Liebe SPD, gib es zu, Du willst doch gar nicht gewinnen!

Eine andere Erklärung gibt es nicht.

Du drehst Dich, Du windest Dich, Du suchst nach Erklärungen und Schuldigen, Du verlierst eine Wahl nach der anderen und hast einen Kandidaten, der erklärt, dass er immer wieder aufgestanden ist, wenn es mal beschissen lief. Das ist ja sehr schön, aber vom Aufstehen kann leider bei Dir nicht die Rede sein. Es klingt obszön, ich weiß, aber Du bist dabei, Dich immer tiefer in die Scheiße zu reiten. Dabei wäre die Lösung, zumindest der Ansatz einer Lösung, doch so einfach. Aber das liegt Dir offenbar auch nicht so richtig.

Weißt Du, liebe SPD, selbst die treusten Leser unseres Blogs sind inzwischen so weit, dass sie mir vorwerfen, ich würde SPD-Bashing betreiben. Dabei, so der Vorwurf, gebe es doch ganz andere Parteien, die gebasht werden sollten: die FDP zum Beispiel, die AfD (der Dauerbrenner!) und die Grünen, die so grün sind wie Heinos schwarz-braune Haselnuss. Stimmt wohl, aber der Punkt ist: Auf die genannten Parteien setze ich keinen Cent, sie sind entweder reaktionär oder neoliberal oder so angepasst, dass die Farbe, für die sie stehen, wie verschimmelter Käse wirkt. Aber Du, liebe SPD, Du hast theoretisch noch Potenzial. Eine Geschichte. Und eine Menge guter Leute, die Dich mal ausgezeichnet haben. Ich denke da nur an die Beruhigung, die Willy Brandt im West-Ost-Konflikt auf die Reihe gebracht hat.

Tja, das ist Geschichte. Leider.

Und heute?

Oh Mann, Shit! Nach der vergeigten Wahl in NRW hast Du doch tatsächlich kurzfristig das Regierungsprogramm verschoben, das Du eigentlich vorstellen wolltest. Jetzt mal ehrlich: Geht‘s noch?

Ich frage mich ernsthaft, was in Deinem Regierungsprogramm gestanden hätte, wenn Du die Wahl in NRW gewonnen hättest. Und ich frage mich, warum Du es jetzt auf die lange Bank geschoben hast. Wegen der Wahlschlappe? Ja, eindeutig, ganz offensichtlich!

Und weißt Du, das ist das Problem. Offenbar schreibst Du Dein Regierungsprogramm nicht nach dem, was Du inhaltlich anbieten willst, sondern nach dem, was gerade „rockt“, irgendwie „cool“ ist, womöglich gut ankommen könnte. Und das geht so nicht, liebe SPD. Ein Regierungsprogramm sollte schon etwas sein, das grundsätzlich ist, das durchdacht und mit voller Inbrunst geschrieben wurde. Eben etwas, von dem man als Partei sagen kann: Dafür stehen wir. Und noch mal, zum Mitsingen: Dafür! Stehen! Wir!

Aber hey, liebe SPD, Du stehst für gar nichts mehr! Du fällst, in einer Tour, entweder auf die Schnauze oder auf die CDU herein. So wird das nichts, und das weißt Du doch auch. Was die Sache gleich noch viel schlimmer macht.

Du liest nicht, was ich schreibe, liebe SPD. Natürlich nicht, Du hast ganz andere Sorgen. Strategien, PR-Marketing, Pressearbeit, Pressemittteilungen, diesen ganzen Müll. Dabei wäre es gar nicht so schwer, die Leute, die Du auf Deine Seite bringen, willst, auf Deine Seite zu bringen. Du müsstest halt einfach mal „klare Kante“ zeigen. Aber nicht so, wie Du es machst. Keine „klare Kante“, die so klar ist wie ein vernebelter Herbstmorgen oder eine Milchglasscheibe beim Pissoir auf der Autobahnraststätte. Sondern eine, von der die Leute sagen können: Ja, genau, das ist doch mal eine Ansage. Aber Du bist davon so weit entfernt wie Angela Merkel von einer gelungenen Neujahrsansprache.

Kurzum: Du bist dabei, es richtig zu versauen. Wenn Du wo weiter machst, wirst Du dermaßen abschmieren, dass es historisch wird. Schon wieder. Noch historisch desaströser als es eh schon läuft für Dich. Und die Tatsache, dass haufenweise Wähler ganz eindeutig nach wie vor nicht peilen, dass sie mit Deiner Widersacherin Merkel die eigene Giftspritze aufziehen, wird Dir auch nichts nützen.

Was Dir nützen würde, wäre eine Kampfansage, ein Politikversprechen, das soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund stellt. Und zwar mit ganz konkreten Ansagen, mit radikalen Forderungen. Stattdessen machst Du hübsche Vorschläge. Du machst Vorschläge. Ok, also noch mal: Du machst Vorschläge!

Eine Regierungspartei kann ja hier und da mal Vorschläge machen, aber, herrjeeh, doch nicht im Bundestagswahlkampf! Da werden Forderungen aufgestellt, und zwar was das Zeug hält. Und die müssen sozialdemokratisch sein, die müssen sprühen vor Energie und Kampfeswillen! Die müssen die Menschen überzeugen, müssen anstecken, müssen bei den Leuten das Gefühl erwecken: Verdammt noch mal ja! Das ist jemand, da ist eine Partei, die versteht, wie es mir geht, die will das ändern. Und die sagt ganz genau, wie sie das machen will, und sie sagt, mit wem das am besten geht.

Oh Mann, liebe SPD, Du sagst gar nichts. Weder was Du machen willst, noch mit wem Du es machen willst, Du hast keinen Schimmer, was Du willst. Alles, was Du weißt, ist die irrige und infantile Aussage, dass Du den Kanzler ab September stellen willst. Und allein diese Herangehensweise lässt mich nur zu zwei Schlüssen kommen: Entweder Du glaubst tatsächlich an diesen Unsinn, dass Du den Kanzler stellen wirst.

Tja, oder eben Tor B.: Du willst gar nicht gewinnen. [InfoBox]

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Nici
Nici
5 Jahre zuvor

Hm, diesen Eindruck habe ich auch. Aber selbst wenn die sPD mit Forderungen nur so um sich werfen würde: ich würde es ihr nicht (mehr) abkaufen. Schuldenbremse, die pöse EU, Koalitionspartner und andere vermeintliche Sachzwänge sind nach erfolgtem Wahlsieg dann wieder schuld, dass nichts umgesetzt werden kann. Und linke Politik ist ja sowieso unbezahlbar, nicht wahr Frau Kraft? Ich gehe mal davon aus, dass viele andere ehemalige SPD-Wähler ähnlich denken.

Florida-Rolf
Florida-Rolf
5 Jahre zuvor

Ich frag mich oft ob der Mann von der Frau Nahles noch regelmäßig Sex hat.
Das wäre so eine Geschichte wenn die Gesamt-SPD thematisch abgedroschen wär.
Also, wenn SPD-mäßig gar nichts mehr ginge.

Heiko
Heiko
5 Jahre zuvor

Was diskutiert ihr lang und breit über die Spezialdemokraten?
Seit Schröder sind die tot und begraben.
Unternehmerparadies plus Hartz IV war der Todesstoß, aus die Maus!
Sollen sie noch schön Pöstchen ergaunern, mehr wollen sie doch nicht.
Alles wesentliche wurde hier doch schon mehrfach verhandelt, da will ich nichts wiederholen. Warum auch?
Banken und Industrie werden schon dafür sorgen dass Merkel an der Macht bleibt, eine gelenkirgere Puppe kriegen sie nicht an ihre Fäden, und werden alles tun, um sie weiter tanzen zu lassen.
Solange das Volk glaubt, es könnte weiter Demokratie spielen, wird sich auch nichts ändern.
Der Kampf ist verloren.

Groovex
Groovex
Reply to  Heiko
5 Jahre zuvor

dabei ist es so einfach. wenn die cdu nicht gewählt wird, wird merkel nicht kanzlerin. irrer trick, ne? hättste nich gedacht. klar ist im umkehrschluss allerdings auch, wenn die cdu gewählt wird, wird merkel kanzlerin. du kannst die puppen tanzen lassen, aber du musst es tun, sonst wird da nichts von. nur von spd-gebashe kriegt man die merkel nicht vom thron. irgendwie haben sich da einige nen denkfehler eingewoben. aber nur zu…

Heiko
Heiko
Reply to  Groovex
5 Jahre zuvor

fasel weiter in Rätseln, träum weiter von der Demokratie.

