Schweigen ums Baukindergeld

Wenn es der gehobenen Mittelschicht in puncto Wohnraum gut geht, würde das am Ende das Klima am gesamten Wohnungsmarkt entspannen. Das ist fast klassische Pferdeäpfel-Theorie. Grober Unfug, aber leider viel zu selten und viel zu leise öffentlich thematisiert.

Den folgenden Text ließ ich absichtlich in der Pipeline stecken. Denn ich wollte vermeiden den Eindruck von Voreiligkeit zu erzeugen. Als vor etwa zwei Woche die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Kritik am Baukindergeld der Bundesregierung veröffentlichte, las ich nur bei SPON einen sehr kurzen Artikel darüber. In den nächsten Stunden, so stellte ich mir vor, werden andere Zeitungen nachziehen, nochmal genauer auf die Vorwürfe der OECD eingehen. Genau das passierte allerdings nicht.

Die Frankfurter Allgemeine ist bis heute nicht auf das Thema eingegangen. Selbst die Süddeutsche, durchaus ausgewogener als die Kontrahentin vom Main, hat sich dazu nicht geäußert, ja nicht mal wertfrei darüber berichtet. Das ist schon erstaunlich, weil Kritik aus dem Ausland oder inländische Kritik, die sich ans Ausland richtet, immer eine kleine Schlagzeile wert ist im hiesigen Medienbetrieb.

Die Zuschüsse, so mahnt die OECD an, würden »den ohnehin schon boomenden Wohnimmobilienmarkt weiter anheizen«, außerdem würde er »den Zugang zu erschwinglichem Wohnraum für einkommensschwächere Haushalte weiter erschweren«. 12.000 Euro pro Kind können Familien innerhalb von zehn Jahren erhalten, sofern sie sich Wohneigentum gebaut oder gekauft haben. Das ist Geld, das nicht in soziale Brennpunkte fließt, nicht dorthin wo Menschen mit kleinem Einkommen in überteuerten Wohnraum leben müssen, sondern in weitläufige Siedlungen am Stadtrand, wo standardisierte Häuschen adäquat in einer Reihe stehen – und wo sie vom Familien-SUV flankiert werden, mit dem man dann und wann in die teuren Innenstädte braust.

Die OECD schlägt ein bisschen undeutlich formuliert vor, dass unter anderem »Investitionen […] in Infrastruktur« wesentlich sinnvoller wäre, als dieses Baukindergeld. Man kann das als durchaus warmen Ratschlag zur Wiederbelebung des sozialen Wohnungsbaus begreifen. Denn wenn der das Wohnungsangebot in Deutschland mit preiswerten Wohnraum flutet, sinkt das Niveau der Mieten und Kaufpreise allerorten. Die Pferdeäpfel-Theorie, mit der man das Baukindergeld verankerte und wonach die Besserstellung der gehobenen Mittelschicht zur unteren Mittel- und Unterschicht durchtröpfelt, war wieder mal nichts als Propaganda für eine Politik, die nur bestimmte Kreise hofiert.

Denn das Baukindergeld ist nichts als ein Akt klassistischer Klientelpolitik – ganz so, wie es zum Prinzip der Familienpolitik der letzten Jahre geworden ist. Ob nun Kindergeld, das bei Familien in Hartz-IV-Bezug mit den Regelsätzen verrechnet wird oder das Elterngeld: Staatliche Umverteilung hat sich seit geraumer Zeit als eine Maßnahme etabliert, die nicht die Armut sondern die Armen bekämpfen möchte. Diese ungleiche Unterstützung ist eine Politik der gehobenen Mittelschicht für die gehobene Mittelschicht.

Mit dem Journalismus im Lande scheint es sich ähnlich zu verhalten. Nun gut, das ist jetzt nicht die neueste Erkenntnis. Der Beobachter weiß das freilich. Bei der Kritik der OECD zum Baukindergeld sieht man das jedoch wieder ganz deutlich. Wie gesagt, man findet kaum Berichte zur Sache. Da hat das Agenda Setting in den Redaktionen mal wieder versagt. Vielleicht sogar mit Ansage, denn die Edelfedern im Lande, die den Diskurs zuweilen bestimmen und lenken, gehören ja zu der Gesellschaftsschicht, die vom Baukindergeld profitiert.

Schon als das Elterngeld eingeführt wurde, das eine deutliche finanzielle Verschlechterung für Eltern in Sozialhilfebezug darstellte, war eine große journalistische Freude an diesem Projekt Ursula von der Leyens festzustellen. Kritische Worte waren eine Rarität, dass das vormalige Erziehungsgeld nicht auf die Sozialhilfe angerechnet wurde, womit Kinder in Armut bessergestellt waren, schien kein Faktor in der Berichterstattung zu sein. Wer profitierte waren Eltern aus der gehobenen Mittelschicht. Menschen aus dem Alltagsmilieu von »Qualitätsjournalisten«.

