… leise Servus

Knapp zehn Jahre ist es her, da bin ich erstmalig aus der Linkspartei ausgetreten. Nach späteren Wiedereintritt überlege ich nun erneut, das Parteibuch abzugeben. Damals war mir die Partei noch zu realpolitisch – heute finde ich, haben zu viele Hipsterfundis zu viele Hipsterwörtchen mitzureden.

Weil ich in der Linkspartei »keinen Anti-Kapitalismus, sondern [nur] ein noch latentes Arrangement mit ebendiesem« erkannte, trat ich im November 2008 aus dieser aus. Weil man sich nur für »sanft-soziale Veränderungen« ausspreche, nicht für den ganz großen Wurf, musste ich seinerzeit diesen Schritt wagen. Mit der »mangelnden Realisierbarkeit [brauchte mir ja keiner] argumentieren«, stellte ich gleich von vornherein klar. Es ginge nämlich radikaler, wenn man bloß wollte. Die Linkspartei wolle halt nur nicht. In dieser Partei der Linken glaubte ich den »Überbau ökonomischer Verhältnisse [zu] erkennen«, dabei gelte es doch »das Parteiensystem zu überwinden, [denn] ihm gehört nicht die Ewigkeit«. Jede Partei sei letztlich nicht anderes als der »Überbau wirtschaftlicher Mißverhältnisse […], [die] dem Ausbeutungsverhältnissen einen Anstrich von Legitimität« erteile. Außerparlamentarismus sei die Zukunft. Es sei ferner überhaupt nur eine Frage der Zeit, »wann die zeitgenössischen vaterlandslosen Gesellen ihren Kriegskrediten zuzustimmen haben.«

Wow! So habe ich meinen Austritt seinerzeit mehr oder weniger begründet. Noch andere tolle Floskeln habe ich damals verwendet, ich war ja richtig in Fahrt. »Selbstzweck der Bewegung«, »parteiimmanente Hierarchie [in der ich] lediglich ein Abbild gesamtgesellschaftlicher Hierarchien [erkannte]« oder aber – aufgemerkt jetzt kommt ein Klopper hübschen Sprachzierats: »Straße ist das wahre Forum des Citoyen«. Na – ist das nichts? Ist das nicht mal ein Kleinod an dramatischer Sprachwahl für eine ganz ordinäre Entscheidung des Alltags? Für eine Kündigung?

Das Wort »Realpolitik« kam gar nicht vor. Dabei war es genau das, was ich der Linkspartei vorwarf und was mich aus der Partei trieb. Heute, nachdem ich vor einigen Jahren wieder in die Partei eintrat, überlege ich wieder, ob ich austreten sollte. Diesmal nicht aus dem gegenteiligen Grund: Da sind mir zu viele fundamentalistische Hipster am Werk, die mit ihrem Ideologiegewichse nichts, aber auch gar nichts dazu beitragen, auf einem realpolitisch gangbaren Weg die Verhältnisse zu ändern. Wagt sich jemand an die Alltagssorgen, so wie Wagenknecht, so wie ihr Herr Gemahl, dann ist das Geschrei riesig und die Befindlichkeitslinken mit rot gefärbten Haaren und seichter Detailkenntnis legen los und wollen den Laden reinigen. Immer schön am Sorgenpotenzial der Menschen vorbei, ganz dicht am Idealismus, den man dann denen als Haltung aufs Brot schmiert, die ökonomisch ins Hintertreffen geraten sind.

Na klar, ich habe mich verändert, bin ja auch zehn Jahre älter geworden, habe mehr erlebt, wechselte meinen Lebensmittelpunkt. Das kann man niemanden vorwerfen. Man kann aber der Linkspartei vorwerfen, dass sie auf dem Weg ist, keine Partei für Menschen sein zu wollen, die etwas mehr Lebenserfahrung gesammelt haben. Sie transformiert gerade zu einer Veranstaltung für juvenilen Hipsterintellektualismus, weil das der bequemere Weg zu sein scheint. Anti-Realpolitik kann man sich auf Dauer allerdings nicht (mehr) leisten. Sie war vor zehn Jahren, als ich der Linkspartei mehr Fundamentalismus wünschte, schon blanker Unfug und Zeitvergeudung.

Ich klang gut damals, so richtig wie ein Durchblicker, der ganz auf linker Linie ist, ein bisschen tadellos und mit dem sauberen Wasser der Lehre gewaschen. Kann man machen. Aber politisch sinnvoll ist diese Haltung nicht. Sie ist Apolitik, die das Gegenteil von sich behauptet. Diesen Vorwurf mache ich mancher Genossin, manchem Genossen heute. Sie nisten sich in jener linken Lebenslüge ein, bestimmte Sachfragen einfach ignorieren zu können, weil es nicht in die eigene Vorstellung passt. Aber mit Willkommensrufen alleine lässt sich nicht verantwortlich Politik machen. Wenn man das innerhalb der Linkspartei nicht sagen kann, ohne gleich in die rechte Ecke gerückt zu werden, hat sie ein grundsätzliches Problem. Ein Debatten- und somit Demokratieproblem.

Sollte ich wirklich austreten wollen, was ich momentan nicht so genau weiß, ich schreibe viel, wenn der Tag lang ist – aber falls ich es doch wollte, so schreibe ich nur einen Zweizeiler. Ohne viel hochtrabenden Firlefanz. Man kann ja auch in Alltagssprache ausdrücken, wie die Dinge stehen. Das wünsche ich auch meinen Linken.

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77 Kommentare auf "… leise Servus"

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Irmgard
Gast

Die Bürger wollen Politiker, die Visionen und eine neue Weltordnungen für denkbar halten.
Nun sind alle Politiker mit Visionen, auf Anraten Helmut Schmidts, zum Arzt gegangen und
nicht mehr wiedergekommen.
Das ist parteiübergreifend der desolate Stand der Dinge. Die Linke ist nicht ideenloser und
uninspirierter als andere. Sie ist verdächtiger, weil sie mehr als andere versprochen hat…
….aber sonst ?!

