Das Leiden der Anderen: Ausbeutung mit erhobenem Zeigefinger

In was für einer Welt leben wir eigentlich? In einer mit den immer wieder in die Welt hinausposaunten Werten wie Freiheit und Gerechtigkeit? Wohl kaum, und es gibt etliche Stellschrauben, denen man sich widmen könnte, um beides zu widerlegen. Eine davon: unsere Exportüberschüsse.

Muss man das eigentlich noch betonen? Ist es wirklich nötig darauf hinzuweisen, dass der Titel „Exportweltmeister“ Folgen hat? Dass es bei der Vergabe eines Weltmeistertitels auch zweite, dritte und vierte Plätze gibt? Und dass das eine das andere bedingt? Muss man wohl. Denn die Bundesregierung macht keinerlei Anstalten, von dieser ausbeuterischen Politik Abstand zu nehmen, obwohl nicht nur hierzulande, sondern auch international die Kritik an der aggressiven Exportpolitik in den letzten Jahren immer lauter geworden ist. Diese Politik ist gleich doppelt verwerflich, denn statt sich der Verantwortung zu stellen, wird die Schuldfrage gestellt. Und ungeheuerlich absurd beantwortet.

Oskar Lafontaine bringt es auf bei Facebook den Punkt: „Weil wir unseren europäischen Nachbarn schon seit vielen Jahren mehr verkaufen (exportieren) als sie uns verkaufen (importieren), müssen sich die anderen Länder verschulden. Und dann kommen Merkel und Schäuble und beschimpfen diese Länder, weil sie das machen, was die deutsche Exportwirtschaft will, das heißt: unsere Waren auf Kredit kaufen.

Geht es eigentlich noch zynischer? Deutschland beutet nicht nur andere Länder aus und sorgt mit seiner Exportpolitik dafür, dass sich der Binnenmarkt hierzulande verschlechtert, weil die Löhne seit Jahren stagnieren oder sinken, während gleichzeitig die Schulden anderer Länder unaufhaltsam steigen. Es macht für diesen Teufelskreis auch noch die verantwortlich, die die Schulden machen (müssen). Die Argumentation lautet: Macht es doch wie Deutschland, dann geht es Euch auch besser.

Aber das ist natürlich absurd. Wenn alle Exportweltmeister sind, funktioniert das Prinzip nicht nur nicht mehr, es verliert seine Logik an sich, allein diese Idee auszusprechen, ist lächerlich und herablassend. Gefordert ist stattdessen, das außenwirtschaftliche Gleichgewicht herzustellen, über das Lafontaine ebenfalls schreibt. Das sieht nämlich vor, dass Exporte und Importe sich in etwa die Waage halten müssen. Doch davon sind wir Lichtjahre entfernt.

So lange das so bleibt, wird sich an der Überschuldungssituation nichts ändern. Und genau das ist Sinn der Übung. Schäuble & Co. geht es nicht um Gerechtigkeit, Freiheit oder ein wirtschaftlich gemeinsam organisiertes Europa. Es geht um Bereicherung und Ausbeutung. Muss man das wirklich noch betonen? Muss man wohl.

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R_Winterr
R_Winterr
5 Jahre zuvor

Ökonomen haben ausgerechnet, dass in Deutschland die jährlichen Einkommen der abhängig Beschäftigen und die Altersversorgungsbezüge mindestens 10 Jahre um 4,5% steigen müssen, damit in der Eurozone eine Gleichwicht zwischen den Staaten erreicht wird.
Diese Forderung hat keine Partei oder Gewerkschaft auf dem Schirm und damit ist es „Konsens übergreifend“:

Es geht um Bereicherung und Ausbeutung. Muss man das wirklich noch betonen? Muss man wohl.

Es wird immer mehr Luft den Ballon „Euro“ hineingepresst – bis er platzt, aber dieses ist kein Wunder, bei den politischen Pfeifen an der Spitze des Finanzministeriums.
Kein einziger Volkswirt ist in der politischen Spitze der Ministerien dieser Regierung vertreten und von Martin Schulz ist nichts anderes zu erwarten………..wir „trumpen“ weiter……

wolli
wolli
Reply to  R_Winterr
5 Jahre zuvor

Es wird immer mehr Luft den Ballon „Euro“ hineingepresst – bis er platzt, aber dieses ist kein Wunder, bei den politischen Pfeifen an der Spitze des Finanzministeriums.

Ich kann nicht glauben das da nur Pfeifen oder Vollpfosten sitzen, ich denke dieses Szenario ist geplant.
Cui bono, den 99% auf jeden Fall nicht.
Das viele Geld was von der EZB ins System gepumpt wird ist ja noch da. Damit kann man dann wunderbar einkaufen gehen.

flurdab
flurdab
Reply to  wolli
5 Jahre zuvor

Zum Beispiel Autobahnen und Krankenhäuser im ehemaligen Reich.
(Das Reich habe ich jetzt nur wegen des Wortwitzs benutzt)

Heldentasse
Heldentasse
5 Jahre zuvor

Es geht um Bereicherung und Ausbeutung. Muss man das wirklich noch betonen? Muss man wohl.

So wie Herrn Flassbeck verstanden habe geht es im Kontext „Exportüberschüsse“ primär erst mal um den (gelinde gesagt) mangelnden makroökonomischen Sachverstand der politisch Verantwortlichen. Durch teutsches Lohndumping und Austeritätspolitik im Zusammenhang weiterer „Segnungen“ der Neoliberalen- Religion, die zudem nun noch als „Heilmittel“ in andere EU Länder exportiert werden, machen die mittelfristig nicht nur die Wirtschaften der anderen kaputt, sondern auch die eigene!

Wenn dieses oder nächstes Jahr die Franzosen oder die Italiener, teils aus purer Selbsterhaltung, aus dem € oder gar der EU austreten würden, was nicht unwahrscheinlich ist, werden auch hier die Lichter ganz schnell ausgehen. Das hätte m.E. die Sprengkraft wie 1000x Lehman Brothers, mit heftigsten Innen und Außenpolitischen Verwerfungen, in deren Folge natürlich auch die Ausbeuter verlieren werden.

Ergo: Wenn wir von Ausbeutern beherrscht werden, dann sind sie zudem blöde wie 10m Landstraße am Stück, und haben nicht im Ansatz kapiert welche Spielregeln in einer Währungsunion eingehalten werden müssen, obwohl sie sie selbst geschaffen haben.

