Wir linkes Pendant zu Compact

Nun gut, dann sind die neulandrebellen eben wie das Gegenteil der Hauspostille der AfD, wie Compact. Wenn das ein Vorwurf gedacht war, der uns treffen sollte, dann muss an dieser Stelle festgestellt werden: Is nich! Eigentlich steckt da sogar ein bisschen Lob drin.

Seit Mitte März wissen wir Bescheid, was die neulandrebellen sind: »Naja, das linke Pendant zu Compact der AfD. Keine Analysen sondern eher wütende Kommentare zur Regierung oder zum Weltgeschehen. Kein Mehrwert.« Mit diesen Worten hat uns ein User bei Facebook bewertet. Was als negativer Eintrag gemeint war, nehmen wir aber positiv. Gut, unsere Analysen mögen nicht immer wissenschaftlich korrekt sein – und inhaltlich schlagen wir auch einen anderen Ton an als Compact. Ganz anders eigentlich. Compact ist ja die populistische Zeitung, die den Soundtrack zu Pegida und AfD liefert. Populistisch ist hingegen ein gutes Stichwort. Sind die neulandrebellen populistisch?

Ja! Recht oft sogar. Wir geben ja zu, dass wir Inhalte herunterbrechen und auf den Kern abschmelzen. Dass wir polemische Mittel anwenden und den Fokus auf Themen lenken, die natürlich viel weitschweifiger, ausgiebiger und komplexer sind, wie es ein üblicher Blogeintrag erlauben würde. Aber was bitte ist daran negativ? Etwas kompakt darzustellen ist ja auch ein Dienst am interessierten Zeitgenossen.

Wir kratzen hier ein großes Problem der Linken: Sie bringt ihre Themen nicht immer auf den Nenner. Warum? Weil sie die Komplexität der Dinge würdigt und weil sie Debatten zuweilen zu opulent führt. Das ehrt sie, kostet aber auch Aufmerksamkeit. Denn da klinken sich die Menschen gerne mal aus. Zuweilen, wenn sie müde von der Arbeit nach Hause kommen, wollen sie es kompakt und auf den Punkt. Müdigkeit: Das ist auch so ein unterschätzter Faktor. Der Populist weiß von der Müdigkeit seiner Abnehmer, er trifft also eine thematische Vorauswahl und bemüht sich, seine Sichtweise so unter die Leute zu bringen, dass sie auch Laune haben, der Sache zu folgen.

Natürlich ist man damit in Deutschland immer schon sehr vorsichtig gewesen. Populärwissenschaftliche Arbeiten verschmäht man hierzulande gerne, die Leute könnten ja plötzlich was begreifen, was sie bei den Theoretikern und Gelehrten nur unzureichend verstanden haben. Wo kämen wir da hin, wenn Herr Omnes plötzlich einen Durchblick bekommt?

Gut, so vermessen sind wir ja nun wahrlich nicht. Wir sind keine Populärwissenschaftler, die leicht und locker den vollen Durchblick in Aussicht stellen. Wir liefern einen linken Blick auf die Dinge; teilen mit, wie wir als Bürger die Welt sehen. Wir gehören zum Volk – ja, wir sind auch das Volk. Als Teil des populus schreiben wir daher auf unsere Art und Weise populistisch. Mit allen Vor- und Nachteilen. Einen Vorwurf kann man uns daraus wohl nicht machen. Tut uns leid, dass wir uns nicht so weit abheben wollen, um zur Avantgarde gezählt zu werden. Für diese Haltung sind wir die falschen Leute.

Wie gesagt, die Linke braucht auch populistische Angebote. Und das sind wir. Wer deswegen meint, wir lieferten eine schlechte Performance, muss sich ja als Frage gefallen lassen: Ist es nicht scheiße, dass die Rechten offenbar leichter ihre Themen unter die Leute bringen? Liegt das nur am Stoff oder nicht auch daran, wie man ihn präsentiert? Wir linkes Pendant zu Compact: Das klingt für die neulandrebellen nicht ganz schlecht.


