Gesunder Realismus oder Bedeutungslosigkeit

Ist das wirklich eine Kampagne der konservativen Medien gegen Sahra Wagenknecht? Sicher, ein bisschen stimmt es. Aber eigentlich sind es ja weniger die Konservativen, die sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren.

Nachvollziehbar. Jedenfalls wenn man in der romantischen Ecke der Linken hockt. Denn Wagenknecht rüttelt nun einiges durcheinander. Sie zerstört ein Lebensgefühl. Und in der eigentlichen Substanz ihrer Thesen spiegelt sich wider, dass die Linke (als Partei und politische Richtungsangabe gleichermaßen) fatale Fehler durch Unterlassung gemacht hat. Sie hat zum Beispiel das gute und richtige Ideal einer multikulturellen Gesellschaft insofern falsch verstanden, dass sie jede Kritik an kulturellen Diskrepanzen gleich als Angriff aus der rechten Ecke verstehen wollte. Viele kamen zweifelsohne auch von dort. Aber eben nicht alles. Manches waren einfach nur nüchterne Erkenntnisse aus der Alltagspraxis der Leute. In solchen Momenten präsentierte man dann Lösungen wie diese: Leute, geht aufeinander zu, seid nett zueinander, wir sind doch alles Menschen. Stimmt ja auch: Friedlich währt am längsten. In der Theorie. Aber solche Antworten auf die Fragen sind praxisfremd und haben viele Menschen vor den Kopf gestoßen, die unter Umständen guten, das heißt kulturübergreifenden Willens waren, aber mit dieser linken Selbstgefälligkeit nichts anzufangen vermochten und sich dann angeekelt abwandten.

Dass viele von denen dann im völlig falschen Lager landen, auch weil sie den Protest an die Wahlurne tragen wollen, war da fast folgerichtig. Man hat sich links einfach zu lange gescheut, maßgebliche Probleme zu thematisieren. Vor allem auch, um die eigenen Ideale nicht ins Wanken zu bringen. Ausgebreitete Arme, die man Geflüchteten entgegenstreckt, die sind nur als ein Symbol zu gebrauchen. Sie nutzen sich ab und als realpolitische Maßnahme taugen sie nichts. Im wirklichen Leben ist nicht alles Harmonie. Mit der Grenzöffnung kamen eben nicht nur nette Familien ins Land, sondern auch ziemlich unkontrollierbare Gestalten. Das hat Wagenknecht dem Merkel-Kurs in der Frage angekreidet und nun sind es ausgerechnet Linke, die indirekt jener Kanzlerin beispringen, die sie von jeher aus dem Amt haben wollten.

Man kann eben auch nicht dauernd Probleme im interkulturellen Miteinander kleinreden und so tun, als scheitere Integration vor allem immer an den Deutschen. Klar, das tut sie auch. In manchen Bereichen ist das Deutsche ja weiterhin eine exklusive Angelegenheit. Und das nicht zu selten. Allerdings ist Integration in beide Richtungen keine Einbahnstraße. Auch von Seiten der Eingewanderten gibt es häufig keine Bereitschaft dazu. Was in vielen Bereichen nicht weiter schlimm ist. In anderen allerdings zu Irritationen führt. Aber in der Linken durfte man das ja nie laut sagen, weil man sonst als jemand hingestellt wurde, der mit Sarrazin paktiert.

Wobei ich jetzt einen Fehler gemacht habe. Wir sprachen doch eben noch von Flüchtlingen und dann sagte ich was zu Eingewanderten. Diese Masche war der konservative Clou der letzten anderthalb Jahre: Man führte einfach diese beiden Gruppen zusammen und meinte damit »die Ausländer«. Deshalb sprach man von Obergrenzen für Einwanderer und tat so, als müssten die auch für Asylsuchende gelten. Die Linken haben dieses diktierte Thema stets kampfesmutig aufgegriffen und diese Zusammenführung nicht weiter kritisiert, sondern die Logik der Konservativen mehr oder weniger übernommen und auf dieser Grundlage eine Gegenposition bezogen. Es ist Sahra Wagenknechts Verdienst, dass sie beides intellektuell voneinander getrennt hat. Sie hat begründet, dass Zuwanderungsobergrenzen legitim und notwendig seien, damit aber nicht Asylsuchende gemeint. Die Folge: Ein Aufschrei unter den Linken.

Daraufhin hat man begonnen, sie sukzessive mit Frauke Petry zu vergleichen. Hat sie zum rechten Einfallstor in der Linkspartei erklärt. Sachlich waren die Vorwürfe allerdings nicht. Sie waren Ausdruck einer verletzten Befindlichkeit. Ein linkes Bauchgefühl, das nicht im Kopf ankam, aber aus dem Bauch heraus mit dem Finger auf sie zeigte. Doch was bitte ist daran befremdlich, wenn man festhält: Ja, geordnete Zuwanderung sollte mit Obergrenzen erfolgen. Das ist ja auch ein Gebot der Organisation und Umsetzung. Und ist es wirklich so rassistisch, wenn man dabei auch um rudimentäre Grundlagen der deutschen Sprache bittet und die Perspektiven der ohne Not ins Land kommenden Menschen prüft? Wohlgemerkt: Der ohne Not ins Land kommen wollenden Menschen. Für die, die in ihrer Not kommen, gelten da andere Maßstäbe und Regeln.

Klar ist es unschön, wenn man vom verwirktem Gastrecht spricht. Aber man kann doch nicht, weil man sich unwohl fühlt bei solchen Sätzen, den berechtigten Inhalt des Gesagten wegschieben und mit Kalkül darauf spekulieren, dass mit der Kritik an der Wortwahl gleich die Gesamtheit des Gesagten vom Tisch ist. Natürlich kann man doch Leuten, die vor ein, zwei Jahren nach Deutschland kamen und hier straffällig wurden – und damit sind wirkliche Verbrechen gemeint und keine Kavaliersdelikte – nicht weiterhin mit Verständnis begegnen. Sie wieder ausweisen zu wollen, hat doch mit den wirklichen Flüchtlingen nichts zu tun.

Fischt Sahra Wagenknecht in rechten Gewässern, um sich bei der Wählerschaft anzubiedern? Das kommt natürlich zunächst immer darauf an, wie man rechte Gewässer definiert. Und innerhalb der Linken hat sich da über mehrere Jahrzehnte eine vollkommen isolierte Haltung aufgebaut, die in jeder Kritik an den Problemen mit der Zuwanderung (nicht mit den Flüchtlingen, das kam erst viel später) gleich die geistige Vorbereitung eines Vierten Reiches witterte. Aus dieser Sicht fischt Wagenknecht tatsächlich im Rechten. Objektiv betrachtet bedient sie nur genau den gesunden Realismus, den die Linken in der Vergangenheit aus Befindlichkeitsgründen vermissen ließen. Realitätsfremde haben oft einen schweren Stand. So eben auch das Linke, das sich bequem in einer Weltanschauung zurückzog, in der man selbst der Gute ohne Makel sein durfte und jeder, der die Entwicklungen anders sah, konnte als Teil des Schlechten abgetan werden. Auf diese Weise hat man die Deutungshoheit rechten Analysten und Hetzern überlassen. Diese Isolation, die man sich in Sphären der absoluten Verstiegenheit eingerichtet hat, hat einen hohen Preis: Die AfD.

Von wegen Rechtsruck durch Wagenknecht. Es ist notwendig, dass man die Probleme anerkennt und dann mit linken Ansätzen zu einer Lösung führt. Die Linken, die jetzt die Linke vor Wagenknecht retten wollen, das sind die Leute, die die Linke trotz bester Grundvoraussetzungen (Hartz IV, Ungerechtigkeit, Austerität etc.) kleinhielten und weiterhin zu einer Nischenexistenz verdammen. Wer wählt schon eine Partei, deren Anhänger (nicht unbedingt deren Mitglieder) Tag für Tag dokumentieren, dass sie den Bezug zur Lebensrealität aufgegeben haben. Nicht Sahra Wagenknecht muss aufwachen – diese Linken müssen es schleunigst tun.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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GrooveX
GrooveX
5 Jahre zuvor

endlich sagt mal ein unlinker den linken, was sie tun müssen – wegen wagenknecht, afd und überhaupt.

Andrea
Andrea
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

Wenn Roberto nicht links ist und GrooveX schon, dann würde das irgendwie kein gutes Licht auf die Linken werfen.

Gottseidank bestimmen Sektierer nicht, wer links ist und wer nicht.

@GrooveX: Jutta, bist du es?

GrooveX
GrooveX
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

nee, roberto! aber mit so nem mist wie:

Objektiv betrachtet bedient sie nur genau den gesunden Realismus, den die Linken in der Vergangenheit aus Befindlichkeitsgründen vermissen ließen.

kriegste halt den applaus, den du verdienst von denen, von denen du ihn verdienst! nicht, dass ich ihn dir nicht gönnen täte.

🙂

GrooveX
GrooveX
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

nimm’s sprachlich! dann brauchen wir uns über sowas nicht zu fetzen. das ist es nämlich nicht wert. du weisst schon, was ich meine, also lass es halt.

GrooveX
GrooveX
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

fangen wir vorne an:

In solchen Momenten präsentierte man dann Lösungen wie diese: Leute, geht aufeinander zu, seid nett zueinander, wir sind doch alles Menschen. Stimmt ja auch: Friedlich währt am längsten. In der Theorie. Aber solche Antworten auf die Fragen sind praxisfremd und haben viele Menschen vor den Kopf gestoßen, die unter Umständen guten, das heißt kulturübergreifenden Willens waren, aber mit dieser linken Selbstgefälligkeit nichts anzufangen vermochten und sich dann angeekelt abwandten.

wer genau hat diese ‚lösungen präsentiert‘ und damit wen genau mit dieser linken selbstgefälligkeit so vor den kopf gestoßen, dass sie, im plural wie im singular, wie auch er sich angeekelt abgewendet haben? diejenigen, die sich gerne angesprochen fühlen täten, weil es ihren rechtsdrall nachträglich legitimieren würde, also die andreas, ribis, antons dieser welt, hättest du nie anzusprechen brauchen. die wissen doch, auf wessen kopf sie angewidert kotzen.

okay, nochmal die frage, weil ich ja vielleicht den – wie hast du’s getagged – ah, ich hab’s, den politischen diskurs nicht so ganz mitgekriegt habe: wer genau hat wen mit dieser selbstgefälligkeit so eXtrem vor den kopf gestoßen? lass es uns wissen; wir sind doch alles menschen.

GrooveX
GrooveX
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

und das nennst du jetzt gesunden objektiven realismus vs. anwidernder linksfühligkeit? echt jetzt?

sinti und roma waren gerade eben noch gar kein thema gewesen. wie hast du die denn jetzt aus dem ärmel gezogen? du hast dich schon weniger blamiert.

In solchem Stil antworten aber nicht wenige Linke. (Rechte, mein lieber Scholli, Rechte!)

aber ich lass es jetzt. das ist wirklich zu deprimierend, so was hier lesen zu müssen und dann auch noch dagegen zu argumentieren.