Imago
Gast
@ Irmgard: Ich kann das was Du sagst (und auch all das, was Roberto oben schrieb) nur bekräftigen; – stromlinienförmiges Denken bestimmt immer mehr den Zeit-„Geist“ und die Kraft gegen den Strom zu schwimmen und eigenständig zu denken gerät (derzeit!!!) immer mehr ins Hintertreffen. – Aber, noch ist nicht – „aller Tage Abend“ …!!! Nun an Dich Irmgard direkt (wegen Deinem so entschiedenen Eintreten für mich gestern): Du hast gestern ganz gewiß in bester Absicht so starke Worte für mich gesprochen, daher also zuerst nochmals – ein Dankeschön dafür! – Aber, hast Du auch bedacht, in welche Lage ich dadurch… Read more »
Imago
Gast

Die Zeit bzw. der Zeitgeist scheint mir einfach noch nicht reif genug zu sein für wirkliche grundlegende Veränderungen (Verbesserungen). Das mag uns dann gewiß oft auch sehr mühsam erscheinen, aber ich mache (da ich oft auch ganz bewußt mit vielen sogenannten einfachen Leuten aus dem Volk rede) – immer wieder auch die Erfahrung, das sich gerade auch unter diesen Leuten jetzt schon – eine ganz schöne Menge an kritischem Denken in den Köpfen sammelt. Es gibt also – zumindest aus meiner Sicht – durchaus berechtigten Anlaß zur Hoffnung!

Robbespiere
Mitglied
@Imago Die Zeit bzw. der Zeitgeist scheint mir einfach noch nicht reif genug zu sein für wirkliche grundlegende Veränderungen (Verbesserungen). Wann wird die Zeit reif sein? Das darwinistisch-kapitalistische Denken hat sich tief in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens eingefressen, wie Schimmel in altes Brot. Die Lobby der Mehrheit der Bürger wurde von der neoliberalen Oberklasse scheinbar komplett okkupiert und jede Regung, die daran zu rütteln droht, wird im Keim erstickt oder verunglimpft. Der Sicherheitsbereich ( Geheimdienste, Polizei, Staatsanwaltschaft, Richter und das Militär ) ist längst auf die Bedürfnisse und den Erhalt dieser Klasse ausgerichtet und die Medien enbedded. Krieg ist… Read more »
Imago
Gast
@ Robbespiere: Alles richtig, was Du oben sagst, und deswegen meine ich, daß es unser Ziel sein muß dafür zu sorgen, daß das für einen wirklichen Wandel notwendige Bewußtsein erst noch bei bedeutend mehr Mitmenschen in der richtigen Weise geweckt wird. Die Voraussetzungen dafür scheinen mir gar nicht so schlecht zu sein, denn ich beobachte bei meinen vielen Gesprächen mit den wie es heißt „ganz normalen Leuten“ immer wieder, daß da schon eine ganz schöne Menge an Erkenntnis da ist, nur die insgesamt richtigen Schlüsse daraus werden vielfach noch nicht gezogen. Einige weitere Puzzlesteine an Erkenntnis und Wissen müssen also… Read more »
Irmgard
Gast

Die Zeit bzw. der Zeitgeist scheint mir einfach noch nicht reif genug zu sein für wirkliche grundlegende Veränderungen (Verbesserungen).

Es wird nichts mehr von alleine gut. Die Zeit ist überreif.

Thrombo
Gast

Nein, die Zeit ist vorbei. Wir haben alle die letzten drei Jahrzehnte zuviel gelabert und zu wenig getan. Jetzt können wir nur noch zugucken was passiert. Game over!

Heldentasse
Mitglied
@Thrombo Das ist auch meine Meinung, oder wie es Dirk C. Fleck so schön ausdrückte „Der Drops ist gelutscht!“*. Trotzdem ist nur zuschauen m.E. keine allzu gute Alternative, politisch geht immer was um Mensch und Natur Leiden zu ersparen! Beste Grüße * Ganz eklatant ist es mir in den letzten Tagen aufgefallen, an dem Beispiel, wie diese relativ unwichtigen „Jamaika“ Verhandlungen im Vordergrund standen und immer noch stehen, und dieses exorbitante Insektensterben (was nun wirklich ein Indikator dafür ist, dass z.Z. unser natürlicher Lebensraum umkippt) mal kurz in den Medien aufkam und dann sofort wieder verschwand. Wir sind also die,… Read more »
Pentimento
Gast

Und immer noch streiten sie, ob Glyphosat krebserregend ist, und ob sie die Zulassung um 10 oder nur 2 Jahre velängern wollen. Was machen eigentlich die Grünen???

Big Pharma betreibt letztlich nichts anderes, als Völkermord.

Es ginge auch anders:

Pentimento
Gast

Dennis82
Mitglied
Toller Trost, die Zeit sei noch nicht reif. Wahnsinn…! Ommmmm. Ommmmm. Ommmmm. aber ich mache (da ich oft auch ganz bewußt mit vielen sogenannten einfachen Leuten aus dem Volk rede) – immer wieder auch die Erfahrung, das sich gerade auch unter diesen Leuten jetzt schon – eine ganz schöne Menge an kritischem Denken in den Köpfen sammelt. Kritisch ist höchstens der Geisteszustand der Masse und der „einfachen Leute“. Wo bitte trefft ihr diese Leute, die angeblich „kritisch denken“? Wer bitte hat denn kürzlich bitte mit wieder 90 % durchweg neoliberale Parteien angekreuzt…? Vor lauter Angst vorm Flüchtling noch sowas wie… Read more »
Imago
Gast

@ Dennis82: Wss ich oben sagte, war – keineswegs – als Trost gemeint, sondern vielmehr als Appell (leider) noch etwas mehr Geduld zu zeigen! Unser Unterdrückungssystem ist über Jahrtausende hinweg zu seiner heutigen Perfektion herangewachsen, die Demokratie dagegen im Vergleich noch sehr sehr jung; aber Du scheinst offenbar in ganz kurzer Zeit schon Wunder zu erwarten. – Wenn Du die vielen derzeit so verkorksten „Dinge“ der nur aus solch‘ emotiongeladener Perspektive betrachtest, wirst Du Dir nur selbst noch zusätzlich vielen unnötigen Ärger einbrocken, und das dann womöglich – ohne dadurch irgend etwas Entscheidendes an der Situation zu ändern!

