Von der Alternativlosigkeit zur Alternative

Schon vor sechs Jahren sprach Colin Crouch vom »befremdlichen Überleben des Neoliberalismus«. Und zwar nach der Krise des Finanzkapitalismus. Dass nun ausgerechnet Macron gegen Le Pen ins Stechen ging macht deutlich, dass die einstige Alternativlosigkeit sich als Alternative in Stellung gebracht hat.

Von der Linken könnte man behaupten, dass sie mitten in der Krise in der Krise steckt. Jedenfalls dann, wenn man sie als Gegenspieler des Neoliberalismus ins Geschehen einordnet. Was man durchaus kann, denn das, was wir in Europa als Neoliberalismus bezeichnen, heißt in den Vereinigten Staaten unter anderem New Right und die ökonomische Ausrichtung wird als Programm des Neoconservatism deklariert. Diese rechte Wirtschaftspolitik, die bestimmte Bevölkerungs- und Gesellschaftsgruppen über Marktprozesse diskriminiert, hat jedenfalls die Gesellschaften Europas nachhaltig verändert. Deregulierte Märkte, privatisierte Gewinne und sozialisierte Schulden haben die europäischen Staaten innen wie außen einem Korrosionsprozess unterworfen.

Eigentlich ist die Sache doch klar. Was einem schadet, davon wendet man sich ab. Man versucht etwas anderes. Hier käme die Linke als Alternativkurs ins Spiel. Die Abkehr von der neoliberalen Agenda wäre Formsache, sie ließe sich nicht aufhalten. Eigentlich! Dem ist aber gar nicht so. Den Spin-Doctors und PR-Abteilungen ist es gelungen, das neoliberale Konzept zu einer Alternative zu machen, um die Konfusion unserer Zeit wieder in Ordnung zu verwandeln.

Kaum zehn Jahre, nachdem es innerhalb der Bevölkerungen der westlichen Länder einen breiten Konsens gab, dass sich der Kapitalismus (womit eigentlich der Finanzkapitalismus gemeint war) erledigt habe, bringen dieselben Bevölkerungen Politiker mit neoliberaler Agenda in Stellung, von denen sie sich erhoffen, dass die sie vor etwaigen Verwerfungen und Abstiegsszenarien bewahren. Exemplarisch ist hierbei das Beispiel des Emmanuel Macron, der einem Land an die Spitze gestellt wurde, in dem es an Teilhabe für viele Bevölkerungsgruppen mangelt und dem er verspricht, mit Sparmaßnahmen eine Verbesserung dieses Missstandes zu bewirken. Frankreich benötigte Alternativen und wird nun mit kalkulierter Alternativlosigkeit abgespeist. Die neoliberale Agenda ist hier also nicht mehr Teil des Problems, sondern zum Problemlöser stilisiert worden. Die Linke hingegen schaut in die Röhre.

Es ist ohne Zweifel ein befremdliches Überleben, das der Neoliberalismus da zeigt. Ganz so wie es der deutschen Titel eines Buches von Colin Crouch genannt hat. Selbst Habermas und Stiglitz waren noch zwei Jahre vor dem Erscheinen dieses Buches zu der Ansicht gekommen, dass das Ende des Neoliberalismus unmittelbar bevorstehe. Der neoliberalen Agenda ist es allerdings abermals gelungen, sich die Deutungshoheit über Sprache und ökonomische Marschpläne zu sichern, etwaige Umverteilungsalternativen auszustechen. Des Neoliberalismus‘ eigene Kreatur, der Rechtsruck in Europa, kommt ihm dabei zur Hilfe. Er wurde nämlich durchgehend nicht als Ursache dieser Entwicklung gezeichnet, man betrachtete diese Entwicklung eher wie so einen plötzlichen Betriebsunfall, den keiner so recht erklären könne und den man simplifizierend als Produkt der allgemeinen Verblödung behandeln sollte. Weil der Neoliberalismus ja nichts mit der Sache zu tun, weil er zum Beispiel nicht Massen von Unzufriedenen in die Arme einer Le Pen getrieben habe, könne man ihn ja auch als Gegenentwurf zum Rechtsruck in Position bringen und ihn als letzte Rettung feiern lassen.