Mordred
Mordred
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

Ich habe selbst oft genug den Fehler gemacht und jede Kritik an deren anderer Mentalität als rechte Ausführung abgetan. Doch nicht alles ist das.

vom fettgedruckten zu sprechen bzw. dies als implizite faktische ursache für betteln und co. heranzuziehen – DAS, lieber Roberto, ist rechts.
denn:
– mentalität ist nicht messbar/beweisbar
– allen menschen einer bestimmten gruppe etwas negatives nicht beweisbares zuzuordnen, um daraus ne retstriktivere handhabung zu entwickeln…

Illoinen
Illoinen
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

J. De Lapuente
Erst einmal sollte man, Ursachen und Wirkung nicht verwechseln. Wenn, und das wurde und wird in Deutschland seit Jahrzehnte wenn nicht seit Jahrhunderten praktiziert, ausgrenzt, stigmatisiert und pauschal auch kriminalisiert, da braucht sich niemand in Deutschland darüber beschweren, wenn es Teile gibt die Probleme machen Aber die gibt es mit Deutschen auch. Nehmen wir zum Beispiel in Deutschland die sog. „Gastarbeiter“ in dem Wort steckt schon Ausgrenzung. Die Mehrheit der Deutschen, wollte keine und will keine Integration, statt das aber auch so klar zu sagen, wird es regelmäßig den „Ausländern“ in die Schuhe geschoben wenn es Probleme gibt, aber schäbig ist es von vielen Deutschen dies zu leugnen. Bis heute werden „Ausländer“ auch wenn oft schon in zweiter oder dritter Generation in Deutschland schlechter behandelt, als Deutsche, egal ob in der Schule, bei der Wohnungssuche, oder Arbeitsplatz. Da muss ich schon sagen unter den Voraussetzungen, grenzt es schon an ein Wunder, dass sich die Mehrheit so gut trotz aller widrigen Umstände integriert hat. Ich kenne viele Deutsche die in den 50ziger und sechziger ausgewandert sind, ein Unterschied wie Tag und Nacht, nur alleine wenn man auf das Angebot schaut, was die Länder Einwanderern gemacht hat. Neben kostenloser Überfahrt, gab es kostenlose Sprachkurse, einen Lotsen nach Ankunft der die ersten Monate die Einwanderer bei allen Behördengängen etc. zur Seite gestanden hat, um nur einmal ein paar Beispiele zu nennen. Deutschland dagegen? Weder das eine noch das andere, im Gegenteil wir durften mit den Kindern nicht spielen, obwohl viele Eltern die Schuldirektoren haben angefleht, wurden sie nicht in den normalen Schulen beschult, ganz zu schweigen von den vielen Beschimpfungen usw.

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

Es geht um die Frage, ist eine Demokratie möglich … in der es nicht Rechts oder Links, also Wagenknecht oder Petry, sondern um Gerechtigkeit für alle Bürger oder Bewohner eines Landes …

und das sehe ich aus Erfahrung nicht. Tja, nur immer Texte abliefern die den eigenen Bauchnabel zum Inhalt haben, dann erkennt man keine Argumente von anderen Schreibern … war schon in ihrem ursprünglichen „ad sinistram“ so. Auch dort wurden sachliche Kommentare von mir, die einen gegenteiligen Ansatz hatten, nicht freigegeben.

Ich gehe wie GrooveX davon aus, schon Spiegelfechter war am Ende … und das hier … eigentlich verschwendete Zeit. Aber als Rentner habe ich sehr viel Zeit … auf „Reservetank“ zum Exitus … irgendwann … und die „Überlebenden“ leben eben in interessanten Zeiten … ich gönne es euch, die ihr die Erkenntnis von Einstein über die Unendlichkeit belegen wollt.

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  Rainer N.
5 Jahre zuvor

Oh, der Text ist an einer falschen Stelle gesetzt … da hab ich nicht aufgepasst …

Sollte unter meinen Beitrag … Schade da glauben immer noch Menschen …

als Antwort auf ihren letzten Kommentar …

wschira
wschira
Reply to  Rainer N.
5 Jahre zuvor

…in der es nicht Rechts oder Links, also Wagenknecht oder Petry…

Wagenknecht rechts, Petry links? Ich hoffe, das war nur ein Versehen.

aquadraht
aquadraht
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

Also ich habe Roberto selten gelobt, aber so ein bashing ausgerechnet vom Meister blödelnd-unpolitischen Geraunes, wenn er was Vernünftiges schreibt, das hat was.

Was Krankes.

a^2

GrooveX
GrooveX
5 Jahre zuvor

wo ist mein kommentar gelandet?

ThomasX
ThomasX
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

Jedenfalls nicht bei meinem, der in eine ähnliche Richtung tendierte, wie deiner.
Vor der Kritik kommt immer (wieder mal) die Zensur. 😉

Surrogat
Surrogat
5 Jahre zuvor

Zitat Gremliza: „Das Problem an der Linken ist, dass sie immer erst deutsch ist und dann links“.

Balmung
Balmung
Reply to  Surrogat
5 Jahre zuvor

Das Problem an den Antideutschen ist, dass sie zwar deutsch sind, aber nicht links.

Andrea
Andrea
Reply to  Balmung
5 Jahre zuvor

Wieso? Prokapitalistisch und Pro-NATO ist doch unglaublich links. Nicht. Ich verstehe ehrlich nicht, warum die Linke sich dieser kapitalistisch-marktradikalen U-Boote nicht endlich entledigt. Die FDP duldet ja auch keine Marxisten in ihren Reihen.

LQM
LQM
5 Jahre zuvor

Lieber Roberto, wieder einmal eine Punktlandung! Auch äußerst widerlich: Wie die linken (oder die die sich dafür halten) anderen ständig vorzuschreiben versuchen, wie sie zu denken und zu handeln hätten. Vor allem diese Denkverbote machen mich stutzig, spiegeln sie wieder, was mit unserer tollen Meinungfreiheit geschehen ist. Sie ist verpufft. Kein Schwein weiß mehr, dass es bei Meinungsfreiheit darum geht, zu akzeptieren, dass jemand eine ganz andere Meinung haben kann, als man selbst. Diese Erklärung trifft meist auf Unverständnis, schnell ist meist der Einwand da „… ja aber wenn jemand zu Gewalt aufruft…“ – ja dann ist das nicht schön, aber es gibt bereits Gesetze, die dies verbieten. Wo ist das Problem?

Panzergrenadier
Panzergrenadier
5 Jahre zuvor

Super Artikel, danke dafür. Schlimm finde ich das neben dem extremen Gegenwind, einiger sogenannten Linken, Sarah Wagenknecht von den ÖR extremer Gegenwind und Stimmung gegen Sie gemacht wird. Exemplarisch war gestern Berlin direkt im ZDF. Im Vorbericht zum Interview wurde von den Reden Wagenknechts immer nur ein Teil rausgenommen, der das Bild des fischen am rechten Randes bediente. Sobald man selber den Nachsatz bzw. die weiteren Erläuterungen von Wagenknecht gelesen hat oder kennt, hat sich allerdings ein ganz anderes Bild ergeben. Noch schlimmer war dann bei Berlin direkt, dass Wagenknecht auf die Fragen klar geantwortet hat, aber das dem Moderator anscheinden nicht ins Bild gepasst hat.
Wie schon im Artikel geschrieben finde ich, dass Sarah Wagenknecht einen gesunden Realismus an den Tag legt. Eine Obergrenze bei Einwanderung, und nur bei Einwanderung, ist logisch. Das Ansprechen der wirklichen Ursachen für die Flucht von Flüchtlingen und Asylsuchenden ist auch logisch und der Realität geschuldet. Das es für die Flüchtlinge und Deutschland besser wäre die Ursachen der Flucht anzugehen, sofern den möglich, und zu versuchen diese zu verhindern ist in meinen Augen auch der bessere Ansatz. Darüber hinaus hat Frau Wagenknecht gewiß noch vieles weitere gesagt. Ich persönlich konnte nie ein fischen am rechten Rand erkennen. Frau Wagenknecht hat bei allen Thesen, die mir bekannt sind, immer eine Begründung geliefert für ihre Aussagen. Die Begründungen waren für mich immer nachvollziebahr und hatten nie etwas mit Rechts zu tun.

Diskussionsteilnehmer77
Diskussionsteilnehmer77
Reply to  Panzergrenadier
5 Jahre zuvor

Die Journalie dient in Deutschland treu den Regierenden und den Besitzenden. Das dient auch der Selbstversorgung. Verlagsinhaber brauchen die Option auf Staatshilfe im Ärmel gegen Wettbewerb und neue Medienformen. Außerdem dürfen Werbekunden, die gern mal doppelseitig Inserieren keinesfalls verärgert werden. Unten hingegen träumt jeder Redakteue von einem Posten im öffentlichen Rundfunk oder als Sprecher irgendwo. Viele wären schon froh Contentredakteur zu werden im Marketing.

Hintergrundberichte und Kommentare finde ich eh woanders bessere schon länger. Es fehlt noch ein Newstickerblog für das Panorama und bloße „das ist passiert“ News.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Diskussionsteilnehmer77
5 Jahre zuvor

@Diskussionsteilnehmer77

Möglicherweise hilft dir das hier weiter: http://www.net-news-express.de/

Diskussionsteilnehmer77
Diskussionsteilnehmer77
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Danke, aber eher nicht.

trackback
5 Jahre zuvor

[…] sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren. Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Expertisenterror Über ein Jahrzehnt erzählte man uns, wie Terroristen agieren […]

Rainer N.
Rainer N.
5 Jahre zuvor

Schade, da glauben immer noch Menschen, es könne eine Demokratie geben.

Wieder einmal ein Text aus einem SF-Roman, der auch bei Telepolis mal auftaucht, leider fehlt dort der letzte Satz.

Demokratie kann nicht funktionieren. Es ist eine Theorie, die auf der Annahme basiert, alle Bürger eines Staates seien politisch mündige Bürger. Ein solcher Idealzustand ist natürlich noch nie erreicht worden. Noch in jeder sogenannten Demokratie haben sich sehr bald militärische oder wirtschaftliche Machtcliquen herausgebildet, denen es auf die Stabilisierung ihrer Herrschaft ankam. Die aber wäre äußerst gefährdet, wenn sie dumm genug wären, die breite Mehrheit des Volkes zu politisch selbständigen Individuen zu erziehen. Also hält man die Massen in einem Zustand politischer Ignoranz und läßt sie zugleich ein bißchen mitspielen, damit sie glauben, sie könnten bei den Entscheidungen mitwirken. Aber in Wirklichkeit wird dem Wählervolk keine echte Alternative geboten. Mal gewinnt die eine Partei, mal die andere, und so kommen die paar rivalisierenden Machtcliquen abwechselnd zum Absahnen an die Reihe. Oder es sind immer dieselben Leute, die dabei die Fäden in der Hand behalten und sich die politischen Repräsentanten durch Wahlhilfe und so weiter hörig machen.

Und wenn ich nun die Statistik der „Superreichen“ betrachte …

und an den noch nicht endgültigen Armutsbericht …

ich kann nicht so viel essen wie ich wieder ausspeien möchte. MENSCHEN … bei denen das Steinzeithirn steuert … VERNUNFT … Mangelware … DUMMHEIT … unendlich, wie schon Einstein erkannte.

niki
niki
Reply to  Rainer N.
5 Jahre zuvor

Da argumentierst du wie der Jakob Augstein. Ich stimme dem nur bedingt zu, weil man Grenzen einziehen kann, welche nicht überschritten werden dürfen. Beispielsweise essentielle Dinge wie Menschenrechte, Verbot der Todesstrafe, etc unabänderbar zu machen. Innerhalb dieser Grenzen kann direkte Demokratie funktionieren.
Eine Parlamentatische Demokratie ist nur eine sehr begrenzte Demokratie, wenn man von einer letzteren überhaupt noch sprechen kann. Durch den allgegenwertigen Lobbyismus ist die Macht der Bevölkerung ist vielleicht noch marginal…

Ruedi
Ruedi
Reply to  Rainer N.
5 Jahre zuvor

Du hast schon irgendwie recht. Das meinte auch Hitler in seiner Rede zur Demokratie.
https://www.youtube.com/watch?v=mCrwob1cCGY
Doch seine Vorstellung war im Grunde nichts anderes. Siehe Gleichschaltung der Presse usw.

Wenn Demokratie nicht funktioniert, was wäre deine Alternative?

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  Ruedi
5 Jahre zuvor

Nun, Anarchie … äh, keine Macht für Herrscher … oder nach Tacitus … wie die „Germanen“ mit Thing … oder in Amerika die „Natives“ …

etwas kann nur dann für alle gelten, wenn alle mit dem Ergebnis einverstanden sind. Sonst wird immer ein Teil benachteiligt. Und so lange Mehrheitsentscheidungen als Mittel der Machtausübung benutzt werden, kann es keine gerechte Gesellschaftsform sein. Also ist auch Demokratie keine geeignete Herrschaftsform.

Das hat schon Henry David Thoreau erkannt … ich könnte auch Strindberg als Quelle nehmen … sein „Lesebuch für die niederen Stände“.

