Als ich noch fauler Arbeitsloser war

Langzeitarbeitslose sind faul? Irrtum: Das sieht oft nur so aus. Dahinter steckt aber etwas völlig anderes. Ich sah auch auf diese spezielle Weise ziemlich faul aus, als ich noch langzeitarbeitslos war. Über Lähmung, Sozialphobie und spätbiedermeierliche Harmoniedekadenz.

Entgegen weitläufiger Ansichten hat das eigene Home, sweet Home, durchaus Konjunktur. In Zeiten, da Menschen in Kauf nehmen, auch mal anderthalb Stunden zu ihrem Arbeitsplatz zu pendeln, um danach weitere anderthalb Stunden für den Rückweg zu veranschlagen, gewinnt das eigene Zuhause durchaus an Wert. Man wohnt nicht mehr einfach: Man lebt darin. Das Zuhause wird als Komfortzone, als Rückzugsoase, als Relaxing-Area empfunden. Mal nicht raus ins Getümmel, stoisch auf dem Sofa bleiben, kein Boss, kein Trubel in der S-Bahn: Der Rückzug ins Private – Biedermeier hat Konjunktur, man mag es inmitten Zierkissen, junge Frauen tragen hochgeschlossene Spitzenkragen und Politik als Thema ist igitt. Das gibt doch nur Streit – da doch lieber biedermeierisch auf die Couch, Kaffee dazu, Chips hinterher. Das Zuhause ist ein Luxusort in einer überflexiblen, mobilen, hektischen, tayloristisch erfassten Welt.

Die bürgerliche Ablehnung der Arbeitslosen speist sich auch aus diesem Umstand, denn der Arbeitslose hat das vermeintliche Glück, stets in seiner Komfortzone verweilen zu dürfen. Er verbringt ja den größten Teil seines Alltages daheim. Es sollte unbedingt mal analytisch festgehalten werden, dass die allgemeine Abneigung der arbeitenden Bevölkerung gegen Arbeitslose einen irrationalen Versuch darstellt, die eigentliche Ausrichtung des alltäglichen Schaffens nach Geldkriterien, doch nochmal in ein Zeitkriterium zu verwandeln. Es ist eine Neiddebatte, die eigentliche Neiddebatte dieser Tage, eine verlagerte Neiddebatte nämlich, die ihr Hauptaugenmerk auf die legt, die nichts haben, um die schadlos zu halten, bei denen sich Neid lohnte. Arbeitslose haben ein Zeitkonto – und das in einer geldwerten Welt. Die Wut darüber ist ein tumber Aufstand gegen das Zeitregime, man redet sich ein, dass Arbeitslose mehr von dieser Währung hätten, als man selbst. Was stimmt, aber eben nur die halbe Wahrheit darstellt. Abgesehen davon sehen die Wellness-Domizile dieser arbeitslosen Tagediebe ja auch gar nicht so chic aus wie jene von Leuten, die ihr Home as their castle ausstaffieren.

Die eigenen vier Wände wurden also in der öffentlichen Wahrnehmung zu einem Ort stilisiert, an dem man die Seele baumeln lässt. Man sperrt die Welt aus. Einrichtungshäuser haben diesen Eindruck gestärkt. Wer heute ein Sofa kauft, der holt sich eine Wohnlandschaft ins Haus. Das klingt wie eine einsame Insel, von der man sich nicht mehr erheben muss, an der die Fährnisse des Alltages abprallen. Menschen, die viel Zeit daheim zubringen können, dürfen oder müssen, gelten insofern heute nicht mehr als häuslich – was vormals eine Tugend darstellte -, denn sie verbringen ihre Zeit ja an einem Erholungsort: Man stuft sie als faul ein. Da sind wir mittlerweile als Gesellschaft zielgerichtet geframt.

Natürlich verbringen Arbeitslose viel Zeit auf dem Sofa. Ich war jahrelang selbst Langzeitarbeitsloser, meine Zeitreserven, auf die alle Welt neidisch zu sein schien, habe ich nicht immer sonderlich wertvoll eingesetzt. Man kann es ja gar nicht leugnen, natürlich sitzt man auf seinem Balkon, trinkt Kaffee und guckt Löcher in die Luft. Und die arbeitende Bevölkerung zieht an einem vorbei und ist neidisch. Ist man deswegen faul? Das ist eine Frage der Perspektive, wie eben erläutert wurde. Wenn Wohnung mit Komfort und Erholung konnotiert wird, dann kann man das so sehen. Aber man ist als Arbeitsloser ja nicht so viel daheim, weil man daheim sein will. Eigentlich dreht sich ja alles nur um eine Frage: Wohin soll man denn sonst gehen?