Imago
Gast

@ Dennis82 (Textkorrektur): Was ich oben sagte, war – keineswegs – als Trost gemeint, sondern vielmehr als Appell (leider) noch etwas mehr Geduld zu zeigen! Unser Unterdrückungssystem ist über Jahrtausende hinweg zu seiner heutigen Perfektion herangewachsen, die Demokratie dagegen im Vergleich noch sehr sehr jung; aber Du scheinst offenbar in ganz kurzer Zeit schon Wunder zu erwarten. – Wenn Du die vielen derzeit so verkorksten „Dinge“ nur aus solch‘ vorwiegend emotiongeladener Perspektive betrachtest, wirst Du Dir nur selbst noch zusätzlich vielen unnötigen Ärger einbrocken, und das dann womöglich – ohne dadurch irgend etwas Entscheidendes an der Situation zu ändern!

Robbespiere
Mitglied

@Imago

Naja, den Frust von Dennis 82 kann man aber auch gut verstehen.
Der neoliberale Kurs existiert mindestens seit der „geistig moralischen Wende“ von Kohl/Lambsdorf 1982 und gewinnt stetig mehr an Fahrt.
In Anbetracht unserer kurzen Lebensspanne ist das eine verdammt lange Ära, ohne dass ein Silberstreif am Horizont wirklich sichtbar wäre.
Dass Einem da im Bewußtsein der Realität ( die die Mehrheit schlicht ausblendet ) irgendwann der Geduldsfaden reißt, ist verständlich.
Das Ergebnis der BTW macht doch Jedem, der einigermaßen Herr seines Verstandes ist, doch eindeutig klar, dass wieder vier wertvolle Jahre verschenkt wurden.

Imago
Gast
@ Robbespiere: – Fast alles was Du da oben sagst ist richtig und ich kann den Ärger von Dennis daher auch selbst sehr gut verstehen (denn auch ich ärgere mich immer wieder ganz „schön“ über unsere gegenwärtig noch immer so miserable Situation). Einen „Silberstreif Hoffnung“, ja – sogar noch deutlich mehr an positiven Möglichkeiten (!!!) sehe ich jedoch schon, denn ich beobachte schon seit einiger Zeit, daß immer mehr Menschen (darunter erfreulicherweise eben auch viele sogenannte „Normalbürger“) anfangen, sich – immer mehr bewußt werdend durchaus schon recht zutreffende Gedanken um unsere gesamte Gesellschaftssituation zu machen und daher wende ich mich… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Imago aber ich finde, es gibt insgesamt noch immer viel zu zuviel (zumindest zeitweise lähmende) Schwarzmalerei in unseren Reihen, das muß und sollte so eigentlich schon längst nicht mehr sein! leider ist schwarz die vorherrschende Farbe, seit Merkel regiert und die SPD ( als zweite Volkspartei ) sich mit ihr im Geiste verbrüdert hat. Da ist Schwarzseherei keine Kunst. Mein Optimismus hält sich auch in Grenzen, denn in meinem Umfeld sehe ich eher wenig Bewußtseinserweiterung hinsichtlich der Schieflage in der Politik. Da findet eher eine hoffnungsvolle Zuwendung zur AFD statt, als vermeindlicher Retter der Nation, anstatt sich mit der Argumentation… Read more »
Anton
Gast

Wer fordert, dass nicht abgeschoben werden darf, der steht leider nicht auf der Seite der prekarisierten Europäer!Die Bürger treffen ihre Wahlentscheidung selbst

wschira
Mitglied

Sind Sie jetzt endgültig bei der AfD gelandet? Aber hier kommt nur wieder der Spruch von Willy Brandt zum Tragen: „Da wächst zusammen, was zusammen gehört.“

Anton
Gast

Der Willy war kein Freund der Nicht-EU-Masseneinwanderung. Da liegen genug Zitate vor! Abschiebungen sind ein normaler Teil des Ausländerrechts, da geht es nicht um links-rechts, sondern um den Vollzug der geltenden Gesetze!

Anton
Gast
Dennis82: Die Wahl unterliegt der freien Entscheidung des freien Bürgers. da helfen auch bösartige Angriffe auf den normalen dt. Bürger nichts! Moralische Überheblichkeit und Besserwisserei helfen nicht weiter. Überzeugt die Bürger, dies wird aber nicht gelingen, wenn der Bürgerschreck als Wahlhelfer dienen soll, offene Grenzen für jedePerson, wo lebt die Linkspartei, auch als Fernziel peinlich! Du bist Deutschen-Europäer feindlich , was die angebliche Fremdenfeindlichkeit der Deutschen moralisch weit unterbietet Wer behauptet, Deutsche seien privilegierter als Flüchtlinge, Beamte aber nicht gegenüber Arbeitern, der sollte sich sicher Moralgroßgejaule schenken! Nicht vergessen, ich hasse Beamte nicht, Du aber die deutsche/europäische Mehrheit!!Die Linkspartei ist… Read more »
Albert
Gast

Die Zeit fürVisionen ist sowieso vorbei, da uns die geschundene Erde das Handeln aufzwingen wird, aber wie oft genug erlebt, wird das Thema kaputtgeschwafelt.
Hinzu kommt, dass bisher JEDE Partei die nach oben gekommen ist, vom Kapital assimiliert wurde – die Grünen sind das beste Beispiel.
Nur die Anarchie kann etwas ändern – siehe auch die hervorragende ARTE Dokumentatio „Kein Gott, Kein Herr“

ChrissieR
Mitglied
Moin, also ich fühle mich nur noch ausgemerkelt und auch der neue französische Sonnenkönig geht mir tierisch auf die Macron ! Nun gehe ich ja sehr bald in meine Minirente und hatte schon mal darüber nachgedacht, mich dann politisch zu engagieren, was ja im Schichtdienst eher weniger gut ging. Mit meinen politischen Ansichten, die sehr nah bei denen von Frau Wagenknecht liegen, würde ich aber wohl in der sogenannten „Realpolitik“ bestenfalls Plakate kleben oder Broschüren verteilen dürfen, freilich erst nach Anlegen eines parteieigenen Maulkorbs. Nein, ich halte die Mehrheit der Menschen, den sogenannten „Mainstream“ für zu träge, zu manipulierbar und… Read more »
Imago
Gast
@ ChrissieR: Deine Hoffnung ist nicht „schon gestorben“; sie lebt und das beste Zeichen dafür ist allein schon, daß Du hier schreibst, Dich somit immer noch an der Diskussion mit Menschen beteiligst und Deine Werte dabei noch immer hochhältst. – Freilich sieht es gerade in vielen Bereichen derzeit nicht gut, ja inzwischen sogar ausgesrochen mies aus, aber gibt es nicht z. B. uns hier (und auch viele andere Gruppierungen in der Welt) die sich über all den Schwachsinn in der Welt Gedanken machen und auch nach Lösungen suchen. Ich wiederhole, was ich weiter oben heute schon einmal geschrieben habe: „Noch… Read more »
ChrissieR
Mitglied

@Imago: Stimmt schon…vielleicht bin ich einfach nur müde… so wie Hannes Wader in seinem Lied: „Unterwegs nach Süden“….

allons foutre le bordel au système!!

