Die Belastungslüge

Wann immer was auch immer gefordert wird, ist schnell ein Argument aus dem Hut gezaubert: Das belastet die Bürgerinnen und Bürger, und es belastet die Wirtschaft. Dabei sollten wir doch erst einmal damit anfangen, wie es zu Entlastungen kommen kann.

Wenn die Bewegung „Fridays for Future“ eines gezeigt hat, dann, dass Widerstand zu Diskussionen führen kann. Und dass sich nach einem gewissen Maß an Widerstand niemand mit politischer Verantwortung dagegen wehren kann, auf das Boot aufzuspringen, um sich als tatkräftig und verständnisvoll zu präsentieren. Was die Bewegung allerdings auch gezeigt hat, ist das defizitäre Denken, das aus berechtigten Forderungen folgt. Möglich scheint alles, was mindestens 20 Jahre in der Zukunft liegt. Was dagegen heute zu tun wäre, gilt schnell als nicht machbar. Weil es zu Belastungen führt.
Mit dieser Rhetorik wird jeder konstruktive Ansatz im Keim erstickt.

Belastungsentlastungen …

Beim Klima, bei der Rente, bei den Löhnen, der Bildung, beim Wohnen, der Infrastruktur, der Gesundheit, der Pflege – bei all dem und vielen mehr verlaufen die Diskussionen auf der Entscheiderebene eigentlich immer gleich. Kaum wird eine Forderung formuliert, die vielen Menschen, oft sogar den meisten Menschen helfen kann, ihr Leben in bessere Bahnen zu lenken, beginnt eine Diskussion über Details und Zeiträume. Das ist nicht grundsätzlich verkehrt, denn natürlich muss jede Forderung erst einmal abgeklopft werden auf ihre Berechtigung, auf die Möglichkeit der Realisierung und auf den Zeitplan, innerhalb dessen all das stattfinden soll.

Doch früher oder später kommt der Punkt, der alles zunichtemacht: Belastungen. Insbesondere die Wirtschaft darf nicht belastet werden (Peter Altmaier ist hier der derzeitige König der Wirtschaftskuschler, getoppt bestenfalls von Christian Lindner). Und wenn dann auch noch die „Märkte“ beruhigt werden müssen, spätestens dann ist Schluss mit allen noch so gut gemeinten Forderungen. Sobald die Märkte und die Wirtschaft in quälendes Schmerzgebrüll ausbrechen, steht fest: das geht nicht. Das belastet nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger (was schon eine eigenwillige Logik ist). Wir müssen uns also – so der allgemeine Tenor – etwas Besseres einfallen lassen. Und bis das funktioniert hat, bleibt es eben so, wie es ist. Man will ja nichts schlimmer machen, niemanden … belasten.

Belastung CO2-Steuer

Die CO2-Steuer ist ein gutes Beispiel, und das insbesondere, wenn man sie inhaltlich gar nicht bewertet. Genau das tue ich hier nämlich nicht, sie dient einzig und allein dazu, die Belastungslüge zu verdeutlichen.

Geneigte Leser mögen ihre Suchmaschine anwerfen und in das Suchfeld „CO2-Steuer“ und „Belastungen“ eingeben. Heraus kommt (je nachdem, ob man eingeloggt ist und welches Suchverhalten man bereits an den Tag gelegt hat – wir dürfen nicht vergessen, dass Google eine sehr persönliche Angelegenheit ist, mit an die Nutzer angepassten Suchergebnissen) in der Regel so etwas:

  • ZUSÄTZLICHE BELASTUNG – CDU-Chefin warnt vor sozialen Folgen einer CO2-Steuer

  • Hinter der CO2-Steuer verberge sich nichts anderes als eine zusätzliche Belastung auf Treibstoff, Diesel, Benzin, Heizöl und Gas.

  • CO2-Steuer ohne zusätzliche Belastung für Familien und Geringverdiener

  • CDU und CSU ringen um ihren Kurs für eine grundlegende Energiesteuerreform. Kritiker warnen vor Belastungen für die Bürger.

Das könnte jetzt munter so weitergehen. Und selbst die dritte Headline, die andeutet, dass Familien und Geringverdiener keineswegs mit (zusätzlichen!) Belastungen rechnen müssten (denken Sie jetzt nicht an den Eiffelturm und dann auch gleich nicht an Belastungen), trägt doch dieselbe Botschaft der Einschränkung in die Welt hinaus.