Noch immer dominieren neoliberale Vorstellungen die Redaktionsstuben. Man gibt sie als Artikel und Meinungsbeiträge parolengleich heraus. Deutet um, nennt Macron plötzlich einen »Linksliberalen«, weil das als Antipode zur rechten Kontrahentin gerade schön passt, Pluralismus simuliert und labelt überhaupt immer genau so, dass das neoliberale Konzept als letzte Bastion vor der Verrohung und dem Untergang wegkommt. Es ist alles so konzipiert, das am Ende genau das rauskommt, was mir eine Grünenwählerin als ihre Erkenntnis mitteilte: Sie wähle nun nämlich mal Merkel, einfach um gegen die AfD ein Zeichen zu setzen und die Demokratie zu stärken.

Der Linken ist es tatsächlich nicht gelungen, aus den sozialen Krisenherden der letzten zwei Jahrzehnte Kapital zu schlagen. Nicht mal die kurzzeitige Kapitalismusfeindlichkeit hat zu einer linken Renaissance geführt, auch wenn vor einigen Jahren noch viele Kommentatoren aus dem konservativen Lager von dem Linksruck und einem neuen Sozialismus gewarnt haben. Dass sie jetzt so wenig warnen, kann man nicht als Zufall bewerten. Man hat wohl erkannt, dass die Malaise gar nicht grob genug sein kann, der Neoliberalismus lässt sich immer wieder neu in Stellung bringen, wenn seine Gegenspieler nur widerlich genug aussehen.

Natürlich liegt es an der medialen Potenz, die die Neoliberalen besitzen, dass der Linken so leicht das Wasser in jenen Zeiten abzugraben ist, in denen sie eigentlich punkten müssten. Aber natürlich hat auch die internationale Linke über Jahrzehnte Fehler begangen und Unterlassungen betrieben. Angefangen bei der eigenen Zerstrittenheit, beim kultig gepflegten Avantgardismus, der Bewertung der Welt in Kategorien des 19. Jahrhunderts und bei Zugeständnissen wie jenen, einen dritten Weg im Form von Agenden wie jener namens 2010 installieren zu wollen. Über das Versagen der Linken werden wir unbedingt noch sprechen müssen.

Auch damals, als man in Europa angeblich den Druck der Neocons mit einem Kompromiss mindern wollte, im Schröder-Blair-Papier formulierte, wie man eine moderne Linke positionieren kann, schlich sich der Neoliberalismus als Alternative zum Thatcherism ins Geschehen. Er nannte sich in Deutschland Agenda 2010 und sollte das Land fit machen und seine Bürger vor dem sozialen Kahlschlag behüten. Wir wissen ja, wie es kam. Emmanuel Macron ist die Agenda 2010 im Frankreich unserer Zeit.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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ChrissieR
ChrissieR
5 Jahre zuvor

Moin,
Ich als „Teilzeit-Französin“ freue mich schon auf die ersten angezündeten Autos und brennende Reifenstapel vor den Werkstoren, wenn die cgt mal wieder das Land blockiert! Franzosen sind nicht so blöde Luschen, dass sie sich mit Hartz 4 versklaven lassen, die Gewerkschaften sind auch noch keine Arbeitgebernahen Vereine wie hierzulande….Ich schätze mal, das gibt in Zukunft noch viel Spass! Und der deutsche Michel wird, vor lauter Neid, weil ihm selbst die Eier dazu fehlen , wieder mal abschätzig über die Franzosen mit ihrer „kaputten Wirtschaft“ berichten.
Mon Dieu, que ça fait chier, quoi !

A la prochaine

Christine

GrooveX
GrooveX
Reply to  ChrissieR
5 Jahre zuvor

nein! der deutsche michel bewundert deinen authentisch revolutionären impetus. da gibz gar nix, echt.

CUbuf

Paul
Paul
5 Jahre zuvor

In Zeiten der Unsicherheit und Krise suchen viele Meschen Halt in einfachen Ideologien, wie Religion oder Nationalismus. Gerade einfach gestrickte Zeitgenossen sehnen sich nach einfachen Kategorien, nach Gut und Böse, nach Führung die ihnen sagt was zu tun ist.

Früher oder später ist der Neoliberalismus am Ende.