Christine

Heldentasse
Mitglied

@ChrissieR

Menschen sind aber auch Kreaturen um die man sich mit Freude kümmern kann!

Lasse Dich bitte nicht verbittern!

Beste Grüße

Brian de Bois-Guilbert
Gast

Ich werde wohl nie verstehen, was ein insgeheim bekennender SPD-Fanboy wie der Verfasser dieses höchst überflüssigen Artikels in der Partei DIE LINKE. sucht. Ich lese hier seit geraumer Zeit schon mit, aber eine glaubwürdige linke Position habe ich von diesem Autor noch nie wahrgenommen. Immer und immer wieder wurde hier höchst sehnsuchtsvoll der verblichenen Tante SPD nachgetrauert, statt konstruktiv die Ziele der einzigen Partei, die noch auf dem Boden des Grundgesetzes steht, zu verteidigen oder FÜR sie zu sprechen.
Solche Pseudolinken braucht es in dieser Partei nicht und niemand wird dir eine Träne nachweinen. Farewell !

Marc
Gast

@Brian de Bois-Guilbert

Es gab ja mal Zeiten da war die SPD für kuze Zeit wie die Linke heute. Und der Wunsch das die SPD wieder so wird ist ja durchaus legitim. Denn an einer Sache kommt man nicht dran vorbei bei logischer und realitätsnaher Betrachtung. Echte linker Mehrheiten sind mit einer SPD deutlich einfacher zu realisieren als ohne. Wobei ich persönlich nicht daran glaube das das so kommen wird. Einen Corbyn oder Melanchon gibt es nun mal bei der SPD nicht und die fehlende Basisdemokratie würde das auch unmöglich machen.

Irmgard
Gast

Einen Corbyn oder Melanchon gibt es nun mal bei der SPD nicht

Doch, die SPD ist voller Melanome….äh….Melanchone !

Heldentasse
Mitglied

Echte linker Mehrheiten sind mit einer SPD deutlich einfacher zu realisieren als ohne.

Streiche „linke(r)“ und setze „neoliberal“! Und verweise aus die aktuellen „Jamaika“ Verhandlungen, wo sich die Neoliberalen der anderen Parteien sich zur Zeit noch etwas Schwertun.

Ich denke wenn die sPd und die Schwarzen am Verhandlungstisch säße, wäre Frau Merkel schon lange mit Herrn Schulz an der Leine Gassi gegangen.

Beste Grüße

Dennis82
Mitglied
Es gab ja mal Zeiten da war die SPD für kuze Zeit wie die Linke heute. Und der Wunsch das die SPD wieder so wird ist ja durchaus legitim. Es gab mal Zeiten, da war selbst die Union um Welten linker als die heutige Linke. Was sagt uns dies bzgl. des heutigen politischen Rechts-Links-Schemas…? Das ist daher halt: Nekrophilie! Etwas, was mir partout nicht in den Schädel geht: In diesem Land gibt es offenkundig deutlich mehr Leute, die der (immer noch, trotz allem…) SPD zutrauen, („wieder“) eine „linke“ Partei zu werden, als bereit sind, die einzige wahre Linke Partei zu… Read more »
Anton
Gast

Dennis: Egoistsich ist bestimmt der Arbeitslose , Rentner, kleine Man von der Straße, Miniunternehmer usw. Beamte, gerade die Super-Hoheitstraäger in der Sozialverwaltung sind da ja ganz anders, die teilen, lieben, gönnen, erfreuen sich am Wohle der kleinen Leute!!

Robbespiere
Mitglied

Bot, bot, bot, das Kunsthuhn scharrt.

Anton
Gast

Niederlage in Niedersachsen begriffen?

Brian de Bois-Guilbert
Gast

Niederlage in Niedersachsen begriffen?

Wovon faselst du ? Von 3.1 auf 4.6 ist also eine Niederlage…?
du Komiker…

wschira
Mitglied

Der ist kein Komiker, ich jedenfalls kann nicht über ihn lachen.

Anton
Gast

Naja, die AFD stürmt die Parlamente, die LInke kommt im Westen nur bedingt in Schwung!

Dirtbag Left
Gast

Solche Pseudolinken braucht es in dieser Partei nicht

Och, davon gibt es in dieser Partei schon jede Menge. Da haben so Einige, Klassenkampf gegen Kulturkampf und Entspannungspolitik, gegen Gender- und politische Korrektheit eingetauscht. Und damit ihren Frieden mit dem Neoliberalismus gemacht, Hauptsache vegan 😉

Irmgard
Gast

Die Partei „Die Linke“ hat sich doch der SPD ähnlich gemacht, Schwitzig.
Es war doch nicht andersrum. Die Linke wollte sich koalitionsfähgig
zeigen, hat aus Rücksicht auf die Grünen keine deutlichen sozial-ökologischen
Positionen herausgekehrt und wollte das linke Korrektiv der SPD sein.
Da sind nicht nur dem Robert die Kategorien verschwommen. Die
Bremse kam rechtzeitig vom Wagenknecht-Lafo-Flügel, denn eigentlich
wollte die SPD die Linke mit ins Verderben reißen. Man muss die
Partei „Die Linke“ jetzt nicht linker machen als sie sich gezeigt hat.

aquadraht
Mitglied
Nun ja, Dein höchst überflüssiger Kommentar ist im besten Falle linkes (unter Umständen aber nicht einmal, sondern nur mittelständisches) Sektierertum. Auch wenn ich Robertos Fehleinschätzungen und Illusionen bezüglich der SPD gleichfalls missbillige und kritisiere, Und die Linke ist nun einmal zu mindestens einem Teil eine sozialdemokratische Partei, nicht nur aus der lange zurückliegenden und überwiegend eher nicht freiwilligen Vereinigung von SPD und KPD in der DDR, sondern auch mit der durchaus freiwilligen Vereinigung von WASD und PDS. Bereits die SED/PDS hatte bei ihrer Umkonstituierung die Aufnahme nicht nur linkssozialistischer, sondern auch sozialreformerischer und sozialdemokratischer Strömungen im Visier, die in der… Read more »
Irmgard
Gast

Ich halte es für legitim, auch auf dem Wege
von Reformen die Lage der Arbeiterklasse verbessern
und diese mobilisieren zu wollen.