Beste Grüße

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Heldentasse
5 Jahre zuvor

Ergo: Wenn wir von Ausbeutern beherrscht werden, dann sind sie zudem blöde wie 10m Landstraße am Stück, und haben nicht im Ansatz kapiert welche Spielregeln in einer Währungsunion eingehalten werden müssen, obwohl sie sie selbst geschaffen haben.

Ganz so simpel ist das wohl nicht.
Dank Globalisierung und absoluten Kapitalfreiverkehrs ist das Kapital wie ein Heuschreckenschwarm, der sich von jedwedem günstigen Wind dorthin tragen läßt, wo es reichlich zu fressen gibt.
Es gibt ja weltweit genug Länder mit niedrigem Wohlstandsniveau, die dankbar für Investoren sind.

Das einzige Mittel dagegen ist, ihrer habhaft zu werden, sie dingfest zu machen und ihnen ihr Eigentum, Allem voran das flüssige zu entziehen.
Gegen rigorose Egoisten helfen nur rigorose Maßnahmen. Mit reiner Vernunft ist diesem Monopoly-Club nicht beizukommen, da muß es schon an die nackte Existenz gehen.
Die Chancen dafür sind vielleicht z.Zt. gar nicht so schlecht, da es in vielen Ländern brodelt.

schwitzig
schwitzig
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

@Robbespiere

Mit reiner Vernunft ist diesem Monopoly-Club nicht beizukommen, da muß es schon an die nackte Existenz gehen.
Die Chancen dafür sind vielleicht z.Zt. gar nicht so schlecht, da es in vielen Ländern brodelt.

Ja, selbst in Neuseeland, wo sich doe vorausschauenden Parasiten gerade wie blöde Rückzugsdomizile kaufen, um vor der Reaktion derer zu flüchten, die sie arm gemacht haben, entsteht mittlerweile Widerwillen gegen die Zeckenkaste.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

@Robbespiere

Ganz so simpel ist das wohl nicht.

M.E. kommt es dabei auf die Perspektive an. Wenn man Herrn Flassbeck folgt, also innerhalb der kapitalistischen Zusammenhänge argumentiert ist ist furchtbar einfach! Es können nämlich schon rein von der Saldenmechanik her nicht alle Staaten Exportüberschüsse erwirtschaften, dass ist gegen die Logik und muss damit famos scheitern!

Auch muss verstanden werden, laut Herrn Flassbeck, dass sich im Kapitalismus immer irgend einer verschulden muss, sei es der Staat, die privaten Haushalte, die Unternehmen oder das Ausland. In Teutschland „sparen“ die Internen und sind aber so schizophren vom EU Ausland politisch zu verlangen sich nicht mehr zu verschulden (also auf Teutsch zu machen), aber trotzdem sollen sie unsere Waren importieren. Das ist m.E. geisteskrank!

Aus einer anderen (höheren) Perspektive aus betrachtet, könnte man diesem Wahnsinn womöglich auch etwas gutes abgewinnen, sie fahren nämlich gerade das System „volle Kanne“ vor die Wand, und nach dem Crash bestehen evtl. Chancen auf eine grundsätzliche Besserung, nur als kleines Individuum mit Verantwortung u.a. für die Familie sind solche Gedanken rein theoretisch.

Beste Grüße

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Heldentasse
5 Jahre zuvor

M.E. kommt es dabei auf die Perspektive an. Wenn man Herrn Flassbeck folgt, also innerhalb der kapitalistischen Zusammenhänge argumentiert ist ist furchtbar einfach! Es können nämlich schon rein von der Saldenmechanik her nicht alle Staaten Exportüberschüsse erwirtschaften, dass ist gegen die Logik und muss damit famos scheitern!

Das ist schon klar, aber wer sagt denn, daß Deutschland zukünftig nicht ein Defizitland sein kann, wenn der Kapitalzirkus weiter um den Erdball zieht, weil es wg. starker Währung und eines schwachen, Dumpinglohn-geschwächten für Investoren uninteressant wird?
Und, da bin ich ganz bei Wolli, wenn dieses Defizit nicht ausgeglichen werden kann, wird sich die Gläubigerbande durch Privatisierung schadlos halten, wie am Beispiel Griechenlands gut zu sehen ist.
Sylt heißt dann vielleicht irgendwann „Isle of Soros“ oder Rügen Blackwater-Island.

flurdab
flurdab
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Was mir bei euren Betrachtungen immer ein wenig fehlt ist der Blick aufs ganz Große.
Mittlerweile ist das „Vermögen“ welches im Finanzsektor um den Erdball kreiselt, derart groß, dass es bei minimaler Verzinsung eine vernichtenden Sogwirkung auf die Realwirtschaft hat.
Das wissen die Kriminellen aber auch und schichten entsprechend in „Anlagen“ um.
Zum Ende platzt die Geldblase und der Erdball gehört nur noch 200 Familien.
Ob die dann allerdings ihre Besitztitel verteidigen können wage ich zu bezweifeln.
Worauf ich eigentlich raus will, dieses „System“ ist mittlerweile außerhalb jeglicher Regulierungsmöglichkeit. Da haben weder Menschen noch Regierungen einen Einfluss darauf.
Man erkundige sich nur mal nach der Handelsgeschwindigkeit bei Black Rock.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  flurdab
5 Jahre zuvor

@flurdab

Deine Argumente sind nachvollziehbar und m.E. nicht falsch, allerdings auch auf einer anderen Ebene der Erkenntnis. Man kann und muss übrigens auch noch darüber hinaufschauen, denn das Limit setzen nicht die Finanzmärkte und das Wirtschaftssystem, sondern die ganz gemeinen Naturgesetzlichkeiten des globalen Ökosystems, von dem sich die Menschheit nicht entkoppeln kann.

D.h. auch wenn von Heute auf Morgen die Soziale und Verteilungs- Gerechtigkeit über alle Menschen des Planeten kommen würde, wären die wirklich existentiellen Probleme damit noch lange nicht vom Tisch.

Beste Grüße

flurdab
flurdab
Reply to  Heldentasse
5 Jahre zuvor

Natürlich werden die Grenzen jeglichen Wachstums durch den Planeten gesetzt.
Geld kann man ja nach wie vor nicht essen, trinken oder atmen.
Aber diese Erkenntnis wird ja gerade von der „Finanzmafia“ und den angeblichen „Eliten“ nicht thematisiert.
Die sind gerade völlig im Spielrausch, in Flow.
Da kann die Mutti noch so laut rufen, dass das Essen fertig ist, das hören die nicht.
Und die Computersoftware die den größten Teil des Handels autonom abwickelt, hat noch nicht einmal Ohren!
Im Moment geht es den Playern nur darum reich zu bleiben oder noch reicher zu werden.
Der Erlebniswelt des Normal- Homo- Sapiens sind diese schon so lange entwachsen, das sich diese, für sie, wie Grimms Märchen lesen müssen.