Ihm folgen aber die Fanatiker, die Nationalisten, die Vorbeter, die Trumps.

Es wird alles noch viel schlimmer!

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Paul
5 Jahre zuvor

Das wird so laufen, wenn man nicht aufklärt. Und das macht halt so gut wie keiner. Stattdessen übernehmen selbst viele angeblichen Aufklärer den Bullshit der Neolibs und damit ist all ihr Tun bereits vergiftet. Die Leute bekommen vll hier und da mal etwas mit, aber sie werden nicht mündig, sondern nur anders abhängig.

Ein Aufklärer gibt den Leuten nicht vor, was sie zu denken haben, nicht einmal das Richtige, er lehrt ihren Augen selbst zu sehen, ihren Ohren selbst zu hören und dem Geist sich selbst gegen die Lügen zu schützen.

Eine entscheinder Grundlage ist eine klare Sprache mit klar definierten Begriffen.

Das wird aber so gut wie nie getan, oftmals übernimmt man sogar die absichtliche Sprachverwirrung des Feindes und verbreitet sie damit.

Entweder klärt man zB beständig darüber auf, was beispielsweise rechts und links bedeutet – oder man sollte klar machen, dass beide Begriff in ihrem zerschundenen Zustand für alles und nichts stehen können und damit unbrauchbar für Aufklärung, genau genommen gefährlich sind, weil sie nur noch Verwirrung schüren.

Beides ist in Ordnung – wird aber eben so gut wie nicht gemacht. Stattdessen wird ständig pauschal von den „Linken“ geredet – interessanterweise aber kaum von den Rechten, wenn man nicht gerade Neonazis oder Pegida usw meint. Damit hat man bereits verloren, weil man damit zu 100% aus dem installierten Neusprech der herrschenden Rechten schöpft. Und aus Gift kann man eben mit noch so viel Rühren keine bekömmliche Suppe machen.

Es gibt nur eine Chance. Aufkärung, Aufklärung, Aufklärung und noch mehr Aufklärung. Alles andere wird niemals klappen.

Aufklärung ist nun mal das ursprünglichste Fundament linken Denkens. Der Geist des Sklaven muss befreit werden, dann fallen die Ketten von allein.

GrooveX
GrooveX
Reply to  seyinphyin
5 Jahre zuvor

jetzt brauchen wir nur noch jemanden, der den geist des sklaven befreien tut. dann wird alles gut!

man kann ja mal mit brecht anfangen. in der schule. und dann immer wieder.

glaub ich zumindest, oder so

trackback
5 Jahre zuvor

[…] macht deutlich, dass die einstige Alternativlosigkeit sich als Alternative in Stellung gebracht hat.Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Der geizige kleine Bruder der Blockwarte Die »Junge Freiheit« gilt gemeinhin als […]

Lutz Lippke
Lutz Lippke
5 Jahre zuvor

Über das Versagen der Linken werden wir unbedingt noch sprechen müssen.

Der größte Fehler ist wohl der, das Versagen eher als Kollateralschaden der List der Mächtigen zu deuten und sich trotzdem ohne eigenes Konzept deren Agenden und Narrative unterzuordnen. Was würde die Architekur und Konstruktion einer linken Regierung und Gesellschaft von Bisherigem unterscheiden? Das Gleiche, nur menschlicher, sozialer und weniger agressiv? Erfolg durch Verstaatlichung, hohe Vermögenssteuern, Bedarfsorientierung, Planung? Gerechtigkeit durch moralische und emphatische Richter? Lebensfreude durch solidarisches Zusammenwirken? UND Wie ist die Stimmung in den Parteiversammlungen? Wo sind die ermutigenden Beispiele, Konzepte und Pilotprojekte?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Lutz Lippke
5 Jahre zuvor

@Lutz Lippke

Was würde die Architekur und Konstruktion einer linken Regierung und Gesellschaft von Bisherigem unterscheiden?

