Als ich noch fauler Arbeitsloser war

Langzeitarbeitslose sind faul? Irrtum: Das sieht oft nur so aus. Dahinter steckt aber etwas völlig anderes. Ich sah auch auf diese spezielle Weise ziemlich faul aus, als ich noch langzeitarbeitslos war. Über Lähmung, Sozialphobie und spätbiedermeierliche Harmoniedekadenz.

Entgegen weitläufiger Ansichten hat das eigene Home, sweet Home, durchaus Konjunktur. In Zeiten, da Menschen in Kauf nehmen, auch mal anderthalb Stunden zu ihrem Arbeitsplatz zu pendeln, um danach weitere anderthalb Stunden für den Rückweg zu veranschlagen, gewinnt das eigene Zuhause durchaus an Wert. Man wohnt nicht mehr einfach: Man lebt darin. Das Zuhause wird als Komfortzone, als Rückzugsoase, als Relaxing-Area empfunden. Mal nicht raus ins Getümmel, stoisch auf dem Sofa bleiben, kein Boss, kein Trubel in der S-Bahn: Der Rückzug ins Private – Biedermeier hat Konjunktur, man mag es inmitten Zierkissen, junge Frauen tragen hochgeschlossene Spitzenkragen und Politik als Thema ist igitt. Das gibt doch nur Streit – da doch lieber biedermeierisch auf die Couch, Kaffee dazu, Chips hinterher. Das Zuhause ist ein Luxusort in einer überflexiblen, mobilen, hektischen, tayloristisch erfassten Welt.

Die bürgerliche Ablehnung der Arbeitslosen speist sich auch aus diesem Umstand, denn der Arbeitslose hat das vermeintliche Glück, stets in seiner Komfortzone verweilen zu dürfen. Er verbringt ja den größten Teil seines Alltages daheim. Es sollte unbedingt mal analytisch festgehalten werden, dass die allgemeine Abneigung der arbeitenden Bevölkerung gegen Arbeitslose einen irrationalen Versuch darstellt, die eigentliche Ausrichtung des alltäglichen Schaffens nach Geldkriterien, doch nochmal in ein Zeitkriterium zu verwandeln. Es ist eine Neiddebatte, die eigentliche Neiddebatte dieser Tage, eine verlagerte Neiddebatte nämlich, die ihr Hauptaugenmerk auf die legt, die nichts haben, um die schadlos zu halten, bei denen sich Neid lohnte. Arbeitslose haben ein Zeitkonto – und das in einer geldwerten Welt. Die Wut darüber ist ein tumber Aufstand gegen das Zeitregime, man redet sich ein, dass Arbeitslose mehr von dieser Währung hätten, als man selbst. Was stimmt, aber eben nur die halbe Wahrheit darstellt. Abgesehen davon sehen die Wellness-Domizile dieser arbeitslosen Tagediebe ja auch gar nicht so chic aus wie jene von Leuten, die ihr Home as their castle ausstaffieren.

Die eigenen vier Wände wurden also in der öffentlichen Wahrnehmung zu einem Ort stilisiert, an dem man die Seele baumeln lässt. Man sperrt die Welt aus. Einrichtungshäuser haben diesen Eindruck gestärkt. Wer heute ein Sofa kauft, der holt sich eine Wohnlandschaft ins Haus. Das klingt wie eine einsame Insel, von der man sich nicht mehr erheben muss, an der die Fährnisse des Alltages abprallen. Menschen, die viel Zeit daheim zubringen können, dürfen oder müssen, gelten insofern heute nicht mehr als häuslich – was vormals eine Tugend darstellte -, denn sie verbringen ihre Zeit ja an einem Erholungsort: Man stuft sie als faul ein. Da sind wir mittlerweile als Gesellschaft zielgerichtet geframt.

Natürlich verbringen Arbeitslose viel Zeit auf dem Sofa. Ich war jahrelang selbst Langzeitarbeitsloser, meine Zeitreserven, auf die alle Welt neidisch zu sein schien, habe ich nicht immer sonderlich wertvoll eingesetzt. Man kann es ja gar nicht leugnen, natürlich sitzt man auf seinem Balkon, trinkt Kaffee und guckt Löcher in die Luft. Und die arbeitende Bevölkerung zieht an einem vorbei und ist neidisch. Ist man deswegen faul? Das ist eine Frage der Perspektive, wie eben erläutert wurde. Wenn Wohnung mit Komfort und Erholung konnotiert wird, dann kann man das so sehen. Aber man ist als Arbeitsloser ja nicht so viel daheim, weil man daheim sein will. Eigentlich dreht sich ja alles nur um eine Frage: Wohin soll man denn sonst gehen?

Die Antwort auf diese Frage hat alleweil zuerst mit Geld zu tun, besser gesagt, mit dem Geld, das man nicht hat, um seinen Kaffee nicht am Balkon zu schlürfen, sondern in einem Café. Der andere Teil der Antwort ist psychologischer Natur. Als jemand, der von außerhalb ständig als Person betrachtet wird, der viel, ja sogar viel zu viel Zeit zur Verfügung steht, die ihren Tag verbummelt und stets im heimischen Ressort eine ruhige Kugel schieben kann, wird es nach und nach unattraktiv, seinen Tagesablauf nach außen zu verlagern. Dort draußen warten ja doch nur die, die dumm gaffen. Manche tun das wirklich, bei vielen bildet man es sich wohl aber auch nur ein. So wirkt die gesellschaftliche Wahrnehmung auf arbeitslose Menschen, sie treibt einen dazu, sich zu einem Stubenhocker zu entwickeln. Das gute Fernsehprogramm ist es jedenfalls eher nicht.

Es ist die schiere Resignation, die Unzufriedenheit mit dem eigenen Schicksal, die den Arbeitslosen zu einem häuslichen Charakter erzieht. Die Situation lähmt, man ahnt ja durchaus, wie das Umfeld einen wahrnimmt – und so verabschiedet man sich sukzessive von sozialen Kontakten, man verschanzt sich in der eigenen Wohnung, genau so, wie es die neobiedermeierlichen Rückzugssehnsüchte der arbeitenden Menschen vorgeben. Letztlich bestätigt man damit die, die von außen auf die Szenerie blicken und die zu glauben meinen, hier unbelehrbare Faulheit am Werk (oder besser gesagt: am unterlassenen Werk) zu sehen.

Wo ist eigentlich die gesellschaftskritische Studie, die das Zuhause in heutiger Zeit analysiert. Wir reden gesellschaftlich viel von Wohnraum, aber wenig vom Daheim. Wie nehmen die Menschen in einer Gesellschaft, die mehr und mehr zu einem Spießrutenlauf wird, die eigenen vier Wände wahr? Stimmt es, wie die ehemalige Umweltministerin mal meinte, dass die Menschen heute die eigene Wohnung nur als Durchgangsstation nutzen, womit 25 Quadratmeter locker reichen sollten, um ein Leben in Teilhabe führen zu können? Oder entspricht es nicht viel eher der Wahrheit, dass Zuhause heute mehr denn je ein Ort ist, an dem sich Menschen in Sicherheit vor der hektischen Gesellschaft wissen? Das liest sich jetzt nicht sonderlich originell, weil das Zuhause ja nie etwas anderes war als das. Es ist umständlich zu erklären, wie das gemeint ist. Heute hat man allerdings häufig den Eindruck, dass die Wohnung als abgeschlossener Mikrokosmos wirkt. Man sperrt die Welt aus, was heißt: Man schottet sich vom Viertel, von den Nachbarn ab. Das eigene Zuhause wird so zu einer Insel inmitten des Verfalls. Der Stadtteil darbt, aber wichtig ist letztlich, dass die Wohnlandschaft ein Plätzchen bietet. Zuhause: Das war mal eine Komponente in einer persönlichen Gesamtwahrnehmung, eine Entität in der Komposition verschiedener Eindrücke. Das hat sich geändert.

Für Arbeitende wie für Arbeitslose trifft wohl gleichermaßen zu, dass sie das Daheimsein heute als Flucht begreifen, als Ausstieg von der repressiven Konsum-, Markt- und Mediengesellschaft. Es scheint, dass sich beide Gruppen nur aus verschiedenen Gründen zurückziehen. Mit Faulheit hat das nichts zu tun. Es sieht nur manchmal so aus – was, wie gesagt, mit dem zeitgenössischen Zuhausebegriff zu tun hat. Wenn sich letztlich in einer Gesellschaft der Gedanke etabliert, dass der einzige humane Platz im Gemeinwesen die eigene Wohnung ist, dann ist man freilich zwangsläufig auf die neidisch, die diese Humanität exzessiver ausschöpfen können. Dass das Zuhause eines Langzeitarbeitslosen aber kein idyllischer Rückzugsort ist, sondern eine Unterkunft, die je und je veraltet, weil der Bewohner nichts mehr in die Wohnqualität investieren kann, sondern ein durch die Umstände freiwilliges Exil, kommt bei dieser Art von Neiddebatte nie vor. Das ist die wahre Faulheit in unserer Gesellschaft: Eindimensionalität.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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niki
niki
4 Jahre zuvor

Faul im Denken ist der Mensch der sich aufhetzen gegen Arbeitslose (und beliebig andere soziale schlecht gestellte Gruppierungen, you name it) lässt.

