Liberalisierung oder Die große Arschlochaufzucht

Was genau hindert mich eigentlich daran, mich wie ein absolutes Arschloch zu benehmen? Ich meine, es änderte ja nichts. Nur weil ich auf nichts mehr Rücksicht nehme und meine Mitmenschen wie Scheiße behandle, entstehen ja heute keine Nachteile mehr. Wir sind ja ach so liberal und schauen weg und ärgern uns dann über all die Arschlöcher, die uns das Leben vergällen.

Bis eben sah er noch aus wie einer dieser Leistungsträger. Einer, der ein mit Salatschüsselchen befülltes Tablett zur Kasse trägt und dabei sicherstellt, dass ihm der Schlips nicht in das Dressing schlüpft. Ein Bankangestellter vielleicht. Als ihm die Kassiererin den Preis nennt, wird er allerdings pampig. Das sei anders ausgeschildert gewesen, ruft er erregt. Die arme Frau an der Kasse prüft nochmal, kann ihm aber nicht zustimmen. Er habe wohl falsch geguckt. »Wie falsch geguckt«, erwidert er, »ich zahle immer den günstigeren Preis!« Die Kassenkraft antwortet nicht, wahrscheinlich fehlt ihr die Idee einer adäquaten Antwort. Sie hat vermutlich beigebracht bekommen, Kundschaft stets für unantastbar zu halten. Der feine Herr schleudert das Tablett nun anderthalb Meter auf der Ablage weiter. Salatblätter fallen aus der Schüssel, das French Dressing spritzt wie Gischt über Tablett und Ablage und tröpfelt auf den Boden. Der Leiter der Cafeteria kommt hinzu, er spricht leise und besonnen, gibt seiner Angestellten zögerlich recht und der Leistungsträger mosert weiter, zieht aber dann ab. Heute also mal kein Salätchen für ihn.

Außer leerem Magen hatte es keine Folgen. Offenbar kann man sich heute egal wo man ist, wie der letzte Ranz benehmen. Anfang des Jahrtausends sang ein Kerl, den sie einige Wochen bei Big Brother eingesperrt hatten, dass es geil sei, ein Arschloch zu sein. Da war das noch Provokation, da hatten die Sittenwächter noch was zum Toben. Und heute? Die Arschlöcher laufen draußen frei herum und finden sich und ihr Verhalten geil. Egal ob wie in Lokalen, wie oben beschrieben, ob in Läden, wo man munter in ein Verkaufsgespräch zwischen anderen Kunden und Beratern dazwischenquasselt, in der Bahn, wo man seine Schuhe auszieht und den Sohlenkäse auf die Sitzpolster legt, während der Opa sehnsuchtsvoll auf den mit Füßen belegten Platz schielt: Das Arschloch ist schon da. Manchmal auch nicht. Wenn er zum Beispiel in feinem Zwirn am Bahnsteig steht und von dort seine Aktentasche voller Wut gegen die Scheibe des Waggons knallt, weil er die offene Tür nicht mehr erreicht hatte – und der dann auch noch dem Zugführer den Stinkefinger zeigt.

Andere würden diesen Typus freilich politisch korrekter als Individualisten bezeichnen, als das gesellschaftliche Produkt einer vereinsamenden Gesellschaft, die durch Liberalisierungen und Entsolidarisierungen Individuen geschaffen hat, denen ein etwaiges Gemeinschaftsgefühl und Empathie abhanden gekommen sind. So kann man das schon ausdrücken – alleine es klingt auf diese vernünftige Weise viel zu positiv. Aber positiv ist die leidige Erfahrung mit dem Individualisten und Arschloch so überhaupt nicht.