Mag ja sein, dass manchem jungen Redaktionsmitarbeiter bei seinem Heimweg, den er per SUV an die Peripherie des Ballungsgebietes antritt, der Gedanke kommt, mal kurz das Baukindergeld auf den Prüfstand zu stellen. Aber wem wäre damit gedient? Das wäre doch irgendwie Defätismus. Warum die Leser, die aus derselben Schicht stammen, mit derart Negativem vergraulen? Außerdem weiß man nie, ob man nicht nochmal Nachwuchs kriegt. 12.000, 24.000 oder gar 36.000 Euro kann man nicht einfach so aufs Spiel setzen. Kritik zurückhalten für ein Deutschland, in dem sie alle gut und gerne leben.

Diesen Beitrag ausdrucken
Unterstütze uns und hilf dabei, die neulandrebellen besser und wirkungsmächtiger zu machen
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
65 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Mordred
Mordred
3 Jahre zuvor

Vielen Dank für diesen Text. Hatte ich so noch nicht betrachtet. In meinem Umfeld macht sich in der Tat genau diese mittelschichtige bis reiche Klientel Gedanken über Hausbau. Allerdings wird das Baukindergeld nur als nettes Goodie betrachtet. Die leute wollten eh schon bauen bzw. machen sie auch ohne diesen Zuschuss. Ist dann eher so ne Art Mitnahmeeffekt.

ronaldo
ronaldo
Reply to  Mordred
3 Jahre zuvor

Die bösen Reiche oder die böse Mittelschicht! Ihr wollt eh alles bis auf Arme und Beamte abschaffen!. Die bösen Grünen sind mir lieber!

ronaldo
ronaldo
Reply to  ronaldo
3 Jahre zuvor

Ihr wollt doch keine Hausbesitzer, igitt, die Arbeiterfamilie wil ein Eigenheim, steht nur dem Staatsadel zu!

R_Winter
R_Winter
Reply to  ronaldo
3 Jahre zuvor

Wann wird „ronaldo“ gesperrt?

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  R_Winter
3 Jahre zuvor

Ja wollen Sie „anton“ zurück?

ronaldo
ronaldo
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Lieber Roberto., Deine Person finde ich klasse. Wir haben sogar etwas gemeinsam, aber egal!Ich habe hier nie rechte Parolen abgesondert, wäre mir eh fremd!

ronaldo
ronaldo
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Die Abstammung geht in eine ähnliche Richtung!

ronaldo
ronaldo
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

naja, da sei Gott davor!

Mannomann
Mannomann
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Seufz…. muss dir Recht geben, danke….
So schwer es fällt: auch ‚Schallplatten mit einem Sprung‘ haben eine Daseinsberechtigung!
(Muss ja, denn auch ich hier krame die Frauen/Männer Geschichte immer wieder hervor! 😉 Wenn also Ronaldo gesperrt werden würde, wäre ich garantiert die Nächste ;))

ronaldo
ronaldo
Reply to  Mannomann
3 Jahre zuvor

Kampf gegen die Reichen ist sicher keine Wiederholung!!

Pentimento
Pentimento
Reply to  Roberto J. De Lapuente
3 Jahre zuvor

Böswillig ist er nicht. Er macht nur das Forum platt.

ronaldo
ronaldo
Reply to  Pentimento
3 Jahre zuvor

Ihr macht die Gesellschaft platt, ich äußere nur die Meinung. Ich denke, dass die user hier eindeutig belegen, dass ich falsch gelegen habe, die Linke zu wählen!Bücher sind eh zu verbrennen und Beamte nicht privilegiert, peinliche Personen!Roberto ist aber super!

ronaldo
ronaldo
Reply to  ronaldo
3 Jahre zuvor

Robbes und Co leugnen, dass die i Korruption im ÖD krasser geworden ist- trotz weltweit einmaliger Privilegien der Beamtenschaft, sind natürlich nur die Reichen schuld!Schweden, Schweiz, Dänemark, Niederlande funktioneren anders, geht weinen!Natürich waren eure Beamte nur im Widerstand in düsteren dt. Zeiten!

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  R_Winter
3 Jahre zuvor

Sperren bringt nix….müssen wir damit leben, genau wie mit der Scheidenpilz-Werbung zur Abendessenzeit!!!!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  ChrissieR
3 Jahre zuvor

Naja, das, was da beworben wird, bringt zumindest so manch geplagter Seele Erleichterung, aber Antonaldos sinnfreies Geschwätz zieht runter wie Jaques Cousteau‘ s Bleigürtel beim letzten Tauchgang. 🙂

Ronaldo
Ronaldo
Reply to  Robbespiere
3 Jahre zuvor

Hat man in Kroatien keinen Stil mehr

ert_ertrus
ert_ertrus
Reply to  R_Winter
3 Jahre zuvor

Nee nee, der hat hier seinen berechtigten Platz als allgemeiner Hof- und Dooftroll allein schon wg. seines Unterhaltungswertes 😀

Mordred
Mordred
Reply to  ronaldo
3 Jahre zuvor

Du bist so ein Horst. Jetzt rate mal, was meine mittelschichtigen bis reichen Kumpels und Kumpelinnen (Mitte 30 bis Anfang 40) alle (!) wählen? Richtig, vor allem die Grünen. Ein bis 2 FDP.

ronaldo
ronaldo
Reply to  Mordred
3 Jahre zuvor

Mna kann auch reich und gefühlvoll sein! Die Reichen könen alles verleieren, die Beamten nicht!

ert_ertrus
ert_ertrus
Reply to  ronaldo
3 Jahre zuvor

Scheint ein Trauma bei dir zu sein – wurdest dir die angestrebte Beamtenlaufbahn verwehrt?

