Keiner von 80 Millionen

Wagenknecht und Lafontaine unterscheiden zwischen deutschen und ausländischen Arbeitskräften? Das ist nicht richtig. Was bei der ganzen Debatte immer wieder unterm Tisch landet, ist das komische Verhältnis der Deutschen zur Staatsbürgerschaft.

»Oh, Sie haben aber einen hübschen Namen. Ist das spanisch?« – das fragt man mich jetzt fast täglich. Ich bejahe meist. »Sie können aber gut Deutsch«, antwortete letztens jemand auf meine Erwiderung. Das kann ich wirklich – also gut Deutsch. Sogar besser als es diese Hessischbabblerin konnte. »Wie ist denn das Wetter in Spanien?«, wollte eine andere wissen, nachdem ich ihr meine Herkunft bestätigte. »Ich wohne in Frankfurt«, antwortete ich. »Schlimm was in Spanien passiert derzeit«, fing letztens unvermittelt ein Mann an. Ich schaute ihn ausdruckslos an. Was bitte hatte das jetzt mit der Sache hier zu tun? Schlimm was in Deutschland passiert, die Merkel kriegen wir einfach nicht weg. Wieso ist das kein Thema für ihn? »De Laboendde«, hesselte letztens einer, »des is doch a spanischer oder italienischer Name oder sowas – oder ned?« »Nein, bayerisch is des«, antwortete ich. »Wie gut Sie meinen Namen ausgesprochen haben, fast wie ein Spanier«, lobte ich ihn. Das ich Bayer sei, nahm er mir jedoch nicht ab. Nicht bei dem Namen.

Ja, haben Sie gelacht, lieber Leser? Freut mich. Schön für Sie. Ich finde es nicht mehr so lustig. Mich nervt es mittlerweile ordentlich. Ich würde so gerne Müller heißen. Oder Schmidt, Schmitt – ja wahlweise auch Schmied. Selbst Ledersack, Hühnerbein oder Zipfelchen wäre da einfacher. Klingt zwar blöd aber inländisch – so könnte ich mir jede dieser Diskussionen um meinen Namen sparen.

Keinem der Leute, die mich da ansprechen, unterstelle ich übrigens etwas Böses. Es sind keine Rassisten, keine Chauvinisten – sie suchen halt den Plausch, wollen vielleicht nett sein und meinen Namen – für den ich nichts kann – ein bisschen gönnerhaft loben. Wenn einer fragt, ob das spanisch ist, ist das ja nochmal eine andere Geschichte als Sätze wie der: »Sie sind ja Spanier!« Nein, Kollege, bin ich nicht. Oder sagen wir: Bin ich auch. Aber eben auch Deutscher. Wenn ich das dann festhalte, kippen die fast vom Stuhl, weil sie erschrecken, sich ertappt fühlen: »So habe ich es gar nicht gemeint. Entschuldigung.« Gesagt haben sie es aber – ich muss doch auf das reagieren, was Leute sagen und nicht auf das, was sie gemeint haben könnten.

Daran sieht man, dass es schwierig ist in Deutschland mit einem ausländischen Namen auszukommen. Man wird zwar mit einem spanischen Namen nicht mehr ausgegrenzt. Bei arabischen Namen mag das anders sein – oder formulieren wir es ruhig mit ein bisschen mehr Attacke: Bei arabischen Namen ist es definitiv anders. Aber selbst als Mensch, dessen Vater vor jetzt 55 Jahren nach Deutschland kam, ist man in der Alltagsdenke der Leute noch jemand, der seine Wurzeln wohl ganz woanders hatte und dementsprechend wahrscheinlich Ausländer ist.

Die deutsche Staatsbürgerschaft scheint sich im deutschen Kollektivdenken noch immer als etwas Vererbtes zu definieren. Über den Namen, die familiären Blutsbande, gelangt man zur Nationalität. Ein fremd klingender Name führt zur oberflächlichen Einsicht, dass da kein deutsches Blut im Spiel sein könne und man fragt zur Sicherheit dann einfach mal nach, ob da vielleicht noch etwas anderes in einem schlummert.