Was aber viel schlimmer auf die Gesellschaft drückt: Man hat den Eindruck, als hat Arschlochverhalten keinerlei Konsequenzen mehr. Auf Gehsteigen parken und Passanten und Rollstuhlfahrern den Weg abschneiden? Das Ordnungsamt ist unterbesetzt und kommt nicht oder viel zu spät und der Arschlochparker kommt davon. Der Kunde wirft mit Lebensmitteln? Aber die Geschäftsleitung will einen Eklat verhindern und lässt es durchgehen. Der Kunde ist nicht mehr nur König, der Kunde ist nölender Diktator. Der Vierzehnjährige wirft die Reste seines Döners auf den Boden und nennt den älteren Herrn, der ihn darauf anspricht, einen »Hurensohn, der sein Maul halten soll«? Konnte man als Vierzehnjähriger zu allen Zeiten machen. Nur zu anderen Zeiten hätte das Folgen gehabt. Schmerzhafte zuweilen. Gehen Sie doch heute mal zu einer Mutter und verpetzen den pubertierenden Bengel. Wenn Sie am Ende nicht nochmals beleidigt werden, haben Sie schon Glück gehabt. Unter Umständen wird Ihnen die Mutter aber erklären, dass sich ihr Kind entfalten können muss. Und überhaupt, wie kommt denn ein wildfremder Mann auf die kuriose Idee, ein Kind maßregeln zu wollen, das nicht seines ist?

Wenn Kinder nur von solchen Eltern sozialisiert werden sollen und alle anderen müssen zuschauen und sich raushalten, dann ist klar, dass die Arschlochaufzucht in vollem Gange ist. Dabei wäre es ja so ausgesprochen wichtig, dass man nicht nur zuschaut und abwinkt, sich als Beobachter aus der Verantwortung stiehlt. Wenn da ein erwachsener Mann Essen durch die Gegend schubst, rumzickt und einer Kassiererin die Hölle bereitet, dann geht das sehr wohl auch andere was an. Denn das Arschloch ist ein gesellschaftliches Problem und als solches ist jedes Mitglied der Gesellschaft aufgerufen, ein solches Verhalten zumindest laut und deutlich zu tadeln. Vielleicht erreicht man dann nämlich den Menschen im Arschloch (eine biologisch durchaus komische Vorstellung) und er kühlt hinunter, entspannt sich und reflektiert dann, bei einem etwas teureren Salat, wie dämlich ein solcher Auftritt ist – und wieviel Lebensqualität es ihm und seinem Umfeld kostet, wenn man ein solches Verhalten toleriert.

Ich gebe zu, natürlich bin auch ich viel zu oft zurückhaltend. Auch ich sollte viel öfter maßregeln und klar machen, dass Arschlochverhalten unmöglich ist. Wie neulich, da stand vor mir an der Kasse eines Elektrofachmarktes eine ziemlich aufgetakelte Frau. Sie stand mit einem Eierkocher da und die Angestellte an der Kasse meinte, da habe sie also nochmal dasselbe Modell genommen. Es handelte sich also wohl um einen Umtausch. Die Aufgetakelte war plötzlich völlig aufgelöst und angefressen zugleich. »Wie, dasselbe Modell!«, es solle sofort jemand an die Kasse kommen und ihr helfen. Die Mitarbeiterin empfahl ihr, nochmals in die Abteilung zu gehen, da wäre jemand. Ja, aber der sei wahrscheinlich im Gespräch, »oh Gott, die ganze schöne Zeit war jetzt umsonst, das gibt es doch nicht, du liebe Güte, da soll sofort jemand kommen.« Die Kassiererin wusste darauf nichts zu sagen, unterließ aber auch jegliche Handlung. Die Kundin guckte sich immer wieder um und stierte mich wie um Hilfe suchend an. Ich ignorierte zunächst ihre Blicke, je mehr sie aber herumbitchte, desto schlimmer nervte mich dieses klassische Verhalten eines Arschlochs. Dann linste sie mich wieder an und ich sagte nur: »A sowas Bleds wia Earna hob i no nia gsehng.« Ich neige dazu noch mehr zu bayern als ich es ohnehin tue, wenn ich derb sein will. Nichts klingt auf Deutsch so rauh, wie der Klang bayerisch vorgetragener Despektierlichkeiten. Die Frau riss die Augen auf, sie war sichtlich brüskiert und sagte der Kassiererin, sie nehme den Eierkocher jetzt doch. Dann jammerte sie herum, wieviel Zeit sie verloren hatte und trollte sich. Ob es geholfen hat, kann ich freilich nicht sagen. Diese Frau sah aus wie eine dieser Bonzenweiber aus dem Vordertaunus, Haus und Putzhilfe inklusive. Eine wie sie ist es gewohnt bedient und umsorgt zu werden. Das sind Grundstrukturen, die fast immer in Arschlochverhalten münden.

