Warum ein Jobcenter keine Jobs vermittelt oder: Warum sollte es auch?

Ein Rentier, das nicht rennt, rentiert sich nicht. Ein Jobcenter, das keine Jobs vermittelt, „jobcentert“ nicht. Aber genauso ist es, und wenn man genauer hinschaut, steckt dahinter – natürlich – System. Und das heißt „Statistikaufhübschung“.

In der „taz“ war eine merkwürdige Geschichte zu lesen, die so merkwürdig aber nun auch wieder nicht ist. Denn längst ist bekannt, dass die eigenen Maßnahmen der Jobcenter, die meist teuer erkauft werden, ins berufliche Nirgendwo für die Betroffenen führen. Egal, Hauptsache, es können mal wieder hübsche Zahlen präsentiert werden. Unsinnige Maßnahmen, die keinerlei Sinn ergeben und in etwa so gute berufliche Perspektiven bieten wie ein Kurs in Spargelerstechen oder Unkrautbesprechen sind bestens geeignet, die eigenen Quoten zu erfüllen und einmal im Quartal von ausgezeichneten Zahlen zu sprechen. Da kommen echte Jobs eher ungelegen. Und haben es ziemlich schwer.
Worum also geht es?

Berufspilot auf Blindflug

Zugegeben, der Name klingt nicht gerade prickelnd, aber Namen sind doch eh Schall und Rauch: „Berufspilot und Betriebsunterhalt – Spandau 2020“ – das hört sich an wie der Versuch, die Betriebskostenabrechnung mit einer kleinen Propellermaschine zuzustellen. Aber dahinter verbirgt sich etwas anderes.
Es geht um die Ausbildung von Hausmeistern, und zwar sozialversicherungspflichtig (wobei es einer genaueren Untersuchung bedürfte, das zu prüfen, denn das Wort „sozialversicherungspflichtig“ ist inzwischen ja auch immer häufiger ein „totes Pferd“ geworden, aber sei’s an dieser Stelle drum)). Semih Kneip, der am Projekt mitarbeitet, ist angetan von der Idee. Und 55 Jobs könnten geschaffen werden, zwei Unternehmen haben bereits ihre Zusagen für sozialversicherungspflichtige Jobs erteilt. Aber leider, leider läuft die Sache nicht. Was Kneip ziemlich wundert, sich aber erklären lässt. Schön ist diese Erklärung aber nicht, im Gegenteil.

Die Idee

Die Idee hinter dem Projekt „Spandau 2020“ ist recht schnell erklärt. Über Praktika werden die Bewerber in den potenziellen neuen Arbeitsbereich eingeführt. Sie sollen vornehmlich lernen, Situationen dahingehend einzuschätzen, ob für bestimmte Mängel der Hausmeister das Problem lösen kann oder Firmen beauftragt werden müssen. Im Prinzip genau das, was Hausmeister eben so tun. Da es alleine in Spandau rund 9.000 Langzeitarbeitslose gibt, sollte es eigentlich genügend Bewerber geben. Gibt es aber nicht, sagt das Jobcenter. Schließlich sei die Maßnahme – und das ist richtig – freiwillig. Da könne man eben nicht sicherstellen, dass es genügend Bewerber gebe.
Klingt logisch, ist es aber nicht.

Maßnahmen-Wirrwarr

Wer kommt warum in welche Maßnahme und von wem? Die Frage klingt eigentlich merkwürdig, sollte es doch darum gehen, Menschen ohne Arbeit wieder in Beschäftigung zu bringen. Aber so einfach ist es dann doch nicht.
Es gibt Maßnahmen, die freiwillig sind, so wie „Spandau 2020“. Andere sind es nicht, und wer sich weigert, an denen teilzunehmen, muss mit Sanktionen rechnen. Und dann gibt es da noch die Unterschiede bei den Auftraggebern. Das Spandauer Projekt kommt vom – und nun wird es wieder etwas holprig – „BIWAQ“, was für „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ steht und dem Europäischen Sozialfonds einerseits und dem Bundesbauministerium andererseits zugeschrieben wird.
Nun sind sich aber Jobcenter und Bundesbauministerium nicht unbedingt einig, was das Ziel angeht. Und das sollte ja normalerweise heißen, Menschen in Arbeit zu bringen.
Klingt wieder logisch, ist es aber erneut: nicht.

Das Geschäft mit der Arbeit(slosigkeit)

Was wie ein Schildbürgerstreich klingt, ist bitterer Ernst. Die Jobcenter besetzen zunächst die eigenen, eingekauften Maßnahmen. Alles andere ist sekundär. Das wird so nicht kommuniziert, vielmehr heißt es, dass die „Plätze in eingekauften Maßnahmen […] individuell und bedarfsorientiert vergeben“ werden.
Dem kann man nicht einmal widersprechen, wenn man einbezieht, dass auch die Jobcenter individuelle und bedarfsorientierte Ansprüche haben (nämlich an sich selbst). Und genau darauf läuft es hinaus: Die eigenen Maßnahmen müssen ausgeschöpft werden, denn es geht um Zahlen, nicht um Menschen. Es geht um Zahlen, die uns regelmäßig vorgetragen werden und die die Botschaft „Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben“ zu belegen scheinen. Denn werden die eigenen Maßnahmen ausgeschöpft, stimmen die Zahlen eben wieder.
Wir kennen das.

Das Gegenteil von Hilfe

Das Beispiel „Spandau 2020“ ist ein wütend machender Beleg dafür, dass die Jobcenter nicht im Sinne der Menschen, die Hilfe brauchen, handeln. Sie sind nichts weiter als Hilfsarbeiter für die Fälscher der Statistiken. Sie geben Geld aus für unsinnige Maßnahmen und müssen Ergebnisse vorlegen, unabhängig vom Sinn oder Unsinn dieser Maßnahmen. Sie sind ein Wirtschaftsbetrieb, der liefern muss, sie sind nichts weiter als eine Krücke für die Politik, die ein wenig Hilfe bei der Verbreitung ihrer „frohen“ Botschaft braucht.
Wäre diese Praxis alleine in der Verantwortung der Jobcenter, wäre es unangenehm, sogar sehr unangenehm. Aber sie missbrauchen für diese Fälschung die Betroffenen, gängeln sie, sanktionieren sie und geben ihnen den zynischen Titel „Kunden“. Und genau das lässt diese Praxis nicht nur unangenehm und anrüchig erscheinen. Es macht die Sache hässlich. Richtig hässlich.
Aber das ist das Gesicht der neoliberalen Politik: Eine Fratze, der man nicht nur nachts, sondern auch bei Tageslicht möglichst nicht begegnen will. Die Betroffenen haben aber keine Wahl. Sie sehen dieser Fratze beinahe täglich ins Gesicht.  [InfoBox]

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ChrissieR
ChrissieR
4 Jahre zuvor

Moin,
dieser Verein hat noch nie seine Aufgabe erfùllt, selbst als es noch „Arbeitsamt“ hiess!
Z.B. Berufsberatung als Schülerin: Da kam bei mir heraus, dass ich weniger für mathematisch- naturwissenschaftliche Berufe geeignet sei. Hätte ich auch so gewusst, bei meiner permanenten Mathe- Fünf!
Dann suchte ich nen Studentenjob, ich hatte damals FSK 2 ( heute CE) und wurde nur mit einem Lächeln abgewiesen, ich hätte ja keine Erfahrung!
Gut, bin ich halt mit dem Mofa von Spedition zu Spedition gefahren – und sass zwei Tage später schon in “ meinem“ LKW!
Dieser Luschen und Abseilerverein hat jetzt halt zusätzlich noch Macht über Überleben und Verrecken bekommen, der Faschismus blüht und gedeiht

Aufgewachter
Reply to  ChrissieR
4 Jahre zuvor

Letzten Montag um 10:00 Uhr im Foyer eines Jobcenters für eine Informationsveranstaltung der Bundesweh …

Erwerbsloser stellt der Bundeswehr im Jobcenter unangenehme Fragen bezüglich Tornado-Einsatz
https://aufgewachter.wordpress.com/2015/12/13/erwerbsloser-stellt-der-bundeswehr-im-jobcenter-unangenehme-fragen-bezueglich-tornado-einsatz/

Kristana
Kristana
4 Jahre zuvor

Die Jobcenter tun NICHTS für die Arbeitslosen, aber alles dagegen! Ist schon sehr lange so.

Ich war 10 Jahre lang in der Erwachsenenbildung und hab ehrenamtlich Bewerbungsseminare für Schüler aus prekären Verhältnissen gemacht. Tolles Projekt übrigens damals.

Als ich dann aus gesundheitlichen Gründen in HartzIV gerutscht bin, war das Erste was mir verordnet wurde (obwohl nachweislich nicht arbeitsfähig) ein Bewerbungsseminar. Und diesem folgten dann in den nächsten 2 Jahren noch 3 weitere. Ist dochn Witz!