Die Antwort auf diese Frage hat alleweil zuerst mit Geld zu tun, besser gesagt, mit dem Geld, das man nicht hat, um seinen Kaffee nicht am Balkon zu schlürfen, sondern in einem Café. Der andere Teil der Antwort ist psychologischer Natur. Als jemand, der von außerhalb ständig als Person betrachtet wird, der viel, ja sogar viel zu viel Zeit zur Verfügung steht, die ihren Tag verbummelt und stets im heimischen Ressort eine ruhige Kugel schieben kann, wird es nach und nach unattraktiv, seinen Tagesablauf nach außen zu verlagern. Dort draußen warten ja doch nur die, die dumm gaffen. Manche tun das wirklich, bei vielen bildet man es sich wohl aber auch nur ein. So wirkt die gesellschaftliche Wahrnehmung auf arbeitslose Menschen, sie treibt einen dazu, sich zu einem Stubenhocker zu entwickeln. Das gute Fernsehprogramm ist es jedenfalls eher nicht.

Es ist die schiere Resignation, die Unzufriedenheit mit dem eigenen Schicksal, die den Arbeitslosen zu einem häuslichen Charakter erzieht. Die Situation lähmt, man ahnt ja durchaus, wie das Umfeld einen wahrnimmt – und so verabschiedet man sich sukzessive von sozialen Kontakten, man verschanzt sich in der eigenen Wohnung, genau so, wie es die neobiedermeierlichen Rückzugssehnsüchte der arbeitenden Menschen vorgeben. Letztlich bestätigt man damit die, die von außen auf die Szenerie blicken und die zu glauben meinen, hier unbelehrbare Faulheit am Werk (oder besser gesagt: am unterlassenen Werk) zu sehen.

Wo ist eigentlich die gesellschaftskritische Studie, die das Zuhause in heutiger Zeit analysiert. Wir reden gesellschaftlich viel von Wohnraum, aber wenig vom Daheim. Wie nehmen die Menschen in einer Gesellschaft, die mehr und mehr zu einem Spießrutenlauf wird, die eigenen vier Wände wahr? Stimmt es, wie die ehemalige Umweltministerin mal meinte, dass die Menschen heute die eigene Wohnung nur als Durchgangsstation nutzen, womit 25 Quadratmeter locker reichen sollten, um ein Leben in Teilhabe führen zu können? Oder entspricht es nicht viel eher der Wahrheit, dass Zuhause heute mehr denn je ein Ort ist, an dem sich Menschen in Sicherheit vor der hektischen Gesellschaft wissen? Das liest sich jetzt nicht sonderlich originell, weil das Zuhause ja nie etwas anderes war als das. Es ist umständlich zu erklären, wie das gemeint ist. Heute hat man allerdings häufig den Eindruck, dass die Wohnung als abgeschlossener Mikrokosmos wirkt. Man sperrt die Welt aus, was heißt: Man schottet sich vom Viertel, von den Nachbarn ab. Das eigene Zuhause wird so zu einer Insel inmitten des Verfalls. Der Stadtteil darbt, aber wichtig ist letztlich, dass die Wohnlandschaft ein Plätzchen bietet. Zuhause: Das war mal eine Komponente in einer persönlichen Gesamtwahrnehmung, eine Entität in der Komposition verschiedener Eindrücke. Das hat sich geändert.