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

Ach, Platon ist ihnen auch nicht bekannt?

Nun denn … zum Nachdenken … aus Der Staat …

SOKRATES: Wir müssen nun noch die beste Regierungsform untersuchen, Sehen wir also, lieber Freund, wie sich eine tyrannische Regierung bildet. Hier gilt an erster Stelle, es ist augenscheinlich, daß sie ihre Entstehung der Demokratie verdankt.

ADIMANTES: Wieso?

SOKRATES: Was man in der Oligarchie als das höchste Gut ansah, was sogar die Ursache für das Entstehen dieser Regierungsform war, das ist ein Übermaß an Reichtum, nicht war?

ADIMANTES: Ja.

SOKRATES: Und wodurch sie zugrunde gerichtet wurde, das war das unersättliche Verlangen nach Reichtum und die Gleichgültigkeit für alles andere, welche die Habgier einflößt.

ADIMANTES: Das ist war.

SOKRATES: Wird aus dem gleichen Grund nicht auch dem demokratischen Staat das unersättliche Verlangen nach dem, was er für das höchste Gut hält, zum Verderben gereichen?

ADIMANTES: Und welches wäre dieses höchste Gut?

SOKRATES: Die Freiheit! Du wirst in der Tat in einem demokratischen Staat von allen Seiten hören, daß die Freiheit das kostbarste aller Güter sei und daß aus diesem Grunde allein in solchem Staat ein frei geborener Mensch würdig leben könne.

ADIMANTES: In der Tat hört man das sagen.

SOKRATES: Ist es nicht diese bis zum Exzeß getriebene Freiheitsliebe, begleitet von einer extremen Gleichgültigkeit für alles andere, was die Regierung verändert und dazu führt, daß sie einen Tyrannen braucht?

ADIMANTES: Wieso?

SOKRATES: Wenn ein demokratischer Staat, der von Durst nach Freiheit verzehrt wird, an seiner Spitze schlechte Mundschenke findet und er die Freiheit ganz rein trinkt, bis er sich daran berauscht, wenn dann seine Lenker ihre Nachgiebigkeit nicht so weit treiben, daß sie ihm jede Freiheit geben, die er verlangt, dann wird er sie anklagen und als Verräter züchtigen, weil sie nach der Oligarchie strebten.

ADIMANTES: Das tut er in der Tat. Er behandelt alle, die noch Achtung und Gehorsam gegenüber den Behörden haben, mit äußerster Verachtung. Er wirft ihnen vor, minderwertige Leute und freiwillige Sklaven zu sein.

SOKRATES: Ja, mein lieber Freund, da ist nun mal so, daß von dieser jungen und schönen Regierungsform die Tyrannis ihren Ausgang nimmt, wenigstens, wie ich denke.

ADIMANTES: Aber was wird danach kommen?
SOKRATES: Dieselbe Geißel, die in der Oligarchie zutage getreten ist und sie zugrunde gerichtet hat, wird stark und stärker zugunsten einer allgemeinen Zügellosigkeit und richtet auch den demokratischen Staat zugrunde und verwandelt seine Freiheit in eine Sklaverei. Denn das Wort ist wahr, daß ein Extrem regelmäßig das entgegengesetzte Extrem auslöst. Das gilt so beim Wetter, in der Pflanzenwelt, in unseren Körpern und erst recht bei den Staaten.

ADIMANRES: Das soll wohl so sein.

SOKRATES: So muß ein Übermaß an Freiheit sowohl für den einzelnen wie für den Staat ihn in ein Übermaß von Sklaverei bringen. Daraus ergibt sich die notwendige Schlußfolgerung, daß die Tyrannis bei keiner anderen Regierungsform Platz greifen kann als bei einer Volksregierung, daß heißt, daß auf die extremste Freiheit der absoluteste und intoleranteste Despotismus folgt.

ADIMANTES: Auch das wird so sein müssen. Das ist der Gang der Dinge.

Ach, damals war Demokratie auch keine Herrschaft des Volkes, sondern nur die von bestimmten „Bürgern“. Nicht alle waren auch Bürger mit Stimmrecht. Demos, das „gemeine Volk“, oder der „Pöbel“. Pöbelherrschaft – mehr war eigentlich unter dem Begriff der Demokratie nie vorhanden. Bis dann einige „Führer“ die Idee hatten, sich dem „Pöbel“ als „Führer“ anzubieten. Und da eben die Dummheit unendlich ist, fallen immer wieder „Menschen“ auf „Führer“ rein. Wenn ich an so einige „Politiker“ denke …

Demokratie haben wir, so wie echten Kommunismus, vielleicht einmal gehabt. Wenn, dann lange her. Ich denke, die Urchristen könnten als kommunistisch geprägt gelten. Die Wiedertäufer wären auch Kandidaten. Oder die Menschen in einem Kibbuz … kommen dem Ideal auch nahe. Ideal wäre ja Morus Utopia …

und „Bürgerbefragung“, das nannte man damals Scherbengericht … mir der Verbannung … oder so … als folge … eventuell einen Schierlingsbecher …

ich plädiere ja eher für einen Humanismus, aber da bräuchte es ja Humanisten … und die sind so selten … weil Egoismus die bevorzugte Haltung nach der geistig moralischen Wende geworden ist … jeder gegen jeden … Radfahrer, nach unten treten, nach oben kriechen …

und leider habe ich damals, als ich den Text aus dem Roman abgeschrieben habe, das war vor der Zeit das ich einen Computer hatte, den Titel und den Autor nicht notiert.

Fazit: Demokratie kann nicht funktionieren … (dann folgender Text ist schon in dem ersten Kommentar enthalten)

Ich bin nun einmal Pessimist, wenn ich so an meine Erfahrungen denke. Ach – wie war das damals – mehr Demokratie wagen … da war ich noch naiv und habe daran geglaubt. Und nun mit Schiller – die Milch der frommen Denkungsart habt ihr mir vergiftet … möget ihr in interessanten Zeiten leben … ja das ist ein Fluch …

aquadraht
aquadraht
Reply to  Rainer N.
5 Jahre zuvor

Die Politeia ist wohl der am wenigsten verstandene Text von Platon, abgesehen davon, dass eine „Demokratie“ an der Spitze einer Sklavenhaltergesellschaft nicht wirklich mit modernen Massendemokratien vergleichbar ist. Das Problem ist aber durchaus gegeben und wurde auch von Lenin thematisiert, dass nämlich ohne umfassende Bildung und Information Demokratie eine Chimäre ist.

Da von irgendwelchen Idealen zu schwärmen, bringt aber keinen Schritt weiter. Thoreau, Urchristentum, Kibbuz, warum nicht gleich Kommune I, das ist Romantik, nicht Gesellschafts- oder Politikentwurf. Kommunismus funktioniert in jeder halbwegs intakten Familie (Demokratie eher nicht), so what.

Demokratie ist keine Gesellschaftsform, sondern eine Technik der Macht- oder Herrschaftsausübung. Einer ihrer bedeutenden Vorteile (da stimme ich dem – im Übrigen strikt antidemokratischen – Popper zu) die Reduktion der Gewalt beim Wechsel der Führungseliten, ein weiterer (den der Elitist Popper nie begriffen hat) die Partizipation der Beherrschten an der Machtausübung. Nichts davon ändert die Herrschaftsverhältnisse wirklich, und die Absicherung der Demokratie gegen Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse hat eine lange Geschichte. Das zeigt aber auch, dass Demokratie durchaus ein Instrument der Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse sein kann. Nicht umsonst spricht Marx von der Erkämpfung der Demokratie als Voraussetzung des Sozialismus.

All das ist nebenbei gesagt meilenweit entfernt vom Thema von Robertos Artikel, nämlich dass die Linke in Deutschland am Arsch ist, sich meilenweit von der Arbeiterklasse hin zu mittelständischen Wohlfühlthemen (und teilweise zur Komplizenschaft mit Militarismus, Neokolonialismus und Neoconfaschismus) entfernt hat und tollwütig gegen die auskeilt und beisst, die zu linker Thematik zurückwollen, wozu eben die Verteidigung des Sozialstaats und das Anknüpfen an den Sorgen und Problemen der „bildungsfernen Unterschichten“ gehört.

a^2

Edit: Ceterum censeo, dass die Zeitanzeige im Blog Scheisse ist. Mit der Datumsanzeige im SF konnte man sich immer die neuesten oder wahlweise auch ältere Themenbeiträge rauspicken, mit der Stunden-Minutenanzeige ist das mit den Suchfähigkeiten von Browsern (ausser Lynx, da geht Regex) unmöglich und selbst mit Regex katastrophal.

Diskussionsteilnehmer77
Diskussionsteilnehmer77
Reply to  Rainer N.
5 Jahre zuvor

Demokratie funktioniert sofort, wenn die Schmerzen so groß werden, dass die Leute neue Parteien gründen oder wenigstens in die bestehenden eintreten. Dort beginnt die Demokratie. An der Urne ist es zu spät. Kandidaten mitbestimmen, das Programm etc..

AFD mein ich übrigens nicht. Da bestimmt der Vorstand vor einer Wahl nochmal schnell andere Kandidaten. War eine super Aktion, weil kenne zwei Leute die sich daraufhin sofort von der AFD abgewandt haben und bei denen die Zuwendung mir schon Schmerzen bereitet hatte. Hoffen wieder auf die FDP. Sagt einiges über die FDP. Ne also zeigt halt, dass viele Veränderungswünsche haben aber ihren Hintern für aktive Parteiarbeit nicht hoch kriegen und dann immer „was anderes“ zum Wählen suchen.

niki
niki
5 Jahre zuvor

Grundsätzlich stimme ich ja zu. Jedoch möchte ich als eine Möglichkeit auch aufführen, dass die Mainstreammedien die ja ein Interesse daran haben die LINKE zu diskreditieren natürlich alles durchprobieren um die „Gefahr“ Sahra Wagenknecht um jeden Preis klein zu halten. Rein psychologisch gesehen wird natürlich weitergemacht werden, weil etwas hängen bleibt, da gerade linke Humanisten zu neigen jegliche rechte Denkweise (zurecht) zu verteufeln. Es werden Aussagen von Frau Wagenknecht natürlich aus dem Zusammenhang gerissen und dummerweise schenken manche immer noch den MSM noch teilweise glauben. Dann werden die Parteikollegen von diesen immer zuhören bekommen, wie böse die Wagenknecht doch wäre, und irgendwann lassen die sich davon zu Aussagen hinreißen, die natürlich wieder benutzt werden…
Man könnte denken, dass Riexinger, Korte und Co. vielleicht etwas schlauer wären, aber ich möchte nicht in deren Haut stecken… Schließlich stehen die unter erheblichen Druck. Na gut, dann hätten sie nicht Politiker der LINKEN werden dürfen könnte man nun auch sagen…
Auf jeden Fall kann man sagen, dass die Kampagne der MSM zumindest teilweise wirkt, weil manche „Wähler“ so bescheuert sind und sich davon überzeugen lassen, dass eine wirklich sozial einstellte Sahra Wagenknecht in AfD-Nähe stünde, was natürlich vollkommen absurd ist.
Ergo stärkt es die Stellung der AfD, weil diese mit sozialer Politik im Verbindung gebracht wird. Vollkommen hirnrissig!
Daraus folgere ich aber, dass die MSM keinerlei Probleme mit dieser rechtsextremen Partei haben… Im Gegenteil!

Ich stelle das natürlich nicht als ultimative Wahrheit dar. Vielmehr möchte ich zur Diskussion anregen.

Upp
Upp
Reply to  niki
5 Jahre zuvor

Ich glaube das viele sich in interne Parteitaktik verstricken, sich damit unnötig Dialogfähigkeit einschränken und das gemeinsame Ziel aus den Augen verlieren. Dabei gibt es bei DL doch Ansätze die sie einzigartig macht. Verpflichtet das denn nicht dazu, genau hinzusehen, das Telefon in die Hand zu nehmen und miteinander zu reden? So wie es jetzt aussieht klappt das wohl nicht. Das könnten die doch besser beim gemeinsamen Kaffee klären. Echt solln die mal machen jetzt. Voneinander lernen. Nicht so eitel.

