Worauf wollen wir eigentlich hinaus?

Schaffe, schaffe – und s’Häusle baue? Das war die Sinnstiftung der alten Bundesrepublik. Ja, selbst die DDR hatte einen Plan und animinierte seine Bürger, aus den Ruinen aufzuerstehen und was zu schaffen. Und heute? Was ist unser Plan? Durchhalten? Aber wofür?

Seit Jahrzehnten wissen wir, dass wir den Gürtel enger schnallen müssen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben. Was das genau heißt, bleibt schemenhaft. Ob diese Wettbewerbsfähigkeit mehr Wohlstand, Investitionen oder Innovationen bringt, eine Verbesserung der Lebensumstände für die Bevölkerung: Das ist nicht automatisch gesagt. Wettbewerbsfähigkeit kann ja auch heißen – und man muss wahrscheinlich befürchten, dass genau das damit gemeint ist! -, dass man flexibel und mobil bleibt, günstig und effizient, was heißt: Den Gürtel noch ein Loch weiter zuzuziehen. Damit wir auch weiterhin wettbewerbsfähig zubeißen können. Die Tragödie an der Sache ist nun jene: Diese Abwärtsspirale, die man ökonomisch verquast Wettbewerbsfähigkeit nennt, scheint das einzige Ziel unseres Wirtschaftssystem zu sein. Oder fällt Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser ein anderes ein?

Ja gut, Profitmaximierung und Akkumulation großer Unternehmen. Stimmt schon, das ist ein Ziel – wenn auch kein zielführendes. Aber das meine ich an dieser Stelle ja auch mal ausnahmsweise gar nicht. Was ich meine: Welches große Ziel, welchen visionären Plan hat der neoliberale Kapitalismus für die Gesellschaft in petto? Wenn schon nicht mit ehrlichen Absichten, so doch als Potemkinsches Dorf, als Attrappe zur Hebung der allgemeinen Befindlichkeit …

Je länger man darüber nachdenkt, desto ernüchternder ist es. Denn dieses System macht sich nicht mal mehr die Mühe, sich mit einem hehren Motiv, mit einer Verheißung oder einem Versprechen auszustatten. So arm war noch kein Wirtschaftssystem davor. Mensch, im Osten hatten sie doch nichts! Aber einen Plan konnten sie sich schon leisten, eine Vision war auch dort lieb und teuer. Fünf-Jahres-Pläne wurden verabschiedet, wenn auch nicht immer erfüllt – auch wenn man selbstverständlich so tat, als habe man sie schon vorher erledigt. Nach dem Krieg sollte es den Menschen besser gehen im sozialistisch geplanten Deutschland, Wohlstand sollte sukzessiv Einzug halten. Die Menschen bekamen einen Grund für ihren Arbeitseinsatz, sie mussten nicht nur schuften, damit der Dorn des Gürtels nachher eine Stanze weiter eingelocht werden kann.

Nicht so viel anders lief es in der Bundesrepublik. Wenngleich das Versprechen dort mit persönlichem Wohlstand für alle unterfüttert war. Dass die Wirtschaft aber nach dem Krieg kein Selbstzweck zu sein hat: Das hat man auch in der Bonner Republik begriffen. Das Sozialstaatsgebot ist ein Beleg dafür.

Doch nochmal zurück zu Sache: Welches Versprechen wirft diese neue Wirtschaftsordnung ab? Worauf wollen wir eigentlich hinaus? Individuelles Weiterkommen? Ja, vielleicht, mit etwas Glück, Beziehungen und sozialer Vorabstellung. Kollektives Verbessern zum Wohl aller? Man weiß so wenig. Ein debattiertes Thema ist es allerdings nie. Wird schon irgendwie weitergehen: Diese Losung ist nun tatsächlich nichts, was Arbeit und Handel in ein sinnvolles Licht rückt.

Natürlich, Schwamm drüber, dass Versprechungen nicht immer hielten, was sie – na eben! – versprachen. Geschenkt auch, dass sie nie allen die Segnungen zuteil werden ließen, die auf dem Gabenteller präsentiert wurden. Aber so ganz ohne, so völlig bar einer Perspektive, ohne ein Ziel am Horizont, schmiert doch alles ab. Zumal dann, wenn das System nicht mal rudimentär fair aufgestellt ist, Ausgleiche schafft oder Wohlstandsüberschüsse der einen zu den anderen hin umverteilt. Die Frage nach dem Sinn des menschlichen Lebens und Schaffens, der menschlichen Arbeit und Betriebsamkeit: Wer das als Teil des Konzepts vernachlässigt, der hat die menschliche Kondition völlig falsch eingeschätzt.

Ein System, bei dem man nicht das Gefühl nährt, dass es keine Entwicklung und keinen Fortschritt gibt, im Gegenteil, bei dem man stets geneigt ist zu glauben, dass der derzeitige malade Zustand noch eine bessere Verfassung im Hinblick auf die Zukunft darstellt, gerät zwangsläufig in die Sinnkrise. Dieses Problem war stets im Neoliberalismus angelegt, denn er etablierte sich als eine teils chaotische, teils unfair geregelte Wirtschaftsordnung, in der durch Spar- und Sachzwänge, durch strikten Taylorismus in allen Branchen, durch Effizienz um jeden Preis, einen dauerhaften Unterbietungswettbewerb entfesselte, der keinerlei Ambitionen mehr hegte, diese im Wesenskern angelegte zwanghafte Leere durch Tilgung gestalterischer Freiräume mit einem neuen sinnfüllenden Narrativ aufzufüllen.

Es gibt keinen Raum für einen etwaigen Sinn, weil der einzige systemische Sinn ist, die pure Sinnlosigkeit des Arbeitens und Werteschaffens ohne den Genuss der erarbeiteten Früchte in den Mittelpunkt zu stellen. Aus der Perspektive der menschlichen Natur birgt Arbeit um der Arbeit willen, ohne eine Vorstellung davon zu haben, wohin die Arbeit eines Tages führt, was sie einbringt, wie sie Früchte trägt, nichts als die pure Sinnlosigkeit in sich. Sinnloses arbeiten, sparen, durchhalten, Gürtel enger schnallen ohne auch nur zu ahnen, für was das alles gut sein soll: Dazu müsste das menschliche Gemüt nihilistisch sein. Ist es aber nicht: Es braucht Narrative, Sehnsüchte und Ziele. Und nichts davon hat der Neoliberalismus zu bieten.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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76 Gedanken zu „Worauf wollen wir eigentlich hinaus?

  • 24. September 2018 um 8:30
    Permalink

    die pure Sinnlosigkeit des Arbeitens

    Der Halbsatz ist es was die Problematik ausmacht… Es ist nicht nur sinnlos, sondern langfristig massiv schädlich! Zumindest in den Dosen wie es uns verordnet wird. Es geht ja schon lange nicht mehr um den reine Finanzierung eines erfüllten Lebens bzw. Traumes, sondern nur noch um die Bereicherung weniger und den zwanghaften Konsum, bei gleichzeitiger Abschaltung des Geistes… Wer „beschäftigt“ ist hat keine Zeit zum Denken. Bei der Verdichtung von Arbeit noch umso weniger.
    Und der gleichzeitige „Zwang“ zum Konsum (welches oft eine Bedienung niedriger Instinkte ist) ist ökologisch kaum langfristig haltbar.