Eigentlich wollte ich noch einen langen Text zu schreiben. Aber im Endeffekt reicht die Quintessenz dahinter völlig aus. Lange Erklärungen machen diese nur angreifbar.

Aufgewachter
Reply to  niki
4 Jahre zuvor

Genau!

Arbeitslose sind die sozialverträglichsten Individuen, die es gibt. Wenn die alle arbeiten gehen würden, dann kosteten sie der Allgemeinheit mehr Geld, als sie jetzt kosten. Also überlegt Euch das noch einmal, bevor Ihr auf die Erwerbslosen schimpft!

niki
niki
4 Jahre zuvor

Und wer gegen Arbeitslose hetzt weil es ihm persönlich nützt, ist mindestens ein Psychopath und gehört gesellschaftlich geächtet und weggeschlossen…

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  niki
4 Jahre zuvor

Und was soll mit den Menschen geschehen, die ob dieser Hetze noch Beifall klatschen?
Soviel Irrenanstalten gibt es doch gar um die alle zu behandeln.

Beste Grüße

niki
niki
Reply to  Heldentasse
4 Jahre zuvor

Die Welt ist halt ein Irrenhaus… Stellen wir doch jeden Tag fest 😉
Aber jetzt mal ernsthaft:
Die Unterscheidung zwischen persönlichem Nutzen und Mitläufern muss halt sehr deutlich geschehen…

Der Paragraph im StGB §130 sollte entsprechend angepasst werden… Empfindliche Geldstrafen für Mitläufer und Wegsperren für Rädelsführer… Das ganze ist halt meines Erachtens nach nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  niki
4 Jahre zuvor

Wenn in Teutschland Rädelsführer und Mitläufer bestraft werden, sind das mit Sicherheit nicht die, die gegen Arbeitslose hetzen und dazu Beifall klatschen, dass ist doch offensichtlich systemimmanent.

Beste Grüße

https://www.youtube.com/watch?v=TtnKLI4CORs

Privatier
Privatier
Reply to  Heldentasse
4 Jahre zuvor

Angst ist Folge der staatlichen Agenda-GEWALT,
mit der Absicht zu missbrauchen um sich zu bereichern.
StGB § 263 beschreibt die Hartz-Gesetze und deren sozial-gesetzliche ZIELE.
Die Hetze der verrohten Mittelschicht ist wohl das Schlimmste was passieren konnte, die Denunzierung der Gewählten Betrüger im Amt war und ist erfolgreich weil Propaganda-Experten daran mitgearbeitet haben.

ert_ertrus
ert_ertrus
Reply to  Heldentasse
4 Jahre zuvor

Die sollten ihren Job dann für einen Arbeitslosen räumen und sich der Erfahrung der Erwerbslosigkeit aussetzen – vielleicht fällt dann bei Einigen der Groschen (soweit noch vorhanden) …

Heldentasse
Heldentasse
4 Jahre zuvor

Zum einen gibt es nicht nur den offensichtlichen Rückzug ins private, sondern auch viele Menschen im Job, laut einer Untersuchung 24%, haben innerlich gekündigt.

Das hat wie geschrieben nichts mit Faulheit und Verantwortungslosigkeit zu tun, sondern ist ganz klar eine Reaktion auf die nicht selten inhumanen Zustände in der Gesellschaft und den Unternehmen.

Im Kontext „DDR“ gibt es dazu eine interessante Betrachtung der FAZ:
Asef Bayat, Professor für Soziologie und Nahost-Studien, nennt diesen Vorgang „Nicht-Bewegung“, bei der alltägliche Handlungen, die Individuen als Überlebensstrategie ausüben, zur Raumnahme führen. Ein „stilles Vordringen des Alltäglichen“. Bayat geht in seinen Beobachtungen jedoch immer vom Zwang der Handlung aus. Die Menschen tut was sie tun, um zu überleben.

Quelle

Die DRR ist, m.E. zu recht, auch zusammengebrochen weil es diese Rückzugs-Aspekte gab.

Ergo: Die Haltung „Macht doch euren Scheiß alleine!“ ist so schlecht nicht.

Beste Grüße

pentimento
pentimento
Reply to  Heldentasse
4 Jahre zuvor

Danke für den link. Wünschenswert wäre allemal, wenn diese „Nicht-Bewegung“ mit ihrem Rückzugs- Aspekt auch hier zu einer friedlichen Revolution führen würde. Und wahrscheinlich die einzige Art der Revolution, zu der die deutschen Untertanen fähig sind.

ert_ertrus
ert_ertrus
Reply to  pentimento
4 Jahre zuvor

Auch eine Form von innerer Emigration – warum nicht … 🙂

PanzergrenadierBBC
PanzergrenadierBBC
4 Jahre zuvor

Divide et impera!
Solange man die Bevölkerung dazu bringen kann sich nicht zu einigen sondern untereinander Neidvoll und zerstritten zu sein kann man leichter herrschen.
Interessant zu dem Thema ist auch die letzte Sendung der Anstalt, die die Zusammenhänge von Hartz IV und diversen Medienkampagnen herstellt. Das ganze erreicht zweierlei, einerseits sorgt man für Neid der arbeitenden Bevölkerung auf Arbeitslose und andererseits macht man sich die arbeitende Bevölkerung gefügig, weil man ihr Angst vor der Arbeitslosigkeit und dem sozialen Abstieg macht. Das Ziel ist das der Arbeitende jeden Job annimmt.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  PanzergrenadierBBC
4 Jahre zuvor

M.E. alles richtig, nur mit dem Ziel der Diskriminierung von Arbeitslosen gehe ich nicht konform, denn es ist eine Unmöglichkeit das jeder Mensch der einen Job braucht auch einen bekommt!

Deshalb sind meiner Meinung nach u.a. die Ziele:
-) Einen die Arbeitslosen dazu zu bringen sich selber die Schuld an ihrer Arbeitslosigkeit zu geben
-) Die Arbeitslosen zu stigmatisieren um damit Sanktionen zu legitimieren, die u.a. Kosten sparen und die Menschen gefügig machen
-) Die die noch Arbeit haben dazu zu bringen jede Kröte zu schlucken um diese Arbeit auch zu behalten

Längerfristig haben auch die, die das betreiben ganz erhebliche Nachteile von ihrem treiben. Die Gesellschaft wird sich noch mehr spalten als sie es schon ist ist, und dann werden diese auch dummen Menschen begreifen, dass sozialer Friede ein hohes Gut darstellt.

Beste Grüße

Nashörnchen
Nashörnchen
Reply to  Heldentasse
4 Jahre zuvor

denn es ist eine Unmöglichkeit das jeder Mensch der einen Job braucht auch einen bekommt!

Ach, das geht schon. In der DäDäRä hat das prächtig funktioniert; das ging sogar soweit, daß man zwangsweise in irgendeinen Betrieb gesteckt wurde – ob man wollte oder nicht. Selbst Hausfrauen, die es sich leisten konnten, waren die absolute Ausnahme und meist „krank“, um zuhausebleiben zu können.
Und heute sollen (hat mal irgendwer ausgerechnet) in der BähRD auch nur rund 15 Mio. eine „richtige“ Arbeit, mit der tatsächlich ein Mehrwert erwirtschaftet wird, haben. Um die 25 Mio. gehen zwar irgendwie „arbeiten“, werden aber – oft top bezahlt – auch nur (gerne steuerfinanziert) mit durchgeschleppt. Daran sieht man, daß diese ganze Beschimpfung der Arbeitslosen komplett künstlich und bewußt gemacht ist. Die Gründe hast Du ja schon aufgezählt…

pentimento
pentimento
Reply to  PanzergrenadierBBC
4 Jahre zuvor

Vielleicht löst sich dieses Problem langfristig von selbst, wenn immer mehr Menschen in Hartz lV abrutschen, so wie es von den Eliten ganz offensichtlich geplant ist.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  pentimento
4 Jahre zuvor

Vielleicht löst sich dieses Problem langfristig von selbst, wenn immer mehr Menschen in Hartz lV abrutschen, so wie es von den Eliten ganz offensichtlich geplant ist.