Ich will hier eine mögliche Co2-Steuer gar nicht bewerten, schon deshalb nicht, weil ich mich bisher nicht intensiv genug mit ihr beschäftigt habe, um ein schriftliches Urteil zu fällen. Es geht mir um die Argumentation, die – entweder in die eine oder in die andere Richtung – auf das Gefühl der Belastung hinausläuft. Genau das wird den Menschen vermittelt. Und die CO2-Steuer dient hier, wie gesagt, nur als Beispiel.

(Hier zwei Links, über die man sich zwei Betrachtungen ansehen kann:

Die (un)soziale CO₂-Steuer

Noch eine Verbrauchssteuer?

Wir brauchen Entlastungen!

Das ständige Gerede von Belastungen führt in eine Richtung, die den Gedanken an Entlastungen inzwischen kaum noch zulässt. Wann auch immer eine Forderung im Raum steht, oder auch nur der Vorschlag, in einem Bereich zu Verbesserungen zu kommen, wird mit Belastungen gekontert. Wie erwähnt, sind die Wirtschaft und die Märkte das primäre Ziel der politischen Fürsorge, doch im gleichen Atemzug werden auch die Bürgerinnen und Bürger nicht vergessen zu erwähnen, die sich ebenfalls auf Belastungen einstellen müssen (und wer will das schon?).

Diese Argumentationslinie ist schon deswegen so absurd, weil der allgemeine Tenor zum wiederholten Male der ist, wie gut es Deutschland geht, wie niedrig die Arbeitslosenzahlen sind, wie stark die Löhne und die Renten gestiegen sind, wie gut wir bei der Bildung, der Rente, der Gesundheit, der Pflege und der Infrastruktur aufgestellt sind.

Würde das stimmen, dürfte es eigentlich kein Problem sein, über wirkliche Entlastungen nachzudenken und diese auch umzusetzen. Doch wenn es konkret wird, werden aus leuchtenden Farben düstere Kleckse, die uns allen klarmachen, dass wir dem Untergang geweiht sind, wenn wir jetzt so dreist werden, Verbesserungen, Entlastungen erzielen zu wollen.

Eine verantwortungsvolle Politik argumentiert nicht in einer Tour über Belastungen, schon gar nicht über Belastungen der Wirtschaft und der Märkte. Eine verantwortungsvolle Politik schafft Entlastungen, in erster Linie für die Bürger und in zweiter für die Wirtschaft. Eine verantwortungsvolle Politik weiß, dass Unternehmen abhängig von der Leistung der Menschen sind, die für sie arbeiten. Sie wertschätzt die Arbeit der Menschen, die zu wirtschaftlichem Erfolg und Wachstum beitragen.

Dementsprechend haben wir es schon seit Langem nicht mit einer verantwortungsvollen Politik zu tun, sondern mit einer, die die großen Unternehmen in ihren Fokus nimmt, die alles ermöglichen will, um deren Gewinne zu steigern, und zwar um jeden Preis.

Die kürzlich geführte Debatte um Entlastungen (sprich: Verbesserungen) für die Paketzusteller macht das einmal mehr deutlich. Eine verantwortungsvolle Politik lässt keinen Sklavenmarkt zu. Sie tut alles, um einen solchen zu verhindern. Und sollte das für die Paketdienste zu Belastungen führen, dann argumentiert eine verantwortungsvolle Politik auf eine sehr einfache Weise. Sie sagt:

Der Sklavenhandel ist abgeschafft. Denn er war für die betroffenen Menschen: eine Belastung.

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Heinz
Heinz
3 Jahre zuvor

Und warum ist das so? Weil wir alles nur noch in Preisen denken können, weil wir Kosten nicht mehr als notwendig für Investitionen begreifen können, weil wir vergessen haben, dass Lastenverteilung ein wesentlicher Punkt der Generationen-Gerechtigkeit ist, weil wir Belastungen scheuen, wie der Teufel das Weihwasser, denken, dass man nur lange genug zuwarten muss, dann fliegen uns die gebratenen Tauben schon in den Mund. Nur deshalb kann die Politik diesem Populismus, den du gut beschrieben hast, frönen, von Belastung sprechen, wo doch endlich mal von Verzicht gesprochen werden müsste und über die, mit denen, die sich Verzicht noch leisten können.

Rickki
Rickki
Reply to  Heinz
3 Jahre zuvor

„Wir“????
wir erleben Belastungen tagein tagaus!

Da wird doch rumgespielt! Der Fußvolkpöbel erlebt Belastungen, und ist weiterhin im Alltag Generationen-denkend!
Nur die personalisierte „Wirtschaft“, im Hintergrund natürlich die reicher und reicher Werdenden „erleben“ keine Belastungen, bzw. kreischen und lassen kreischen, wenn auch nur angedacht wird, den Klattens etc. weniger als die Milliarden als Ausschüttung zur Verfügung zu stellen!