R_Winter
R_Winter
5 Jahre zuvor

Der Artikel ist von der Sache zutreffend und Riexinger/Kniping vertretten nicht wirklich linke Werte (linke Werte, da nicht alle Linken in der Partei „Die Linke“ Mitglieder sind).

Nicht Sahra Wagenknecht muss aufwachen – diese Linken müssen es schleunigst tun.

Wer sind „diese Linken“? Riexinger, Kniping und Co? Hier bleibt der Artikel (bewusst?) unscharf. Warum werden nicht Ross und Reiter genannt?

Mit Wagenknecht kann die linke Idee die sPD leicht überflügeln, aber mit Steigbügelhalter für neoliberale Kräfte im Vorstand der „Die Linke“, ist es leider unmöglich.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  R_Winter
5 Jahre zuvor

Da der Blog hier ja der Aufklärung dienen soll, dürfte man dann auch erfahren, was an Kipping und Riexinger so „unlinks“ ist?

Und bitte keine weiteren Behauptungen, das sollte man dann doch lieber unserer Systempresse überlassen, Menschen ohne Beweise als Arschlöcher hinzustellen.

Ruedi
Ruedi
5 Jahre zuvor

Ich würde auch nicht ausschließen daß gewisse Kräfte innerhalb der Linken von anderen Parteien/Neoliberalisten gesteuert sind und die Linke von innen heraus (zer)stören wollen.
Wagenknecht wäre die ideale Besetzung als Bundeskanzlerin. Möglichst allerdings mit einer absoluten Mehrheit ihrer Partei denn die vor Kurzem veröffentlichten Ziele der Linken sind mit den anderen Parteien nicht zu verwirklichen.

trackback
5 Jahre zuvor

[…] der Linken ist. ihre äusserungen in der flüchtlings- und sicherheitspolitik (hierzu: kritisch) haben in der tat eine inhaltliche nähe zu rechtspopulistischen positionen. und dies kann nicht […]

anton
anton

Respekt. Das Problem ist aber, die Linke will Europa zur völligen Aufnahme aller Fremdne zwingen, sonst wartet Hitler vor der Tür, Grüne sind nicht besser, Kampfbegriffe und Realitätsverlust steuern diese Richtung. Ich erinnere an Seiten wie HDS, wo Herr Platta die eigene Moral absolut setzt! Es bleibt aber: Wagenknecht und Oskar alleine sind mir zu wenig! Als Portestler ist man nicht mehr auf eine leider gescheiterte Linke angewiesen!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  anton
5 Jahre zuvor

@anton

Als Portestler ist man nicht mehr auf eine leider gescheiterte Linke angewiesen!

Sofern man unbedingt ein Eigentor schießen will, trifft die Aussage zu.

anton
anton
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Rob: Jeder entscheidet selber! Kipping ist ein KInd, welches wohl kaum weiterhelfen wird!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  anton
5 Jahre zuvor

@anton

Jeder entscheidet selber! Kipping ist ein KInd, welches wohl kaum weiterhelfen wird!

Über Kippins politische Fähigkeiten kann ich mir kein Urteil erlauben, aber sie ist nicht „die Partei“ als solche.
Die Linke ist jedenfalls die einzige, im Parlament vertretene Partei, welche die zentralen Fehlleistungen der Regierung klar ausspricht.
Die Grünen sitzen zwar auch auf der Oppositionsbank, machen aber im Regelfall mit Merkel und Co. gemeinsame Sache.
Das wird auch die AFD nicht anders machen, denn wirtschafts- und sozialpolitisch reitet sie auf der gleichen asozialen, neoliberalen Welle wie der restliche kapitalaffine Einheitsbrei in unserer Volksvertretung.

Flüchtlinge/Migranten oder die EU sind nur der billige, populistische Köder, mit dem diese Gruppierung auf Stimmenfang geht. Ansonsten unterscheidet sich die AFD in nichts von schwarz, rot, grün, gelb, außer in einer noch höheren Dosis sozialer Ungeechtigkeiten ggü der Bevölkerungsmehrheit.
Petry hat ja schon von angeblich unvermeidlichen Rentenkürzungen und einem höheren Renteneintritts-Alter referiert, was nicht sehr verwundern sollte, denn sie war ja Unternehmerin. Politik für die „kleinen Leute“ wird es mit der AFD gewiß nicht geben. Wer das glaubt, belügt sich selbst.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  anton
5 Jahre zuvor

Gescheitert? Aha. Wie der Sozialismus wohl. Wurde zwar nie auch nur versucht, aber das ist ja auch irgendwie scheitern.

Man lässt die Leute wählen. Die Leuten wählen Wirtschaftsfaschismus. Und die Linke ist dann dran schuld. So kann man es sich auch einfach machen. Selbst der Täter sein, aber sich als Opfer generieren.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

Schwachsinn. Da kann man auch sagen Vegetarier sind Nazis weils der Führer auch war.

Wagenknecht argumentiert gänzlich anders als die Rechten, sowohl jene der AfD und NPD als auch jene der CDU/CSU/FDP/SPD/Grünen, denen es ja mehr um billige, verzweifelte Sklaven geht, die sie gegen die alten Sklaven ausspielen wollen, nebenbei ein uralter, billiger Trick.

Wagenknecht schürt keine Ängst vor Ausländern. Die reine Anerkennung, dass es absurd ist zu glauben, es wäre eine Lösung, wenn alle Flüchtenden der Welt nach Deutschland kommen ist blanke Logik und dazu noch Aufklärung, denn schließlich versucht es den Blick auf die Ursachen zu lenken, deren Beseitigung die eigentliche Lösung darstellt (was nebenbei nicht nur Wagenknecht sondern die gesamte LINKE macht, was man hier eigentlich wissen sollte…).

Aber da man ja auch hier lieber darüber diskutiert was irgendwer getwittert hat, scheitert der Versuch natürlich. Wenn man selbst hier so dermaßen auf die Propaganda reinfällt, aus welchen Gründen auch immer, dann kann man es vergessen.

Ja, manche LINKE reagieren vorschnell. Und das ist blöd aber auch scheiß egal. Am Ende ziehen sie nämlich dennoch an einem Strang – und der liegt ausnahmsweise mal den Menschen nicht um den Hals.

Andrea
Andrea
5 Jahre zuvor

Mir fehlt die Empathie der Linken gegenüber denen, die de facto für die Einwanderung in die Sozialsysteme bezahlen werden (Sahra Wagenknecht ausdrücklich ausgenommen).

Es müsste viel mehr darüber gesprochen werden, dass – wie Wagenknecht richtig sagt – der Tisch für die Flüchtlinge nicht vom Niedriglöhner gedeckt werden dürfe, sondern von denen, die sich das leisten können, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Wir müssen über die Bekämpfung von Fluchtursachen reden. Stattdessen wird man als Nazi beschimpft, wenn man kein Merkel-Fan ist. Merkel, die die Rüstungsexporte Deutschland in ungeahnte Höhen getrieben hat und von der man wirklich nicht behaupten kann, sie hätte in ihrem politischen Leben schon mal irgendwas getan, was nicht marktradikal veranlasst war. Komisch – den Umgang der Merkel-Regierung mit Griechenland scheint man irgendwie vergessen zu haben, obwohl die Griechen nach wie vor kujoniert werden. Ich kann nur am Verstand von Linken zweifeln, die inzwischen sogar Merkel wählen wollen, um die AfD zu verhindern (mit der Merkel möglicherweise koalieren wird, da darf man sich gar keine Illusionen machen).

Wer von der Hand in den Mund lebt, für den sind Appelle an seine Solidarität leeres Geschwätz, wenn es darum geht, sich in direkter Konkurrenz um billige Wohnungen und schlecht bezahlte Scheißjobs zu befinden.

Es fehlt an Empathie der Linken für ihr ureigenes Klientel.

Diese Leute fühlen sich verarscht, wenn es heißt „Deutschland ist ein reiches Land.“ Wer ist eigentlich dieses ominöse Deutschland, frage ich mich bei diesem Satz immer wieder? Das „reiche“ Fünftel mit Tendenz zum Viertel der Niedriglöhner in
Deutschland? Die Mehrheit der Arbeitnehmer, die ab 2030 nur noch eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu erwarten hat?

Natürlich darf man nicht die einen Armen gegen die anderen Armen ausspielen, aber genau das wird doch getan. Wo ist denn da die Linke? Warum legt denn da nur Sahra Wagenknecht den Finger in die Wunde und wird dafür von ihren eigenen Parteigenossen als rechts gebrandmarkt? Was soll das? Sind jetzt neuerdings die Rechten für solche Themen zuständig oder was will man mir als Wählerin damit sagen?

Die Schwäche der Linken ist maßgeblich für den Erfolg der Rechten. Wird Zeit, dass die Linke mal wieder zu Potte kommt, sonst geht das nicht gut aus. Es ist schauerlich, wie sehr man den Rechten das Feld überlässt. Ich verstehe es nicht. Es macht mich wahnsinnig.

Andrea
Andrea
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

Ach und noch etwas.

Wenn ich so was schreibe, dann antworten mir Pseudolinke meistens, dass es bei uns ja selbst den Armen besser ginge, als irgendwem sonst auf der Welt.

WTF?

Seit wann orientieren sich Linke eigentlich nach unten, statt nach oben?

Man darf also erst dann unzufrieden sein, wenn man verhungert oder wie? Dann ist ja tutti paletti, oder was?

Ja, gehts eigentlich noch? Solche Linken lässt sich das Großkapital gefallen. Die treten nicht mehr nach oben, die treten seitwärts und nach unten. Hartzer! Stell dich nicht so an, in Somalia verhungern die Leute. Komisch, die werden dann irgendwie sauer und unleidlich und versuchen, dem linken Establishment wenigstens bei der Wahl eine reinzuwürgen. Gar nicht nachvollziehbar, gell?

Mit solchen Linken wundern mich die furchtbaren Wahlerfolge der Rechten überhaupt nicht (auch wenn die Leute damit praktisch Selbstmord aus Angst vor dem Tod begehen). Es ist zum Aus-der-Haut-fahren.

GrooveX
GrooveX
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

erzähl mal, welche pseudolinken haben dir wo so geantwortet? oder ist das jetzt einfach so dahingeblubbert, um anderen vemeintlich eins auszuwischen?

@GrooveX: Jutta, bist du es?

und du? bist du anton?

das ist jedenfalls wesentlich wahrscheinlicher! euer rechtsdralles gegeifer ist so was von langweilig! lasst euch mal was neues einfallen!

anton
anton
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

was neues wie völlig offene Grenzen, 100% Steuer bei Reichen, Kampf gegen die Rechten als Beruf usw!?

GrooveX
GrooveX
Reply to  anton
5 Jahre zuvor

oh, kuhl! ja, das wär’s. und als erster wirst du gekickt.

im übrigen, hah, ich ahnte es.

Andrea
Andrea
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

Gib es zu GrooveX: du bist Anton, denn ich bin das nicht (ich dachte erst, du meinst den Hofreiter – eine schwere Beleidigung).

Ach, und du kickst hier übrigens keinen….

GrooveX
GrooveX
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

Ach, und du kickst hier übrigens keinen….

oh, wow! aber sonst geht’s gut, ja? weiter machen!

ich hatte nicht vor, den hofreiter zu beleidigen. weshalb auch?

Andrea
Andrea
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

Sehr witzig übrigens, auf meine ellenlangen Kommentare zu antworten, das sei rechtsdralles Gegeifer und ich (!) solle mir mal was Neues einfallen lassen.

Das entbehrt angesichts des Ursprungspost von Roberto de Lapuente nicht einer gewissen Komik. Aber Roberto ist ja auch ein böser Rechter, gell meine liebe Jutta?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

J. De Lapuente

Nur schwanger bin ich nicht.

Von wegen Gleichstellung. uns Männern werden die elementarsten Selbverständlichkeiten verweigert, aber wir arbeiten dran.

