Podcast mit Patrick Breitenbach: Der Tisch, der Krieg und die Medien

Berichten die Medien objektiv? Können oder müssen sie das überhaupt? Nicht erst, seitdem Begriffe wie „Lügenpresse“ oder „Lückenpresse“ die Runde machen, steht die Berichterstattung in der Kritik. Die Erfindung der sozialen Medien macht die Sache auch nicht einfacher.

Im Podcast mit Patrick Breitenbach nähern wir uns dem Thema einmal auf wissenschaftlicher Basis. Aus der Perspektive des Konstruktivismus.

Wer konstruiert denn da? Und was?

Gibt es etwas „da draußen“? Ist die Wirklichkeit etwas, das wir passiv wahrnehmen, beobachten, das also „einfach da“ ist? Oder konstruieren wir durch unsere Sinne die Wirklichkeit? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Konstruktivismus, eine Erkenntnistheorie, die so etwas wie „Wahrheit“ sehr kritisch sieht. Weil sie davon ausgeht, dass wir die Welt, wie wir sie sehen, erschaffen und errechnen, aus sozialen Beziehungen heraus ein Bild konstruieren, auf das wir uns einigen.
Oder eben auch nicht einigen, wie ein Blick auf die Berichterstattung der Medien zeigt.

Der Aufbau des Podcasts

Da der Podcast länger als 90 Minuten dauert, lohnt sich eine kurze Erläuterung des Aufbaus.

Zunächst geht es um eine Definition des Begriffes Konstruktivismus. Patrick Breitenbach (nähere Infos zu ihm am Ende des Textes) hat sich lange Zeit mit dem Thema beschäftigt und unter anderem mit seinem langjährigen Freund und Kollegen Dr. Nils Köbel einen Podcast dazu gemacht (ebenfalls weiter unten verlinkt). Er bezeichnet den Konstruktivismus als sein Lieblingsthema, was ihn natürlich zu einem ausgezeichneten Gesprächspartner macht.

Die erste Hälfte unseres Podcasts beginnt mit einer allgemeinen Definition, was Konstruktivismus überhaupt ist, sie führt uns danach kurz in die Welt der Quantenphysik und versucht, den Doppelspalteffekt zu erklären. Was für jemanden, der davon noch nie gehört hat, etwas sperrig klingen mag, wird interessant, wenn man bedenkt, dass gerade dieser Doppelspalteffekt die Wirklichkeit, wie wir sie zu kennen meinen, ins Wanken geraten lässt (zum Doppelspalteffekt ist am Ende des Textes ein erläuterndes Video verlinkt).

Um der Gefahr zu entgehen, die Hörer in den Wahnsinn verfallen zu lassen, verlassen wir danach die Quantenphysik und sprechen über die Eigenschaften eines Tisches, also eines ganz alltäglichen Gegenstandes. Und selbst dort zeigt sich, dass der Tisch an sich ein über viele Generationen aufgebautes Konstrukt ist, das so eindeutig, wie es scheint, eben doch nicht ist. Wir begeben uns dann in die Welt der menschlichen Wahrnehmung, befassen uns mit der Frage, ob psychisch kranke Menschen wirklich krank sind oder ob es nicht eher die Ärzte sind, die durch ihre Diagnosen Krankheitsbilder formen. Und zum Schluss des ersten Teils erörtern wir, wie die Leistungen von Schülern, Ratten und sogar Würmern (scheinbar) beeinflusst werden können – und zwar völlig unabhängig vor deren tatsächlichen Fähigkeiten.

Die mediale Wirklichkeit

Im zweiten Teil des Podcasts geht es um die Medien. Um deren Versuch, objektiv zu berichten und die Annahme, dass sie daran scheitern müssen. Wir sprechen über wirtschaftliche Prämissen, die sich auf die Art der Berichterstattung auswirken, aber auch über subjektive Meinungen der Redakteure, die über Dinge schreiben.

Anhand von Donald Trump und Martin Schulz versuchen wir, die Reflexe und Mechanismen der Medien zu analysieren. Wir sprechen darüber hinaus über Einfärbungen der medialen Sprache, also über die unterschiedlichen Wertungen vergleichbarer Ereignisse. Was auf der einen Seite als „Kampf für Gerechtigkeit“ kommuniziert wird, stellt die andere Seite als „aggressive Expansion“ dar.

Auch die AfD wird im zweiten Teil des Podcasts gestreift. Ihre Aufmerksamkeit, ihre Strategien, ihre Art zu provozieren und zu polarisieren. Die Medien stecken hier in einem Dilemma, was im Podcast besprochen wird.