„Wir“ ist der Versuch, alle in ein Boot zu packen und damit zu verdecken, dass nun mal die erste Klasse und die schleimende MöchtegernKlasse nicht in diesem(!!) Boot sitzt, sondern schon längst mit dem Katamaran voraus fährt!

Rudi
Rudi
3 Jahre zuvor

Geneigte Leser mögen ihre Suchmaschine anwerfen und in das Suchfeld „CO2-Steuer“ und „Belastungen“ eingeben.

Ich habe meine Suchmaschine aktiviert. Allerdings nur mit dem Begriff „Belastung“. Das Interessante für mich ist, dass dieses Wort primär gar nicht im Zusammenhang mit „Wirtschaft, Geld“ etc. auftaucht. Es ist die Psyche, die Belastungen ausgesetzt ist. Die Gesundheit steht eher im Mittelpunkt der Betrachtungen. Sie wird jedoch vornehmlich mit der Arbeitswelt in Verbindung gebracht:

Unter Belastungen werden die auf den Menschen einwirkenden Arbeitsbedingungen verstanden. Dazu gehören z.B. Umgebungseinflüsse wie Lärm, Klima oder Schadstoffe. Aber auch die Arbeitsmittel, die Hilfsmittel mit denen die Arbeit erledigt wird, zählen hierzu. Hinzu kommen die aus der Arbeit resultierenden physischen und psychischen Anforderungen, die Arbeitsorganisation sowie Lage und Dauer der Arbeitszeit. In der Arbeitswelt spielen psychische Belastungen und Streß eine immer größere Rolle. Sie entstehen bspw. durch Zeitdruck, Unterforderung bzw. Überforderung, Isolation, Monotonie, fehlende Anerkennung und Unterstützung, hohe Konzentration, geringe Autonomie usw.

Man könnte schlussfolgern, dass der Begriff „Belastung“ aus dem gesundheitlichen Bereich geklaut und auf das rein Pekuniäre reduziert in die Arbeitswelt, hier jedoch in die Etagen des Kapitals, verlagert wird.

Kopfschüttel
Kopfschüttel
Reply to  Rudi
3 Jahre zuvor

Wirtschaftsbelastung vs Menschenbelastung

https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/France-Telecom-Die-Angestellten-wissen-lassen-dass-sie-Nullen-sind/forum-425571/comment/
„Suizide von Angestellten: Die früheren Bosse stehen nun vor einem Strafgericht. Der „pathogenen Umstrukturierung“ wird der Prozess gemacht
Die Restrukturierung in dem Großkonzern war eine regelrechte Hetzjagd auf Angestellte, die in die Enge getrieben wurden, damit sie kündigen. „

Rudi
Rudi
Reply to  Kopfschüttel
3 Jahre zuvor

Alle, die sagen, wir leben in einer Demokratie, verschweigen, dass sie am Eingangstor zum Lohnabhängigen-Arbeitsplatz meist endet.

Rickki
Rickki
3 Jahre zuvor

Der Gag ist doch: Familien und Geringverdiener werden miß-braucht, um als Fassade die FirmenReichen zu entlasten bzw. diese zu bereichern! (Das hat so was mafiöses: ‚Der Reiche sitzt mit dem Armen in einem Boot: schützt die Reichen!)
(In der Tagesrealität interessiert sich doch kein Schw… für Kinder und Kegel, geschweige denn für die Looser am Arbeitsmarkt!)

Lustig finde ich auch: mittlerweile sind die Firmen komplett entpersonalisiert (an der Spitze sind nur noch Zeitarbeiter-Manager, austauschbar) gleichzeitig hat man den Firmen immer mehr Persönlichkeitsparadigmen angeheftet: a la „der Stuhl geht in die Küche“, sind mittlerweile Firmen emotionalisiert, aufgeregt, belastet, erschüttert, etcpp
Die Wirtschaft wird religiös erhöht und als menschliches Wesen vermarktet!
(Eine der größten Schachzüge war die Implementierung der „juristischen Person“: da steckt ‚Gewinne werden ICHAgisiert, Verluste sozialisiert’…. schön drin! Und geschickt: in der Realität steht -GG-widrig- die juristische Person weit über der „natürlichen Person“!)

Da der ‚Michel ein Problem damit hat, sich vorzustellen, wie die Glas- Beton- und Stahlkästen‘ humanoid sein sollen, verbindet man medial „Familie“ mit „grauem Kasten“!
Geschickte Gewalt PR!

Man sollte nicht nur über Wirtschaftskriminalität nachdenken, sondern auch über Wissenschaftskriminalität, und ganz besonders über Medienkriminalität!