Eine Arbeiterklasse gibt es nicht mehr.
Man sollte sich mit Schelskys „Nivellierter Mittelstandsgesellschaft“
abfinden. Eine Klasse der sich kaum jemand zugehörig fühlt, kann
nicht mobiliert werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nivellierte_Mittelstandsgesellschaft

aquadraht
Mitglied

Das ist Blödsinn. Selbst der Wikipedia-Artikel widerspricht Schelskys empirisch extrem schwach untermauerter Vorstellung. Dass sich Arbeiter nicht mehr als Arbeiter vorkommen, ist auch Unfug. Man kann das auch in Grossbritannien beobachten, wo es eine emphatische Reaktion darauf gibt, dass Labour die Arbeiterklasse wieder wahrnimmt. Allerdings sind Bindung an und Bezug zu linken Bewegungen und Parteien immer mehr verloren gegangen, vor allem in Deutschland. Das liegt aber nicht einseitig an den Arbeitern und Angestellten.

Folkher Braun
Mitglied
Nicht zu vergessen: der diskrete Charme der bundesdeutschen Bourgeoisie. Dazu gehören das KPD-Verbot, das Ausschaffen von Viktor Agartz und Theo Pirker durch den DGB, der Radikalenerlass und die Demontage der DDR durch Frau Dr. Breuel und Co.. Zusätzlich diskreditierte der DGB das Genossenschafts-Modell höchstselbst, siehe Neue Heimat, Coop und die Versicherung, deren Namen ich vergessen habe. Uns fehlt daher eine über Generationen vermittelte linke Tradition. Man sieht es an den „68“, die sich statt mit der Wirklichkeit mit der Gründung von Studentenparteien beschäftigt haben und bestenfalls als Wurmfortsatz bei den Grünen gelandet sind. Dann haben wir noch die linksintellektuellen Einzelkämpfer,… Read more »
Irmgard
Gast

Schelsky meint eine weitgehend egalisierte Gesellschaft in der Teilhabe und sozialer
Aufstieg möglich sind. Diese Wahrnehmung des Möglichen hat die Nachkriegsgeneration
und deren Kinder geprägt. Das dies heute nicht mehr so ist, macht aus den
Verlieren dieser Gesellschaft keine Arbeiterklasse im marxschen Sinne. Das
Zugehörigkeitsgefühl der „Abgehängten“ ist ein bürgerliches, das der verlorenen
Möglichkeiten und „vergebenen“ Chancen. Deshalb kommt die Revolution von
bürgerlich-rechts und nicht von links. Die Arbeiterklasse ist passè. Das war sie
bereits bei den Neomarxisten. Wenn die Linke weiterhin die ollen Kamellen
einer angeblich existenten Klassengesellschaft aufkocht, bekommt sie kein
Bein mehr auf den Boden.

aquadraht
Mitglied
Schelsky hat grossenteils empirisch nicht untermauerten ideologischen Blödsinn verzapft. Popitz et alii haben nachgewiesen, dass das Gesellschaftsbild der Arbeiter ein dichotomisches ist, mit Oben und Unten, worin sie sich über ihre Stellung auch in der Gesellschaft des „Wirtschaftswunders“ keine Illusionen machten. Angestellte und Beamte hatten demgegenüber eher ein hierarchisches Gesellschaftsbild, in dem sie sich „in der Mitte“, möglichst hoch, einstuften. Die Realität der neoliberalen Gesellschaft hat dem einige Nasenstüber verpasst. Was in der Tat fehlt im Vergleich zur Zeit vor den achziger Jahren ist die in Grossbetrieben zusammengefasste, in der Regel gewerkschaftlich straff organisierte Arbeiterschaft, die in Frankreich und Italien… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Irmgard Eine Arbeiterklasse gibt es nicht mehr. Diese Aussage halte ich für falsch. Überall da, wo produziert wird, gibt es auch noch Arbeiter, trotz Teil-Automatisierung. Was es so nicht mehr gibt, sind die Organisationen (Arbeiterpartei, Gewerkschaften), welche ihr Rückgrat bilden, ihre Interessen mit Macht vertreten und ihre Würde als Klasse erhalten. Diese Organisationen (SPD, DGB) haben sich vom Establishment quasi kaufen lassen und damit der Arbeiterklasse den Boden entzogen. Diesem Establishment ist natürlich daran gerlegen, das Klassenbewußtsein und damit die Solidarität gerade der Arbeiterschaft zu zerstören, um dadurch den Gegenpol zu ihrem Machtwahn auszuschalten. Dazu dient natürlich auch das über… Read more »
Irmgard
Gast
Das Arbeiter noch immer arbeiten ist ein offenes Geheimnis, Robbes. Dem Mann oder der Frau an der Maschine zwingt diese Tatsache aber noch lang kein Klassenbewusstsein auf, auch wenn viele Linke großzügig die Arbeiterschublade bereithalten. Ihr beiden könnten gern nen Film drehen “ Der Klub der toten Sozialromantiker“ oder sowas in der Richtung. Die Linke hat die Gewissheit der 5-6 Protestprozent verloren um bei künftigen Wahlen sicher über die 5%-Hürde zu kommen. Jede Fehlanalyse kann sich verheerend auswirken. Warum ist Sahra Wagenknecht so beliebt ? Weil sie genau hinguckt und abseits von Theoriegebilden, Ursache und Wirkung ins Verhältnis zu setzen… Read more »
aquadraht
Mitglied
In England hat sich gezeigt, dass es die Arbeiterklasse offenbar doch noch gibt. Genau genommen habe ich nach dem Ende des Ostblocksozialismus eine grosse Desertion ehemals Linker des unteren Bürgertums von sozialistischen und selbst sozialen Vorstellungen und Thematiken mitbekommen. Bis dahin gab es immer einen Diskurs zwischen den organisierten und gebildeteren Teilen der Arbeiter und der Intelligenz bzw den Bildungs-Mittelschichten, den linken. linksliberalen und selbst der sozial-konservativen. Dieser Diskurs ist in den 90ern abgebrochen, die Bildungsbürger wandten sich von den „Bildungsfernen“ ab und postmodernen Themen wie Umwelt, Gender, Diversität, „Digitalisierung“ etc. zu bzw. „erklärten“ den Arbeitern, sie müssten sich mit… Read more »
Imago
Gast