Auch du, Roberto, hast das Recht….uff ään klääne Riedochs.:-))))

Stefan Becker
Stefan Becker
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

Also Andrea, du schreibts ja Pseudolinke, die mag es sicherlich geben und man erkennt sie sehr schnell.
Ich aber kenne keinen in den Kreisen der Linken, die nach unten treten. Man kann grundsätzlich nicht alle Linken über einen Kamm scheren, genauso wie man grundsätzlich nicht alle Menschen über einen Kamm schert. Und weil Linke auch „nur“ Menschen sind, ist es eben nur menschlich , dass es auch Pseudolinke gibt.

Andrea
Andrea
Reply to  Stefan Becker
5 Jahre zuvor

Ich meine die Pseudolinken, die SPD und Grüne wählen (manchmal auch die Linke) und glauben, das seien linke Parteien, weil die sich um Unisex-Klos sorgen. Ich meine die, die behaupten, es sei die freie Entscheidung von Obdachlosen auf der Straße zu leben und alle Hartzer wären faul. Deutschland sei ein reiches Land und so. Ich meine die, bei denen ganz viel Sozialdarwinismus mitschwingt, weil die Flüchtlinge ja so schön jung und stark wären und ihr Leben selbst in die Hand nähmen. Ich kenne Sozialarbeiter, die so etwas sagen. Es ist zum KOTZEN.

Kann man aber alles tausendfach in den sozial media lesen und zwar schon seit vielen Monaten.

Diese Leute behaupten ernsthaft, sie seien links. Ja wo denn? Ich kann da nichts Linkes erkennen.

Diese Leute werden aber von z.B. GrooveX nicht etwa in die Pfanne gehauen, wenn sie nur stramm antideutsch genug sind, nein über die regt er (oder sie) sich nicht auf. Er meinte ja auch, man würde Anton Hofreiter beleidigen, wenn man ihn mit mir vergleicht….

Ich meine die Pseudolinken, die alles, aber auch wirklich alles dafür tun, um ihr eigenes Weltbild nicht hinterfragen zu müssen, ich meine die Leute, die nicht einmal gegenüber sich selbst ehrlich sein können und ich schreibe Pseudolinke, weil das keine Linken sind, denn ein echter Linker strebt Erkenntnis an und nicht Selbstbetrug.

Stefan156
Stefan156
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

Liebe Andrea, nach diesem, deinem Statement wird klar, es gibt sie nicht, DIE Linken. Und damit hast du recht. Wie könnte es auch anders sein, bei solch idealen Idealen, die du ansprichst.

Farbenseher
Farbenseher
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

Der Sorte begegne ich bei bei der FR online, bei der ich zu meinem Leidwesen eigentlich täglich gegen den Schwachsinn anschreibe, auch zuhauf. Leute, die sich zwar mit einer ungebremsten Obsession auf jeden AFD, Höcke oder Trump „Artikel“ stürzen, um mal klarzustellen, wie sehr sie sich alles „rassitisch-sexistisch-anti-demokratische“ aus der Welt wünschen, aber keine wirkliche Meinung bspw. zur Unrechtspolitik der EU gegenüber Griechenland oder der Gängelung von Arbeitslosen durch die Deutschen Jobcenter haben. Typisch für diese Leute ist auch, dass sie der festen Überzeugung sind, dass sie aus den Mainstream-Medien bestens informiert werden. Ich frage dann immer: Ja aber was ist denn mit den Artikeln über die angeblichen Arbeistlosenzahlen, die Griechenlandhetze, die Lügen bezüglich der umlagefinanzierten Rente, die Lobgesänge auf Merkel, die Jubelmeldungen über neue Rekordmarken bei der Sanktionierung von Arbeitslosen, die spekulationsbasierte Kriegstreiberei… Den „Wahrheitsgehalt“ solcher Meldungen kritisiert ihr doch auch immer in irgendwelchen Nebensätzen, warum klammert ihr euch dann also unter größten Schmerzen immer noch an den Glauben, Ihr würdet aus den MSM gut informiert?

Überall da, wo es um echtes menschliches Leid geht, wenn man wirklich mal Stellung beziehen oder einen Gedanken mal zu Ende formulieren müsste ziehen diese Leute sich genauso feige aus der Diskussion zurück, wie die „Rechtspopulisten“ die sie überall zu entdecken glauben.

Naja, Du hast das Phänomen viel kürzer und treffender beschrieben, sind nur meine persönliche Früste und Erfahrungen.

Mordred
Mordred
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

das sind linke im sinne der heutigen democrats der u.s.a.
hierzulande werden die wohl noch durch die grünen am besten repräsentiert. oder auch durch die fdp, wenn man deren wirtschafts- und sozialprogramm komplett ausklammert.

diese leute interessieren sich vor allem für durch die msm vorgegebenen progressiven themen. „links“ wird da nur inhaltsfrei zugedichtet, weil das irgendwie cooler ist als rechts oder konservativ.

die msm und die eliten in politik und wirtschaft nehmen das gerne so an und verstärken es sogar, weil das keinen nennenswerten einfluss auf die profite hat. hauptsache, sie können sich als neutral und weltoffen geben, denn sie setzen sich ja mit linken themen auseinander.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

„Ach und noch etwas. Wenn ich so was schreibe, dann antworten mir Pseudolinke meistens, dass es bei uns ja selbst den Armen besser ginge, als irgendwem sonst auf der Welt.“

Das ist klassische neoliberale Propaganda. Die Antwort darauf ist simpel: Wenn wir die Armut in anderen Ländern als Maßstab setzen, dann ist der Reichtum bei uns noch obszöner und wir können problemlos mal einen Spitzensteuersatz von 90% einführen. Schließlich ging es damit den Reichsten im Land immer noch wesentlich, wesentlich besser als den Armen bei uns, die ja auch schon bereits als vergleichsweise reich gelten.

Linke würden sowas nie sagen. Maximal würden sie sagen, dass man hierzulande hier und da schon was erreicht hat, aber das halt noch lange nicht reicht und dass man natürlich auch dafür sorgen muss, dass wir eben jene Arme, die hier als Waffe missbraucht werden, nicht weiter ausbeuten.

Viele Länder dieser Welt sind ja gerade dank der reichen Länder arm, ausgebeutet und im Chaos.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

Frag dich lieber mal wer für den obszönen Reichtum hierzulande und im gesamten freien Westen gezahlt hat.

Du prügelst hier auf Leute ein, die um Krumen kämpfen, während Dir daneben die selbsternannten Götter von einem Berg aus Gold zujubeln.

Und selbst wenn Dir andere egal wären: Damit schadest Du auch Dir selbst.

Andrea
Andrea
Reply to  seyinphyin
5 Jahre zuvor

Sprichst Du mit mir? Genau das kritisiere ich doch. Den selbernannten Götter auf einem Berg aus Gold würde ich gerne mal wieder zeigen, was eine Harke ist. „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“ und so. Stattdessen hetzt man die Leute aufeinander. Wegen mir können wir gerne eine Erbschaftsteuer von 100% verabschieden. Die Neolibs behaupten doch immer, es ginge um Leistungsgerechtigkeit. Wenn die so toll sind und aus Nichts ein Vermögen machen können, dann bitte sehr. Sich als Erbe ins gemachte Nest setzen, einen auf Erbmonarchie machen und den Leuten, die mit NICHTS auf die Welt kommen, irgendwas von Selbstverantwortung erzählen wollen (nachdem man die Welt vorher schön komplett aufgeteilt hat – ist ja nicht so, als hätte jeder ein kleines Stück Land, um wirklich selbstverantwortlich sein zu können), das geht überhaupt nicht. Mir geht es um Fairness und es ist z.B. auch nicht fair, wenn man als grüner Beamter Hartz-IV-Empfängern irgendwas von Solidarität erzählen will, eine Solidarität, die man ihnen gegenüber nicht aufbringen will (man selbst ist ja schön gepampert).

Mir ist – kurz gesagt – eine einigermaßen soziale Realität lieber als eine schöne Utopie. Vielleicht bin ich auch deswegen nicht bereit, die Restbestände dieses Sozialstaats auch noch zu opfern.

Andrea
Andrea
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

PS: Aus den genannten Gründen ist es auch so idiotisch, AfD zu wählen aus Sicht ganz vieler Menschen. Die AfD ist marktradikaler als die FDP.
Vielleicht bin ich missverstanden worden. Ich rechtfertige nicht, dass die Leute rechts wählen, ich erkläre es nur. Das ist ein riesiger Unterschied.

Jamie Garner
Reply to  seyinphyin
5 Jahre zuvor

Ja WER? Bill Gates Milliarden kommen alle aus den Taschen hungernder Drittweltler? Schwachsinn. (Und was heißt hier „freier westen“ Die meisten Milliardäre kommen längst aus China, Russland usw.)
„Die Armen sind arm, weil die Reichen reich sind“. Mit diesem Stuss hausiert die Linken seit immer. Da war selbst Marx schon weiter (siehe seine Polemik gegen Praudhon) Die intelligenz und brilliante Rhetorik Wagenknechts ist eine vergeudete Gabe, weil auch sie nicht auf den grund zu blicken vermag (oder will).

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Jamie Garner
5 Jahre zuvor

@Jamie Garner

Ja WER? Bill Gates Milliarden kommen alle aus den Taschen hungernder Drittweltler? Schwachsinn.

Werden Gates Produkte nicht in erster Linie in Unternehmen genutzt und ist es nicht deren betriebswirtschaftliches Ziel, Gewinne und Wachstum zu generieren?
Und sind diese nicht da am leichtesten zu erreichen, wo die Abhängigkeit die Schwächsten am leichtesten gefügig macht, in dem man sie billigst ihres Bodens und ihrer Rohstoffe beraubt und mit einseitigen Freihandelsverträgen geknebelt?

Und immer dann, wenn sie sich wehren, werden sie mit Krieg, Drohnenangriffen oder Embargos zurechtgestutzt und für all Dies werden Gates tolle Produkte sehr effektiv eingesetzt, wie es der Mensch ohne diese tollen Produkte aus seiner Hand nie könnte, jedenfalls nicht ohne gewaltigen Mehraufwand.

(Und was heißt hier „freier westen“ Die meisten Milliardäre kommen längst aus China, Russland usw.)

Das mag ja so stimmen, aber wie kamen denn diese Milliardäre zu ihrem Vermögen?
Wer hat denn den Zusammenbruch des Ostblocks dazu benutzt, sich seiner Bodenschätze, seiner billigen Arbeitskräfte, fehlender, starker staatlicher Strukturen und seiner Märkte mit Hilfe korupter Figuren wie Jelzin oder mafiöser Oligarchen zu bedienen?
Und wer hat denn massenhaft Produktionen und technisches Know-How ins bis dahin arme und unterentwickelte China gebracht, weil es fette Gewinne für die eigene Oberschicht versprach?

Wen wundert es denn, daß es auch dort Leute gibt, die solch eine Chance zu ihrem persönlichen Vorteil ausnutzen?

Die intelligenz und brilliante Rhetorik Wagenknechts ist eine vergeudete Gabe, weil auch sie nicht auf den grund zu blicken vermag (oder will).

Du scheinst allerdings auf den „Grund“ blicken zu können. Teile uns doch bitte mit, wie es da aussieht!

Ohne diese Fragen zu beantworten, ist dein Kommentar nichts als ein Nachbeten neoliberaler Verschleierungs-Propaganda.
Wer auf der Wohlstandsleiter ganz oben steht, wird seine Gier, Arroganz und Rücksichtslosigkeit immer zu verdecken suchen.

Lappenente
Lappenente
5 Jahre zuvor

Die Linke ist nicht tot, die pieft nur ne Runde !

https://www.youtube.com/watch?v=UE0Jk0KqKRc

Stefan156
Stefan156
Reply to  Lappenente
5 Jahre zuvor

und das schöne an den Montys ist, dass sie ziemlich linke Linke sind.