Die Lösung ist schon in Arbeit, wie man am dumpfen Klang der Kriegstrommeln hören kann.
Auf dem Schlachtfeld gibts Vollbeschäftigung und fette Gewinne für die Sieger.
Hartz4 wird dann in Grabkreuzen ausgezahlt und das Spiel kann wieder von vorne beginnen.

Ohne Aufstand und die anschließende Etablierung einer „echten Bürgersouveränität“ kommen wir aus dieser Endlosschleife nicht heraus.

Gast
Gast
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Vielmehr sei das so das Beste ?
Angesichts der unterschiedlichen sozialen Stellungen und Bildungschancen zeigt sich doch, daß Weißen in keiner Weise eine größere angeborene Intelligenz zukommt. Daher kann ich praktisch auch kaum einen Beitrag geschweigedenn etwas Konkretes oder Korrektes zu relevant Fragen leisten. Alles andere würde sicherlich als stark fehlerhaft, unehrlich oder in Verruf bringend empfunden. Und, da ich auch politisch nicht sonderlich motiviert bin, scheint es mir damit vereinbar, Ihnen zu ersparen zu welchen Schlüssen ich gekommen bin und, welche wohlmöglich gar nicht zu Ihrer Vorstellung gepasst hätten.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Gast
4 Jahre zuvor

@Gast

Was soll der Käse?

Ich weiß was, aber ich sags nicht!
Wozu dann überhaupt kommentieren? Bullshit

Privatier
Privatier
4 Jahre zuvor

The World ist ein großes Schiff das für PRIVATE mit Geld ein Zuhause im Glück ist, keine Steuern mehr zahlen scheint das Ziel überhaupt in der heutigen Zeit. Diese Hängematte ist legal!!! Im Hamburger Hafen lag sie mal, unerreichbar für jedes Finanzamt.
Der Steuerzahler scheint eine Eier-legende Wollmilchsau zu sein, jederzeit verfügbar, wenn der Wohnsitz auf dem Land, dem Kontinent, eine Meldeadresse hat. Kleinrentner müssen doppelt besteuert werden um das Lügenpack zu versorgen das uns regiert.
2008 wurde von Merkel eine Finanztransaktions-Steuer auf Börsengewinne angekündigt, bis heute Hängematte pur, auf der World!
https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/
Privatsierung ist das große ZIEL, staatliche Institutionen ziehen sich zurück aus staatlichen Bereichen, der freie Raum wird gefüllt, mit Betrügern aller Art aus der ganzen Welt. Das ZIEL ist Rendite.
Faule Deutsche, das war eine zielführend diskriminierende Agenda-Erfindung der SPD und der GRÜNEn, um sich an DEREN Eigentum und Vermögen zu bereichern, die kleinste private Altersorsorge staatlich zu nutzen, zu missbrauchen, gesetzlich geregelt!!!
Die Weiterentwicklung ist nicht nur im christlichen Bayern erkennbar, VORWÄRTS für die Steuerzahler um den Fässern ohne Boden (EU) förderlich zu dienen.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Privatier
4 Jahre zuvor

So kann eine Gesellschaft natürlich auf die Dauer nicht funktionieren!

https://www.youtube.com/watch?v=8Lz_qPvKCsg

trackback
4 Jahre zuvor

[…] langzeitarbeitslos war. Über Lähmung, Sozialphobie und spätbiedermeierliche Harmoniedekadenz.Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Guacamole und wie sie die Welt verstümmelt Klimawandel oder Atomschlag? […]

Heldentasse
Heldentasse
4 Jahre zuvor

IMO wertvoll im diskutierten Kontext.

Gesellschaftlliche Realität macht nicht halt vor linken Projekten, warum auch

Beste Grüße

ert_ertrus
ert_ertrus
Reply to  Heldentasse
4 Jahre zuvor

Am 29. März 2010 ging Birgit Schrowange in Extra – Das RTL Magazin – unter dem Titel »Wenn ich groß bin, kriege ich Hartz IV!« der Frage nach, was ein Hartz IV Kind von seiner Geburt bis zu seinem voraussichtlichen Tod den Steuerzahler kostet. Im Vergleich dazu wird eine Rechnung aufgemacht, was das Kind einer arbeitsamen Familie, an Steuern einbringt, nach Abzug der staatlichen Investitionen in seine Bildung.
>Auch unter »Beauty-Gesichtspunkten« hat die in der Sendung dargestellte Familie wenig Erfreuliches zu bieten. Eine Face Aging Software, mit Zusatzfaktor Hartz IV, prognostiziert, dass der Hartz IV Sprössling schon mit 50 Jahren eine hässliche alte Vettel sein wird. So einen Dreck gibt es auf fast allen Fernsehkanälen zu sehen.<

Ähnlich wurde unter den Brownies gegen Erbkranke gehetzt, mit ebensolchen Finanzvergleichen! Aber ja – die neuen Erbkranken sind die Hartzies, die ihr Dasein an ihren Nachwuchs vererben! Entnazifizierung – epic fail ;(

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  ert_ertrus
4 Jahre zuvor

Wenn es stimmt, wovon ich ausgehe was das RTL Magazin zum „besten“ gab, ist dies ganz klar faschistoid! Die Nützlichkeit von Menschen in Geldwert ausrechnen haben auch die Nazis gemacht mit den Zwangsarbeitern und KZ- Insassen.

Beste Grüße

niki
niki
Reply to  Heldentasse
4 Jahre zuvor

: Sind halt faschistoide und psychopathische Arschlöcher. Da diese eine persönlichen Nutzen davon haben müssten diese eigentlich wegegesperrt werden… Aber da rein gar nichts passiert, kann man nur den Schluss daraus ziehen, dass die Gesellschaft extremst denkfaul ist und rein gar nichts gelernt hat.

Balmung
Balmung
Reply to  Heldentasse
4 Jahre zuvor

Merkwürdig, die sonst so unvermeidliche, wie allgegenwärtige „political correctness“ scheint bei den „Sozialschmarotzern“ nicht zu greifen.

anton
anton
4 Jahre zuvor

Die meisten Arbeitslsoen dürften die Zeit gerne gegen Arbeit tauschen wollen! Arbeitslose, mir Abstrichen auch echte oder angebliche Steuerhinterzieher, bekommen einiges an Hetze ab, abzuschiebende Flüchtlinge, Faule und unfähige Beamte( nur die sind gemeint ) werden als normal hingenommen!Ja zur Bürgerarbeit, weniger Sinnlosmaßnahmen, großzügige Vermögensanrechnungenusw da bleibt noch was zu tun!

anton
anton
Reply to  Roberto J. De Lapuente
4 Jahre zuvor

Roberto: Es wird geredet, integrierbaren Personen werden teilweise wenig Chancen eingeräumt, radikaler Dreck darf bleiben! Sagt das Gericht, Person darf bleiben, ist dies hinzunehmen, neue Regeln tun aber Not! Dieses Land kurvt stehenden Blickes in Altersarmut, interessiert nur am Rande, da muss die Diskussion hin. Mir ist der arbeitslose Deutsche näher als der arbeitslose Tunesier ( wenn er in Tunesien lebt ), dazu stehe ich! Zu den Beamten sagst Du nichts, da lobe ich mir Sukram! Beamte auf der Rentenkasse, wird dieses Land von dennis82 und dem Beamtenbund beherrscht?

niki
niki
Reply to  anton
4 Jahre zuvor

@anton: Warum hetzt du so dermaßen gegen Beamte?!? Stimmt schon dass diese marginal besser gestellt sind als normale Angestellte… Aber merkst du es noch? Du fällst auf die simpelste Herrschaftsmethode der Welt rein. Stelle eine Gruppierung ohne plausiblen Grund leicht besser und lenke damit, gewürzt mit ein wenig Propaganda, von den wirklichen Grundproblemen ab. So einfach ist es wichtige Solidarität zu sabotieren…
Die sogenannte Bürgerarbeit ist nun einmal mit Zwang verbunden, und deswegen lehne ich diese strikt ab… Wenn jemand unbedingt arbeiten möchte und dieser hat keinerlei Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt, soll diesem meinetwegen geholfen werden… Aber NIEMALS unter Zwang! Sanktionen und ähnliches die jemanden das soziokulturelle Existenzminimum kürzt sind Menschenverachtend

Zum Thema Altersarmut ist es schon richtig das analog dem Modell Österreichs auch (u.a.) Beamte in die Rentenkasse einzahlen sollten. Das würde definitiv helfen. Und jeder Links denkende Mensch würde da zustimmen. Oder glaubst du das wäre eine orginäre rechte Position?!? Aber trotzdem deswegen auf die „faulen“ Beamte einzuprügeln ist gerade zu dumm! Und wer weiß wie FAUL du bist… Zu FAUL um zu denken… gell?