    Antwort
  • 24. September 2018 um 8:47
    Permalink

    Sehr richtig beschrieben, dass „Wettbewerbsfähigkeit“ heute nurmehr den Wettbewerb bedeutet möglichst wenige an Produktivitätszuwächsen und Gewinnen beteiligen zu müssen.
    Mit Verlassen der Jäger und Sammler Kultur hat sich nur graduell in den letzten bummelig 10.000 Jahren zivilisatorisch etwas geändert. Immer noch bleibt derjenige oben, der im Zweifelsfall die meisten über die Klinge springen lässt, einfach weil er es gerade kann aufgrund seiner/ihrer Verfügungsgewalt über Ressourcen.
    Was sagt das über den sittlichen Nährwerts eines „Narrativs“ aus? Es ist entlarvend, dass ein Ausdruck Modewort zur Zeit ist, der so nichtssagend daherkommt, dass alle damit scheinbar was anfangen können! Läuft es nicht darauf hinaus, dass man nur eine gute Geschichte am Lagerfeuer präsentieren muss ( Heldentum, Drama, Liebe, Wahnsinn ) und die Meute trabt am nächsten Tag wieder in die Steinbrüche?

    Antwort
    • 24. September 2018 um 9:03
      Permalink

      In “ Narrativ“ steckt das Wort „Narr“….
      sagt doch eigentlich alles aus!

      Helau und Narhallamarsch

      Christine

      Antwort
      • 26. September 2018 um 19:21
        Permalink

        Selbstverständlich ist das auf die Eigenarten der Individuen zurückzuführen.

        Antwort
    • 24. September 2018 um 16:43
      Permalink

      @dors

      Mit Verlassen der Jäger und Sammler Kultur hat sich nur graduell in den letzten bummelig 10.000 Jahren zivilisatorisch etwas geändert. Immer noch bleibt derjenige oben, der im Zweifelsfall die meisten über die Klinge springen lässt, einfach weil er es gerade kann aufgrund seiner/ihrer Verfügungsgewalt über Ressourcen.

      Das widerspricht sich aber.
      Ohne Seßhaftigkeit kein Anhäufen von matriellen Dingen, weil man es beim Gebietswechsel schleppen muß.
      M.M.n. waren die „Feuersteins“ wesentlich sozialer und genügsamer als das, was danach kam.

      Jabbadabbaduuu

      Antwort
  • 24. September 2018 um 9:19
    Permalink

    Diese Abwärtsspirale, die man ökonomisch verquast Wettbewerbsfähigkeit nennt, scheint das einzige Ziel unseres Wirtschaftssystem zu sein.

    Joh und Puffmutti zählt das Geld. Mehr passiert da nicht. Im Neoliberalismus gibt es kein Licht am Ende des Tunnels.

    Antwort
    • 25. September 2018 um 14:12
      Permalink

      Warum wohl nicht? Weil dieser Tunnel kein Ende hat.

      Antwort
      • 25. September 2018 um 16:16
        Permalink

        @rain

        Weil dieser Tunnel keinen Ausgang hat.

        Hat er, es scheitert nur an deutscher Phantasielosigkeit und mangelndem Arsch in der Hose..

        Antwort
        • 28. September 2018 um 20:16
          Permalink

          Überall „emotionales Fleisch“, als Randbeiteiligte möchte ich zum Ausdruck bringen, es bedeutet mir nichts.

          Antwort
          • 28. September 2018 um 20:26
            Permalink

            @unbetroffen

            Überall “emotionales Fleisch”, als Randbeiteiligte möchte ich zum Ausdruck bringen, es bedeutet mir nichts.

            Wenn du keine Emotionen hast, dann zieh dich am Besten in deine Höhle zurück.

  • 24. September 2018 um 9:42
    Permalink

    Was ist das denn: „Wohlstand für Alle?“ Wenn ich sehe, welche Konsumziele Vielen vor Augen schweben, bin ich immer wieder erstaunt: Modekollektionen, die inzwischen fünf bis zehn Mal pro Jahr wechseln, Smartphones, die jährlich unentbehrlichen technischen Fortschritt verheißen, Fernsehgeräte, die ein immer schärferes Bild liefern sollen, Autos, die zu rollenden IT-Stationen ausgebaut werden, Küchen, die immer technischer und teurer werden, obwohl der Fastfoodanteil und der der Fertiggerichte jährlich zunimmt. Die Wohlstandsreihe ließe sich problemlos fortsetzen.

    Inzwischen dürfte dem Einen oder der Anderen dämmern, dass Wohlstand nicht zwingend mit materiellen Gütern gleichzusetzen ist. Denn die Zahl der psychisch Kranken steigt stetig. Die Erhard’sche Formel stammt aus der Zeit, als die meisten Gürtel noch Hosenträger waren. Was damals als Ziel vorschwebte, hat heute ein Großteil der Bevölkerung erreicht. Gegenwärtig ist der Maßstab für Wohlstand eher der Fußballer, der im Jahr mindestens zehn Millionen Euro nachgeschmissen bekommt.

    Antwort
    • 24. September 2018 um 10:05
      Permalink

      Der Tinnef-Konsumismus und Materialismus ist tatsächlich ein Indikator für was ?

      Die existentiellen Dinge sind heute für breite Schichten der Bevölkerung Luxus.

      Was kosten freie Persönlichkeitsentfaltung und Selbstbestimmung ? Gibts das bei Saturn oder Media Markt billiger ?

      Antwort
      • 25. September 2018 um 10:27
        Permalink

        Puffmutti, ich verstehe die Fragen nicht, so ganz ohne Kontext. Außer dass existenzielle Dinge für breite Schichten der Bevölkerung Luxus seien. Nun, dann müsste man darüber reden, was existenzielle Dinge sind: Essen, Kleidung, Wohnen vermutlich. Dass die Zahl der Wohnungslosen und Tafelkunden seit Jahren wächst, ist unbestritten. Allerdings sind es nicht „breite Schichten der Bevölkerung“.

        Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass im Vergleich zu den Jahren, als Erhard vom „Wohlstand für Alle“ redete, sich das Defizitbewusstsein verschoben hat und andere Maßstäbe als damals angelegt werden. Heute beträgt die durchschnittliche Wohnfläche pro Person 42 qm. Im Jahr 1960 waren es 19 qm. Bei Single-Haushalten sind es aktuell 69 qm. (Quelle: Stat. Bundesamt) Da dürfte Jammern nicht zwingend angesagt sein.

        Antwort
        • 25. September 2018 um 11:33
          Permalink

          Existentielle Dinge sind Freiheit und Selbstbestimmtheit. Wenn man darüber nicht verfügt, kann man sich den ganzen Demokratie-Klamauk in den Arsch stecken und gleich in einer Diktatur einziehen.

          Heute beträgt die durchschnittliche Wohnfläche pro Person 42 qm. Im Jahr 1960 waren es 19 qm.Da dürfte Jammern nicht zwingend angesagt sein.

          Guck dir z.B. mal Luftaufnahmen vom Ruhrgebiet aus dem Jahre 1960 an. Fällt dir da was auf ?

          Antwort
          • 25. September 2018 um 12:08
            Permalink

            @ Statisti Ken:
            Deine Freundlichkeit ist bescheiden. Bei deiner Andeutung müsstest du natürlich auch die Bevölkerungsentwicklung einbeziehen: Westdt.: 1960 – 53 Mio, 2000 – 65 Mio. Deshalb ist dein Einwand zwar bedenkenswert, jedoch nicht zielführend, da es um eine Relation geht, die sich aus der Gesamtwohnfläche und Bevölkerungszahl berechnet.

            Im übrigen ist die Zahl der Gesamtwohnfläche stets mehr gestiegen als die Einwohnerzahl. Die Ansprüche sind höher geworden. 1980 waren es 30,4 qm, 1990 schon 36,4 qm. Im Jahr 2000 waren es 40,2 qm. (Alle Zahlen für Westdt.)

            Die Entwicklung hängt selbstverständlich auch damit zusammen, dass es immer mehr Menschen vorziehen, in einem Single-Haushalt zu leben, abgesehen von den Witwen und Wittwern. In Deutschland sind dies inzwischen mehr als 40 Prozent.

          • 26. September 2018 um 19:30
            Permalink

            Wohnzimmer in standart-Industriecontainergröße, für Alle ?