Im Grunde führt diese Entwicklung zur Vernichtung des „Geldwertes“.
Aber da wir alle im Regelfall mangels Bodeneigentums nicht autark leben können, kriegen wir es eben in die Fresse.

Grummel
Grummel
Reply to  Heldentasse
5 Jahre zuvor

D.h. auch wenn von Heute auf Morgen die Soziale und Verteilungs- Gerechtigkeit über alle Menschen des Planeten kommen würde, wären die wirklich existentiellen Probleme damit noch lange nicht vom Tisch.

Stimmt,
ohne die irre momentane Systemlogik könnte man die Ressourcen aber um ein vielfaches effizienter zum Einsatz bringen.

Meine Sorge als „Einfacher“ ist nicht der Börsencrash, es sind die Kalorien, ein friedliches Umfeld und eine Zukunftsperspektive.
Also die Ebene die der momentanen „Elite“ (Versager triffts eher) anscheinend völlig Fremd ist und daher ausgeblendet wird.

Theo Lingen
Theo Lingen
Reply to  Grummel
5 Jahre zuvor

es sind die Kalorien, ein friedliches Umfeld und eine Zukunftsperspektive.

Da hast du recht. Die elementaren Bedürfnisse eines Menschen bestehen aus Nahrung ( Kalorien ), Wasser, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Diese Grundbedürfnisse sind für jeden Menschen dieses Planeten leistbar. Eine Perspektive ergäbe sich aus der Zuversicht, dass die Befriedigung dieser Bedürfnisse auch künftig gewährleistet ist. Daraus ergäbe sich widerum ein friedliches Umfeld für alle Menschen.

Wir machen uns die Ängste der Elite zu eigen. Platzende Immoblasen und Börsencrashs und sonstige Entwertungen eines Zuviel an allem sind keine Probleme von Bewohnern der Sahelzone und der, weiten Teile Indiens.
Auch uns sollte es gleichgültig sein ob der Spekulant auch morgen noch über ausreichend Spielgeld verfügt.
Wenn es knallt wird niemand gelöscht und die Schwerkraft der Erde aufgehoben. Es geht bloß um einen Verlust an Unwohlstand.

Mordred
Mordred
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Du redest gerade von einem anderen wichtigen teilaspekt der thematik. der sollte idealer weise parallel zu exportüberschüsse/saldenmechanik beackert werden.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Mordred
5 Jahre zuvor

M.E. sollte man diese ökonomische Basics nicht parallel Diskutieren, denn wenn man sie ignoriert kann man das andere was darauf aufbaut auch nicht richtig verstehen.

Beste Grüße

Mordred
Mordred
Reply to  Heldentasse
5 Jahre zuvor

macht sinn.

wolli
wolli
5 Jahre zuvor

Was würde denn passieren wenn die EU auseinanderbricht.
Die neue deutsche Währung würde nach oben schießen. Exportweltmeister ade.
Die Staatsfinanzen sind durch ständige Steuersenkungen und das ignorieren von Steuerschlupflöcher bzw. das nicht verfolgen von Steuerhinterziehung für das obere 1% ruiniert. Die Infrastruktur ist marode und kaputt gespart.
Was dann: Einnahmen für die Posteuroära bei einer schrumpfende Wirtschaft wird schwierig.
Zusätzlich werden sich noch „einige“ Arbeitslose zusätzlich bei der Agentur melden müssen.
Hier wird die fehlende Binnennachfrage dem deutschen Staat das Genick brechen.
Es wird also schwierig einen Aufschwung über Staatsausgaben zu finanzieren, wenn kein Geld mehr in die Kasse kommt.
Als schönen Nebeneffekt für den Geldadel ist dann die Zeit, Knete für Nullzinsen vorbei. Dann wollen die Investoren Zinsen für ihr Geld und nicht zu knapp. 3% Risikozuschlag für ein herabgewirtschaftetes Land sind angemessen.
Bewerten wir schon mal das Tafelsilber, das 1%, hat die Taschen voller Anlagevermögen und sucht nach lukrativen Anlagen.
Es wird dann eine rundum neoliberale Daseinsvorsorge.
Ist das VT oder so geplant.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  wolli
5 Jahre zuvor

Was würde denn passieren wenn die EU auseinanderbricht.
Die neue deutsche Währung würde nach oben schießen. Exportweltmeister ade.

Exakt, und auf einen Schlag werden wir eine Arbeitslosenquote von 20 bis 30% haben, und nach innen und außen sind heftigste soziale und politische Verwerfungen zu erwarten. Das wird bestimmt nicht lustig!

Beste Grüße

salvo
salvo
Reply to  Heldentasse
5 Jahre zuvor

oh ja, in diesem Land wächst in aller Regel die Arbeitslosenquote zusammen mit dem Lebenesraumbedarf

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  salvo
5 Jahre zuvor

Das ist pöse aber leider auch m.E. durchaus realistisch! Man schaue sich einfach nur mal an mit welchem Erfolg, die neuen rechten Rattenfänger heute schon unterwegs sind. 🙁

Beste Grüße

Mordred
Mordred
Reply to  wolli
5 Jahre zuvor

sehr richtig.
das geile daran ist, dass laut vorträgen, interviews usw. proklamateuren wie lucke oder sinn das auch vollkommen klar ist. die sagen einfach: is halt so, geht nicht anders.

Als schönen Nebeneffekt für den Geldadel ist dann die Zeit, Knete für Nullzinsen vorbei. Dann wollen die Investoren Zinsen für ihr Geld und nicht zu knapp. 3% Risikozuschlag für ein herabgewirtschaftetes Land sind angemessen.
Bewerten wir schon mal das Tafelsilber, das 1%, hat die Taschen voller Anlagevermögen und sucht nach lukrativen Anlagen.

so siehts aus. 1% oder 0,1% werden davon nämlich noch mehr und vor allem nachhaltiger (verfestigung dieser feudalen verhältnisse) profitieren.

Schweigsam
Schweigsam
5 Jahre zuvor

Dieses „Kapitel“ wird erst hier von der Masse erhört werden, wenn keiner mehr unseren Scheiß kauft, und wir selbst in einer richtigen Krise feststecken. Die Deutschen brauchen es wohl immer auf die harte Tour. Erst dann beginnt hier sowas wie ein breiter Lernprozess einzusetzen.