Viele Linke fühlen sich ja jetzt von Lafontaine und Wagenknecht verraten. Die würden deutsche und fremde Arbeitskräfte spalten, damit den linken Internationalismus verraten. Gleich vorweg, ich bin auf deren Seite. Offene Grenzen dienen dem zügellosen Kapital; Freizügigkeit für Arbeitnehmer hat zu vielen geführt in der EU. Zu besseren Arbeitsbedingungen allerdings eher nicht. Stattdessen verdingten sich fleißige Polen aus Ich-AG am Bau und hielten die Löhne konstant niedrig. Der Mindestlohn bremste diese Entwicklung nicht. Sein Niveau reicht nicht aus. Jedoch ist nicht der selbstunternehmerische Pole das Problem: Er ist genauso Opfer wie jene, die dann hier keine Arbeit mehr finden oder für einen gedumpten Lohn schuften müssen.

Dabei geht es den Kritikern des linken Ehepaares im wesentlichen darum, dass die beiden nicht einsehen wollen, wie man deutsche und ausländische Arbeitnehmer gegeneinander ausspielt. Auch die Kritiker haben da ein komisches Verständnis von Deutschsein. Es geht zunächst mal um das Staatsvolk, d.h. es geht auch um Menschen ohne deutsche Papiere, die hier leben und arbeiten und einen gewissen Schutz durch staatliche Kontrolle erfahren müssen. Wenn man also von Seiten der Kritik so tut, als wollten Lafontaine und Wagenknecht, den Arbeitsmarkt deutsch reinhalten, dann ist das eine dermaßen plumpe Vereinfachung, dass sie mich fast schon wieder an jene Sprüche erinnern, die ich wegen meines Namens ertragen muss.

Es mutet schon kurios an, dass man unter Linken stets das statische Deutschverständnis der Konservativen anmahnt – bei unliebsamen Äußerungen aber urplötzlich in diese Statik und in dieses deutsche Muster – das Deutschsein mit Alteingesessenem gleichzusetzen – verfällt. Wenn nicht mal die Linken begreifen, dass eine deutsche Staatsangehörigkeit kein familiäres Erbe, keine Blutabstammung darstellt, dann sind die Kritiker der beiden genannten Linken vielleicht viel kritikwürdiger als die für sie Kritikwürdigen.

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ChrissieR
ChrissieR
4 Jahre zuvor

Moin,
das ist wohl echt „typisch deutsch“, das mit der Ausgrenzung. Ich lebe ja teilweise in Frankreich, da hat z.B. noch niemand gefragt, wie denn in Deutschland das Wetter so sei…
Dafür erkläre ich den Franzosen gerne, was 1Euro- Jobs und Hartz4 ist und dass sie das dank Macron auch bald bekommen werden…
Komischerweise fragen mich immer noch Deutsche, ob denn die Franzosen nicht was gegen Deutsche hätten.
Die Klischees sitzen ganz tief noch im Michel, aber Marianne wird vielleicht bald aufwachen und dann verstehen, wer Europa kaputt macht.
Und dann wird sie vielleicht doch wieder böse auf uns Deutsche..
Casse-toi, schwarze Null!

Michael
Michael
Reply to  ChrissieR
4 Jahre zuvor

Quatch… garde die Franzosen sind sehr nationalistisch…

Schweigsam
Schweigsam
Reply to  Michael
4 Jahre zuvor

Die Franzosen sind so nationalistisch das sie mehr als 6 Millionen Menschen aus Rassenwahn vergassten. Stimmt…

PS: Der französische „Nationalismuss“ (wie du Ihn nennst) hat sicherlich nicht so viele Opfer in 20. Jahrhundert zu verzeichnen wie unser…Michel

trackback
4 Jahre zuvor

[…] wieder unterm Tisch landet, ist das komische Verhältnis der Deutschen zur Staatsbürgerschaft.Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Alles Nazis außer Thomas Julian Assange, Noam Chomsky, Jeremy Corbyn, Diether […]

anton
anton
4 Jahre zuvor

Roberto: Du bist Deutscher und Spanier, hast eine deutsche Mama und einenn span. Papa, die jungen Silvester-Frauenschänder haben mit der BRD nichts an der Melone!Ich bin dagegen, Nicht-Europäern den Pass zum Nulltarif zu schenken, mir egal, was linksextreme Morlabumbel davon halten!!Ja zu Europa!Ich mag den Roberto, er unterscheidet sich positiv von den typisch deutschen Moralbuben, die sich über ihr Gutisein einen abrubbeln.

anton
anton
Reply to  Roberto J. De Lapuente
4 Jahre zuvor

Roberto: es spricht nichts dagegen, ihnen die Staatsbürgerschaft nach einer bestimmten Zeit und unter bestimmten Bedingungen zu geben! Die Oktoberfestdeutschen sind Deutsche, muss einem nicht gefallen!