Ideen dazu finden sich z.B. hier:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=34423

Lutz Lippke
Lutz Lippke
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Unabhängig davon, dass die Fragen damit nicht beantwortet werden, ist das Interview interessant und die Beteiligten sind aktive Protagonisten für eine Lösung. Genau genommen wirft Hr. Müller grundsätzliche Fragen zu den Voraussetzungen und den Wesenszügen von Demokratie auf und Fr. Wagenknecht reagiert darauf aktuell-politisch und beispielhaft. Das ist gut und notwendig, aber ersetzt nicht die systematische Auseinandersetzung mit den Mechanismen und Wirkungen von Manipulationen und Fake-Positions. Wie Hr. Müller am Beispiel des ernsthaften „Nie wieder Krieg!“ in allen politischen Lagern der Nachkriegszeit darstellte, ist Glaubhaftigkeit vs. Intriganz kein zwingendes Wesensmerkmal bestimmter politischer Ausrichtungen oder Selbstdarstellungen, sondern in allen politischen Lagern mehr oder weniger an- oder abwesend. Insofern ist das grundsätzliche Bekenntnis der etablierten politischen Parteien, Organisationen und Institutionen zu Demokratie und Grundgesetz ein unschätzbarer und leider ungenutzter Prüfbaustein. Es muss also auch darum gehen, systematische Offenbarungsmechanismen auf rechtlicher Grundlage zu aktivieren oder zu schaffen, die glaubhafte Bekenntnisse und Handlungsweisen von propagierten Fake-Positions zu Grundgesetz und Demokratie für die Allgemeinheit objektiv überprüfbar und unterscheidbar machen. Das hat weniger mit Wahlen und politischer oder medialer Durchsetzungsmacht zu tun, als mit objektiver Herangehensweise an die Struktur von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Wenn ich „20 + 35 = 55“ schreibe, weiß ein jeder, dass die Rechnung im Bereich der natürlichen Zahlen korrekt ist und in vielen Lebensbereichen ein objektivierbares und politisch neutrales Mittel einer Überprüfung ist. Wenn eine erfolgreiche Manipulation stattfindet, dann nicht innerhalb sondern außerhalb dieser Rechnung. Träte Chulz oder andere Protagonisten ganz offensichtlich mit dem Wahlslogan „20 + 35 = 75“ an, hätte sie jede Glaubwürdigkeit verloren, ohne dass man dafür eine besondere Medienmacht oder Mehrheit aquirieren muss. Ich bin überzeugt davon, dass es bei einem gewissen Abstraktionsvermögen zu diesem Beispiel möglich ist, die Offenbarung von Glaubhaftigkeit vs. Fake-Positions im Sinne und der Tradition der Aufklärung unters Volk zu tragen und damit dem verbreiteten Unmut sinnvolle Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten zu unterbreiten.
Der Mangel liegt also nicht (nur) bei den Rezipienten, sondern bei den Kommunikatoren von glaubhaften Absichten und Programmen.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Lutz Lippke
5 Jahre zuvor

Schlichte Anwendung der Menschenrechte statt das Gegenteil davon würde uns schon sehr, sehr, sehr viel weiter bringen.

Verstaatlichung ist nebenbei das schlichtweg falsche Wort. Verstaatlichung können auch Rechte extrem geil finden, kommt halt auf den Staat an.

Per se würde ein System das auf den Menschenrechten beruht gar nicht erst Vermögen zustande kommen lassen, die dann in sonderlichem hohem Ausmaß besteuert werden müssten.

Das menschliche Leistungsspektrum ist schlichtweg nicht sonderlich breit.

Bedarfsorientierte Planung ist allgemein eine reine Frage der Vernunft.

“ Gerechtigkeit durch moralische und emphatische Richter?“

Sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

“ Lebensfreude durch solidarisches Zusammenwirken?“

Menschen sind nun Mal voneinander abhängig, kein Mensch kommt alleine weit und man selbst der beste Überlebenskünstler schafft auf sich allein gestellt eben auch nur das. Überleben. Mehr wird das nicht ohne andere.

„Wo sind die ermutigenden Beispiele, Konzepte und Pilotprojekte?“

Gibt genug Ansätze. Selbstverständlich ist auch das eine Frage der Entwickluing und ein mündiger Bürger und vor allem SOUVERÄN sollte sich nicht auf Parteien verlassen, sondern entsprechende Ideen auch einbringen.