Und zu deinen Äußerungen über Flüchtlinge bzw. Ausländer brauche ich nichts weiter zu sagen…

ert_ertrus
ert_ertrus
Reply to  niki
4 Jahre zuvor

Zum Denken braucht´s aber mehr Hirn als bloß Kleinhirn 😉

anton
anton
Reply to  ert_ertrus
4 Jahre zuvor

niki: Der soziale Arbeitsmarkt und auch das solidarische Grundeinkommen baut auf der Freiwilligkeit auf! Sanktionen sind für mich nicht das Haupthema, ich möchte lebenstaugliche Hartz-4-Regeln! Ichmöchte nicht unbedingt, dass die Beamten in die Rentenkasse einzahlen, da ich eh für ein anders Rentenmodell eintrete. Nach dem Krieg, forderten ja auch die Amis, hätten die Beamten aber einzahlen sollen! Ich meine mit faule Beamte auch nur den faulen Teil! Die Beamtenpensionen sind um den demogrphischen Faktor zu kürzen, sodass diese in Zukunft noch bei höchtens 65% liegen würden! Ich kann gut mit verbeamteten Lehrern leben, aber nicht mit verbeamteten Rentenkassenmausi, dazu stehe ich! Ich bin für Bürgerarbeit usw, weil ich glaube, dass die Arbeit für die Gesellschaft für einen bestimmten Teil der Langzeitarbeitslosen besser ist als die Arbeit im 32. Jeansladen der Stadt!! Ich würde gerne mal wissen, ob Du Jurist bist, es gibt bisher keine wegweisende Entscheidung, dass Sanktionen im ALG-2-Bereich per se unwirksam sind!! Darüber bitte mal nachdenken, Herr Informatiker ( war doch richtig- oder? ). Da die Kohle ja vom Amt kommen soll, ist Kritik an Massenzuwanderung von Nicht-EU-Bürgern natürlich ganz böse!!

Roberto: Wie denkst Du zum Beamtenthema?

ert_ertrus
ert_ertrus
Reply to  anton
4 Jahre zuvor

Un nu? Geh lieber bürgerarbeiten 😀

aquadraht
aquadraht
Reply to  anton
4 Jahre zuvor

@Anton: Der radikale Dreck bist Du. Egal, Du darfst bleiben, am besten aber nicht in diesem Blog.

a^2

anton
anton
Reply to  aquadraht
4 Jahre zuvor

aqua: was willst du nerviger Bub? Ein sukram hat Gründe, warum er junge Männer aus dem Orient über europ. Arme stellt, Du auch?

Nashörnchen
Nashörnchen
4 Jahre zuvor

Divide et Impera. Das uralte Prinzip. Ein Volk, das sich einig ist, ist unregierbar.
Arbeiter vs. Arbeitslose ist ja nur ein einzelnes Sandkorn in der Wüste. Ganz genauso geht es ja auch Frauen vs. Männer, Junge vs. Alte und und und und und… Jeder vs. jeden.

http://i64.tinypic.com/2liea1y.jpg

Rudi
Rudi
Reply to  Nashörnchen
4 Jahre zuvor

@Nashörnchen

Hauptsache die Lohnabhängigen prügeln sich. Das freut die Kapitalbesitzer, weil Aufmerksamskapazitäten von den wahren Machtverhältnissen abgezogen werden. Der Bildzeitung ist es immer wieder ein Thema wert, auf die Beamten zu kotzen. Da weiß man die Masse seiner LeserInnen hinter sich. Es werden nicht Fragen diskutiert, ob ein schichtarbeitender Polzeiobermeister (Besoldungsgruppe A8) überhaupt in München von seinem Gehalt mit einer Familie leben kann. Nein, da geht es nur um deren vermeintliche Privilegien, aber wem gegenüber? Zur Erinnerung: Kapitaleinkünfte werden mit 25 Prozent besteuert. Der Spitzensteuersatz für Arbeitnehmer liegt bei 42 Prozent für jeden Euro bei einem Einkommen zwischen 53.000 und 250.000 per anno. Wer mehr verdient, muss ab dieser Grenze 45 Prozent abdrücken. Wer also 250.000 Euro Zinsen per anno abkassieren kann, hat sicher ein Steuerprivileg gegenüber dem, der seine Arbeitskraft gibt.

anton
anton
Reply to  Rudi
4 Jahre zuvor

Rudi: Unpoliitscher Blödsinn, selbst faule und unfähige Beamte sind nicht entfernbar! Die Reichen könne in einer Krise einiges verlieren, stärkere Besteuerung der Reichen, aber trotzdem im bestimmten Rahmen super-gerne! Ihr kommt, wie der Beamtenbund, gerne mit der Polizei, Rentenkasse usw wird gerne verschwiegen! Da lobe ich mit die SPD, die sind beamtenkritischer als bestimmte linksradikalen Kommentatoren!71,25% des letzten Gehalts ist also kein Privileg, dann ist es ein Millionenerbe für mich auch nciht. hätte ich übrigens sehr gerne, war aber leider nichts!!

Rainer N.
Rainer N.
4 Jahre zuvor

Seitdem ich fauler Rentner bin … vorher war ich auch ein „fauler Arbeitsloser“ … den von ALG2 auf Grusi … da gibt es keinen Unterschied … verbringe ich auch fast 24/7 in meiner Wohnung … nur zum notwendigen Lebensmitteleinkauf mal raus … oder zum Arzt … und dann eben 16/7 vor dem PC … 8/7 im Bett … so hat das Leben Struktur … auch wenn diese Struktur zum k….. deswegen auch mein Pessimismus … aber verbiegen lasse ich mich nicht … meine Ideale … auch wenn mir klar ist … die werden nie Realität … den der Mensch ist eben eine Fehlentwicklung … auch wenn es da einige Ausnahmen gab … ob es welche gibt … na da schaue ich einmal schnell in den Spiegel im Bad und betrachte mich …grins

Eine Anmerkung … die Deppen, die sich hier outen … bestärken mich auch immer wieder in meiner Meinung … entweder ist bei denen irgend was im Kopf defekt … oder die trollen nur … na ja … hier lesen ist ab und zu unterhaltsam … zwar selten … und schreiben … eigentlich sinnlos … trotzdem!

Aber als Spielsüchtiger ist das eine Abwechslung vom 12/7 Computerspielen … lach … das gönn ich mir … auch wenn es im Grunde genommen nur zeittotschlagen ist.

JA, warten auf den ganz großen Knall … so wie es … möget ihr in interessanten Zeiten leben … andeutet.

Also viel Spaß weiterhin beim „dampfablassen“ hier bei den Rebellen, so wie es vorher beim Spiegelfechter war.

Das ist wie im „Mittelalter“ … als sich die Herren einen Spaßmacher hielten … der mal was sagen durfte um den Druck im Kessel etwas zu senken … mehr ist das hie eh nicht.

aquadraht
aquadraht
4 Jahre zuvor

HartzIV hat ja dafür gesorgt, dass die Mehrzahl der Arbeitslosen arm sind. Die abgeschafften Zumutbarkeitsregeln sorgen dafür, dass selbst bei Vermittlung die Löhne auf Armutsniveau sinken, die darauf folgende Arbeitslosigkeit ist dann endgültig auf Hartzniveau gedrückt.

Roberto hat die soziale Isolation, die daraus resultiert, zutreffend geschildert. Allerdings glaube ich, dass der Rückzug auf die eigenen vier Wände, oder kostenlose Outdoormöglichkeiten (in Berlin gibt es noch ein paar Seen und sogar ein Strandbad (Müggelsee), die nichts kosten, vorwiegend mit dem Geld zu tun hat. Aktivitäten wie Kneipe, Kino, Theater etc. reissen da einfach ein Loch ins Budget, das man genau planen muss, wenn überhaupt. Dafür haben normal verdienende Bekannte nicht unbedingt das Verständnis, und es ist auch blöd, das erklären zu müssen oder grosszügige Einladungen anzunehmen, die man als Geringverdiener nicht oder schwer erwidern kann.

Für einen Kaffee im Cafe kriegt man fast schon ein Pfund Kaffee, für ein Bier in der Kneipe mehrere Flaschen gleicher Qualität (oder einen halben Kasten billiger), ähnlich für Wein. Für einmal auswärts essen kann man fast die ganze Woche selbst kochen. Und ein Zeitungsabo kostet etwa so viel wie Telefon plus Internet.