    • 24. September 2018 um 10:46
      Permalink

      Zitat: „Inzwischen dürfte dem Einen oder der Anderen dämmern, dass Wohlstand nicht zwingend mit materiellen Gütern gleichzusetzen ist.“

      Das läuft auf die fatale Frage hinaus „Wofür lebe ich, wofür möchte ich leben?“ Was muss gegeben sein, damit ich eine erfüllende Antwort für mich finden kann?
      Das fatale am Wohlstandsmodell ist, dass er zunächst mal alle Bedürfnisse zu befriedigen scheint (Essen ist ein Thema des angesagtesten Küchentrends; Kleidung: Vollplastik oder mundgezupfte, mit den Füssen gehäkelte Wegwerfunterhosen aus Albatrossdaunen: alles möglich; Unterkunft tiny-house or penthouse-Turnhalle?; Beispiele für Mobilität, soziale Kontakte bitte selbst ausdenken…

      Da kann man eine ganze Weile auf diesen Spielwiesen verbringen bevor das Nachdenken tiefer geht!

      Antwort
      • 28. September 2018 um 20:21
        Permalink

        Also die feingeschnitzten und dennoch modern gehaltenen Gürtelschnallen aus Mammut-Elfenbein gingen vor 3-4 Jahren weg wie nix.

        Antwort
    • 26. September 2018 um 19:26
      Permalink

      In einem Land der Unfreiheiten, beobachtet das Fernsehen dich

      Antwort
  • 24. September 2018 um 11:08
    Permalink

    Es gibt keinen Raum für einen etwaigen Sinn, weil der einzige systemische Sinn ist, die pure Sinnlosigkeit des Arbeitens und Werteschaffens ohne den Genuss der erarbeiteten Früchte in den Mittelpunkt zu stellen.

    Der Sinn dieser neoliberalen globalen Großveranstaltung ist doch sehr klar ersichtlich für Menschen die denken können, nämlich die Beherrschten in die Lage zu versetzen sich gerne, und mit scheinbar mit wachsender Begeisterung, zum Wohle der Herrschenden selbst auszubeuten und gegenseitig klein zu halten. Kollateralschäden wie zum Beispiel die Vernichtung des globalen Lebensraum für die meisten Arten wird billigend in kauf genommen. Merke: Der Profit muss fließen! Einen anderen Sinn, in der Hauptsache, kann ich darin nicht erkennen.

    Es gibt andere aus heutiger Sicht utopische Konzepte, wie z.B. der „Sozialistischer Humanismus“ von Herrn Fromm, die erstens das Pferd richtig herum aufzäumen, nämlich nicht erst klotzen und ausbeuten bis der Arzt kommt, und dann fragen was wir mit den geschaffenen „Werten“ machen, um damit zweitens die Chance auf Lebensglück für viele erst schaffen, aber drittens muss dafür der Begriff der Produktivität erheblich und in einem menschlichen Sinne umdefiniert und gelebt werden:

    Meiner Ansicht nach laufen die speziellen Lösungen und Werte dieses Typs von Humanismus etwa auf folgendes hinaus: Es gibt einen höchsten Wert in Gestalt der produktiven, selbsttätigen Persönlichkeit im Sinne von Spinoza, Goethe oder Marx. Sie ist das Gegenteil des homo consumens, des ewigen Säuglings, der die durchschnittliche Charakterstruktur in unserer heutigen Industriegesellschaft verkörpert. Außerdem sollte jeder seine Liebe und Vernunft zu entwickeln versuchen.

    Quelle

    Beste Grüße

    P.S.: Müssen die Linken das Rad immer neu erfinden? So viel wurde doch schon von m.E. Genies vor gedacht, man muss es doch „nur“ umsetzen. 😉

    Antwort
    • 24. September 2018 um 11:52
      Permalink

      Sozial-ökologisch sinnvolle Konzepte gibt es zuhauf. Es fehlen die Wegbeschreibungen dorthin.

      z.B.

      These: Wir brauchen eine Bodenreform.

      Wie nehmen wir den Neoklassikern den Boden aus dem Pott „Kapital“ ?

      Wie machen wir das ohne „enteignen“ zu wollen ?

      Was hat der afrikanische Hackbauer auf fremder, leibeigener Scholle von einer Bodenwertsteuer

      in einem reichen Industrieland ?

      Wie ändert man also Wirtschaftstheorie universell und weltweit reproduzierbar ?

      Die Veränderung der Besitzverhältnisse an nicht reproduzierbarem Boden ist für eine

      weltweit, sozial-ökologische Wende unumgehbar.

      Wie machen wir das ?

      Antwort
        • 24. September 2018 um 14:45
          Permalink

          Sharing Economy ist Quatsch

          Antwort
          • 24. September 2018 um 14:47
            Permalink

            Eine tolle Argumentation!

          • 24. September 2018 um 15:03
            Permalink

            Guck mal berim Häring z.B. Ich finde den Artikel jetzt nicht.

          • 24. September 2018 um 17:08
            Permalink

            @Bodenreform
            Meinst du diesen hier:

            Das waren so ziemlich die ersten Artikel die letztes Jahr in meiner Filterblase auftauchten.
            Weil auch andere den Newsletter vom Häring kriegen, kamen danach weitere
            Beiträge in den Medien.

          • 24. September 2018 um 16:16
            Permalink

            Das Problem: sharing ist uralt, so alt wie die Menschheit! Und lebenswichtig und innovativ! (Ps: damals hieß das noch „tauschen“, „leihen“, „borgen“ familiales und nachbarschaftliches miteinander!)

            Sobald die Ökonomie-Diktatur dazu kommt ist Krieg! (So ging es den Minikrediten, so ging es den carsharings, den wohnsharing, den …)

          • 24. September 2018 um 16:48
            Permalink

            Wenn ich dem Nachbarn meine Bohrmaschine ausleihe ….. Ist das schon Sharing Economy ?

            „Wohnsharing“ ist Raubtierkapitalismus pur und deshalb in manchen Großstädten schon verboten…nennt sich „Zweckentfremdung von Wohnraum“.
            Was ist an „Carsharing“ nachhaltig, sozial verträglich und innovativ wenn sich ein Autobesitzer zum prekären Fahrer für Ueber macht ?
            Was ist der Reißer an Mikrokrediten für die Dritte Welt ?

            Wenn sich die Queen ständig andere Hüte aufsetzt, bleibt sie dennoch eine alte Frau.
            Auch mit frischen Blumen am Hut bleibt der Kapitalismus, Kapitalismus.

          • 24. September 2018 um 18:23
            Permalink

            Hä? Hast du überhaupt gelesen und verstanden?
            Früher konnte man sich Auto vom Kumpel leihen…. früher war per stopp reisen auch ne gute Form des Vorwärtskommens!…..
            Bis Automobilindustrie, Versicherungen und Gesetz das eingegrenzt haben!
            Natürlich ist das borgen von Zweibeln und Mehl vom Nachbarn ne gute Sache!
            Nochmal: all das wird falsch, wenn Ökonomie-Monster-Manager mitmischen! Und plötzlich Gewinnmargen im Blick haben!

          • 24. September 2018 um 18:42
            Permalink

            Nochmal: all das wird falsch, wenn Ökonomie-Monster-Manager mitmischen! Und plötzlich Gewinnmargen im Blick haben!

            Deshalb heißt es fairerweise auch Sharing Economy.
            Steht ja drauf was drin steckt.