LeiderKeinPreis
LeiderKeinPreis
Reply to  Groovex
5 Jahre zuvor

Ach GrooveX, ich find‘ ihn nicht so irre einfach, den Trick… wenn CDU und Merkel nicht gewählt werden, dann wird ein SPezialDemokrat gewählt, der exakt das gleiche tut, was Angie nun macht… wie lange dauert es eigentlich, bis man kapiert, daß KEINE der aktuellen Wahlalternativen irgendwas besser macht? Wann entblödet sich der Michel endlich, und sieht ein, daß alles, was geboten ist, einfach der gleiche Mist in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen ist? GELD regiert und nichts anderes… wo Kohle gemacht werden kann, wird geschmiert, bis die Balken brechen und JEDER (!!!) macht mit, weil er gekauft ist. Wann wird endlich begriffen, daß ALLE unsere Politiker Nutten sind, die sich für ein (fürstliches) Salär in jede Richtung biegen lassen? Ist doch nicht so schwer zu begreifen, oder? Geld korrumpiert JEDEN Politiker. Wer das nicht nicht mit sich machen läßt, wird man nicht in die Riege aufgenommen – eine käufliche Sau zu sein, ist die Eintrittskarte, um Politiker in unserer ach so sozialen „Sozialen Marktwirtschaft“ zu werden… „Sozial ist, was Arbeit schafft!“ äääähhhh.. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ oder so… Das System ist kaputt und NICHT reformierbar.. Deal with it!

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  LeiderKeinPreis
5 Jahre zuvor

Schon lustig, die Amis haben ja echt praktisch keien andere Wahl, aber als Deutscher muss man schon speziell sein, um diese Säule aus zig Parteien nicht zu sehen.

Wenn man natürlich so denk, kommt man nie weiter:

https://www.youtube.com/watch?v=T2Wlz9tl4ZA

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  LeiderKeinPreis
5 Jahre zuvor

Das erinnert mich an eine uralte Szene in einem „Werner“-Comic (kennt die noch ausser mir wer?) wo einer gefragt wird, was er wählt und zur Antwort gibt: “ Stell Dir vor, Du sollst in einen roten, schwarzen oder gelben Kackhaufen beissen….“ Sacht der Andere:“ Du hast grüne Flitzkacke vergessen!“
Die Story spielt in der prä-AfD Zeit, zeigt aber, dass es schon immer so war!

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Groovex
5 Jahre zuvor

Pscht, hier keine hochgeheimen Tricks verraten, wie einfach das Kreuz woanders machen.

Millionen von Menschen glauben da weit eher dran, dass sie mit genug Nichtwahl ein infernalisches Loch öffnen können, das die Antichristdemokraten dann zurück in die Hölle saugt – oder so ähnlich.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Groovex
5 Jahre zuvor

Warum genau sollte man die Verräter- und Mörderpartei nicht bashen? Warum sollte man vor Chulz als Kanzler nicht mehr Angst haben als vor Merkel? Chröder war auch übler als Ghoul, was sich das Ghoulregime nie getraut hätte, Abriss des Sozialstaats durch Nuttenpeter, Aggressionskrieg gegen Jugoslawien, Anbieten der Bundeswehr für „Auslandseinsätze“ wie ne ausgelutschte Strassennutte durch SPD-Minister. Nichts davon hätte sich die CDU getraut. Schröder, Fischer, Nuttenpeter, das Gesindel hat nur die Noske-Tradition weitergeführt. Das Kaiserregime hatte 2 Todesopfer unter linken Demonstranten zu verantworten (Tiergarten-„Krawalle“), und 2 linke Matrosen (Köbis und Reichpietsch) – auf das Konto der SPD gehen fast zwanzigtausend. Schröder und Fischer haben (weitgehend) „nur“ Ausländer ermordet, und ein paar weniger. Aber 125 Jahre SPD sind zuviel. Der Dreck muss weg.

The Joker
The Joker
Reply to  Groovex
5 Jahre zuvor

Wenn die Sozialfaschistischen Penner Deutschlands mal etwas härter angefasst werden, kriegt GrooveX sofort wieder seine Tage…

GrooveX
GrooveX
Reply to  The Joker
5 Jahre zuvor

wie kann man nur so blöd sein, echt jetzt!

The Joker
The Joker
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

Menno, das schockt nicht! Aber sowas von!

Bernie
Bernie
Reply to  Heiko
5 Jahre zuvor

@Heiko

Seh ich ganz genauso, und Xavier Naidoo auch – allesamt Marionetten, (nicht nur in der Politik, auch bei den Journalisten, Militärs sowieso und Wirtschaftsvertretern in .de) und genau deswegen wird ein Sänger, der dies mal so auf den Punkt bringt niedergemacht – Übrigens, auch die AfD ist eine neolbierale Marionette, aber da ich derzeit selbst an neoliberaler Ungerechtigkeit in Deutschland leide verstehe ich Menschen, die aus lauter Frust auf diese Rattenfänger aus dem ganz rechten Spekturm reinfallen. Auch wenn ich sogar hier oberskeptisch bleibe – ein Blick ins Wahlprogramm der AfD haben wohl wenige in NRW gewagt….die AfD ist Koalitionsfähig mit Merkels CDU/CSU.

WIe ich drauf komme? Es gibt nur wenig Unterschiede zwischen CDU/CSU und AfD – nur unsere neoliberal-rechte Lückenpresse berichtet kaum darüber, während die Linkspartei ignoriert wird, und diese Medien-Barriere kaum erwähnt.

Als „Linker“ würde ich genau dies einmal im Wahlkampf anprangern…..ob die Linkspartei das noch schafft ist fraglich….

Zynische Grüße
Bernie

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Bernie
5 Jahre zuvor

Naidoo dient nur der Ablenkung. Wirkliche gefährliche Meinungn werden eher ignoriert oder schon Mal eine Verriss von Prof. Mausfeld in den MSM gesehen oder eine tatsächliche Zerlegung des bösen, linken Wahlprogramms?

ThomasX
ThomasX
Reply to  seyinphyin
5 Jahre zuvor

Mausfeld? Wtf?
Hat der nen Künstlernamen oder sieht aus wie der Glööckler von Notre Dame? Sonst ist das genau wie dieses phöse linke Wahlprogramm einfach nur uncool und unsexy. So was wird ignoriert. Tzzzzz

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Heiko
5 Jahre zuvor

Naja, über die Linke darf man ja nicht wirklich reden, die wurden von der Staats – oder besser Deep State Propaganda erfolgreich zur no go area erklärt.

Selbst Kabarettisten haben tierische Angst davor, diese auch nur anzufassen und sogar die Anstalt erwähnt sie nur mit gleichzeitiger Entschuldigung an, dass man das eigentlich nicht darf und ignoriert sie dann doch lieber gleich wieder ganz schnell wie zum Beispiel in der letzten Folge, wo am Ende lieber ein völlig absurder Vorschlag kam, der den meisten Menschen sowas von gar nicht hilft.

So ist das überall, deswegen bleibt die dann eh zu schwach um irgend etwas zu ändern – also kann man halt nur beten, dass die SPD eine Wunderheilung erfährt.

Aufgeben und einfach abwarten, bist der Neoilberalismus das Land zerfetzt geht natürlich auch – und macht wahrscheintlich sogar weit mehr Sinn. *shrug*

aquadraht
aquadraht
Reply to  seyinphyin
5 Jahre zuvor

@sey: Ja, der Antikommunismus, diese faschistische Ideologie, ist immer noch wirkmächtig, auch bei pseudolinken Faschismusfans von linksunten und anderen Lifestyle-„linken“ Auftritten.
Das Problem der Linkspartei ist, dass sie schwach ist, schwach gegenüber der antikommunistischen Hasspropaganda. Einen wirklichen Fortschritt gibt es erst, wenn der letzte Antikommunist an den Gedärmen des letzen Antiseniten und Proimperialisten aufgehängt worden ist.

Lazarus09
Lazarus09
Reply to  Heiko
5 Jahre zuvor

@Heiko

100%, alles gesagt , begrabt die sPD und Schluß .

Bernie
Bernie
5 Jahre zuvor

Wellbrock

Mich anschließ, auch was A. Merkel angeht.

