Oh my God!

Klar, der Islamismus ist eine Gefahr. Wie könnte man das leugnen? Aber es gibt auch andere Gottesstaaten. Viel gefährlichere als die, die im Nahen und Mittleren Osten fuhrwerken. Nehmen wir mal die Vereinigten Staaten: Das Saudi-Arabien des Westens.

Serien, ich mag Serien – wenn sie gut gemacht sind. Speziell US-amerikanische Ableger haben da in den letzten Jahren eine gewisse Meisterschaft entwickelt. Man kann ja sagen was man will: Aber unterhalten, das können die Amis nach wie vor ausgezeichnet. Was mich aber in letzter Zeit stört, mehr als früher: Fast in jedem Format aus the US kommt mal mehr, mal weniger ein Jesus-Freak vor, irgendein Gottesbezug, religiöser Mystizismus oder die völlig übliche christliche Frömmelei. Selbst Protagonisten, die während der ganzen Laufzeit einer Serie oder eines Spielfilms als Vertreter einer normalen und aufgeklärten Profanität unterwegs waren, gelangen irgendwann in eine Situation, in der es mindestens um Gott geht. Nicht, dass sie dann schlagartig beten oder sich bekreuzigen, aber sie nehmen dann irgendeinen Fanatiker zu ernst, suchen das profunde Gespräch mit ihm und finden seine Spiritualität beneidenswert – nie aber befremdlich.

Ich habe das Gefühl, dass das der Unterschied zwischen europäischen und amerikanischen Hauptfiguren ist. Ersterer gibt einen Scheiß drauf und wendet sich ab, während der Kollege übern Teich zwar nicht gleich besinnlich wird, aber wohl ein bisschen schwelgerisch, weil ihm das spirituelle Nähzeug fehlt und weil er für sich eingesehen hat, dass der Rückgriff auf Religiosität kein Anachronismus ist, sondern im Grunde das Ideal, von der er sich selbst entrückt sieht. Unter dieser Ferne zur Spiritualität leidet in US-Serien heutzutage jeder noch so weltliche Akteur wie unter einer Amputation – mancher sucht dann seinen Ersatz in anderen spirituellen Angeboten. Hierbei klammert er sich jedoch nicht unbedingt an die christlichen Gemeinden fest, die in die Lebenswirklichkeit ganz normaler Menschen drängen. Da auch das Übersinnliche ein Markt ist, wählt er ein Angebot aus. Pay-per-Pray halt.

So konkret kann ich jetzt gar nicht benennen, wo eine Hauptfigur, die zunächst als profane Gestalt vorgestellt wurde, plötzlich zu einem um Spiritualität ringenden Flagellanten wurde. Es ist mehr so ein Gefühl. Vielleicht bei der Serie Fargo so ein bisschen – oder in The Sinner. Just wenn aus dem Thriller ein Horrortrip wird, bei dem das Böse versucht, dem Guten beizukommen, ein Kampf zwischen Unterwelt und Gott entbrennt, verspüre ich meist eine bittere Enttäuschung, denn der New Horror der amerikanischen Schule geht scheinbar nur mehr spirituell, als Krieg zwischen den Entitäten Gott und Teufel – wahlweise auch mit anderen Bezeichnungen ausgestattet. So ganz ohne Gott, scheint es nicht mehr zu klappen. Oder wenn die mollige Polizistin, bis eben noch tough, beim Abendbrot über »Gott wird es schon richten« schwadroniert, wo sie vorher noch ganz weltlich agierte, dann irritiert mich das wirklich zutiefst aus meiner europäischen Warte. Der Tatort ist um Längen beschissener produziert als manche Serie aus Übersee, die Stories teilweise so langweilig wie Rohkost und Wendungen programmierbar, aber so spirituell und transzendent äußert sich kein Tatort-Kommissar, der noch bei ein bisschen Restverstand geblieben ist. Was das an sich meist biedere Format eigentlich schon wieder ein bisschen sympathischer macht.