Bis ich irgendwann im Gespräch mit dem Fallmanager ehrlich war und bemerkt habe, dass ich Cannabis als Medikament nutze. Ich flog SOFORT aus der Maßnahme und mir wurde auch nie wieder eine aufgedrückt.

Ich kann nur jedem HartIV-Empfänger raten, sagt einfach, dass Ihr Kiffer seid und schon habt Ihr Eure Ruhe. 🙂 Ist schlimm, wenn es nur so geht, aber hilfreich!

Aufgewachter
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

Fallmanager und das kleine Einmaleins der Jobcenter-Mitarbeiter (Neusprech)

Agentur für Arbeit = Agentur für Sanktionsvermittlung

Einladung = Vorladung

Kunde = Vorgeladener (unfreiwillig)

Sanktion = Aushungern durch Leistungsentzug, um Vorgeladene zur Arbeitsaufnahme zu zwingen

weiterlesen …

Neusprech eines absolut korrupten Systems
https://aufgewachter.wordpress.com/2013/12/19/neusprech-eines-absolut-korrupten-systems/

Doller Beitrag
Doller Beitrag
4 Jahre zuvor

Man ist genötigt „Spandau 2020“ zu googeln, um ahnen zu können,
worum es im Artikel gehen könnte.

Doller Beitrag
Doller Beitrag
Reply to  Tom J. Wellbrock
4 Jahre zuvor

Journalistische Grundregel : Eine Information pro Satz

Beispiel: Die Katze liegt auf der Matratze. Die Katze frisst Fisch.
Der Fisch ist von Aldi aus dem Sonderangebot.

Man hängt einfach Informationen aneinander damit der Leser
weiß worum es geht. Die Informationen sind neu. Bekannte Informationen
sind bekannt. Das ist die Krux an der Sache mit dem Informieren.

Ich habe es ganz einfach gehalten, für den Fall das [entfernt, da unangemessen, TW]

R_Winter
R_Winter
Reply to  Doller Beitrag
4 Jahre zuvor

@Doller Beitrag

Bist Du ein Troll der Bundesagentur für Arbeit oder gehörst Du zu den Statistik-Lügnern der Bundesregierung?

Kristana
Kristana
Reply to  Doller Beitrag
4 Jahre zuvor

Solcher „Journalismus“ – eine Info pro Satz – nennt sich BILD.

Aufgewachter
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

Nach der offiziellen Verschwörungstheorie der BA müßte ein junger qualifizierter, psychisch und physisch gesunder Erwerbsloser durch einen Arbeitsvermittler direkt in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln sein.

Läßt sich dieses Wunschdenken jedoch in der Praxis nicht verwirklichen, so werden die Ursachen nicht in der offiziellen Verschwörungtheorie der BA gesucht, sondern beim Erwerbslosen. Und wer suchet, der wird schließlich fündig, so die gängige Verschwörungspraxis der BA.

Immer mehr unqualifizierte Jobcenter-Mitarbeiter finden bei gut qualifizierten Erwerbslosen sogenannte Vermittlungshemmnisse, die als Grundlage dazu herhalten sollen sie dennoch zu verwerten, nämlich in teuren „Bildungs-Maßnahmen“, die Vermittlungshemmnisse beseitigen sollen, die es gar nicht gibt.

Weiterlesen …

Jobcenter-Mitarbeiter unterstellen Erwerbslosen Vermittlungshemmnisse, um sie der Arbeitslosenindustrie zur Verwertung zuzuführen
https://aufgewachter.wordpress.com/2016/03/03/jobcenter-mitarbeiter-unterstellen-erwerbslosen-vermittlungshemmnisse-um-sie-der-arbeitslosenindustrie-zur-verwertung-zuzufuehren/

Mordred
Mordred
Reply to  Doller Beitrag
4 Jahre zuvor

Journalistische Grundregel : Eine Information pro Satz

Diese Regel hast Du Dir ausgedacht.

Man hängt einfach Informationen aneinander damit der Leser
weiß worum es geht. Die Informationen sind neu. Bekannte Informationen
sind bekannt. Das ist die Krux an der Sache mit dem Informieren.

Du hast wohl das Konzept des WWW und der Hyperlinks noch nicht verstanden? Lol 🙂

Rainer Münchberg
Rainer Münchberg
Reply to  Doller Beitrag
4 Jahre zuvor

Die „Gegenöffentlichkeit“ von euch Stümpern interessiert da
draußen niemanden. Wann fällt euch auf, dass es an der miesen
Qualität eurer, immer gleichen Pamphlete liegt ?

Hannelore
Hannelore
Reply to  Tom J. Wellbrock
4 Jahre zuvor

„…..einerseits kommentieren, andererseits …Kommentare zu hinterlassen“

Genau das ist wahrscheinlich mit „Stümpern“ gemeint :-)))

Hannelore
Hannelore
Reply to  Hannelore
4 Jahre zuvor
Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  Hannelore
4 Jahre zuvor

Wer bei einem SPON-Kommentar in der Überschrift das Wort „Linke“ und dann im Folgenden als Kommentator einen gewissen „Fleischhauer“ entziffert weiß, dass das gerade verschwendete Lebenssekunden gewesen sind. Texte dieses manischen Würstchens, der noch Jahre der Therapie benötigt, um den Frust gegen seine eigene Familie bewältigen zu können, sollte man getrost nach den eben erwähnten Sekunden an die Seite legen und besser in der Nase popeln.

R_Winter
R_Winter
4 Jahre zuvor

Aber das ist das Gesicht der neoliberalen Politik: Eine Fratze, der man nicht nur nachts, sondern auch bei Tageslicht möglichst nicht begegnen will.

So ist es.

Die neoliberale Bundesregierung verbreitet Statistik-Lügen, indem Ausgangsquellen bewusst vertauscht werden.
Selbst die NachDenkSeiten sind überfordert und drucken die Lügen als „Wahrheit“ ohne jeden Kommentar ab. Es werden vorsätzlich verschiedene Einnahmequelle als Basis genommen – warum nicht „Besitz – Einkommen anderer Art Immobilien, Sparbücher, Silberbestecke, Rasenmäher z.B.“?

Hier das Beispiel „Renten 2016“:

1. Alterssicherungsbericht 2016 der Bundesregierung
Nach dem bisher letzten im Jahr 2016 erschienenen Alterssicherungsbericht der Bundesregierung hatten 20 Prozent der alleinstehenden Männer und 25 Prozent der alleinstehenden Frauen der Generation 65+ Einkünfte von unter 1000 Euro pro Monat. Mehr als ein Drittel dieser Personen hatte sogar monatliche Einnahmen von nicht einmal 750 Euro.

Quelle: Kontext: Wochenzeitung + NDS am 25.1.2018

2. Rentenversicherungsbericht 2016- Seite 19:

Einzelrentner im Durchschnitt

Männer 1013 € p.m.
Frauen 635 € p.m.

Beide Berichte kommen von der Bundesregierung:

Wenn die Durchschnittsrente der Einzelrentner Männer (100%) nur 1013 € p.m. beträgt, sollen „nur“ 20% eine Rente unter 1000€ p.m. haben?
Wenn die Durchschnittsrente der Frau (100%) bei 635€ p.m- liegt – sollen angeblich „nur“ 25% unter 750€ liegen?
Ist 635 höher als 750?
Hier weiß die rechte Hand nicht, was die linke Hand macht – oder haben die neoliberalen Statistiker die erst Klasse in der Schule ausgelassen?

Wir sind ja so reich….. (an Spinnern).

Mordred
Mordred
Reply to  R_Winter
4 Jahre zuvor

„Einkünfte“ könnte was anderes/mehr sein als Rente von der Deutschen Rentenversicherung.
– private Rente
– Witwenrente
– Nebenjob
– …

R_Winter
R_Winter
Reply to  Mordred
4 Jahre zuvor


Kannst Du die Aussage in deinem Kommentar bitte klarer ausdrücken, damit ich antworten kann – oder habe ich mich nicht „klar“ genug ausgedrückt?

Mordred
Mordred
Reply to  R_Winter
4 Jahre zuvor

Bei Deinem 1. geht es um „Einkünfte“, bei Deinem 2. um gesetzl. Rente. In Deinen Fragen sind aber 1. und 2. nur Rente.
Ich zitiere Deine erste Frage und verändere sie, indem ich an richtiger Stelle „Einkünfte“ einsetze:

Wenn die Durchschnittsrente der Einzelrentner Männer (100%) nur 1013 € p.m. beträgt, sollen „nur“ 20% Einkünfte unter 1000€ p.m. haben?