Folkher Braun
Folkher Braun
5 Jahre zuvor

Entschuldigung OT: Wo steht der angekündigte Bericht über private Versicherung und könnte jemand bei der technology review mal verraten, wie man Innovation schreibt?
Zur Sache: Die Demontage des Sozialstaats betrifft nicht nur die Arbeitsverwaltung. Ich hatte sechs Monate Verhandlung bezüglich SGBXII. Da kommt Freude auf. Der Altenheimbewohner, der nicht Selbstzahler ist, hat einen Selbstbehalt von 2600 Euro.

Leselotte
Leselotte
5 Jahre zuvor

Muss man immer wieder ansprechen.
_____________
Kleiner Hinweis: Euren Spendenhinweis für die Weihnachtszeit vielleicht mal aktualisieren 🙂

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Tom J. Wellbrock
5 Jahre zuvor

Es gilt die alte alte Regel, die hat der Weihnachtsmann vom Sepp Herberger geklaut, dass nach Weihnachten auch immer auch vor Weihnachten ist! 🙂

flurdab
flurdab
Reply to  Tom J. Wellbrock
5 Jahre zuvor

Ich kann es verstehen.
Weihnachten kommt bei mir auch von Jahr zu Jahr immer plötzlicher.

Leselotte
Leselotte
Reply to  Tom J. Wellbrock
5 Jahre zuvor

Pröh
😀

Tobias Krause
Tobias Krause
5 Jahre zuvor

Leider ist dieser Artikel inhaltlich ziemlich dünn und platt. Die absurde Logik hier bedient einfach nur die ewige (linke) Mär von „die Gewinne des Einen sind die Verluste des anderen“ und überhaupt ist der böse Kapitalismus an allem Schuld. Punkt 1: niemand zwingt Griechen, deutsche Autos und Maschinen zu kaufen. Punkt 2: die eigenen Importe können Länder mit Exportüberschüssen im Handel mit anderen Ländern als mit Deutschland finanzieren, statt mit Schulden. Denn Achtung: es gibt nicht nur Deutschland. Punkt 3: die Schulden in den meisten entwickelten Ländern entstehen nicht durch Importfinanzierung für Lebensmittel, Medikamente oder gar später gewinnbringende Investitionsgüter, sondern größtenteils durch Konsumgüter und bei öffentlichen Haushalten durch Wahlgeschenke, verpackt als soziale Wohltaten.

Das sollte man betonen, statt moralische Plattitüden wie diesen Artikel zu schreiben.

salvo
salvo
Reply to  Tobias Krause
5 Jahre zuvor

und du beantwortest ‚moralische Platitüden‘ mit ‚ökonomischen‘ Schwachsinn! Was haben Aussenhandelsüberschüsse mit Gewinn zu tun? Du verwechselst eine volkswirtschftliche Kategorie mit einer betriebswirtschaftlichen. Das sagt schon alles. Ich habe jetzt zwar keine Zeit – und eigentlich auch keine Lust – mich mit dem Schwachsinn eines verblendeten nationalistischen Idioten, der denkt, es wäre toll dass Deutschland ‚Exportweltmeister‘ ist, auseinanderzusetzen. Deshalb eine Antwort in Form als Verweis zu einem der zahllosen Artikeln, die sich mit dem Biggest German’s Fetisch auseinandersetzen:

„The Danger of Germany’s Current Account Surpluses“

http://www.nakedcapitalism.com/2016/10/the-danger-of-germanys-current-account-surpluses.html

salvo
salvo
Reply to  Tobias Krause
5 Jahre zuvor

btw… zu deinem spektakulär schwachsinnigen zweiten Punkt (nicht dass die anderen beiden nicht schwachsinnig wären), siehe hier

http://www.nakedcapitalism.com/2011/07/trade-imbalances-lead-to-debt-imbalances-or-why-mercantilist-nations-shouldnt-beef-about-their-profligate-customers.html

Mordred
Mordred
Reply to  Tobias Krause
5 Jahre zuvor

du bist bestimmt betriebswirt oder?^^

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Mordred
5 Jahre zuvor

Man muss ja die Menschen mit abweichender Meinung nicht gleich so beleidigen! 😉

ChrisA
ChrisA
Reply to  Tobias Krause
5 Jahre zuvor

@Tobias Krause

Punkt 1: niemand zwingt Griechen, deutsche Autos und Maschinen zu kaufen.

Stimmt. Aber kann man daraus was Erhellendes ableiten? Die Überschuss-/Defizit-Tautologie ensteht nicht einfach zwischen zwei Ländern, nur weil die einen vom anderen zu viel kaufen.

Punkt 2: die eigenen Importe können Länder mit Exportüberschüssen im Handel mit anderen Ländern als mit Deutschland finanzieren, statt mit Schulden. Denn Achtung: es gibt nicht nur Deutschland.

Hervorhebung im Zitat von mir. Hier meinst du sicher Importüberschüsse, nicht Exportüberschüsse? Der komplette Punkt ergibt sonst überhaupt keinen Sinn.

Ergibt er allerdings auch so nicht sonderlich: Würden Länder mit Importüberhang ihre Importe per Handel und nicht per Kredit finanzieren, hätten sie den Importüberhang gar nicht. Des Weiteren wäre dann, da sie dann ja Waren an Handelspartner verkauft haben, der Exportüberschuss an anderer Stelle ebenso weg: Wurde das Zeug gekauft, sind an anderer Stelle zwangsläufig die Importe gestiegen und evtl. Exportüberschüsse damit gesunken.

Das ist bloß die Beschreibung eines rein buchhalterischen Vorgangs, der außerhalb jeglicher Theorie als Identität existiert und deshalb zu keiner Zeit in Frage gestellt werden kann.

Der Knackpunkt aber ist, dass du überhaupt nicht verstanden hast, dass die Finanzierung per Handel automatisch unterbunden ist, wenn es dauerhafte Überschuss-/Defizit-Ungleichgewichte gibt. Die Defizite kommen nämlich eben nicht bloß zu Stande, weil „Griechen bei Deutschen kaufen, was sie doch aber gar nicht müssten.“ Sie kommen zu Stande, weil Griechen in anderen Ländern auch nicht genug verkaufen können, weil Deutsche den Markt überproportional beherrschen.