Rickki
Rickki
Reply to  Rickki
3 Jahre zuvor

Ps: ich dachte in meiner „nie wieder“ -Sozialisation, dass wir nie wieder zu lassen, dass Institutionen so eng verbandelt werden, sich immer mehr entdemokratisieren und dann „zusammen sind wir stark“ alles unter sich begraben!
Zur Erinnerung: nur weil vor 33, dann 33-45, dann danach Medien, Politikerspieltheater, Wissenschaft, Kirche, Unternehmer so excellent „zusammen gewirkt“ haben konnte Europa in Schutt und Asche gelegt werden!
Der vorauseilende Gehorsam der Institutionen war der Totengräber…. und heute?

Nashörnchen
Nashörnchen
3 Jahre zuvor

Wenn die Bewegung „Fridays for Future“ eines gezeigt hat, dann…

…daß Joseph Goebbels mit einer gewaltigen Prachtlatte in seinem Fegefeuer hockt und leise kichert: Politik braucht nur ein griffiges „Narrativ“ und schon jubeln alle wie einst im Sportpalast. Und je bildungsferner desto lauter. Völlig egal, wie absurd eine Forderung ist – irgendeine saftige Steuererhöhung geht immer.

Ich frag mich in diesen Tagen so oft, wie ich nur so alt werden konnte in Zeiten, als man Umweltverschmutzung noch SEHEN konnte, wie sie aus abermillionen Schornsteinen quoll, als man an der Kreuzung noch einen Schritt zurücktrat, wenn ein 60 PS Taxi-Benz in einer tiefschwarzen Rußwolke anfuhr, als die Luft in Bitterfeld und Leverkusen noch zwischen den Zähnen geknirscht hat, als baden in Elbe und Rhein noch als anerkannte Methode zum Suizid galt.
Inzwischen illustriert man Umweltverschmutzung längst nur noch mit völlig uninteressantem Wasserdampf, weil was anderes hat man ja höchstens noch in Sepia, Schornsteine werden mit Millionen staatlich gefördert, damit Besserverdiener vor ihren Kaminen gemütlich grüne Parolen kloppen können, Autos gibt es nur noch, wenn der Kat teurer ist als der Rest, die Industrie ist weitestgehend nach China ausgelagert und die Flüsse sind klar wie seit dem Mittelalter nicht mehr.

Und was hat es gebracht? IHR WERDET IN SPÄTESTENS 10 JAHREN ALLE STERBEN, WENN WIR KEINE NEUEN STEUERN EINFÜHREN!!!

Es bleibt dabei, daß die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund 1 Euro im Monat kostet – so viel wie eine Kugel Eis. (J. Trittin, 30.07.2004)

Inzwischen bezahlen wir längst einen ganzen Einkaufswagen voller Eis. Mit Berg. Einen Eisberg sozusagen. Und der wird garantiert niemals schmelzen. Der wird wachsen mit der Erderhitzung, bis Berlin wieder kilometertief unter den Polkappen begraben liegt. Unter allen beiden diesmal.
Selbstverständlich sind das Belastungen. Selbstverständlich nicht für die Wirtschaft. Die reicht Durchlaufposten einfach durch – deswegen heißen die so. Selbstverständlich wird es niemals Entlastungen geben. Warum auch? Der doofe Bürgernbürger zahlt doch. Begeistert. Und jammert. Begeistert. Nur nachdenken will er nicht…

Rudi
Rudi
Reply to  Nashörnchen
3 Jahre zuvor

@Nashörnchen

Vielleicht sollte man die Überschrift des Artikels „Die Belastungslüge“ umdeuten, in ein anderes Narrativ setzen, und die Szenarien zum Untergang der Umwelt und damit der Menschheit, die derzeit Hochkonjunktur haben, als die bedeutendste Belastung betrachten. Verglichen mit den persönlich empfundenen Belastungen, „als die Luft in Bitterfeld und Leverkusen noch zwischen den Zähnen geknirscht hat“, sind die heutigen um einiges potenziert. Mit den Fragen zur Ernährung, zum ökologische Fußabdruck, zur gesundheitlichen Selbstoptimierung etc., scheint die Angst vor der Zukunft täglich zu wachsen. Eventuell reden wir uns in eine Psychose und finden nur noch im selbst herbeigeführten Amageddon unsere Erlösung.