Pentimento
Pentimento
4 Jahre zuvor

Das hier sehr schön beschriebene Verhalten ist spiessig und leider typisch deutsch. Man sagt, dass diese misstrauisch bis feindliche Art gegenüber allem Fremden auch mit unserer zentralen Lage In Europa tun hat. Bis lange nach dem dreissigjâhrigen Krieg zogen fremde Soldaten, die damals selbst für ihre Verpflegung sorgen mussten, quer durchs Land. Ein Fremder bedeutete Gefahr, ausgeraubt werden oder Schlimmeres. Im Vergleich damit konnten Engländer, Nordländer und auch die südlichen Randländer sich relativ sicher fühlen. Ist zwar lange her, aber egal – wenn der Michel mal eine Meinung hat, dann bleibt er eben dabei. Wie sonst könnte man seine Anhänglichkeit an unsere unsägliche Kanzlerin und deren erbärmliche Entourage erklären?

Pjotr56
Pjotr56
Reply to  Pentimento
4 Jahre zuvor

„seine Anhänglichkeit an unsere unsägliche Kanzlerin “ – der Michel nennt sie schließlich Mutti und ist offensichtlich noch nicht abgestillt. Dieses Manko paart sich mit der Eigenschaft, von nichts ne Ahnung aber zu allem eine Meinung zu haben.

jammertal
jammertal
Reply to  Pjotr56
4 Jahre zuvor

Dieses Manko paart sich mit der Eigenschaft, von nichts ne Ahnung aber zu allem eine Meinung zu haben.

Sowas schimpft sich heute „Autorenleistung“, weder Neuland noch Rebellen.

RodolpheSalis
RodolpheSalis
4 Jahre zuvor

Sei froh, dass du nicht die falsche Pigmentdichte hast. Die Zwei da oben im Bild werden niemals deutsch; selbst mit Pickelhaube nicht. Dein Großvater kann in Stalingrad gekämpft haben, mit der falschen Dichte wirst du nie Deutscher. Die Anderen werden dir immer vermitteln, dass du fremd in deiner Heimat bist, haha. Gelitten.

Michael
Michael
4 Jahre zuvor

Diese Unterscheidung ist ganz natürlich !!! … oder denkt ihr auch nicht zuerst an eure Familie… oder an Euer Dorf… Eure Satdt… Ich bin in Berlin ziehmlich angepisst das die hedonistischen Touristen Berlin in eine Partystadt verwandelt haben… und da ist es mir egal aus welchem Land sie kommen oder welchen teil der Republik … Auch nervt mich das ich das Gefühl habe das alle Hipster Europas anch Berlin ziehen… und da ist es mkir egal woher die kommen…

Das man zuerst an seinen Kulturkreis denkt oder an seine Gemeinschaft , sein Dorf ist etwas sehr natürliches…
und ist nichts elten auch wichtig um zu überleben…

Das Teile der politik daraus Fremdenhass generieren ist etwas anderes und gehört abgestraft…

Im übrigen ist nationalismuss nicht gleich Nationalismus. Da muss doch bitte differenziert werden zwischen inklusiven und exklusiven…

Ursprüngölich ist Nationalismus sogar ein Linkes Projekt… ganz zu schweigen vom nationalismus vieler ehemaliger Kolonien, die sich durch die Gründung des Nationalstaates vom Kolonialjoch befreit haben….