In der Vergangenheit wurden solche Situationen nie dadurch bereinigt, dass Defizitländer „einfach so“ mal den Handel mit anderen Ländern angeschmissen hätten, statt sich zu verschulden. Warum denn wohl nicht? Na, weil es einfach nicht geht, Argumentation s. o..
Es kam zu Wechselkursanpassungen, um hier einen Ausgleich herbeizuführen. Das funktionierte mal mehr, mal weniger gut, aber immer gut genug, um uns eine Misere wie die jetzige zu ersparen. Wechselkursanpassungen innerhalb der Eurozone sind nun aber nicht möglich, da es eine einheitliche Währung gibt. So, und nun Herr Krause?

Wer muss hier jetzt was machen, um aus dem Schlamassel raus zu kommen? Ist der Deutsche verantwortlich, der mit einer ca. 30% unterbewerteten Währung sich dumm und dusslig exportiert? Der Grieche, der mit einer ca. 30% überbewerteten Währung nirgendwo einen Fuß auf den Boden kriegt? Muss einer von beiden „mal eben“ sein Land umstrukturieren, dass die Währung wieder passt? Wenn ja, warum nicht auch der andere?

Wer solche Fragen nicht beantworten will oder kann, sollte anderen Leuten nicht „absurde Logik“ in einem „dünnen“ Artikel vorwerfen, denn er hat selber nichts als dünnes Geplapper zu bieten, das bei näherer Betrachtung von Logik überdies unbelästigt ist.

Schon alleine das bilaterale Schielen auf GR und D, wenn man über Überschüse und Defizite spricht, ist eben nicht logisch, sondern das Gegenteil. Und wer nicht versteht, warum das so ist, hat von Wirtschaft nichts verstanden und hätte er es auch studiert.

Zu Punkt 3 sage ich übrigens nur dies: Eine Behauptung. Belege? Ich behaupte ebenfalls unbelegt einfach mal das Gegenteil… ist ja schließlich Meinungsfreiheit und so.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrisA
5 Jahre zuvor

@ChrisA

Astrein auf den Punkt gebracht.
Der gute Herr Krause hat von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen leider keinen blassen Schimmer und ersetzt die Realität einfach durch Ideologie.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Tobias Krause
5 Jahre zuvor

@Tobias Krause

Punkt 1: niemand zwingt Griechen, deutsche Autos und Maschinen zu kaufen.

Kann man so sehen, aber wer zwingt denn Deutsche dazu, mit ihrem Einkommen zu haushalten und billige Kleidung aus Fernost, ausländische Fahrzeuge oder gar günstigere Reimporte aus den Nachbarländern zu kaufen oder Dinge, die hier gar nicht produziert werden?

Punkt 2: die eigenen Importe können Länder mit Exportüberschüssen im Handel mit anderen Ländern als mit Deutschland finanzieren, statt mit Schulden.

Siehe Kommentar von Chris A

Punkt 3: die Schulden in den meisten entwickelten Ländern entstehen nicht durch Importfinanzierung für Lebensmittel, Medikamente oder gar später gewinnbringende Investitionsgüter, sondern größtenteils durch Konsumgüter

Meines Wissens gibt es in Griechenland keine nennenswerte Pharmaindustrie, aber reichlich Bedarf an Medikamenten.Und Investitionsgüter bringen nur dann Gewinn, wenn die damit hergestellten Produkte später auch am Markt plaziert werden können. Das funktioniert aber nur, wenn die Lohnstückkosten aller Marktteilnehmer in etwa gleich sind.

…..und bei öffentlichen Haushalten durch Wahlgeschenke, verpackt als soziale Wohltaten.

Die einzigen Wahlgeschenke der letzten Jahrzehnte, an die ich mich erinnern kann, waren Agenda 2010, Hartz4, Riesterrente, Deckelung des AG-Rentenbeitrags, Immense Steuersenkungen für Konzerne und große Vermögen, Deregulierung der Finanzmärkte mit der Folge der Bankenrettung durch die Bürger, Mehrwertsteuererhöhung, Privatisierungen und jede Menge Möglichkeiten zur Steueroptimierung sowie Ignorieren der Steuerflucht.
Wer das als „soziale Wohltaten“ bezeichnet, leidet definitiv unter Realitätsverlust.

wschira
wschira
Reply to  Tobias Krause
5 Jahre zuvor

Das ist ehrlich gesagt dummes Zeug. Die erste Reise der neugewählten Bundeskanzlerin nach Griechenland war in Begleitung einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation. Die Griechen wollten nämlich neu verhandeln über Verträge insbesondere von Rüstungsgütern. Diese standen und stehen im grotesken Missverhältnis zur militärischen und politischen Bedeutung Griechenlands. Mit anderen Worten, die Griechen wollten raus aus manchen der Rüstungsverträge. Die Kanzlerin hat wesentlich dazu beigetragen, den Griechen dieses „dumme“ Verlangen auszureden.

salvo
salvo
5 Jahre zuvor

btw.. mir kam soeben eine Idee, mit der man sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe, wie man so sagt, ‚erschlagen‘ könnte. Die deutschen könnten einerseits ihren psychopathischen ‚Exportweltmeistertitel‘ auf ewig beibehalten, und die Welt , die ‚anderen‘ könnten sich von diesem Elend, diesem Wahnsinn, gewaltlos befreien, denn ohne Gewalt werden die deutschen sich von dieser Sucht nicht heilen lassen. Wir haben doch ein Sonnensystem, in welchem sich außer der sterbenden Erde noch andere Planaten befinden. In diesem Sonnensytsem befinden sich noch andere Planeten, auf denen es zwar sehr wahrscheinlich kein Leben gibt, zumindest kein ‚ökonomisch‘ relevantes, dh ausbeutbares, aus dem sich in Vollzug irdischer Freiheit Mehrwert herauspressen ließe, aber auf der anderen Seite leben wir doch im ‚postfaktischen‘ Zeitalter. Also, wir wäre es denn, wenn wir uns einfach mit Hilfe unserer ‚Qualitätsmedien‘ vorstellen, dass es zB auf dem Mars Leben gibt, virtuell zwar, aber was macht das schon. Wenn es unentwegt wiederholt und behauptet wird und alle Zweifler als Verschwörungstheoretiker diskreditiert werden, wird es schon geglaubt. Und diese marsische Leben entwickelt nun ein unerschöpfliches gigantisches Bedürfnis nach deutschen Autos, Maschinen und Panzer. Dann können sich die deutschen buchstäblich zu Tode exportieren. Den Binnenknsum noch weiter zurückfahren, zum Wohle des Exports. Sollen sie ihren Gürtel noch enger schnallen. Die Marsianer freut es, die verschulden sich endlos, und befriedigen ihrerseits den deutschen moralischen Sadismus durch immer härtere Austeritätsrunden. Von wegen Exportweltmeister. Wir werden Exportsonnensystemmeister. Und später greifen wir nach dem Exportuniversummeistertitel. Wer soll uns schon schlagen?

flurdab
flurdab
Reply to  salvo
5 Jahre zuvor

Gab es diesen Vorschlag nicht schon von der FIFA?
Blatter wollte doch galaktische Weltmeisterschaften ausrichten, und ich habe das nicht ernst genommen.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  salvo
5 Jahre zuvor

@salvo

Also, wir wäre es denn, wenn wir uns einfach mit Hilfe unserer ‚Qualitätsmedien‘ vorstellen, dass es zB auf dem Mars Leben gibt, virtuell zwar, aber was macht das schon.