Das heisst, der arbeitslose Arme lebt in einer anderen Welt als die Normalverdiener. Und wer das nie mitgemacht hat, hat es schwer, diesen Unterschied zu begreifen.

a^2

ert_ertrus
ert_ertrus
Reply to  aquadraht
4 Jahre zuvor

Wobei man die Infos aus der Zeitung eh knicken kann, falls Mainstreampresse 😉

Und so isses auch: der Arme lebt in einer Welt der Mangelökonomie. Und zu den materiellen Mängeln kommen auf Dauer fatalere hinzu: Mangel an Selbstwert (induziert durch die Medien – man WEISS das es Blödsinn ist, was die auf die Menschheit in Bezug auf Abwertung Armer loslassen, aber ebenso weiß man auch, dass die Mehrheit der Bevölkerung diesen Bullshit glaubt) macht auch nicht gerade kontaktfreudiger … Und noch unzählige mehr – Armut und Depressionen scheinen siamesische Zwillinge zu sein .(

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  aquadraht
4 Jahre zuvor

Eben, und in einem kleine Ort gibt es kaum etwas kostenloses. Höchstens Vergünstigungen nach Vorlage des Bewilligungsbescheides … so das jeder sehen kann … wie früher … als Sozialhilfeempfänger noch Lebensmittelgutscheine bekommen haben … Spießrutenlaufen sozusagen …

und ich gestehe … also hab es einmal geschrieben … für den Diakoniebrief … der Beitrag wurde aber dann nicht veröffentlicht … das war 1998 … vor der Wahl …

Arbeitslos
Wie viele Vorurteile verbinden sich mit diesem Begriff Auch ich hatte früher als ich noch erwerbstätig war, eine Menge Floskeln für Arbeitslose übrig. Als ich dann wegrationalisiert wurde, dachte ich, da ich arbeiten wollte, es sei kein Problem, eine neue Arbeit zu finden. Als ich dann als Langzeitarbeitsloser bezeichnet wurde, erkannte ich langsam, daß ich durch meine Erfahrung mit der eigenen Arbeitslosigkeit meine ursprünglichen Vorurteile, die im Grunde genommen nichts als Fehlurteile, hervorgerufen durch falsche Behauptungen von Arbeitgebern und Politikern, waren, nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Ich bemerkte immer deutlicher, daß ich von in Beschäftigung stehenden Bekannten mit genau den Vorurteilen belegt wurde, die auch ich früher auf andere Arbeitslose angewandt hatte. Die wollen doch gar nicht arbeiten denen geht es doch viel zu gut und noch mehr solcher pauschalen Abwertungen bekam ich sogar auf dem Arbeitsamt von dem für mich zuständigen Vermittler zu hören. Auch wer wirklich arbeiten will, der findet auch Arbeit mußte ich mir von Bekannten sagen lassen.

Wenn ich jetzt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit betrachte, muß ich immer wieder daran denken, daß die Zahl der Arbeitslosenstatistik nur die Spitze des Eisberges darstellen. Die tatsächlichen Zahlen sind viel höher.
Nun wird immer wieder der Versuch unternommen, den Arbeitslosen ein zu hohes Anspruchsdenken anzuhängen. Zur gleichen Zeit werden Arbeitsplätze massenhaft in kostengünstigere Gegenden verlegt, in Firmen werden Beschäftigte erpreßt, einige Stunden zusätzlich kostenlos zu arbeiten, oder die Produktion wird ins Ausland verlegt. Die Beschäftigten haben für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze gestimmt und sind darauf eingegangen, weil sie nicht arbeitslos werden wollten. Ich verstehe diese Menschen, wenn sie ihre Arbeit nicht verlieren wollen, nur, unsere Väter und Großväter haben sich ihre Rechte hart erkämpfen müssen, freiwillig gibt ein Unternehmer nichts ab. Das Kapital wird mit Hilfe von Banken heimlich in das Ausland verschoben, Steuern zahlen anscheinend nur noch die Dummen. So kann sich unsere Gesellschaft, der wir alle angehören, nicht aus der Krise befreien.

Auch ich möchte wieder arbeiten. Wenn aber keine Vollzeitarbeit für alle mehr möglich ist, muß die zur Verfügung stehende Arbeit unter allen Menschen, auch den zur Zeit von der Arbeit ausgegrenzten, aufgeteilt werden. Arbeitslos zu sein, ist kein persönliches Problem der einzelnen Arbeitslosen, sondern ein gesellschaftliches Fehlverhalten. Wenn wir es nicht schaffen, eine gerechte und solidarische Gesellschaftsform zu erhalten, werden auch die Menschen, die heute noch erwerbstätig sind, vermutlich eines Tages selber die Erfahrung machen, daß ihre Vorurteile gegenüber den Arbeitslosen Fehlurteile waren.

Damals, vor der Wahl, gab es noch eine Hoffnung … inzwischen … na … damals gab es sogar noch Arbeitslosenhilfe … und ich hatte den sogenannten kleinen Selbstbehalt … da Unterhaltspflichtig nach der Scheidung … dank ALG2 ist meine Armut dann noch größer geworden. Zur Zeit von Alhi konnte ich noch etwas zurücklegen … als Nichtraucher, Nicht-Alkohol-Trinker … und Vegetarier … aber diese Reserven waren schnell aufgebraucht als dann mit ALG2 weitaus weniger Leistung gezahlt wurde. Und dann diese dumme Beschreibung … Armutsgefährdet … nein … ich bin nicht Armutsgefährdet .. ich lebe in Armut.

Richy
Richy
Reply to  Rainer N.
2 Jahre zuvor

Hallo,
ich wünsche Ihnen dass Sie irgendwie an Geld kommen!

Bei mir war es eine Anzeige wegen angeblicher sexueller Belästigung der Fallmanagerin im Jobcenter St*r*b**g.

Sie wäre leider befördert worden und hieße E.P.
Nur, falls man ihr einmal begegnen sollte, dann keine Panik!
Sie ist ja nun nicht gerade nett, aber ich habe viele Behörden im Umkreis vor ihr gewarnt.

Dass man einem vermeintlich Arbeitslosen nicht glaubt, wäre natürlich auch hier gegeben und daher gibt es keine Strafverfolgung der sogenannten Verfolgung Unschuldiger.

Es wäre eben die Zeit von me too und das oberste Gebot ist der Schutz der Frau vor sexueller belästigung. Wenn das dann klappen würde, fände ich das Ganze nachvollziehbarer, aber hier unten im Südosten werden Frauen oft begrabbelt.
Meine Wenigkeit aber nicht so oft; wäre männlich und körperlich recht auffallend durch die Länge. Das spielt hier bei der Strafverfolgung leider auch eine Rolle. Also den Ingenieursberuf wäre ich los- mehr scheint die Fallmanagerin nicht zu können, und die Polizei im Dorf macht natürlich nichts, denn sie hat sich ja irreführen lassen. Das ist schon ganz schön clever von der Dame.

Also, ich verstehe die Welt nicht mehr- Bayern ist wirklich so klischeehaft wie man sich das vorstellt. Nur dass man denkt, wo Anders gäbe es so viel Kriminalität, das wäre schlicht falsch. Ich möchte aber keinen Traum zerstören, nur meine Erfahrung berichten. Wo Anders ist es einfach nicht so kriminell. Man kann mit den Beamten reden. Das sind sehr hohe Ansprüche, die man in Baden Württemberg an die Beamten stellt in der Regel- aber ich sitze ja auch nur in der Informationsblase. Aber hier kommen die einfach mal so vorbei und drohen einem, dass sie einen als Selbst- und Fremdgefährder fürehn und einsperren werden in eine schlechte Waldpsychioatrie oder die feuergefährliche Zelle in ihrem Dorfposten.

Aber nicht, damit ich irgend etwas nicht mache, sonder:Ö „Wir werden das tun“ nur so aus Spaß. Meine Aussage haben sie auch einfach nicht dem Gericht weitergegeben sondern geschrieben dass ich nicht zur freien Willensbildung fähig sei und dringendst zwangsbetreut werden müsste.

Also als vermeintlich „Arbeitsloser“ hat man es in Bayern wirklich nicht leicht. Das war zeitweise Horror, aber wenn man schreit, dann kommen die NAchbarn niicht. Bis heute ht nicht ein Mensch hier bei *t***be*g einmal gesagt: warum haben Sie denn so herumgeschrien?

=> weil Frau Fallmanagerin E.P. mir drohte, mich anzuzeigen wenn ich mich über etwas Bestimmtes beschwere. Ich habe Angst dass die uns wieder fertig machen wie letztes Mal.