            Ich dachte früher auch, dass alles was im Kleinen funktioniert, auch im Großen
            funktionieren muss ( wie mit dem Werkzeug das nicht jeder selbst besitzen muss );
            das z.B. der Selbstversorger nur geringe Produktionsüberschüsse regional
            vermarkten könnte, und wenn alle Selbstversorger der Region das Gleiche täten,
            alles in Butter sei.
            Nun aber fallen Land und Gebäude nicht gratis vom Himmel…….Die Banken zeigen
            einem nen Vogel wenn man denen was von ner handvoll Rüben und Kohlköpfen erzählt…

            Man darf nicht so tun, als gäbe es keine Rahmenbedingungen die zum Abzocken verleiten könnten…

          • 24. September 2018 um 18:50
            Permalink

            „Ich dachte früher auch, dass alles was im Kleinen funktioniert, auch im Großen funktionieren muss…“
            Ich dachte das nicht! Denn im Kleinen funktionieren dann auch Sozialkontrollen! Wenn du dauernd Hammer ausleihst abe nie selber Säge verleihst….kriegst du keine mehr!
            Wenn du dauernd Zwiebeln holst, aber selber geizig bist..
            Wenn du dauernd beim „ausgeben“ mittrinkst, selber nie ne Runde schmeißt….
            Im Großen muss also Anderes die „Sozialkontrolle“ übernehmen! Vor allen Dingen wenn Starke und Schwache, Kleine und Großen „sharing Partner“ werden!

          • 24. September 2018 um 20:00
            Permalink

            “Ich dachte früher auch, dass alles was im Kleinen funktioniert, auch im Großen funktionieren muss…”

            Ich dachte das nicht!

            Alle Achtung ! Da hast du den Regierungen der letzten 20-30 Jahre was voraus. Die glauben bis
            heute, dass der Sparzwang der schwäbischen Hausfrau eine volkswirtschaftliche Stellgröße ist.

            Der Rest ist eher was für die WG, oder …..Sozialkontrolle über Zwiebeln, Kleine und Schwache….

          • 24. September 2018 um 23:48
            Permalink

            Vielleicht weil diese keine Ahnung von „schwäbischer Hausfrau“ haben?
            Korrekt müssten ja die schwäbischen HausMÄNNER ‚dingfest‘ gemacht werden, sind es doch die Schäubles, die einerseits und andererseits Politik betreiben. Und damit die gesellschaftl. Schieflage billigend in Kauf nahmen/nehmen!

            Merkel sprach -korrekt wie ich finde- anlässlich der Banksterkrise von schwäbischer Hausfrau -in Reminszenz an ihren damaligen Redeort! (Im Norden hätte sie wahrscheinlich die friesische Hausfrau erwähnt)..
            Frauen wirtschaften anders, nicht so risikoreich! (Keine Hausfrau würde den Jüngsten verhungern lassen, um sich ein Luxusliner zu kaufen, oder ähnliches!)

            Merkwürdig, dass besonders linke Männer gern und häufig die negativ Beschreibung der schwäbischen Hausfrau aufgreifen und verbreiten…. Warum eigentlich?

          • 25. September 2018 um 11:56
            Permalink

            @Marla:
            Warum? Weil die schwäbische Hausfrau der Inbegriff des ultimativen Geizes ist. Und das sage ich als jemand mit schwäbischen Wurzeln…
            Insbesondere weil häufig ganz besonders an vollkommen falschen Ecken und Enden gespart wird und es hinterher das zigfache kostet.
            Manchmal ertappe ich mich noch selbst, wie ich vollkommen unnötig und deplatziert knauserig bin, obwohl ich als Kind genau darunter litt.
            Glücklicherweise merke ich das meistens noch rechtzeitig…

            die schwäbischen HausMÄNNER ‘dingfest’ gemacht werden

            In schwäbischen Familien hat meistens die Frau das Sagen bezüglich der Haushaltskasse, so auch bei meinen Eltern, welche inzwischen im Seniorenalter sind…
            Das viel bei der Erziehung auch auf Männern davon abgefärbt ist, merke ich jeden Tag auch an mir selbst…

          • 25. September 2018 um 12:05
            Permalink

            Vielleicht weil diese keine Ahnung von “schwäbischer Hausfrau” haben?
            Korrekt müssten ja die schwäbischen HausMÄNNER ‘dingfest’ gemacht werden, sind es doch die Schäubles, die einerseits und andererseits Politik betreiben. Und damit die gesellschaftl. Schieflage billigend in Kauf nahmen/nehmen!

            In dem Kontext ist das Geschlecht ziemlich irrelevant. Die schwäbische (!) Hausfrau oder meinetwegen Hausmann, Familie, whatever steht für „sparen bis man sich was leisten kann“. Familien können das machen, aber Unternehmen, Staaten bzw. ganze Volkswirtschaften sollten das nicht, wenn sie keine Rezession erschaffen wollen.

            Frauen wirtschaften anders, nicht so risikoreich! (Keine Hausfrau würde den Jüngsten verhungern lassen, um sich ein Luxusliner zu kaufen, oder ähnliches!)

            Bitte? Merkel, Thatcher oder auch meine Ex-Chefin sind gute Gegenbeispiele. Mal davon abgesehen, dass ein Familienmitglied nicht verhungern zu lassen wohl nicht auf den Führungsstil für eine komplette Volkswirtschaft übertragbar ist.

            Merkwürdig, dass besonders linke Männer gern und häufig die negativ Beschreibung der schwäbischen Hausfrau aufgreifen und verbreiten…. Warum eigentlich?

            In „linke Männer“ geht es in dem Kontext um „links“ und nicht um „Männer“.

          • 26. September 2018 um 19:03
            Permalink

            Eine Gemeinschaft funktioniert bis zu 150 Personen. Empirisch belegt ist das seit knapp 5 Dekaden. Danach hätte man alle Bereiche des Lebens strukturieren können. Hat man aber nicht. In allen größeren Gemeinschaften setzen sich grundsätzlich die Arschlöcher durch. Mit entsprechend verheerenden Folgen für die Gesellschaft und den Planeten.

          • 24. September 2018 um 19:04
            Permalink

            Naja die Banken sind ja die größten Versager des Systems21!
            Kein Wunder, dass die früher so mies angesehen waren! Geldleiher, Pfandleiher, Wechselstuben, etcpp
            Warum ‚wir‘ die aus der Jauchekuhle geholt haben ist mir ein Rätsel!
            „…offizielle kirchliche Zinsverbot“ durch den ollen Karl
            http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-66214335.html
            „So ging die Entwicklung der Geldwirtschaft mit Doppelmoral und Heuchelei einher. „

  • 24. September 2018 um 11:55
    Permalink

    Welches Versprechen wirft diese neue Wirtschaftsordnung ab? Worauf wollen wir eigentlich hinaus?

    Natürlich gibt es einen Plan, auch wenn er den meisten Menschen (99%) nicht bekannt ist. Es ist ein langfristig angelegter Plan, der erfolgreich im Sinne der 1% der wirklich Reichen ist und von dummen Politikern und skrupellosen Medienschaffenden umgesetzt wurde:

    Mont Pèlerin Society
    Nach dem Zweiten Weltkrieg vermehrten sich die internationalen Kontakte mit der Gründung der Mont Pèlerin Society. 15 Teilnehmer des Colloque Walter Lippmann gründeten 1947 die Mont Pèlerin Society, um neoliberale Denker zu sammeln und um die Ideen des Neoliberalismus zu verbreiten.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus#Mont_P%C3%A8lerin_Society

    Antwort
  • 24. September 2018 um 12:05
    Permalink

    Es gibt Landwirte, Handwerker, Ärzte, Müllwerker und Konstrukteure oder Monteure, die sinnvolles tun.

    Antwort
    • 24. September 2018 um 12:11
      Permalink

      Es gibt aber auch dumme Menschen die Themen grundsätzlich nie verstehen.

      Antwort
    • 24. September 2018 um 13:36
      Permalink

      Die Frage ist doch, ob es sinnvoll für diese Menschen ist. Ein Handwerker, der ein Möbelstück vom Entwurf bis zum fertigen Produkt ausführen kann, ist sicher zufrieden. Auch ein Arzt, der helfen und heilen kann, wird darin einen Sinn sehen.Beim Müllwerker bin ich mir nicht so sicher. Ein Monteur bei VW…? Wichtig ist doch, daß er von seiner Arbeit sorgenfrei leben, eine Familie ernähren und Freude am Leben haben kann. Wie soll das gehen, wenn es hinten und vorne nicht reicht oder diese Arbeit sogar krank macht?