Ronaldo
Ronaldo
Reply to  ert_ertrus
3 Jahre zuvor

Hätte so etwas Ätzendes auf kosten der arbeitendem Massen nie angenommen
Neid gibt es nicht bei steuerfinanzierten Karrieren, nur gegenüber den Reichen erblicke ich leider Neid und Missgunst

Mordred
Mordred
Reply to  Ronaldo
3 Jahre zuvor

Neid gibt es nicht bei steuerfinanzierten Karrieren, nur gegenüber den Reichen erblicke ich leider Neid und Missgunst

Neid und sonstige Gefühle sind für die Thematik „Baukindergeld“ ziemlich irrelevant. Bleib bitte bei sachlichen Argumenten.

ronaldo
ronaldo
Reply to  Mordred
3 Jahre zuvor

Die Linkspartei und ihre Forderungen snd leider irrelavant, SPD und Grüne werden damit nicht koalieren können!So kann der liberalkonservative Ungeist, der dieses Land knechtet, weiter locker herrschen! Bosse, Bonzen und Beamte treiben ihr Unwesen, mit Euch nicht zu verhindern!

Mordred
Mordred
Reply to  ronaldo
3 Jahre zuvor

Die Reichen könen alles verleieren, die Beamten nicht!

Falsch.

ronaldo
ronaldo
Reply to  Mordred
3 Jahre zuvor

Wieso?

Villeroy
Villeroy
Reply to  Mordred
3 Jahre zuvor

Wir sind „obere Mittelschicht“, mit einem erwachsenen Kind, wählen die Linkspartei und haben jetzt das Mietshaus gekauft, in dem wir seit 8 Jahren leben, damit es nicht in Eigentumswohnungen umgewandelt wird und wir mit all den anderen drin bleiben können. Sind wir jetzt doof?

Sukram71
Sukram71
Reply to  Villeroy
3 Jahre zuvor

Wenn ihr das Mietshaus gekauft habt, dann habt ihr doch jetzt quasi Eigentumswohnungen. Wäre ne einzelne Eigentumswohnung nicht billiger gewesen? Und wie fühlt man auch so als Vermieter-Scherge? Habt ihr schon ne Mieterhöhung geplant? 🙂

Mannomann
Mannomann
Reply to  Villeroy
3 Jahre zuvor

Wenn dann das Vermieter-Mieter Verhältnis bei einem guten Miteinander bleibt ist das doch super…
Freunde von mir haben Haus über MietshäsuerSyndikat System ‚geauft‘!
https://www.syndikat.org/de/

Das Verhältnis Mieter – Vermieter ist leider klassistisch durchdrungen…
Vermieter (Besitzer) gut
Mieter (Besitzlose) Sch….

RKL
RKL
Reply to  Mannomann
3 Jahre zuvor

Das Verhältnis Mieter – Vermieter ist leider klassistisch durchdrungen…
Vermieter (Besitzer) gut
Mieter (Besitzlose) Sch….

Der überwiegenden Zahl der „Hausbesitzer“ gehört gar nichts.
Das Haus gehört der Bank bis es abgestottert wurde. Das dauert in der Regel einige Jahrzehnte.
Diese „Hausbesitzer“ zahlen ihre Miete an die Bank.

Mordred
Mordred
Reply to  Villeroy
3 Jahre zuvor

Sind wir jetzt doof?

Warum solltet Ihr das sein?

ronaldo
ronaldo
Reply to  Mordred
3 Jahre zuvor

Mordred: es bleibt bei Bahn und Post leider alles beim Alten, Wiederbeamtungen und Verstaatlichungen müssten klar ausgeschlossen werden. Am Flughafen übernehmen Privatfirmen hoheitliche Aufgaben, gerne, aber kontrollieren, weniger Bundesbeamte!

ronaldo
ronaldo
Reply to  ronaldo
3 Jahre zuvor

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/telekom-post-bahn-bahn-post-telekom-und-co/21111122-2.html

Nein zum teuren Ferngespräch und zum grünen Telefon, die Grünen sind moderner als die Linken, sorry!

Mannomann
Mannomann
Reply to  Mordred
3 Jahre zuvor

Dieses System wird überall durchgezogen!
Es ist nicht so, dass den bauenden Mittelschicht und Oberschichtlern das mißgönnt wird! Das Problem ist: es wird als Programm gegen Armutswohnungslos verkauft!

Dieser ‚Mitnahmeeffekt‘, wenn man Geld, Ressourcen, Möglichkeiten hat, dann kann man die ‚Gutsle‘ gut einsetzen…. Wird komplett von den neuen CharityMissionaren ‚übersehen‘!
Es erschreckt mich sowieso, wie verblödet, blind und komplett Alltags-untauglich soviele ‚linke‘ Mittelschichtler sind! Und sie haben komplett keine Ahnung von „real- wirtschaften“!