Ich frage mich manchmal: Gibt es denn Keinen, der so etwas schon einmal gehört hat? In Bayern soll es das öfters geben, aber ich habe es nur einmal erlebt, und wo Anders wäre das nicht denkbar, denke ich…

Liebe Grüße
Richy Rich

Balmung
Balmung
4 Jahre zuvor

Die meisten Sozialhilfeempfänger sind Schmarotzer.

Amtlich festgestellt von den Fürsten von Sayn-Wittgenstein

https://www.express.de/koeln/tv-experiment-fuerstenpaar-lebt-in-koeln-von-hartz-iv—80-prozent-nutzen-das-nur-aus—30114914

Der Adel wird schon wieder frech, wo bleibt sie nur die gute, alte, Guillotine?

niki
niki
Reply to  Balmung
4 Jahre zuvor

@Balmung: Die soziopathischen Megaarschlöcher sind wieder unterwegs… Wegsperren und den Schlüssel wegwerfen!

ert_ertrus
ert_ertrus
Reply to  Balmung
4 Jahre zuvor

Das musste ich denken als ich das Statement dieses degenerierten Blaublütlers mitbekam …
Aber wäre es nicht besser, seinesgleichen als Zwangsarbeitskraft auszubeuten? Damit er am Ende seines Lebens mal am eigenen Leib erfährt, wie harte Arbeit sich anfühlt ;)?

Balmung
Balmung
Reply to  ert_ertrus
4 Jahre zuvor

Na klar, bin ohnehin gegen die Todesstrafe. Das erraubte Vermögen seiner Durchlaucht einziehen und ab zur gemeinnützigen Bürgerarbeit.

Linkenmetzger
Linkenmetzger
Reply to  Balmung
2 Jahre zuvor

Na, wie human!

Da sollte aber erst mal der Hartzleradel zur Arbeit gezwungen werden. Der schlimmste Teil von ihnen, der Invasorenadel, also mit der Teil mit Migrattenhintergund, zuerst.

„Arbeit“ ist bekanntermaßen für F*cklinge und andere Zivilokkupanten ein gemeines Schimpfwort – daher sind ihre Herkunftsländer auch allesamt solche widerlichen Scheißlöcher, in denen man mal gewesen sein muss, um die Realität des Lebens dort zu glauben. Schlechte Gene haben sie halt, unsere durch den Darm gezogenen Nichtartgenossen…

PfefferundSalz
PfefferundSalz
4 Jahre zuvor

Oh, Arbeitslose sind schon faul, da hilft kein rumgerede. Kenne mehrere Arbeitslose und war nach dem Studium selbst auch arbeitslos. Aber sie sind auch oft psychisch angeschlagen – egal ob Depression oder andere Störungen, die meisten Arbeitslosen haben Probleme (viele auch körperlicher Art). Es ist nicht die „industrielle Reservearmee“, sondern eher der Ausschuss – Personen die man eigentliche komplett bearbeiten müsste damit sie wieder leistungsfähig werden können. Da dies dem Staat aber zu teuer und aufwendig ist, lässt man sie bei HARZ IV vegetieren. Es ist halt eine Abwägungsfrage.
Leider lenkt das ganze moralsaure Der-Kapitalismus-ist-schuld von dem Problem ab und verhindert eine Lösung die heißen müsste, dass man eine anständige Bestandsaufnahme des Arbeitslosen macht, incl. Psycho- und Ärztecheck, dann eine individuelle Therapie bzw. Vorgehensweise ersinnt und einen Arbeitsplatz für diese Person besorgt. Ist aber wohl zu viel Aufwand und zwingen kann man auch keinen.

niki
niki
Reply to  PfefferundSalz
4 Jahre zuvor

Oh, Arbeitslose sind schon faul, da hilft kein rumgerede.

Bitte was?!? >Alleine dafür hättest du eigentlich gleich einen gewaltigen Arschtritt verdient!

Aber sie sind auch oft psychisch angeschlagen

Oft erst durch den wahnwitzigen Arbeitsethos der Gesellschaft…

Leider lenkt das ganze moralsaure Der-Kapitalismus-ist-schuld von dem Problem ab …

Natürlich hat dieser komplett irre gewordene Turbokapitalismus eine starke Mitschuld?!?

dass man eine anständige Bestandsaufnahme des Arbeitslosen macht, incl. Psycho- und Ärztecheck, dann eine individuelle Therapie bzw. Vorgehensweise ersinnt und einen Arbeitsplatz für diese Person besorgt.

a. Das hört sich echt „toll“ an, für jemanden der jahrelang an einer Stresserkrankung litt und durch die darauffolgende Arbeitslosigkeit und den gesellschaftlichen Druck fast komplett den Boden unter den Füßen verlor…
Aber was sage ich, in einer vollkommen irre gewordenen Welt wo Arbeit glorifiziert wird und das (Nach)DENKEN für sehr viele echt nur noch Glücksache ist…

Mal abgesehen davon wird die Digitalisierung wohl die achso tolle und glücklich machende Arbeitswelt auf den Kopf stellen… Was technisch realisierbar ist, wird auch gemacht werden.
Und falls mir jemand mit Bildung kommt kann ich nur sagen, dass dieses nur bei einem sehr geringen Teil der dann arbeitslosen Menschen funktionieren wird entsprechend zu qualifizieren. Es kann nicht jeder Programmierer werden oder was auch immer für hochqualifizierte Arbeitskräfte man benötigt… Und Alten- oder Krankenpfleger auch nicht. Das ist einfach kein Job für Jedermann!

PfefferundSalz
PfefferundSalz
Reply to  niki
4 Jahre zuvor

Bitte was?!? >Alleine dafür hättest du eigentlich gleich einen gewaltigen Arschtritt verdient!

Atme erst einmal tieeeeef durch. Dann gehst du zu einer von den Weiterbildungsträgern und fragst ob du dich mal dazu setzen kannst. Dann guckst du dir die Arbeitslosen bei ihrem vergeblichen Bemühen eine Weiterbildung zu machen an. Und DANN urteilst du. Die linke Vorstellung, dass Arbeitslose keinen Job haben weil es keine Jobs gibt ist Schwachsinn wenn du die Realität mal anguckst. Es ist ein Scheinargument das hilft damit sich Linke wohlfühlen können. Wo keine Opfer da kein Aufreger.

Oft erst durch den wahnwitzigen Arbeitsethos der Gesellschaft…

Ja, die böse Gesellschaft. Auf die Idee zu kommen, dass es tatsächlich die eigne Schuld von vielen der Langzeitarbeitslosen ist wirst du vermutlich nie kommen da du praktisch Keinen kennst. Ich sage nicht, dass sie es selbst verschuldet haben aber es sind zumeist individuelle Probleme die zur Langzeitarbeitslosigkeit führen. Kleiner Tipp: Sich mal mit den Menschen unterhalten und DANN die Schlüsse ziehen.

Natürlich hat dieser komplett irre gewordene Turbokapitalismus eine starke Mitschuld?!?

Der Superdupermegaturbokapitalismus musst du schreiben damit es auch klar ist, wie schlimm der ist. Kleiner Tipp – die Mehrzahl der Menschen findet den Kapitalismus ganz gut. Die DKP und die MLPD sind bei der letzten Wahl zusammen unter 0,1% der Stimmen geblieben und diese beiden Parteien sind die einzigen die sich gegen den Kapitalismus aussprechen. Der Rest scheint ihn ganz gut zu finden, vielleicht reformbedürftig aber doch ganz gut.

a. Das hört sich echt „toll“ an, für jemanden der jahrelang an einer Stresserkrankung litt und durch die darauffolgende Arbeitslosigkeit und den gesellschaftlichen Druck fast komplett den Boden unter den Füßen verlor…

Nein, die meisten Langszeitarbeitslosen die ich kenne haben die groß gearbeitet. Die sind praktisch noch Jungfrauen was das angeht. Da sind viele Ursachen für verantwortlich aber alles auf eine monoklausale Ursache zu schieben erinnert mich daran warum ich schon lange nicht mehr links bin. Extremisten suchen immer einfache Lösungen, egal welche Farbe sie haben.

Aber was sage ich, in einer vollkommen irre gewordenen Welt wo Arbeit glorifiziert wird und das (Nach)DENKEN für sehr viele echt nur noch Glücksache ist…

Arbeit wird heutzutage schon längst nicht mehr glorifiziert. Deine Vorstellung stammt wohl noch aus den 60igern. Heutzutage will kaum noch einer wirklich mehr arbeiten als er muss. Selbst Manager treten heutzutage langsamer. Die meisten haben begriffen, dass es kein Leben ist 60-90 Stunden die Woche zu arbeiten.