Und die wirkliche Wirklichkeit, was ist mit der denn nun?

Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Das Ziel des Podcasts war in erster Linie, den Hörern die Annahmen des Konstruktivismus näher zu bringen und womöglich neue Perspektiven zu entwickeln, neue Ansätze, mit diesem komischen „Ding“ namens Wirklichkeit zu umzugehen.

Auch wenn man sich selbst nicht als Konstruktivist bezeichnen mag, kann der Ansatz, die Dinge einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, vielleicht helfen, den einen oder anderen Zusammenhang anders zu bewerten. Womöglich sogar, mit Bewertungen etwas weniger vorschnell zu sein. Oder auch nur zum Schluss zu kommen, dass Objektivität ein Maßstab ist, der wenig mit der subjektiven Erlebniswelt jedes Einzelnen zu tun hat.
Denn „objektiv“ betrachtet gibt es nur die eigene Subjektivität. Oder eben auch nicht.

Weiterführende Verlinkungen befinden sich unter den Audios.

Hier geht zur Soundcloud-Version:

Hier geht’s zur YouTube-Version:

Soziopod.de: Konstruktivismus

Audioplayer:

Download:

Podcast download
Patrick Breitenbach: Homepage

Doku: Quantenmechanik

Doku Bayern 2: Konstruktivismus

Diesen Beitrag ausdrucken
Unterstütze uns und hilf dabei, die neulandrebellen besser und wirkungsmächtiger zu machen
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
45 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
richard09
richard09
24. Februar 2017 17:06

Off Topic

Hallo!
ich streite gerade mit einem Kumpel über Armut in Deutschland. Er will nicht gelten lassen, dass es in Deutschland „Armut“ gibt, sowas gebe es nur in anderen Ländern, bspw. Afrika. Er lehnt bereits den Begriff „Armut“ ab, wenn man über deutsche Verhältnisse redet.

Was ließe sich dem entgegen?

Danke im Voraus!

Mazze
Mazze
Reply to  richard09
24. Februar 2017 17:45

Es gibt hier in Deutschland sehr viel Armut, relative Armut. Das ist so. Wenn er das nicht gelten lassen will ist er einfach ignorant oder dumm. Relative Armut heisst, man kann seine Grundbedürfnisse befriedigen, jedoch lebt man unterhalb der Hälfte des Durchschnittseinkommens. Bei Alg 2 Empfängern ist das noch weniger. So gilt zum Beispiel in Deutschland als relativ arm, wer maximal 50% des Medianeinkommens einer Bevölkerungsgruppe zur Verfügung hat. Es wird auch unterschieden zwischen einem „Armutsrisiko“ (auch „milde Armut“ genannt), das bei 60% des Medianeinkommens angesetzt wird, der eigentlichen Armutsgrenze, die wie gesagt mit 50% definiert wird, und einer „strengen… Weiterlesen »

Thrombo
Thrombo
Reply to  richard09
24. Februar 2017 18:46

Mazze hat dir das schon schön erklärt, obwohl ich bezweifle, dass dein Kumpel oder vielleicht sogar du etwas davon schnallt. Ich schlage dir vor, deinen Kumpel an die Hand zu nehmen und mal einen Spaziergang durch die nächst größere Stadt zu unternehmen. Dort werdet ihr sehen wie manche alte Leute Flaschen sammeln, um dann die paar Cent Flaschenpfand zu kassieren, ihr werdet Suppenküchen sehen wo Leute etwas zu essen bekommen die sonst hungern müssten sowie auch Leute die aus dem gleichen Grund anstehen, um Lebensmittel zu bekommen, die in den Supermärkten knapp vor dem Verfallsdatum stehen und deswegen gespendet werden… Weiterlesen »

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  richard09
25. Februar 2017 10:44

@richard09 Suche mit der Suchmaschine Deines geringsten Misstrauens nach „relative Armut“ und evtl. „Butterwegge“ dann ergeben sich viele Hinweise darauf, dass in Teutschland eigentlich kein Mensch verhungern muss, aber trotzdem die Gesellschaft tief gespalten wird weil die Armen nicht genügende teilhaben am materiellen aber auch geistig sozialen der Gemeinschaft. Wer jetzt brutalisiert genug ist, könnte postulieren „Solange die Habenichtse nicht verhungern, ist mir der Rest egal!“, aber ich denke selbst wenn man es nur aus rein egoistischen Motiven heraus betrachtet, sollten die Habenden daran interessiert sein die Habenichtsen teilhaben zu lassen. Sonst zerfällt irgendwann die Gesellschaft womöglich sogar bis hin… Weiterlesen »