Nashörnchen
Nashörnchen
Reply to  Rudi
3 Jahre zuvor

Ja, so kann man es wohl sehen.
Es gibt ja überhaupt nichts gegen Umweltschutz zu sagen und ich bin heilfroh, daß die oben beschriebenen (und zig andere) Szenarien heute weitestgehend abgeschafft oder wenigstens weit verbessert sind und auch ständig weiter werden. Da haben Millionen Menschen unglaublich viel Geld und Schweiß reingesteckt, daß das heute endlich so ist, wie es ist.
Umso mehr macht es mich rasend, daß die Politik heute nur noch ausschließlich solch peinlich-dämliche Werbekampagnen fährt, die komplette Menschheit zu Vollidioten erklärt (was viele natürlich mal wieder dankbar annehmen), nur um ihr völlig ohne jedwede Gegenleistung das letzte Geld aus den Taschen zu zerren. Irgendwelche Forschung, Wissenschaft, Entwicklung findet praktisch nicht mehr statt – es gibt nur noch Parolen, Lügen, „Narrative“. Was 8 Milliarden Menschen fressen sollen interessiert überhaupt nicht mehr. Hauptsache, sie kaufen alle Elektroautos, die im Showroom schon mehr CO2 verbraucht haben als ein verrosteter Oldtimer. Aber was will man erwarten von Leuten, die regelmäßig die Schule schwänzen, dann die Ausbildung abbrechen und ihre Doktorarbeiten fälschen, um sich schließlich von Heidi Klum auf ihre Pöstchen casten zu lassen…

Tobi
Tobi
3 Jahre zuvor

Ich denke, gerade die CO2-Steuer ist ein gutes Beispiel dafür, dass man weiterhin glaubt, alles mit Geld regeln zu können. Christian Lindner macht aktuell Stimmung damit, dass sich dann ja wohl nur noch Besserverdienende den Flug nach Mallorca leisten werden können.
Und appelliert damit an die niederen Instinkte des Konsum- und Neidverhaltens.

Dabei geht es doch darum, aus genau diesem Verhalten auszusteigen.
Verzicht muss nicht wirklich unglücklich machen.

Pen
Pen
Reply to  Tobi
3 Jahre zuvor

Mit Geld kann man nicht alles regeln, aber man könnte den öffentlichen (unentgeltlichen) Nahverkehr und die Fahrradwege ausbauen (Beispiel Kopenhagen) und außerdem in Bildung investieren, denn fast alles, was Du sehr richtig vorschlägst, ließe sich mit Bildung regeln; darüberhinaus müßte man die Ungleichheit beseitigen, den Kapitalismus zügeln und Volksabstimmungen einführen. EASY!

Aber die Dreckspolitik läßt ja nun wirklich alles laufen, außer Kriegshetze, Aufrüstung und die Industrien zu hofieren. KOTZ!

Hach, ist das schön, daß man hier wieder was loswerden kann! 🙂

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

Oh, ist der Diffamierungsmotor wieder angeworfen? Und da stottert auch nichts mehr?

Wunderbar!

Nashörnchen
Nashörnchen
Reply to  Tom J. Wellbrock
3 Jahre zuvor

Ich glaube, D&D freut sich, daß die Kommentare wieder funktionieren… 😉

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  Tom J. Wellbrock
3 Jahre zuvor

Guude, Tom!

Das war das Beste an der Kommentarpanne, dass uns solche Kommentare erspart blieben…😉

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  ChrissieR
3 Jahre zuvor

Ihnen bleibt gar nichts erspart. Sie müssen sich das schon selbst ersparen! Dann fangen Sie doch mal an!

Auch so kann Hygiene gehen.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Tom J. Wellbrock
3 Jahre zuvor

Das ist doch ganz einfach. Dies hier:

Wenn die Bewegung „Fridays for Future“ eines gezeigt hat, dann… …daß Joseph Goebbels mit einer gewaltigen Prachtlatte in seinem Fegefeuer hockt und leise kichert: Politik braucht nur ein griffiges „Narrativ“ und schon jubeln alle wie einst im Sportpalast. Und je bildungsferner desto lauter.

ist eine Art von Diffamierung, die durch den wieder angeworfenen Motor „Kommentarfunktion“ zu neuem altem Leben erweckt wurde.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

@Drunter & Drüber

Das ist doch ganz einfach. Dies hier:

Nein, es wäre ganz einfach, wenn man sich befleißigen würde, den Namen des Kommentetors zu schreiben, auf den man sich bezieht.
Das erspart unnötige Reflexe……. und zum Stein des Anstoßes:

Als Diffamierung kann man den Kommentar nur betrachten, wenn man die Propaganda, auf die sich der Artikel bezieht, gut heißt.
Ansonsten ist der Vergleich der Methodik zulässig, denn sie basieren beide auf Manipulation.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Robbespiere
3 Jahre zuvor