Michelle
5 Jahre zuvor

Tja, wie ich immer sage: Es gibt viele Formen von Religionen und eine davon ist der eben Neoliberalismus… ??☹

Stinki Bill
Stinki Bill
5 Jahre zuvor

Über das Versagen der Linken werden wir unbedingt noch sprechen müssen.

Bevor „wir“ uns unterhalten.

Erkläre uns den Unterschied zwischen Kapitalismus und Neoliberalismus. Ist Neoliberalismus die Steigerungsform von Kapitalismus ? Ist Kapitalismus grundsätzlich Marktwirtschaft ? Kann es einen Kapitalismus ohne quantitatives Wachstum geben ? Ist Kapital Geld ?

Jetzt sag nicht, du müsstest erst eine Quelle finden wo du das alles abschreiben kannst !

Dann nimm diese:

http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/das-kapitalistische-manifest-was-kapitalisten-kommunisten-und-andere-endlich-begreifen-sollten

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Stinki Bill
5 Jahre zuvor

Neoliberalismus ist eine Unterform von Kapitalismus. Kapitalismus ist wesentlich gröber gefasst, weshalb es Formen von ihm gibt, die man nicht neoliberal nennen würde, umgekehrt aber ist Neoliberalismus IMMER kapitalistisch.

Kapitalismus hat nix mit Marktwirtschaft zu tun, abe es wird als sein Hauptpropagandamittel verwendet, da es selbstverstäjndlch absurd ist gegen „Markt“ zu argumentieren. Es ist nun Mal einfach dumm, wenn man mehr herstellt, als gebraucht wird oder schlimm, wenn man nicht genug herstellen kann und selbstvetständlich muss man mit diesen natürlichen Gegebenheiten arbeiten.

Kapitalismus nutzt das um sich als eine „natürliche Macht“ hinzustellen. Selbverständlich aber hat sein eigentlichen Kern, nämlich die extreme Akkumulation von Besitz und damit Macht, überhaupt nichts natürliches an sich.

“ Kann es einen Kapitalismus ohne quantitatives Wachstum geben ?“

Sicherlich. Nordkorea zB ist ultrakapitalistisch, aber da wächst nicht wirklich was. Es ist halt alles in der Hand von ein paar wenigen Leuten. Auch unser Kapitalismus „braucht“ jetzt in sich selbst kein Wachstum, die Kapitalisten wollen es halt. Sie wollen immer mehr haben und haben das System so aufgebaut, dass es ihnen immer mehr zuschaufelt. Die Wachstumsargumentation beruht genau darauf

„Ist Kapital Geld ?“

Kapital ist weit wertvoller als Geld. Geld ist nur ein zwischengeschaltetes Medium. Deswegen geht es den Kapitalisten ja vor allem immer um Privatisierung. Das Geld predigt ihr heiliges Recht und damit reißen sie dann das Kapital, das Land und letztlich die Kontrolle über die Massen an sich.

Der Link ist nicht sonderlich hilfreich. Mehr verwirrend als aufklärend. Und ja „Kapitalismus“ als Wort und in seiner direkten Art ist nicht so alt. Sein Prinzip der Akkumulation von Besitz und Macht aber wesentlich älter. Sein Vorgänger war der Feudalismus, weil nun Mal vor den Maschinen der Grundbesitz enorm bedeutend war (heute per se auch nicht bedeutungslos, aber im Vergleich eben weit weniger als vor der industriellen Revolution).

Man muss hier enorm aufpassen, denn in kleinste Details zu gehen und sich über Winzigkeiten zu streiten, die für das große Ganze ohne Bedeutung sind, auch das ist ein wunderbares Propagandamittel und wird gerne genutzt. Man muss den Fäden folgen und sehen, wo sie hinführen, worauf es hinausläuft, statt sich in ihnen zu verstricken.

GrooveX
GrooveX
5 Jahre zuvor

sobald wir eine bewegung im konjunktiv zum stillstand bringen können, sind wir in der lage, unsere eigene dynamik zum maßstab allen handelns zu machen. – so einfach!

wo kämen wir hin
wenn alle sagten
wo kämen wir hin
und niemand ginge
um einmal zu schauen
wohin man käme
wenn man ginge

?

GrooveX
GrooveX
5 Jahre zuvor

ein anderer troll:

’niemand hat etwas gegen amerikaner – nur monopole sind nicht so schön.‘

ich lach mich wech!