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Loco
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Loco

Ehrlich gesagt verstehe ich die Abneigung welche bestimmte Teile der linken Szene gegenüber Populismus haben nicht. Wenn es darum geht Sachverhalte gegenüber Menschen klar zu machen, die sich nicht oder noch nicht mit einem Thema beschäftigt haben kommt man ohne Vereinfachungen nicht aus – Pädagogen reden hier von didaktischer Verkürzung. Auch finde ich es seltsam, wieso das Ansprechen von Emotionen bei bestimmten Themen so verpönt ist. Wenn man dies trotzem tut wird einem häufig eine “verkürzte Kapitalismuskritik” – häufig mit dem dem Totschlagargument antisemitisch zu sein – vorgeworfen. Als ob abstraktes geschwurbel gewürzt mit aus dem Zusammenhang gerissenen Adorno-Zitaten in… Weiterlesen »

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Problem ist die Propaganda, die “Populismus” per se als etwas in jeder Hinsicht negatives hinstellt – dabei bedeutet Populismus ja nun erstmal, sich nach dem Volk zu richten. Dies soll an sich (mal wieder und alles nicht neu) als etwas per se Schlechtes gesehen werden – da die Rechten ja (nicht nur die neuen, auch die alten…) das Volk eh als Pöbel ansehen, dessen Meinung und vor allem Wohl keine Bedeutung hat. Kostet doch alles zu viel… Dabei ist den alten Rechten (der “Mitte”) die Verurteilung der neuen Rechten (die dieser Mitte ja letztlich eh nur als Schlägertruppe dient –… Weiterlesen »

ReiHe44
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ReiHe44

Meine Erkenntnisse tendieren in der gleichen Richtung.

aquadraht
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aquadraht

Richtig linkspopulistisch seid Ihr erst, wenn Lederer “Parteiausschluss”, “Querfront, Verschwörungstheoretiker, Aluhut” schreit, oder sonst jemand von der Hipsterpest in der Linken. Strengt Euch an. Klare Kante gegen Atlantiker und Necons.

Tom Wellbrock
Admin

wenn Lederer

Ich glaube, da war sogar mal was. Auf Facebook.
Hab ich aber leider nicht dokumentiert. Blöd, wäre historisch gewesen.

Linksman
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Linksman

Der glitschige Senator zeigt schon mal seine Scheidelinie herum. Eklig.

Hasi
Gast
Hasi

Wie furchtbar ahnungslos und peinlich er zu Wirtschaftstheorien daherquasselt !! Kaum zu glauben.
Bei einem Achtklässler wäre jetzt die Versetzung gefährdet. Dem Lederer drückt man hingegen hunderte von Millionen
in die Hand. Er denkt wahrscheinlich:” Was die in Brüssel können, kann ich auch!”

Loco
Gast
Loco

Au Backe! Diese Tweets zu lesen tut beinahe körperlich weh!
Wenn sich noch mehr solcher Gestalten in der Linken durchsetzen dann gute Nacht :/
Einen weiteren Klon der Grünen (auch liebevoll Bionade-FDP genannt) brauchen wir wirklich nicht…

Linksman
Gast
Linksman

FC Bayern-Keeper Oliver Kahn formulierte mal vor einem wichtigen Auswärtsspiel:
“Das Stadion und ganz Deutschland wird gegen uns sein – etwas schöneres gibt es nicht.”
Rock on!

Tom Wellbrock
Admin

Ich finde, wir sollten noch viel populistischer werden.

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Auja, ich helfe!

Der Feminismus ist das Sahnehaeubchen auf der neoliberalen Scheisse-Torte des Untergangs!

Jetzt ihr

Kalle
Gast
Kalle

»Naja, das linke Pendant zu Compact der AfD. Keine Analysen sondern eher wütende Kommentare zur Regierung oder zum Weltgeschehen. Kein Mehrwert.«

Woher soll der Nährwert auch kommen ? Sofern ich das richtig weiß, ist der Lapuente gelernter Schweißer und die Frau
Wellbrock, BäckereifachverkäuferIn. Klatsch und Tratsch eben. Man muss nicht jeden Hobbyblog überbewerten weil da jemand was aufgeschrieben hat.

Rudi
Gast
Rudi

@Kalle
Jede Negativbewertung deines Beitrags ist eine Überbewertung deiner Argumentationshöhe.