Die Wähler die nach wie vor CDU/CSU, und sogar FDP, wählen kann ich mir nur so erklären, ebenso wie die Schulz-SPD, dass man eben an dem psychologischen Phänomen des „Stockholm-Syndroms“ leidet, der berühmten angeblichen Identifikation mit einem Geiselnehmer. Merkel hat ein ganzes Volk in Geiselhaft genommen, und dieses Volk, auch die hier lebenden nicht-deutschstämmigen sind gemeint, wählt eben lieber die Leute, die jeden in .de vera….. statt diese abzuwählen, und dies nicht erst seit gestern: Stockholm-Syndrom eben…..

Gar nicht amüsierte Grüße
Bernie

Olli
Olli
Reply to  Bernie
5 Jahre zuvor

Geil: „Stockholm-Syndroms“ Meine Rede!

Schpartaner
Schpartaner
5 Jahre zuvor

Also die SPD wurde nicht von der CDU verarscht. Schließlich haben sie Hartz IV mit den Grünen ganz ohne CDU beschlossen. Die SPD ist schlimmer als die CDU. Und bald ist sie für immer verschwunden.

Bernie
Bernie
Reply to  Schpartaner
5 Jahre zuvor

Du glaubst Merkels Märchen von der angeblich „sozialdemokratischen CDU“? Der neoliberale Saurier CDU besser als der neoliberale Saurier SPD? Ich denke beide sind gleich prähistorisch und bleibe bei meiner Analyse weiter oben.

Gruß
Bernie

Folkher Braun
Folkher Braun
Reply to  Bernie
5 Jahre zuvor

In NRW haben gut 90 Prozent der Wähler irgendeinen Neocon-Scheißdreck gewählt. Für die Linke blieben 4,9 %. Man kann der Partei zu diesem Ergebnis nur gratulieren. Denn die fehlenden 8.500 Stimmen sind ein Zeichen dafür, wie das Wahlvolk sich bei den anderen wohlfühlt. Und im Ruhrpott wählen die Malocher rechts. Afd bis 20 Prozent. Na Mahlzeit.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Folkher Braun
5 Jahre zuvor

Indoktrination funktioniert eben. Die Leute wählen das ja nicht aus Überzeugung.

ThomasX
ThomasX
Reply to  Schpartaner
5 Jahre zuvor

Die SPD ist nicht schlimmer als die CDU. Es gibt da einfach keinen Unterschied. Die Politik aller neoliberalen Parteien ist neoliberal. Nicht mehr – nicht weniger. Also nur unterschiedliche Symptome ein und derselben Krankheit.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  ThomasX
5 Jahre zuvor

SPD und CDU/CSU sind m.E. im Grunde aus dem gleichem neoliberalen Holz geschnitzt. Es ist bis auf ein paar Nuancen egal wer von denen an der Macht ist wobei festzuhalten bleibt, dass der Herr Schröder mit seiner Agenda 2010 sozialen Unbill durchgedrückt hat, denn sich ein Herr Kohl niemals getraut hätte.

Beste Grüße

ThomasX
ThomasX
Reply to  Heldentasse
5 Jahre zuvor

Auch der Kohl hätte sich das getraut. Mit dem gleichen Ergebnis. Er wäre unpopulär geworden. Die Konservativen wussten das. Deshalb haben sie das ja auch die „Sozen“ machen lassen. Parteipolitisch eine Tripple-Win-Situation. Ja, selbst für die Sozen, die sind seitdem immerhin in die High Society aufgestiegen. Den Kollateralschaden trägt die untere Bevölkerungsschicht. Aber das war schon immer egal.

Thrombo
Thrombo
Reply to  ThomasX
5 Jahre zuvor

Die SPD ist nicht schlimmer als die CDU. Es gibt da einfach keinen Unterschied.

Dass das so ist, kann prinzipiell ja jeder sehen, der Augen im Kopf hat. Einen gravierenden Unterschied gibt es dennoch: Die einen haben bis zum Erreichen ihres aktuellen Status´ hinterhältig betrogen, während die anderen das gar niemals nicht nötig gehabt haben.

seyinphyin
seyinphyin
5 Jahre zuvor

Die SPD will sämtliche soziale und demokratische Politik zerstören und damit den neoliberalen Wirtschaftsfaschismus alternativlos machen. Die Partei selbst ist da nur ein Träger für.

Wäre es anders, würde sie sich – und zwar sofort davon lossagen und auf immer und ewig jede Form von Koalition mit neoliberalen = antidemokratischen Partei eine Absage erteilen und auch die Koalition mit der CDU/CSU sofort beenden.

Das ist letztlich das einzige was sie tun kann, um wieder glaubwürdig zu werden. Ansonsten wird sie halt nur noch von Schafen gewählt und die sind launisch und lassen sich leicht von unseren neoliberalen Massenmedien in jede beliebige Richtung führen.

wschira
wschira
Reply to  seyinphyin
5 Jahre zuvor

Wäre es anders, würde sie sich – und zwar sofort davon lossagen und auf immer und ewig jede Form von Koalition mit neoliberalen = antidemokratischen Partei eine Absage erteilen und auch die Koalition mit der CDU/CSU sofort beenden.

Das würde aber erfordern, dass sie den eigenen marktradikalen Müll (sprich Seeheimer) entsorgen müsste, wodurch die Partei auf die Hälfte schrumpfen würde. Weiterhin müsste die TINA-Fraktion in der Parteiführung in die Wüste geschickt werden. Wer sollte das tun? Es wäre wünschenswert, ist aber absolut unrealistisch.

ThomasX
ThomasX
5 Jahre zuvor

Der Artikel ist an sich wieder ganz gelungen. Zeigt aber mMn viel zu viel Verständnis für eine Partei, die sich die letzten Jahrzehnte sehr wohl positioniert hat.
Ich hätte nun zwei Anmerkungen, weiß aber nicht, ob diese Sichtweise wegen der Intention nicht einfließen sollte oder es eher unbewusst ausgelassen wurde:

1.) Natürlich will die SPD gewinnen. Nur will sie dafür nicht das tun, was dafür thematisch zwingend zu tun wäre: nämlich der endgültige Anschluss an die CDU, um der Verschleierung endlich ein Ende zu bereiten.

2.) Zum Punkt

Oh Mann, liebe SPD, Du sagst gar nichts. Weder was Du machen willst, noch mit wem Du es machen willst, Du hast keinen Schimmer, was Du willst.

:
Auch das stimmt so nicht. Die SPD weiß ganz genau mit wem sie koalieren will und mit wem nicht. Eine Koalition ist mit allen anderen neoliberalen und marktradikalen Parteien (ausgeschlossen rechtsradikal – also auch AfD) möglich. Eine Koalition mit der einzigen wirklich linken Partei hingegen ist nicht möglich.

Die beiden obigen Punkte machen deutlich, was die SPD will und mit wem. Und das weiß sie ganz genau. Und du Tom, weißt das eigentlich auch ganz genau. 🙂

GrooveX
GrooveX
Reply to  ThomasX
5 Jahre zuvor

nee! es gibt da einen ganz anderen punkt und der ist eine sehr deutsche spezialität! wenn sich die spd nicht von den linken radikal distanziert, wird sie von den deutschen abserviert werden. das wiederum weiss die parteiführung. die deutschen werden die spd auf keinen fall wählen, wenn die gefahr besteht, davon rot zu werden. alle wege des marxismus führen nach moskau!

man muss kein mitleid mit ihnen (den sozis) haben, sollte jedoch wissen, wo die wirklichen monster beheimatet sind. und wer mit der idee kommt, unter kohl häbe es dieses oder jenes nicht gegeben, dem würde ich schon mal die frage hinterherschmeißen, ob es irgendeine schweinerei gibt, die unter seiner regie nicht von der cdu begangen worden wäre. die haben das volksvermögen glatt verpulvert – aus reiner jux und dollerei! und das nur, um ein paar millionen abzweigen zu können. dass man da auch mal unnüchtern auf der autobahn andere leute umtickert, muss man unter kollateralschaden abbuchen. usw. usf.

ihr wisst das alle ganz genau

ThomasX
ThomasX
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

Zum 1. Absatz: Nur ist dies nicht Ursache sondern Wirkung.
Zum 2. Absatz: Es gibt keine wirklichen Monster. Es sind Menschen – und Menschen handeln aus verschiedenen Motiven. Es ist nicht zielführend, politische Gegner zu entmenschlichen, weil einem dabei vielfach der Fehler unterläuft, ihnen Attribute und Intentionen zu unterstellen, die nicht der Realität entsprechen. Das ist auch hier geschehen: das „Volksvermögen“ wurde nicht aus Jux und Tollerei verscherbelt, sondern ganz bewusst. Gleiches passierte auch später unter rot/grün, nur dass die das aus politischer Unerfahrenheit heraus eben ganz offen gemacht haben. Vermögensumverteilung im Sinne der Mächtigen durch politische Erfüllungsgehilfen.