Und falls mir jemand mit Bildung kommt kann ich nur sagen, dass dieses nur bei einem sehr geringen Teil der dann arbeitslosen Menschen funktionieren wird entsprechend zu qualifizieren. Es kann nicht jeder

Ja, das Argument hab ich auch mal gelesen – in Texten aus dem Mittelalter wo es darum ging, dass doch nicht jeder Mensch lesen und schreiben kann. Ich für meinen Teil traue jedem Menschen zu, dass er bei genügend Anstrengung und Unterstützung ein Hochschulstudium packt. Natürlich nur wenn auch die richtige innere Motivation dabei ist.

Es kann nicht jeder Programmierer werden oder was auch immer für hochqualifizierte Arbeitskräfte man benötigt… Und Alten- oder Krankenpfleger auch nicht. Das ist einfach kein Job für Jedermann!

Du solltest mal den Kopf aus dem Sand ziehen. Die Welt braucht mehr als Programmierer und Altenpfleger. Geh mal unter Menschen, unterhalte dich mal mit deiner Verkäuferin, dem Postboten, dem Klempner, dem Bäcker oder der Klofrau. Jobs gibt es (im Moment) genug, man braucht nur die notwendige Motivation und zum Teil Unterstützung (im Falle von vielen Flüchtlingen) um diese Jobs zu machen.

Um das ganze zusammen zu fassen: Es ist nicht (nur) das System, dass Menschen dazu bringt arbeitslos zu sein sondern in vielen Punkten auch die fehlende Motivation aufgrund fehlender Bildung, psychischer oder körperlicher Erkrankungen. Natürlich wollen das viele Linke nicht hören da sie eigentlich gar nicht an den Arbeitslosen interessiert sind sondern etwas ganz anderes wollen und die Arbeitslosen als Vorwand vor sich her schieben. Genau wie die Rechten die sich um die Frauen „sorgen“ (in Bezug auf Köln) aber eigentlich diese nur als Vorwand nutzen um ihre völkische Ideologie voran zu bringen.

niki
niki
Reply to  PfefferundSalz
4 Jahre zuvor

@PfefferundSalz: Kleiner Tipp: Bleibe weg mit deiner verachtenswerten Drecksscheiße!

ert_ertrus
ert_ertrus
Reply to  niki
4 Jahre zuvor

Industrie 4.0 wird auch dafür sorgen, dass irgendwann einmal auch weniger Programmierer, Ärzte etc. benötigt werden – und Roboter sind als Pfleger auf Dauer günstiger.

Die Salz-und Pfefferbüchse ist noch gar nicht im 21. Jhdt. angekommen …

niki
niki
Reply to  ert_ertrus
4 Jahre zuvor

Langfristig sicherlich… Wenn man das Ganze mit der ganze Robotertechnologie und KI konsequent weiterdenkt, wird (Lohn-)Arbeit im herkömmlichen Sinne irgendwann vollkommen obsolet sein…
Die Frage ist halt nur wann das passieren wird.
Ganz viele können sich aufgrund ihrer Konditionierung auf Lohnarbeit als Quasi-Lebenszweck beim besten Willen nicht vorstellen…

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  niki
2 Jahre zuvor

Langfristig sicherlich… Wenn man das Ganze mit der ganze Robotertechnologie und KI konsequent weiterdenkt, wird (Lohn-)Arbeit im herkömmlichen Sinne irgendwann vollkommen obsolet sein…

Wäre ja schön, wenn Alle davon profitieren würden, aber da stört die Eigentumsfrage, die nicht gestellte.

aquadraht
aquadraht
Reply to  PfefferundSalz
4 Jahre zuvor

Deine These ist total blödsinnig. Bis Mitte der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts gab es in der BRD, leicht unterbrochen durch die Krise von 1967 (in der die Zahl der Arbeitslosen auf 600.000 stieg), Vollbeschäftigung: 200-300.000 Arbeitslosen standen 1,5 bis 2 Millionen offene Stellen gegenüber, die meisten Arbeitslosen waren das nur wenige Monate. Nur wenige tausend waren dauerhaft arbeitslos und schwer vermittelbar, meist durch Alkohol- oder Drogenkrankheit. Heute haben wir (ok die Bevölkerung ist von 56 auf 83 Millionen gestiegen) 2.458.000 offiziell Arbeitslose, obwohl die Kriterien seither zwanzigmal verschärft worden sind, denen keine Million offene Stellen gegenübersteht. Dazu kommen noch bis zu fünf Millionen nicht mitgerechnete Arbeitslose und unterbeschäftigte Menschen. Sollen die alle „faul“ sein?

Du meinst es ja vielleicht gut. Sicher gibt es Resignation, vor allem nach hunderten erfolglosen Bewerbungen und sonstiger Perspektivlosigkeit, Schikane durch die „Arbeitsagentur“ bzw. „Jobcenter“. Und ja, der Kapitalismus ist schuld, und wenn Du Dich auf den Kopf stellst. Und gewöhn Dir bitte Naziterminologie ab. Menschen sind kein Ausschuss.

a^2

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  PfefferundSalz
4 Jahre zuvor

@PfefferundSalz

Oh, Arbeitslose sind schon faul, da hilft kein rumgerede.

Sag mal, hast du noch alle Latten am Zaun, hier so eine Pauschalverurteilung aufzustellen?

Von Massenentlassungen zwecks Gewinnmaximierung, Werksschließungen und Verlagerung von Betrieben in Billiglohnländer scheinst du eben so wenig gehört zu haben,wie von Kapitalfreiverkehr, viel zu niedrigen Frachtkosten sowie dem permanenten Abbau der Zölle durch Freihandelsverträge.

Dies Alles führt zu einer Abwanderung der Arbeit und einem viel zu geringen Angebot an Arbeitsplätzen.
Mit der angeblichen Faulheit der Arbeitslosen hat das rein gar nichts zu tun, sondern mit der Gier der Finanzmärkte und Unternehmenseigner, sowie einer willfährigen Politik, die den Wohlstand der eigenen Bevölkerung zerstört.
Zu denen, die du als Ausschuss bezeichnest, gehören jede Menge qualifizierte Menschen mit langer Berufserfahrung.
Selbst für Akademiker ist Arbeitslosigkeit kein Fremdwort mehr, wie in früheren Zeiten, als eine Anstellung garantiert war.
Frag nur mal die Mitarbeiter an einer Uni, unterhalb der Proffesorenebene, wer da keinen befristeten Vertrag hat und um seine Weiterbeschäftigung bangen muß.

Das ganze Gerede um Qualifizierung ist eine Farce, solange es keine aktive Arbeitsmarktpolitik gibt, die Rechte der abhängig Beschäftigten ständig geschliffen Konzerne gemästet und KMUs nicht ausreichend gefördert werden, wo diese doch die meißten Menschen beschäftigen.

Leider lenkt das ganze moralsaure Der-Kapitalismus-ist-schuld von dem Problem ab

Na selbstverständlich liegt es am kapitalistischen Wachstumszwang, dass Profite eben auch durch Abbau von Arbeitnehmern steigen, wg. zu geringer Steuersätze für Unternehmen und Vermögen die sozialen Folgekosten aber auf die Gesellschaft abgewälzt werden.
Gewinnverlagerungen, eine bewußt kurz gehaltene Steuerfahndung und Subventionen a la Bankenrettung tun ihr Übriges dazu.

Mach dir darüber lieber mal Gedanken, bevor du den neoliberalen Narrativ hier nachplapperst!