Da wäre meine Antwort: Kann durchaus sein. Denn schließlich können Einkünfte noch aus anderen Geldern als der gesetzl. Rente bestehen.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

Bild und Einleitung sind cool und stimmen tutet es im Prinzip auch. Aber kadaber, es ist nicht immer so schlecht, wie man es machen oder reden kann.
Selbst hatte ich das AA mal vor ca. 18 Jahren genutzt und mir selbst eine Fortbildung gesucht. Ärgerlich war nur, dass ich vom AA bei der Wahl des Kurses auf meinen formalen Abschluss beschränkt wurde, obwohl der Anbieter mich kostenneutral und bereitwillig in einen besser passenden Kurs genommen hätte. Besucht habe ich die beiden Kurse dann je nach Thema wechselweise, bekam aber nur den Offiziellen bestätigt. Der Formalismus beim AA hat mir somit eine Aufstiegschance verwehrt. Nicht sinnvoll, Egal.
Gut 10 Jahre später hatte ich eine alleinerziehende Freundin mit 2 kleinen Kindern. Sie steckte hoffnungslos in H4 fest. Das Selbstvertrauen war beschädigt, keine Aussicht, keine Idee. Ich schlug ihr meine frühere Vorgehensweise vor. Sie war skeptisch und verwies auf ihre negativen Erfahrungen mit dem Jobcenter und das nun alles anders wäre. Mit etwas Ansporn suchte sie im www dann doch einen förderfähigen Kurs raus, der zu ihren Vorstellungen passte. Dann trugen wir Argumente zusammen, warum gerade dieser Kurs notwendig, sinnvoll und eine Garantie für den beruflichen Wiedereinstieg ist. So präpariert ging sie nervös ins Jobcenter, bekam ohne Probleme die Förderung und Zusprache. Es wurde ein voller Erfolg. OK, auch das war vor gut 10 Jahren. Die Bedingungen haben sich sicher geändert. Aber die mentale Einstellung und die sich aus Hoffnungslosigkeit verstärkende Chancenlosigkeit wohl nicht. Also schreibt auch mal was Positives, Hoffnungsvolles, das man ins „Neuland“ mitnehmen kann.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

Das grundsätzliche Problem ist doch, dass die Auswirkungen einer schwer erkrankten Gesellschaftsstruktur mit den gleichen Mitteln „behandelt“ werden, die auch die wesentliche Krankheitsursache bilden. Einen viruserkrankten Mann mit Impfstoff aus abgeschwächten Viren der gleichen Art zu behandeln, ist doch ein sinnloser oder sogar gefährlicher Aktionismus. Hauptsache Aktionismus. Wenn es früher für die Wirtschaft selbstverständlich war, den beruflichen Nachwuchs in allen sozialen Schichten und Bildungsgraden bereits vorsorglich zu gewinnen und selbst zu entwickeln, dann ist heute trotz beschleunigter Innovation und grassierender Planungsunsicherheit die Erwartung normal, dass eine staatlich organisierte Aus- und Fortbildung den Arbeitsmarkt just in time mit billigem und sofort nutzbarem Nachschub versorgt. Wenn für bestimmte Milieus gerade keine Jobs zur Verfügung stehen und niemand vorhersehen kann, welche konkreten Skills in naher Zukunft stattdessen gebraucht werden, dann steht das Gemeinwesen vor einem unlösbaren Problem. Beamtische Behörden müssten im langjährigen Vorlauf die Innovationen und den konkreten Bedarf der Wirtschaft intellektuell und praktisch vorwegnehmen und damit führen ohne zu führen. Also kann das Amt nur wie bisher allgemeine Dienstleistungsbereiche bedienen und mit dem Überangebot die Prekarisierung dieser Bereiche noch antreiben. Die von Arbeitgebern gleichzeitig abgestoßenen Leute stehen mit diesem Überangebot in Konkurrenz um die „neuen“Jobs mit schlechteren Arbeitsbedingungen.
Solche Vorgehensweise des scheinbaren Korrigierens durch ständige Wiederholung des Fehlers durchzieht alle Bereiche der Gesellschaft. Das „Weiter so“ wird systemimmanent durch ein weiter so „korrigiert“, weil es tatsächlich nur so weiter gehen kann im dysfunktionalen System. Insolvenzverschleppung als systemimmanenter Schutz vor sich selbst. Jeder merkt das, aber so lange immer wieder eine nächste Weiter so-Runde gestartet wird, kann man die verbindliche Offenbarung des systematischen Scheiterns noch vermeiden.

Robbespiere
Robbespiere
4 Jahre zuvor

Hier einmal zei Artikel über die Ursachen, die überhaupt zu Arbeitslosigkeit in großem Umfang führen:

https://makroskop.eu/2018/01/zur-verteidigung-der-staatssouveraenitaet/

http://www.egon-w-kreutzer.de/005/pad042018.html

Das Kernproblem ist die Preisgabe staatlicher Souveränität durch die Politik an Konzerne und die Finanzwirtschaft.
Die Vermittlertätigkeit der Arbeitsagenturen ist lediglich ein Feigenblatt zur Verdeckung der wahren Ursachen der Arbeitslosigkeit.

Exakt „das“ gehört ins öffentliche Bewußtsein, nicht die Symptome.

Karl
Karl
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Die Vermittlertätigkeit der Arbeitsagenturen ist lediglich ein Feigenblatt zur Verdeckung der wahren Ursachen der Arbeitslosigkeit.

Der Import überflüssiger Arbeitskräfte ist die Ursache von Arbeitslosigkeit der Stammbevölkerung.

Wie viele Links soll ich setzen um diese profane Feststellung zu belegen ?

Mordred
Mordred
Reply to  Karl
4 Jahre zuvor

Ohje. Also mir würden 3 reichen.
Meinst Du mit überflüssige Arbeitskräfte die Flüchtlinge? Tja, merkwürdiger Weise gab es aber auch schon vorher Arbeitslose und unterbeschäftige in Massen.
Oder spielst Du mehr auf Konzepte wie die Blue Card an? Da würde „Import“ zumindest halbwegs passen…Da wäre dann nur das Problem, dass hier noch wesentlich offensichtlicher als bei den Flüchtlingen Konzerne und co. die Treiber sind.

ThomasX
ThomasX
Reply to  Karl
4 Jahre zuvor

Meine Fresse!
Da fehlt doch noch „… klauen unser Klopapier und vergewaltigen deutsche Schäferhundebabys … nigelmimimi“

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Karl
4 Jahre zuvor

@Karl

Der Import überflüssiger Arbeitskräfte ist die Ursache von Arbeitslosigkeit der Stammbevölkerung.

Hast du die Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden?

Luise
Luise
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Meinst du die Welt bildet sich ausschließlich in deinen gesetzten Links ab ?

Sind Linke zu doof zum Rechnen ? Mal eine Textaufgabe aus der Klasse 5:

Wenn in einem Land 5-6 Mio. tatsächliche und verdeckte Arbeitslose existieren

und 500 000 ausländische Arbeitslose hinzukommen.

Werden es dann weniger oder mehr Arbeitslose ?

Mordred
Mordred
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

Meinst du die Welt bildet sich ausschließlich in deinen gesetzten Links ab ?

Hat er das irgendwie behauptet?

Der Karl meint im Gegensatz (!) zu Rob, dass es nur oder vor allem an den Einwanderern liegt. Da ist die Frage völlig berechtigt, ob er die Artikel nicht gelesen hat.

Und Du schießt jetzt den Vogel ab, indem Du an Karl und Rob vorbei redest 🙂 Aua^^ Aber nun gut: Wir haben also wie Du schreibst schon massig Arbeitslose und da kommen jetzt noch 100.000e hinzu. Alle abzuschieben wird also wohl kaum die in Robs Artikeln genannten grundlegenden Probleme lösen oder? Oder seid Ihr wirklich so blöde und meint ernsthaft, dass nur die zugewanderten Ausländer abgeschoben werden müssten damit wieder (!) alles toll ist?

Schweigsam
Schweigsam
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

Das ist Kindergartenniveau. Such dir mal einen Therapeuten. Hier bist du falsch, hier kann man dir nicht helfen!
Wer schon mit Schaum vorm Mund gegenüber Fremden auftritt, der hat ganz andere Probleme.
So jetzt ist Schluß.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

@Luise

Sind Linke zu doof zum Rechnen ? Mal eine Textaufgabe aus der Klasse 5:

Wenn in einem Land 5-6 Mio. tatsächliche und verdeckte Arbeitslose existieren

und 500 000 ausländische Arbeitslose hinzukommen.

Werden es dann weniger oder mehr Arbeitslose ?

Hallo Luise,
Du scheinst bei Klasse 4 hängen geblieben zu sein, denn wenn ich die 500.000 ausländischen Arbeitslosen wieder abziehe, kommt bei mir nicht „Null“ heraus.
Ergo haben die 5-6 Mio. mit den Ausländern rein gar nichts zu tun und die Ursachen liegen woanders.
Auch du scheinst den Inhalt der Artikel entweder gar nicht erst gelesen, oder in ihrer Tragweite nicht verstanden zu haben.