Axel
Axel
Reply to  Heldentasse
25. Februar 2017 10:54

Warum ist Bürgerkrieg schlecht ? Der Proletarier kämpft doch dann gegen die Elite, oder etwa nicht ?
Die Linke hat doch lange auf die Revolution hingearbeitet.

flurdab
flurdab
Reply to  Axel
25. Februar 2017 11:02

Auch die geistige Armut ist in Deutschland weit verbreitet.
Sie scheint sich epidemisch aus zu breiten.

Axel
Axel
Reply to  flurdab
25. Februar 2017 11:11

Will die Linke den Laden gar nicht aufräumen ? Dann ist die Linke ja nur eine SPD-light ?!
Dann kann man ja gleich den Schnulz wählen.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Axel
25. Februar 2017 11:14

Warum ist Bürgerkrieg schlecht ?

Gegenfrage: Warum habe ich nur manchmal das Gefühl, dass mindestens 200 Jahre der Aufklärung für die „Katz“ waren?

Axel
Axel
Reply to  Heldentasse
25. Februar 2017 13:06

Du solltest lernen, dass du kein Maßstab, und vollkommen unwichtig bist !
Deine „Gefühle“ inklusive.

Axel
Axel
Reply to  Axel
25. Februar 2017 13:11

Soviel zur Aufklärung.

Mordred
Mordred
Reply to  Axel
28. Februar 2017 11:55

weil krieg pauschal schlecht ist. befrage dazu die aktiven und passiven kriegsteilnehmer deines vertrauens.

richard09
richard09
Reply to  Heldentasse
26. Februar 2017 12:31

Solange die Habenichtse nicht verhungern, ist mir der Rest egal!“

Genau das dürfte das Problem sein. Ich wüsste gerne eine geschickte Strategie, wie man diese Haltung knacken kann.

Und vielen Dank für die Antworten auch an Mazze und Trombo.

Heldentasse
Heldentasse
24. Februar 2017 18:51

@Jörg Vorweg , ein super Thema anspruchsvoll und informativ von euch dargestellt! Ich habe es zwar gerade erst mal angehört, möchte trotzdem schon ein wenig Kritik anbringen, weil es mir in erster Näherung sehr naiv erscheint das Standardmodell der Quantenphysik als „Kronzeuge“ des radikalen Konstruktivismus zu bemühen. Zum einen ist der Zusammenbruch der Wellenfunktion nur eine mögliche Interpretation des Modells, und zum anderen (wenn man denn der Kopenhagener Deutung im Kleinen folgt) ist es sehr gewagt diese Deutung des Mikrokosmos auf makroskopische Phänomene anzuwenden, denn die Vorgänge im Kleinen mittel sich mit hoher Wahrscheinlichkeit im Großen heraus, d.h. ganz praktisch… Weiterlesen »

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Tom Wellbrock
24. Februar 2017 19:54

Hallo Jörg, jetzt nach ca. 1h10min des Hörens bin ich etwas enttäuscht (gelinde gesagt) ob der Thesen von Herrn Breitenbach, und das liegt ganz und gar nicht an der m.E. gewagten Interpretation der Quantenphysik. Am meisten Bauchschmerzen bereitet mit die Aussagelogik, so wie ich sie verstanden habe, grob vereinfacht: Radikaler Konstruktivismus->es kann damit keine objektive Wirklichkeit geben->alle konstruierten Wirklichkeiten sind damit gleichwertig-> die Menschen müssen also Vertrauen in die Medien haben die uns die Wirklichkeit nach eigenem Ermessen verkaufen. Alleine schon praktisch muss man dagegen halten mit: Vertraue keinem Medium, und baue Medienkompetenz (Grundlage dafür ist Bildung) auf, und vertraue… Weiterlesen »

aquadraht
aquadraht
Reply to  Heldentasse
27. Februar 2017 23:11

Also Popper ist nun wirklich jenseits von Gut und Böse. Und nein, ich mag nicht.