Was mich ja fast mehr nervt als derjenige, der sich ohne Konsequenzen wie die Öffnung am Ende des Enddarms aufführt, das sind die Menschen, die es durchgehen lassen. Die peinlich berührt zu Boden gucken oder einfach durch die Szenerie hindurchglotzen, als hätten sie mit dieser Sache nichts am Hut. Es ist nicht das Arschloch, das unsere Gesellschaft mehr und mehr zu einem ungemütlichen Ort macht, es sind all diejenigen, die dieses Auftreten tolerieren, indem sie es durch Schweigen quasi legitimieren. Diese seltsame Contenance ist das viel größere Problem. Sie ist die Wiege der Arschlochaufzucht. Jeder betuliche Akt der Zurückhaltung in solchen Momenten führt dazu, dass diese Gesellschaft weiter in den Anus abrutscht.

Das hat nichts damit zu tun, dass jetzt ein kollektiver Knigge notwendig würde, den die Anständigen unter dem Arm geklemmt mit sich tragen und immer dann aus ihm zitieren sollen, wenn ein solcher Typus auftritt. Es geht ja schon mal gar nicht um Fragen wie jene, wie man eine Gabel richtig hält. Das ist belangloser Anstand, da kann man liberal bleiben. Falsche Gabelgriffe tun ja niemanden weh. Aber die Liberalisierung kann nicht so weit führen, dass jedes miese Verhalten gegen Mitmenschen tolerabel wird. Dazu braucht man nicht die feine Sprache eines Knigge, sondern ganz im Gegenteil, den Mut dem Arschloch als Arschloch zu begegnen. Laut werden, bloßstellen vor anderen, ihn maßregeln mit spöttischem Ton, ihn kurz gesagt für einen Augenblick so in Szene rücken, dass er der traurige Star einer Alltagsinszenierung ist, in der er nicht mehr herrlichen Protagonist sondern lächerlicher Antagonist sein muss. Das ist ja gerade nicht Knigge. Eher sowas wie ein Anti-Knigge. Der Kampf um das Benehmen ist mit Benehmen nicht zu gewinnen.

Kurz als Arschloch aufleuchten um selbige vielleicht wieder einzufangen. Um ihnen klar zu machen: So geht es nicht, schlechtes Benehmen hat Konsequenzen. Und zwar die soziale Ächtung. Ich glaube, Rücksichtnahme ist das falscheste Mittel. Sie ist die willfährige Helferin einer Liberalisierung aller Lebensbereiche, die bis hin zum sozialen Auftreten so tut, als sei alles möglich, was der Markt zulasse. Wenn diese Markttheorie gelten soll, sollte man als Markt reagieren: Mit Protest und lauter Stimme. Schweigen heißt, die Regentschaft der Arschlöcher nach und nach zu festigen. Ihr Benehmen als Standard zu akzeptieren. Die liberale Gleichgültigkeit ist ein Beitrag zur Verschlechterung der Gesellschaft. Seien Sie daher ein Gegenarschloch und machen Sie etwas zur Verbesserung der Welt.


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Albert
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Albert

Facebook , Twitter, Instagram und alle weiteren “Sozialen Medien” haben nur die Aufgabe, selbtverliebte, egoistische jederzeit ausspionierbare Arschlöcher zu erziehen und es so der unfähigen, korrupten Politkerkaste zu ermöglichen, die Ziele des globalen Kapitals, Zerstörung der Nationalstaaten, Vernichtung der Solidarität, leben im Prekariat umzusetzen.