Wie man, ohne sich mit der Materie zu beschäftigen, einfach nur rechtslastige Parolen nachäfft, wird sich mir vermutlich nie erschließen.
Ich war auch schon arbeitslos, wäre aber nie auf die Idee gekommen, das Leuten in die Schuhe zu schieben, denen es noch beschissener geht.

anton
anton
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Arbeitsjunge, gegen keine Gruppe wurde so gehetzt wie gegen Arbeitslose! Teddybär-Begrüssungsfeten gab es da nie! Nimmt man Flüchtlinge aus humanen Gründen auf, dann ist die Frage nach der Beschäftigugn/Arbeitsligkeit eh nicht wichtig, da sie nur vorübergehend bleiben sollen!Das weit größere Problem ist jedoch der Maßnahmenterror gegen Langzeitarbeitslose , sinnvolle Bürgerarbeit und passende Qualis sind da besser! Bei den Sanktionen und Anrechnungenverfahren ist dringend etwas zu ändern, wird aber nciht passieren!

Drunter+Drüber
Drunter+Drüber
Reply to  anton
4 Jahre zuvor

Wird nciht pissaeren. Da hats rehtcs! Anrechnungsverfahren und Sanktionen ändern! Jetzt! Pullenschluck auch!

Brian DuBois-Guilbert
Brian DuBois-Guilbert
Reply to  Drunter+Drüber
4 Jahre zuvor

ohauerha…..
Jetzt antwortet Dummstoffel *Anton* sich auch noch selbst….

Drunter+Drüber
Drunter+Drüber
Reply to  Brian DuBois-Guilbert
4 Jahre zuvor

Gönnen Sie sich doch ein wenig Unterhaltung zum Wochenende!

Luise
Luise
Reply to  Drunter+Drüber
4 Jahre zuvor

Gönnen Sie sich doch ein wenig Unterhaltung zum Wochenende!

„Die Nazikneipe in Schweinewalde“

https://youtu.be/ZZOZDrDYzTM

Luise
Luise
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

Linke sind Geisteskranke. Linke wollen die Grenze für alle
öffnen und jedem leistungslos 1050 € pro Monat in die
Hand drücken.

Wie gut das die dämlich genug sind das öffentlich zu machen.
Sonst wäre die Linke in NRW noch in den Landtag eingezogen.

Die Linke hat keine Chance Ersatzvolkspartei zu werden, schreibt Augstein:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-und-grosse-koalition-das-macht-die-afd-zur-volkspartei-kolumne-a-1189124.html

Kristana
Kristana
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

Ach Luise… Neid und Bosheit sind keine schönen Charakterzüge. Stell dir vor, die „Geisteskranken“ würden sogar dem braunen Mob diese 1050,- in die Hand drücken.

Und mit ein bisschen Nachdenken wäre dir aufgefallen, dass du als Rechte gerade die, von euch so verhasste, Lügenpresse verlinkst.

Oh Herr wirf Hirn herab…

Luise
Luise
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

dass du als Rechte

Tickst du noch ganz richtig ?

Wo bekommt die Linke 82 Mio. mal 1050 € jeden Monat her um

überhaupt jemandem etwas „in die Hand drücken“ zu können ?

Ist „die Linke“ eine Ansammlung von Schulversagern die

nicht rechnen können ?

Wer soll denn solche Idioten wählen ?

Kristana
Kristana
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

Du hast dich noch NIE mit dem Thema Grundeinkommen beschäftigt, oder? Weil wenn du es getan hättest, wüsstest du, dass es dazu längst Rechenmodelle von sehr intelligenten Menschen gibt. Das Grundeinkommen trägt sich selbst, weil die Mrd für die Jobcenter-Sanktions-Maschinerie wegfallen würden. Das zum einen.

Außerdem… Würde man aufhören Banken zu retten (80Mrd allein Commerzbank), Steuerhinterzieher und -vermeider zu pampern (Amazon u Konsorten so um die 100 mrd pro Jahr), dann wäre so wahnsinnig viel Kohle vorhanden, wir hätten goldene Wasserhähne in den Schulen, einen Traum von Infrastruktur und könnten lässig noch 3 Mio Flüchtlinge aufnehmen.

Wer Gerechtigkeit und Frieden wählen soll? Naja… Ich würde sagen, jeder der Wert auf sein Karma legt, oder (weniger egoistisch) jeder, der von einer besseren Welt träumt und begriffen hat, dass das GUTE das einzige ist, was unseren kleinen, blauen Ball vor ner Katastrophe bewahren kann.

pentimento
pentimento
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

@Kristina

Ein Beweis für Deine These ist der Sozialstaat. Bevor die neoliberalen Heuschrecken über uns hergefallen sind, ging es Deutschland gut, und das nicht obwohl, sondern WEIL es den Sozialstaat gab.

dors
dors
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

wenn, wenn=hätte,hätte-Fahraddkette…

Luise
Luise
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

Du hast dich noch NIE mit dem Thema Grundeinkommen beschäftigt, oder? Weil wenn du es getan hättest, wüsstest du, dass es dazu längst Rechenmodelle von sehr intelligenten Menschen gibt.

Die „intelligenten Rechenmodelle“ stammen von neoliberalen Lohnprellern und Abzockern. Die noch intelligenteren Rechenmodelle stammen von Katja Kipping, sind also auch für den Mülleimer.

Das Grundeinkommen rechnet sich nicht mal in Alaska
wo eine sehr geringe Bevölkerung leistungslos an den Einnahmen aus der Ölförderung beteiligt wird, also eine Art Grundeinkommen bezieht. Es reicht weder zum Leben noch zum Sterben. Die Inuit kaufen sich davon Munition für die Robbenjagd und Sprit für den Motorschlitten.
Der Großteil geht als Gewinn an die Ölkonzerne.

Merke dir das Beispiel. Anders würde es hier auch nicht geregelt, bis auf die Robben und die Art der Fortbewegung.

Kristana
Kristana
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

Na wenigstens haste aufgehört zu beleidigen! Dann kann man diskutieren. In dem momentanen „System“ würden sich, da geb ich dir recht, bestimmt etliche Abzocker finden, die daraus gern ein Vermögen machen möchten. Und eine Finanzierung über MwSt ist auch blöd, ginge auf Kosten der Armen. Trotzdem ist es im Moment die mMn beste Idee, die Ärmsten und Armen aus der Sklaverei rauszuholen und die Konzerne zu zwingen, anständige Löhne zu zahlen.

Was hast du eigtl dagegen, monatlich 1000,- zu bekommen? Wenn du es nicht möchtest, kannste es ja spenden. 🙂

Luise
Luise
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

Na wenigstens haste aufgehört zu beleidigen! Dann kann man diskutieren.

Ich will mit dir nicht diskutieren. Du bist mir zu doof und uninformiert.

Kristana
Kristana
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

Och Süße, das prallt völlig an mir ab! Deine Ablehnung trifft nur deine Gesundheit. Meine nich…

Jemanden hassen ist wie: selbst Gift nehmen und darauf warten, dass der andere stirbt. 😉

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

@Luise

Die „intelligenten Rechenmodelle“ stammen von neoliberalen Lohnprellern und Abzockern.

Genau daher weht der Wind und eben nicht von den Linken.
Mit dem BGE sind die Unternehmen und ihre Eigentümer schlagartig ihre sozialen Verpflichtungen billig los, weil davon auch die Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen sind.
Was übrig bleibt muß dann für den Lebensunterhalt reichen, was es nicht tut.
Also müssen die Empfänger sich doch wieder auf dem Arbeitsstrich verkaufen, womit die Bedingungslosigkeit ad absurdum geführtc wäre.
Die Unternehmen werden natürlich das BGE mit berücksichtigen und entsprechend niedrige Löhne zahlen, genau so, wie Produzenten und Handel von diesem Grundeinkommen profitieren wollen und es entsprechend einpreisen.

Das BGE ist schlicht eine Volksverdummung ersten Grades.
Statt dessen gehören die Unternehmens- und Vermögenssteuern deutlich angehoben sowie die Schuldenbremse kassiert, um den Sozialstaat ausreichend zu finanzieren.
Mit Schwarz, Rot Grün Gelb oder Blau wird das aber dank der der engen Verbindung zu den Kapitalinhabern nicht zu machen sein.

Kristana
Kristana
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Robbespiere

Das ist ja interessant. Da hab ich offensichtlich ne fette Bildungslücke. Ich dachte, das BGE wäre netto, wie H4 nur ohne Bedingungen halt. Erstmal danke für die Info.