Gawarmel
Gawarmel
5 Jahre zuvor

Es ist ganz einfach und liegt nicht an der SPD. Alles muss wirtschaftlich sein. Die Bildung, die Kranken- und Altenpflege, der Straßenbau, der Betrieb von Kindergärten. Ist es auch, und zwar genau ab dem Moment der Privatisierung. Vorher nicht, und danach kann die Politik nichts mehr machen. So lange wir auf diesem Trip sind, für den ALLE Parteien stehen, brauchen wir diese Parteien nicht zu wählen. Eine Systemwechselpartei gibt es nämlich nicht in Deutschland. Wär‘ ja auch verfassungswidrig, gell?

ThomasX
ThomasX
Reply to  Gawarmel
5 Jahre zuvor

Eine Systemwechselpartei gibt es nämlich nicht in Deutschland. Wär‘ ja auch verfassungswidrig, gell?

Kurz und knapp: Nö. Das GG ist da ganz und gar offen.

aquadraht
aquadraht
Reply to  ThomasX
5 Jahre zuvor

Richtig. Deshalb wollte man es ja auch durch eine „EU-Verfassung“ ersetzen, die zu „Marktwirtschaft“ und NATO verpflichtet.

Heldentasse
Heldentasse
5 Jahre zuvor

Ich bin nicht unzufrieden damit, dass die Sozen zur Zeit gar keine Wahlen gewinnen können! Das hält u.a. den Herrn Chulz fern von der Macht, und das ist gut so.

Im übrigen erfreue ich mich als gemeiner Mensch immer wieder an den entgleisten Gesichtszügen der sPd- WahlkämpferInnen, die trotzt schier übermenschlichen Einsatz ihre „Herzkammer“ NRW verloren haben. Man möchte ihnen zurufen, kämpft weiter Genossen, zur Sonne zur Freiheit!

Beste Grüße

ThomasX
ThomasX
Reply to  Tom J. Wellbrock
5 Jahre zuvor

Wat willst da auch noch sagen außer „Meine Fresse!“ ………. *mitmKoppgegndieWanddresch*

Jenseits von Böse
Jenseits von Böse
Reply to  Tom J. Wellbrock
5 Jahre zuvor

Toller Link! Ich habe kein Wort verstanden, mein Hund hat den Chulz komplett niedergebrüllt. Ehrlich, macht der sonst nie 😉

aquadraht
aquadraht
5 Jahre zuvor

Vor 103 Jahren hat die SPD für den Krieg gestimmt, mit Gott für Kaiser und Vaterland. Vor 98 Jahren hat sie gemeinsam mit der bewaffeneten rechtsextremen Soldateska die Erhebung der linken und demokratischen Arbeiter im Blut erstickt (keine deutsche Partei ausser den Nazis hat so viele umgebracht). 2 Jahre später hat sie linke Landesregierungen gewaltsam unterdrückt. Vor 91 und vor 85 Jahren hat sie Demonstrationen von schwerbewaffneter Polizei zusammenschiessen lassen.

Nach dem Krieg war sie zivilisierter, aber da standen auch zwanzigtausend stählerne Argumente gegen ein Weiter so auf der anderen Seite der Elbe, da war es schon wichtig, für einen besseren als den bewaffneten, aber verarmten Sozialismus der anderen Seite einzutreten, und das wurde auch erlaubt, für eine Weile. Als diese Argumente weggefallen waren, wurde flugs – mit Unterstützung der SPD – versucht, in einer „europäischen Verfassung“ Sozialismus, auch demokratischen, zu verbieten.

Immerhin hat sich die SPD der Wiederbewaffnung zumindest verbal widersetzt, wenn auch überwiegend, um an der Spitze zu bremsen und die massive Repression des Adenauerregimes kleinzureden. Sobald die Wiederbewaffnung zementiert war, war sie stramm NATO-treu.

Eine wirkliche Leistung der SPD, vor allem Willy Brandts und seiner Getreuen in der SPD, war die Entspannungspolitik.Da gibt es auch kein Aber: ungeachtet aller ideologischen und machtpolitischen Gräben wurde da ein Weg des Dialogs und Ausgleichs beschritten. Der Geist dieser Politik wirkt fort und könnte ein Beispiel sein. Aber wer hat den (auch) verraten? Dreimal dürft ihr raten. (Ok, mit Agenda, Aggressionskriegen etc. fang ich nicht an, das ist bekannt)

Nee, mit dieser SPD wird das nix mehr. Die paar ehrlichen Häute wie Albrecht Müller verdienen Respekt, aber auch Mitgefühl.

Olli
Olli
5 Jahre zuvor

Wie kommst Du ernsthaft darauf dass die SPD nochPotenzial hat? Sieist maßgeblich Hauptschuldige für den Rechtsruck. Mit schröder hat mich diese Partei zum letzten mal verarscht! LG
PS. Hochachtungvor deiner Arbeit die ich schon viele Jahre mitverfolge

R_Winter
R_Winter
5 Jahre zuvor

Liebe SPD, gib es zu, Du willst doch gar nicht gewinnen!

Die sPD „gewinnt“mit jeder Wahl „neue Erkenntnisse“ – nur den Bundeskanzleer stellen will sie nicht.
Der Unterschied der Altersbezüge zwischen dem Bundeskanzler und einem Bundesminister ist einfach zu gering und lässt sich leicht mit einem Job in der Wirtschaft (oder ähnlich) ausgleichen.
Vorausgesetzt, man verärgert die Neoliberalen nicht mit „unsinnigen, nicht finanzieren Forderungen

Anton Chigurh
Anton Chigurh
5 Jahre zuvor

Dabei wäre es gar nicht so schwer, die Leute, die Du auf Deine Seite bringen, willst, auf Deine Seite zu bringen. Du müsstest halt einfach mal „klare Kante“ zeigen.

Oh Mann – no so einer, der dieser toten Schindmähre das Galoppieren zeigen will.
Mit der debilen Scheißtruppe „s“PD wird noch in dreissig Jahren kein Blumentopf zu gewinnen sein.
Das beweisen sie immer und immer wieder seit mindestens zwanzig Jahren. Lügner, Verräter und Betrüger sind keine Menschen, denen man Regierungsverantwortung übertragen sollte….
Charly vom „Narrenschiff“ wird aufgrund dieses Textes wahrscheinlich wieder sein Hirn aus den Ritzen laufen….

kreuzrotter
kreuzrotter
5 Jahre zuvor

Da gab es doch vor einem oder zwei Jahren mal eine Analyse bei den Nachdenkseiten oder beim Spiegelfechter über das Verhalten von Sigmar Gabriel bezüglich seiner Einstellung zu CETA (oder war’s TTIP?).

Darin wurde anhand von Medienberichten gezeigt, dass er Ende eines Jahres noch gegen TTIP/CETA war und ein paar Monate später hat er plötzlich pro TTIP/CETA geredet. Leider weiß ich nicht mehr genau ob das Ende 2013/Anfang 2014 oder doch erst Ende 2014/Anfang 2015 war.
Ich habe versucht diese Analyse in den vielen gespeicherten Dokumenten auf meinem Rechner wiederzufinden, aber ich habe es leider nicht geschafft. Auch über Google gab es nichts Gescheites. Es gibt allerdings im Laufe der Zeit immer wieder widersprüchliche Aussagen von Gabriel zu TTIP und CETA.

Wie kann jemand, der sich die Beratung durch alle möglichen Fachleute leisten kann, erst gegen und dann für ein solch neoliberales Projekt sein? Gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung, die zu hunderttausenden deswegen auf die Straße gegangen ist, so viele wie seit der großen Demonstration im Bonner Hofgarten 1981 nicht mehr!