@ Irmgard: „Gut gebrüllt, Löwin!“ – Etwas laut vielleicht, aber – vollkommen richtig! – Genau hingucken und abseits von (vorgefertigten) Theoriegebilden Ursache und Wirkung ins (richtige) Verhältnis setzen und dann in der direkten Draufschau dann Lösungen finden, das ermöglicht echte Lösungen. Das verstehen die Leute. Dieses ganze intellektuelle Geschacher verstehen die nicht. Müssen die auch nicht verstehen. Muss keiner verstehen.

Robbespiere
Mitglied
@Irmgard Was ich hier beschrieben habe, hat mit „Sozialromantik“ überhaupt nichts zu tun. Das sind einfach nur die Hintergründe, warum der Arbeiterklasse ihr „Klassenbewußtsein“ und damit ihre Solidarität bzw. Verhandlungsmacht abhanden gekommen ist und meine ganz persönliche Sichtweise. Das Viele sich hier zu Lande dieser Umstände gar nicht bewußt sind, steht auf einem anderen Blatt, ebenso wie die Tatsache, dass die LINKE es in ihrer Gesamtheit nicht schafft, sich von dem DDR/UDSSR- Etikett zu befreien, ohne sich vom System vereinnahmen zu lassen, z.B. durch RRG, wonach offenbar Teile der Partei streben. wie sich das auswirkt, kann man gut da beobachten,… Read more »
Folkher Braun
Mitglied
Nicht vergessen darf man die Tatsache, dass es der Bourgeoisie gelungen ist, die Arbeiterklasse zu fraktionieren. Da sind erstens die Werktarifvertrag Elite-Arbeiter in Auto-, Chemie- und Elektroindustrie. Zweitens die Flächentarifvertrag-Arbeiter, drittens die ohne Tarifvertrag und viertens die Leih-, Zeit- und Werkvertragsarbeiter. Ich bin als Fernfahrer zwanzig Jahre lang durch Europa gerodelt und war deswegen bei ein paar Tausend Betrieben „Gast“ zum Be- oder Entladen. Nur in Deutschland und Österreich wurdest du von den 1. +2. Klasse-Arbeiter behandelt wie der letzte Abschaum. Besonders schlimm sind die 1. Klasse-Arbeiter in den Automobilwerken. Als Opel-Bochum geschlossen wurde, habe ich gejubelt, denn vor allem… Read more »
Irmgard
Gast
Der Keil sitzt im SGB II. Dort steht sinngemäß “ Jeder hat Arbeit zu allen Bedingungen anzunehmen“. Das ist einer Tarifautonomie von Arbeitnehmerseite nicht förderlich. Die Gewerschaften sind dem ebenso ausgeliefert wie die Arbeitnehmer selbst. Schlimmer kann man schulische und berufliche Qualifikation nicht abwerten, wenn der Elektromeister nach einem Jahr ALG I – Bezug ohne Netz und doppelten Boden in ALG II landet, und als Leiharbeiter für einen Hungerlöhn an der Maschine neben dem Ungelernten stehen muss. Dafür ist der Mann auf die Meisterschule gegangen und hat Schulden dafür gemacht. Dieser drohende Abstieg, den jeden unverschuldet treffen kann, treibt die… Read more »
ChrissieR
Mitglied

@Folkher Braun: Als Linienbusfahrerin habe ich zwar nicht mit arroganten Premium-Arbeitern zu tun, dafür werde ich von den meisten Fahrgästen nicht mal gegrüsst und muss mir während des Fahrscheinverkaufs ihr Handygespräch anhören! Respekt und würdevolle Behandlung der Mitmenschen ist nicht so deutsche Sache….in Frankreich ist das oft noch anders!
In jedem Deutschen steckt wohl noch die Vorstellung vom arischen Übermenschen…dass wir mittlerweile schon lange in die Kreisliga abgestiegen sind und hauptsächlich durch gut plazierte Eigentore glänzen, merken die Wenigsten.