Nein es muss schon netto zum Leben reichen, sonst machts ja gar keinen Sinn, wenn man wieder gezwungen ist für nen Hungerlohn zu arbeiten. Die Inflation, die dann folgen könnte muss aber nicht zwingend sein, liegt ja auch am Konsumverhalten. Außerdem müsste man das BGE der Inflation natürlich anpassen.

Aber bei der Schuldenbremse, da bist du jetzt auf dem neoliberalen Lieblingsweg. Nichts ist den Banken lieber, als verschuldete Staaten! Da bekommen sie definitiv ihr Geld, zur Not wirds Tafelsilber verkauft. Gerade mit den Krediten funktioniert doch die Erpessung der Staaten durch Weltbank und IWF.
Wir, die Welt, können die immensen Schulden sowieso nicht mehr zurück zahlen. Schuldenschnitt wäre nötig.

Schwarz-rot-grün-gelb-blau geht nicht, sagst du. Wie denn? Hast du eine andere Lösung?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

@Kristana

Aber bei der Schuldenbremse, da bist du jetzt auf dem neoliberalen Lieblingsweg.

Keineswegs, denn die Schuldenbremse bewirkt ja gerade, dass der Staat privatisiert, um die Kosten für die Nutzung des öffentlichen Eigentums aus dem Staatshaushalt heraus direkt an die Bürger weiterzureichen, mit satten Gewinnen für die privaten Verwerter,.

Ein inressanter Text hierzu:

https://makroskop.eu/2018/01/die-finanzpolitischen-hintergruende-von-privatisierung-und-oepp/

Wenn Unternehmen und private Haushalte sparen, bleibt dem Staat auch gar nichts anderes übrig, als durch Investitionen über Verschuldung die Konjunktur am Laufen zu halten.
Staatsschulden für Investitionen ( nicht für Bankenrettungen oder sonstige unsinnige Projekte, für die kein Bedarf besteht ) haben auch eine positiven Effekt, weil sie Arbeitslosigkeit und damit die sozialen Kosten des Staates verringern, sowie höhere Steuereinnahmen ( Unternehmenssteuern, Lohnsteuer, MwSt. etc.) bringen.
Jeder Euro, den der Staat spart oder ausgibt, hat einen sog. Multiplikator-Effekt.
Dazu ein lesenswerter Text:

http://blog.zeit.de/herdentrieb/2013/01/07/der-iwf-wusste-es-die-ganze-zeit-besser_5609

Schwarz-rot-grün-gelb-blau geht nicht, sagst du. Wie denn? Hast du eine andere Lösung?

Die genannten Parteien vertreten alle eine neoliberale Denkrichtung, welche die Kluft zwischen Oben und Unten zunehmend vergrößert.
Mit denen sind sinnvolle Maßnahmen wie höhere Steuern zur Abschöpfung großer Gewinne und Vermögen, der Aufbau einer effektiven Steuerfahndung und Schließung von Schlupflöchern oder eine Stärkung der Löhne zwecks Erhöhung der Nachfrage im Binnenmarkt nicht zu machen.
Lediglich die LINKE spricht diese Themen überhaupt an, kann sich aber wg. fehlender medialer Unterstützung nicht durchsetzen.
Es regiert das Kapital und dieses hat kein Interesse, seine Beute auch nur teilweise wieder der Allgemeinheit zu Gute kommen zu lassen, so dass alle am Wohlstand des Landes partizipieren.
Die neoliberale Politik bewirkt die Zerstörung des Staates als Lenkungsinstanz und überträgt die Macht an über-nationale Konzerne.
Damit werden die Bürger deren Willkür schutzlos ausgeliefert.

Kapitalfreiverkehr, Freihandelsabkommen, Abschaffung von Importzöllen, Lohndrückerei und Steuersenkungen für Unternehmen, Privatisierungen, Aufrüstung der Sicherheitsstruktur, Überwachung, Internetzensur, Gleichschaltung der Medien, hochgradig organisierter Lobbyismus, indirekte Demokratie…..das alles sind Meilensteine auf dem Weg zur weltweiten Diktatur des Kapitals bzw. der Oligarchen.
Wir sind alle Griechen!

Kristana
Kristana
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Robbespiere

Das war ja ein Klassiker an Missverständnis. Ich dachte du meinst die LINKE mit „rot“. Deshalb die Frage nach der Alternative. Die SPD ist schon so lange neoliberal, die hatte ich schon gar nicht mehr als rot aufm Schirm.

Ich unterschreib dir jeden einzelnen Satz. Wir beide müssen gar nicht diskutieren. Einzig bei den Schulden, hab ich halt en schlechtes Gefühl. Schulden bedeuten für mich Abhängigkeit von Banken. Aber wie gesagt, dass ist mehr Gefühl, als Meinung.

Luise
Luise
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Genau daher weht der Wind und eben nicht von den Linken.

Katja Kipping ist DIE linke Vertreterin des BGE überhaupt.

Ich befasse mich, wenn auch wenig intensiv, mit dem BGE seit einer sehr
interessanten Sendung des WDR. Hieß / Heißt „Hallo Ü-Wagen“. Wurde
am 25.09.2010 gesendet. Gibt es noch bei YT zu finden.

Es ist mir deshalb nicht neu was du schreibst.

Ich kann mich noch gut an ein Interview mit der Marina Weisband von den Piraten erinnern. Das BGE war ja DAS Kernthema der Piraten.
Marina Weisband versprach auf die Frage, wie das BGE denn zu bezahlen sei,
die Sache mal durchrechnen zu lassen um Zahlen vorlegen zu können.

Auf die Zahlen warte ich noch heute, auch wenn sie die Piraten dann überlebt hätten.

Sahra Wagenpferd hat derzeit das schlüssigste Konzept wie Restbestände
des Sozialstaates zu retten sind. Es geht dabei viel um Schräubchen die
im bestehenden System zu verstellen sind, damit der Gesellschaftsmotor wieder rund läuft. Na und ? Bevor die Karre vollends verreckt müssen wir das so machen. Alles andere sind derzeit verträumte Spleens.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

Ich vermute, dass die Offerte des lässig noch 3 Mio. Flüchtlinge aufnehmen, dem „besorgten Bürger“ so viel Angstschweiß bereitet, dass er willig auf einen funktionierenden Sozialstaat und Denokratie verzichtet, um noch mehr Waffenexporte und Auslandseinsätze für die Flüchtlingsproduktion zu finanzieren. Wenn man von der negativen Sicht auf Menschen, Freiheit und friedliche Vielfalt lebt, dann braucht dieses Elexier genauso die Hoffnung auf Erfüllung wie eine vertrauensvolle Sichtweise. Jeder Übergriff durch „Fremde“, jeder Euro Hilfeleistung, jedes marode Schulklo ist notwendige Bestätigung des fremdenverängstigten, obrigkeitsverliebten Denkens. Die Ursache muss bei den Fremden liegen, weil sonst die eigene Folgsamkeit und Bedürftigkeit nach repressiver Führung als grundsätzliche Ursache des eigenen Problems wahr wird. Die „linke Demokratie“ muss im doppelten Wortsinne an allem schuld sein. Daher wird bei dieser Sichtweise auch nicht vor Krieg und Armut geflüchtet, sondern aus Faulheit, aus kriminellen Motiven und wegen der Einladung der verkappten Linken Merkel. Sonst müsste man ja doch Empathie aufbringen, die man unter Gleichen sehr wohl kennt. Also Alles eine groß angelegte linke Verschwörung gegen ordnungsliebende deutsche Bürger. Dass das keine Substanz haben könnte, wäre der moralische Tod des gläubigen Rechten mit prekärem Status.

Luise
Luise
Reply to  Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

Richtlinie 2004/38/EG (Freizügigkeitsrichtlinie)

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2004:158:0077:0123:de:PDF

Mindestlöhne in Europa 2017 ( Bulgarien 1,42 € Mindestlohn )

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37401/umfrage/gesetzliche-mindestloehne-in-der-eu/

Was haben stark differierende Sozialstandards innerhalb der EU mit
Flüchtlingen zu tun ?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

@Luise

Was haben stark differierende Sozialstandards innerhalb der EU mit
Flüchtlingen zu tun ?

Was suggerirt wohl dieser, von dir geschriebene Satz?

Linke sind Geisteskranke. Linke wollen die Grenze für alle
öffnen
und jedem leistungslos 1050 € pro Monat in die
Hand drücken.

Schreib doch einfach so, wie du verstanden werden willst, sonst brauchst du dich nicht zu wundern, dass du in der rechten Ecke landest.

Im Übrigen sehe ich es als Aufgabe der EU, die Verhältnisse der Mitgliedsländer zu homogenisieren, anstatt die Gefälle aufrecht zu erhalten, was dann logischerweise zu Wohlstandsmigration führen muss.
Sozialer Frieden kostet nun mal Geld, ob von Oben nach Unten oder von einem Eu- Mitgliedsland zu m anderen.
Nur auf neue Absatzmärkte, Zollbefreiung, niedrige Löhne und Steuern zu schielen, reicht auf Dauer nicht für eine friedliche Kooperation.
Damit tendiert die EU zusehends zu einem Instrument der Ausbeutung für Kapitalinhaber, auf Kosten der EU-Bürger.
Dieses Konstrukt verkommt immer mehr zu einem „Sklavenmarkt“.