Warum hat Gabriel den Mut für die Rechte von Palästinensern einzustehen, gegen die Israel-Lobby, aber für die deutsche Bevölkerung fehlt ihm dieser?

reinhard
reinhard
5 Jahre zuvor

Obwohl es immer heißt, man soll nicht die Personen in erster Linie wählen, sondern das Programm der jeweiligen Partei,
sind es doch im Grunde meist die Gesichter bei denen man ein Kreuzchen macht. Von einem knackigen Programm kann bei der SPD schon langer keine Rede mehr sein, also orientiert man sich gerne an der jeweiligen Person. Dabei spielt halt der Faktor Sympathie und Charisma eine große Rolle. Eine solche hatte Willy Brandt und, mit Abstrichen, auch der Schröder ,
zum Beispiel. Sieht man sich die derzeitige Führungsriege der SPD mal an, da bekommt die Bildröhre fast einen Sprung wenn einem der Stegner miesmutig entgegenglotzt, oder der Mann mit der Fliege, der Typ aus Würselen, ein Gümpel oder so, ein Heiko den man als Kind wahrscheinlich nie mitspielen ließ, eine Nahles, um nur einige zu nennen. Alles hochgradige Sympathieträger die Damen und Herren die sicher mit ihrer Ausstrahlung souverän alle Mängel an einem klaren Parteiprogramm hinwegtäuschen können, oder?
Leere Worthülsen und x-mal gehörte Phrasen wie: ich-habe-es-immer-schon-gesagt, oder
da-müssen-wir-noch-nachschärfen, locken keinen Wähler mehr da sein Kreuzchen zu machen. Im Zeitalter von Internet
gehört da schon einiges mehr dazu.

ThomasX
ThomasX
Reply to  reinhard
5 Jahre zuvor

Es würde also reichen, wenn die Sarah mal das Haupthaar offen oder den Rock kürzer tragen würde? Echt jetzt?
Mhhhh … oder mit Peitsche, Stiefelchen und …

Hört auf zu sabbern, ihr stumpf…………….en Kerle! 😀

Alexander
Alexander
5 Jahre zuvor

Was denkt Ihr, was passieren würde, wenn kompetente und glaubwürdige Menschen eine neue linke Partei gründen würden? Würde die schnell auf die 10 Prozent zugehen, wie einst die Piraten und dann die A-Partei?

Rainer N
Rainer N
Reply to  Alexander
5 Jahre zuvor

Nicht eine „linke Partei“, denn „links“ ist negativ besetzt, sondern eine – sozial gerechte Partei – das in dem Fall der Inhalt dann nicht „rechts“ ist, denn auch der Begriff ist negativ besetzt, deswegen behaupten ja alle sie seien „Mitte“, dürfte auch klar sein. Leider ist die Erfahrung ja – Macht korrumpiert – deswegen müsste es eine zeitliche Spanne geben, also zum Beispiel maximal eine oder zwei Legislaturperioden – und auch die Altersgrenze – von 30 bis 40 wäre angemessen – denn vorher … und auch keine „Kreis-Saal, Hör-Saal“, Plenar-Saal“ Karrieren … humanistische Schul-Bildung – berufliche Ausbildung – und dann berufliche Arbeit bis zur Rente … also Parteimitglied auch nur befristet … aber das wird es so nie geben – denn leider wird Altruismus den Menschen ja ausgetrieben …

Alexander
Alexander
Reply to  Rainer N
5 Jahre zuvor

Jedenfalls wird meiner Ansicht nach in progressiven Kreisen viel zu wenig darüber diskutiert, weshalb denn nicht die Linkspartei vom Unmut über die neoliberale Politik profitiert …

niki
niki
Reply to  Alexander
5 Jahre zuvor

@Alexander: Weil die AfD erfolgreich installiert worden ist, um den Hass und Unmut von sehr vielen zu kanalisieren…

Alexander
Alexander
Reply to  niki
5 Jahre zuvor

: Echt? Gibt es Belege dafür, wer die Installateure sind? 😉

Ich denke, die A-Partei ist einfach so „passiert“. Es wäre spannend, zu wissen, ob die Situation so ist, dass jede neue Partei, die es schafft, Medienaufmerksamkeit zu erregen und als Projektionsfläche zu wirken, eine Chance hat, an die 10 Prozent der Wählerstimmen zu erhalten.

Wenn ich mal total herumspinnen darf: Stellt Euch eine neue progressive Partei vor, in der Persönlichkeiten wie Flassbeck, Mausfeld und Pispers führende Rollen spielen. Dann wäre aber Leben in der Bude!

Jenseits von Böse
Jenseits von Böse
Reply to  Alexander
5 Jahre zuvor

Stellt Euch eine neue progressive Partei vor, in der Persönlichkeiten wie Flassbeck, Mausfeld und Pispers führende Rollen spielen. Dann wäre aber Leben in der Bude!

Das ist ein komplettes Missverständnis. Es geht nicht darum, die sattsam bekannten Politikfiguren durch andere Gesichter zu ersetzen. Erstens haben diese und andere von mir hoch geschätzte Persönlichkeiten sich den Mund fusselig geredet, damit wir endlich mal unsere Ärsche hoch kriegen, und Zweitens machen die alle längst ihr Kreuzchen bei der Linken – wohl wissend, welch ein Kreuz es mit den Kreuzchen ist, denn, siehe Erstens, wir müssen den Hintern aus dem Sessel hieven, sonst bewegt sich gar nichts. Kurz: Wir sind das Leben in der Bude, sonst ist Totentanz.

Alexander
Alexander
Reply to  Jenseits von Böse
5 Jahre zuvor

Es geht nicht darum, potentiellen Wählern seriöse und glaubwürdige Politiker zur Wahl anzubieten? Also bitte! Heute sind doch Gesichter wichtiger als Programme! Und die drei Genannten würden doch Figuren wie Tauber oder Scheuer in Diskussionen politisch beerdigen!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Alexander
5 Jahre zuvor

@Alexander

Es geht nicht darum, potentiellen Wählern seriöse und glaubwürdige Politiker zur Wahl anzubieten? Also bitte! Heute sind doch Gesichter wichtiger als Programme! Und die drei Genannten würden doch Figuren wie Tauber oder Scheuer in Diskussionen politisch beerdigen!

Ohne Druck von der Straße nützen auch die besten Politiker nichts.
Das System weiß zu verhindern, dass diese Leute entsprechende öffentliche Aufmerksamkeit bekommen, um sich zu profilieren.
Außerdem sind Leute wie Heiner Flassbeck viel zu clever, um sich bi Will und Co. einseifen zu lassen. die halten ihre Vorträge da, wo auch ein echtes Interesse besteht und man ihnen die Redezeit nicht begrenzt und solche Reden findest du nie in den MSM.

ThomasX
ThomasX
Reply to  Alexander
5 Jahre zuvor

Das ist genau die Krux an der heute als solche verstandenen „Politik“. Politik ist zwar auch, aber eben nicht nur Theater. Das verwechseln sowohl Medien, wie Politiker und deren Parteien als auch davon beeinflusste Wähler, wie man immer wieder sehr deutlich an den Kommentaren sogar in politischen Foren entnehmen kann.

Jenseits von Böse
Jenseits von Böse
Reply to  Alexander
5 Jahre zuvor

… eine neue linke Partei …

Eigentlich haben wir genug Parteien, und die „Linke“ ist sogar einigermaßen wählbar. Die Probleme liegen woanders:

• Jede Partei, die inkompatibel mit dem Neoliberalismus ist, wird medial niedergeschrieben

• Wirklich „massentauglich“ sind bei Wahlen nur sozialreformerische Ideen, „der Deutsche“ ist konservativer Kleinbürger

• Keine Partei kann noch viel bewirken, auch nicht die Beste

Uns fehlt keine Partei, sondern eine Bewegung, die Parteien vor sich hertreiben kann. Wir brauchen Musik auf den Straßen, um die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Aber das Land ist still… Noch!

Alexander
Alexander
Reply to  Jenseits von Böse
5 Jahre zuvor

@Jenseits von Böse: Ja, es gibt eine Medienbarriere! Aber Sanders und Corbyn haben gezeigt, dass man trotzdem weit kommen kann!

Die Linke wird als Ost-Partei mit SED-Muff wahrgenommen. Außerdem muss selbst ich zugeben, dass mir nicht viele Politiker der Linken einfallen, die ich sympathisch finde. Ich denke, das wird nix mehr! Wir brauchen eine neue Partei, die die sogenannten „Sozialdemokraten“ ablösen kann.