PfefferundSalz
Gast
PfefferundSalz

Komisch, die meisten Arschlöcher die sich so benehmen halten sich für Links. Egal ob der Punk dem es egal ist ob sein Scheißköter sein Arschloch auf dem S-Bahnsitz reinigt oder der linke “Graffitikünstler” der die Bahn verschönert. Egal ob der Systemkritische Aktivist der ein Auto anzündet weil es eine Bonzenkarre ist oder Linksradikale der zur Gewalt gegen Bullen aufruft. Alle diese Typen sind Arschlöcher aber da sie auf der moralisch “richtigen Seite” stehen werden sie natürlich nicht böse angegangen. Hingegen habe ich Anzugträger noch nie sich so benehmen sehen und ich kenne genügend reiche Typen die das problemlos machen könnten.… Weiterlesen »

ThomasX
Gast
ThomasX

Klaro, Kleider machen Leute…
Steck ne Dreckbemme in nen Brioni und schon ist er süpidüpinett. Wie der Gasherd oder die andere Bagage.
Keine Ahnung, wo du dein Zeug kaufst, wahrscheinlich beim Schlipsträger an der Ecke, aber ich mag nix davon, dann sieht die Welt nämlich so komisch schwarzweiß aus. Bäh.
Die Sackoheinze benehmen sich auf einem ganz anderen Level daneben, als das der linke Proll könnte. Zumeist leiden da haufenweise Leute, wenn nicht gar ganze Bevölkerungsgruppen drunter.

Cinori
Gast
Cinori

Ich bin zwar nicht der Meinung dass ich als Kinderloser für die Erziehung der Kinder anderer Eltern verantwortlich bin. Ich bin dann eher der Meinung dass die Eltern keine Kinder kriegen sollen. Das ist Sache zwischen Eltern und Politik. Ansonsten ein guter Artikel.

Loco
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Loco

Schöner Text 🙂
Allerdings sind solche Beobachtungen auch nicht wirklich verwunderlich, schließlich wurde schon vor langer Zeit der homo oeconomicus zum Maß allen menschlichen Zusammenlebens erklärt. Kein Wunder, dass Arschgeigen mit psychpathischen Tendenzen mittlerweile zum Straßenbild gehören…

Folkher Braun
Gast
Folkher Braun

Wir haben hier in der Landeshauptstadt von NRW eine spezielle AL-Fraktion. Erkennbar an Autos mit tiefergelegten Fahrwerken und einer besonderen”active sound”-Auspuffanlage. Das mit dem Tiefergelegt trifft auch auf ihren Verstand zu. Die rasen hier vorzugsweise nachts mit unglaublichem Lärm durch die Stadt. Da in Köln, Oberhausen und Duisburg diese AL-Gruppierung von der Polizei stillgelegt wird, rasen sie jetzt halt bei uns. Auffallend ist, dass die Kennzeichen meist nur eine oder zwei Ziffern besitzen. Vielleicht ist das der Code für die Einladung zum Rasen.

Die Katze aus dem Sack
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Die Katze aus dem Sack

“Seien Sie daher ein Gegenarschloch und machen Sie etwas zur Verbesserung der Welt.”

Was muss ich dafür tun? Was verlangt man von mir?

Die Katze aus dem Sack
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Die Katze aus dem Sack

(??)

Rudi
Gast
Rudi

Komisch. – Anhand der Blogbeiträge kann man erkennen, dass unheimlich viele Arschlöcher herumlaufen. Aber selbst ist man keines.

trackback

[…] und schauen weg und ärgern uns dann über all die Arschlöcher, die uns das Leben vergällen.Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Die Bedeutung eines Wortes: Sein Gebrauch in der Sprache Die Frankfurter […]

R_Winter
Mitglied
R_Winter

Meine Schwiegertochter war bestimmt eine gute Kindergärtnerin, aber sie hat ihren Beruf aufgeben. Das Problem waren nicht die Kinder, sondern die „Arschlöcher-Eltern“. Was hätte sie machen sollen? Den Arschlöchern in den Hintern treten?
Treten Sie einmal Jens Spahn für seine arrogante, assozile Haltung in den Hintern – er wird dieses sicher anders bewerten.
Spitzenpolitiker der westlichen „Demokratien“ benehmen sich wie Arschlöcher und brechen die eigene Verfassung und das geschriebene UN-Völkerrecht
Wo anfangen, wenn es von oben vorgelebt wird?

