Özil, der Deutsch-Türke

Jetzt hat er sich also doch geäußert. Mesut Özil hat eine Stellungnahme abgegeben, in der er mit dem DFB abrechnet, aber auch mit der deutschen Erwartungshaltung ihm gegenüber. Nachdem er sich lange in Schweigen gehüllt hatte, ist sein Statement jetzt umso bemerkenswerter. Und Özil trifft den Punkt ziemlich genau.

Ihm fehle die Loyalität des DFB, einiger Sponsoren, und ihn überrasche (und schockiere) die Erwartungshaltung ihm gegenüber. Noch viel mehr aber wundere ihn, wie sein Foto mit dem türkischen Präsidenten tatsächlich als Begründung für die schlechten Leistungen der Deutschen bei der WM in Russland herhalten müsse.
So verwunderlich ist das aber gar nicht.

Zunächst einmal ist (und war) es ein Witz, Özil wegen seines Fotos in dieser Form zu kritisieren. Merkel geht gleich mit der ganzen Mannschaft duschen, und Özil soll sich nicht auf einem kurzen Termin mit Erdogan fotografieren lassen? Das ist albern, es ist absurd. Wenn wir schon das politische Wirken anführen wollen, dann muss erwähnt werden, dass jeder Spieler, der sich mit Angela Merkel fotografieren lässt (oder sie gleich in die Dusche einlädt), damit ihre neoliberale Politik unterstützt.
Alleine dieser Satz wirkt komisch, oder? Denn wer bringt Auslandseinsätze, Armut, Privatisierung, sinkende Renten und das Ausbluten anderer Länder schon mit einem Kicker der Fußballnationalmannschaft in Verbindung? Normalerweise niemand. Im besten Fall regt man sich als Fußball-Fan darüber auf, dass Merkel überhaupt die Nähe zur Nationalmannschaft sucht. Weil Fußball eben Fußball ist, da soll die Merkel am besten fernbleiben.

Aber die Fußballer selbst stehen kaum in Kritik, wenn sie sich mit Merkel zeigen. Die wenigsten macht das irgendwie an, aber was soll‘s?! Ist halt so. Mund abwischen und weiter.

Özils Foto aber erfüllte zwei Zwecke. Zum einen diente es dazu, ein gut geöltes Schwarz-weiß-Bild zu entwerfen. Böser Özil, gute Deutsche. Gute Deutsche, die bei jedem Spiel nach dem bösen Foto mit lauten Pfiffen darauf hinwiesen, dass sie politisch und moralisch auf der richtigen Seite stehen. Auf der Seite derer nämlich, die wortlos den „Flüchtlings-Deal“ mit Erdogan hinnehmen, auf der Seite derer, die kein Problem mit Waffenlieferungen in die Türkei haben. Auf der Seite derer, die schockiert sind, dass sich Özil mit dem bösen Erdogan ablichten ließ.
Es ist das gute, alte Feindbild-Prinzip, das hier einmal mehr greift. Je schlechter Özil ist, desto besser muss die andere Seite sein. Alleine diese Sicht ist hochgradig zynisch.

Der zweite Zweck des Fotos: Ein Deutsch-Türke kann nicht zum Erfolg der Nationalmannschaft beitragen. Ein Deutsch-Pole wie Miroslav Klose oder Lukas Podolski dagegen schon. So sehr sogar, dass sie niemals Deutsch-Polen genannt wurden. Aber ein Deutscher mit türkischen Wurzeln? Nein, das kann nicht sein, und alle ham‘se recht, denn die Deutschen sind nach der Vorrunde nach Hause gefahren, das muss an Özil gelegen haben. Genaugenommen geht es hier ebenfalls um das Schwarz-weiß-Bild, das gerade beschrieben wurde.

Es ist überflüssig, darauf hinzuweisen, dass Özil fußballerisch in der Nationalmannschaft einen schlechten Job gemacht hat. So wie nahezu alle seiner Kollegen auch. Es sollte daher ebenfalls überflüssig sein, darauf aufmerksam zu machen, dass selbstverständlich nicht Özil alleine für das frühe Ausscheiden verantwortlich ist. Man muss schon auf einem sehr dünnen Brett sitzen, wenn man diese Herleitung tatsächlich ernsthaft unterstellen will.