GrooveX
GrooveX
5 Jahre zuvor

hier sammelt sich mehr & mehr das gestör. der trend geht wohl dahin, dass auch dieses blog verloren geht. aber wenn ihr die destruktiven strategien, die seit geraumer zeit – erst beim spiegelfechter und jetzt hier – nicht erkennt, -kennen könnt, -kennen wollt und daraus konsequenzen zieht, dann kassandriere ich mal ganz leger nen baldigen shutdown.

tja…

GrooveX
GrooveX
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

setze ein: gefahren werden

AhlAf na denn…

Wolf
Wolf
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

Dieses Blog spricht den Sozialdemokraten der 1970er Jahre an. So wie das AdSinistram und Spiegelfechter auch gemacht haben. Daran ist ja zunächst nichts verwerflich auch wenn die Konzepte des letzten Jahrhunderts keine Antworten auf aktuelle Probleme sein können.

Wirklich schlecht gewählt ist meiner Meinung aber der Titel: „Neulandrebellen“. Von Rebellion kann hier nun sicher keine rede sein. (Sorry Roberto, nimm’s nicht zu persönlich, ich lese ja gerne hier mit)

Stefan156
Stefan156
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

destruktiv ist hier und in den von dir beschriebenen Blogs meistens nur einer. Ein energiefressender Dauernörgler, ewig unzufriedener, nervtötender Selbstdarsteller, pseudonamentlicher GrooveX

hart backbord
hart backbord
5 Jahre zuvor

GrooveX scheint eher zu den antideutschen Bürgerkindern zu gehören. Das interessante ist: Wenn es um die eigenen Kinder geht, werden die nicht auf öffentliche Schulen (hoher Migrantenanteil), sondern auf Privatschulen geschickt. Da bleibt man lieber unter sich.
Salonlinke und ihre parallelgesellschaftliche Echokammer.

GrooveX
GrooveX
Reply to  hart backbord
5 Jahre zuvor

was? meine kinder? wo?

gute güte, was ne projektionsfläche!

Stefan156
Stefan156
Reply to  hart backbord
5 Jahre zuvor

wie geil ist das denn 🙁

Wolf-Dieter Busch
Wolf-Dieter Busch
5 Jahre zuvor

Zunächst besteht die „Linke“ – ungeachtet ihres Namens – aus jenen Sozialdemokraten, die den Rechtsrutsch unter Schröder verweigert haben.

Aber es sind und bleiben Sozialdemokraten, da hilft keine Pille, selbst Aspirin versagt: sie träumen von einem „Kapitalismus mit menschlichem Antlitz“. Diesem zugrunde liegende Prinzipien, allen voran der Wertschöpfungsprozess, ignorieren sie. Notfalls auch mit Gewalt.

GrooveX
GrooveX
Reply to  Wolf-Dieter Busch
5 Jahre zuvor

das ist aber jetzt ein ganz anderes thema. hier geht’s doch um wetterfühligkeit im interkulturellen dialog – oder so. ich finde nicht, dass man ihn so einfach aus der nummer rauslassen sollte.

Stefan156
Stefan156
Reply to  Wolf-Dieter Busch
5 Jahre zuvor

Da hilft wohl nur eine komplett marxistisch orientierte Partei, die von dir zu gründen wäre. Marxisten haben ja grundsätzlich in allem recht, ignorieren aber jene, die derzeit leider nicht in ihr wünschenswertes weltbild passen. Und das ist eine riesengroße mehrheit, die nach ansicht mir bekannter, ja sogar befreundeter marxisten mal eben so bekehrt werden müssten.
Na ja, eine riesengroße revolution ginge ja auch noch.
Da kann ich nur lachen.

Andrea
Andrea
Reply to  Stefan156
5 Jahre zuvor

Danke, jetzt habe ich den Kaffee auf der Tastatur….

Stefan156
Stefan156
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

und wer ist schuld ? 😉

seyinphyin
seyinphyin
5 Jahre zuvor

„Ist das wirklich eine Kampagne der konservativen Medien gegen Sahra Wagenknecht? Sicher, ein bisschen stimmt es. Aber eigentlich sind es ja weniger die Konservativen, die sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren.“

Was halt blöderweise Teil der Propaganda ist…

Vergesst es einfach, lehnt euch zurück und lasst das übliche Verderben über Euch kommen. Mit Leuten wie Euch, die dem Feind noch die Stange halten wird sich niemals etwas friedlich ändern.

Der Schwachsinn häuft sich in letzter Zeit so dermaßen, ich weiß nicht ob das jetzt beginnender Zynsimus sein soll oder ein erfolg der ständigen Gehirnwäsche der Medien, wenn selbst jene, die sich als Aufklärer sehen genau beim Gegenteil so behilflich sind.

Aber klar, logisch, da sind lauter böse Linke die Wagenknecht hassen und umgekehrt. Deswegen verfolgen die ja auch alle diesselbe Politik. – Moment, nein…, das macht keinen Sinn, schließlich erzählt uns die neoliberale Propagandapresse und ja auch ihr hier immer wieder das Gegenteil. Die Linke ist zerstritten und damit zwangsläufig unwählbar, so muss es stimmen, das sagen mir die gesamte MSM und auch die alternativen Blogger. Also dann doch lieber CDU wählen. Oder AfD? FDP? SPD? Grüne? Egal, eh alles dieselbe Scheiße.

Spart Euch doch die Kosten für den Blog und die Zeit für die Artikel, den Leuten zu schreiben, dass es eh nicht die geringste Hoffnung auf irgend eine Verbesserung gibt, dafür braucht es Euch nicht, das merken die auch so.

Lappenente
Lappenente
Reply to  seyinphyin
5 Jahre zuvor

„Ist das wirklich eine Kampagne der konservativen Medien gegen Sahra Wagenknecht? Sicher, ein bisschen stimmt es. Aber eigentlich sind es ja weniger die Konservativen, die sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren.“ Was halt blöderweise Teil der Propaganda ist…

Das ist in etwa so Teil einer Propaganda wie der U-Bahn-Treter im Überwachungsfilm, das Fräulein im schwarzen Kapuzenmantel die Stiege runtergetreten hat.
Für Wagenknecht fehlt bloß noch ne Torte in der Aufschlagzone. Ihre parteiinterne „Rückendeckung“ ist der im Filmchen vergleichbar.

Schmeiß hin, Sahra ! Lass die Idioten alle den Bach runtergehen.

Upp
Upp
Reply to  Lappenente
5 Jahre zuvor

@Entenhausen
So wie das System inklusive benachteiligter Menschen den Bach runtergehen soll und wir kùnftig, in einem Jahr 2000+x im Wald rumschleichen, weil wir ja endlich zum Ursprung der Männlichkeit zurückfinden, wo ein Mann noch ein Mann war? Wie dieser Spinner Vikernes… Choriphäe der Widersprüchlichkeit, aber ein „echter Mann“.

Klar dann braucht es keine Entwicklung, keinen Dialog, keine dezidiert Linken Ideen. Nicht in dem Entwurf. Mich wundert nur warum Rechtsen sich nicht längst auflöst.Oder sind Tribes etwa mit einem Nationalstaat vereinbar? Heidentum mit Christentum? pegida genau….

Ich lach mich so weg über diesen Unsinn. Klar ballt sich des rechten Faust in der Tasche wenn der hier liest, aber das ist ja nun schon ewig chronisch. Gewalt ist rechtes Programm. Die Faust will halt legal sein Werk verrichten. Armselig.

Und mit dieser Attitüde wirbt man ernsthaft um Leute, die ein System effektiv programmatisch verändern/ transformieren können, weil sie die neue Software schon mit entworfen haben. Wozu, wenn nicht, um sie zu binden und stillzulegen? Das hat mir mein Hämmorrhoidenorakel verraten. Ich alleine wär da ja nicht drauf gekommen.

Lappenente
Lappenente
Reply to  Upp
5 Jahre zuvor

Vielleicht solltest du mir erst wieder antworten, wenn die Wirkung der haluzinogenen Pilze nachgelassen hat. Ich kann dir in deine Welt sonst nicht folgen. Ist ja was eigenes, was ganz individuelles wie du mental auf der Metaebene Schlittschuh läufst.

Upp
Upp
Reply to  Lappenente
5 Jahre zuvor

Das hatte ich auch nicht angenommen.

Lappenente
Lappenente
Reply to  Upp
5 Jahre zuvor

Dann geh künftig bitte zu anderen Unsern um ihnen von deiner kleinen Welt zu erzählen.

Lappenente
Lappenente
Reply to  Lappenente
5 Jahre zuvor

Ich möchte Menschen wie dir einfach aus dem Weg gehen dürfen.
In der Kohlenstoffwelt würde ich auch die Straßenseite wechseln wenn du entgegenkämst: „Uhh, der Schlauschwätzer kommt…Gleich haste wieder ne Frikadelle am Knie..“

aquadraht
aquadraht
Reply to  Lappenente
5 Jahre zuvor

@ schaumriff entenscheiss: Ich argwöhne einmal, Du würdest auch nicht wirklich vermisst, wenn Du Deine Ergüsse sonstwo, vorzugsweise /dev/null, absondern würdest. Je nachdem, wen Du angepöbelt hast, war das bestenfalls the pot calling the kettle black, oder nicht einmal das.

The Joker
The Joker
5 Jahre zuvor

Vier generelle Anmerkungen:

I. Merkels „Wir schaffen das“ könnte zu einer ähnlichen Besiegelung einer CDU-Kanzlerschaft führen wie einst Kohls „blühende Landschaften“. Beides ohne Zweifel zu bejahende Absichtserklärungen, welche nicht mit angemessenem Handeln unterfüttert wurden.

II. Auch wenn einige Formulierungen Sahras Spielraum für Interpretationen bieten, kennzeichnet Sahras Position im Flüchtlingsthema eine realpolitische Pragmatik. Sie, Oskar Lafontaine – aber auch so unterschiedliche Personen wie Ralf Krämer, Diether Dehm oder Michael Leutert – stehen für eine tragfähige Kompromisslinie, welche in eventuelle Koalitionsverhandlungen eingebracht werden könnte.
Die Position „offene Grenzen für alle“ ist dagegen schwärmerischer Ausdruck einer wunderbaren Utopie. Deutsche Romantik. Kann man natürlich so sehen.
Die danach möglich zu machende Aufnahme von 60 Millionen Menschen (die nach Schätzungen derzeit weltweit auf der Flucht sind) ist jedoch nicht möglich (allein wieviele Turn- und Mehrzweckhallen demnach belegt werden müssten, wäre ein interessantes Rechenspiel).
Ausgerechnet die sonst allzu pragmatischen Anhänger von R2G – Dauerslogan: „Keine roten Haltelinien“ – pochen im innerparteilichen Clinch hier plötzlich und impulsiv auf eine ebensolche.

III. Innerhalb der Europäischen Linken (EL), welche gerade Gregor Gysi zum Vorsitzenden kürte, gibt es zahlreiche Parteien, die in zentralen Politikbereichen andere Positionen beziehen als ihr deutsches Pendant:
So gilt Frankreichs PCF als traditionell atomkraftfreundlich (innerhalb der Parti de Gauche mag sich das abschwächen). In der R2G-Regierung unter Jospin waren einzig die Grünen für einen Ausstieg, konnten sich aber nicht durchsetzen.
Die griechische SYRIZA muss nach der Erpressung – v.a. durch Merkel & Schäuble – Sozialkürzungsorgien durchziehen, welcher jeder linken Programmatik Hohn sprechen. Zudem säuberte Alexis Tsipras in ganz leninistischer Manier sein Kabinett mehrfach von linken Austeritätsgegnern.
Die niederländische SP (nicht Mitglied der EL, aber der Europafraktion) hat kürzlich dem Burkaverbot im Haager Parlament zugestimmt – eine Forderung, die weit über die an Sahra kritisierten Positionen hinausgeht.
Alle drei Partnerinnen genießen dennoch eine Grundsolidarität innerhalb der EL.

IV. Da Sahras innerparteiliche Kritiker auch ihre Absicht monieren, um AfD-Wähler zu kämpfen, geben diese sich offenbar mit den 9 Prozentpunkten für die eigene Partei (bei bis zu 15 Prozent AfD) in jüngsten Umfragen zufrieden.
Sich mit diesen Umständen schulterzuckend abzufinden, ist jedoch im Kern unpolitisch.