R_Winter
Mitglied
R_Winter

@Kalle
Besser „Schweißer“ als „Kalle-Scheißer“.

und die Frau Wellbrock, BäckereifachverkäuferIn

…Wenn sie bei Neulandrebellen schreiben würde, bestmmt nicht auf „Kalle-Niveau“….

Ursula Mohnhaupt
Gast
Ursula Mohnhaupt

Der Lapuente ist Kopfschlächter von Beruf. Spanischer Kopfschlächter, spezialisiert auf Streichelzootiere.

Rudi
Gast
Rudi

Der Begriff Populismus ist kompliziert, zumindest für mich. Üblicherweise wird hauptsächlich von Populismus gesprochen, wenn er mit links oder rechts in eine Wortverbindung gebracht wird. Das dokumentiert die Vorherrschaft derer, die sich der politischen Mitte zuordnen. Denn in diesem politischen Sektor scheint es keinen Populismus zu geben. Dabei ist er der dominierende: der neoliberale. Er beherrscht die öffentliche Kommunikation. Er ist es, der aus Interessen scheinbare Fakten werden lässt. Der liberale Populismus versteht bestens, seine Themen zu platzieren und wirksam werden zu lassen. Denken wir etwa an die sozialen Reformen der SPD/Grünen-Regierung, die eine Gesellschaft tiefer zu spalten verstand, indem… Weiterlesen »

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Ganz klar und gut herausgearbeitet, der Populismus ist aus linker Sichtweise in sich total widersprüchlich. Alleine schon deshalb weil Populisten keine politische Aufklärung betreiben, sondern viel eher Nebelkerzen zünden um ihre politische Agenda voran zu treiben.

Beste Grüße

Arielles
Gast
Arielles

Alleine schon deshalb weil Populisten keine politische Aufklärung betreiben, sondern viel eher Nebelkerzen zünden um ihre politische Agenda voran zu treiben. Dann säßen ja nur Populisten im Bundestag. Jeder Abgeordnete kann Aufträge an die Fachbereiche der wissenschftlichen Dienste des Bundestages vergeben, wenn er was nicht weiß, oder er kann selbst in die Parlamentsbibliothek mit 1,4 Mio. Bücher latschen. Er könnte die Bücher vom Wilhelm Heitmeyer z.B. Bücherliste : http://www.uni-bielefeld.de/ikg/Literaturliste_final_1.3.17.pdf aus den Regalen ziehen und lesen, dass die Agenda der Parteienmitte den Rechtsruck in dieser Gesellschaft und in Europa verursacht hat und nicht irgendwelche “Flüchtlinge” und Scheindiskussionen über sie. Das ist… Weiterlesen »

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Das ist dann aber kein Populismus…

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

die Antagonismen der Eliten gegenüber den 99 Prozent zu verschleiern.

Du ueberschaetzt das eine Prozent. Der Mensch im 21sten Jahrhundert ist ein durch und durch korruptes Wesen. Reformation (im woertlichen Sinn) geht nur globalgesellschaftlich.
Selbst wenn wir die oben wie auch immer absaegen: was danach kommt taugt genauso wenig.

Robbespiere
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Robbespiere

@Exaybachay

Du ueberschaetzt das eine Prozent. Der Mensch im 21sten Jahrhundert ist ein durch und durch korruptes Wesen.

Also ich halte die Mehrheit eher für erpressbar, wg. der Machtverhältnisse , in denen das 1% die Politik korrumpiert.

Reformation (im woertlichen Sinn) geht nur globalgesellschaftlich.

Also nie! Das ist wie der Versuch, beim Hausbau mit dem Dach zu beginnen.

Selbst wenn wir die oben wie auch immer absaegen: was danach kommt taugt genauso wenig.

Wenn man danach in der parlamentarischen Demokratie steckenbleibt sicher.