Doch auf Özil wurde eine Hexenjagd eröffnet, nachdem er sich mit Erdogan hat fotografieren lassen. Man kann davon ausgehen, dass die auch ganz schnell wieder beendet worden wäre, hätte die Mannschaft gut gespielt und hätte womöglich Özil ein entscheidendes Tor oder eine wichtige Vorlage gegeben. Aber so kam es bekanntlich nicht. Also kam Özil gerade recht, um ein Ventil zu konstruieren, mittels dessen man sich Luft verschaffen konnte. Und das, ohne die Nationalmannschaft als „Gesamtkunstwerk“ zu beschädigen.

Das alles ist schäbig, von Anfang an gewesen. Nach Özils Statement, der klare Worte gefunden hat, wird es noch viel schäbiger. Und der DFB steht in besonders schlechtem Licht da. Denn ein Deutsch-Türke hat die WM nicht versaut.
Das war ganz und gar reine deutsche Maßarbeit.  [InfoBox]

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R_Winter
R_Winter
3 Jahre zuvor

Der Artikel entspricht meinen Vorstellungen.

Ist eigentlich bekannt, dass Özil und Löw den gleichen Berater (Quellle: FAZ) haben?

Vielleicht kann mir einer Hilfe geben: Wann hatte Özil für die Nationalmannschaft ein „gutes“ Spiel geliefert?

Sportlich gehört Özil lange nicht mehr in die Bierhoff/Löw-“ Mannschaft“. Der sportliche Aspekt sollte ausschlaggebend bei der Nominierung zur WM/EM sein und nicht „Marketinggründe“……..

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Tom J. Wellbrock
3 Jahre zuvor

Es scheint im Sportmanagement aber Andere gegeben zu haben, die ganz offensichtlich von Mesut Özil überzeugt gewesen sein müssen. Sonst hätten sie doch diesen Spieler nicht in den WM-Stammkader aufgenommen. Özil war sicherlich nicht der Quotentürke. Dafür ist bei einer so wichtigen Angelegenheit der Nationalen Sicherheit, Verzeihung, von so hohem Nationalen Interesse kein sentimentaler Platz! Mit anderen Worten: Irgendwas wird er schon besser gekonnt haben als die deutsche-deutsche Konkurrenz. Ihre (gesellschafts-)politische Einschätzung der Angelegenheit teile ich, möchte aber einen Aspekt hervorheben. Der mediale Angriff auf Özil erfolgte vor der WM und war dem gesamtgesellschaftlichen Rechtsruck gewidmet (nicht geschuldet). Was die Herren Agendaschmiede übersehen hatten war, dass Özil vom deutschen Wohlwollen längst nicht mehr abhängig war. Und so ging halt schief, was schief gehen konnte.

Zurücklehnen, Schadenfreude genießen und das Ende des Sommerloches abwarten – bei diesem Wetter kein Problem!

Rudi
Rudi
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

@ Drunter&Drüber

>>Es scheint im Sportmanagement aber Andere gegeben zu haben, die ganz offensichtlich von Mesut Özil überzeugt gewesen sein müssen. Sonst hätten sie doch diesen Spieler nicht in den WM-Stammkader aufgenommen.<<

Uli Hoeneß, Bratwurstproduzent, Fußball- und Steuer-Experte, sagt über Özil: "Der hat seit Jahren einen Dreck gespielt." Und der muss es wissen.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Rudi
3 Jahre zuvor

Ist der Herr im DFB-Präsidium bekannt, im Trainerstab oder sonst irgendwie als Fachmann aufgefallen?

Rainer N.
Rainer N.
3 Jahre zuvor

Das war eher NICHT Özil … das wurde nur in seinem Namen verfasst … PR eben … und dann auch noch in Englisch … wenn er sich an Deutsche wendet!

Warum jetzt und nicht sofort? Nun, er hoffte wohl mit einem weiteren Titel … der seinen Marktwert … das ist in die Hose gegangen … und da er in Zukunft wohl eher nicht mehr in die Nationalelf eingeladen worden wäre, wegen seiner mangelnden Leistung … ja auch andere Spieler haben eine mangelhafte Leistung abgeliefert … tritt er großspurig zurück … nur PR …

ach, ich habe eh keine gute Meinung vom „Leistungssport“. Wer da nicht dopt … da muss man wohl mit dem Mikroskop suchen … mit einer Lupe reicht das sicher nicht um einen ungedopten zu finden … die armen Asthmakranken …