Für Arbeitende wie für Arbeitslose trifft wohl gleichermaßen zu, dass sie das Daheimsein heute als Flucht begreifen, als Ausstieg von der repressiven Konsum-, Markt- und Mediengesellschaft. Es scheint, dass sich beide Gruppen nur aus verschiedenen Gründen zurückziehen. Mit Faulheit hat das nichts zu tun. Es sieht nur manchmal so aus – was, wie gesagt, mit dem zeitgenössischen Zuhausebegriff zu tun hat. Wenn sich letztlich in einer Gesellschaft der Gedanke etabliert, dass der einzige humane Platz im Gemeinwesen die eigene Wohnung ist, dann ist man freilich zwangsläufig auf die neidisch, die diese Humanität exzessiver ausschöpfen können. Dass das Zuhause eines Langzeitarbeitslosen aber kein idyllischer Rückzugsort ist, sondern eine Unterkunft, die je und je veraltet, weil der Bewohner nichts mehr in die Wohnqualität investieren kann, sondern ein durch die Umstände freiwilliges Exil, kommt bei dieser Art von Neiddebatte nie vor. Das ist die wahre Faulheit in unserer Gesellschaft: Eindimensionalität.


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57 Kommentare auf "Als ich noch fauler Arbeitsloser war"

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niki
Mitglied

Faul im Denken ist der Mensch der sich aufhetzen gegen Arbeitslose (und beliebig andere soziale schlecht gestellte Gruppierungen, you name it) lässt.

Eigentlich wollte ich noch einen langen Text zu schreiben. Aber im Endeffekt reicht die Quintessenz dahinter völlig aus. Lange Erklärungen machen diese nur angreifbar.

Aufgewachter
Gast

Genau!

Arbeitslose sind die sozialverträglichsten Individuen, die es gibt. Wenn die alle arbeiten gehen würden, dann kosteten sie der Allgemeinheit mehr Geld, als sie jetzt kosten. Also überlegt Euch das noch einmal, bevor Ihr auf die Erwerbslosen schimpft!

niki
Mitglied

Und wer gegen Arbeitslose hetzt weil es ihm persönlich nützt, ist mindestens ein Psychopath und gehört gesellschaftlich geächtet und weggeschlossen…

Heldentasse
Mitglied

Und was soll mit den Menschen geschehen, die ob dieser Hetze noch Beifall klatschen?
Soviel Irrenanstalten gibt es doch gar um die alle zu behandeln.

Beste Grüße

niki
Mitglied

Die Welt ist halt ein Irrenhaus… Stellen wir doch jeden Tag fest 😉
Aber jetzt mal ernsthaft:
Die Unterscheidung zwischen persönlichem Nutzen und Mitläufern muss halt sehr deutlich geschehen…

Der Paragraph im StGB §130 sollte entsprechend angepasst werden… Empfindliche Geldstrafen für Mitläufer und Wegsperren für Rädelsführer… Das ganze ist halt meines Erachtens nach nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Heldentasse
Mitglied

Wenn in Teutschland Rädelsführer und Mitläufer bestraft werden, sind das mit Sicherheit nicht die, die gegen Arbeitslose hetzen und dazu Beifall klatschen, dass ist doch offensichtlich systemimmanent.

Beste Grüße

Privatier
Gast

Angst ist Folge der staatlichen Agenda-GEWALT,
mit der Absicht zu missbrauchen um sich zu bereichern.
StGB § 263 beschreibt die Hartz-Gesetze und deren sozial-gesetzliche ZIELE.
Die Hetze der verrohten Mittelschicht ist wohl das Schlimmste was passieren konnte, die Denunzierung der Gewählten Betrüger im Amt war und ist erfolgreich weil Propaganda-Experten daran mitgearbeitet haben.

ert_ertrus
Gast

Die sollten ihren Job dann für einen Arbeitslosen räumen und sich der Erfahrung der Erwerbslosigkeit aussetzen – vielleicht fällt dann bei Einigen der Groschen (soweit noch vorhanden) …

Heldentasse
Mitglied
Zum einen gibt es nicht nur den offensichtlichen Rückzug ins private, sondern auch viele Menschen im Job, laut einer Untersuchung 24%, haben innerlich gekündigt. Das hat wie geschrieben nichts mit Faulheit und Verantwortungslosigkeit zu tun, sondern ist ganz klar eine Reaktion auf die nicht selten inhumanen Zustände in der Gesellschaft und den Unternehmen. Im Kontext “DDR” gibt es dazu eine interessante Betrachtung der FAZ: Asef Bayat, Professor für Soziologie und Nahost-Studien, nennt diesen Vorgang „Nicht-Bewegung“, bei der alltägliche Handlungen, die Individuen als Überlebensstrategie ausüben, zur Raumnahme führen. Ein „stilles Vordringen des Alltäglichen“. Bayat geht in seinen Beobachtungen jedoch immer vom… Read more »
pentimento
Gast