Lappenente
Lappenente
Reply to  The Joker
5 Jahre zuvor

IV. Da Sahras innerparteiliche Kritiker auch ihre Absicht monieren, um AfD-Wähler zu kämpfen, geben diese sich offenbar mit den 9 Prozentpunkten für die eigene Partei (bei bis zu 15 Prozent AfD) in jüngsten Umfragen zufrieden.
Sich mit diesen Umständen schulterzuckend abzufinden, ist jedoch im Kern unpolitisch.

Es geht dabei weniger ums Abjagen als um die Schwächung der AfD. Verglichen mit dem Riesenkontingent der Nichtwähler und Unentschlossenen, sind die paar verwirrten, potentiell wechselwählenden AfD-Wähler Peanuts.
Für die Nichtwähler hat die Linke kein Alleinstellungsmerkmal vorzuweisen. „Gegen die da oben“ ist in Zeiten allgemeiner Unsicherheit zu wenig. Die Leute möchten Stabilität und Konzepte für die Herausforderungen der Zukunft. Geführt werden möchte der Michel und mitgerissen will er werden.

Merkel bietet Stabiltität ohne Konzepte und kriecht deshalb mit der CDU wieder bei 36-38% herum.
Dieses Stabiltätsversprechen kann ihr auch niemand zerreden und absprechen. Sie wird auch künftig hausgemachte Krisen provozieren die sie anschließend vorgibt, gemeistert zu haben. Das ist Merkels Leitmotiv ihrer Kanzlerschaft. Scheiße bauen, und das-Beste-draus-machen, als ihren Verdienst zu verkaufen.

Das ist alles komplett irrational. 82 Mio. pathologische Fälle. Was für „Konzepte“ soll man für ein Land voller Irrer als Wahlkampfstrategie vorlegen ? Die Leute sind weich in der Birne, weichgekocht durch immer neue Hiobsbotschaften mit persönlichen Abstiegsängsten verbunden. Solche Zustände lassen sich nicht durch Programme rationalisieren.
Im Grunde macht Wagenknecht es sehr richtig über das Alles-wird-gut-Gefühl zu kommen. Das ist aber zu wenig. Die Linke muss mehr zeigen als ein bereits gegebenes Stabilitätsversprechen, gegebenenfalls in Chaos und Untergang wenden zu wollen. Zwischen diesen Polen lebt der Michel. Chaos oder Stabilität. Dazwischen existiert nichts mehr. Das Grundgefühl des Bürgers von Kontinuität und Planungssicherheit wurde von den Parteien der ehemals bürgerlichen Mitte absichtlich ausgehöhlt.

Wenn man es fatalistisch betrachtet, ist der Kuchen gegessen. Wir fahren vor die Wand und gucken dann weiter. Es wird ein böses Ende nehmen.

Aphel
Aphel
5 Jahre zuvor

Lieber Robert, Du würgst da etwas aus!

Rechts und Links – Jenes ist vorbei! Tot, tot, tot! So einen Kack gibt es nicht mehr …

Bist Du da auch im wirklichen Leben? Ich meine bei denjenigen, die jeden Morgen um halb 5 zu Arbeit gehen und den finalen Anschiss bekommen … , die den letzten Bus zur Uni verpasst haben, um sich zu (VER) drehen, damit sie ihren Halbjahresvertrag bekommen …
Robert, damals, damals war das mal eine andere Zeit! Es ist vorbei! Final!

Und dann das Übliche …

Wenn ich so mein Umfeld sehe, mit der Schere, mitten im Hirn …

Ich würge etwas aus …

Aphel
Aphel
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

Lieber Roberto, seit über 40 Jahren erlebe ich mit, was selbsternannte „Linke“ nachhaltig in die Realität geben – nichts. Schöne Reden und warme Luft, oftmals mit schlechtem Atem vermischt.
In meiner unendlichen Naivität hielt ich „Links“ damals mal für progressiv, völkerverständigend und sozial (der Starke hilft uneigennützig dem Schwachen, nicht der Fleißige dem Faulen!). Da habe ich mich aber sowas von geirrt.
Da stehst du am Bahnhof und der Zug kommt nicht, weil die GdL streikt. Uups, da streiken welche, sowas gibt es hier auch noch. Und was bekommst du zu hören? „So ein scheiß Streik, was wollen die denn noch mehr …! Ich muss zur Arbeit!“ So sieht es aus.
Da bekommt Sahra Wagenknecht eine Torte ins Gesicht gedrückt, andere müssen gar um ihr Leben fürchten.
Wo ist das öffentliche Ringen um die Verbesserung der Lebenssituation für den Einzelnen nur verblieben?
In der Not wird sogar die Wahl der AFD in Erwägung gezogen. Unfassbar!
Selbst in den akademischen Kreisen, in denen ich mich als Prolet bewege, wird nur (!) hinter verschlossenen Türen und vorgehaltener Hand `mal ansatzweise und leise Systemkritik geübt …
Solidarität findet nicht (mehr) statt!
Wie Jochen Distelmeyer seinerzeit schon schrieb: Wir leben in der Diktatur der Angepassten!

GrooveX
GrooveX
Reply to  Aphel
5 Jahre zuvor

ja, so sind sie, die linken, lungern am bahnsteig rum bis du kommst, und dann kriegste das zu hören. und dann muss noch der fleißige dem faulen helfen – ja gibt’s denn so was?! empörung pur, wollja, gegen die diktatur der angepassten!

all morgen ist ganz frihisch und neu

Aphel
Aphel
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

Schön, das Du da bist 🙂

Mordred
Mordred
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

Was willst du andeuten? Dass es keine arbeitenden Menschen mehr gibt? Die heißen nicht mehr Proletariat, das ist wahr. Deswegen muss die Linke sich auch zeitgemäßer aufstellen.

wichtiger punkt!
viele spd-wähler die ich kenne, wählen die linke deswegen nicht, weil sie tatsächlich meinen, nicht zur zielgruppe zu gehören. die linke wäre ja nur was für die prekären, die arbeitslosen, hartzer etc. oder die „einfachen“ arbeiter.

Wolf-Dieter Busch
Wolf-Dieter Busch
Reply to  Aphel
5 Jahre zuvor

Es ist richtig, dass der Begriff „Links“ seit den 60ern stetig verwässert wurde (→ Salon-Linke etc.); das heißt, einige Attitüden von „Ur“-Linken wurden als Äußerlichkeit übernommen, nicht aber deren Sinngehalt.

Beispiel: einst Einbettung der Geschlechterrolle in Klassentheorie mit einem Befreiungspotential; heute Staatsfeminismus mit erzwungenen Quotenweibern in Spitzenjobs, aber keine arbeitspolitische Verbesserung für Emmely an der Kasse. Schattengefechte halt.

Ich sage, lupf den Vorhang, finde zurück zur alten Qualität.

Du sagst, „damals war das mal einer andere Zeit“ – ok, du hast resigniert. Kann ich verstehen.

Aphel
Aphel
Reply to  Wolf-Dieter Busch
5 Jahre zuvor

Nicht unbedingt resignierend, eher grenzenlos enttäuscht. Es ist ja noch Leben vorhanden 😉

Wolf-Dieter Busch
Wolf-Dieter Busch
Reply to  Aphel
5 Jahre zuvor

Lass es mich so ausdrücken: resignieren kannst du jederzeit, muss also noch nicht heute sein.

basey
basey
5 Jahre zuvor

Verwirktes Gastrecht als Narrativ.

Erstmal vorweg, ich möchte weder den Autor noch Frau Wagenknecht noch sonst wen das Linkssein absprechen. Finde den Artikel im Übrigen auch ganz gut geschrieben und streckenweise auch überzeugend. Auch wenn ich mich an ein paar Formulierungen (vielleicht auch hereininterpretierten Gedanken) sehr stark stoßen kann. Aber so ist das halt unter uns Linken. ^^

Zum Beispiel würde ich es nicht als eigentlichen Auftrag der Linkspartei sehen eine AFD kleinzuhalten und alle möglichen Protestwähler zu sammeln. Der Linkspartei eine Verantwortung für das erstarken der AFD (und damit eines rechtslastigen Zeitgeistes) zu geben, käme mir schon sehr merkwürdig vor. Da hätte ich doch ehr die Seehofers, Sarazins, Kauders, de Maizieres, Diekmanns, Reichelts etc. im Auge.
(siehe z.B.: „Diese Isolation, die man sich in Sphären der absoluten Verstiegenheit eingerichtet hat, hat einen hohen Preis: Die AfD.“) Mag aber gut sein, dass ich den Text hier falsch lese.

Eine etwas elementarere Kritik habe ich aber bei Ausdruck „verwirktes Gastrecht“.
Es hat schon einen sehr berechtigeten Grund, dass viele Linke bei diesem Narrativ (wie im Text erwähnt) ein wenig unwohl wird, weil es eben nicht nur einfach irgendein austauschbares Schlagwort ist. Dieser Ausdruck baut ein bestimmtes, sehr starkes Bild auf, das wenig mit der Realität oder den aktuellen Gesetzten zu tun hat. (Ähnlich wie „Flüchtlingswelle“ oder „Flüchtlingsflut“).

Ein Gastrecht habe ich (ausschließlich) in meinem zuhause. Hier kann ich frei bestimmen wer rein kommen darf und wer nicht. Leute die ich aus irgendeinem Grund nicht mag, sei es wegen unterschiedlichen Weltanschauungen oder weil mir der Haarschnitt nicht gefällt, brauche ich gar nicht erst reinlassen und wenn sie doch aus irgendwelchen Gründen einmal da sein sollten, kann ich sie ohne viel Federlesen rausschmeißen.

Das ist aber so ziehmlich das diametrale Gegenteil von einem Asylrecht oder einem halbwegs rechtsstaatlichen Gesetz zur Imigration. Hier dürfen subjektive Animositäten, andere Weltanschauungen, Kulturen, Meinungen etc. eben keine Rolle spielen. Wer aber das Narrativ eines Gastrechts rhetorisch bedient und damit z.B. Imigration meint, wird vorsichtig ausgedrückt Probleme haben die aktuellen Gesetze gegen AFDler oder CSUler zu verteidigen und ganz sicher keine Verbesserungen für hunderttausende hier gestrandete Menschen mehr glaubhaft begründen können.

Ein Berufspolitiker sollte das eigentlich besser wissen oder zu mindest Redenschreiber haben, die ihn (oder in diesem Fall sie) darauf aufmerksam machen. Ein Fehler oder Misverständnis ist das bei Frau Wagenknecht also sicherlich nicht. Bleibt nur die Frage, was das dann soll?

Die Vermutung, dass Frau Wagenknecht hier ehr rechtsgerichtete Menschen ansprechen will, liegt da schon ziehmlich nahe; was ja grundsätzlich auch okey wäre. Aber für eine gute Idee hielte ich das, in dieser Weise (!), nicht.

Jamie Garner
Reply to  basey
5 Jahre zuvor

J e d e r Parlamentarier trägt Verantwortung für die politische Entwicklung. Die Linke eher besonders, da sie intelligente und fähige Köpfe haben, zumindest mit SW.
Aus einzelnen Politikern lässt sich hier nicht mehr rausholen, solange das System – der partikuläre Parlamentarismus (wie er von den Alliierten aufdiktiert wurde) – nicht radiakal geändert wird. Das wollen auch die Linken nicht, müssten sie sonst Farbe bekennen. Zur Erfüllung ihres utopischen Gleichheitswahns müssten sie im Lager ihrer ewigen Feinde betteln gehen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Jamie Garner
5 Jahre zuvor

@Jamie Garner

Aus einzelnen Politikern lässt sich hier nicht mehr rausholen, solange das System – der partikuläre Parlamentarismus (wie er von den Alliierten aufdiktiert wurde) – nicht radiakal geändert wird.

Ob sich aus einzelnen Politikern mehr herausholen läßt, hängt in erster Linie von deren Lauterkeit ab. Wer sich dem Lobbyismus derart öffnet wie in Deutschlands Parlament und die notwendige Transparenz verweigert, wird nicht lauter im Sinne des Gemeinwohls sein wollen.
Grundsätzlich spricht aus meiner Sicht nichts gg. Parlamente als Verwaltungseinheit für einen Staat mit über 80 Mio. Bürgern, allerdings fehlt die Kontrolle innerhalb einer Regierungsperiode durch den Souverän.