Sport kann durchaus gesund sein … aber eben nicht als Spitzensportler … und nicht übertrieben … und so Leistungen wie bei Triathlon …

wie war das … Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln … so ist inzwischen auch „Spitzensport“ …

war ja in der Antike nicht anders … da waren es die Städte … nun die Staaten … und wenn ich dann an die Medaillenspiegel denke … fühle ich mich bestätigt, Sport ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, weil Kriege … lieber nicht bei uns … aber so in anderen Ländern … SCNR

Heldentasse
Heldentasse
3 Jahre zuvor

Auch mal wieder so ein Nebenschauplatz wo immer auch die Gefahr besteht, dass der Diskurs darüber mehr kaputt macht als dieser einem Linken nutzen könnte. Im Grunde ist es ein Minenfeld, ohne Nährwert wenn man da durch kommen sollte.

Beste Grüße

P.S.: Fast hätte ich geschrieben, dass es mir doch egal ist ob in einem total durch kommerzialisierten Sport der eine Millionär dem anderen vor das Scheinbein tritt.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Heldentasse
3 Jahre zuvor

Fast hätte ich gelesen, dass Sie fast etwas geschrieben hätten. Puh, Glück gehabt…

Pruchtfresse
Pruchtfresse
Reply to  Heldentasse
3 Jahre zuvor

Im Grunde ist es ein Minenfeld ohne Nährwert

Özil ist doch dieser Mann aus dem Eis, nä ?

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Pruchtfresse
3 Jahre zuvor

Nö, der Typ aus dem Eis heißt doch Urmel!

Rudi
Rudi
3 Jahre zuvor

Auch das betrifft Özil:

„Anfang Dezember 2016 wurde im Rahmen der Veröffentlichungen der Enthüllungsplattform Football Leaks bekannt, dass die spanische Steuerbehörde von Mesut Özil eine Steuernachzahlung in Höhe von 2.017.152 Euro eingefordert hatte. Außerdem war eine Strafzahlung von 789.963 Euro gegen ihn verhängt worden. Nach den von Football Leaks veröffentlichten Informationen soll Özil über Offshore-Scheinfirmen, Schweizer Konten und Strohmänner Steuern hinterzogen haben. Dieser mutmaßliche Steuerbetrug sorgte für breite Kritik in der deutschen Öffentlichkeit. Özil zahlte im Februar 2016 Steuern in der verlangten Höhe nach. Gegen die Strafzahlung erhob er Einspruch. Eine Entscheidung der spanischen Justiz über die Strafzahlung stand Anfang 2018 noch aus.“

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

OT – aus Gründen hier
Es heißt Pidgin, wie wir wissen, seit uns die verschiedenen Niveaus des Fünfstufigen bekannt sind.

Art Vanderley
Art Vanderley
3 Jahre zuvor

Wo sind eigentlich die politisch Korrekten bei dem Thema? Sonst immer die Klappe meilenweit offen mit Nazivorwürfen, wenn sachliche Migrationskritik geäußert wird, hier aber, wo die Herkunft beim Bashing zumindest eine teilweise Rolle spielt, das Schweigen im Walde.

Rudi
Rudi
Reply to  Art Vanderley
3 Jahre zuvor

@ Art Vanderley

Nimm lieber inhaltlich Stellung, statt nutzfrei herumzubaldavern.

Art Vanderley
Art Vanderley
Reply to  Rudi
3 Jahre zuvor

@Rudi
Wie du meinst. Erste Stellungnahme: Man sollte Anderen nicht genau den Schwachsinn vorwerfen, den man selber betreibt.

AmiGoHome
AmiGoHome
3 Jahre zuvor

Özil ist kein Deutsch-Türke sondern ein Türk-Deutscher. Das ist ein Unterschied,

Linksman
Linksman
3 Jahre zuvor

Herr Grindel gehörte als CDU-MdB zur kleinen Minderheit, die einem Gesetz gegen Abgeordneten-Bestechung so gar nichts abgewinnen konnte. Das politisch unverdächtige Fachblatt „Kicker“ wies darauf schon bei Grindels Nominierung hin.