@Heldentasse

Danke für den link. Wünschenswert wäre allemal, wenn diese “Nicht-Bewegung” mit ihrem Rückzugs- Aspekt auch hier zu einer friedlichen Revolution führen würde. Und wahrscheinlich die einzige Art der Revolution, zu der die deutschen Untertanen fähig sind.

ert_ertrus
Gast

Auch eine Form von innerer Emigration – warum nicht … 🙂

PanzergrenadierBBC
Gast

Divide et impera!
Solange man die Bevölkerung dazu bringen kann sich nicht zu einigen sondern untereinander Neidvoll und zerstritten zu sein kann man leichter herrschen.
Interessant zu dem Thema ist auch die letzte Sendung der Anstalt, die die Zusammenhänge von Hartz IV und diversen Medienkampagnen herstellt. Das ganze erreicht zweierlei, einerseits sorgt man für Neid der arbeitenden Bevölkerung auf Arbeitslose und andererseits macht man sich die arbeitende Bevölkerung gefügig, weil man ihr Angst vor der Arbeitslosigkeit und dem sozialen Abstieg macht. Das Ziel ist das der Arbeitende jeden Job annimmt.

Heldentasse
Mitglied
M.E. alles richtig, nur mit dem Ziel der Diskriminierung von Arbeitslosen gehe ich nicht konform, denn es ist eine Unmöglichkeit das jeder Mensch der einen Job braucht auch einen bekommt! Deshalb sind meiner Meinung nach u.a. die Ziele: -) Einen die Arbeitslosen dazu zu bringen sich selber die Schuld an ihrer Arbeitslosigkeit zu geben -) Die Arbeitslosen zu stigmatisieren um damit Sanktionen zu legitimieren, die u.a. Kosten sparen und die Menschen gefügig machen -) Die die noch Arbeit haben dazu zu bringen jede Kröte zu schlucken um diese Arbeit auch zu behalten Längerfristig haben auch die, die das betreiben ganz… Read more »
Nashörnchen
Gast
denn es ist eine Unmöglichkeit das jeder Mensch der einen Job braucht auch einen bekommt! Ach, das geht schon. In der DäDäRä hat das prächtig funktioniert; das ging sogar soweit, daß man zwangsweise in irgendeinen Betrieb gesteckt wurde – ob man wollte oder nicht. Selbst Hausfrauen, die es sich leisten konnten, waren die absolute Ausnahme und meist “krank”, um zuhausebleiben zu können. Und heute sollen (hat mal irgendwer ausgerechnet) in der BähRD auch nur rund 15 Mio. eine “richtige” Arbeit, mit der tatsächlich ein Mehrwert erwirtschaftet wird, haben. Um die 25 Mio. gehen zwar irgendwie “arbeiten”, werden aber – oft… Read more »
pentimento
Gast

Vielleicht löst sich dieses Problem langfristig von selbst, wenn immer mehr Menschen in Hartz lV abrutschen, so wie es von den Eliten ganz offensichtlich geplant ist.

Robbespiere
Mitglied

@Pentimento

Vielleicht löst sich dieses Problem langfristig von selbst, wenn immer mehr Menschen in Hartz lV abrutschen, so wie es von den Eliten ganz offensichtlich geplant ist.

Die Lösung ist schon in Arbeit, wie man am dumpfen Klang der Kriegstrommeln hören kann.
Auf dem Schlachtfeld gibts Vollbeschäftigung und fette Gewinne für die Sieger.
Hartz4 wird dann in Grabkreuzen ausgezahlt und das Spiel kann wieder von vorne beginnen.

Ohne Aufstand und die anschließende Etablierung einer “echten Bürgersouveränität” kommen wir aus dieser Endlosschleife nicht heraus.

Gast
Gast

Vielmehr sei das so das Beste ?
Angesichts der unterschiedlichen sozialen Stellungen und Bildungschancen zeigt sich doch, daß Weißen in keiner Weise eine größere angeborene Intelligenz zukommt. Daher kann ich praktisch auch kaum einen Beitrag geschweigedenn etwas Konkretes oder Korrektes zu relevant Fragen leisten. Alles andere würde sicherlich als stark fehlerhaft, unehrlich oder in Verruf bringend empfunden. Und, da ich auch politisch nicht sonderlich motiviert bin, scheint es mir damit vereinbar, Ihnen zu ersparen zu welchen Schlüssen ich gekommen bin und, welche wohlmöglich gar nicht zu Ihrer Vorstellung gepasst hätten.