Ich finde dieser Artikel ist sehr selbtgerecht und zudem eine billige schwarz/ weis Sicht…

— also nicht gerade ne wirkliche Linke Perspektive…. Alles hat graustufen… die werden heir aber nicht beleuchtet…

Hier mal ne Anregung zum weiterdenken…

Salonlinke in die Produktion

(ein Auszug)

….Da ist er wieder – der vielleicht unüberbrückbare Gegensatz zwischen den „Gefühlslinken“ des urbanen Bildungsbürgertums und der klassischen Linken mit ihren Wurzeln in der Arbeiterbewegung, die einander nicht mehr verstehen. Dabei wäre es doch eigentlich ganz einfach, da ein wenig Nachhilfe zu betreiben. Getreu dem RTL-Erfolgsmotto könnten das Neue Deutschland und die taz doch einen „Intellektuellentausch“ veranstalten. Stephan Lessenich darf dann zwei Wochen als Müllwerker in Frankfurt/Oder Erfahrungen sammeln, Thomas Seibert kann seine empirischen Grundlagen als Maurer in Gelsenkirchen auf dem Bau erweitern und für Robert Meyer könnte sich ein Praktikum in der Produktion bei Salzgitter Stahl anbieten, wo er auch gleich einmal recherchieren kann, warum 5.000 Flüchtlinge auf 100.000 Einwohner für eine klassische Arbeiterstadt vielleicht doch ein Problem darstellen könnten. Und wenn die Salonlinken ein wenig Empathie für ihre Mitmenschen ohne Abitur, WG-Zimmer und Rennrad entwickeln, die außerhalb der Echokammer Berlin leben, dann kann die politische Linke auch endlich mit der eigentlichen Debatte anfangen. Vorher macht das wohl keinen Sinn.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=40840#more-40840

Michael
Michael
Reply to  Roberto J. De Lapuente
4 Jahre zuvor

Na wenn das kein Argument ist… Sehr erbärmlich… Roberto…

Mordred
Mordred
Reply to  Michael
4 Jahre zuvor

Wie wäre es, wenn Michael Robertos Artikel und Roberto Michaels Posting erst einmal jeweils komplett lesen? Dann könnt Ihr nämlich wegen inhaltlicher 99%iger Überschneidung Euer Geflame einfach rauskürzen.

Kackwarze
Kackwarze
Reply to  Mordred
4 Jahre zuvor

Wobei der Roberto ja nur autobiografisch über den Abgesang eines groooßartigen
Denkers unserer Zeit referiert wenn er nackt auf dem Stammtisch steppt.

Jarek
Jarek
4 Jahre zuvor

Den beiden geht es eher um die inländischen Arbeitnehmer und die die (evtl.) dazukomen (sollten). Also unterm Strich das Plus oder Minus beim Arbeitskräfteangebot mit allen Konsequenzen. Man kann irgendwie die Beweggründe von Wirtschaft, Politik und „linksliberalen“ Medien (federführend – taz) verstehen, daraus eine Rassismus-Keule zu basteln – humanitärer Natur sind sie vordergründig nicht.

ilse
ilse
4 Jahre zuvor

das ist klartext

Klartext
Klartext
Reply to  ilse
4 Jahre zuvor

Ilse Bilse,
keiner willse.
Kam der Koch,
nahm sie doch,
weil sie so nach
Zwiebeln roch.

Ist sowas frauenfeindlich und sexistisch ?

Art Vanderley
Art Vanderley
4 Jahre zuvor

Zustimmung, die Nähe „internationalistischer“ und neoliberaler Vorstellungen ist frappierend, würden sie sich durchsetzen, wäre auch das Ergebnis gleich verheerend.
Dieselbe Logik wie beim Markt, alles deregulieren und alles wird gut, nur gibt es im Fall der Immigration plötzlich Applaus von erheblichen Teilen der Linken.
Das klingt so ähnlich wie die ehrwürdige Tradition der „linken Internationale“, ist tatsächlich aber etwas völlig anderes, ja sogar eine linke Variante einer Ethnisierung des Themas, die normalerweise den Rechten vorbehalten sein sollte.