Irgendwie drängt sich in fast jedes US-amerikanische Format ein Gespräch über den Absoluten auf. Das hat sich massiv verändert. Bei Roseanne ging es im Laufe von neun Jahren um viele Themen. Spiritualität und Diskussionen um Gott, gab es aber eher keine. MacGyver als Betbruder? War Jerry Seinfeld je auf der Suche nach Lebenssinn, indem er die bombastische Schmonzettenoper aus dem Alten und dem Neuen Testament zu Rate zog? Sein Nachbar Kramer psychologisierte zwar, aber den Allmächtigen bemühte er eher nicht. Für mich als Zuschauer von weit weit weg, wirkt die neue US-amerikanische Tiefgründigkeit, die sich bei genauerer Betrachtung fast immer als Trauer um den Verlust der Spiritualität oder deren Überbetonung reduziert, schon mehr als verdrießlich. Wir good old europeans verdrängen wohl viel zu oft, dass in den Vereinigten Staaten ohne Religion kaum noch etwas klappt. Die Union besteht im Grunde aus Bundesgottesstaaten. Und so ganz ist nicht von der Hand zu weisen, dass zwischen den Saudis und den Amis mehr Ähnlichkeit herrscht, als zwischen Europäern und ihnen. Wie in der islamischen Welt, so gestaltet sich auch in den US die Religion als der eigentliche Antagonist zum kapitalistischen Gesellschaftsplan. Der Islam stemmt sich, leider nicht immer fortschrittlich, gegen kapitalistische Zugriffe und versucht, die eigentliche Sinnlichkeit des Lebens durch (teils tribalistisch-veraltete) Ersatzangebote aus dem spirituellen Äther zu erklären. Der Westen und seine Ordnung kommt darin als falsch oder als Verführungsversuch des Teufels vor. Amerikanische Sinnsucher sind da nicht so viel anders. Evangelikale Kreise stehen oft dem postmodernen Kapitalismus, der den Fleißigen ausbeutet und nicht mehr voranbringt, ziemlich kritisch entgegen.

Dass dieses Phänome heute stärker mediatisiert wird, als noch in den Achtzigern oder Neunzigern, ist auch auf die Etablierung der Spiritualität zurückzuführen. In God they trust – noch immer. Als US-Präsident leistet man seinen Amtseid mit Gottesschwur, was für deutsche Kanzler keine Notwendigkeit mehr sein muss. Als nach den Anschlägen im September 2001 verschiedene US-Prediger aus dem evangelikalen Lager meinten, die Anschläge seien nichts weiter, als die Strafe für eine Nation, die vom rechten Weg abkommt, war es der Republikaner John McCain, der diese Auswürfe als Ungeheuerlichkeit abtat. Er wollte wie viele andere nicht wortlos dabei lauschen, wie Männer, die einer Gemeinde vorstehen, Homosexualität oder Ehelosigkeit als berechtigte Gründe für einen Terroranschlag aufreihten. Das war ihm selbst als Konservativen zu viel. Prompt verlor der Mann jegliche Aussicht, Präsidentschaftskandidat von Grandpas Old Party zu werden. Erst Jahre später musste er zu Kreuze kriechen, sich entschuldigen für seinen Disput mit den Kirchen – denn ohne die, das war von Anfang an klar, habe er keine Chance auf das Amt.

Matthias Rüb hat in seinem bereits 2008 erschienen Buch »Gott regiert Amerika. Religion und Politik in den USA« zusammengefasst, wie sich die Situation in den Staaten gestaltet. Spiritualität sei demnach ein Geschäft, Kirchen zu eröffnen eine dort ganz normale Marktnische. Konsumenten für Übersinnliches gäbe es genug. Ins Gehege kommen sich die confessions und denominations kaum, sie ergänzen sich oder sehen sich, wie es unter Teilnehmern eines Marktes theoretisch üblich ist, als Konkurrenz, die das Seelenheil-Geschäft belebt. Die modernen USA sind in dieser Frage mehr oder weniger tolerant, den einen Gott gibt es nicht. Wo man allerdings intolerant wird: Wenn man so tut, als gäbe es für sich keinen Gott. Für den modernen Amerikaner ist dieser Gedanke auch weiterhin völlig undenkbar. Es muss doch irgendwas zwischen Himmel und Erde geben. Ein rein physisch-biologisches Weltbild lässt zusammenzucken.