Allzeit gute Fahrt

Christine

Irmgard
Gast
Was ich hier beschrieben habe, hat mit „Sozialromantik“ überhaupt nichts zu tun. Der Begriff war falsch gewählt. Er wertet das Notwendige despektierlich ab. Das gebe ich zu. Selbstverständlich muss es wieder sozialer im Land zugehen. Leute die das fordern als Romantiker abzustempeln, weil sich vorgeblich die Rahmenbedingungen geändert hätten, ist neoliberaler Dummsprech und Strategie. Trotzdem hat sich seit Marx die soziologische Bemessungsgrundlage verändert. Was dem Arbeiter früher unerreichbar war, wurde Zwischenzeitlich zur Selbstverständlichkeit. Teilhabe, sozialer Aufstieg, Planungssicherheit, Wertschätzung sind aber nun keine festen Kategorien mehr mit denen man sich und seine Kinder durchs Leben bringen kann. Der Verlust dessen bestimmt… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Irmgard Unsere Gesellschaft ist in oben und unten gespalten. Dazwischen eine amorphe Masse ohne Halt und Orientierung von Verlust-, und Abstiegsängsten geplagt. Genau so ist es und das permanent erzeugte Angstniveau hält die Menschen davon ab, sich überhaupt Gedanken darüber zu machen, in welcher Gesellschaft sie eigentlich leben wollen. So kommt es den Wenigsten in den Sinn, dass Verlust auf der Wohlstandsseite einen weit höheren Gewinn für uns als Gemeinschaft ( auch Weltgemeinschaft ) bringen kann. Gerade die Wohlhabendsten scheinen nicht verstehen zu wollen, dass ihre kurzfristige Gewinnstrategie zu einer kritischen Masse ausgegrenzter Menschen führt, die irgendwann derart mit dem… Read more »
Irmgard
Gast
Gerade die Wohlhabendsten scheinen nicht verstehen zu wollen, dass ihre kurzfristige Gewinnstrategie zu einer kritischen Masse ausgegrenzter Menschen führt, die irgendwann derart mit dem Rücken an der Wand stehen, dass es für die Besitzenden lebensbedrohlich wird. Ich weiß nicht woher es kommt, dass man Wohlhabenden ungeprüft ein hohes Bildungsniveau zuspricht. Vielleicht liegt es daran, dass Bildungskosten keine besondere Hürde für Superreiche darstellen, oder das sie notfall eine Schule oder Uni kaufen um entsprechende Abschlüsse nachweisen zu können. Trotz Allem vermute ich kaum Gesellschafts-, und Geisteswissenschaftler unter den Erben von Milliarden, die ihr Leben lang wussten, irgendwann Milliarden zu erben und… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Irmgard Ich weiß nicht woher es kommt, dass man Wohlhabenden ungeprüft ein hohes Bildungsniveau zuspricht. Naja, eine gewisse Bildung setze ich da schon voraus, denn auch ein großes Vermögen kann man bei fahlender Intelligenz problemlos vernichten. Abnehmer finden sich immer. Das Prinzip des „leben und leben lassens“ zu ignorieren, hat eher was mit der emotionalen Verfasstheit der Akteure zu tun. Wenn ich zu Gier und Arroganz erzogen werde, dem Machtrausch verfalle und mich ständig in Kreisen bewege, wo ich entsprechend bestärkt werde, fehlt mir eben die notwendige Empathie, die Folgen meines Handelns für Andere einzuschätzen und mein Verhalten zu ändern.… Read more »
Irmgard
Gast

Die psychische Verfassheit von Superreichen interessiert mich nicht, Robbes.
Die sollen einfach nur einen angemessenen Beitrag, ihrer Leistungsfähigkeit
entsprechend ins Sozialsystem zahlen.
Helmut Kohl war mit seinem Spitzensteuersatz von 53% kein Sozialist.

Robbespiere
Mitglied

@Irmgard

Die psychische Verfassheit von Superreichen interessiert mich nicht

Aus deiner Sicht verständlich, aus gesamtgesellschaftlixher Sicht schon betrachtenswert, da scheinbar hoch ansteckend.
Sonst hätten wir ja noch mindestens die Verhältnisse wie zu Kohls Zeiten.

Mordred
Mitglied
Naja, eine gewisse Bildung setze ich da schon voraus, denn auch ein großes Vermögen kann man bei fahlender Intelligenz problemlos vernichten. Lol? Möglich ist alles. Aber der Geldadel hat für sowas normaler Weise Angestellte. Ab einer gewissen Geldmenge und einem gewissen Aktienportfolio kann da nix mehr anbrennen. Wer erinnert sich noch an den Aldi-Nachkommen, welcher zig Millionen für überteuerte Kunst rausgeschmissen hat? Oder wenn eine gewisse BMW-Aktionärin jeden Tag 1 Mio. € einfach zum Fenster rauswirft, hat sie übers jahr immer noch einen Gewinn von ca. 135€ Mio. gemacht. Die hat aber auch noch ein paar andere Aktienpakete. Deswegen passt… Read more »
Robbespiere
Mitglied

@Mordred

Möglich ist alles. Aber der Geldadel hat für sowas normaler Weise Angestellte. Ab einer gewissen Geldmenge und einem gewissen Aktienportfolio kann da nix mehr anbrennen.

Da hast du sicher recht!
Am Geld für geeignete Fachleute mangelt es ja nicht.
Mein Argument war sicher nicht gut gewählt, aber worauf ich eigentlich hinaus wollte war, dass ich diesen Personenkreis ganz und gar nicht für dumm halte, zumindest was ihre Bildung bzw. Erziehung betrifft.
Aus meiner Sicht handelt es sich eher um Inkompetenz auf emotionaler Ebene, die sie glauben läßt, man könne einen Bogen unendlich spannen, ohne dass er bricht.

Anton
Gast

Irmgard: Steuerpflicht an Nationalität binden, warum nicht?

Mordred
Mitglied

Gerade die Wohlhabendsten scheinen nicht verstehen zu wollen, dass ihre kurzfristige Gewinnstrategie zu einer kritischen Masse ausgegrenzter Menschen führt, die irgendwann derart mit dem Rücken an der Wand stehen, dass es für die Besitzenden lebensbedrohlich wird.

Mit „wollen“ hat das wohl meistens nix zu tun. Jeder Mensch hierzulande kann sich wunderbar ein Leben lang von den MSM blöd halten lassen, ohne es zu merken.

Robbespiere
Mitglied

@Mordred

Mit „wollen“ hat das wohl meistens nix zu tun. Jeder Mensch hierzulande kann sich wunderbar ein Leben lang von den MSM blöd halten lassen, ohne es zu merken.

Auf die Massen trifft das sicher zu , aber kaum auf den „Geldadel“, um bei deinem treffenden Begriff zu bleiben.
Die werden nicht von den MSM blöd gehalten, sonder kontrollieren sie und das, was als Meinung veröffentlicht werden soll.
Schließlich stecken hinter den wenigen Medienkonzernen, die es noch gibt, die reichsten Familien Deutschlands wie Springer, Mohn etc.