Das „Braune“ ist wieder gesellschaftsfähig……

ChrissieR
Mitglied
ChrissieR

So,
mal was seriöses von meinereiner :
Ich lebe ja zur Hälfte auch in Frankreich.Und die Franzosen sind viel öfter höflich und respektvoll im gegenseitigen Umgang. Selbst die Kassiererin hat noch paar nette Worte übrig, selbst bei langen Kassenschlangen brüllt kein Rentner : ” Machen Sie mal ne zweite Kasse auf!” ( gut, auf Deutsch käme da auch wenigergut…)
Auch im Strassenverkehr läuft des entspannter, trotzdem nicht weniger schnell .
In Frankreich gibt es wohl weniger ” Oberlehrer”…

Schniepel
Gast
Schniepel

Ich habe mal in einem französischen Supermarkt Hausverbot
bekommen wegen zwei kurzen Sätzen auf Deutsch im Kasernenton.

“Mein Herr, da ist die Tür und kommen Sie nie wieder !” :-)))

Ich wusste das es eine Todsünde ist, in Frankreich laut
auf Deutsch zu reden, ist mir aber in dieser Situation rausgerutscht.

Der zweite Weltkrieg ist in der französischen Provinz noch nicht vergessen !

pentimento
Gast
pentimento

@ Roberto, Mein Kommentar ist komplett verschwunden. Vielleicht tauchte zu oft das wohltuende, kolossal erleichternde A – Wort auf? Du hast ganz und gar meine Zustimmung, und auch bin dazu übergegangen, die gemeinen Arschlöcher, die uns täglich nerven, mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

pentimento
Gast
pentimento

Und nun habe ich auch noch ein anderes Gesicht bekommen, Also nee…

pentimento
Gast
pentimento

Guten Morgen Roberto, ich gebe ja zu, daß nichts so geeignet ist, die Wut loszuwerden wie das Wort “Arschloch”. Es erleichtert kolossal. Und diesmal konntest Du mit Deinem Artikel mal so richtig in die Vollen greifen. Kann ich gut nachempfinden. Mich packt auch immer häufiger die Wut angesichts der unzähligen Arschlöcher, die uns das Leben schwer machen, vor allem die der Politikerkaste. Man kann wohl davon ausgehen, daß eigentlich nur ein Arschloch die Voraussetzung für diesen Beruf mitbringt. Was die gemeinen Arschlöcher betrifft, denen wir täglich begegnen, so hab ich mir auch angewöhnt, wie ein Arschloch zu reagieren, und diese… Weiterlesen »

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Was die gemeinen Arschlöcher betrifft, denen wir täglich begegnen, so hab ich mir auch angewöhnt, wie ein Arschloch zu reagieren, und diese Arschlöcher mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

Muss man denn unbedingt zum AL mutieren um um andere AL zu schlagen?
Könnte es denn nicht auch sein, dass diese in ihrem Verhalten bestärkt werden?

Beste Grüße

Nashörnchen
Gast
Nashörnchen

Muss man denn unbedingt zum AL mutieren um um andere AL zu schlagen?
Könnte es denn nicht auch sein, dass diese in ihrem Verhalten bestärkt werden?

Genau das ist es, was ich oben ausgeführt habe…

Schniepel
Gast
Schniepel

Wenn das Verhalten anderer gespiegelt wird, wirkt dies nicht bestärkend.
Was unter “Spiegeln” zu verstehen ist, ist ein feststehener Begriff der
Pädagogik. Bei Kindern wirkt das Wunder. Man macht ihre nervigen
Erpressungsversuche einfach nach….Buääähh…
Funktioniert auch mit Erwachsenen .-)

pentimento
Gast
pentimento

Ich hab oft das Pech, daß mein Humor nicht so rüberkommt. : )

Nein, muß man nicht. Man kann auch anders Grenzen setzen. Hast ja recht.

Mordred
Mitglied
Mordred

Kann und sollte man das begrifflich nicht enger fassen als “Liberalisierung”? Vielleicht eher “Individualisierung”, “Neoliberalisierung”, “Empathieverlust”, “Ethikverlust”? Oder Werteverfall, Egomanie…was weiß ich.