Dieser atlantische Wahhabismus ist durchaus radikal in seiner Gottesfundamentierung des menschlichen Daseins. Man sollte nicht die Religion haben, aber wenigstens einen Gott. Man muss auch nicht religiös im Sinne einer Kirche von ihm sprechen, aber doch wenigstens eine spirituelle Unterfütterung pflegen. Was ich in Serien und Filmen neuerdings kritisiere, dürfte nicht einfach nur Zufall sein, sondern ein Abbild des modernen Amerika. Eine Respiritualisierung in wirtschaftlich schlechten Zeiten, die letzte übersinnliche Zuflucht in einer Epoche, da der gesamtgesellschaftliche Wohlstand neu aufgeteilt wird. Der Klassenkampf von oben macht es den Seelenheilquacksalbern so viel einfacher, sich Gemeinden zuzulegen, die sie dann ablasshändlerisch schröpfen können. An den Vereinigten Staaten unserer Zeit erkennt man ganz deutlich, dass wir religiöse Eiferei nie so ganz überwunden haben im Westen. Wir hatten sie durch den industriellen Materialismus ersetzt, durch das Versprechen, es gäbe ein Fortkommen, finanzielle Absicherung und Perspektiven. Als all das abgewickelt wurde, als es sich als Lüge erwies, respiritualisierten sich die Amis – eine Entwicklung, auf die wir in good old Europe sicher noch zurückkommen werden. Oh my God!


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33 Kommentare auf "Oh my God!"

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stefan becker
Mitglied

„eine Entwicklung, auf die wir in good old Europe sicher noch zurückkommen werden. Oh my God!“
sie ist in vollem Gange fing in Bayern an. Da lasse ich mal den Söder grüßen

niki
Mitglied

Der Söder södert mich an…
Das Rumsödern ist nun wirklich für den Arsch.
(Übersetzung: Dieser miese Opportunist soll die Fresse halten…)

Looper
Gast

Vom christlichen Fundamentalismus bekommt man Södbrennen.

Nun ist der Islam in seiner Grundstruktur sozialistisch geprägt.
Gibt das der islamistischen Revolutionsabsicht ( statt Terror )
eine andere Qualität ?

R_Winter
Mitglied

“Als all das abgewickelt wurde, als es sich als Lüge erwies, respiritualisierten sich die Amis – eine Entwicklung, auf die wir in good old Europe sicher noch zurückkommen werden. Oh my God! ”

Roberto, hinter welcher Fichte hältst Du Dich denn auf?
Söder hat mit seiner Kreuzverordnung die „Zeichen der Zeit“ erkannt.
Seehofer sichert diese Entwicklung in Bonn ab und die CDU fordert über noch unbekannte Politiker „kein Hartz4 unter 50 Lebensjahren“. Die Liste kann beliebig erweitert werden……

Heldentasse
Mitglied

Seehofer sichert diese Entwicklung in Bonn ab…

Oh ist es schon so weit? Ich wollte immer schon die BRD in ihren Grenzen von 1989 zurück haben. 😉

Jared Myers
Gast

“Das” Problem mit dem Christentum in vielen seiner US-Varianten ist – neben der massiven Traumatisierung eines Teils der Jugend durch dauernde Erzeugung von Schuldgefühlen bei sexuellen Gedanken und Handlungen – der calvinistische Glaube, die Güter auf Erden seien im Wesentlichen gerecht verteilt, und durch Reichwerdenlassen zeige Gott einem Menschen seine spezielle Zuneigung.

niki
Mitglied

Die Analyse ist absolut richtig… In den USA ist der Glaube, dass extremer Reichtum und Armut von Gott gewollt ist, sehr stark verbreitet!

Heldentasse
Mitglied

Klar, der Islamismus ist eine Gefahr. Wie könnte man das leugnen?

Obwohl ich nicht selten konform gehe mit den hiesigen Artikeln, muss ich hier leider zum Schluss kommen, dass das Thema hier verfehlt wurde.

M.E. ist der Islamismus in der Hauptsache ein Symptom der globalen Machtpolitik des Wertewestens, mit seinen unzähligen Kriegen, Militärschlägen, “Regime change” und sogar mittelbarer Unterstützung der Kopfabschneider in der muslimisch geprägten Welt. Die Beispiele hierfür sind Legion, und wer möchte kann dazu im Netz viele fundierte Meinungen und Fakten von Fachleuten wie z.B. Herrn Lüders abrufen.

Mein Ergo: Wer Gewalt sät wird Gewalt ernten!