Und diese marsische Leben entwickelt nun ein unerschöpfliches gigantisches Bedürfnis nach deutschen Autos, Maschinen und Panzer. Dann können sich die deutschen buchstäblich zu Tode exportieren.

Es wäre ganz klar eine Simulation um Verrückte glauben zu machen ihre Realität entspräche der Wirklichkeit. Wenn man ein wenig über diese Sache nachdenkt, kann man allerdings auch zum Schluss gelangen, dass wir uns schon lange von gemachten virtuellen Realitäten (z.B. einem sehr großen Teil des Finanz und Wirtschaftssystem=Herrschaftssystem) so manipuliert werden, dass wir sie für die Wirklichkeit halten, und meinen es wäre quasi so etwas wie eine Naturgesetzlichkeit.

Die Kunst ist es hinter diese VR zu schauen, ich glaube dann wären wir schon ein wenig weiter.

Beste Grüße

Dieser größere Zusammenhang von Erfahrung, diese wirkliche, empirische Welt ist heute noch die der Gaskammern und Konzentrationslager, von Hiroschima und Nagasaki, von amerikanischen Cadillacs und deutschen Mercedeswagen, die des Pentagon und des Kreml, nuklearer Städte und chinesischer Kommunen, von Kuba, von Gehirnwäsche und Massakern. Aber die wirkliche, empirische Welt ist zugleich die, in der diese Dinge als selbstverständlich hingenommen, vergessen oder verdrängt werden.

Herbert Marcuse

Lutz Lippke
Lutz Lippke
5 Jahre zuvor

Ich bin keineswegs Experte in gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen. Trotzdem ein paar Gedanken. Kapitalismus hat doch immer einen Ausbeutungsdrang. Dem steht als Notwendigkeit und gerade nicht als Nettigkeit oder Gefühlsduselei die „Kundenbindung“ gegenüber. Die lässt sich über 2 grundsätzliche Methoden herstellen, über 1. Gewalt und Alternativlosigkeit und 2. Legalisierung von Schuldverhältnissen. Für Beides braucht man Macht, physische und/oder argumentative Macht.
Deutschlands Wirtschaftsbosse sind nicht nur Exportweltmeister, sondern auch abhängig von den natürlichen Ressourcen der Kunden. Die einzig wesentliche innerdeutsche Ressource, menschliche Arbeitskraft, steht im Schnitt zur Genüge zur Verfügung und wird mit restriktiver Sozial- und Arbeitspolitik und den Globalisierungseffekten (Outsourcing, Migration) kontrolliert. Für die ausländischen Natur-Ressourcen muss die deutsche Wirtschaft mit Unterstützung der Außenpolitik genug Mächtigkeit durch seine Unentbehrlichkeit und Gläubigerstellung schaffen, um im gnadenlosen Wettbewerb um die zukünftig knapperen und teureren Ressourcen die Oberhand zu behalten. Wie sollte also bei einer solchen Strategie ein Interesse daran bestehen, z.B. Griechenland Waren zu einem fairen Preis abzukaufen und eine ausgeglichene Handelsbilanz anzustreben? Dass man die repressive Sozial- und Arbeitspolitik dorthin verlängert und maximal ausschöpft liegt doch voll im Bereich des Erwartbaren.
Wer nun denkt, dass die „kapitalistische Vernunft“ doch ein Maßhalten gebietet, hat sich offensichtlich so sehr in den Traum vom ganzjährigen rheinischen Karnevals-Kapitalismus verliebt, dass er das für das wahre „vernünftige“ Gesicht des Kapitals hält.
Aber vielleicht ist es eben mit dem Kapitalismus doch so, wie auch mit dem Zellwachstum. Zellwachstum ist lebensnotwendig. Die Radikalen haben dabei sicher auch ihre wichtige Funktion, z.B. für Zerfallsprozesse. Wenn aber das Gleichgewicht empfindlich gestört wird, weil Effizienz und selektive Optimierung überhand nehmen, dann durchzieht ein schnellwachsendes Krebsgeschwür den Organismus. An die Vernunft des Krebsgeschwürs zu appellieren, ist allenfalls ein psychologischer Trick zur Selbsttherapie. Das Krebsgeschwür hört zwar nicht zu, aber die eigenen Ängste werden vielleicht gedämpft. Das Zellwachstum in Teilbereichen zu stoppen, wird dann erstmal über die Zeit helfen (z.B. soziale Marktwirtschaft). Auf Dauer hilft aber nur ein gesundes Gleichgewicht als grundständige Lebens- und Denkweise.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Lutz Lippke
5 Jahre zuvor

Auf Dauer hilft aber nur ein gesundes Gleichgewicht als grundständige Lebens- und Denkweise.

Das nennt man auch ganz „Nachhaltigkeit“! und es könnte durchaus sein, dass diese auf die Dauer überlebenswichtige Eigenschaft konträr zum bestehenden Wirtschaft und Finanzsystem ist.