Sie sind der Tapfersten Einer! Und schon jubeln alle wie einst Lili Marleen…

Verzeihung, im Sportpalast natürlich. So muss das heißen. Das Alter! Sie wissen ja, wie das ist.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

@Drunter & Drüber

Ich schätze mal, dass sie diese Zeiten nur vom Hörensagen kennen und natürlich verzeihe ich ihrer Oma ihr Alter. 🙂

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Robbespiere
3 Jahre zuvor

Und dann schrieb ich auch noch, dass es eine Art von Diffamierung ist, also relativierend in dem Sinne, dass hier gerne von verschiedenen Leuten diffamiert wird, wobei gerne gerne auch als verniedlichend, verkleinernd betrachtet werden darf.

Alles klar so weit?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

@Drunter & Drüber

Und dann schrieb ich auch noch, dass es eine Art von Diffamierung

Das würde ich jetzt glatt als Relativierung annehmen, wenn nicht bereits das Wort „Diffamierungsmotor“ gefallen wäre.
Aber nichts für Ungut, mit der Zeit kennt man seine Vögel an Hand der Federn. 🙂

Nashörnchen
Nashörnchen
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

Es ist natürlich nur eine Vermutung, auch ein weitverbreiteter Wunsch, daß Goebbels in der Hölle schmort – nach allem was man so hört, tut er das auch mit einer doch recht hohen Wahrscheinlichkeit. Aber sicher keine Diffamierung.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Nashörnchen
3 Jahre zuvor

Die Kurve nochmal kriegen zu wollen, wenn man schon rausgeflogen ist, zeugt jetzt auch nicht von übergroßer Intelligenz.

Nashörnchen
Nashörnchen
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

DAS könnte man jetzt aber schon als Diffamierung auslegen. Bin ich aber zu intelligent dafür… 😉

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Tom J. Wellbrock
3 Jahre zuvor

Zm Nachdenken anregen? Belehren tun hier Andere. Es ist ja nicht so, dass es mir hier nicht gefiele, vielmehr gefällt Ihnen nicht, dass es mir nicht genug nicht gefällt. Das ist jedoch was ganz was Anderes, oder?

Rudi
Rudi
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

@Drunter & Drüber

Wenn du tatsächlich zum Nachdenken anregen möchtest, schlage ich dir vor, eine gewisse Sachlichkeit walten zu lassen und deine Nachdenkangebote in Form eloquenterer Argumentation darzulegen. Nieveauarme Sticheleien gegenüber denjenigen, die von dir zum Nachdenken angeregt werden sollen, führen nicht zum Ziel. Das steht in jedem Handbuch für Kommunikationsanfänger.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  Rudi
3 Jahre zuvor

Wissen Sie, ich befinde mich hier in Gesellschaft von Kommentatoren, ich meine deren absolute Mehrheit, die ich wirklich nicht an Niveauarmut überbieten möchte. Das würde mir nicht gelingen und im Nachzug wäre ich frustriert. Wer scheitert schon gerne, auch an nicht erstrebenswerten Aufgaben?

Jetzt haben Sie es mir gegeben, und damit lassen Sie es wieder gut sein, bitte – alle miteinander. Ich bin jedenfalls durch mit dem Thema Diffamierungsmob und werde mich hier jetzt nicht mehr zu rechtfertigen versuchen.

Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

Zum Jahrestag der Kapitulation ist das ein BOMBENVORSCHLAG. Noch besser wäre es, wenn Du Antonaldo gleich mitnimmst

Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  Tom J. Wellbrock
3 Jahre zuvor

…schaun ´mer mal…..

Rudi
Rudi
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

@Drunter & Drüber

Wissen Sie, ich befinde mich hier in Gesellschaft von Kommentatoren, ich meine deren absolute Mehrheit, die ich wirklich nicht an Niveauarmut überbieten möchte.

Ich dachte schon unterbieten. Ich hoffe, dass du in einem künftigen Blog tatsächlich mal argumentativ dagegenhältst, so dass man nicht genötigt ist, auf deine Art vors Schienbein zu treten, eingehen muss. Ansonsten emfehle ich dir Schweigen.

niki
niki
3 Jahre zuvor

Problem ist halt, dass die Medien sich hüten werden von einer Entlastung fürs Klima bzw. Umwelt zu reden… Genauso die Politiker…
In welcher Hand sind die Medien?
Haben die neoliberalen Politiker wirklich ein Interesse an Umweltschutz, oder wollen sie nur die Interessen der Konzerne schützen…?
Natürlich kommt es darauf an, wie man eine CO2-Abgabe gestaltet…
Dummerweise kenne ich unsere Politiker. Ich glaube nicht, dass ich noch ein weiteres Wort diesbezüglich verlieren muss…