Beste Grüße

niki
Mitglied

Genauer gesagt: Der Islamismus hatte erst eine Chance weil dieser durch den Westen installiert wurde…

ChrissieR
Mitglied

Hab grad wieder Mosleem-Internet….
Is lahm ! ?

pentimento
Gast

Das stimmt zum Teil. Der Islam ist aber schon seit Mohamed eine kriegerische Religion, ganz unabhängig von seinen früheren und späteren hohen kulturellen Errungenschaften. Seit Mohamed ist der Islamismus Teil des Islam. Siehe Koran. Das fing schon damit an, daß Mohamed nach der Eroberung Medinas als erstes die Juden abschlachten oder vertreiben ließ, die bis dahin friedlich mit den Arabern gelebt haben. Die westliche Poltik hat das aber verstärkt, bzw. ad absurdum getrieben. Da liegen Heldentasse und Lüders völlig richtig. Gewalt erzeugt Gegengewalt.

Heldentasse
Mitglied
@pentimento THX das Du mich zusammen mit Herrn Lüders erwähnst, aber dessen Qualitäten erreiche ich bei weitem nicht, d.h. ohne m.E. so brillante Experten wäre ich total aufgeschmissen, und würde wohl möglich auch noch u.a. die Religionen als Ursache der vielfältigen modernen groß angelegten Gewalttätigkeiten betrachten. M.E. wird es im wesentlichen, also auf globaler Ebene, so sein, dass die Regionen und andere kulturelle Unterschiede von Großmächten instrumentalisiert werden um ihre Interessen durch zu setzen. Womöglich kann man diesen Gedanken, in einem etwas weiter gefassten Zusammenhang sogar auf innenpolitische Macht anwenden, denn wie sagte Herr Marx so treffend: Das religiöse Elend… Read more »
pentimento
Gast

Wäre alles kein Problem, wenn Religion per Gesetz zur Privatsache erklärt würde.

Heldentasse
Mitglied

Was sie ja auch in den meisten Staaten dieser Welt auch schon sein wird.

Drunter & Drüber
Gast

Das fing schon damit an, daß Mohamed nach der Eroberung Medinas als erstes die Juden abschlachten oder vertreiben ließ, die bis dahin friedlich mit den Arabern gelebt haben. Die westliche Poltik hat das aber verstärkt, bzw. ad absurdum getrieben.

Wie bitte? Das fing schon damit an, dass Jakob seine Erbschaft für einen Teller Linsensuppe hergegeben hat. Der Kommunismus hat das aber verstärkt bzw. widerlegt. Das möchte ich Ihrer Aussage einfach mal entgegenhalten.

Als gläubige EuropäerInnen sind wir prädestiniert für eine Analyse der nahöstlichen Konfliktlinien, die kürzlich mit dem Auszug des Musa aus Ägypten begannen.

Elsfleth
Gast

Es gibt nur gläubige Frauen in Europa? Das halte ich für ein Gerücht!

Drunter & Drüber
Gast

So lange Sie nicht behaupten, jemand anderes als Sie würde ein solches Gerücht streuen, ist ja alles gut. Machen Sie einfach weiter, Erleuchtung wird selbst Ihnen zuteil.

Nashörnchen
Gast

Daß “der Westen” schon 1400 Jahre alt ist, weiß ja auch nicht jeder. Und das, wo das Land, um das es in dem Artikel geht, erst über 1000 Jahre später entstanden ist…
Allerdings sehe ich das eigentliche Thema erst ab dem nächsten Satz:

Aber es gibt auch andere Gottesstaaten. Viel gefährlichere als die, die im Nahen und Mittleren Osten fuhrwerken.

beginnen. Und da isses – meine Meinung – gar nicht so verfehlt. Eher deckt es doch sich mit Deiner Ansicht. Würde ich jedenfalls so verstehen…

Heldentasse
Mitglied

@Nashörnchen

Wo sind die genau die Gottesstaaten die noch gefährlicher sind als SA,IS&Co.? Da scheine ich eine Bildungslücke zu haben, oder lässt etwa hier der Seehofer Horst schon anders Gläubige an Kreuze nageln?

Ergo: Man sollte nicht immer gleich Johova rufen, nur weil die CSU versucht die AfD rechts zu überholen. Der Glaube wird hier m.E. eindeutig instrumentalisiert.

Beste Grüße

ert_ertrus
Gast

Seehova bitte 🙂

pentimento
Gast

Guter Artikel. Ich halte den amerikanischen “Gottesstaat” für weitaus gefährlicher als den islamistischen. Letzterer hat sich in dieser extremen Form erst gebildet, als er vom Wertewesten angegriffen wurde. Die kriegstreibenden Amis dagegen sind eine scheinheilige Clique, die sich seit 200 Jahren im DauerAngriffsKrieg befindet.