aquadraht
Mitglied
Irmgard, ich stimme vielem, das Du schreibst, zu. Aber ich habe den Eindruck, dass Du keine wirkliche Einschätzung des „Arbeitermilieus“ hast. Ich stamme aus diesem Milieu, einem gewerkschaftlich-sozialdemokratischen (dazu weiter unten). Richtig ist (das beschreibt auch Christian Baron in dem früher von mir verlinkten ND-Artikel), dass in der Zeit des Nachkriegsaufschwungs und der Systemkonkurrenz ein deutlich erhöhter Lebensstandard mit Aufstiegschancen für die Folgegeneration möglich wurde, allerdings auch nicht geschenkt (siehe Kampf um die 5-Tagewoche etc.). Damit wurden ein klassischer Arbeitervorstellungen effektiv und Wirklichkeit (die ich so auch von Menschen dieser Klasse in anderen Ländern auf allen Kontinenten bestätigt bekommen habe),… Read more »
Mordred
Mitglied
Diese Aussage halte ich für falsch. Überall da, wo produziert wird, gibt es auch noch Arbeiter, trotz Teil-Automatisierung. Das ist aber nicht der Punkt. Willst Du ernsthaft nen langjährigen VW-Arbeiter mit nem Mindestlohn-Arbeiter aufem Bau in eine Klasse stecken? Oder meinst Du, dass die selbst oder sonstwer sie in eine Klasse stecken würde? Ähnlich funktioniert es übrigens bei vielen Angestellten. Heutzutage gibt es imho nur noch monetäre Klassen. Übrigens auch auf der Kapitalseite. Klatten und Mohn sind nicht als highend ausgebildete Leistungsträger zu ihren Milliarden gekommen. Leider ist aber auch das Schichtmodell unzureichend. Kapitaleinkünfte fließen da garnicht rein, die Mittelschicht… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Mordred Das ist aber nicht der Punkt. Willst Du ernsthaft nen langjährigen VW-Arbeiter mit nem Mindestlohn-Arbeiter aufem Bau in eine Klasse stecken? Was ich will, ist vollkommen unwichtig. Letzten Endes sitzen beide auf der kapitalistischen Verwertungskette dicht beieinander, nämlich als austauschbare Werkzeuge weit unterhalb der Oberschicht. Der Lohn-bzw. Wohlstandsunterschied existiert nur deswegen, damit sie sich dieses Umstandes nicht bewußt werden und sich solidarisieren. Aus dem gleichen Grund wurde doch auch der Niedriglohnsektor geschaffen. So kann sich der festangestellte AN höherwertig fühlen und bekommt gleichzeitig vorgeführt, was ihn erwartet, wenn er nicht spurt. Das diese „höhere Stellung“ aber nicht vor dem… Read more »
Mordred
Mitglied

Letzten Endes sitzen beide auf der kapitalistischen Verwertungskette dicht beieinander, nämlich als austauschbare Werkzeuge weit unterhalb der Oberschicht.

Das gilt aber genauso für sehr viele Angestellte, gerne auch Akademiker, in diesen Lohnsegmenten. Von daher erscheint mir diese Form der Klassierung heutzutage eher kontraproduktiv.

Robbespiere
Mitglied

@Mordred

Das gilt aber genauso für sehr viele Angestellte, gerne auch Akademiker, in diesen Lohnsegmenten. Von daher erscheint mir diese Form der Klassierung heutzutage eher kontraproduktiv.

Jede Form der Klassifizierung ist kontraproduktiv, wenn alle im gleichen Boot sitzen. Das muss aber erst mal in die Köpfe.

aquadraht
Mitglied

Naja, auch wenn alle im selben Boot sitzen, gibt es immer noch die, die rudern und die, die die Peitsche schwingen ..

aquadraht
Mitglied
Rob: Das ist richtig. Es geht eben nicht darum, eine soziale Gruppierung, auch nicht die Arbeiter, als „besser“ anzusehen. Es führt aber auch zu nichts, Klassenunterschiede zu leugnen und zugunsten eines amorphen Schichtenmodells, das zudem nach Einkommensgruppe beliebig verschiebbar ist, aufzugeben. Sicher bringt es auch nichts, die bekannten und erforschten Klassenunterschiede (s. Popitz et al.) als in Stein gemeisselt anzusehen, in einer Zeit, in der die Arbeiterschaft zunehmend individualisiert und segmentiert wird, wodurch der Solidaritätsgedanke als Teil der Lebenswelt der Arbeiterschaft zunehmend in Verfall gerät. Dennoch gibt es die Kämpfe der arbeitenden Klassen, in UK und Frankreich mehr als in… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@aquadraht Dennoch gibt es die Kämpfe der arbeitenden Klassen, in UK und Frankreich mehr als in Deutschland, wieder mal. Und das ist mehr als Nostalgie. Die Frage ist, wie man als Linke in Deutschland daraus Schlussfolgerungen ziehen will und kann. Diese Kämpfe gibt es, zum Glück immer noch. Ob es sich dabei ausschließlich um Arbeiter handelt, kann ich nicht beurteilen. Betroffen von den Kürzungsorgien eines Macron oder den Tories/New Labour sind/waren ja alle abhängig Beschäftigten. Wenn die Linke in Deutschland (und das ist leider nur noch die LINKE) etwas erreichen will, braucht sie ein entsprechendes Zugpferd wie Corcyn und das… Read more »
Anton
Gast

es hat natürlich nie linke Verbrechen gegeben, Arbeisjunge, gelle!

Robbespiere
Mitglied

ch, hat Thälmann mal ne Wurst geklaut?

Anton
Gast

Frage mal die Opfer, Arbeitsbub!Wieviel Niederlagen benötigt ihr noch?

GrooveX
Mitglied

selbst schuld! du kannst es ja nicht lassen. manchmal lang ich mir an den kopf – mit der flachen hand und mehrfach hintereinander. aber das hilft auch nicht.

Anton
Gast

Fanboy? Diesen früh-gealterten Begriff kenen ich doch!

Jojo
Gast
Ich bin gerade in derselben Situation, wenn auch mit deutlich weniger Lebenserfahrung. Dann läuft mir wieder irgendein Beitrag von oder über Bodo Ramelow über den Weg und ich bin ein bisschen versöhnt. Das ganze Thema „Parteien“ finde ich immer schwieriger, seit ich in einer bin. Auf einmal fällt mir auf, dass es auch in anderen Parteien Engagement gibt. Es beginnt mich zu stören, wenn bei den Linken im gleichen Satz von „friedlichem Miteinander“ und „Nazi-Arschlöchern“ die Rede ist. Überhaupt dieses bloße „Nazis bekämpfen“, das gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bekämpfen soll und gleichzeitig selbst ist. Das ganze Destruktive in der Basis. Die Grabenkämpfe.… Read more »
wpDiscuz