      Antwort
      • 24. September 2018 um 14:53
        Permalink

        Wichtig ist doch, daß er von seiner Arbeit sorgenfrei leben, eine Familie ernähren und Freude am Leben haben kann.

        Wenn ich jetzt sehr pöse wäre, würde ich fragen ob das auch für die Arbeiter*innen der Waffen und Rüstungsgüterindustrie gilt? Wobei VW ja m.W.n genau da ihren Ursprung hatte, sie stellten ja am Anfang statt dem popagierten Volkswagen den Kübelwagen für unsere Sturmtruppen her.

        Beste Grüße

        Antwort
  • 24. September 2018 um 12:25
    Permalink

    Den „Genuss der erarbeiteten Früchte“ (schönes Bild) haben andere, die nicht arbeiten.

    Das ist Sklavenarbeit.

    Antwort
    • 24. September 2018 um 14:21
      Permalink

      Da im Kapitalismus alles und jedes verwertet wird, sind viele „Früchte“ sinnlos, und nicht angetan das Leben zu verbessern, im Gegenteil, und auch das erarbeiten dieser „Früchte“ sowieso nicht.

      Beste Grüße

      Antwort
      • 24. September 2018 um 19:45
        Permalink

        Ich verstehe, was Du meinst, Heldentasse, und auch was Fromm meint. Konsumverweigerung ist das einzige, was wir tun können und für mich selbstverständlich. Ich stopfe sogar noch meine Socken, auch anderes bessere ich aus und helfe mir mit Improvisation und Kreativität. Bücher usw. kaufe ich nur gebraucht. Statt iPhone benutze ich ein fossiles Nokia. Jeder Euro, der nicht für überflüssige Früchte ausgegeben wird, ist Freiheit.

        Was die Arbeit in der Rüstungsindustrie betrifft, so wirst Du wohl von einem, der froh über seinen Job ist, nicht verlangen können, daß er ihn aufgibt und von Hartz IV lebt, nur um dieses verkackte System zu ändern. Das Argument ist nicht „pöse“, aber unfair. Es ärgert mich, weil es linke Theorie ist, die nichts bringt. Davon gibt es im Netz mehr als genug.

        Antwort
    • 24. September 2018 um 14:40
      Permalink

      In der Tat ist das die Spitze des Eisbergs! Was darunter liegt und nicht gesehen werden will, ist nicht noch mehr Armut, sondern unermesslicher Reichtum!

      Reicher Mann und armer Mann
      standen da und sahn sich an.
      Und der Arme sagte bleich:
      »Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«

      Bert Brecht

      Antwort
      • 24. September 2018 um 14:58
        Permalink

        Unterm Artikel haben sie die Skala dargestellt um zu zeigen was gemessen wurde.
        Sie zeigt in etwa die Dunkelziffer, also das was nicht gemessen wurde.
        Unter der Wasseroberfläche dümpeln noch schätzungsweise 15 Mio.
        „armutsnahe Beschäftigte“, Unterbeschäftigte, Arbeitslose und aus den
        Statistiken Rausfrisierte.
        Von der BTW 1998 bis zur BTW 2017 hat die SPD zehn Mio. Wähler verloren.
        Wir können in etwa abschätzen mit was sie sich heute beschäftigen ( müssen )
        und warum manche hart auf AfD geschwenkt sind.

        Und diese Arschlöcher vertrödeln Zeit mit Maaßen hin und her ….Man sollte ihnen
        allen in den Arsch treten !

        Antwort
        • 24. September 2018 um 17:04
          Permalink

          @Bodenreform

          Und diese Arschlöcher vertrödeln Zeit mit Maaßen hin und her ….Man sollte ihnen allen in den Arsch treten !

          ….und zwar den ganzen Weg bis nach Stammheim oder Bautzen.

          Antwort
          • 24. September 2018 um 18:25
            Permalink

            Nee, nee, dann dümpeln die da so rum: umschulen zu Pflegekräften!

            Obwohl: auch doof, von Frustrierten Machern gepflegt werden? Dann doch lieber in die Bauindustrie, zur Müllabfuhr, zum Mülltrennen oder so…. Da wo sie Menschen nicht auf den Senkel gehen!

          • 24. September 2018 um 19:10
            Permalink

            @Marla

            Nee, nee, dann dümpeln die da so rum:

            Betrachte es mal von der ökonomischen seite.
            Ein Gefangener kostet uns ca. 110,- € pro Tag, also rund 3300,- € pro Monat.
            Ein BT-Abgeordner ohne Ministeramt schon 9500,- € Diät + 4250,- € Kostenpauschale + diverse andere Vergünstigungen und am Ende gibts noch eine fette Pension dazu.
            Da ist Knast in Verbindung mit Enteignung doch ein echtes Schnäppchen. :-)))

          • 24. September 2018 um 19:53
            Permalink

            Warum nicht Mull-trennen, oder Spielplatz säubern (kriegen sie auch nen euro pro stunde dazu! Und dürfen den behalten!)

          • 24. September 2018 um 21:21
            Permalink

            @Marla

            Warum nicht Mull-trennen, oder Spielplatz säubern (kriegen sie auch nen euro pro stunde dazu! Und dürfen den behalten!)

            Ne ne, Fluchtgefahr.
            Die sollen mal brav hinter Gitter und lau über ihre Netzwerke mit der Wirtschaft zwitschern.
            Die Parteivögel rangieren in der Mafiastruktur nämlich ziemlich weit unten.

          • 24. September 2018 um 22:13
            Permalink

            ….und zwar den ganzen Weg bis nach Stammheim oder Bautzen.

            Das muss man sich bildlich vorstellen….ab Berlin……als Fernsehreportage…..hinterm letzten Arschtritt fällt die Gittertür ins Schloss…..Puffmutti hockt auf einem Strohsack…….Blende, Abspann

            Aber eigentlich finde ich diesen verbohrten Irrsinn ziemlich traurig. Da draußen bekommen Millionen von Menschen die besten Jahre ihres Lebens geklaut. Das ist fast wie an der Ostfront. Für nix und wieder nix.

          • 25. September 2018 um 6:04
            Permalink

            @Bodenreform

            Aber eigentlich finde ich diesen verbohrten Irrsinn ziemlich traurig. Da draußen bekommen Millionen von Menschen die besten Jahre ihres Lebens geklaut. Das ist fast wie an der Ostfront. Für nix und wieder nix.

            Ja, es ist traurig und macht zugleich wütend, dass Politiker, die alle Bürger vertreten und Geselschaft auf möglichst hohem Niveau zusammenhalten sollen, sich gemein machen mit den Interessen von despotischen Psychopathen.
            Dein Ostffrontvergleich ist ganz gut getroffen, denn es herrscht Krieg, Oben gg. Unten und das mündet leicht in einen militärischen Krieg, in dem die Menschen gegeneinander gehetzt werden.

            Die Opfer sind immer die einfachen Leute, nie die Kriegstreiber und die gehören endlich zur Verantwortung gezogen, weggesperrt und ihr Judaslohn eingezogen, genau wie ihre Souffleure aus Wirtschaft und Finanzwelt.
            Es darf sich einfach nicht mehr lohnen, dem „normalen“ Volk das Lebensglück zu zerstören.

            Sie sollen am eigenen Leib spüren wie es ist, am Rand der Gesellschaft zu stehen, an den sie Millionen von Menschen durch ihre Arroganz und Gier gebracht haben..