Stinki Bill
Stinki Bill
5 Jahre zuvor

Natürlich liegt es an der medialen Potenz, die die Neoliberalen besitzen, dass der Linken so leicht das Wasser in jenen Zeiten abzugraben ist, in denen sie eigentlich punkten müssten.

„Natürlich“ liegt es nicht an der medialen Potenz das es der Linken an einer radikal neuen sozialen, politischen und ökonomischen Vision mangelt, sondern „unnatürlich“ daran, dass die Kräfte der
Rechten in diese visionslose Lücke stoßen und ihre Vorstellungen weiter vorantreiben. Dazu bedienen
sie sich selbstverständlich der Mittel der Medien und deren Manipulation.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Stinki Bill
5 Jahre zuvor

@Stinki Bill

….sondern „unnatürlich“ daran, dass die Kräfte der
Rechten in diese visionslose Lücke stoßen und ihre Vorstellungen weiter vorantreiben. Dazu bedienen
sie sich selbstverständlich der Mittel der Medien und deren Manipulation.

Es liegt möglicherweise daran, dass die Dirigenten im Hintergrund keinerlei Probleme mit rechten Regierungen haben.
Der Reichtum etlicher Unternehmerfamilien ist ganz besonders vor 1945 entstanden, mit Hilfe eben einer rechten Regierung.
So eine Regierung schützt Unternehmer auch vor übermäßigen Belastungen durch den Sozialstaat.
Und dass die Medien diesen Kurs unterstützen, indem sie solchen Leuten besonders viel Bühne bieten, sollte sich auch schon herum gesprochen haben.
Die LINKE ist da natürlich pfui, denn sie will ja den Dukateneseln ans Geld zum Nutzen der Masse.
Sowas geht ja gar nicht.

Stinki Bill
Stinki Bill
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Es liegt möglicherweise daran, dass die Dirigenten im Hintergrund keinerlei Probleme mit rechten Regierungen haben.
Der Reichtum etlicher Unternehmerfamilien ist ganz besonders vor 1945 entstanden, mit Hilfe eben einer rechten Regierung.

Die totale Durchökonomisierung aller Lebensbereiche ist eine rechte Ideologie,
dazu bedarf es keiner ausgesprochen „traditionell“ rechter Regierung. Der
Neoliberalismus ist eine Form des Totalitarismus. Im Gewand vorgeblich
wirtschaftlichen Vernunft werden Menschen gemäß einer Ideologie geformt,
„survival of the fittest“. Geschichte und Klassifizierung von Mitmenschen nach
alten Mustern hilft hier nicht weiter. Regierungen welcher Couleur auch immer,
beschleunigen diese Vorgänge oder nicht, bei gleichzeitigem Verlust demokratischer
Gestaltungsspielräume. Märkte funktionieren nicht nach demokratischen Spielregeln.

Demnach müssen wir die Märkte zerstören auf dem unser gewachsener Wohlstand
beruht. Die Problemursache ist nicht zu personifizieren.

Stinki Bill
Stinki Bill
Reply to  Stinki Bill
5 Jahre zuvor

Das Ding ist ein Selbstläufer.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Stinki Bill
5 Jahre zuvor

Stell Dich mal zu einer Wahl auf und dann wirst Du in eine Ecke gestellt, wo dich keiner sieht, noch dazu in der nähe des Klos, wo es stinkt, das ganze garniert mit Leuten, die über Dich noch ein paar lustige Gerüchte streuen, was für ein widerlicher, kranker Typ du bist, während Deine Konkurrenz die Bühne für sich hat, samt Unterstützung, jegliche Vorwürfe zu relativieren, etc.

Wie viele glaubst Du werden es sich antun, sich mit Dir dennoch auseinanderzusetzen? 5-10%?

Andreas
Andreas
5 Jahre zuvor

Wieso werden eigentlich immer Schlagwörter verwendet ? Uns wäre doch schön geholfen, wenn wir aufhören würden zu sparen und in unsere Zukunft investieren, anstelle uns zu Tod zu konsumieren. Es gibt nicht nur Schwarz Weiß denken. Was ist überhaupt Weiß, wenn Neoliberalismus schwarz ist ?