romanov
romanov
4 Jahre zuvor

Small Talk sollte verboten werden #metoo

Marco B
Marco B
4 Jahre zuvor

Hallo Roberto, ich muss dir in Sachen Frau Wagenknecht und Herrn Lafontaine widersprechen. Oskar Lafontaine hat nach der Wahl beklagt, dass die Partei „Die Linke“ so wenige Stimmen von den Arbeitern und Arbeitslosen erhalten hat. Damit meinen weder Herr Lafontaine noch Frau Wagenknecht das von Ihnen erwähnte „Staatsvolk“! Denn meine italienischen Freunde, die seit Jahren in Deutschland wohnen und arbeiten und deren Kinder mit den meinen zur Schule gehen, dürfen gar nicht an der Bundestagswahl teilnehmen. Herr Lafontaine trennt schon einmal zwischen Arbeitern mit Wahlrecht und Arbeitern ohne Wahlrecht. Zudem trennt er noch die Flüchtlinge, in jene mit ein paar Tausend Dollar Fluchtgeld und in jene ohne Fluchtgeld. Jenen, die es dank des Fluchtgeldes nach Deutschland geschafft haben, würde er ja am liebsten gar nicht helfen. Sie sind ja die „Reichen“ unter den Armen. Das erinnert so ein wenig an die Argumentation, warum kommen lauter junge Männer, welche doch im eigenen Land mit der Waffe in der Hand gegen die Ungerechtigeit kämpfen könnten.
Dass es die „Reichen“ unter den Armen nur selten gibt, wird völlig unterschlagen. Ein ganzes Dorf legt zusammen, um den kräftigsten jungen Mann des Dorfes nach Europa zu schicken. Denn diese Auswahl bedeutet für das Dorf die größten Chancen, dass eben jener junge kräftige Mann es überhaupt bis nach Europa schafft. Zudem wird ein junger kräftiger Mann am ehesten Arbeit finden. Und weil er jung und kräftig ist, kann er vielleicht sogar zwei Jobs annehmen und damit entsprechend mehr Geld in sein Dorf senden. Vielleicht wollte der junge kräftige Mann gar nicht nach Europa? Er hätte unter Umständen auch gute Chancen in seiner Region Arbeit zu finden. Wir wissen es nicht.
Wenn wir jetzt diesem jungen kräftigen Mann die Einreise und eine Unterstützung versagen, treffen wir zwangsläufig auch die restlichen Leute aus seinem Dorf oder seiner Familie. Zudem kommt noch ein Aspekt, denn viele nicht beachten. Dieser junge kräftige Mann gilt nach seiner Rückkehr als „Versager“. Er hat die Wüste überstanden, das Mittelmeer mit einem löchrigen Schlauchboot überquert, stand tagelang in einem dunklen stickigem Seecontainer , war bereit jeden Job anzunehmen und wurde am Ende mit leeren Händen zurückgeschickt. Wird dieser junge kräftige Mann dem nächsten Werben von Radikalen widerstehen, wird er seinen Kindern etwas Positives über Europa und seine Menschen berichten können? Wohl kaum. Sich hinzustellen und zu sagen, wir können nicht alle aufnehmen oder wie Frau Wagenknecht, wir können heute noch nicht alle aufnehmen, ist feige und egoistisch. Laut verschiedensten Nachrichten hat Deutschland 1,3 Millionen Millionäre. Bei ca. 82 Millionen Einwohnern bedeutet dies rein rechnerisch, jeder 63. unter uns ist Millionär. Glaubt denn keiner, dass wir ohne weiteres mehrere Millionen Menschen bei uns aufnehmen könnten, wenn wir es nur wollten? Lasst es uns doch erst einmal versuchen, lasst uns nicht nur den jungen starken Mann aufnehmen, sondern auch seine Familie. Denn wenn seine Kinder mit unseren Kindern zusammen spielen, werden Nachnahme und Hautfarbe irgendwann nicht mehr so ausschlaggebend sein.

Für dieses Ziel gebe ich seit Jahren der Partei „Die Linke“ meine Stimme und bin froh, dass sich viele in Kritik an Frau Wagenknecht und Herrn Lafontaine einreihen.

anton
anton
Reply to  Marco B
4 Jahre zuvor

Niemand hindert den Marco daran, sein Privatvermögen für „Flüchtlinge“ aufzubrauchen, er sollte aber keinen Moraldruck, zersetzend und unpoliitsch – aufbauen!Europa wird sich nicht um jeden kümmern können , Politk statt Moraldruck!

Habnix
Habnix
4 Jahre zuvor

Na dann hoffe ich das beste für Deutschland und Europa mit Wurzeln im Ausland. „Falls es schwierig wird, hat man sicher noch Verwandte irgendwo in der Welt.“