Robbespiere
Mitglied

@Gast

Was soll der Käse?

Ich weiß was, aber ich sags nicht!
Wozu dann überhaupt kommentieren? Bullshit

Privatier
Gast
The World ist ein großes Schiff das für PRIVATE mit Geld ein Zuhause im Glück ist, keine Steuern mehr zahlen scheint das Ziel überhaupt in der heutigen Zeit. Diese Hängematte ist legal!!! Im Hamburger Hafen lag sie mal, unerreichbar für jedes Finanzamt. Der Steuerzahler scheint eine Eier-legende Wollmilchsau zu sein, jederzeit verfügbar, wenn der Wohnsitz auf dem Land, dem Kontinent, eine Meldeadresse hat. Kleinrentner müssen doppelt besteuert werden um das Lügenpack zu versorgen das uns regiert. 2008 wurde von Merkel eine Finanztransaktions-Steuer auf Börsengewinne angekündigt, bis heute Hängematte pur, auf der World! https://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/ Privatsierung ist das große ZIEL, staatliche Institutionen… Read more »
Heldentasse
Mitglied

So kann eine Gesellschaft natürlich auf die Dauer nicht funktionieren!

trackback

[…] langzeitarbeitslos war. Über Lähmung, Sozialphobie und spätbiedermeierliche Harmoniedekadenz.Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Guacamole und wie sie die Welt verstümmelt Klimawandel oder Atomschlag? […]

Heldentasse
Mitglied

IMO wertvoll im diskutierten Kontext.

Gesellschaftlliche Realität macht nicht halt vor linken Projekten, warum auch

Beste Grüße

ert_ertrus
Gast
Am 29. März 2010 ging Birgit Schrowange in Extra – Das RTL Magazin – unter dem Titel »Wenn ich groß bin, kriege ich Hartz IV!« der Frage nach, was ein Hartz IV Kind von seiner Geburt bis zu seinem voraussichtlichen Tod den Steuerzahler kostet. Im Vergleich dazu wird eine Rechnung aufgemacht, was das Kind einer arbeitsamen Familie, an Steuern einbringt, nach Abzug der staatlichen Investitionen in seine Bildung. >Auch unter »Beauty-Gesichtspunkten« hat die in der Sendung dargestellte Familie wenig Erfreuliches zu bieten. Eine Face Aging Software, mit Zusatzfaktor Hartz IV, prognostiziert, dass der Hartz IV Sprössling schon mit 50 Jahren… Read more »
Heldentasse
Mitglied

Wenn es stimmt, wovon ich ausgehe was das RTL Magazin zum “besten” gab, ist dies ganz klar faschistoid! Die Nützlichkeit von Menschen in Geldwert ausrechnen haben auch die Nazis gemacht mit den Zwangsarbeitern und KZ- Insassen.

Beste Grüße

niki
Mitglied

@Heldentasse: Sind halt faschistoide und psychopathische Arschlöcher. Da diese eine persönlichen Nutzen davon haben müssten diese eigentlich wegegesperrt werden… Aber da rein gar nichts passiert, kann man nur den Schluss daraus ziehen, dass die Gesellschaft extremst denkfaul ist und rein gar nichts gelernt hat.

Balmung
Gast

Merkwürdig, die sonst so unvermeidliche, wie allgegenwärtige “political correctness” scheint bei den “Sozialschmarotzern” nicht zu greifen.

anton
Gast

Die meisten Arbeitslsoen dürften die Zeit gerne gegen Arbeit tauschen wollen! Arbeitslose, mir Abstrichen auch echte oder angebliche Steuerhinterzieher, bekommen einiges an Hetze ab, abzuschiebende Flüchtlinge, Faule und unfähige Beamte( nur die sind gemeint ) werden als normal hingenommen!Ja zur Bürgerarbeit, weniger Sinnlosmaßnahmen, großzügige Vermögensanrechnungenusw da bleibt noch was zu tun!