Kontext TV – Wachstum bis zum Kollaps

Beste Grüße

niki
niki
5 Jahre zuvor

Warum wird es nicht mal deutlich gesagt:
Wir sind die allergrößten Import-Defizit-Looser weltweit… An allerletzter Stelle!
Wer diesen Begriff „Import-Überschuss“ hochlobt, hat sie ganz simpel gesagt, ein erhebliches intellektuelles Defizit, oder derjenige persönlich (oder einer Gruppierung die die Person bezahlt) hat ein bestimmtes Interesse daran, dass die EU bzw. der Euro irgendwann richtig crasht…

Nicht falsch verstehen… Ich halte die EU in der Form wie sie jetzt existiert für ein antidemokratischen Moloch, woran Deutschland einen maßgeblichen Anteil an diesen Dreck hat, aber grundsätzlich ist die Idee eines gemeinsamen Europas erstrebenswert.
Aber man könnte es ja anders machen…

victa
victa
5 Jahre zuvor

Vornweg muss ich zugeben, dass ich eigentlich keine Ahnung habe. Trotzdem erlaube ich es mir die Situation folgendermaßen einzuschätzen:
Südlich der Alpen herrschte seit Menschengedenken ein vorteilhaftes Klima für Landwirtschaft. Was einst ein Vorteil war, wurde im Zuge der Industrialisierung bedeutungsloser. Theoretisch hätten die verschuldeten Südeuropäischen Staaten ihre Landwirtschaft zurückfahren und weitaus mehr Industrieprodukte herzustellen müssen. Was praktisch natürlich unsinnig wäre, da Europa auf Landwirtschaftliche Erzeugnisse angewiesen ist und es durchaus Sinnvoll ist sie verstärkt dort anzubauen wo die Voraussetzungen (Klima und Boden) dafür am besten sind. Ein großes, und nach wie vor ungelöstes Problem ist nach wie vor, dass „einfache“ Arbeit ökonomisch unterbewertet ist (Tendenz steigend). Das betrifft nicht nur die Arbeit auf dem Acker, sondern auch in Fabriken an Fließbändern. Deshalb ist ein Großteil davon ja auch outgesourced, weshalb ein Großteil der Bevölkerung hier die wahren Verhältnisse, die auf dieser Welt herrschen, bestenfalls erahnen können. Abgesehen von einer Minderheit die vor allem im nicht-outsourcbaren und nicht öffentlichen Dienstleistungsbereich tätig sind. Die großen Deutschen Industrieunternehmen sind zudem entweder halbe Staatsbetriebe oder stellen eben keine Fließbandware für die Verbrauchermassen her, sondern eher Spezialanfertigungen und Prototypen für staatliche oder unternehmerische Projekte größeren Ausmaßes.
Das lässt sich ein wenig mit den IT-Designerstudios in Kalifornien vergleichen, die letzendlich zu kostengünstigen aber mitunter Menschenverachtenden Bedingungen in Fernost produzieren lassen.
Wichtig ist zunächst die Frage: Welche Art deutscher Exporte sind es, die den anderen europäischen Staaten zu schaffen macht? Bzw. welchen Anteil haben beispielsweise:
– Dienstleistungen (z.B. Handwerk, Produktsupport, Webdienste, Software)
– Landwirtschaftl. Erzeugnisse
– Industrielle Massenware (z.B. Autos, Unterhaltungselektronik, Pharmagedöns, etc.)
– Industrielle Spezialanfertigungen (z.B. Rüstungsgüter, Industrie-Maschinen, etc.)
Dann wäre es interessant, welche Faktoren wo dazu führen, dass (zumindestens in Europa) kaum jemand mithalten kann:
– Lohndumping
– Subventionen
– historisch gewachsene Vorteile (zwei Weltkriege vom Zaun zu brechen hat der Industrie ja trotz Niederlagen nicht wirklich geschadet, in viel zu vielen Fällen ja nicht mal den Industriellen. Die deutsche Geschichte hat aber auch etwas weniger schändliche* Besonderheiten die sich nun temporär als volkswirtschaftlich vorteilhaft erweisen)
*dieses schändlich bezieht sich hier ganz eindeutig auf die beiden Weltkriege, vor allem den zweiten und in keiner Form an das Gedenken daran. Ich schreibe das nur, um mich von Leuten zu distanzieren die sich die zweite Lesart eindeutig offen halten. 😉

Soweit meine Einschätzung.
Leider ist es aufgrund der Einseitigkeit in der öffentlichen Debatte nicht möglich diese Dinge auch nur annähernd brauchbar einzuordnen. Im neoliberalen mitte-rechts-konsens (der in Deutschland bis tief hinein in wichtige Teile der Sozialdemokratie reicht) bis hin zum rechten Rand wird weiter die Geburtslüge der AfD gepredigt, vom faulen Südeuropäer der auf Kosten eines deutschen Steuerzahlers (den es so wie er dargestellt wird nicht einmal gibt) über seine Verhältnisse lebt und sich ein schönes Leben in der Sonne macht.

Heike
Heike
5 Jahre zuvor

Themenvorschlag für nächstn Artikel:

Warum stellt man den Bürgern, Bundes und Landesliegenschaften nicht für alternative
Wohn und Lebensräume zur Verfügung ? Der Bürger hat doch Kasernengelände, Munitionsdepots,
Marinehäfen usw. bezahlt. Warum verschleudert man Grund, Boden und Gebäude an
„Investoren“ die alles nur ausschlachten ?
Da könnten doch prima Kommunen auf Ökotestgeländen entstehen, mit allem dabei
von Schilfbeetabwasseranlage, Kompostklo, Windstrom und kleinbäuerlicher
Selbstversorgung.
Die sanktionsfreie Grundsicherung eines Existenzminimums könnte irgendwie
angerechnet werden.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Heike
5 Jahre zuvor

@Heike

Warum stellt man den Bürgern, Bundes und Landesliegenschaften nicht für alternative
Wohn und Lebensräume zur Verfügung ? Der Bürger hat doch Kasernengelände, Munitionsdepots,
Marinehäfen usw. bezahlt. Warum verschleudert man Grund, Boden und Gebäude an
„Investoren“ die alles nur ausschlachten ?

Dein Vorschlag ist durchaus sympathisch, aber die Entscheider sitzen nicht hier im Blog, sondern in Berlin.
Das wäre mal ein Thema für eine Wahlsendung, angesprochen von den Moderatoren, wenn die Kandidaten mit seichten Versprechungen auftreten.
Dazu gehört auch die Frage, warum zigtausende Wohnungen in Staatsbesitz privatisiert wurden, zu Lasten der Mieter.

Heike
Heike
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Bei Themenvorschlägen für Artikel geht es nicht um den Direktkontakt zu Entscheidern. Die Entscheider für und wider von Exportüberschüssen sitzen auch nicht in diesem Blog. Manchmal ist es hilfreich vor dem Tippen nachzudenken.