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Tom Wellbrock
24. Februar 2017 19:54

Man kann hier wahrscheinlich auch Nietzsche zitieren. Der passt ja oft, ist wie mit der Bibel, da findet man auch immer etwas, was gerade passt:

„Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden, und die nach langem Gebrauche einem Volke fest, kanonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen in Betracht kommen.“

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Roberto J. De Lapuente
24. Februar 2017 20:05

Auch wenn es keine objektiven Wahrheiten in einem wissenschaftlichen Sinne geben kann, sind sie gesellschaftlich doch sehr wichtig, und müssen durch diese anhand eines Wertekanon definiert werden. Z.B. ist es sehr wahr das Menschen Menschen töten können, und dies dem friedlichen Zusammenleben sehr abträglich ist, auch wenn diese Toten evtl. begründet durch eine extrem theoretische Betrachtung in einer anderen Wirklichkeit noch lebten.

Beste Grüße

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Heldentasse
24. Februar 2017 20:08

Du musst mich gar nicht bekehren. Ich sehe das ja genauso bzw. glaube ja auch, dass es metaphysisch keine Wahrheit gibt, der Mensch aber kein metaphysisches Wesen ist und demnach auf seine Wahrnehmung zurückgreifen muss. Im Rahmen dieser Wahrnehmung geht es aber um die „Aufstellung der Wirklichkeit“ – irgendwo da kommt die Tätigkeit des Chronisten zum Zuge, also letztlich der Journalismus.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Roberto J. De Lapuente
24. Februar 2017 20:15

M.E. ist diese Art der Wahrheit ein dynamischer Prozess in dem natürlich auch die Wahrnehmung der Individuum eine Rolle spielt, und Mensch kann daher schon zwischen Wahr und Falsch unterscheiden: Der Mensch hat als Mensch eine ihm innewohnende Neigung, seine Kenntnisse über die Wirklichkeit zu erweitern, das heißt, der Wahrheit näher zu kommen. Wir haben es hier nicht mit einem metaphysischen Begriff der Wahrheit zu tun, sondern mit einem Begriff wachsender Annäherung, was mit einer Verringerung von Fiktion und Täuschung gleichbedeutend ist. Im Vergleich zur Bedeutung dieser größeren oder geringeren Erfassung der Wirklichkeit ist die Frage, ob es eine endgültige… Weiterlesen »

Knight
Knight
Reply to  Heldentasse
25. Februar 2017 8:35

Ach, der Fromm: Menschen wollen nicht befreit befreit werden, leider.
Mit 15 faengt es an, dann sucht sich fast jeder eine geistige Nische, aufs Blut verteidigt wird.
Daher verwende ich „Wahrheit“ argumentativ kaum. Nur die Inkongruenz der geistigen Nischen ist angreifbar:
„Wenn du links bist: wieso hast du nur weisse Freunde?“ ect.
Hilft aber in Betracht der Komplexitaet der modernen Welt auch nur kaum. Wie sollte es auch.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Knight
25. Februar 2017 10:53

Philosophen, auch die guten, sind nicht dazu da einem die „moderne komplexe Welt“ zu erklären, was immer da auch sein mag (aber das ist ein gesondertes Thema) , sondern sie können höchstens einen Denkrahmen bereitstellen in dem sich der geneigte Leser selber zurechtfinden kann oder auch nicht.

Immerhin bittet Herr Fromm humanistische Lösungsansätze, die m.E. aktueller denn je sind. Von den radikalen Konstruktivisten kann diesbezüglich nur wenig kommen, denn die Armen konstruieren ja bekanntlich ihre Wirklichkeit selber, und die Reichen auch, ergo ist man selber dafür verantwortlich wenn man arm ist. 😉

Beste Grüße

Knight
Knight
Reply to  Heldentasse
25. Februar 2017 19:27

Naja: Denkanregungen, ja, aber keine Loesungen. Fromm ist wie Nietzsche eher Poet als Philosoph. Man muss sich drauf einlassen wollen, wirklich logisch ist da nichts. Er postuliert sehr gerne.

Interessant. Materialisten vergleichen sich ueber Besitz, Postmaterialisten ueber immaterielle Symbole und damit im Zweifel Mobbing.
Ein „unzureichender“ Materialist geht schaffen- ein ebensolcher Postmaterialist macht die anderen nieder?