Spacko
Spacko
Reply to  Alexander
5 Jahre zuvor

Die Linke wird als Ost-Partei mit SED-Muff wahrgenommen. Außerdem muss selbst ich zugeben, dass mir nicht viele Politiker der Linken einfallen, die ich sympathisch finde. Ich denke, das wird nix mehr! Wir brauchen eine neue Partei, die die sogenannten „Sozialdemokraten“ ablösen kann.

Die Linken und Sozialdemokraten in Deutschland werden, wie die Gesamteuropas, den Weg alles Irdischen gehen. Ob die Lötzsch im Bundestag auf ihrem Altenteil sitzt oder jemand anderes, spielt keine Rolle. Es funktioniert hier kein Sozialismus light, kein Grundeinkommen, kein Green-New-Deal, keine Postwachstumsökonomie und kein Kapitalismus mit menschlichem Antlitz. Zu retten sind Restbestände eines Sozialstaates. Ein Tritt auf die Bremse des Neoliberalismus wäre hilfreich; die Notbremsen sind bereits außer Funktion. Den Aufschlag können wir noch dämpfen. Mehr nicht.

In zehn Jahren ist hier alles im Arsch. Altersarme Senioren werden marodierend und brandschatzend durch die Straßen ziehen und die Knochen verendeter Hartz 4 – Bezieher abnagen.

Eine neue Partei wird daran nichts ändern.

Jenseits von Böse
Jenseits von Böse
Reply to  Alexander
5 Jahre zuvor

Sanders und Corbyn haben gezeigt, dass man trotzdem weit kommen kann!

@Alexander: Sanders und Corbyn sind (das ist jetzt nicht böse gemeint) „alte Zauseln“, die ihre Haltung seit 5 Jahrzehnten nicht geändert haben und in ihren Parteien eine Randexistenz führten – ähnlich wie H.C. Ströbele bei unseren Olivgrünen.

Sanders und Corbyn wurden als Gallionsfiguren „ausgegraben“, weil in ihren verrotteten Parteien nach der Neoliberalisierung wenig glaubwürdiges Personal übrig war. Das, was bei den Democrats und bei Labour erfreulicherweise abging wie eine Rakete, ist aber breiten Kampagnen, vielen Aktivisten und (wenigstens in GB) bitterbösen Gewerkschaftern geschuldet – oder der „Straße“.

Man kann es auch in anderen Ländern sehen: erst gibt es den Aufschrei, eine Bewegung, Proteste gegen die politischen Hampelmänner (Georg Schramm, nicht der irre Sülzbarde). Wenn’s gut läuft, entwickelt sich eine Organisationsstruktur, werden die Aktionen besser koordiniert. In Griechenland hat Syriza sich zu einer neuen Partei gemausert, in GB und USA wurden vorhandene Parteien „unterwandert“. Die passenden Gallionsfiguren drängen meist ganz von selbst in’s Rampenlicht, die zu finden ist das geringste Problem.

Wenn wir in D erst mal eine ernst zu nehmende Bewegung auf der Straße haben, können wir uns gerne noch mal über die Tauglichkeit der Linken oder die Notwendigkeit einer neuen Partei unterhalten. Aber, first things first: es hat keinen Sinn, irgend welche Promis aufzubieten, bevor wir nicht aus dem Sessel kommen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Jenseits von Böse
5 Jahre zuvor

@Jenseits von Böse

Uns fehlt keine Partei, sondern eine Bewegung, die Parteien vor sich hertreiben kann. Wir brauchen Musik auf den Straßen, um die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen.Aber das Land ist still… Noch!

Absolut korrekt!
Leider kennen Deutsche kein Mittelmaß. Entweder sie kuschen , bis ihnen fast die Fontanelle platzt, oder sie toben sich gnadenlos aus und hauen alles zu Klump, was ihnen in die Quere kommt.
Es graust Einem vor der Vorstellung, dass es einmal nicht mehr still ist.
Wehe wenn sie losgelassen!

Jenseits von Böse
Jenseits von Böse
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

@Robbespiere

Es graust Einem vor der Vorstellung, dass es einmal nicht mehr still ist.

Diese pessimistische Einschätzung könnte von mir sein, aber ich mag ihr nicht nachgeben. Die 68er beispielsweise haben die einzige – im halbwegs positiven Sinn – sozialdemokratische Ära der Nachkriegsgeschichte überhaupt erst möglich gemacht – keine Revolution, aber viel Bewegung.

Sie haben das Leichentuch der Altnazis gelupft, welches bleiern über der jungen Bundesrepublik lag. Danach verfing die Verunglimpfung von Willy Brandt als „Vaterlandsverräter“ nicht mehr, und Altnazi Kiesinger bekam endlich seine wohlverdiente Ohrfeige (Danke, Beate!).

Die Demos gegen Imperialismus und Vietnamkrieg haben hierzulande den Weg zur Akzeptanz der Entspannungspolitik geebnet, und schliesslich haben die Studentenrevolten die Begleitmusik gespielt, zu der die besseren Sozialdemokraten eine Bildungsreform auf’s Parkett legten, die mehr Chancengleichheit brachte, bei der also das Wort „Reform“ noch nicht zur Drohung verkommen war.

Im Übrigen kann mir auch keiner erzählen, dass der Atomausstieg eine Erfindung des Merkels sei. Der fing in Whyl, Brokdorf, Grohnde und anderswo an, nicht im Kanzleramt.

OK, alte Geschichten, aber für mich definitiv der Beleg, dass man sich wehren muss – und das auch kann. Natürlich könnte ich stattdessen auch die Weimarer Geschichte erzählen, oder Max Horkheimer mit der scheinbaren Gesetzmäßigkeit zitieren: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen“.

Stimmt nicht besonders optimistisch, oder? Nur ist Geschichte eben nicht deterministisch: das Elend ist uns nur dann sicher, wenn wir tatenlos darauf warten. Die Sinnlosigkeit von Gegenwehr wird uns vom Neoliberalismus natürlich ständig eingebläut, dafür hat sich die Hohe Schule des Kapitalismus sogar unsere Dialektik angeeignet.

Kein Wunder also, dass wir uns hier über die Untoten der Rest-SPD echauffieren – so haben wir 16 Jahre Kohl und 11 Jahre Merkel bequem im Sessel pupsend überstanden. OK, zwischendurch wurden wir noch geschrödert… – Genau so wollen sie uns doch haben: ausgeplündert, heillos zerstritten, hoffnungslos, ausgegrenzt.

Zur Strategie der Entmutigung gehört auch die AfD: die wird als braunes Gespenst in Überlebensgröße an die Wand gemalt, damit wir sie nicht als das sehen, was sie vor allem ist, nämlich Fleisch vom Fleische der Konservativen. So kommt es, dass wir lediglich die – durchaus reale – Gefahr der neuen Nazis fürchten, statt die Rechtspartei auch als spaltbares Material zu nutzen, wie die Neocons es uns auf der linken Seite des Spektrums seit jeher vormachen.

Scheiße, das Lied wird deutlich zu lang, aber eine letzte Strophe muss noch sein: Der neoliberale Kapitalismus ist ein gefährliches Raubtier, es hat unsere Methoden und Argumente geschickt assimiliert und so die Rest-SPD nebst Grünen zu willfährigen Zombies gemacht. Anders wäre die massenhafte Ausplünderung und soziale Verelendung nicht möglich gewesen. Genau das ist aber auch der Hebel, an dem wir ansetzen müssen: Umverteilung geht schliesslich auch andersrum!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Jenseits von Böse
5 Jahre zuvor

@Jenseits von Böse

Alles was du schreibst, kann ich unterschreiben, aber das „Wir“, von dem du sprichst, ist eine Minorität.
Schau dir die Wahlergebnisse der letzten Landtagswahlen an, dann wirst du erkennen, dass die Masse so hirnvernagelt ist, dass sie immer wieder ihre „Entmündiger“ auf den Thron hievt, statt sie in die Wüste zu schicken.
Selbst den FDP-Kadaver haben sie wieder aus der Gruft geholt.
Diese Menschen wirst du erst zum Widerstand bewegen können, wenn sie vor lauter Elend Lumpen kotzen.
Dann werden aber die neoliberalen Aasgeier ihr System so gefestigt haben, dass Veränderungen noch ungleich schwieriger werden, als jetzt schon.
Meine persönliche Erfahrung zeigt mir, dass die wenigsten Menschen die Wahrheit sehen wollen, dass sie organisiert entrechtet werden.
Gegen diese Erkenntnis sperren sie sich vehement, weil diese ihr Weltbild nachhaltig erschüttern würde.
Sie verkriechen sich lieber in ihrem „Friede-Freude-Eierkuchen-Universum, das allenfalls von einem äußeren Feind ( Terroristen, Migranten, Russland etc.) bedroht wird, gg. den man Härte zeigen muss.
Dass es Mitglieder der eigenen Gesellschaft sind, die aus Macht- und Geldgier ihre Lebensperspektiven gewissenlos zerstören, wollen sie partout nicht glauben, weil sie sich alle selbst für charakterstark halten und meinen, Alle wären so.
Schau dir an, wie Viele auf Demos erscheinen oder bei Friedensaktionen erscheinen, es müßten Millionen sein, aber……….
und schau dir die Beliebtheitsskala der Politiker an, die größten Verbrecher stehen an der Spitze.