MacMorri
MacMorri
3 Jahre zuvor

Das einseitige Einschiessen und Eindreschen auf eine Person, die als Verursacher der Pleite des Deutschen Fussballbundes ausgemacht wurde, ist nur als hinterfotzig und peinlich anzusehen. Plötzlich kommen aus dem Nichts Tausende Fussballexperten auf die Bildfläche, die noch niemals ein gutes Spiel von Mesut Özil gesehen haben wollen. Das liegt aber ganz sicher nicht daran, dass er tatsächlich niemals ein solches abgeliefert hätte. In seiner Wahlheimat England spielt er Saison um Saison eine entscheidende, tragende und erfolgreiche Rolle in seinem Verein, für diese Leistungen heimst er dort regelmässig gute Noten in Fachzeitschriften ein. Zudem gab es nachweislich eine Menge an Spielen als Nationalspieler, für die ihm von Kicker und Sportbild Bestnoten gegeben wurden. Offensichtlich kann die Entscheidung des Bundestrainer seine Nominierung betreffend so falsch nicht gewesen sein.
Man muss ihn nicht mögen, nicht sympathisch finden oder einer seiner Fans sein (auch ich kann seinem Drang nach ständiger PR und seiner persönlichen Zurschaustellung nichts abgewinnen) – aber er hat wie jeder (auch im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehende) Mensch das Recht auf einen respektvollen Umgang.
Das wollte ich mal los werden. 😉

UJ
UJ
3 Jahre zuvor

Zu Merkels Kabinenbesuch: Ich finde diesen aus einem ganz anderen Grund bedenklich. Man mache nur die Gegenprobe und überlege, was in den Medien loswäre, wenn unser Bundespräsident beschlösse, dasselbe bei der Nationalmannschaft der Frauen zu versuchen…
Die Kabine sollte m.E. ein privater, geschützter Raum sein. Politiker haben da nichts verloren. Selfies imho auch nicht.

Zu Özil: Ich fand das Erdoganfoto 2018 dumm. Das 2016 auch. Und die beiden davor auch. Interessanterweise hat sich über die aber kaum einer in den Medien aufgeregt. Die heutige Aufregung ist also etwas scheinheilig.
Was das 2018er Foto zum Aufreger gemacht hat, sind vielleicht 2 Dinge:
1. Die persönliche Widmung, die Gündogan auf sein Trikot gekrizelt hat („Voller Respekt für meinen Präsidenten“)
2. Die Flüchtlings- und damit auch ein Stück weit die Identitätskrise in der Deutschland sich befindet. Nicht erst seit der Kölner Sylvesternacht wächst die Skepsis gegenüber Muslimen kontinuierlich. Sie müssen sich gerade für alles Mögliche (und Unmögliche) rechtfertigen und ihre Loyalitäten erklären. Das ist weder fair noch besonders rational. Es erklärt aber, weshalb Özils und Gündogans Verhalten so hohe Wellen schlug. Die Aktion der beiden kam eben bei vielen Menschen nicht so an, wie die Spieler es nach außen verstanden wissen wollten, nämlich als Ausdruck der Wertschätzung für ihre familiäre Herkunft (ob das ihre Hauptmotivation war und nicht vielmehr wirtschaftliche Interessen, sei einmal dahingestellt). Die Aktion wurden von vielen Bürgern jedoch als Illoyalität und Undankbarkeit gegenüber der Gesellschaft gewertet, die den Fußballern ihr Ansehen und ihren Reichtum erst ermöglicht hatte.

Interessant ist, dass die Debatte um Özil kreist. Nicht um Gündogan. Das ist irrational, finde ich, denn Gündogan ist mit seiner Widmung ja noch einen Schritt weitergegangen als der Gelsenkirchener. Die Erklärung, die er abgab, ändert daran nicht viel.
Aber immerhin: Er hat sich erklärt. Özil nicht. Das war ein Fehler. Und vom DFB war es ein Fehler, nicht auf eine Erklärung zu drängen. Die hätte ja nicht lang sein müssen, eine Reaktion in 280 Zeichen hätte gereicht. Und dann hätte sich der DFB glaubhaft hinter die beiden Spieler stellen können. So war es jedoch nur ein schlichtes Rumgeeiere. Entweder man hat ein Problem damit, dass Spieler der DFB-Auswahl mit ausländischen Regierungschefs posieren, oder man hat keines. In beiden Fällen wäre eine klare Kommunikation erforderlich gewesen.