Stinki Bill
Stinki Bill
Reply to  Andreas
5 Jahre zuvor

Wieso werden eigentlich immer Schlagwörter verwendet ? Uns wäre doch schön geholfen, wenn wir aufhören würden zu sparen

Sparen ist wichtig ! Je mehr wir sparen, desto früher ist das System kaputt. Wir bauen dann ein neues.

Andreas
Andreas
Reply to  Stinki Bill
5 Jahre zuvor

Ich meinte den Staat. Der konsumiert und steckt Geld ins Militär, Polizei oder Mütterrente statt zu investieren

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Andreas
5 Jahre zuvor

Wenn die Wirtschaft dem Volk dient, statt hauptsächlich Oligarchen. Kann man dann nennen, wie man will.

Stinki Bill
Stinki Bill
5 Jahre zuvor

OFF

Was ist aus pan-europäische Bewegung DiEM25 geworden ?
Ein Interview mit Srećko Horvat bei Kontext TV.

„Ein anderes Europa ist möglich“

http://www.kontext-tv.de/

Stinki Bill
Stinki Bill
Reply to  Stinki Bill
5 Jahre zuvor

OFF

„Die Schurkenpolitik des Westens“

Ein Interview mit Noam Chomsky ( älter, dafür auf deutsch )

http://www.kontext-tv.de/de/sendungen/noam-chomsky-die-schurkenpolitik-des-westens

Alexander
Alexander
5 Jahre zuvor

Guckt Euch doch von diesem kurzen Beitrag (2:44) wenigstens die letzten 35 Sekunden an:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/quer/170518-quer-thema-trump-100.html

Mich lässt so etwas verzweifeln …

Stinki Bill
Stinki Bill
Reply to  Alexander
5 Jahre zuvor

Der Hammer ist der Jörg Schönenborn im Filmchen; Schönenborn immerhin
WDR-Chefredakteur Fernsehen und Leiter des Programmbereichs Politik,
sagt er doch tatsächlich ab Minute 1:10 – 1:13

“ Angela Merkel sorgt dafür, dass es uns in diesen unruhigen Zeiten gut geht.“

!!!!!?????

Unbedingt gucken !

Stinki Bill
Stinki Bill
Reply to  Stinki Bill
5 Jahre zuvor

Ich habe erst jetzt gesehen, dass er die Fragestellung einer Umfrage zitiert.
Trotzdem mehr als fragwürdig und äußerst manipulativ, persönliche
Wertungen und Empfehlungen mit solchen Taschenspielertricks zu
umgehen damit eine Art Scheinneutralität gewahrt bleibt. Die unterschwellige
Botschaft bleibt ein deutlicher Wink mit dem Laternenmast.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Alexander
5 Jahre zuvor

@Alexander

Mich lässt so etwas verzweifeln …

ach dem Vortrag……

https://www.youtube.com/watch?v=-hItt4cE0Pk

…..verstehst du, wie man Menschen derart verblödet.

Stinki Bill
Stinki Bill
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Der gute, alte Mausfeld. Wird immer gern genommen, aber
noch immer subventionieren die Bundesbürger ihre eigene Verblödung
mit jährlich 8000 Millionen Euro für ARD und ZDF.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Denke es wäre wohl wirklich ein guter Anfang, wenn man seine Vorträge wirklich ständig und überall verlinken würde. Immer und immer wieder.

seyinphyin
seyinphyin
5 Jahre zuvor

„Über das Versagen der Linken werden wir unbedingt noch sprechen müssen.“

Immer lustig. Alle anderen richten das Land zugrunde oder helfen damit mit, direkt wie indirekt, als saudumme Wähler, die den Dreck legitimieren, aber klar, die Linken sind schuld.

Wenn es keinen Sieg gegen den Neoliberalisus abseits seiner in sich selbst verankerten Selbstzerstörung, dann wegen der Einstellung.

Das hört man immer und immer und immer wieder. Bei den Faschisten macht es ja Sinn, sie sind die Guten, ihre Gegner die Bösen, aber wie man sonst darauf kommt…

Wegen Zerstrittenheit? Also solche Zerstrittenheit wie städig alle Linken und „Linken“ und LINKEN etc, Versagen vorzuwerfen?