Das mordsmässige Bürokratiemonster „Bildung und Teilhabe“ ist genauso schrottig! Mit viel tamtam wird ’sich um die armen Kinder gekummert‘ und damit Eltern das Geld nicht direkt in Alkohol umwandeln (tun ja alle Unterschichtler, insbesondere Alleinerziehende) kann es nur gewährt werden, wenn Nachweise eines Kurses vorliegen, dann wird aber von Amt zu Institution überwiesen!
Was macht mensch, wenn er gar keine 200 euro (z.B.Fußballverein: Vereinsgebühr, Fußballklamotten, Fahrkosten? Oder Ballett, oder oder?) hat, um die 120 Euro abgreifen zu können?

Meine Beobachtung: da wird viel PR betrieben (Bilder mit den doch so sorgenden Verwaltungsmenschen und Politikern), doch #unten kommt selten was an!
Und das ist Absicht! Denn die Mittelschicht muss sich von der Unterschicht distanzieren! Sie muss die Konkurrenz von unten ‚platt machen‘!
Und genau hier wirkten und sollten alle Reformen wirken! Die Mittelschicht sollte pegidistisch gemacht werden!
Denn wenn sie sich mit Unterschicht solidarisieren, dann wird es den oben zu eng!
(Gut beim Widerstand gg S21 zu beobachten! Dort hatte sich 2010 Mittelschicht mit Unterschicht zusammen auf die Straße begeben!
Oder jetzt bei den gelben Westen! Ein in Deutschland nicht vorstellbares Szenarium: die Polizeigewerkschaft solidarisiert sich mit den Westen! … wir haben dafür den Wendt, der das verhindern hilft! -und dafür ja doppelten (Judas)Lohn bekommt)

Mannomann
Mannomann
Reply to  Mannomann
3 Jahre zuvor

Dieses Prinzip:
*Du kriegst Geld, Unterstützung wenn du es dir leisten kannst*
hat sich zum AlltagsSystem entwickelt!
Mit verherrenden Folgen!
Z.B Schulwesen: Geld kann nur abgeholt werden, wenn Kommunen ähnliche Summen mit einsetzen können!
Universitäten: Sozialgelder müssen mit 3.Mittel aufgefüllt werden!
Soziale Projekte: Unterstützungsgelder bekommt nur, wer genug Geld hat, um Mitarbeiter und Räume zu finanzieren!
Etc pp!

Mordred
Mordred
Reply to  Mannomann
3 Jahre zuvor

Das mordsmässige Bürokratiemonster “Bildung und Teilhabe” ist genauso schrottig!

Absolut.
Gabs nicht vor ein paar Jahren die Zahl 30% für Verwaltungsaufwand des Hartz4-Systems? Der Witz ist ja gerade, dass der ganze Papierkram in Kombo mit dem Sanktionsapparat bei den jeweiligen Vorgängen sich schlicht nicht rechnet.

Sukram71
Sukram71
3 Jahre zuvor

… las ich nur bei SPON einen sehr kurzen Artikel darüber.

Spiegel-Leser wissen mehr. 😉

Und soo kurz ist der Artikel gar nicht. (naja, doch) Auch wenn man über so einThema natürlich immer mehr schreiben kann. Kurze Artikel werden aber mehr gelesen, nehme ich an, und die wesentlichen Infos stehen ja drin.

Der Artikel bzw die OECD nennt auch eines der Hauptprobleme für den stockenden Wohnungsbau: Arbeitskräfte-Mangel. Das sieht man überall.
Wenn die Bauunternehmen nicht genug Bauarbeiter und Fachkräfte finden dann hilft dagegen kein Geld, sondern eben höchstens Einwanderung.

Mordred
Mordred
Reply to  Sukram71
3 Jahre zuvor

Wenn die Bauunternehmen nicht genug Bauarbeiter und Fachkräfte finden dann hilft dagegen kein Geld, sondern eben höchstens Einwanderung.

Was zu beweisen wäre. Afaik ist die Gehaltselastizität in Sache Nachfrage aufem Bau ungefähr so beweglich wie in der Pflege. Nämlich garnicht.

Mannomann
Mannomann
Reply to  Sukram71
3 Jahre zuvor

Denke an Graebers ‚bullshit-Jobs‘ incl der BezahlungsSpiralSpaltung!
Komplett gegen marktwirtschaftliche Prinzipien wird ja argumentiert:
Manager, Politiker, Journalisten müssen super gut bezahlt werden, sonst kriegen wir keine Guten
Pflegerinnen, Erzieherinnen und Bauleute etc müssen dankbar sein, einen Job zu kriegen!