Luise
Luise
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Schreib doch einfach so, wie du verstanden werden willst, sonst brauchst du dich nicht zu wundern, dass du in der rechten Ecke landest.

Wie primitiv du doch bist ! Die Definitionsmacht was links oder rechts ist,
wähnen linke Dösköppe ausschließlich bei sich. Hochinteressant ! Das kleinbürgerliche, verschrobene, linke Weltbild interessiert aber keinen Menschen mehr. Das sollte euch auffallen sein bevor ihr unter 5%
landet.

Jeder der hier DERZEIT unter gegebenen Miet-, und Arbeitsverhältnissen einwandert,
ist einer zu viel ! Ganz gleich aus welchem politischem Blickwinkel man das betrachtet.

Da schreien die Linken gegen Transferunion, Eurobonds, föderale Wirtschaftsstrukturen, wollen aber grenzenlos ganz Europa daheim begrüßen und sogar die Sogwirkung mit 12 € Mindestlohn erhöhen.
Wer soll euch weltfremden Arschlöcher denn noch wählen ?

Die europäische Freizügigkeit wird ausgesetzt und DANACH der
Mindestlohn erhöht, ihr Trottel !

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

@Luise

Wie primitiv du doch bist ! Die Definitionsmacht was links oder rechts ist,
wähnen linke Dösköppe ausschließlich bei sich. Hochinteressant ! Das kleinbürgerliche, verschrobene, linke Weltbild interessiert aber keinen Menschen mehr. Das sollte euch auffallen sein bevor ihr unter 5%
landet.

Das Kompliment gebe ich dir gerne zurück.
Bist du es nicht, die mit Begriffen wie kleinbürgerlich vorgiebt zu wissen, was Linkssein ist?
Bist du es nicht, die alle Linke über einen Kamm schert, und ihnen unterstellt, sie wollten den Staat durch unkontrollierte Zuwanderung zerstören?

Und wer wollte denn die Erweiterung der EU um Staaten, die in ihrer Entwicklung weit hinter Kerneuropa zurücklagen?
Waren das die Linken oder die konservativen, wirtschaftsnahen Politiker der EU, die für ihre Klientel neue Beutegründe schaffen wollten?
Geh beispielsweise mal nach Kroatien. Da blüht die Korruption, deutsche Firmen haben sich die Filetstücke unter den Nagel gerissen ( z.B. Telekom ), kaum Investitionen und hohe Arbeitslosigkeit, aber die Supermärkte voll von deutschen Waren, so dass man als Deutscher fast nicht glauben kann, im Ausland zu sein.

Wo sind die Investitionen der EU, damit sich diese Staaten entwickeln können?
Die Unternehmen investieren lieber in Asien, wo noch höhere Gewinne locken und in den ärmeren EU-Ländern wird nur der Rahm abgeschöpft.

Die europäische Freizügigkeit wird ausgesetzt und DANACH der
Mindestlohn erhöht, ihr Trottel !

Was für eine naive Vorstellung und du nennst Andere Trottel.
Nicht Linke, sondern das Kapital will unbegrenzte Zuwanderung, um die hohe Arbeitslosigkeit zu erhalten und die Löhne drücken zu können.
Linke Vorstellungen gehen dahin, die Gründe für Migration zu beseitigen anstatt die Grenzen zu verrammeln, was obendrein wesentlich kostengünstiger ist und den sozialen Frieden sichert.
Aber woher solltest du das wissen, mit deinem verschrobenen Weltbild im Kopf!

Drunter+Drüber
Drunter+Drüber
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Sie sind der Tapfersten einer!

Luise
Luise
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Ich habe keine Lust um Rentnern die Zeit zu vertreiben.
Hier geht es um nichts und du bist sicher keiner der
Entscheidungsbefugten die dürften wenn sie wollten.
Du hörst dich wohl nur selbst gerne labern.

Drunter+Drüber
Drunter+Drüber
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

Sagen Sie, junger Mann, waren Sie schon immer so? Wenn ich Ihnen einen Rat geben dürfte, tragen Sie keine Frauennamen. Das steht Ihnen nicht.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

@Luise

Ich habe keine Lust um Rentnern die Zeit zu vertreiben.

Dazu fehlt dir ganz offensichtlich auch jedwedes Talent.

Luise
Luise
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Dann guck RTL !
Populismus ist die Vorstufe des Nationalismus und damit auch des Protektionismus. Wir erleben das Ende der Globalisierung, bzw. dessen
was als Globalisierung verkauft wurde.
Die Sippe fällt auf sich zurück. Das ist ein Automatismus den die
Rechten zu nutzen und zu beschleunigen wissen. Es passiert so
oder so, ob man es moralisch bewertet oder nicht. Es ist ein sozialpsychologischer Schutzschalter, ein Biologismus.
Dagegen hat die Linke nicht mehr als ein bräsiges Dauergemurmel vorzuweisen. Wir wissen das die Welt schlecht ist ! Ihr könnt das ab
jetzt als bekannt voraussetzen und für euch behalten.

LÖSUNGEN SIND GEFRAGT !

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

@Luise

LÖSUNGEN SIND GEFRAGT !

Eben, Beleidigungen deiner Art bringen keinen Schritt weiter……………
………..und was soll dieser phrasenhafte Satz?

Populismus ist die Vorstufe des Nationalismus und damit auch des Protektionismus.

Protektionismus, die Erhebung von Schutzzöllen gegen die Zerstörung der eigenen Wirtschaft und damit des Wohlstands der eigenen Bevölkerung ist die einzige Möglichkeit, global agierendem Kapital paroli zu bieten, wenn mann schon den freien Kapitalverkehr zugelassen hat.
Die Wahrung eigener, volkswirtschaftlicher Interessen hat mit Nationalismus nichts zu tun, denn Protektionismus richtet sich nicht gg. Staaten, die ja selbst Opfer kapitalistischer Ausbeutung sind, sondern gg. die Ausbeuter, die sich selbst ggü. keiner Nation mehr verpflichtet fühlen.
Der Verzicht auf Kapitalverkehrskontrollen bei gleichzeitigem Freihandel ruinieren die vebleibende heimische Wirtschaft, schaffen Massenarbeitslosigkeit und ruinieren die Steuereinnahmen, die ein Staat braucht, um seine originären Aufgaben erfüllen zu können.
Schau dir nur mal an, was der tolle Herr Clinton mit seinem Kapital- und Technologietransfer nach China in der eigenen Arbeitnehmerschaft angerichtet hat, Eine nennenswerte Industrie ( außer Rüstung ) gibt es in den USA nicht mehr.

Die Ankündigung von Trump, die eigene Wirtschaft durch Protektionismus zu schützen, ist absolut legitim, solange er das über Importzölle und nicht über Importverbote regelt und der Kunde selbst entscheiden kann, ob er für ausländische Waren tiefer in die Tasche greifen will, weil es ihm das wert ist.

Denk da mal drüber nach, bevor du solche gewichtig klingenden Sätze ohne sachliche Argumente raushaust.

Luise
Luise
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Dein Google-Wissen ist falsch gegoogled, bzw. interpretiert und interessiert keinen. Ein anderes Wort für links ist Fehlleistung.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

@Luise

Ich dachte, du wolltest keine Rentner bespaßen?
Leidest du an Demenz, oder sind deine Versprechen generell so kurzlebig?

Luise
Luise
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Wenn im Haus der Schutzschalter rausfliegt, gibt es irgendwo einen Kurzschluss. Den sucht man und behebt das Problem.
So geht man vor. Man thematisiert nicht jahrelang das Problem
und sitzt unterdessen im Dunklen.
Solch ein Verhalten ist neurotisch, Robbespierre !

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Luise
4 Jahre zuvor

@Luise

Wenn im Haus der Schutzschalter rausfliegt, gibt es irgendwo einen Kurzschluss. Den sucht man und behebt das Problem.

Nettes Beispiel, nur………..wirf doch mal einen Blick in den eigenen „Sicherungskasten“.

Kristana
Kristana
Reply to  Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

„weil sonst die eigene Folgsamkeit und Bedürftigkeit nach repressiver Führung als grundsätzliche Ursache des eigenen Problems wahr wird“

Arno Gruen sagt dazu, wer sich als Kind unterworfen hat, spaltet diese Tatsache ab um sich nicht selbst dafür hassen zu müssen und hat später das Bedürfnis nach Obrigkeit und starken Führern, wird aber selbst zum menschenverachtenden Schlechtmensch.