Nashörnchen
Gast

Divide et Impera. Das uralte Prinzip. Ein Volk, das sich einig ist, ist unregierbar.
Arbeiter vs. Arbeitslose ist ja nur ein einzelnes Sandkorn in der Wüste. Ganz genauso geht es ja auch Frauen vs. Männer, Junge vs. Alte und und und und und… Jeder vs. jeden.

http://i64.tinypic.com/2liea1y.jpg

Rudi
Gast
@Nashörnchen Hauptsache die Lohnabhängigen prügeln sich. Das freut die Kapitalbesitzer, weil Aufmerksamskapazitäten von den wahren Machtverhältnissen abgezogen werden. Der Bildzeitung ist es immer wieder ein Thema wert, auf die Beamten zu kotzen. Da weiß man die Masse seiner LeserInnen hinter sich. Es werden nicht Fragen diskutiert, ob ein schichtarbeitender Polzeiobermeister (Besoldungsgruppe A8) überhaupt in München von seinem Gehalt mit einer Familie leben kann. Nein, da geht es nur um deren vermeintliche Privilegien, aber wem gegenüber? Zur Erinnerung: Kapitaleinkünfte werden mit 25 Prozent besteuert. Der Spitzensteuersatz für Arbeitnehmer liegt bei 42 Prozent für jeden Euro bei einem Einkommen zwischen 53.000 und… Read more »
anton
Gast

Rudi: Unpoliitscher Blödsinn, selbst faule und unfähige Beamte sind nicht entfernbar! Die Reichen könne in einer Krise einiges verlieren, stärkere Besteuerung der Reichen, aber trotzdem im bestimmten Rahmen super-gerne! Ihr kommt, wie der Beamtenbund, gerne mit der Polizei, Rentenkasse usw wird gerne verschwiegen! Da lobe ich mit die SPD, die sind beamtenkritischer als bestimmte linksradikalen Kommentatoren!71,25% des letzten Gehalts ist also kein Privileg, dann ist es ein Millionenerbe für mich auch nciht. hätte ich übrigens sehr gerne, war aber leider nichts!!

Rainer N.
Gast
Seitdem ich fauler Rentner bin … vorher war ich auch ein “fauler Arbeitsloser” … den von ALG2 auf Grusi … da gibt es keinen Unterschied … verbringe ich auch fast 24/7 in meiner Wohnung … nur zum notwendigen Lebensmitteleinkauf mal raus … oder zum Arzt … und dann eben 16/7 vor dem PC … 8/7 im Bett … so hat das Leben Struktur … auch wenn diese Struktur zum k….. deswegen auch mein Pessimismus … aber verbiegen lasse ich mich nicht … meine Ideale … auch wenn mir klar ist … die werden nie Realität … den der Mensch ist… Read more »
aquadraht
Mitglied
HartzIV hat ja dafür gesorgt, dass die Mehrzahl der Arbeitslosen arm sind. Die abgeschafften Zumutbarkeitsregeln sorgen dafür, dass selbst bei Vermittlung die Löhne auf Armutsniveau sinken, die darauf folgende Arbeitslosigkeit ist dann endgültig auf Hartzniveau gedrückt. Roberto hat die soziale Isolation, die daraus resultiert, zutreffend geschildert. Allerdings glaube ich, dass der Rückzug auf die eigenen vier Wände, oder kostenlose Outdoormöglichkeiten (in Berlin gibt es noch ein paar Seen und sogar ein Strandbad (Müggelsee), die nichts kosten, vorwiegend mit dem Geld zu tun hat. Aktivitäten wie Kneipe, Kino, Theater etc. reissen da einfach ein Loch ins Budget, das man genau planen… Read more »
ert_ertrus
Gast

Wobei man die Infos aus der Zeitung eh knicken kann, falls Mainstreampresse 😉

Und so isses auch: der Arme lebt in einer Welt der Mangelökonomie. Und zu den materiellen Mängeln kommen auf Dauer fatalere hinzu: Mangel an Selbstwert (induziert durch die Medien – man WEISS das es Blödsinn ist, was die auf die Menschheit in Bezug auf Abwertung Armer loslassen, aber ebenso weiß man auch, dass die Mehrheit der Bevölkerung diesen Bullshit glaubt) macht auch nicht gerade kontaktfreudiger … Und noch unzählige mehr – Armut und Depressionen scheinen siamesische Zwillinge zu sein .(