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Knight
25. Februar 2017 19:37

Nu ich bin nicht vom Fach, aber für mich lesen sich die Forderungen von Herrn Fromm schon fast wie ein Parteiprogramm, Poesie ist es diesbezüglich aber auf gar keinen Fall: Humanistischer Sozialismus hat als oberstes Ziel die „Emanzipation des Menschen und die Überwindung der Entfremdung“ (GA V, S. 283). Um dieses Ziel zu erreichen, stellt Fromm eine Reihe von Forderungen auf, die am prägnantesten im Schlusskapitel von Haben oder Sein (1976) zusammengefasst sind. Er spricht von „Wesensmerkmalen der neuen Gesellschaft“ (GA II, S. 392ff.), die ich unsystematisch unter Beschränkung auf das Wichtigste hier aufzähle. Dazu gehört vor allem  die… Weiterlesen »

Knight
Knight
Reply to  Heldentasse
25. Februar 2017 20:21

Also diese „praktischen“ Loesungsansaetze sind doch sehr abstrakt. “ Vernuenftiger Konsum“, was soll das sein?
Ich mein auch sein Gesamtwerk. Biophilie, Necrophilie ect.: viele Philosophen sind weniger schwammig.

Axel
Axel
Reply to  Knight
25. Februar 2017 21:56

Vernünftiger Konsum = ein vernunftgesteuerter Konsum -> keine Impulskäufe, Statussymbole, Markenfetische, Hedonistenseuche, Wegwerfartikel, Glaubensbekenntnisse etc.

GrooveX
GrooveX
Reply to  Axel
26. Februar 2017 13:55

der einzige ‚vernünftige konsum‘, der mir bekannt ist, ist die konsumverweigerung.

GrooveX
GrooveX
Reply to  Heldentasse
26. Februar 2017 13:52

dem freunde der zitate:

„Denn eines kann die legendäre »hochindustrialisierte moderne Gesellschaft«, die fast alles kann, nicht: Erklären, warum sie nicht funktioniert, jedenfalls nicht so, wie ihre Sonntagsredner das immer behaupten – zum Besten der Völker.“

Jared J. Myers
24. Februar 2017 23:15

So, wie Patrick Breitenbach den Konstruktivismus versteht, landet er ganz schnell beim Poststrukturalismus von Derrida und Lacan und ihren „gleichberechtigten Diskursen“, frei übersetzt: Jeder kann im abstrakten Raum vor sich hin schwafeln wie er will; Hauptsache ist, dass er genügend Gläubige und „Like“-Klicker dafür findet und das Geschwafelte nicht sich selber widerspricht. Auch im Fall dauernder Widersprüche kann der Diskurs irgendwie gültig sein (siehe Trump); schließlich ist die Prädikatenlogik auch nur ein „Diskurs“. Das Ganze istz von Alan Sokal wunderbar auf die Schippe genommen worden. Wenn Herr Breitenbach mal einen Schritt weiter dächte (was er sicherlich getan hat), müsste er… Weiterlesen »

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Jared J. Myers
25. Februar 2017 11:29

Trotzdem ist die Konstruktion eines Raumes für unser Überleben sinnvoll, denn ohne das Abschätzenkönnen einer Entfernung zu einem Fressfeind oder einer Beute verlässt uns das Leben oder das Jagdglück. Also auch aus einer physikalischen Sichtweise ist es so, dass die Raum-Zeit ist sonst gäbe es uns nicht! Man kann natürlich eine Theorie formulieren, dass wen gerade niemand hinschaut sich die ganze großartige Schöpfung von fernsten Quasaren bis hin zur Planck- Länge, vom Urknall bis hin zur Gegenwart sich in unbestimmten Quantenschaum auflöst. Aber wenn es so sein sein sollte, wäre diese Theorie nicht widerlegbar und somit nach dem modernen Verständnis… Weiterlesen »

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  Heldentasse
26. Februar 2017 21:19

Ach ja, das 4-dimensonale Raunzeitgefüge … existiert doch nur in unserer Wahrnehmung. Denn die Wahrnehmung brauchen wir, um uns im 3-dimensonalen Raum bewegen zu können, also nicht nur sinnvoll, sondern notwendig, sonst … könnten wir uns nicht orientieren und in dem wahrgenommenen „System“ überleben. Wehe wir würden die Zeit nicht als nur in eine Richtung laufende wahrnehmen … wehe wir würden nicht kausale Zusammenhänge … die es ja in der Quantenphysik nicht gibt … ich befürchte, wir sind nur eine Simulation … so wie in „Welt am Draht“ … oder wie mache Inder glauben, dass wir nur ein Traum eines… Weiterlesen »

Axel
Axel
Reply to  Rainer N.
26. Februar 2017 21:45

es gibt aber nun einmal Wissen, welches wir NIE erlangen können … weil unsere Sinnesorgane das nicht verarbeiten können … unsere Wahrnehmungen sind nun einmal begrenzt.