Heldentasse
Mitglied

Und was wäre, wenn es in der Wirklichkeit um Rohstoffe, Handelswege und globale strategische Macht geht, und die Religionen leider dazu missbraucht wird den daraus folgenden Unbill zu legitimieren? Das Fußvolk und Kanonenfutter leidet und stirbt bekanntlich lieber für höhere Ziele als für den schnöden Profit.

Beste Grüße

pentimento
Gast

Na klar, die Amis wollen doch nicht das Christentum verbreiten. Selbst ihre sogenannten “Werte” und die Menschenrechte sind ihnen vollkommen schnuppe. Es geht um Rohstoffe.

Heldentasse
Mitglied

Wenn das so ist, dann gibt es ja auch keinen amerikanischen Gottesstaat! 😉

pentimento
Gast

Also nein, äh doch, irgendwie. .. Ist es nicht ihr besonderes Verhältnis zu dem, was sie “Gott” nennen, was sie mit diesem Exzeptionalismus beglückt? Bilden sie sich nicht ein, ein außergewöhnliches Volk zu sein, das so besonders ist, daß es sich über die Regeln des Völkerrechts hinwegsetzen zu darf? God’s Very Own Country eben.

ert_ertrus
Gast

Was stand doch gleich auf den Gürtelschnallen der Wehrmachtsoldaten? Gott mit uns!

Immer die gleiche Mischpoke – nationale etc. Unterschiede sind als reine Folklore zu betrachten …

Robbespiere
Mitglied

@Heldentasse

Und was wäre, wenn es in der Wirklichkeit um Rohstoffe, Handelswege und globale strategische Macht geht, und die Religionen leider dazu missbraucht wird den daraus folgenden Unbill zu legitimieren?

Selbstverständlich werden ( die monotheistischen ) Religionen zur Ausübung von Macht mißbraucht, aber sie liefern auch das dogmatische Gerüst dazu.
Die Behauptung, über die einzig wahre Religion zu verfügen, ist das ideale Einfallstor zur Okkupation derselben.
In den früheren, pantheistischen Religionen war der Glaube nie ein Kriegsgrund oder Antrieb zur Machtaneignung, sondern eine profane Angelegenheit ohne mystisches Deckmäntelchen und vorgeschobenem Sendungsauftrag.
es ging um Land, Resourcen oder ganz simpel um Beute und sonst nichts.

Mordred
Mitglied
Roberto, Religion ist doch nur ein Opium fürs Volk von vielen Opiaten. Andere glauben ernsthaft: “Wenn ich nen Porsche fahre, habe ich es geschafft.” Jeder glaubt an etwas. Wichtig ist, seinen Glauben regelmäßig zu hinterfragen und mit den Realitäten abzugleichen. Bei Fundamentalisten jedweder Coleur ist der Zug per Definition abgefahren. Im Rahmen von Geopolitik und Verteilungskämpfen sind Religionen nur ein vielseitiges Tool. “Gott will [beliebiges getarntes geopolitisches Ziel einsetzen] und deswegen müssen wir xy vernichten/befreien/…” Ich finde es erschreckend, dass weltweit zusätzlich zum ideologischen Rechtsruck auf einmal wieder Religion einen solchen Hype erfährt. “Gehört der Islam zu Deutschland?” als Beispiel…was… Read more »
ChrissieR
Mitglied

Ich glaub, es geht los! ( ironie)
Wenn die versklavten Bürger mal aufhören würden zu glauben…besser ,sie würden sich informieren , dann wüssten sie schon lange, dass das, was uns als Gott präsentiert wird,doch nur das alte Bekannte Unterwerfungssystem einer perfiden gierigen Klasse ist!

ert_ertrus
Gast

Aus Heinrich Heines >Deutschland, ein Wintermärchen<:

Sie sang das alte Entsagungslied/
das Eiaopeia vom Himmel/
damit man tröstet/ wenn es greint/
das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text/
ich kenne die Herren Verfasser/
ich weiß, sie tranken heimlich Wein/
und predigten öffentlich Wasser.

S. G.
Gast

Ein sehr empfehlenswertes Buch zum Thema amerikanische Evangelikale/christliche Rechte, Neocons und Politik ist: Craig Unger “The Fall Of The House of Bush”

trackback

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No White Guilt!
Gast

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