Özil im Nachhinein zum Sündenbock zu machen, war unter aller Sau – um es einmal drastisch zu sagen. Sich hinter dem vermeintlichen sportlichen Aspekt zu verstecken, wie es Bierhoff tat, war es ebenfalls. Die Mannschaftsleistung als solche war grottig, das alles Özil anzulasten zeugt meines Erachtens nicht von Rassismuss, sondern von Feigheit und der Unfähigkeit zur Selbstkritik.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  UJ
3 Jahre zuvor

Dass „die Aktion bei vielen Menschen nicht so ankam, wie…“ ist das Ergebnis einer Mobbingkampagne, die im Vorfeld der Fußball-WM von ein paar allzu übermütigen Kampagneros aus dem Bereich Bertelsmann, Springer, Burda, ÖR und Private losgetreten wurde. Die Herrschaften dachten, ihnen gehöre die Welt. Sie denken es immer noch. Allerdings vermute ich, dass da ein paar harsche Kommentare in den Redaktionskonferenzen gefallen sind. So eine Kampagne loszutreten, um sie dann voll zu versemmeln, das wirft kein gutes Licht auf die Intrigenkompetenz der Protagonisten. Andererseits, Erdogan vor’s Schienbein zu treten, ist inzwischen zum billigen Volkssport verkommen. Vielleicht haben da ein paar Praktikanten geübt, als sich ihre Herren auf Zypern am Strande wälzten. Nichts Genaues weiss man nicht.

UJ
UJ
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

Mobbingkampagne ist mir zu krass. Ich denke, dass es eher ein AntiStreisand- oder Gutjahreffekt war. Soll heißen: Özil und seine Berater verhielten sich zurückhaltend, („don’t feed the trolls!“), gaben damit aber jeglichen Einfluss auf die öffentliche Meinung aus der Hand. Der DFB ist imho in die gleiche Falle getappt, verhielt sich darüber hinaus aber noch deutlich ungeschickter. Was das eiligst anberaumte Treffen mit dem Bundespräsidenten sollte, verstehe ich bis heute nicht. Außer, dass Grindel auch mal vor dem Schloss Bellevue posieren wollte, fällt mir kein Grund ein.

Vielleicht war der DFB auch deshalb so zurückhaltend, weil der die Bewerbung zur Ausrichtung der EM 2024 nicht gefährden wollte. Einziger Konkurrent: die Türkei. Insofern kann man schon sagen, dass die Debatte um Özil von Anfang an eine politische ist.

R_Winter
R_Winter
3 Jahre zuvor

Özil-Affäre gefährdet deutschen Zuschlag für EM 2024

Rassismus-Vorwürfe als Strategie: Die Konkurrenz um die EM 2024 zwischen Deutschland und der Türkei könnte hässliche Züge annehmen.

Die Affäre um den zurückgetretenen Nationalspieler Mesut Özil ist nicht nur zum Politikum geworden. Ihre massiven Auswirkungen gefährden immer mehr die Bewerbung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) um die Europameisterschaft im Jahr 2024. Gegenkandidat ist die Türkei – und aus Kreisen des europäischen Fußballverbandes Uefa ist die Befürchtung zu hören, dass das Duell um das lukrative Turnier zu einer Schlammschlacht werden könnte.
Am Uefa-Sitz in Nyon am Genfer See wird nach Informationen der F.A.Z. derzeit der Versuch der türkischen Bewerber registriert, die Verwerfungen um Özil gezielt zu nutzen, um unter Funktionären, die am 27. September über den Ausrichter im Jahr 2024 entscheiden werden,

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/oezil-affaere-gefaehrdet-dfb-zuschlag-fuer-fussball-em-2024-15708206.html

Hinter der türkischen Champagne gegen den DFB steht die in London ansässige PR-Agentur Vero Cummunicion, die schon in Sachen
– Qatar (2022) und bei den
– Olympischen Spielen in Rio (2016) „erfolgreich“ war.
Özil traue ich keine „Stellungnahme“ in english zu.

Asche auf´s Haupt, wer schlecht dabei denkt – auch wenn er meistens Recht hat…..

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  R_Winter
3 Jahre zuvor

Was sollen wir jetzt tun? Den Despoten vom Bosporus stoppen, eine neue Kampagne kreieren „vom Despoten zum Irren“, die Europameisterschaften 2024 boykottieren, wenn Russland daran teilnehmen darf? Tomas Müller zum Weltfußballer erklären und Messi sowie CR7 vergrätzen?

Vero Communications haben doch nach dem Brexit ein ganz anderes Problem zu lösen, denke ich mal.