Jenseits von Böse
Jenseits von Böse
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

@Robbespiere

Die große Mehrheit unserer Mitmenschen ist voll beschäftigt: mit sich, dem Partner, schreienden Kindern oder kläffenden Haustieren, dem kaputten Auto, den Ratenverträgen, dem doofen Nachbarn, mit der Ebbe auf dem Konto, Stress mit Behörden, Ämtern, Vorschriften, dem Vermieter, Twitter, Vorgesetzten, Flachbildschirm und Urlaubsplanung. Den Rest der Zeit stehen sie im Stau oder bringen das Hamsterrad zum quietschen.

Manchmal versuchen sie sogar noch freundlich zu sein, nehmen Rücksicht auf Schwächere oder engagieren sich sogar ehrenamtlich – ich kann verstehen, wenn so jemand dann nicht mehr viele Gedanken an die große Politik verschwendet. Insbesondere, weil fast jeder weiss, wie wir von der verschaukelt werden. Mehr als ein Schulterzucken ist selten drin, höchstens ein flüchtiges Kreuz, mit dem man „die da oben“ meint am besten ärgern zu können.

Die Zeit läuft immer schneller, das Leben muss durchgeplant sein und hoch optimiert werden, sonst wird man abgehängt. Immer mehr Leute futtern unterwegs, Fastfood sowieso – das gilt auch medial: Newsschnipsel und Werbehäppchen. Eigentlich ist es ein Wunder, dass sie dennoch recht vernünftige Ansichten haben: zur Ukraine, zur Glaubwürdigkeit der Medien, zur SPD… Hauptsache das Universum wird nicht gestört: eine kaputte Waschmaschine oder Beziehung, Arbeitslosigkeit, oder ein Pflegefall in der Familie sind ein Desaster für jede dieser auf Kante genähten Biografien.

So gesehen ist es ein Luxus, hier bei Tom & Jerry (sorry, da hab ich was verwechselt) frei von der Leber weg diskutieren zu können, meist mit einem Hintergrund, der auf die Lektüre von Büchern (noch so ein Luxus) schliessen lässt. Ein paar von uns gehen auf Demos: Luxus! Ja, aber hallo? Wer während des Rattenrennens seine Eltern pflegen muss, fällt höchstens in’s Koma, der kann einfach nicht mehr.

Also bitte, sei nachsichtig. „Wir“ sind nicht blöd, sondern in Nöten. Das gierige System verlangt immer mehr Leistung, greift uns immer tiefer in die Taschen, bringt uns immer mehr in die Bredouille… Da versucht man doch vor allem, nicht komplett unter die Räder zu geraten. Das ist keine revolutionäre Situation, sondern ein mühseliges Strampeln, um seinen eigenen Kopf über Wasser zu halten.

Protest oder gar Aufruhr war immer Sache einer Minorität – die sich mit der sprachlosen Mehrheit verständigen muss, sonst wird kein „Wir“ daraus. Konkret bedeutet dies vor allem, den kleinen Traum vom bescheidenen, heilen Leben nicht auf’s Spiel zu setzen. Und nein, das ist kein Loblied des Kleinbürgertums! Überleg mal: die 68er, das waren ein paar laute Hanseln, die ab und an einige tausend Leute mobilisieren konnten, wenn’s hoch kam. Dennoch haben sie die Republik bewegt, weil die Idee von Frieden und gleichen Bildungschancen trotz scharfen Sperrfeuers von Bild & Altnazis auf breite Zustimmung stieß.

Das war der Rückenwind für Sozialdemokraten, gegen die heutige Exemplare nicht mal mehr als Karikatur gut aussehen. Es geht dabei nicht um Wahlen, sondern um Bewegung – in die richtige Richtung. Warum sollte das heute nicht mehr möglich sein? Die Verachtung unserer Politnasen und „Eliten“ ist absolut mehrheitsfähig, an der Peripherie unseres Kontinents stürmt es bereits: Ich finde, daraus lässt sich allmählich was machen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Jenseits von Böse
5 Jahre zuvor

@Jenseits von Böse

Also bitte, sei nachsichtig. „Wir“ sind nicht blöd, sondern in Nöten. Das gierige System verlangt immer mehr Leistung, greift uns immer tiefer in die Taschen, bringt uns immer mehr in die Bredouille… Da versucht man doch vor allem, nicht komplett unter die Räder zu geraten.

Dass es massig Leute gibt, die sich abstrampeln müssen, stelle ich gar nicht in Frage.
Meine Kritik zielt eigentlich mehr auf Solche, die noch recht komfortabel leben und da kenne ich einige.
Wenn die einzige Not darin besteht, zu entscheiden, wohin der nächste Urlaub gehen soll, ob der nächste Bolide ein BMW oder Audi werden soll, oder ob die Breitling chicker ist als eine Omega, dann leben die doch in einer Parallelwelt.
Es nützt aber Alles nichts. Man kann sich vor der Politik nicht verstecken, sie wirkt auf jeden Bürger.
Die Folgen des Nicht-Handelns werden wir alle noch zu spüren bekommen.
Die Belastung für den Einzelnen wird zunehmen, bis wir uns alle wie eine ausgepresste Zitrone fühlen und ganz egal, wieviele Opfer wir bringen, dieses neoliberale System kennt keinen Dank, keine Grenze, keine Solidarität.
Wer fertig ist, landet auf der Müllkippe.
Vermutlich gehört es ja auch zu dem pefiden Spiel der Eliten, die Menschen derart unter Druck zu setzen, dass sie nur noch ans nackte Überleben denken, ohne sich Gedanken machen zu können, was die Ursachen für ihre Misere sind.
Das ist für die Initiatoren des Schweinesystems eine perfekte situation, um die Daumenschrauben weiter anzuziehen und den Schutzschirm um sie herum weiter aufzuziehen.
Wenn dieses System zusammenbricht, dann wirds für uns Alle brandgefährlich, umso mehr, je länger es noch widerstandslos funtioniert.

Jenseits von Böse
Jenseits von Böse
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

@Robbespiere: Hihi, genau, die Breitling-Strolche, wo man sich unwillkürlich fragt: Eigentumsdelikt oder Erbschaft? Die von dir beschriebene Müllkippe für deren Opfer steht sogar noch im geschönten Armutsbericht. Deinen Gedanken zu unserer Bedrohung durch einen Systemzusammenbruch finde ich übrigens sehr hilfreich – er erklärt zumindest teilweise das Festhalten der Wähler an den Stillstandsbewahrern Kohl und Merkel. Das macht es nicht besser, aber verständlich.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Jenseits von Böse
5 Jahre zuvor

@Jenseits von Böse

Deinen Gedanken zu unserer Bedrohung durch einen Systemzusammenbruch finde ich übrigens sehr hilfreich – er erklärt zumindest teilweise das Festhalten der Wähler an den Stillstandsbewahrern Kohl und Merkel. Das macht es nicht besser, aber verständlich.