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Also ich halte die Mehrheit eher für erpressbar, wg. der Machtverhältnisse , in denen das 1% die Politik korrumpiert. Na, da muss man unterscheiden. Fast jeder Buerger ist ein Zyniker; fast jeder Arme, entwicklungshalber, ein Opportunist und nicht zimperlich bei der Wahl der Mittel. Solcherlei Verhaertung kann nicht an einem Abend wegdisputiert werden. Also nie! Das ist wie der Versuch, beim Hausbau mit dem Dach zu beginnen. Das ist der Grund, weshalb ich den Kollaps fuer unausweichlich halte. Selbst wenn, mit Betonung, Deutschland sich irgendwie repariert: der Ansturm der Entrechteten ist mit einer liberalen und im Ansatz humanistischen Demokratie nicht… Weiterlesen »

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Exaybachay

Na, da muss man unterscheiden. Fast jeder Buerger ist ein Zyniker; fast jeder Arme, entwicklungshalber, ein Opportunist und nicht zimperlich bei der Wahl der Mittel.

M.M.n. hat der Mensch sowohl gute als auch schlechte Anlagen.
Was am Ende dominiert, hat entscheidend mit der individuellen und der gesellschaftlichen Sozialisation zu tun.
Beides, Gesellschaft und Familie, als deren Keimzelle, beeinflusst sich gegenseitig.
Das Ergebniss kann gelebter Humanismus oder Ellenbogen_Mentalität sein.

Wenn man der Schaumkrone der menschlichen Fäkaliengrube das Agendasetting kampflos überläßt, bekommt man halt das, was aktuell en vogue ist.
Scheiße gehört eben regelmäßig untergepflügt!

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Ja, und diese Gesellschaft wurde seit 70 Jahren auf Ellenbogen trainiert. In der Folge gibt es bedeutend zu wenig Menschen, die in der Lage sind, irgendetwas umzupfluegen, und eine gemeinsame Linie gibt es ohnehin nicht.

Was es gibt ist ein Berg hoffnungsloser und zorniger Maenner. Wohin das fuehrt ist historisch bekannt.

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Exaybachay Ja, und diese Gesellschaft wurde seit 70 Jahren auf Ellenbogen trainiert. In der Folge gibt es bedeutend zu wenig Menschen, die in der Lage sind, irgendetwas umzupfluegen, und eine gemeinsame Linie gibt es ohnehin nicht. Deiner Analyse stimme ich grundsätzlich zu, nur dass ich der Meinung bin, dass es nicht an der Fähigkeit fehlt, etwas zu verändern, sondern am Willen. Es ist das Ergebnis einer desillusionierten Unterschicht und einer Mittelschicht, die nicht erkennen will, dass sie mit Erstgenannten im gleichen Boot sitzt, auch wenn der persönliche Wohlstand derzeit noch für eine komfort-Kabine reicht bzw. die ihre Verlustängste auf von… Weiterlesen »

Exaybachay
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Exaybachay

Es ist das Ergebnis einer desillusionierten Unterschicht und einer Mittelschicht, die nicht erkennen will, dass sie mit Erstgenannten im gleichen Boot sitzt, auch wenn der persönliche Wohlstand derzeit noch für eine komfort-Kabine reicht bzw. die ihre Verlustängste auf von “Oben” erzeugte Strohmänner lenken läßt. Nein, ich denke nicht, dass Mittel- und Unterschicht im selben Boot sitzen. Die Oberschicht braucht die Mittelschicht zum ausueben sozialer Kontrolle ueber die Unterschicht und die Buerger wissen das. Die Verachtung von Armen ist in der buergerlichen Linken fest verankert. Hier raecht sich die Marginalisierung der Maenner: fuer gesellschaftliche Veraenderung braucht es Mut und Rueckgrat und… Weiterlesen »

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Exaybachay Nein, ich denke nicht, dass Mittel- und Unterschicht im selben Boot sitzen. Die Oberschicht braucht die Mittelschicht zum ausueben sozialer Kontrolle ueber die Unterschicht und die Buerger wissen das. Das kling zunächst einmal logisch, aber wie wir sehen, schrumpft die Mittelschicht zusehends, was nach deiner These kontraproduktiv für die Oberschicht sein muss, verliert sie doch dadurch zusends die Kontrolle über die wachsende Unterschicht. Die drohende Hartz4- Knechtschaft macht ja auch vor der Mittelschichtstür nicht halt. Hier raecht sich die Marginalisierung der Maenner: fuer gesellschaftliche Veraenderung braucht es Mut und Rueckgrat und das ist allerorten ausverkauft. Klar, die von der… Weiterlesen »