Trotzdem ist es traurig! Wie sehr muss ein Mensch gelitten haben, um so zu werden?

Luise
Luise
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

Trotzdem ist es traurig! Wie sehr muss ein Mensch gelitten haben, um so zu werden?

Gar nicht !

– Aus psychoanalytischer Sicht bildet sich der autoritäre Charakter aus, wenn aggressiv-triebhafte und andere Bedürfnisse des Kindes durch elterliche Gehorsamkeitsforderungen zu stark unterdrückt und schließlich auf andere Menschen, sozial Schwächere oder Minderheiten gerichtet werden

-Aus soziologischer Sicht wird primär der Anpassungsdruck der repressiven gesellschaftlichen Bedingungen und hierarchischen Strukturen verantwortlich gemacht

-Aus sozialpsychologischer Sicht werden vor allem die von der Familie und anderen sozialen Bezugsgruppen übernommenen Denkmuster hervorgehoben, also Einstellungen und Vorurteile aufgrund des fehlenden oder falschen Wissens über andere Personengruppen;
entwicklungspsychologisch bedingen Autoritätskonflikte in einer misslingenden Ablösung von den Eltern eine unzureichende Identitätsfindung und Selbständigkeit, so dass eine autoritär strukturierte Abhängigkeit fortbesteht

-Aus Sicht der differentiellen Psychologie ist das Zusammenwirken einer Verhaltensbereitschaft (Disposition) und einer „passenden“ Auslösesituation wichtig, um verständlich zu machen, dass autoritäres Verhalten sich nicht einheitlich zeigt, sondern von der individuellen Disposition und der jeweiligen Situation abhängt.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
Reply to  Kristana
4 Jahre zuvor

Mein Kommentar war nicht ohne Ironie verfasst. Ich kenne solche Leute als Kollegen und rede auch mit ihnen. Die (verdrängte) Angst folgt überwiegend aus den Unsicherheiten heutiger Zeiten. Das muss kein Hinweis auf eine schlechte Kindheit und früheres Leiden sein.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

@Lutz Lippke

Die (verdrängte) Angst folgt überwiegend aus den Unsicherheiten heutiger Zeiten. Das muss kein Hinweis auf eine schlechte Kindheit und früheres Leiden sein.

Naja, wer schon früh gelernt hat, dass er sich gg. Repressionen aus seinem Umfeld nicht durchsetzen kann, wird auch als Erwachsener mit Duckmäusertum auf Autorität reagieren und zum Abbau seiner angestauten Agression Schwächere als Ventil benutzen.
Wie soll man Empathie oderAutonomie lernen, wenn man sie selbst nie erfahren hat?
Die Unsicherheiten heutiger Zeiten und die damit verbundene Angst kommen doch gerade daher, dass man nicht gelernt hat, dem schädlichen, egoistischen Einfluss von Autorität zu trotzen.
Die wesentliche Frage ist m.M.n., wie man diese dynastische Kette falscher Erziehung durchbrechen kann.
Dieses Thema beschäftigt mich immer wieder, denn auch ich habe mangels entsprechender eigener Vorbilder bei der Anleitung fürs Leben meines eigenen Kindes so manchen Fehler begangen.
Mir erscheint es so, dass erlernte Verhaltensmuster oft reflexartig ohne nachzudenken wiederholt werden.
Diese Muster zu durchbrechen, ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die dem aber immer weniger gerecht wird, weil die Machtstrukturen immer mehr Anpassung fordern.

pentimento
pentimento
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

@ Robbespiere

Mir erscheint es so, dass erlernte Verhaltensmuster oft reflexartig ohne nachzudenken wiederholt werden.

Wenn die Gesellschaft sich da raushält, was sie – wie es aussieht – noch eine ganze Weile tun wird, kann man nur versuchen, sich selbst über diese Muster klar zu werden, und sie dann ändern. Kinder lernen leider viel mehr durch das Verhalten der Eltern, als durch das, was man ihnen sagt. Danke, für die beiden links!

@ Tom Wellbrock

Guter Artikel und ein faszinierendes Foto! Es sagt sehr viel über die absurde Funktion der jobcenter aus. 🙂 Gibt dem ganzen den verdienten surrealen Touch!

Achja, und heute abend zeigt arte den hundertsten Film über die
tapferen amerikanischen Soldaten, „Stoßtrupp Gold“, xUSA 1970, produziert in der Zeit des kalten Kriegs.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
Reply to  Robbespiere
4 Jahre zuvor

Man sollte nicht zu hart mit sich selbst sein. Fehler der makelhaften Eltern können auch Kinder ganz gut verkraften, wenn ihnen Luft zum Atmen bleibt.Der Spruch:“Was sie nicht umbringt, macht sie stark.“ ist eine Zuspitzung, aber bedenkenswert. Ich hatte eine schöne Kindheit, viel Geborgenheit aber auch Konflikte. Es gab noch Züchtigung und Autorität. Als ich mich einmal ungerecht mit Stubenarrest belegt fühlte, nutzte ich die nächstbeste Möglichkeit bei strömenden Regen ziellos Stunden durch die Straßen zu wüten. Eine Abreibung als Konsequenz war möglich, aber beschäftigte mich erst auf dem Rückzug von dieser Freiheit und Eigenmacht. Nicht nur ich hatte aus der ambivalenten Situation etwas über Sinnfragen und mich selbst gelernt.
Leider geht die Gesellschaft mit solchen Prozessen oft unglücklich um. Da wo Hilfe nötig wäre, schaut man oft weg, um dafür schemenhaft dort einzugreifen, wo sich die Verhältnisse selbst konstruktiv entwickeln könnten. Das ist auch viel leichter. Man stört zwar die Eigendynamik, kann aber die Früchte der gesunden Substanz dem Hineinregieren zuschreiben. Deswegen hat sich in „gesitteten“ Familien ein Konfliktvermeidungsverhalten eingeschlichen, dass Lernprozesse verhindert. Früher hatten Kinder immer blaue Flecken, den Unterschied zu Merkmalen auf Misshandlung konnte man an der Art der Flecken und am Verhalten erkennen. Heute fürchten sich Eltern vor Verletzungen ihrer Kinder, weil ihnen Vernachlässigung und Misshandlung vorgeworfen werden könnte. Die Misshandlung und Abrichtung von Kindern in staatlich finanzierten Einrichtungen ist noch gar nicht aufgearbeitet, aber die Inobhutnahmen und die Fixierung auf Eltern als Täter und Versager greift schon wieder um sich. Familien brauchen i.d.R. nur Zeit, soziale Sicherheiten und ein gesundes Umfeld, um ohne Perfektion gut klar zu kommen.

Drunter+Drüber
Drunter+Drüber
Reply to  Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

Ein paar hinter die Löffel hat noch keiner geschadet. Es war nicht alles schlecht unter Adrich Hontler. Das wird man doch wohl noch sagen müssen können. Züchtigung als Merkmal von Zucht war schon zu Unzeiten ein funktionierendes Verbrechen für die Volksgesundheit. Heute fehlt den jungen Flegeln der blaue Fleck der Ertüchtigung. Und genau aus diesem Grunde vermittelt die Bundesagentur keine Jobs. Das Problem ist erkannt und benannt, wir werden Abhilfe schaffen und eine Maulschellenbeauftragte vor den Eingängen der Jobcenter positionieren, um diesen Tuchtlosen den nötigen Grundrespekt vor Autorität und gesunder Substanz beizubrettern.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
Reply to  Drunter+Drüber
4 Jahre zuvor

Jetzt verstehe ich „Drunter+Drüber“
Du bleibst immer Drunter, obwohl Du Dich Drüber hermachst.
Wer hat Dich seelisch misshandelt, dass Du aus diesem Teufelskreis nicht rauskommst?
Es wäre doch so einfach. Nicht Drüber hermachen, sondern selber machen. Nur Mut!

Drunter+Drüber
Drunter+Drüber
Reply to  Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

Man wagt ja kaum, Sie zu zitieren, doch sei’s drum:

Das muss kein Hinweis auf eine schlechte Kindheit und früheres Leiden sein.

Und Sie behaupten ohne Scham, Sie verstünden mich? Das nenne ich mutig.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
Reply to  Drunter+Drüber
4 Jahre zuvor

Mich zitieren, ist nicht selbermachen sondern drunterbleiben. Ich hatte gerade für das Wagnis des selbermachen plädiert. Behauptet hatte ich auch nur, dass ich jetzt Drunter+Drüber verstehe und wie ich es verstehe. Dazu gehört kein Mut und Scham wäre auch verfehlt. Das Zitat gibt möglicherweise einen unpassenden Ausschnitt wieder. Der dem Zitat folgende Satz trifft das Problem vielleicht eher. Aber ich bin auch kein Seelsorger oder Ferndiagnostiker. Das musst Du oder müssen Sie anders klären.