R_Winter
R_Winter
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

@Drunter & Drüber

Es geht in dieser Sache (im Moment) nicht um „was sollen wir machen?“,
sondern erst einmal um Kenntnisnahme.

Grundsätzlich sollte gelten: Wir sollten uns nicht immer wieder blauäugig vorführen lassen und schon überhaupt nicht, den Vorgang auf die lächerliche Schiene schieben.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  R_Winter
3 Jahre zuvor

Nun, ich sehe das so, dass dieser Vorgang an Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten ist.

Mensch
Mensch
6 Monate zuvor

Wow Roberto, beim Stöbern in alten Beiträgen zum Zwecke des Jahresrückblick, war ich recht schnell des Thema Corona überdrüssig und hab‘ auf Sport geklickt.

Nicht Eure Paradedisziplin, wie zumindest mir scheint – allein der eher spärlichen Beiträge wegen. Viel scrollen war jedenfalls in der Rubrik Sport bis zum Jahr 2018 nicht nötig.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie der gute Mesut niedergemacht wurde. Für mich ein genialer Kicker, der nur nie für den richtigen Verein kickte😉 Wohingegen Gündogan, der sich ebenfalls nach der Befindlichkeit der Deutschen mit dem falschen Staatsoberhaupt (, der der einstigen Maxime „Satire darf alles“ gar Ziegenficker genannt werden durfte, so jedenfalls damals das Gros der Qualitätsmedien. Ach wenn der Maßstab auch für Lauterbach, Drosten und den Rest der Panikritter nicht nur gelten, sondern auch ordentlich Gebrauch gemacht würde …☺️) ablichten ließ, glimpflich davon kam. Der hat halt das vollzogen, was heute einem Kimmich als Vorbildfunktion bei der Rolle rückwärts diente😔

… womit sich der Kreis zu Corona doch wieder geschlossen hat😬😓

Ich zumindest krieg’s nicht mehr aus dem Kopf. Wie auch? Von mir geliebte Sportveranstaltungen, Konzerte, Theater und Restaurants darf ich nicht mehr besuchen. Nicht Mal den örtlichen Baumarkt und mit der gesamten Familie durfte ich mich zu Weihnachten auch nicht treffen. Wer so etwas verordnet und gar hohe Strafen bei Verstößen festgesetzt hat, kann nur als widerlicher Unmensch bezeichnet werden🤬 Zumindest darf ich mich glücklich schätzen, dass es einem der von mir geliebtesten Menschen gegönnt ist augenblicklich in Schweden leben zu dürfen.

Ich darf nun nicht mal mehr mit meinen chinesischen Nachbarn um die Wette die bösen Geister aus dem Jahr 2021 zu Neujahrsbeginn vertreiben – dies Jahr hätte ich zum allerersten Mal gewonnen, ich schwör’s!!!😊😉

…wobei das nicht einmal Geboosterte dürfen. Den Virus wird’s gaaaaaaanz sicher mächtig beeindrucken🙄🤪

Was soll’s…mein Böllergeld geht dann halt an die Rebellen, in der Hoffnung, dass Sie 2022 in Ihrem Genre weiterhin wie ein paar wenige deutsche Clubs des europäischen Sportkönigs Fußball in der Champions League spielen werden⚽⚽⚽ und silvestermäßig weiterhin explosiv bleiben und ordentlich Krach machen💣💣💣
💪💪💪

@ Brian: Gut geht’s mir nicht. Wie auch als jemand, der den Arm nicht hinhalten mag? Weg aus Deutschland bin ich auch noch nicht. Würde auch noch ein paar Monate in Anspruch nehmen. Mit Ü 50 dauert es, bis hier alles ordentlich geregelt ist und in dieser Zeit gar noch länger.

…und jetzt bin ich hier aus dem Kommentarbereich auch wieder weg. Ich habe schlicht keine Lust mehr auf Renates oder wie auch immer es sich augenblicklich nennt? Auf „Freichristen“ ebenso wenig. Brauch ich nicht. Will ich nicht mehr. Mein Problem. Ich weiß. Bin da wirklich ein wenig
empfindlich geworden. Befürchte bei dem Hass und der Hetze, dass die Seite gehackt wird und meine Mail-Adresse zu meinem hier verwendeten Namen öffentlich gemacht wird.

Deshalb nochmals die Bitte, lieber Tom und lieber Roberto meinen Account hier zu
löschen. Danke! Lesend bleibe ich erhalten…