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Ja da stimme ich bei vielem ueberein, aber Das kling zunächst einmal logisch, aber wie wir sehen, schrumpft die Mittelschicht zusehends, was nach deiner These kontraproduktiv für die Oberschicht sein muss, verliert sie doch dadurch zusends die Kontrolle über die wachsende Unterschicht. Es ist eine Pyramide, je weiter oben einer ist desto wertvoller ist er fuer den Staat. Die Elite der Mittelschicht weiss, dass sie gebraucht wird, haeuft an was geht und laesst niemanden durch. Gleichzeitig uebernimmt das Jobcenter zunehmend die Funktion sozialer Kontrolle. Die Erpressbarkeit ist da, keine Frage: aber der Buerger dieser Zeit laesst sich gern erpressen. “Haben… Weiterlesen »

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Noch dazu:
Habe kuerzlich gelesen, dass die Geburtenraten in der Mittelschicht Nachkriegsrekord sind derzeit. Das passt nicht zum Szenario der bedrohten Mittelschicht.

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Exaybachay

Habe kuerzlich gelesen, dass die Geburtenraten in der Mittelschicht Nachkriegsrekord sind derzeit. Das passt nicht zum Szenario der bedrohten Mittelschicht.

Das ist vielleicht wie in der dritten Welt, wo ein Wohlstandsverlust mit Kinderreichtum ausgeglichen wird. 🙂

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Dann muesste die Unterschicht schneller wachsen, insbesondere da man in D. mit 3 Kindern + H IV ganz gut leben kann…

Augen zu und durch, es huelft nuescht.

Pruchtfresse
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Pruchtfresse

In Afrika sind Kinder mit unserer Ex-Rentenversicherung vergleichbar. Die Kinder drücken ihren alten Eltern direkt im familiären Umfeld etwas Geld ab und übernehmen körperlich schwere Arbeiten.
So wie bei uns in der Mittelschicht bald. Die Kinder ziehen die Belagerungskatapulte ihrer Eltern und schleppen die Findlinge fürs Kanzleramt.

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Exaybachay Es ist eine Pyramide, je weiter oben einer ist desto wertvoller ist er fuer den Staat. Stimmt schon, aber das ist eben nur die Sahnehaube der Mittelschicht. Das Gros befindet sich auf dem Weg nach unten. Angestellte Lehrer, die zum Beginn der Sommerferien aufs Arbeitsamt geschickt werden, Dozenten an Unis, die nur noch schlecht bezahlte Befristungen erhalten, hochquqlifizierte Leute, die nur noch über Zeitarbeitsfirmen nachgefragt werden oder der Stellenabbau gut bezahlter Fachkräfte in der Industrie. All das ist Mittelschicht und befindet sich auf dem absteigenden Ast. Die Erpressbarkeit ist da, keine Frage: aber der Buerger dieser Zeit laesst sich… Weiterlesen »

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Dass er sich gerne erpressen läßt,… Sich erpressen lassen entbindet von Verantwortung, viele schaetzen das. So auf der Ebene “Ich muss sanktionieren, ich werde dafuer bezahlt!” Wir diskutieren ueber den Stellenwert der 1%. Nach wie vor meine ich, dass der Fokus auf diese mehr schadet als nuetzt. Einerseits, weil man es sich damit einfach macht und aus der eigenen Verantwortlichkeit stiehlt. Andererseits, weil die Herausforderungen unserer Zeit massiv multifaktoriell und auch dadurch so bedrohlich ist. Ein paar Faktoren: * Wertverlust von Arbeit durch Maschinen * Klimawandel und Armutsmigration * Generationskonflikte * der Krieg der Geschlechter und die Folgen fuer Familie… Weiterlesen »

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Exaybachay Wir diskutieren ueber den Stellenwert der 1%. Nach wie vor meine ich, dass der Fokus auf diese mehr schadet als nuetzt. Einerseits, weil man es sich damit einfach macht und aus der eigenen Verantwortlichkeit stiehlt. Andererseits, weil die Herausforderungen unserer Zeit massiv multifaktoriell und auch dadurch so bedrohlich ist. Den Fokus auf die 1% oder vielleicht auch etwas mehr zu legen, halte ich insofern für korrekt, weil sie die Initiatoren der von dir w.U. genannten Probleme sind bzw. deren Lösung aktiv verhindern. Bei der Frage nach dem “cui bono” landet man eben leider immer wieder bei genau dieser Gruppe.… Weiterlesen »