Diese ArbeitskräfteMangel Diskussion ist gemacht, so gestaltet worden! Und auch so provoziert worden! (Staatsversagen! Ja, auch deine Beamten @Ronaldo! 😉

S.Stuttgart: als in den Schulen die Fenster rausfielen hat man notdürftig geflickt und ‚ausgeglichene Haushalte‘ gefeiert (bei gleichzeitigen Milliarden Ausgaben für die TiefSchrägHaltestelle S21, incl Rosensteintunnel) jetzt sagt man mit Krokodilstränen: „wegen Arbeitskräftemangel könne man die Schulen nun nicht renovieren!“

R_Winter
R_Winter
3 Jahre zuvor

Denn das Baukindergeld ist nichts als ein Akt klassistischer Klientelpolitik – ganz so, wie es zum Prinzip der Familienpolitik der letzten Jahre geworden ist.

Wer sägt schon den Ast ab, auf dem er sitzt?
Dieses gilt für die Medienmacher und fast allen Abgeordneten in Bund und Land – eben Klientelpolitik, die von allen Steuerzahlern finanziert wird. Es ist Cum-Cum, Cum-Ex, Cum-Fake im kleinen Umfang……

Mannomann
Mannomann
3 Jahre zuvor

Danke! Warum schweigen die Gebildeten? (müsste es eigentlich heißen!)

– seit Kohl wendet sich das Land massiv gegen die „unwerten Leben“ (vor Weihnachten wird so getan als würde man das kurzfristig aufheben….wobei Weihnachten die Zeit der sogenannten HelferOrganisationen ist! Die HelferIndustrie füllt ihre Kassen!)(mein Verdacht: Viele sogenannte Linke aus SPDGRÜNEGEWERKSCHAFTENLINKE verteidigen damit ihr pegidistisches „ICH habs geschafft, du bist Looser!“ Und das Schlimme ist: es hat eine NLP Umprogrammierung stattgefunden, die sie ums Verrecken nicht wahr haben wollen!) (Ganz massiv daran erkrankt sind Männer, die James Bonds des 21.Jahrhunderts!)
Und dringend zu klären: warum verachten wir diese gezimmerten und künstlich zusammengestellte Gruppe so? Alleinerziehende, Mütter, Kinder, Kranke, Alte und Leute, die nicht System-konformierbar sind? Auch diese Fragen wird nicht bearbeitet!)

– auf dem Wohngipfel wurden mehrheitlich Investoren und Baufirmen eingeladen! Ein SPDler hatte den Gipfel organisiert….ging nahezu komplett unter vor lauter Maaßen Hysterie! Warum wohl!)

– in Deutschland wird gebaut was das Zeug hält….. Das ‚Gold des Landes‘, Kies und Sand, wird vernichtet! Klima versaut….und für wen wird gebaut: für die gehobene Bauwünsche, für Hotels, für Eventcentren!
Und als Ausgleich: versucht man nun neues Land zu versiegeln, die Armen werden kitschig ‚wir kümmern uns‘ benutzt, um wieder Geld vom Sozialstaat gen Privatkassen zu trabnsferieren! (In BW träumt Wirtschaftministerin von guten Industriellen, die preiswerte Wohnungen bauen…. (Gut dass die den Betrieb geerbt hat, sonst wäre sie nicht so weit gekommen! )

Mannomann
Mannomann
Reply to  Mannomann
3 Jahre zuvor

Unser staatl. und politisches Establishment hat sich einer Gehirnmanipulation unterzogen und seit KohlLambsdorff komplett verdrängt, dass das Fußvolk es war, die mit ihrem Kampf um „Volkseigentum“, dem Adel und Klerus Schätze wieder entrissen!, ihre Daseinsberechtigung erst ermöglichten!
Und sie ignoriert, dass man als ‚Besitzloser und Landloser‘ quasi nix mehr zu sagen und zu bestimmen hat!!!!

Weiß jmd wieviel Volkseigentum in den letzten so still und heimlich in die Hände der Reichen gelangten?

Die staatlichen Institutionen haben aufgehort, die Belange der Solidargemeinschaft zu verteidigen!
Zynisch muss man echt sagen: je mehr Leute sich um „die Zukunft unsere Kinder“(Kohl) sorgen und sorgten, desto desaströser ist das Ergebnis! (Väteraufbruch, z.B. sagt nix zu 3-4 000 000 armutsgefährdeten Kindern! Dafür aber umso lauter ‚wie Sch…. Mütter sind!)

Das müsste Hauptanliegen von Linken sein: eine schwäbische Hausfrauen Wirtschaft aufzuzeigen! Was gehört wem? Was muss ausgebessert werden? Was kommt wieder in den gemeinsamen Schrank! Welcher Hammer geht wieder in die Werkzeugkiste, welche Tasse wieder in die Küche!