Rainer N.
Gast
Eben, und in einem kleine Ort gibt es kaum etwas kostenloses. Höchstens Vergünstigungen nach Vorlage des Bewilligungsbescheides … so das jeder sehen kann … wie früher … als Sozialhilfeempfänger noch Lebensmittelgutscheine bekommen haben … Spießrutenlaufen sozusagen … und ich gestehe … also hab es einmal geschrieben … für den Diakoniebrief … der Beitrag wurde aber dann nicht veröffentlicht … das war 1998 … vor der Wahl … Arbeitslos Wie viele Vorurteile verbinden sich mit diesem Begriff Auch ich hatte früher als ich noch erwerbstätig war, eine Menge Floskeln für Arbeitslose übrig. Als ich dann wegrationalisiert wurde, dachte ich, da ich… Read more »
Balmung
Gast

Die meisten Sozialhilfeempfänger sind Schmarotzer.

Amtlich festgestellt von den Fürsten von Sayn-Wittgenstein

https://www.express.de/koeln/tv-experiment-fuerstenpaar-lebt-in-koeln-von-hartz-iv—80-prozent-nutzen-das-nur-aus—30114914

Der Adel wird schon wieder frech, wo bleibt sie nur die gute, alte, Guillotine?

niki
Mitglied

@Balmung: Die soziopathischen Megaarschlöcher sind wieder unterwegs… Wegsperren und den Schlüssel wegwerfen!

ert_ertrus
Gast

Das musste ich denken als ich das Statement dieses degenerierten Blaublütlers mitbekam …
Aber wäre es nicht besser, seinesgleichen als Zwangsarbeitskraft auszubeuten? Damit er am Ende seines Lebens mal am eigenen Leib erfährt, wie harte Arbeit sich anfühlt ;)?

Balmung
Gast

Na klar, bin ohnehin gegen die Todesstrafe. Das erraubte Vermögen seiner Durchlaucht einziehen und ab zur gemeinnützigen Bürgerarbeit.

PfefferundSalz
Gast
Oh, Arbeitslose sind schon faul, da hilft kein rumgerede. Kenne mehrere Arbeitslose und war nach dem Studium selbst auch arbeitslos. Aber sie sind auch oft psychisch angeschlagen – egal ob Depression oder andere Störungen, die meisten Arbeitslosen haben Probleme (viele auch körperlicher Art). Es ist nicht die “industrielle Reservearmee”, sondern eher der Ausschuss – Personen die man eigentliche komplett bearbeiten müsste damit sie wieder leistungsfähig werden können. Da dies dem Staat aber zu teuer und aufwendig ist, lässt man sie bei HARZ IV vegetieren. Es ist halt eine Abwägungsfrage. Leider lenkt das ganze moralsaure Der-Kapitalismus-ist-schuld von dem Problem ab und… Read more »
niki
Mitglied
Oh, Arbeitslose sind schon faul, da hilft kein rumgerede. Bitte was?!? >Alleine dafür hättest du eigentlich gleich einen gewaltigen Arschtritt verdient! Aber sie sind auch oft psychisch angeschlagen Oft erst durch den wahnwitzigen Arbeitsethos der Gesellschaft… Leider lenkt das ganze moralsaure Der-Kapitalismus-ist-schuld von dem Problem ab … Natürlich hat dieser komplett irre gewordene Turbokapitalismus eine starke Mitschuld?!? dass man eine anständige Bestandsaufnahme des Arbeitslosen macht, incl. Psycho- und Ärztecheck, dann eine individuelle Therapie bzw. Vorgehensweise ersinnt und einen Arbeitsplatz für diese Person besorgt. a. Das hört sich echt “toll” an, für jemanden der jahrelang an einer Stresserkrankung litt und durch… Read more »
PfefferundSalz
Gast
Bitte was?!? >Alleine dafür hättest du eigentlich gleich einen gewaltigen Arschtritt verdient! Atme erst einmal tieeeeef durch. Dann gehst du zu einer von den Weiterbildungsträgern und fragst ob du dich mal dazu setzen kannst. Dann guckst du dir die Arbeitslosen bei ihrem vergeblichen Bemühen eine Weiterbildung zu machen an. Und DANN urteilst du. Die linke Vorstellung, dass Arbeitslose keinen Job haben weil es keine Jobs gibt ist Schwachsinn wenn du die Realität mal anguckst. Es ist ein Scheinargument das hilft damit sich Linke wohlfühlen können. Wo keine Opfer da kein Aufreger. Oft erst durch den wahnwitzigen Arbeitsethos der Gesellschaft… Ja,… Read more »
niki
Mitglied