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Den Fokus auf die 1% oder vielleicht auch etwas mehr zu legen, halte ich insofern für korrekt, weil sie die Initiatoren der von dir w.U. genannten Probleme sind bzw. deren Lösung aktiv verhindern. Und ich finde nach wie vorher, dass du damit der Komplexitaet der Sachlage nicht gerecht wirst. Das 1% ist nicht homogen, dass sind Menschen mit sehr verschiedenen Interessen, die in verschiedene Richtungen ziehen (z.B. Musk gehoert zu denen, die an Loesungen arbeiten). Weiterhin steht dem wie gesagt die Mittelschicht im Wege, die keinesfalls unschuldig ist und bitte auch nicht fuer naiv gehalten werden sollte. Das sind gebildete… Weiterlesen »

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Exaybachay Und ich finde nach wie vorher, dass du damit der Komplexitaet der Sachlage nicht gerecht wirst. Das 1% ist nicht homogen, dass sind Menschen mit sehr verschiedenen Interessen, die in verschiedene Richtungen ziehen (z.B. Musk gehoert zu denen, die an Loesungen arbeiten). Was die persönlichen Neigungen betrifft, hast du durchaus recht, aber in einem Punkt sind sie eben doch homogen, nämlich in ihrer Neigung unentwegt weiteren Reichtum anzuhäufen, ohne die Folgen für ihre Mitmenschen oder Umwelt zu bedenken. Oder nach Epikur: Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug! Wer nicht aufhören kann zu fressen, obwohl er schon… Weiterlesen »

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Da fehlt oftmals die Fähigkeit sich vorzustellen wie es ist, wenn sich eine wachsende Zahl existenzbedrohter Menschen mit Gewalt das holt, was man ihnen freiwillig nicht gibt.
Wenn Moral und Humanismus am oberen Ende der Verwertungskette keinen Wert darstellen, verlieren sie auch am unteren Ende ihre Bedeutung und die Mittelschicht ist schon allein aus geographischer Sicht dem näher.

Ja, das kann ich so unterschreiben.
Die Folge ist mindestens global wachsende, gewalttaetige Anomie; ein konstruktiver Diskurs auch nur in Deutschland ist nicht vorstellbar- zu vielfaeltig sind die Konflikte, zu wenige sind geistig frei genug.

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Sorry, aber das ist zu einfach und ein beliebtes “Argument” der Korrupten – das ihr Verhalten einfach normal sei. Nur würde die Welt dann ganz anders aussehen, z.B. würden die Korrupten dann ziemlich schnell von den Missbrauchten umgebracht werden, wenn diese genauso korrupt und gierig wären…

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Was ich gesagt habe ist: der Fokus auf das eine Prozent ist naiv oder verheuchelt: die ganze Gesellschaft ist krank.

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Exaybachay

die ganze Gesellschaft ist krank.

Stimmt, aber der Eiterherd, von dem die Infektion der ganzen Gesellschaft ausgeht, hat schon genau da seinen Sitz, wo sich die Macht bündelt.

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Die Verantwortung waechst mit dem gesellschaftlichen Rang, das stimmt.
Das aendert aber nichts an der in der Unterschicht grassierenden Dysfunktionalitaet (EDIT: und dem Zynismus der buergerlichen).

Vermutlich waere, aus humanistischer Perspektive, ein baldiger globaler Kollaps der schleichenden Entmenschlichung durch Gated Communities und No-Go-Areas vorzuziehen.

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Exaybachay

Vermutlich waere, aus humanistischer Perspektive, ein baldiger globaler Kollaps der schleichenden Entmenschlichung durch Gated Communities und No-Go-Areas vorzuziehen.

Man arbeitet geflissentlich am Kollabs, da mach dir mal keine Sorgen.
Die Summe der Menschheit ist schlicht zu dämlich, um zu erkennen, dass es im Erdschatten keinen Klon selbiger gibt, den man erneut ruinieren könnte.