PS: ähnlich dem politischen strukturellen Mißbrauch der Kinder werden seit langem die ‚Armen‘ mißbraucht! Oft müssen sie herhalten für Projekt, die in erster Linie anderen dienen! Kennen wir übrigens von der Entwicklungshilfe der 7080er! Da waren es dann die ‚Neger‘, die fürsorgend Geld brauchten, was dann in dunkle andere Känale wanderte, mit DDR-Auflösung hat sich unsere staatl. HilfeFörderung den Deutschen zugewandt!

grossbuchstaben
grossbuchstaben
3 Jahre zuvor

FRÜHER STANDEN DIE SENDERNAMEN AUF DEM RADIO

> UND DANN KAMEN DIE VORWAHLNUMMERN FÜRs TELEFON…

(BEIDE:) *wink*

trackback
3 Jahre zuvor

[…] Schweigen ums BaukindergeldWenn es der gehobenen Mittelschicht in puncto Wohnraum gut geht, würde das am Ende das Klima am gesamten Wohnungsmarkt entspannen. Das ist fast klassische Pferdeäpfel-Theorie. Grober Unfug, aber leider viel zu selten und viel zu leise öffentlich thematisiert.Den folgenden Text ließ ich absichtlich in der Pipeline stecken. Denn ich wollte vermeiden den Eindruck von Voreiligkeit zu erzeugen. Als vor etwa zwei Woche die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Kritik am Baukindergeld der Bundesregierung veröffentlichte, las ich nur bei SPON einen sehr kurzen Artikel darüber. In den nächsten Stunden, so stellte ich mir vor, werden andere Zeitungen nachziehen, nochmal genauer auf die Vorwürfe der OECD eingehen. Genau das passierte allerdings nicht.Die Frankfurter Allgemeine ist bis heute nicht auf das Thema eingegangen. Selbst die Süddeutsche, durchaus ausgewogener als die Kontrahentin vom Main, hat sich dazu nicht geäußert, ja nicht mal wertfrei darüber berichtet. Das ist schon erstaunlich, weil Kritik aus dem Ausland oder inländische Kritik, die sich ans Ausland richtet, immer eine kleine Schlagzeile wert ist im hiesigen Medienbetrieb.Die Zuschüsse, so mahnt die OECD an, würden »den ohnehin schon boomenden Wohnimmobilienmarkt weiter anheizen«, außerdem würde er »den Zugang zu erschwinglichem Wohnraum für einkommensschwächere Haushalte weiter erschweren«.Quelle: neulandrebellen […]

Jame Doe
Jame Doe
3 Jahre zuvor

Das Baukindergeld u. a. Bonbons gehen doch nur deshalb an die Mittelschicht, damit sich diese Menschen weiterhin zur sogenannten Mittelschicht zugehörig wähnen, obwohl sie in Wirklichkeit schon lange nicht mehr dazugehören oder noch nie gehört haben. Es ist wie ein Sedativum. Klar, ohne dieses Trugbild Vieler könnten die Politiker so manche ihrer Politik sonst auch gar nicht erst durchsetzen.

Sukram71
Sukram71
3 Jahre zuvor

Bald haben wir nen Hobbit als Bundeskanzlerin. –
OMFG!

Wie ist eigentlich die weibliche Form von Hobbit? Hobbine? Hobby? Hobbite? Hobbitine? Oder einfach Hob? Starke(r?) Hobakk.

RKL
RKL
Reply to  Sukram71
3 Jahre zuvor

Bald haben wir nen Hobbit als Bundeskanzlerin.

Haben wir schon. Die Diakonin mit der Kartoffelnase und den
Flaschenböden vor den Augen ist optisch ne Nummer härter.

Pentimento
Pentimento
Reply to  RKL
3 Jahre zuvor

Vielleicht hat Loriot sie gekannt? Oder ihren Großvater …

RKL
RKL
Reply to  Pentimento
3 Jahre zuvor

Annegret Kammerjäger-Steinlaus

Quincy
Quincy
Reply to  Pentimento
3 Jahre zuvor

Sie sieht tatsächlich aus wie von Loriot gezeichnet.

RKL
RKL
3 Jahre zuvor

Solche Vermehrungsboni für den Erwerb von Wohneigentum
fördern die Tendenz, bezahlbaren Mietraum in Eigentumswohnungen
umzuwandeln. „Baukindergeld“ verschärft die Situation auf dem Wohnungsmarkt.
Es ist ausgesprochen dumm, ausgerechnet jetzt die Mieten nochmals hochzutreiben.
Der Immobilienmarkt wird bereits von der organisierten Kriminalität
und unseriösen Zeitgenossen beherrscht. Sie waschen kriminelles Geld
durch Immobilienkäufe, Entmietung von Altmietern und Umwandlung in
Eigentumswohnungen. Dieser Markt der Schattenwirtschaft wird mit
„Baukindergeld“ für Eigentumswohnungen bedient. Den Baufinanzierern
schmeißt man die Kunden der Mittelschicht ebenfalls nach. Geringverdiener
können schon jetzt keinen bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen
mehr finden. Was einerseits für die Klientenpolitik der Wählerschaft
rausgelegt wird, muss der Staat mit Wohngeld und ALG II am unteren
Ende der Einkommensskala wieder aufstocken.
Strategisch betrachtet, ist „Baukindergeld“ so überflüssig wie
von der Leyens neues Panzer-Batallion.

Mannomann
Mannomann
3 Jahre zuvor

Es braucht dingend das „schwabische Hausfrauen-wirtschaftsdenken“
Linke müssten doch sehen:
Große Teile der Bevölkerung können nicht -knall auf fall- Hausbesitz erlangen oder Wohnungseigentümer werden:
Ergo gibt es zwei Möglichkeiten
– Sie mieten bei einem Besitzer eine Wohnung an! (Und Vermieter lebt davon, z.B.)
Oder
– Sie ‚mieten‘ sich bei der Bank ein! (Und die Bankster werden reich und reicher!)