Drunter+Drüber
Drunter+Drüber
Reply to  Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

Ja, der dem Zitat folgende Satz… Er wird das Problem schon getroffen haben. Ich ahnte es bereits, doch so verdruckst müssen Sie mir nicht mitteilen, dass da nichts ist. Wer sorgfältig liest, weiss das seit Längerem.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
Reply to  Drunter+Drüber
4 Jahre zuvor

Abheften nicht vergessen.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

Wenn Luise nun doch ein Mann sein soll, weil sie/er hier ordentlich auf die Kxxxe haut, bin ich traurig. Sind doch nur Männer hier, die ihre Kxxxe in die Txxxe hauen. Starke Frauen braucht das Land, um dem Klammergriff der erschlafften Verwaltungs-Raute zu entrinnen.
Hey Du, wie wäre es mit Lisa Fitz?
https://www.youtube.com/watch?v=Fcq2y2N1L0E

Donald Duck
Donald Duck
4 Jahre zuvor

Wieder so ein Unfug: Man muss an einer Maßnahme teilnehmen oder wird sanktioniert. Da Zwangsarbeit in der BRD verboten ist (und um die einzige Ausnahme der Strafgefangenen geht es hier nicht) sind die Zwangsmittel der JC in dieser Hinsicht stark limitiert; nicht zuletzt weil es gewichtige, gesetzlich verankerte, Voraussetzungen für einen Teilnahmezwang gibt. Und diese müssen erst einmal erfüllt werden…

Ralf
Ralf
4 Jahre zuvor

OT – Beschämende Zahlen vom „Arbeitsmarkt“

„Deutschland hat heute den größten Niedriglohnsektor in Westeuropa. Sieben Millionen Menschen verdienen in Deutschland weniger als 9,60 Euro in der Stunde. Und, noch schlimmer: 2016 bekamen etwa 2,7 Millionen Beschäftigte in Deutschland nicht einmal den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn von 8,50 in der Stunde. Knapp zehn Prozent der Menschen, für die dieses Gesetz gemacht wurde, werden von ihren Chefs auch heute noch betrogen.“

„Die IG Metall will streiken. Gut so! Die Gewerkschaften haben zugesehen, wie Deutschland immer ungerechter wurde. Höchste Zeit für eine Umkehr.“

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/streik-der-ig-metall-holt-euch-was-euch-zusteht-kolumne-a-1190322.html

Bernie
Bernie
4 Jahre zuvor

Da kann ich, der ich seit nunmer beinahe 2 Jahren zweigleisig fahre, nämlich Arbeit, oder eine Eingliederung in meinen „vergilbten Beruf“ (so Jobcenter-Jargon für angeblich „Wieder Ungelernte“ nach § 81 Abs.3 SGB) bzw. bei Arbeitsagentur und Deutscher Rentenversicherung eine Umschulungsabsicht zum Kaufmann für Büromanagement verweigert bekomme auch ein Lied davon singen – leider. Es wird, seitens des Jobcenters, nicht einmal Rücksicht auf meine, auch privat, extrem erschwerte Lebenssituation genommen – Ich weiß nicht ob ich zukünftig obdachlos werde, weil ich Teil einer Erbengemeinschaft bin, und das Eigenheim meiner Mutter einer schwer demenz- und parkinsonkranken Frau gehört eben meiner Mutter, die als Haupterbin der Erbengemeinschaft, ausfällt. ALG2 erhalte ich bisher als Darlehen, da die private Lebenssituation das Jobcenter nicht interessiert – ein Sozialrechtsanwalt ist eingeschaltet, der Widerspruch eingelegt hat, da der Bezug von ALG2 auf Darlehensbasis ein Fehler des Jobcenters bzw. der dortigen Leistungsabteilung ist. Ich soll zukünftig, wenn der Widerspruch Erfolg haben sollte, wie jeder andere mein ALG2 auf normalem Wege erhalten – eben nicht mehr auf Darlehensbasis. Es gibt übrigens auch einen anderen Grund warum ALG2 auf Darlehensbasis keine gute Idee ist – neben dem Problem der Rückzahlung eines Darlehens tauchte beim Sozialpsychiatrischen Dienst, der mittlerweile für mich zuständig ist, weil das Hickhack mich krank macht, und ich mir alleine nicht mehr helfen kann, eine Alternative auf – eben die bereits erwähnte Eingliederung in den einst erlernten Beruf, oder einen ähnlichen Bereich.

Darlehensbasis Alg2 heißt jedoch keine Gewährung von Eingliederung, Umschulung oder Weiterbildung mehr.

Das ist der Hauptgrund warum ich, auf Anraten des besagten Sozialpsychiatrischen Dienstes, Sozialrechtsanwälte aufsuchte, die umgehend Widerspruch gegen meinen Bescheid auf Darlehensbasis ALG2 eingelegt haben.

Wünscht mir Glück, dass der Widerspruch erfolg hat.

Ach übrigens, was ich, bis ich dank Arbeitsagentur, die mich erfolgreich in Hartz IV gebracht hat, mit Nichthilfe meiner Weiterbildungsabsichten – kein Witz, auch nicht wußte ist, dass die Jobcenter von den Arbeitsagenturen unabhängig agieren.
Ich hatte ein Profil erstellen lassen, in einer Trainingsmaßnahme der Arbeitsagentur, als ich beim Jobcenter ankam machte ich die Erfahrung, dass die Fallmanagerin davon keine Ahnung hatte, und mich in Fahrer- und andere Billigjobs (ja, auch in Leiharbeit) abdrängen wollte. Ich bewerbe mich auch eigeninitiativ, sogar in Leiharbeit, weil ich eben als Wiederungelernter gelte – was ich nur mal so am Rande erwähnen will, aber bin bis jetzt, was Jobs in Leiharbeit angeht nur auf Schwarze Schafe gestossen.

Seit den 2 Jahren meiner Arbeitsuche war ich 3x in Leiharbeit tätig. 1x zur Probearbeit, wo mich der Personaldisponent mit einer Lüge fast um meinen Leistungsbezug gebracht hätte. Er behauptete, wahrheitswidrig, gegenüber der Arbeitsagentur, dass ich eine Arbeitsaufnahme verweigert hätte, was eine glatte Lüge ist. Danach war ich auf Suche, und fand endlich eine Arbeitsstelle, widerrum nur in Leiharbeit als ungelernter Maschinenbediener in einer Fabrik für Asthma-Inhalatoren. Ich musste – in Schwerstarbeit – 3 Produktionsmaschinen befüllen. Als ich, gegen Ende der 3 Arbeitswoche feststellte, dass mein Name nicht auf dem Schichtplan stand fragte ich nach, und der Personaldisponent meinte ich brauche mir erst Sorgen zu machen wenn er mich anrufen würde, was er dann auch tat. Ich war raus, und ging zur Leiharbeitsfirma, wegen dem nächsten EInsatz – der Personaldisponent meinte aber lapidar bei Ihnen würden amerikanische Methoden herrschen, d.h. ich bin seither wieder auf Arbeitsuche gewesen. Im Sommer war ich dann für 3 Tage bei einem Callcenter, widerrum nur über Leiharbeit, tätig, weil man mir versprach, dass ich danach längerfristig übernommen werde – nach dem 2 Tag des Bewerbertrainings rief ich an, und da war auf einmal die Rede von 2 Wochen. Ich lies den dreitägigen Arbeitsvertrag auslaufen, und habe daraus gelernt, dass ich mich auf solche Dinge, auch aus purer Verzweifelung, nicht mehr einlassen werde. Wenn dann nur noch längerfristig, halbes oder 1 Jahr, aber nicht 1 Tag, 3 Tage oder 4 Wochen.

Gruß
Bernie

PS: Was Fahrerjobs angeht, da konnte ich ein psychiatrisches Attest vorlegen, dass mir attestierte dafür nicht geeignet zu sein. Das ist die Form der Notwehr, die ich gerade gehe, denn ansonsten kann dir dein Jobcenter jeden Job andrehen. Besser man sucht selbst, was ich eben – auch tue. Beim Sozialpsychiatischen Dienst wurde mich auch attestiert, was sonst kein Arbeitgeber einem Bewerber sagt – trotz meiner persönlichen, privaten, schweren Schicksalsschläge könnte auch mein, mittlerweile, fortgeschrittenes Alter, und die dazugehörigen Altersgebrechen – z.B. Rückenschmerzen – der Grund für die Ablehnung meiner Bewerbungen seitens möglicher, zukünftiger Arbeitgeber sein – ich gehe auch 48 Jahre zu, und mein bisheriges normale Leben ist, ohne mein eigenes Verschulden, zerstört worden. Im neoliberalen Deutschland interessiert das kein Schwein, ebensowenig wie andere Ungerechtigkeiten, die geleugnet, oder schlimmer noch, medial totgeschwiegen werden.