Im Übrigen:
Was macht dich so sicher, dass du nicht auch in Zukunft durch einen Computer ersetzt wirst und im „Ausschuss“ landest?

aquadraht
aquadraht
4 Jahre zuvor

args, der Freischaltungsbug hat wieder mal zugeschlagen. F*ck WordPress. Aber schönen Sonntag trotzdem.

a^2

Aufgewachter
4 Jahre zuvor

Eine Frage der Tagesstruktur

Erwerbsloser : „Frau Doktor, ich leide an Suizidgedanken. Können Sie mir beim assistierten Suizid in einem Nachbarland der BRD helfen?“

Psychotherapeutin (entrüstet) : „Nein, ich bin Ärztin!“

Erwerbsloser : „Dann heilen Sie mich doch!“

Psychotherapeutin : „Das kann ich nicht!“

Erwerbsloser : „Wieso? Ich dachte Sie wären Ärztin!“

Psychotherapeutin : „Wieso leiden Sie denn an Suizidgedanken?“

Erwerbsloser : „Weil die Menschen sich nur noch mit ihresgleichen beschäftigen, wenn sie davon finanziell profitieren.“

Psychotherapeutin : „Das stimmt so nicht.“

Erwerbsloser : „Warum?“

Psychotherapeutin : „Jede pauschalierte Aussage ist nicht wahr, denn die Ausnahme bestätigt die Regel.“

Erwerbsloser : „Oh fein! Würden Sie sich mit mir auch dann unterhalten, wenn Sie kein Geld bekommen würden?“

Psychotherapeutin : „Aber ja sicher doch, ich bin Ärztin.“

Erwerbsloser : „Okay, ich werde Sie gegebenfalls bei einem Euro-Crash daran erinnern.“

Psychotherapeutin (entsetzt) : „So war das jetzt nicht gemeint.“

Erwerbsloser : „Wie haben Sie´s denn sonst gemeint Frau Doktor?“

Psychotherapeutin : „Ihnen täte eine Tagesklinik ganz gut.“

Erwerbsloser : „Warum das denn?“

Psychotherapeutin : „Was Ihnen fehlt ist Tagesstruktur!“

Erwerbsloser : „Ich habe sogar eine Nachtstruktur.“

Psychotherapeutin : „So etwas möchte ich von Ihnen nicht noch einmal hören!“

Erwerbsloser : „Was möchten Sie denn hören, Frau Doktor?“

Psychotherapeutin : „Das habe ich Ihnen doch schon eben gesagt, Ihnen fehlt Tagesstruktur.“

Erwerbsloser : „Welche Tagesstruktur meinen Sie denn, Frau Doktor?“

Psychotherapeutin : „Wie darf ich die Frage verstehen?“

Erwerbsloser : „Meinen Sie meine Tagesstruktur oder die der Anderen?“

Psychotherapeutin : „Könnten Sie das bitte etwas genauer differenzieren?“

Erwerbsloser : „Die Tagesklinik ist eine Firma, die davon profitiert, daß ich meine Tagesstruktur aufgebe und meine der Tagesklinik anpasse damit das Geschäft der Tagesklinik laufen kann.“

Psychotherapeutin : „Sie haben keine Tagesstruktur.“

Erwerbsloser : „Doch doch, die habe ich.“

Psychotherapeutin : „Wieso haben Sie dann Suizidgedanken?“

Erwerbsloser : „Das habe ich Ihnen doch schon gesagt. Weil die Menschen sich nur noch mit ihresgleichen beschäftigen, wenn sie dadurch einen finanziellen Vorteil haben.“

Psychotherapeutin : „Das ist in der Tagesklinik anders. Dort können Sie sich mit gleichgesinnten Patienten unterhalten, gemeinsam frühstücken, malen, kochen und vieles mehr.“

Erwerbsloser : „Im Prospekt steht genau das Gegenteil.“

Psychotherapeutin : „Wieso was steht denn dort?“

Erwerbsloser : „Unterstützung bei der Entwicklung realistischer Lebens- und Berufsperspektiven und stufenweise Wiedereingliederung in eine berufliche Tätigkeit mit gleichzeitiger Betreuung durch die Tagesklinik.“

Psychotherapeutin : „Klingt doch schön oder?“

Erwerbsloser : „Aus der Sicht des künftigen Arbeitgebers klingt das sicher schön, aber aus der Sicht eines arbeitsunfähigen und kranken Erwerbslosen klingt es eher unschön.“

Psychotherapeutin : „Was haben Sie sich denn vorgestellt?“

Erwerbsloser : „Wäre die Behandlung meiner Erkrankung nicht eher angebracht, um meine Gesundheit wieder zu erlangen und meinen Lebensweg zu finden, anstatt sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wie man mich in das fremdbestimmte Erwerbsleben integrieren kann?“

Psychotherapeutin (sprachlos)

Erwerbsloser (kopfschüttelnd) : „Das liest sich ja, wie eine getarnte Gruppeninformationsveranstaltung 60 plus oder eine Bewerbungstrainings-Maßnahme vom Jobcenter in Vollzeit, die über 6 Wochen läuft.“

Psychotherapeutin : „Das gehört nun einmal zu den Aufgaben einer Tagesklinik.“

Erwerbsloser : „Wer jeden Tag zur Tagesklinik kommen kann, um mit anderen Menschen gemeinsam zu frühstücken der kann möglicherweise auch noch in einer Werkstatt für Minderleister arbeiten, nicht wahr, Doktor?

Psychotherapeutin : „Im geschützten Rahmen natürlich!“

Erwerbsloser : „Und wer genießt den geschützten Rahmen? Der kranke alte Erwerbslose oder die vermeintlich gemeinnützige karikative Einrichtung?“

Psychotherapeutin : „Darauf antworte ich nicht.“

Erwerbsloser : „Seit den Nazis damals hat sich nicht viel geändert., nur die Firmen haben ihre Namen umgeschrieben. Mal schauen, wie lang der Gang in eine Tagesklinik noch eine freiwillige Angelegenheit bleiben wird.“

Psychotherapeutin : „Wenn Sie das so sehen wollen …“

Erwerbsloser : „Apropos Tagesstruktur! Doktor, haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie aber vorallem wo die Betreiber diverser Tageskliniken und vermeintlicher gemeinnützigen Einrichtungen ihre Tagesstruktur verbringen?“

Psychotherapeutin : „Nein!“

Erwerbsloser : „Die verbringen ihre Tagesstruktur auch in einem geschützten Rahmen.“

Psychotherapeutin : „So? Wo denn?“

Erwerbsloser : „Auf Mega-Yachten vor Monaco an der Côte d’Azur umgeben von schönen nackten Mädchen bei Champagner und Kaviar.“

Psychotherapeutin (ergänzt lächelnd) : „Und die haben auch eine Nachtstruktur …“

Erwerbsloser : „Ich sehe, wir verstehen uns, Frau Doktor.“

Richy
Richy
2 Jahre zuvor

Hallo,
also ich finde doof, dass man mich deswegen nicht ernst nimmt.
Dabei habe ich nur wenige Aufträge.

Mein Jobcenter hat mir mein Aufbaustudoium abgebrochen und daher muss ich alleione umsatteln.
Habe jetzt im sechsten Monat keine Krankenversciuerng vom Jobcenter in der angeblich kaufkräftigsten Kommune Deutschlands.

Die Russen haben im zweiten Weltkrieg Teile Polens genommen, und die dann wiederum Teile Deurschalnds. Da waren die Schlesier ihren Besitz auch los. Aber heutzutage wirkt es eben so, als sei man faul- das finde ich manchmal schwer zu ertragen, aber es hilft ja nichtgs.

In einem Dorf im Südosten muss man dann ein Doppelleben führen, damit das nicht so auffällt.
Grüße

Richy
Richy
Reply to  Richy
2 Jahre zuvor

PS.
wollte noch ergänzen:
danke an die Redaktion dieser Seiten!

Es gibt relativ wenige Foren für vermeintliche Arbeitslose.

Es ist wirklich enorm langwierig, auch nur Zweifel der hiesigen Beamten und er ganzen Stellen, bei denen sie sehr fleissig den Ruf der ganzen Sippe geschädigt haben, an ihrem sehr rigiden Vorgehen zu wecken.

Ich war natürlich auch früher skeptisch gegenüber Arbeitssuchenden, und hätte ein Eliteingenieurstudium mit promotionsstudium nicht durchgezogen, wenn ich gewusst hätte, dass eine Frau nur erzählen muss (wirklich unter kraqssen Falschangaben betreffend angeblich nur einen Termin im Jobcenter und dass sie mich nicht kennen würde nach 14 Monaten enger Zusammenarbeit/ trotz vieler Geschäftlicher Korrespondenz, die sie verfäschte und mitbrachte), dass ich sie angeblich sexuell belästigt hätte.

In Wirklichkeit hatte sie mir nur wiederholt ins Gesicht gerülpst und „Du Memme“ gesagt.

Also wäre es in meinem Fall besser gewesen, sich im Jobcenter beleidigen zu lassen und den Beruf nehmen zu lasssen, klaglos. So lernte ich Bayern dann kennen aber teilweise vielleicht nicht lieben!

Ich würde ja gerne Therapie machen nach den Verurteilungen und enigen schlimmen Folgeschäden (zehn Brüche festgestellt bei meiner Verwandtschaft), aber hier ist die Versorgung mit Therapeuten sehr schlecht und ich fürchte, dann in die Psychoiatrie gesperrt zu werden- das wäre ich fast im Rahmen der Prozesse, aus angeblicehr Fürsorge…

Also nochmal Danke für die journalisitische und redaktionelle Arbeit und Ihre Zeit.
Grüße
Rich