Der Staat -also alle seit Kohl (Eigenheimförderung!) haben die Bankengewinne unterstützt, ergo ‚bauen auf pump bei der Bank‘ mit #Sozialstaatsunterstützung!
(Und Bankster sind Automaten mit menschl.Antlitz: wenn Kredite nicht bedient werden, dann wird Geldhahn zugemacht! Ohne Rücksicht auf Verluste!)

– Vorteil Kauf und Bauen: wenn es gut läuft, ist Enkel Erbe eines Hauses, wenn es schlecht läuft hat man Nerven, viel ‚EigenleistungsGelder‘ verloren!
– Vorteil Miete: wenn es gut läuft ist man ohne ‚jeden Sch…kram Sorgen‘, wenn es schlecht läuft, explodieren Mieten, der Vermieter macht nix, aber kassiert, man hat Stress und Kosten beim Mieterverein oder Rechtsanwalt!

Nochmal: egal wie: die Meisten haben nicht das nötige Kleingeld, um Sofort-Besitzer zu werden! Ergo wird immer jemand mit ihren Geldern Gewinne erzielen!

Die Lösung, dass Staat oder Gewerkschaften oder andere Institutionen mit Mietshäusern in Genossenschaftsformen moderatere Verhältnisse aufbauten (und damit für politisch/wirtschaftliche Entspannung sorgten) …. ist seit Kohl vorbei!

Und viele (linke) Genossenschaften, beaufsichtigt von Politikern, wurden auf Marktradikalismus gebracht! Oder auf Druck von EU oder oder an mafiatische Vermieternomaden verkauft!
(Und die Politiker waren absichtlich blind und angeblich zu pleite, um die Häuser zu übernehmen, s.Eisenbahnerwohnungen Stuttgart… Schuster, Föll, Oettinger und co haben zweistellige Millionenbeträge für das BahnWahnsinnsprojekt locker gemacht, aber bei den Wohnungen fehlte ihnen Kleingeld! Das Gleiche in München!… Das war System21!)

Ich könnte Politiker schütteln, weil sie offensichtlich nicht merk(t)en, dass da undurchdringliche Giganten entstanden sind, die in den Zustand von maximaler Erpressung gelangen konnten!

Die Scheinprivatisierung von Volkseigentum hat da nochmal richtig klassistisch durchgetreten!

RKL
RKL
Reply to  Mannomann
3 Jahre zuvor

Die Scheinprivatisierung von Volkseigentum hat da nochmal richtig klassistisch durchgetreten!

Warum müssen Wohnungen privatisiert werden ?
z.B. werden 12000 Wohnungen in Rostock gemeinnützig verwaltet oder auch
die Platte in Jena und vielen anderen Städten. Warum musste die BiMa
knapp 100 000 Wohnungen und Bundeswehrliegenschaften verschleudern, „privatisieren“ ?
Wo liegt das Problem, wenn Wohngebäude vom Bund und den Ländern stehen,
bezahlt sind und lediglich erhalten werden müssen ? Was rechnet sich da nicht ?
Kann mir das jemand erklären ?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  RKL
3 Jahre zuvor

@RKL

Warum müssen Wohnungen privatisiert werden ?

Die Frage ist müßig, wenn man nachvollzieht, für welche Klientel seit fast 40 Jahren ausschließlich Politik gemacht wird.
Zumindest für die Parteien stimmt Adam Smith’s „Drop-down-Theorie“.
Man muss die Reichen nur ordentlich auf Kosten aller Bürger füttern, dann rieselt etwas Wohlstand auch auf die Verräter des Gemeinwohls herunter.
Das Kaputtsparen von Gemeinschaftsgut und das Schrumpfen der Staatseinnahmen durch Haushaltssperren und die Weigerung, da Geld einzutreiben wo etwas zu holen wäre, liefern die Argumentation für Privatisierungen.
Das Verramschen des Tafelsilbers kommt den Bürger am Ende zwar teurer zu stehen, aber der zählt ja nicht beim Buhlen um Schmiergeld bzw. gut dotierter Jobs in der Privatwirtschaft.

RKL
RKL
Reply to  Robbespiere
3 Jahre zuvor

Das Adam Smith’s „Invisible Hand“ grober Unfug ist, steht wirtschaftswissenschaftlich
außer Frage. Die unsichtbare Hand des Neoliberalismus ist nie gesehen worden, weil
unsichtbar. Der ganze Mist ist Ersatzreligion und nur durch Glauben fassbar.

Wenn ich was habe was bezahlt ist, dann soll ich doch froh sein. Man führt das
genossenschaftlich und teilt Instandhaltung und Betriebskosten durch die Nutzer.

Es gibt keinen betriebswirtschaftlichen Grund etwas zu verramschen um es den
Maden nachzuwerfen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  RKL
3 Jahre zuvor

@RKL

Es gibt keinen betriebswirtschaftlichen Grund etwas zu verramschen um es den
Maden nachzuwerfen.

