.

Dies erreicht die Zinsbande dadurch in dem stets großzügige Kredite an Staaten vermitteln werden, die meist auf kurz oder lang direkt in den Zins-Exitus, also Staatsbankrott führen oder zumindestens den Kurs der Nationalwährungen plötzlich ordentlich Samba tanzen lassen.

Die Destabilisierung der Nationalwährungen ganzer Staaten mittels der Zinsfolter, wie auch der Förderung der Zahlungsunfähigkeit zwecks Aufnahme neuer Kredite zur Aufrechterhaltung der Zinsströme in den Zinsstaat gehört daher zum Höllenqual-Standard-Repertoire des IWF.

Rohstoffreiche Länder können dank des IWF immer wählen auf welche Weise sie dabei unterstützt werden wollen. Entweder durch die Zins/Derivaten-Bombe oder durch die Uranbombe/Atombombe. Da soll noch einer sagen, daß der IWF keine Wahlfreiheit zuliesse.

Das Zinsstromland
https://aufgewachter.wordpress.com/2018/05/25/das-zinsstromland/