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Die Krux an der Sache wird sein, dass jede berechtige Kritik Zustände kritisiert die ggf. auch systemimmanent sind. Ich bin der festen Überzeugung das Menschen nicht ALs geboren werden sondern dazu gemacht werden.

Und das ist ja auch kein Wunder, wenn wir und Gegenseitig dazu kontingentieren unseren Wert über Dinge zu definieren, und Gleichzeit den Mitmenschen als Konkurrenten betrachten, den wir besiegen und ausstechen müssen um an diese Dinge heran zu kommen.

Beste Grüße

Nashörnchen
Gast
Nashörnchen

Der Salatkäufer will der Kassiererin seine Ansicht aufzwingen, also ist er ein Arschloch.
Die Eierkocherkäuferin will der Verkäuferin ihre Ansicht aufzwingen, also ist sie eine Arschlöchin.
Ich soll den beiden also meine Ansicht aufzwingen, weil ich kein Arschloch bin.
Finde den Fehler…

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Der Preis einer Ware mag ja Ansichtssache sein, aber wenn es ans bezahlen geht hat derjenige Recht der auf das Preisschild verweist. Ergo ist der Kunde ein AL, wenn er die Verkäuferin zwingen will die Wahre unter Preis abzugeben, und das um so mehr weil sie sogar nach dem Kassensturz die Preis- Differenz aus eigener Tasche ausgleichen müsste.

Beste Grüße

Nashörnchen
Gast
Nashörnchen

Hab ich ja überhaupt nicht bestritten.
Der Salatkunde hatte sicher auch eine Mutter, vielleicht sogar einen Vater und bestimmt diverse Lehrer. Was die alle zusammen in 2 Jahrzehnten versaut haben, werde ich alleine in 2 Minuten an der Kassenschlange mit Sicherheit nicht mehr reparieren.
Für die Erziehung erwachsener Menschen gibt es mehr als genug Merkel, Tagesschau, sPD, Grüne. Also: Wenn ich unbedingt jemanden erziehen will, hol ich mir einen Hund. Dem isses wurscht, wenn ich mich selber zum Arschloch mache…

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Mein Kommentar muss mal wieder freigeschaltet werden, ist da immer noch keine Lösung in Sicht?

ChrissieR
Mitglied
ChrissieR

Da hilft nur rumbrüllen und randalieren, Heldentasse ! Hast Du doch grad gelernt…..

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Heldentasse

Mein Kommentar muss mal wieder freigeschaltet werden, ist da immer noch keine Lösung in Sicht?

Seit der Wiedervereinigung breitet sich auch im Westen in linken Kreisen eine Ost-Blog-Mentalität aus.
Da gehört Schlangestehen einfach dazu. 🙂

ChrissieR
Mitglied
ChrissieR

Ostblog ist gut!!!!
Nuui, wosn loos? Ihr mährt hier rum und im HO gibt’s Zidroonen!!!!
Wees gnebbschen ….

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@ChrissieR

Ei verdibschd, isch hab geheerd es gäb Spreewälder Guurgen mit Banoonengeschmack. 🙂

ChrissieR
Mitglied
ChrissieR

Nisch meeschlisch…do gebsch doch glott mein Trabbi für her!!!!!?

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Hallo und guten Morgen, der Artikel ist schön und gut leserlich geschrieben greift aber m.E. zu kurz. Denn dieses gut beschriebene “Arschlochverhalten” ist doch nur eines von vielen Symptomen einer schon lange um sich greifenden Endsolidarisierung der Menschen, und die fußt u.a. wiederum auf dem was Herr Fromm als Marketing-Charakter beschreibt. D.h. wenn Menschen gezwungen werden sich selber wie ein Nutztiere zu vermarkten, und die sich über lange Zeit in eine Gesellschaft “einbrennt”, kommt das heraus was der wehrte Autor erlebt hat. Wobei der beschriebene unverschämte Schlipsträger von seinem (Arschloch) Chef wahrscheinlich auch schlecht behandelt wird, weil er ihm gegenüber… Weiterlesen »

niki
Mitglied
niki

Schnell wird rausgefunden das Arschlochverhalten sich lohnt und dann ist es nicht mehr weit zum pathologischen Psychopathen.
Ein oder zwei typische deutsche Dinge begünstigen die oben aufgeführte Beispiele. Beispielsweise: “Der Kunde ist immer König”… In anderen Ländern wird man schlicht aus dem Laden gewaltsam entfernt.