@PfefferundSalz: Kleiner Tipp: Bleibe weg mit deiner verachtenswerten Drecksscheiße!

ert_ertrus
Gast

Industrie 4.0 wird auch dafür sorgen, dass irgendwann einmal auch weniger Programmierer, Ärzte etc. benötigt werden – und Roboter sind als Pfleger auf Dauer günstiger.

Die Salz-und Pfefferbüchse ist noch gar nicht im 21. Jhdt. angekommen …

niki
Mitglied

Langfristig sicherlich… Wenn man das Ganze mit der ganze Robotertechnologie und KI konsequent weiterdenkt, wird (Lohn-)Arbeit im herkömmlichen Sinne irgendwann vollkommen obsolet sein…
Die Frage ist halt nur wann das passieren wird.
Ganz viele können sich aufgrund ihrer Konditionierung auf Lohnarbeit als Quasi-Lebenszweck beim besten Willen nicht vorstellen…

aquadraht
Mitglied
Deine These ist total blödsinnig. Bis Mitte der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts gab es in der BRD, leicht unterbrochen durch die Krise von 1967 (in der die Zahl der Arbeitslosen auf 600.000 stieg), Vollbeschäftigung: 200-300.000 Arbeitslosen standen 1,5 bis 2 Millionen offene Stellen gegenüber, die meisten Arbeitslosen waren das nur wenige Monate. Nur wenige tausend waren dauerhaft arbeitslos und schwer vermittelbar, meist durch Alkohol- oder Drogenkrankheit. Heute haben wir (ok die Bevölkerung ist von 56 auf 83 Millionen gestiegen) 2.458.000 offiziell Arbeitslose, obwohl die Kriterien seither zwanzigmal verschärft worden sind, denen keine Million offene Stellen gegenübersteht. Dazu kommen noch… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@PfefferundSalz Oh, Arbeitslose sind schon faul, da hilft kein rumgerede. Sag mal, hast du noch alle Latten am Zaun, hier so eine Pauschalverurteilung aufzustellen? Von Massenentlassungen zwecks Gewinnmaximierung, Werksschließungen und Verlagerung von Betrieben in Billiglohnländer scheinst du eben so wenig gehört zu haben,wie von Kapitalfreiverkehr, viel zu niedrigen Frachtkosten sowie dem permanenten Abbau der Zölle durch Freihandelsverträge. Dies Alles führt zu einer Abwanderung der Arbeit und einem viel zu geringen Angebot an Arbeitsplätzen. Mit der angeblichen Faulheit der Arbeitslosen hat das rein gar nichts zu tun, sondern mit der Gier der Finanzmärkte und Unternehmenseigner, sowie einer willfährigen Politik, die den… Read more »
aquadraht
Mitglied

args, der Freischaltungsbug hat wieder mal zugeschlagen. F*ck WordPress. Aber schönen Sonntag trotzdem.

a^2

Aufgewachter
Gast
Eine Frage der Tagesstruktur Erwerbsloser : „Frau Doktor, ich leide an Suizidgedanken. Können Sie mir beim assistierten Suizid in einem Nachbarland der BRD helfen?“ Psychotherapeutin (entrüstet) : „Nein, ich bin Ärztin!“ Erwerbsloser : „Dann heilen Sie mich doch!“ Psychotherapeutin : „Das kann ich nicht!“ Erwerbsloser : „Wieso? Ich dachte Sie wären Ärztin!“ Psychotherapeutin : „Wieso leiden Sie denn an Suizidgedanken?“ Erwerbsloser : „Weil die Menschen sich nur noch mit ihresgleichen beschäftigen, wenn sie davon finanziell profitieren.“ Psychotherapeutin : „Das stimmt so nicht.“ Erwerbsloser : „Warum?“ Psychotherapeutin : „Jede pauschalierte Aussage ist nicht wahr, denn die Ausnahme bestätigt die Regel.“ Erwerbsloser… Read more »

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