Stimmt, aber es gibt einen betriebswirtschaftlichen Grund für die „Maden“, bereits bezahltes Volkseigentum zu Flohmarktpreisen in die Hände zu bekommen und der heißt Rendite.
Wenn man dazu Parasiten findet, die dank Regierungsmacht für Peanuts ( gemessen am Gewinn ) entsprechend die Weichen stellen, ist das ein Bombengeschäft.
Dass Volksvertreter im Auftrag der Bürger volkswirtschaftlich handeln müssten, spielt eh schon lange keine Rolle mehr.

Deutschland befindet sich seit Kohl dauerhaft im Schlussverkaufs-Modus.
Ohne massive Gegenwehr ist das nicht mehr aufzuhalten.

RKL
RKL
Reply to  Robbespiere
3 Jahre zuvor

Kein gesunder Mensch sieht die Welt durch die Augen einer Made.
Aus Madenperspektive hat jeder VEB-Kauf für eine symbolische
D-Mark Rendite abgeworfen, sobald allein Maschinen
und Inventar zum Alteisen gebracht worden sind 🙂

Aber lassen wir das. Bringt nix.

Die Gelbwesten haben die Reprivatisierung im Forderungskatalog.
Hier interessiert das keinen.

Drunter & Drüber
Drunter & Drüber
Reply to  RKL
3 Jahre zuvor

Sie waren dumm und brauchten das Geld. Manchmal ist es ganz einfach.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Drunter & Drüber
3 Jahre zuvor

@Drunter & Drüber

Sie waren dumm und brauchten das Geld

Das ist zu einfach.
Sie waren gierig und skrupellos, weil weil es im bestehenden System dank politischer Vormundschaft keine Handhabe gg. solche Aktivitäten gibt.

Matti Illoinen
Matti Illoinen
3 Jahre zuvor

Chapeau! Solche Texte liest man heute eher selten, im Mainstream deutscher Häuser. Aber wurde nicht auch schon das Wohngeld von Eigentümern, dazu genutzt, die Mieten deshalb zu erhöhen? Wenn der Handwerker, der weiß, dass der Staat Zuschüsse gibt, schon immer gerne die Preise erhöht hat. Im Prinzip, wurden immer eher die „Bessergestellten“ unterstützt, als die Menschen, die nun wirklich darauf angewiesen waren und sind.

ChrissieR
ChrissieR
3 Jahre zuvor

Guude und frohen 2. Advent und 4. Woche Gelbwesten! (Mussnoch gelbe Kerzen kaufen…)

Wir haben zwar abbezahltes Wohneigentum, in den 70ern und 80ern bekamen wir für die DM und unseren relativ korrekten Lohn noch ein Häuschen….
Würden wir aber heute nicht mehr machen. Besser, unabhängiger bleiben, ich würde eher ein manövrierfähiges Hausboot oder ein mobiles Tiny-Haus à la Bauwagen kaufen! Beides verhindert, zuviel unnötigen Mist anzusammeln, ist leicht zu reinigen und, im Falle der Fälle, mobil!
Für mein Hobby (alte Autos und jefe Menge Literatur, also nicht nur über Autos…) müsste dann halt noch ne kleine Halle da sein. wenn nicht, auch egal…
Es ist absolut ätzend, sich heute mit unsicheren , schlechtbezahlten Jobs eine Familie und ein Wohneigentum zuzulegen…..Bin froh, die 70er noch erlebt zu haben, sonst hätte ich überhaupt keine positiven Erinnerungen an mein Leben!
Obwohl… ich ahb so das Gefühl, immerhin die französische Revolution 2.0 miterleben zu dürfen! Im Holzbau bin ich ganz gut..und die Mechanik für ne Guillotine krieg ich bestimmt auch noch zusammengeschweisst!!!!

Alloah

Christine

Folkher Braun
Folkher Braun
Reply to  ChrissieR
3 Jahre zuvor

Meine geschäftsführende Gesellschafterin und ich haben 1997 uns noch schnell in eine 40 WE- Anlage eingekauft. Finanzierung knackig auf zehn Jahre. Für Dinks damals nicht so das Problem. Heute als Rentner, könnten wir die 80 m² Bude uns als Mieter nicht mehr leisten.
Das Haus der Zukunft ist der isolierte ISO-Container. Der wird in China für kleines Geld gebaut. Informationen gibt es auf http://www.isbu-info.org . Vor allem ist das Ding kran- und stapelbar und mit jedem Containerchassis, Bahnwaggon und Binnenschiff durch die Gegend zu fahren.
Wir müssen als (ehemalige) Arbeitnehmer schlicht akzeptieren, dass wir für das Kapital eine lästige Restgröße sind, die man leider nicht palettieren und in´s Amazon-Regal schieben kann. Aber Häuser aus richtigen Steinen und dann noch in der Stadt, das muss nicht mehr sein. Der diskrete Charme der Bourgeoisie geht in Richtung Entkernung der Innenstädte und Ansiedlung besserer Kreise aus China und angrenzenden Gebieten.