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Man arbeitet geflissentlich am Kollabs, da mach dir mal keine Sorgen.

Hier aber wiederum nicht das eine Prozent:
Die wollen hauptsaechlich in Ruhe weiter die Welt beherrschen.

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Exaybachay

Hier aber wiederum nicht das eine Prozent:
Die wollen hauptsaechlich in Ruhe weiter die Welt beherrschen.

In Ruhe die Welt beherrschen wird schwierig, wenn man massiv in Rüstungsunternehmen investiert ist, Resourcen auf fremdem Territorium plündern will und die Politik motiviert, aus wirtschaftlichen Interessen Kriege zu führen oder ein Land zu Tode zu sanktionieren, um genehme “Geschäftspartner” zu istallieren.

Exaybachay
Mitglied
Exaybachay

Ja, schleichende Ghettoisierung gegen globalen Kollaps. Den Kollaps wollen die 1% sicher nicht.

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Er ist eigentlich überhaupt nicht kompliziert, wird nur – wie so viele andere Worte -sehr oft völlig falsch verwendet und das meistens mit blanker Absicht.

Frage ist dann oft eigentlich nur noch, ob das gebriefte Lohnschreiber sind, die ein neues Wort unter die Leute bringen sollen oder halt so typische Papageiköppe, die was Neues gehört haben und das dann einfach nur ewig nachplappern (per se kann das jedem mal passieren, aber die Penetranz ist dann nochmal ein anderer Level).

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Nun gut, dann sind die neulandrebellen eben wie das Gegenteil der Hauspostille der AfD, wie Compact. Ja dann nennt euch doch bitte auch in Zukunft die “#neuland † stürmer”! 😉 Aber wenn ihr Rebellen sein wollt dann denkt bitte mal über folgendes nach: Die Linkspopulisten sehen die Sache so: Die Menschen stehen vorm Schaufenster und können sich für das Produkt Emanzipation oder Barbarei entscheiden. Und nur weil die Barbarei die geschicktere Werbung platziert hat, entscheiden sich die leeren Subjekthüllen für sie. Den Massen wird nicht einmal zugetraut, eine rassistische Partei zu wählen, weil sie selbst rassistisch denken; sie sind immer… Weiterlesen »

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Wie wäre es mit “vague” (deutsch diffus)? Wäre das englische Gegenteil zum ebenso englischen “compact” (ebenso auf Gedanken bezogen). Und klingt voll vogue.

aquadraht
Mitglied
aquadraht

Ich halte das für ziemlichen Stuss. Es geht darum, statt gestelzter “urban gebildet emanzipatorischer” Faselei klare Worte zu finden, die Positionen klar machen, Positionen auf der Seite der Arbeiterklasse, der Volkssouveränität, der Unterdrückten. Dabei ist eine klare Sprache wichtig, kein Gendergefasel. Der pseudolinke Zensur- und Privatisierungssenator Lederer hat wegen der Formulierung “gestylter NATO-Strichjunge” Maas einen Parteiausschluss gefordert. DAS macht die Linke kaputt, dass die Arschkriecher und Profiteure des Kippinglagers jede klare Sprache verbieten wollen. Opportunismus sehe ich eher da, wo an die Stelle konkreter, umsetzbarer Losungen wolkige verlogene “Ideale” treten, so statt Austritt aus der NATO (was Deutschland machen kann,… Weiterlesen »

Linksman
Gast
Linksman

@aquadraht
Lederer ist sogar noch feiger:
Er hat einen Kreuzberger Bezirksheini vorgeschickt, der bei der zuständigen Landesschiedskommission jämmerlich scheiterte.
Genauso wie bei der Anti-Sahra-Petition 2016 (nicht mehr online): Der Name des Herrn Senators fehlte, während sein verpartnerter Mann (Oskar Lederer) draufstand.

ChrissieR
Mitglied
ChrissieR

Vollkommen Banane in welcher Schublade Ihr steckt! Hauptsache es gibt Euch!
Das ist doch sowas von deutsch….
Lieber populistisch als populär ( im Sinne von Mainstream) !

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Oder doch besser “Freie Bahn mit Marzipan!”? 😉

Beste Grüße

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