Dann sollten wir sämtliche Apparaturen von Fernrohr bis Teilchenbeschleuniger wegwerfen und hoffen das uns künftig nichts einfällt um unsere Wahrnehmung zu erweitern.

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  Axel
27. Februar 2017 9:39

Wir können unsere Wahrnehmungen nicht erweitern. Die sind durch unsere Sinnesorgane begrenzt.

Da also unser Auge Licht wahrnehmen kann, ist ein Fernrohr nur ein Mittel die Reichweite des Sehens zu erweitern. Aber auch da gibt es eine Grenze.

Ich habe extra geschrieben – Sinnesorgane das nicht verarbeiten können –

aquadraht
aquadraht
Reply to  Jared J. Myers
27. Februar 2017 21:25

Naja, spätestens, wenn ich „Meme“ oder „evolutionäre“ (irgendwas) (letzeres ausserhalb von Biologie und Naturgeschichte) lese, geht bei mir der Bullshitalarm los, nicht minder, nebenbei gesagt, bei der ausserphysikalischen Verwendung quantenphysikalischer Fragestellungen

Lemmy Caution
Lemmy Caution
26. Februar 2017 8:28

Weltklasse!
Vielen Dank für diese tolle Podcast-Folge.

Andreas Säger
Andreas Säger
28. Februar 2017 12:08

Ich habe den Konstruktivismus immer als eine Sammlung von halbgaren subjektivistischen Binsenweisheiten wahrgenommen. Vielleicht kommt das daher, dass ich durch Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ in den 80igern auf diesen Trip gekommen bin. Zu jener Zeit blühten alle Möglichen Arten von Esoterik und „Feel Good“-Wissenschaft. Die allumfassende Vereinigung von Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft war bei uns Babyboomern mit Studentenausweis ganz groß im Schwange, ganz besonders die völlig unverstandene Quantenphysik, Meme, morphische Felder und Tarotkarten in aller Munde und in den Bücherschränken. Selbstverständlich ist unsere Wahrnehmung so stark gefiltert, dass es einen Unterschied zwischen der Welt da draußen und unserer eigenen Welt gibt.… Weiterlesen »

Upp
Upp
1. März 2017 15:10

Erstaunlich, wie die Würmer alleine durch die Behauptung innerhalb der Gruppe „selbsterfüllende“ Bestandteile einer gewünschten Wirklichkeit wurden. Kann man denn sagen, das Würmer Zuneigung/Ablehnung nicht wahrnehmen,oder die Mäuse wegen Käse besser wurden? Die Würmer hatten keine Sonderbehandlung in Sachen Futter, so hab ich das verstanden. Wäre interessant wie die Organismen der Kontrollierenden verändert waren. Körperwärme, Atem etc.
Toller Podcast!

trackback
2. März 2017 14:01

[…] in der Kritik. Die Erfindung der sozialen Medien macht die Sache auch nicht einfacher. Tom Wellbrocks Podcast bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein … Im Umgang mit Donald Trump […]

trackback
17. März 2017 22:13

[…] Claus Weselsky zum Beispiel hat eine Menge Vorarbeit gebraucht. Terminverschiebungen inklusive. Dem Podcast mit Patrick Breitenbach zum Thema „Konstruktivismus und Medien“ gingen Monate, ehrlich gesagt fast ein Jahr voraus. Und […]

rene
rene
10. Mai 2017 14:55

ich würde euch gerne downloaden.
wo bzw. wie geht das ?

aquadraht
aquadraht
Reply to  rene
11. Juni 2017 18:40

Ich empfehle Audacity. Da musst Du die Aufnahmequelle von Mikrofon etc. auf Stereomix ändern. Auf Windows ist das oft deaktiviert (nur Mikrofon sichtbar), das kann man aber einstellen: http://www.giga.de/downloads/audacity/news/pc-sound-aufnehmen-mit-audacity-das-interne-audio-mitschneiden-auch-ohne-stereomix/ . Damit lassen sich beliebige Streams in hoher Qualität mitschneiden (für mp3 musst du aber die encoder für audacity, lame und ffmpeg, zusätzlich downloaden und in audacity integrieren). Da audacity ein ziemlich universelles Audiobearbeitungstool ist, dass under Windows, Mac und Linux läuft, lohnt sich der Aufwand.

45
0
Beteilige dich an der Diskussion und hinterlasse einen oder mehrere Kommentare!x
()
x