  • 24. September 2018 um 13:58
    Permalink

    Also ich fordere zwischen DIE da, DIE und wir zu unterscheiden!
    DIE da wissen genau wo sie hin wollen! Warren Buffet: „es gibt einen Krieg zwischen den Reichen und den Armen! Und wir, die Reichen, sind dabei ihn zu gewinnen!“ Die Welt ist verteilt, also muss das heimische Tafelsilber ‚geopfert‘ werden: Jungfrauen und Goldbeiwerke 😉

    Was die Gruppe der DIEs betrifft…ist Schweigen im Walde, bzw. gerieren DIE sich zu einer Gruppe der ‚bildungsfernen Schicht‘ denn gerade die DIEs haben zwar Prof-titel oder Doktorwürden, gehen in jede Bildungskultur, verblöden aber zusehends! Denn die DIEs sind zwar unmittelbar abhängig vom Sozialstaat (https://www.tagesschau.de/inland/bundesrechnungshof-109.html) tun aber so als bräuchten sie das „nationale Gedöns“ nicht! Deswegen unterstützen sie willfähig die Gruppe der DIEdas, um nationale Errungenschaften abzubauen! ‚made in germany‘, ‚gute Bildung für alle‘, ’sozialer Frieden‘, ‚Friedens- Umwelt, Frauen/Kinder bewegungen, ec pp ergo ‚linke spinnerte Ideen‘
    Die Gruppe der DIEs sitzen auf den Ästen an denen sie fleissig rumsägen!

    Und wir, das Fußvolk: seit es ‚uns‘ gibt, verfolgen ‚wir‘ einfache Fixsterne: überleben bis ‚her mit dem guten Leben‘, Kinder- und Kindeskinder heranwachsen sehen und lassen, im Sommer für den Winter haushalten, im Winter zusammenkuscheln und im Sommer raus auf die Felder…. Mit Nachbarn friedlich zusammen leben, einen ‚Klönschnack‘ überm Zaun wichtiger finden als 1000 Facebook Freunde
    Kurz: lasst uns in Ruhe das Leben leben!
    Keinen Papst, der mal kurz Israel christianisieren will, keinen Cäsar der ganz Europa, keinen Hitler der Viele nicht abkann, keine MerkelSteinmeierLeyen, die und sagen ‚wir‘ sollten Verantwortung übernehmen wollen!

    Gut Pispers Erklärung Kapitalismus: https://youtu.be/u07XONlDwX8
    Götter „Wachstum“ und „Produktivität“
    Ein Löwe fängt eine Antilope, frisst sie legt sich unter den Baum und sagt: boah geht es mir gut!
    Ein kapitalistischer Löwe müsste sagen: o.k. das Fangen war in 30 min, jetzt ist noch hell, könnte also noch 30 fangen, naja, da brauche ich dann Kühlschränke, und für Kühlschränke brauche ich Strom und dafür bräuchte ich…….
    Kreislauf a la DIEdas und DIEs…. nur der Löwe selber, also ‚wir‘ haben keine Zeit (oder permanentes schlechtes Gewissen) mehr: boah geht es mir gut!
    Wobei -aufgepasst!- die Gruppe der DIEdas schaffen Zeit zum Golfspielen, zum Segeln, zum Mammutreisen, für Megafeten etc pp (sie lassen Geld arbeiten‘)
    (Weswegen ich ja Hochglanzbroschüren zu Forschungslektüre erklären würde! Denn regelmäßig zum Frisör gehen klärt darüber auf: die Gruppe hat Zeit und unglaublich viel Geld für Schnischnack! Und hier wird dann Politik gemacht!)
    http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/queen-elizabeth-ausgaben-fuer-koenigshaus-verdoppeln-sich-a-1154652.html
    Da kommen dann Merkel. A.Schwarzer,

    https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/aus-aller-welt/finanzen-der-monarchen-so-viel-kosten-die-koenigshaeuser-in-europa/9994854.html?ticket=ST-786505-OI6WdbKEOPklrcwVHSXB-ap1
    http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/queen-elizabeth-ausgaben-fuer-koenigshaus-verdoppeln-sich-a-1154652.html

    Antwort
    • 24. September 2018 um 13:59
      Permalink

      Von den Treffen der DIEdas mit den DIEs erfahrt man sonst nix!

      https://www.welt.de/kultur/article167712882/10-000-Schritte-mag-sie-gehen.html
      „Und so sangen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Altbundespräsident Joachim Gauck, Minister Thomas de Maizière, Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE (u. a. WELT und BILD), aber auch Alice Schwarzer, der Schauspieler Clemens Schick, der Produzent Arthur Cohn, die Sängerin Dagmar Koller und alle anderen im Kanon:“

      Antwort
  • 24. September 2018 um 14:20
    Permalink

    „wir“ oder eine linke Sammelbewegung müsste all den Manipulationsquatsch hinterfragen:
    Uns wurde eingeredet, wir müssten arbeiten, arbeiten arbeiten
    Uns wird eingeredet: frage nicht was der Staat für dich….
    Uns wird eingeredet: nur eine abhängig Beschäftigung gibt uns Würde! (Nahles: Arbeit und Würde gehen Hand in Hand.“) Nur wer schafft, hat ne Würde?!! (und sie wurde nicht mit Eiern dafür beworfen!)
    Uns wird eingeredet, nur wenn wir leisten, könnten wir uns was leisten, wobei schon seit uralt zeit klar zwischen (ja, ich muss wieder reingrätschen) männlich bezahlter Arbeit und tendenziel weiblich Unnützes Tun, höchstens Ehrenamt unterschieden wird! Ja, Männer schaffen, Frauen werfens ’schwer verdiente Geld zum Fenster raus“!

    Ich behaupte: große Teile der Manipulationsergüsse sind jahrhundertelang klassistisch eingebläut worden!
    Diese gälte es zu hinterfragen…. Und meine These: ‚wir‘ wüssten genau was wir wollten….
    Was wahrscheinlich nicht die Eroberung des Weltalls betrifft
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/weltraumforschung-europa-verliert-bei-der-raumfahrt-den-anschluss-1.3859714
    https://www.spektrum.de/magazin/forschung-im-weltall/1580872

    Antwort
  • 24. September 2018 um 14:45
    Permalink

    Hinweis:
    https://www.heise.de/tp/features/Wir-Versprengten-in-der-Kraenkungsgesellschaft-4170961.html
    „Illiberale Politik wird immer mehr von den Jungen, Reichen und Privilegierten unterstützt.“

    Wobei ich eine Lanze für die Armen brechen muss: der Autor stellt ihnen was anheim, was ich in Dokumentationen nicht wieder finde: eher ist da ein Rückzug aus der Öffentlichkeit, ein Entpolitisieren zu verzeichnen! Und: ’sie‘ haben -und das ist das Perfide- auch nicht von den demokratischen, liberalen Versprechungen profitiert….
    die Jungen, Reichen und Privilegierten schon!
    Diese haben auf den Böden der Liberalität Karriere gemacht und schreien nun (angesichts von Bedrohungen nach Militär und ’starken Führer‘?)

    Antwort
  • 24. September 2018 um 15:19
    Permalink

    Ihr wollt die Reichsten auf dem Friedhof sein und Ihr werdet es auch sein. Mehr aber halt auch nicht.

    Antwort
  • 24. September 2018 um 19:58
    Permalink

    „wir müssen den Gürtel enger schnallen“ damit mehr Knete, Ressourcen, Eigentum des Volkes verschachert/bzw verschenkt werden kann!
    For the few, not the many….
    wie schon unter Königs!
    Deswegen spricht man auch seit den 90ern von NeoFeudalismus!!
    Ich meine, irgendwie müssen die wenigen Kaiser, Könige und Päpste (we are the 1%!) es ja auch geschafft haben alle und alles zu unterjochen

    Antwort
    • 24. September 2018 um 20:01
      Permalink

      Diese Soziologisch-Psychologisch wertvolle Zeitepoche wird kaum untersucht!
      Auch nicht: wie von der Höhlenphase zur Sesshaftigkeit ‚plötzlich‘ aus Verehrung von Mutter und Kind eine Unterwerfung incl Verachtung wurde!