Aufgewachter
3 Jahre zuvor

Apropos : Agentur für Arbeit nahe der Belastungsgrenze

Wir suchen Sie zum nächstmöglichen Zeitpunkt als tatkräftige Unterstützung für unsere Wirtschaftssimulation der Agentur für Arbeit. Idealerweise haben Sie Ihren Arbeitsplatz soeben verloren, sind frisch zugewandert oder stehen bereits im Bezug von Leistungen nach dem SGB II. Sie erhalten freie Kost und Logis angelehnt an das Bundessozialhilfegesetz. Es handelt sich um eine Stelle mit freier Zeiteinteilung. Die Stelle ist unbefristet.

Staatlich geprüfter Bewerbungsschreiber und zertifizierter Schauspieler zur Wahrnehmung von Vorstellungsgesprächen auf Stellen, die es nicht gibt (IHK)
https://aufgewachter.wordpress.com/2019/05/08/staatlich-gepruefter-bewerbungsschreiber-und-zertifizierter-schauspieler-zur-wahrnehmung-von-vorstellungsgespraechen-auf-stellen-die-es-nicht-gibt-ihk/

Gaby Peschel
Gaby Peschel
3 Jahre zuvor

Der ausgenudelte Satz „wenn’s der Wirtschaft gut geht, geht’s den Bürgern gut“ ist schon immer logisch falsch gewesen. Wie soll es einer Wirtschaft gut gehen, wenn es keine Bürger gibt denen es gut geht? Schließlich sind diese ja letztlich die Produzenten und oft genug eben auch die Kunden. Wenn die kaum (oder nur mit Mühe) was zum füttern* haben, kaufen Sie auch nur was nötig ist und nicht mehr. Andersherum wird folglich ein Schuh draus:
Geht’s den Bürgern gut, geht’s der Wirtschaft gut!

LG

*füttern = Kaufkraft

Nashörnchen
Nashörnchen
Reply to  Gaby Peschel
3 Jahre zuvor

Hmmm…
Das mag – seeehr seeehr eingeschränkt – für den lokalen Handwerksmeister oder Kneipenwirt ja durchaus schon mal hin und wieder so sein.
„Die Wirtschaft“ hat grundsätzlich knapp 8 Milliarden potentielle Kunden und da sind immer weit mehr als genug drunter, denen es „gut“ genug geht. Eher zu gut. In Magdeburg wird sich kaum jemand eine Luxusjacht leisten können – in Monaco oder Dubai verkaufe ich locker ein paar hundert. „Der Wirtschaft“ sind solche philosophischen Überlegungen völlig wurscht…

Gaby Peschel
Gaby Peschel
Reply to  Nashörnchen
3 Jahre zuvor

Das trifft natürlich auf Monaco und Dubai zu, keine Frage. Ich denke in erster Linie nur nicht an diese Staaten, vielmehr regional und lokal (bezugnehmend auf die Bundesrepublik). Konkret sehe ich da die Lohnentwicklung in Deutschland seit Euroeinführung zb. Selbige ist kein Grund zur überschwenglichen Freude, im Gegensatz zu anderen Ländern.
Während die Wirtschaft von der Produktionserhöhung & Inflation provitiert, versuchen die Arbeitnehmer zunehmend noch über die Runden zu kommen. Der zeitliche Aufwand für Lohn der sich lohnt kratzt immer häufiger am allgemeinen Gesundheitszustand und schränkt ebenfalls die so wichtigen sozialen Kontakte ein (Familie, Freundeskreis, Freizeit allgemein). Bevor ich also nach Dubai oder Monaco schaue, möchte ich erst einmal den Dreck vor meiner Haustüre wegkehren. 😉

LG

Nashörnchen
Nashörnchen
Reply to  Gaby Peschel
3 Jahre zuvor

Ja, ich versteh Dich schon, das ist ja auch alles völlig richtig – und gleichzeitig gerade der Grund, warum es so ist, wie es ist. D ist Exportweltmeister, nicht trotz, sondern genau WEIL die Löhne hier so niedrig sind. Wenn Du Dir hier kein neues Auto leisten kannst, hast DU Pech gehabt. Der Hersteller verkauft die Karre trotzdem, plus noch 10 weitere dazu in China oder Amerika oder sonstwo, wo die Leute eben mehr Geld haben als Du oder ich. Gefällt mir auch nicht, wird aber voraussichtlich eher noch viel schlimmer als besser werden…

Gaby Peschel
Gaby Peschel
Reply to  Nashörnchen
3 Jahre zuvor

[..] Exportweltmeister, nicht trotz, sondern genau WEIL die Löhne hier so niedrig sind. [..]