Schrödes Taten waren blanker Rechtsradikalismus. Mit Links hat das überhaupt nichts zu tun. Es ist kein Verrat von Links, kein Versagen von Links, ist ist schlichtweg die rechtsradikale Tate eines rechtsradikalen Politikers, denn allein das Tun bestimmt, was man ist.

Nur solange man nicht mordet ist man kein Mörder…

Dennis82
Dennis82
Reply to  seyinphyin
5 Jahre zuvor

Ich find den Vorwurf des „Versagens“ immer ganz putzig – grade, wenn er ja von (anderen) „Linken“ kommt. Das Blöde an der Sache: der Zeigefinger zeigt vielleicht in dem Moment auf die Partei „Die Linke“; die vier anderen Finger aber gleichzeitig zurück; auf die „gesellschaftliche“ Linke insgesamt. Und die hat große Freude am Spiel „VvJ gg. JVF“; Regie spielt da oft die „Mitte“, zu der man dann doch wieder irgendwie gehören will…

Dann lasst uns doch auch mal über deren / unser „Versagen“ sprechen? Warum erreichen Leute, die vom Versagen der Linken sprechen im Netz oder in ihrer privaten Lebenssphäre mit ihren Botschaften im Ergebnis keine anderen Menschen?

Warum wählen weiter bei Wahlen rund 90 % hardcore-neoliberale Parteien unterschiedlicher Geschmacksrichtungen? Warum gilt im ganz normalen Alltag, im Job, in der Familie, dass im Ergebnis nur der „erfolgreich“ ist, der sich wie das größte Arschloch aufführt…!?

Ja, zeigen wir auf die einzige Oppositionspartei, die diesen Namen verdient, die von der milliardenschweren Medienmaschinerie nur dann nicht ignoriert wird, wenn man gegen sie arbeiten kann – und werfen ihr vor, sie würde „versagen“! Somit gesteht man sich nur selbst ein, ebenfalls zu „versagen“!

Und – sind wir doch mal ehrlich; wie sieht eurer individueller „Gewinn“ aus? Mit Blick auf das, was ihr im Denken eurer Mitschüler, -studenten, Arbeitskollegen, Sportkameraden, Hobbybekanntschaften, Familienmitglieder und der buckligen Verwandtschaft bewirkt habt?

Meiner lautet – mit Mitte 30; nach gut 15 Jahren politischen „Auflehnens“ in all diesen Bereichen: Null! Wobei – das stimmt nicht; ich bin auch deshalb zum totalen Paria geworden; das Herdentier schätzt es nämlich nicht, sich ständig von „Miesmachern“ ins Gewissen reden zu lassen. Denn „eigentlich geht es uns in D ja ganz gut!“ – Na dann, wählt weiter Merkel oder AfD – und schmiedet für einen Dreckslohn das Trugbild, ihr hättet euch das jämmerliche, nach Statussymbolen bewertete „Glück“ selbst „verdient“!

Ecki
Ecki
5 Jahre zuvor

OT

Mutti auf ewig?
Weiter so in Richtung Abgrund? Im Wahljahr 2017 warnt der Filmemacher
Norbert Fleischer die Wähler vor einer gravierenden Fehlentscheidung.

https://www.rubikon.news/artikel/mutti-auf-ewig

„In Cottbus hat man erstmals bei der Tafel, spezielle Öffnungszeiten
für voll berufstätige Niedriglöhner einführen müssen.“

GrooveX
GrooveX
Reply to  Ecki
5 Jahre zuvor
Schniepel
Schniepel
5 Jahre zuvor

OT

Simulierte Diskurse ( .PDF, 54 Seiten )

http://downloads.sintfluth.de/files/Simulierte_Diskurse.pdf

Schniepel
Schniepel
Reply to  Schniepel
5 Jahre zuvor

hoch

Schniepel
Schniepel
5 Jahre zuvor

– Eine Seuche zieht um die Welt –

„Brasilien: 40 Millionen auf der Straße gegen neoliberalen Präsidenten!“

https://diefreiheitsliebe.de/politik/brasilien-40-millionen-auf-der-strasse-gegen-neoliberalen-praesidenten/