Heike
Heike
Reply to  Heike
5 Jahre zuvor

Der rote Faden des Themas ist Volkseigentum und das kaputte Verwertungsinteresse an der Ware Mensch in diesem verfickten Land.
Da kann man sich gut dran entlanghangeln. Alternative Kulturprojekte und Standorte. Alles geht mit Hardware die vorhanden und bereits bezahlt ist.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Heike
5 Jahre zuvor

@Heike

Ich behaupte ja nicht, daß dein Thema vrfehlt ist, aber der Verkauf von staatlichen Ligenschaften an private Investoren dürfte schon einigen zehntausend Betroffenen und ihrem Umfeld schmerzlich bewußt sein, schließlich haten sie die höheren Mieten zu tragen bzw. verloren ihre Bleibe.
M.M.n. ist das Problem zu geringen, bezahlbaren Wohnraums durchaus vielen Bürgern bewußt, was bei komplexeren Themen so nicht der Fall ist.
ich habe allerdings auch kein Problem damit, wenn die Blogbetreiber dieses Thema aufgreifen.

Manchmal ist es hilfreich vor dem Tippen nachzudenken.

Hältst du solche Aussagen für konstruktiv?

Heike
Heike
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Es geht nicht um Wohnungen sondern vielmehr um Keimzellen des Wandels. Um Freiräume und Testgelände. Um Maßnahmen gegen Vereinzelung und Isolierung. Es geht um Wderstand und Alternativen. Wenn du noch weiternervst, ist der Artikel fast fertig.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Heike
5 Jahre zuvor

qHeike

Viel Erfolg als Gastautor.

Heike
Heike
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Das ist heute nicht weniger aktuell als zu Zeiten der 68er Bewegung. Es geht nicht um Belange die aus der Mode kommen könnten.

Mach mal selbst und erzählt euch nicht jahrelang immer die selben Geschichten.

Es wird als bekannt vorausgesetzt das die Welt ungerecht ist .-)

ChrisA
ChrisA
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

@Robbespiere

Wenn ich raten müsste, ist Heike ex- Barbara, die tätig Widerstand leistet, indem sie/er mittlerweile mit Sechstnick dem Kommentariat auf den Kels geht.

Die Diktion ist jedenfalls identisch.

Heike
Heike
Reply to  ChrisA
5 Jahre zuvor

Frauenfeindliche Typen wie dich kennt man von draußen. Sie haben im Grunde nur Angst vor selbstbewussten Frauen und suchen eher etwas mütterliches um den Macker raushängen lassen zu dürfen ,-)

Lustig wenn solche Typen für ein „Kommetariat“ unaufgefordert sprechen das aus drei Leuten besteht. Das beweist nur ihre Beliebtheit ‚-)

Halt die Ohren steif ! Eines Tages sind die Pickel weg und auch auf deinen Topf passt ein mütterlicher Deckel !

ChrisA
ChrisA
Reply to  Heike
5 Jahre zuvor

Na, da wird die Vermutung erstaunlich schnell erhärtet.

Wieso wechselst du dauernd den Nick? Nicht so weit her mit dem Selbstbewusstsein. Aber jeder, wie er kann…

Heike
Heike
Reply to  ChrisA
5 Jahre zuvor

Ich wechsele keine Nicks, und wenn wäre das mein Privatleben. Ich möchte mich nicht mit dir treffen und abgeben.
Du blätterst doch genug bei Tinder. Nur Geduld ,-)

The Joker
The Joker
Reply to  Heike
5 Jahre zuvor

Wenn schon Nicks, dann Stevie.
https://www.youtube.com/watch?v=S3DhXcQepbY

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  The Joker
5 Jahre zuvor

@The Joker

Stevie Nicks und Fleetwood Mac, zeitlos und unnachahmlich.

flurdab
flurdab
5 Jahre zuvor

Gestern strahlte Phönix eine Sendung „Unter den Linden“ aus.
Thema: „Exportweltmeister Deutschland – Riskanter Ritt auf der Erfolgswelle?“
http://tinyurl.com/z5ccr85
Zu Gast waren Bernd Riexinger (Bundesvorsitzender Die Linke) und Carsten Linnemann (MdB CDU, Vorsitzender der CDU/CSU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung).

Riexinger argumentierte gewohnt und Linientreu, und sprach bestehende Probleme und deren Lösung an.
Linnemann übte sich in Eröffnung von Nebenschauplätzen.
Am schönsten fand ich seine „Klassikeraussage“, das der Staat kein Einnahmeproblem sondern ein Ausgabenproblem habe. Ob dem Mann aufgefallen ist das seine Parteivorsitzende das Fass für Staatsausgaben mit dem Ausstieg aus der Atomkraft über Nacht vergrößert hat, oder ihre „Flüchtlings- Lösung“ mal eben zu ca. 50 Mrd. € Mehrausgaben pro Jahr geführt hat?
Leider hat Riexinger diese Steilvorlagen an sich vorbei gehen lassen.
Zum Ende hin bekam ich richtig Mitleid mit Linnemann, es muss schwer sein in der Opposition zu sein, obwohl man doch die Regierung stellt.
Und damit sind wir bei genau dem selben Puppenspiel wie bei der SPD.
Die haben alle rein gar nichts mit der Regierungspolitik zu tun!

Das ist das neue Narrativ der Regierungsparteien.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  flurdab
5 Jahre zuvor

Wenn die Linke (Partei) den Weg der Sozen beschreiten sollte, nämlich sich von anderen deren politische „Frames“ aufs Auge drücken zu lassen, hat die Linke (politische Richtung) endgültig „fertig“ hier in diesem auch zu schönen Teutschland, wo der Niedergang benachbarter Volkswirtschaften als „Riskanter Ritt auf der Erfolgswelle?“ tituliert wird.

Beste Grüße

P.S.: Es ist destruktiv aber manchmal hoffe ich darauf, dass Fonkreisch und Italien zusammen dem tollen Exportweltmeister zeigen wo politisch der Hammer hängt, alleine schon um die Arroganz unserer Vorturner zu würdigen.

Woody
Woody
5 Jahre zuvor

Diplom-Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Bernd-Thomas Ramb hatte eine »Wahrscheinlichkeitskurve« für eine Währungsreform entworfen, die auf der demografischen Entwicklung Deutschlands basiert. Demnach würde eine solche im Jahr 2017 50 Prozent Wahrscheinlichkeit erreichen. Und 2018 wäre diese größer, als dass sie nicht käme.

Inzwischen wird der Crash der europäischen Einheitswährung nicht mehr unter vorgehaltener Hand diskutiert. Auch wenn es immer noch »EU-Gutmenschen« wie EZB-Chef Draghi gibt, der postuliert, die Märkte hätten »volles Vertrauen, dass der Euro eine starke und stabile Währung« bleibe.

Albert
Albert
5 Jahre zuvor

Scheiß auf den ökoligischen, moralischen Fußabdruck, wir werden schon die passenden Schuhe dafür finden um weiter zu konsumieren…….