ChrissieR
Mitglied
ChrissieR

Das kommt dabei heraus , wenn fast ausschließlich Arschlöcher in den Regierungen sitzen !
Vorgelebte Verhaltensweisen werden dann als Normalzustand betrachtet.
Übrigens hätte ich diese Eierkocher-Trulla mal gefragt, ob sie zu blöd ist, Frühstückseier in einem normalen Kochtopf unter Zuhilfenahme kochenden Wassers zuzubereiten….

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Einspruch! Die Problematik geht vermutlich viel tiefer, und hier darf man nicht die Ursache mit der Wirkung verwechseln. Sprich das oben meist die Super- AL hinkommen ist u.a. die Auswirkung einer Gesellschaft die halt so funktioniert wie die hiesige.

Beste Grüße

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Heldentasse Einspruch! Die Problematik geht vermutlich viel tiefer, und hier darf man nicht die Ursache mit der Wirkung verwechseln. Ja aber was ist Ursache , was ist Wirkung? Wer impft denn seit Jahren der Bevölkerung ein, dass Egoismus toll, Arbeitslose grundsätzlich faul, Russen grundsätzlich böse und Geiz eben geil ist und der PS-Bolide für 100.000 € oder mehr die linke Spur für sich gepachtet hat? Das sind doch Diejenigen, die über die Mittel zur Massenverbreitung verfügen wie Medien und Werbung. Aus der Ecke kommt doch keine Bescheidenheit oder gar Solidarität, weil dadurch weder Macht noch Gewinne zu vergrößern sind. Natürlich… Weiterlesen »

Altpunkspießergreis
Gast
Altpunkspießergreis

Diese Problematik geht in der Tat viel tiefer und es ist gut, daß sie überhaupt einmal Erwähnung findet. Sie betrifft insbesondere auch das linke/alternative Milieu, die sich gern für Aufgeklärt und tolerant hält. Ein Beispiel:
Kaum läßt das Wetter es zu, ist Prenzlauer Berg flächig voller Menschen, die vor allem eins machen: Krach bis weit nach Mitternacht. Das ist hier (ich wohne hier schon ein paar Jahrzehnte) mittlerweise ein völlig akzeptabler Zustand, außer, es ist diese Säuferclique, die sich jeden Abend am Kiosk trifft, um dort ihre Stütze zu versaufen. Dann gründet sich aber sofort eine Bürgerwehr.

Altpunkspießergreis
Gast
Altpunkspießergreis

Quod licet Iovi… was den neu Zugezogenen und den Touristen gestattet ist, ist denen, die mehrheitlich schon länger hier wohnen keineswegs gestattet, schließlich entstammt man nicht der gleichen Klasse – es sind saufende, rauchende Proleten, die offensichtlich spaß am Leben haben und – das macht sie besonders fremd – in ihrem Kiez auch noch laut berlinern. da helfen nur Petitionen, Unterschriften, anschwärzen beim Ordnungsamt, idealerweise, damit dieser Kiosk gleich mit dicht macht. da könnte schließlich auch ein Fachgeschäft für Champagner sein!

Schniepel
Gast
Schniepel

es sind saufende, rauchende Proleten, die offensichtlich spaß am Leben haben und – das macht sie besonders fremd – in ihrem Kiez auch noch laut berlinern. Können die nicht leise saufen, rauchen und berlinern ? Wäre ein einkommensschwächeres Wohnumfeld weniger geräuschempfindlich ? Würde es an der Situation etwas ändern, wenn normale Malocher bis nachts um drei durch “Lebensfrohe” wachgehalten würden ? Kiezromantik ist argumentativ fürn Arsch. Es ist Draghis billiges Geld und Schwarzgeld das in Deutschland mit Betongold gewaschen werden darf. Das treibt die Mieter aus bezahlbaren Wohnungen. Als Restheimat bleibt dann nur die Straße zum Feiern. ” Die Leute… Weiterlesen »

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