Du hast recht, das macht es nicht besser.
Wenn Zorn die Massen bewegt und sie auf alles losgehen, was noch nach Wohlstand aussieht, ist der Gestaltungsspielraum gleich null.
Unsere Regierenden und deren Lenker glauben zwar, dies durch Überwachung und Einsatzkräfte kontrollieren zu können, aber wenn es landesweit zu Randale kommt, ist das reine Illusion.
Diejenigen, die meinen, durch die Wahl konservativ-neoliberaler Parteien ihren Status quo des Wohlstands retten zu können, werden die ersten Opfer des Volkszorns sein, weil sie eben i.d.R. nicht hinter hohen Mauern mit Security leben, sondern leicht greifbar sind.
Wenn du das aber im Bekanntenkreis erwähnst, wirst du glatt für verrückt erklärt.

grooveX
grooveX
5 Jahre zuvor

OT

die börse spekuliert auf trumps nahes scheitern. so geht markt.

Jowi
Reply to  grooveX
5 Jahre zuvor

Der entlassene Comey war von 2003 bis 2005 war Comey stellvertretender Justizminister der Vereinigten Staaten, dann wechselte er zu einem großen Rüstungskonzern (Lockheed) und dann zum größten Hedgefond Bridgewater, bis 2013. Von dort wechselte er zur großen Schnüffelbehörde NSA. Bis 2013 war er im Aufsichtsrat der HSBC, einer großen Bank, um dann von Obama für das Amt des NSA-Oberindianers vorgeschlagen zu werden, das er von da an bis zum Rausschmiss bekleidete.

Bridgewater machte 2016 den größten Gewinn aller Hedgefonds, Information ist eben Geld.

so geht networking.
so geht markt.
so geht politik.
(so geht organisierte kriminalität.)

seyinphyin
seyinphyin
5 Jahre zuvor

Habe heute nebenbei gemerkt, dass ich mich mit der Gleichsetzung „Neoliberalismus = Wirtschaftsfaschismus“ vertan habe, denn:

„“Faschismus sollte man besser Korporativismus nennen, weil es die Verschmelzung der Staatsmacht mit der Konzernmacht darstellt.“ Mussolini

Und wenn quasi der Erfinder das schon sagt, so reicht wohl: Neoliberalismus = Faschismus

ThomasX
ThomasX
Reply to  seyinphyin
5 Jahre zuvor

Ja, das passt so.

Lazarus09
Lazarus09
Reply to  seyinphyin
5 Jahre zuvor

Darauf einen Horkheimer ..

„Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen“

Sukram71
Sukram71
5 Jahre zuvor

OFF

„Taz bestätigt Trennung von Jens Berger

Ex-Journalist Jens Berger hat regelmäßig für die Taz publiziert. Jetzt hat die
Redaktion die Zusammenarbeit aufgekündigt – wegen Bergers Verbindung
zu einem umstrittenen Verschwörungsportal.“

http://www.spiegel.de/kultur/tv/jan-boehmermann-neo-magazin-royale-kuenftig-ohne-hans-meiser-a-1148048.html

Jowi
Reply to  Sukram71
5 Jahre zuvor

Davon träumt also Sukram nachts.
Hast du denn schon bei der Gestapo Meldung gemacht?

E k e l i g . S c h ü t t e l . Brrrrrrrrr

The Joker
The Joker
Reply to  Sukram71
5 Jahre zuvor
Truvor
Truvor
5 Jahre zuvor

@ all

Was bedeutet dieses MORG ???

Jowi
Reply to  Truvor
5 Jahre zuvor

Schau hier Truvor:
https://www.flickr.com/photos/xtranews/4520102819/in/photostream/

Die peinliche Truppe wollte wohl ein „MORGEN“ hoch halten, so nach dem Motto wir sind die Zukunft.
Da sie aber nicht bis sechs zählen konnten, hielten sie nur ein „MORG“ hoch.
Ob sie bemerkt haben, dass da noch was fehlt? Darüber wird noch gerätselt, genauso über die Frage, ob diese Kasper mit ihrer Partei noch eine Zukunft haben.

Truvor
Truvor
Reply to  Jowi
5 Jahre zuvor

@ jowi

Die letzten zwei Buchstaben waren auf dem Titelbild nicht zu sehen.
Ja tatsächlich, eine peinliche Truppe hat sich da zusammengebraut 🙁
Auf jeden Fall mit diesem Motto sollten die in keinem Fall in Russland auftreten.
Denn das Wort MORG bedeutet auf Russisch Leichenschauhaus 🙂

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Truvor
5 Jahre zuvor

Denn das Wort MORG bedeutet auf Russisch Leichenschauhaus

Passt perfekt!:-)

Stinki Bill
Stinki Bill
Reply to  Truvor
5 Jahre zuvor

Morg vom Org – Nano Nano

Heißt übersetzt “ Primitive Erdlinge „

kreuzrotter
kreuzrotter
5 Jahre zuvor

OT: Eine seltsame Sicht aus Südamerika zum Thema Steuern und Ungleichverteilung in einem aktuellen Artikel von Frederico Füllgraf

Chile – Neues Linksbündnis Frente Amplio startet Präsidentschafts-Kampagne mit Kampfansage an neoliberale Zustände
17. Mai 2017 um 12:01 Uhr
Des Weiteren wird den Sozialisten und ihren Verbündeten eine gewisse Portion “Feigheit” gegenüber den Turbo-Kapitalisten im Land vorgeworfen, die mit dem Segen der Diktatur gediehen, denen sie nicht die Stirn gezeigt und durch frühzeitige Umsatzsteuererhöhung für die Finanzierung sozialer Programme zur Kasse gebeten haben.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38309

D.h. die politisch interessierte Allgemeinheit in Chile ist genau wie hier in Europa leider auf das falsche dünne Brett geraten, dass eine Umsatz-/Mehrwertsteuererhöhung einerseits dem Staat mehr Steuern zukommen lassen würde (dann ausgebbar zum Beispiel für sinnvolle soziale Projekte) und andererseits aber auch den Reichen ein größeres Stück ihres Kuchen wegnehmen, und so zu einer größeren Gerechtigkeit im Lande führen würde, selbst wenn die Armen und Ärmsten ebenfalls „mehr“ von ihrem Einkommen für Umsatz-/Mehrwertsteuer aufzuwenden hätten.

Oder wie soll ich das verstehen?

Peter Teichmann
Peter Teichmann
5 Jahre zuvor

Ich stimme ja durchaus zu, dass die SPD mit einer klaren Absage an Agenda 2010 und dem Eintreten für ein soziales und demokratisches Europa einen Hype entfachen könnten, diesmal müssten sie das aber selber machen, das würden die Medien nicht so gerne übernehmen wie eine Heiligsprechung von Schulz ohne Inhalt. Und wenn dann DIE LINKE noch ein wenig Druck macht, und die GRÜNEN wieder friedlich und grün werden würden, dann könnte R2G realistisch werden. Ich fürchte aber, das wird nicht passieren, weil die SPD leider schon auf die GroKo eingeschworen ist.
So weit so klar? Eben nicht ganz klar.
Die SPD wurde abgestraft, jetzt zum dritten Mal kurz hintereinander. Hat sie auch verdient.
Mir wird aber leider immer ganz mulmig, wenn ich genau wissen will, wofür sie abgestraft wurde.
Dass sie keine Perspektive aufzeigen konnte, ja sicher, aber welche Perspektive hätten die Wähler denn gerne gewählt?
– Haben die Wähler denn, was viele von uns behaupten, die SPD bestraft, weil kein sozialpolitisches Umdenken zu erkennen war? Waren die Wähler also ganz schön schlau und politisch gebildet, dass sie die Hanswurstereien der SPD durchschauten und sie eben deshalb nicht wählten?
– Und warum waren sie dann gleichzeitig so politisch verblödet, dass sie CDU, AFD und FDP(FDP!!) gewählt haben?
OK, die AFD-Wähler kommen aus dem Umfeld der Spießer, Dümmlichgestrigen, Rassisten und Nazis.
Warum, verflucht nochmal hat DIE LINKE nur so wenig von der SPD abziehen können, und die CDU und die FDP (FDP!!!) so viel. Ich fürchte, dass das Flüchtlingsthema letztlich die Wahlen entschieden hat, und somit die geballte Medienmacht mit Terrorismus und Fremdenfeindlichkeit genügend Angst vor DER LINKEN verbreiten konnte, und zur BTW auch wieder verbreiten wird. Jetzt überlegen wir alle mal zusammen, wann denn der günstigste Zeitpunkt vor den BT-Wahlen wäre, zu dem ein schweres Attentat oder eine Massenvergewaltigung blonder blauäugiger Kinder durch schmutzigbraune Asylbetrüger passieren müsste.