      Antwort
  • 24. September 2018 um 21:01
    Permalink

    Lieber Roberto, danke für die Zeilen. Meiner Meinung nach versteckt sich darin die Frage nach dem Sinn des Lebens. Diese Frage kann keiner für alle anderen beantworten. Denn kein Mensch kann Dir und mir schlüssig darlegen, warum wir beide und er/sie oder der Planet und das Leben überhaupt existieren. Trotz dieser Tatsache ist es um so erstaunlicher, dass es Menschen gibt (Politiker, Parteiführer, Priester, Kaiser, Könige, Parlamentarier, Minister, Ökonomen, Juristen, Professoren, Jobcentermitarbeiter, Vorarbeiter, …sogar Eltern und Lehrer), die meinen zu wissen, was wir Menschen mit unserer kurzen Lebenszeit (Lebenszeit = sehr knappes unschätzbares Gut!!!) anzufangen haben, was gut für uns ist. Und nicht nur das. Sie sagen uns auch, wer Feinde und wer Freunde sind, gegen wen wir Krieg führen müssen. Sie erklären, dass es gerecht sei, wenn der eine viel und der andere wenig besitzt oder wenn der eine Landeigentum hat und der andere darauf für ihn schaffen muss. Oder meinen, dass es gerecht sei, dem Besitzenden einfach etwas wegzunehmen, damit ein anderer mehr hat. Sie pflanzen uns in die Köpfe, dass Gold unheimlich wertvoll sei und dass man ohne Geld nicht leben könne und deshalb ein Einkommen brauche. Sie legen fest, was nützlich ist. Fremde Menschen schätzen sogar den Wert und legen den Preis für Menschenleben fest, obwohl die Sklaverei offiziell abgeschafft ist. Niemand fragt, warum die das eigentlich alles wissen und können. Dabei springen einem all die Widersprüche förmlich ins Auge. Viele Menschen haben sich daran gewöhnt oder anders, wurden durch Elternhaus, Bildung und Politik dazu erzogen, anderen das Denken und Tun zu überlassen. Man erregt sich über die Taten der Vordenker, wenn sie mit den eigenen Interessen nicht übereinstimmen. Man beruhigt sich auch wieder und brubbelt: »Na warte, in vier Jahren kannst Du was erleben.« So erinnern mich die meisten Menschen an indische Arbeitselefanten, die sich ihrer Größe, Kraft und Macht nicht bewusst sind.

    Schaut man in die Natur, wird man überall »geschäftiges« Treiben vorfinden. Alles funktioniert, ohne dass der Mensch eingreifen muss, in Kreisläufen. Ein ewiges Entstehen und Vergehen, basierend auf hochkomplexer Kommunikation, Tätigkeitsteilung und Spezialisierung. Obwohl die Erde keine liebende Mutter und Quelle von Gerechtigkeit ist. Ameisen und Termiten errichten für sich riesige Bauwerke, ohne sich vorher Kredite zu beschaffen. Delphine oder Elefanten helfen alten und verletzten Artgenossen einfach so. Auch im Reich der Pflanzen finden sich hochkomplexe Gesellschaften. Dabei haben diese Lebewesen einen gigantischen Energiebedarf, der den der Menschen um ein vielfaches übersteigt. Trotzdem findet man in der Natur kein Geld und Müll.

    Es sieht für mich so aus, dass es in der Natur immer darum geht, sich nützlich zu machen. Dagegen scheint die sogenannte »Krone der Schöpfung«, die immer irgendwelchen (An)Führern hinterher läuft, im Krieg mit ihrem Planeten zu stehen. »Worauf wollen wir eigentlich hinaus?« ist da schon eine interessante Frage, die niemand ernsthaft beantworten kann. Vielleicht kommt man von einer anderen Seite weiter. Fragen wir uns (alle Menschen), was wir überhaupt nicht wollen. Aus meinem Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis weiß ich: keiner will Krieg, Hunger, Obdachlosikeit und Krankheit. Ich könnte mir vorstellen, dass es in Deinen Kreisen wenigstens ähnlich aussieht. Vermutlich sieht die Mehrheit aller Menschen dies so. Da hätte man wenigstens einen gemeinsamen Nenner gefunden und kann formulieren worauf man hinaus will, dem Leben einen Sinn geben.

    Sorry, es ging nicht kürzer. Eigentlich müsste es noch länger sein.

    Antwort
  • 25. September 2018 um 1:38
    Permalink

    Vielleicht genügt ein Blick in Karl Marx: Das Kapital. Bd.1 MEW 23, wo beschrieben steht, wie ein einfaches nützliches Produkt eines einzelnen Herstellers gesellschaftlich wird. Und wie sich daraus eine abstrakte Form des gesellschaftlichen Reichtums sich entwickelt. Die Geldware wiederum erlaubt es, nur noch den „geldlichen Erfolg“, sprich Profit, als Maßstab des Reichtums festzustellen. Jetzt mal alles unzulässig verkürzt.
    Das Problem, an dem wir nuckeln, ist, dass das gesellschaftliche Mehrprodukt von wenigen Nutznießern verwendet wird. Frage mal einen Säugling, wann er endlich zum gesellschaftlichen Reichtum etwas beitragen will. Es ist völlig klar, dass er erst mal vom Mehrprodukt der Gesellschaft großgezogen wird.
    Warum er aber später als Arbeitnehmer so gut wie keinen Zugriff auf seine (Mehr-)Arbeit/Produkt hat, kann ihm kein Ökonomie-Lehrbuch erklären.

    Antwort
    • 25. September 2018 um 6:14
      Permalink

      Das Problem, an dem wir nuckeln, ist, dass das gesellschaftliche Mehrprodukt von wenigen Nutznießern verwendet wird.

      Man kann den Maden kündigen. Die genossenschaftliche Führung von Unternehmen funktioniert auch im Kapitalismus.

      Warum er aber später als Arbeitnehmer so gut wie keinen Zugriff auf seine (Mehr-)Arbeit/Produkt hat, kann ihm kein Ökonomie-Lehrbuch erklären.

      Burghard Flieger: Mitarbeiterunternehmen: Unternehmerteams mit Zukunft in: Michael Lezius: Mitarbeiterbeteiligung: Visionen für eine Gesellschaft von Teilhabern, Wiesbaden: Gabler, 2002, ISBN 3409118942
      gebraucht ab 10 €

      Antwort
  • 25. September 2018 um 12:56
    Permalink

    Die Fragestellung ist sehr berechtigt und das Problem ist in der Tat wichtig. Tatsächlich haben menschliche Gemeinwesen bislang immer mit und von grossen Entwürfen und Utopien gelebt, sie waren es, die der Mehrheit der Menschen Sinn und Halt in ihrem nicht einfachen Leben gaben. Manche davon umfassten die gesamte Gesellschaft, andere waren auf Klassen und Schichten beschränkt, manche hatten und haben weltumspannenden Anspruch, andere richten sich nur an einzelne Völker oder Gruppen.

    Zu grossen Teilen waren und sind das die Utopien der Religionen, die ein Nachleben in Walhalla, im Paradies, ein Aufgehen in der grossen Einheit des Nirvana oder auch eine Statusverbesserung auf dem Rad der Wiedergeburt versprechen, mit disziplinierenden Dystopien wie den verschiedenen Höllen, Gehennas etc. (der tibetische Buddhismus ist besonders kreativ in der Ausmalung sadistischer Höllen) oder auch einer Degradierung auf dem Rad der Wiedergeburt zur niederen Kaste, Unterschicht, zum Tier oder gar zum Wurm.

    Die säkularen Erzählungen mit dem Anbruch der Moderne folgen diesem Schema, allerdings präzisierten sie die Utopie teilweise auch auf kurz- und mittelfristige Entwürfe. Die Herstellung der nationalen Einheit, die Beendigung der kolonialen Schlächterei und Ausplünderung, die Erkämpfung der Demokratie, der Übergang zu sozialistischen Gesellschafts- und Produktionsweisen. Das waren teils mittel-, teils längerfristig absehbare und mindestens grundsätzlich erreichbare Ziele, die Menschen einigten und ihr Denken und Handeln beeinflussten.