Randnotiz dazu:
Wer hat die Presseansprache von Macron letzte Woche gesehen?
(.. die nicht von den dtsch. Medienanstalten erwähnt wurde – aus Gründen xD)

Robbepiere
Robbepiere
Reply to  Nashörnchen
3 Jahre zuvor

@Nashörnchen

D ist Exportweltmeister, nicht trotz, sondern genau WEIL die Löhne hier so niedrig sind. Wenn Du Dir hier kein neues Auto leisten kannst, hast DU Pech gehabt. Der Hersteller verkauft die Karre trotzdem, plus noch 10 weitere dazu in China oder Amerika oder sonstwo, wo die Leute eben mehr Geld haben als Du oder ich.

Naja, das Problem ist, dass sie Exportweltmeisterschaft durch eine Unterbietung der Lohnstückkosten zustande kommt, d.h., dass die Käufer unserer Waren selbst weniger Einnahmen haben und auf Kredit kaufen müssen.
Müssen diese dann wg. fehlender Tilgung abgeschrieben werden, haben die dortigen Banken ein Problem und werden zukünftig weniger Kredite vergeben.
Das führt letzten Endes auch zu einem Nachfragerückgang bei uns.
Der Idealzustend wäre der, wenn jedes Land das produziert, was den Bedarf im eigenen Land deckt und darüber hinaus nur, was es zur Deckung der Importe ( z.B. Rohstoffe) exportieren muss, also was einen ausgeglichenen Haushalt schafft, so wie es das Wirtschaftsstabilitätsgesetz vorsieht.

Gaby Peschel
Gaby Peschel
Reply to  Robbepiere
3 Jahre zuvor

@Robbepiere, geh raus aus meinem Kopf *lach. Du kannst nicht ständig meine Gedanken klauen.. da bleibt für mich nicht mehr viel übrig. Lass uns das bitte teilen. Jeder ungefähr gleich viel 😉

LG

Robbepiere
Robbepiere
Reply to  Gaby Peschel
3 Jahre zuvor

@Gaby Peschel

Bin gar nicht in deinem Kopf, oft nicht mal im eigenen.
Wie sollen wir ausknobeln, wer gerade dran ist? 🙂

Gaby P.
Gaby P.
Reply to  Robbepiere
3 Jahre zuvor

@Robbepiere

Wie sollen wir ausknobeln, wer gerade dran ist? 🙂

Schnick, Schnack, Schnuck? 😜

Robbepiere
Robbepiere
Reply to  Gaby P.
3 Jahre zuvor

@Gaby Peschel

😀

Nashörnchen
Nashörnchen
Reply to  Robbepiere
3 Jahre zuvor

@Robbespiere

haben die dortigen Banken ein Problem und werden zukünftig weniger Kredite vergeben.

Ja, und ich weiß auch schon, wer dann wiedermal die nächste „Bankenrettung“ bezahlt und wer dann keine Zinsen mehr auf sein lächerliches Erspartes kriegt und wer andererseits die massenhaft frisch gedruckten Milliarden kriegt und und und.
Um die Banken mach ich mir grad die allerwenigsten Sorgen. Eher um die, die das alles von ihren mickrigen Löhnen noch on top abdrücken müssen. Claus Kleber hat grade eben erzählt, daß 124 Mrd. demnächst fehlen werden, aber das alles halb so wild ist. Eine „leichte Delle“. Gott sei Dank kommt in 10 Jahren die Erdverglühung. Dann ist endlich Ruhe im Karton…

Robbepiere
Robbepiere
Reply to  Nashörnchen
3 Jahre zuvor

@Nashörnchen

Um die Banken mach ich mir grad die allerwenigsten Sorgen.

Ich auch nicht, sondern um die lohndumping-induzierte Exportabhängigkeit und siechende Binnennachfrage.
Da Erstere bereits im Sinkflug ist wird Letztere zum massiven Verlust von Arbeitsplätzen und Einkommen führen.

Was Kleber betrifft, so prädestiniert ihn seine Sprücheklopperei geradezu für eine Anschlussverwendung im Steinbruch.
Beim Zustand unserer Straßen kann es gar nicht genug „Schotterer“ geben 🙂

Gott sei Dank kommt in 10 Jahren die Erdverglühung. Dann ist endlich Ruhe im Karton…

Wenn die Amis weiterhin so geschäftig ihre Brandbeschleuniger global verteilen, kannst du dich „Optimist“ nennen. 😀