    Die sozialistische Utopie war dabei die Leiterzählung für die Arbeiterbewegung in der gesamten Welt seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Die Zeit des Kalten Krieges war durch die etwas absurde Situation gekennzeichnet, dass grosse Teile der Arbeiterklasse und der Intellektuellen im Westen an der sozialistischen Utopie festhielten, während in den realsozialistischen Ländern Lebensweise und Lebensstandard der „Ersten Welt“ der kapitalistischen Wohlfahrtsstaaten diese Utopie ersetzten.

    Das Ende der sozialistischen Staaten in Europa und der Sieg des westlichen Imperialismus haben diese fragil stabile Situation zerstört. Die kapitalistischen Wohlfahrtsstaaten haben die Systemkonkurrenz nicht überlebt, die Sieger etablierten das neoliberale Regime in voller Härte im besiegten Territorium, und zunehmend auch gegenüber der eigenen Arbeiterklasse, mit neoliberalen „Reformen“ und den alltäglichen Menschenrechtsverletzungen des „Förderns und Forderns“ der Hartztyrannei. Diese Entwicklung hatte sich in UK mit Thatcher und den USA mit Reagan bereits abgezeichnet.

    Das Problem ist, dass das neoliberale Regime keine „grosse Erzählung“ bietet, wie Roberto richtig beschreibt. Er selbst hat auch keine, wie ich mir zu bemerken nicht verkneifen kann, er empfiehlt ja nur, am Kapitalismus etwas rumzureparieren. Und ich sehe nicht, dass das Hunde hinterm Ofen vorlockt.

    Jeremy Corbyn hat gezeigt, dass es möglich ist, mit der Losung des Sozialismus auch heute noch Massen zu mobilisieren, und selbst Sanders (auch wenn ich den aussenpolitische für eine Katastrophe halte) hat ausgerechnet in den USA mit dem Versprechen eines „demokratischen Sozialismus“ begeistert (was ich offen gesagt nie für möglich gehalten hätte). Es ist also keinesfalls so, dass die grossen Erzählungen ausgedient hätten.

    a^2

    Antwort
    • 26. September 2018 um 1:42
      Permalink

      Und wo sind die Diskussionen über Mondragon? Ich meine im DGB ,bei sPD und Linke?

      Antwort
      • 27. September 2018 um 7:39
        Permalink

        Stoß mal an, die Diskussion !

        Antwort
  • 26. September 2018 um 18:26
    Permalink

    Der Schulbuben-Report:
    „Mission Money“ – Dein Kanal für mehr Geld, Motivation und Erfolg – hat ein Interview mit „Stargast“ Mr. Dax aufgenommen.
    Mir gefällt das Video, weil die Fallhöhe der Intelligenz von links nach rechts schon enorm ist. Davon abgesehen, die lernfreudigen Buben fragen kritisch nach, statt klüger sein oder dumm bleiben zu wollen. Das ist heute schon seltener Journalismus, wenn auch ganz sicher keine Qualität eines Günter Gauß. Nun ist Mr. Dax vermutlich auch kein politischer Linker, aber seine Erklärungen zur Lage und zu den Motiven der herrschenden Investoren und Gestalter ist durchaus eine Bereicherung fürs kritische Denken. Das Gespräch von Gauß mit Willy Brandt (1964) u.a. über die politische Situation um 1930 könnte in diesem Zusammenhang auch ein Gespräch ca. 34 Jahre nach dem von Mr. Dax prophezeiten großen Crash der Jetztzeit sein, z.B. im Jahr 2054. Welcher dann 50-jährige könnte sich ab 2020 als junger politisch Aktiver zu einem „Brandt“ in 2054 entwickelt haben? Wäre dann „Demokratie nicht auf Rationierungskarten“ auch erst nach einer fatalen Depression und leidvollen Kriegsjahren ein lohnendes Ziel für die Gesellschaft?

    Antwort
  • 26. September 2018 um 19:47
    Permalink

    [spoiler title=“Die Subjekte okkupieren den freien Intervall“]Vermutlich ist das zurückzuführen auf ein Gefühl von Aufregung.[/spoiler]

    Antwort
  • 11. Oktober 2018 um 0:42
    Permalink

    Was wir brauchen ist eine Aneignunsgbewegung. Wir vom Kölner SSM haben schon mal angefangen:

    »Soviel Ende war nie«. Mit diesem fulminanten Satz beginnt Robert Kurz sein Buch »Der Kollaps der Modernisierung«. Und meint, dass die Epoche der sogenannten Moderne zu Ende geht, die 200 Jahre junge Arbeits- und Geldgesellschaft.

    Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts gab es heftigen Widerstand gegen diese Gesellschaftsform, weil sie eine Enteignung von stofflichem Reichtum bedeutete. So spielte im Mittelalter das Geld nur eine marginale Rolle von etwa 20 Prozent der wirtschaftlichen Leistung. Die Menschen versorgten sich noch selbst in Form der Großfamilie und anderen Gemeinschaftsformen wie der Allmende. Wer beispielsweise Holz brauchte, konnte es sich im Wald nehmen. Ökonomie war noch eingebettet und nur ein Aspekt des gesamten Lebens.

    Die Moderne hat die verwobene Ganzheit zerrissen. Heute verdiene ich – wenn ich noch Arbeit habe – mein Geld in der einen Ecke der Stadt, wohne in der anderen, kaufe in der Mitte ein, hole meine Tochter aus dem Kindergarten, besuche meinen Vater im Altenheim, fahre ins Grüne und fliege in Urlaub. Ich bin überall und nirgends, funktioniere, delegiere und konsumiere. Der inneren Leere entspricht die Wegwerfgesellschaft. Der gesellschaftlichen Isolierung entspricht die Gleichgültigkeit der über Geld vermittelten Beziehungen. Der eigenen Ohnmacht entsprechen die Sachzwänge der entbetteten Konkurrenzökonomie und das Versagen des Sozialstaates.

    Die Computertechnologie entzieht der Moderne schließlich den Boden. Wenn stetig und zunehmend mehr Arbeitsplätze wegrationalisiert werden als überhaupt neue geschaffen werden können, wenn man von Arbeit kaum noch leben kann, dann ist dieses Gesellschaftssystem letztlich nicht mehr bezahlbar. Das ist die banale, aber vielfach verdrängte Ursache der vielen Krisenerscheinungen, wobei das Aufplustern der Aktien-, und Finanzmärkte nur ein Strohfeuer bedeutet, das bald erlöschen muss.

    In diesem Epochenumbruch ist das Projekt der Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim einzuordnen. Hier wird wieder an ältere Wirtschaftsformen angeknüpft, allerdings nicht rückwärtsgewandt, sondern in radikal-emanzipatorischer Weise. Statt Großfamilie freiwilliger Zusammenschluss. Statt patriarchaler Hierarchie konkrete Basisdemokratie. Statt religiöser Dogmen vielfältiger Humanismus. Statt Monotonie vielseitige Betätigung. Statt Holzpflug Bohrmaschine, LKW und Computer.

    In der heutigen Sinnkrise und Zeiten des Einbruchs der Marktwirtschaft befindet sich die SSM bereits mit einem Fuß im neuen »Raum der Möglichkeiten«. Wenn Menschen – Gesunde und Kranke, Behinderte, Alte und Junge, Starke und Schwache, – sich zusammenschließen und sich in das gesellschaftliche Geschehen einmischen, ihren eigenen Lebenszusammenhang regeln und gestalten, wenn sie über Ressourcen wie Häuser und Maschinen besitzen und sich das nötige Know-How aneignen, können sie trotz – oder gerade wegen – , können sie trotz weniger Geld reicher und zufriedener leben.

    Dafür steht die SSM -und viele andere Projekte ebenso -. Sie stellt ein reales Fenster in eine gesellschaftliche Zukunft dar, die da heißt: Soviel Anfang war nie.

    http://www.ssm-koeln.org

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