Theoretisch ist diese zwar an Hand der Gewaltenteilung gegeben, nur sind Legislative, Exekutive und Judikative sowie die 4. Gewalt, die Medien, derart miteinander verzahnt, daß Mißbrauch Tür und Tor geöffnet sind.

Parlamentarier, die im Gros einheitliche Kapitalinteressen bedienen, Fraktionszwang und Listenmandate oder Bundesrichter, die von Parlamentariern nach Gusto und politischer Gesinnung ins Amt gesetzt werden sind eher ein Garant für das Scheitern einer Politik im Sinne der Bürgermehrheit.
Ohne die Möglichkeit, die Politik durch Plebiszite notfalls auszubremsen und in unserem Sinne zu gestalten, ist die Bezeichnung Demokratie nur ein Feigenblatt.

Das wollen auch die Linken nicht, müssten sie sonst Farbe bekennen. Zur Erfüllung ihres utopischen Gleichheitswahns müssten sie im Lager ihrer ewigen Feinde betteln gehen.

Was die Linken letztendlich wollen, kann niemand wissen.
Da gibt es ein Parteiprogramm, aber auch die Linken sind keine homogene Masse.

Sollten sie die parlamentarische Struktur beibehalten wollen, halte ich das aus dem bereits genannten Grund für eine vernünftige Entscheidung, allerdings nur dann, wenn die letztliche Entscheidung immer beim Souverän liegt ( egal, ob er nun stillschweigend zustimmt oder einen Volksentscheid herbeiführt ) und das eben nicht nur per Wahl alle 4 Jahre.

TaiFei
TaiFei
5 Jahre zuvor

Die Forderung von Obergrenzen bzw. gesteuerter Zuwanderung hat nichts mit Realismus zu tun, solange man nicht auch definiert, wie man diese Obergrenzen denn im Zweifelsfall durchsetzen will. Ich verweise in diesem Zusammenhang gerne auf die USA. Der Anteil der Latinos an der Bevölkerung ist dort in den letzten 20 Jahren von knapp 5% auf über 20% gestiegen. In den nächsten Jahrzehnten wird der ein Drittel der Bevölkerung überschreiten. Während Trump noch von einer Mauer faselt, die dann Mexico bezahlen soll, lachen sich die Menschenschmuggler und Mafiosi krumm, weil unter der zukünftigen Mauer schon ein Highway gebaut wurde, mal bildlich gesprochen. Millionen von Menschen sind auf dem Weg in die Wohlstandzentren. Das fängt mit einer Binnenmigration als Landflucht an, geht dann weiter über die Migration in benachbarte Länder bis sie sich schließlich der Spitze nähert und das sind nun mal WIR. Jetzt können wir also gerne über Obergrenzen streiten und wer, wann, warum wieder deportiert werden soll, allein es wird keinen dieser Millionen Menschen interessieren. Was haben die denn zu verlieren?

trackback
5 Jahre zuvor

[…] Gesunder Realismus oder Bedeutungslosigkeit Ist das wirklich eine Kampagne der konservativen Medien gegen Sahra Wagenknecht? Sicher, ein bisschen stimmt es. Aber eigentlich sind es ja weniger die Konservativen, die sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren. Nachvollziehbar. Jedenfalls wenn man in der romantischen Ecke der Linken hockt. Denn Wagenknecht rüttelt nun einiges durcheinander. Sie zerstört ein Lebensgefühl. Und in der eigentlichen Substanz ihrer Thesen spiegelt sich wider, dass die Linke (als Partei und politische Richtungsangabe gleichermaßen) fatale Fehler durch Unterlassung gemacht hat. Sie hat zum Beispiel das gute und richtige Ideal einer multikulturellen Gesellschaft insofern falsch verstanden, dass sie jede Kritik an kulturellen Diskrepanzen gleich als Angriff aus der rechten Ecke verstehen wollte. Viele kamen zweifelsohne auch von dort. Aber eben nicht alles. Manches waren einfach nur nüchterne Erkenntnisse aus der Alltagspraxis der Leute. In solchen Momenten präsentierte man dann Lösungen wie diese: Leute, geht aufeinander zu, seid nett zueinander, wir sind doch alles Menschen. Stimmt ja auch: Friedlich währt am längsten. In der Theorie. Aber solche Antworten auf die Fragen sind praxisfremd und haben viele Menschen vor den Kopf gestoßen, die unter Umständen guten, das heißt kulturübergreifenden Willens waren, aber mit dieser linken Selbstgefälligkeit nichts anzufangen vermochten und sich dann angeekelt abwandten. Quelle: neulandrebellen […]

UNOY
UNOY
5 Jahre zuvor

Besser, als in den letzten 2 Absätzen kann man diese Misere nicht zusammenfassen.
Genau diese Gründe sind es, die viele Menschen davon abhalten, die Linken tatsächlich zu wählen.

Kokuswolf
Kokuswolf
5 Jahre zuvor

Seltsame Betrachtungsweisen, die ich in diesen Tage beobachte.

– Eine Spitze der Linke nimmt Position ein = die Linke steht nicht gehorsam hinter ihr. (Was ist schon Demokratie?)
– Wagenknecht kritisiert differenziert ein schwieriges Thema = Wagenknecht will Kanzlerkandidatin der NPD werden
– Wagenknecht stellt sich jeder Diffamierung = Sie sägt ihren eigenen Ast ab
– Kritiker kritisieren Parteimitglied = Angeekelte wenden sich von linker Selbstgefälligkeit ab (Projektion?)

All diese Verwirrungen erreichen selbst mich und ich frage mich, ob ich alles noch ausreichend durchschaue. Die Kritik über Kritiker, die die Kritik einer Kritikerin kritisieren – ist dieser Weg wirklich hilfreich. Es ist nur meine bescheidenen Sichtweise, das wir (und ich meine jeden, egal aus welchen Lager) heute mehr Klarheit brauchen. Dieses Geschwurbel und das Geschwurbel darüber ist der Keim des Übels. Statt wild mitzuschreien – vielleicht aus Angst, man ginge unter – wäre eine Besinnung auf die Ursprünglichkeit hilfreich.

Es gibt Menschen, die haben es (unbewusst) perfektioniert, sich in die Tiefen einer Diskusion führen zu lassen, bereit jeden Streit zu begegnen. Sie halten sich für interlektuell überlegen. Dürfen sie auch. Doch sollten sie nicht überheblich sein, dass sie auf die ältesten Tricks herrein fallen. Die Wahrheit (oder auch das Tatsächliche) liegt nicht in der Tiefe, sondern in der Distanz zum Thema.

Ein wenig mehr Distanz, das wäre schön! Solche Artikel wollen Erkenntnis lehren, das (an)erkenne ich. Aber solche Artikel stehen auch mitten im Wald, philosophierend zwischen ein paar Bäumen, vermeintlich erkennend, dass hier etwas nicht stimmt.

Winston
Winston
5 Jahre zuvor

Ich verfolge die Kommentare jetzt seit gestern abend. Der Artikel dazu entspricht grob meine eigenen Empfindung, was aber sekundär ist. Zumal ich bei der ganzen Diskussion vor allem eines sehe: Wahlkampfgeplänkel und ein geschicktes Spiel mit These und Antithese um Medienpräsenz zu bekommen.

Aber die Kommentare hier finde ich sehr bezeichnend und sie spiegeln ziemlich genau das wider, was ich in Diskussionen mit Freunden erlebe. Die, die hier als Pseudolinken bezeichnet werden, wollen tatsächlich eigentlich nur eine SPD, deren Chef halt kein Industrievertreter ist. Und je weiter es nach links geht, um so mehr wendet sich die Diskussion von der Realität ab und es geht vor allem wie hier in den Kommentaren darum, wer sich überhaupt als Links bezeichnen darf, bzw. was linke Politik überhaut sein soll. Keine Frage, es brauch Visionen und die dürfen auch unrealistisch sein. Aber der Kern, die auf die Jetztzeit bezogenen Handlungsmaximen müssen nach meiner Meinung einen Bezug zum Heute haben.

Wenn ich die Kommentare so lese, wird auch hier hauptsächlich über sich selbst diskutiert und das auf einem sprachlichen, meist auch persönlich werdenem Niveau, das sich eigentlich nicht gehört. Auch hier wird schnell eine etwas abweichende oder relativierende Meinung, erst einmal mit einem Fascho-Stempel versehen. Das Ziel sollte aber doch nicht Diffamierung, sondern Überzeugung mit Argumenten sein.

Am meisten, hat mich aber gestört wie du heute Nacht, den wahrscheinlich besoffenen und wohl frustrierten @Aphel abgewatscht hast. „Was für ein damn fucking bullshit!“ ist absolut nicht die Antwort, die man jemand orientierungs- und hilflosem geben sollte. Jemanden der in einem linken Blog nach einer Antwort sucht und damit offen für andere Konzepte ist. Keine Ahnung wer Märholz ist, den du ihm um die Ohren gehauen hast, aber @Aphel hat nur ein Lebensgefühl beschrieben, das heute bei vielen vorherrscht: Hilflosigkeit und keine Lösungsansätze weit und breit. Keine Partei, die ihn ernst nimmt. Mit „Schnautze, du hast keine Ahnung“, überzeugt man garantiert niemanden von der eigenen Weltsicht.

Für mich verspielt DIE Linke gerade die Chance des Jahrtausends, in dem sie ignoriert, dass das „Proletariat“ heute durchaus auch einen Hochschulabschluß haben kann. Wo sind die Konzepte? Wo ist die Ansprache? Wo sind die Vorschläge für die Auswirkungen der Digitalisierung und dem damit einhergehenden Arbeitsplatzverlust, bzw. den dadurch veränderten Arbeitsbedingungen? (siehe @Aphel heut Nacht). Wenig bis nichts. Klar BGE … aber das kannst du dem Durchschnittsmenschen, der sich strampelnd im Ausbeutungs-Hamsterrad befindet, nicht mit 50 Jahre alten Argumenten schmackhaft machen. Ich finde irgendwo krass, dass ausgerechnet die FDP momentan die einzige Partei ist, die das Thema Digitalisierung und den damit verbundenen gesellschaftlichen Wandel (bei dem es hauptsächlich Verlierer gibt), in ihrem Wahlprogramm auf eine ethische Diskussionsebene hebt (zumindest auf dem Papier). Wäre das nicht Aufgabe linker Visionen?

Ich weiß, das ist eine schwierige Sache. Aber wenn Die LINKE im September über die oben irgendwo erwähnten 9% kommen will, muss sie deutlich mehr Menschen ihre Ideen nahebringen, als das bisher geschieht … oder der klassischen Ziegruppe zumindest wesentlich deutlicher.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Winston
5 Jahre zuvor

Ich stimme ja in manchem zu, und vielleicht war die Reaktion auf aphel übertrieben. Ich kann ihn nicht einschätzen, verstehe aber Roberto und jede/n Andere/n gut, denen bei „Links-Rechts ist doch out“ die Sicherungen durchbrennen. Gut, man sollte da gelassener reagieren, vielleicht mal einen längeren Diskussionsbeitrag verfassen, warum Links-Rechts eben nicht out ist, auch wenn das kein Gegensatz von Hell-Dunkel, Gut-Böse oder so ist.

Es wäre auch wichtig, klarzustellen, dass es Bündnisse zwischen Linken und Rechten geben kann und schon gegeben hat und geben musste, etwa bei den antifaschistischen Volksfronten der 30er Jahre oder im europäischen Widerstand gegen die Nazi-Okkupation. Rechts ist nicht Nazi, auch wenn der verkommene Jargon unserer Zeit dies suggeriert, für den FDP und CDU/CSU „Mitte“ sind. Das ist auch wichtig gegenüber dem Querfrontgepöbel der „linken“ Entourage von Imperialismus und Neoconfaschismus, der tollwütigsten Querfront unserer Zeit. Mir ist ein am Frieden interessierter CDUler oder AfDler weniger unsympathisch als „linke“ oder grüne Militaristen und Blutsäufer.

Dass das Proletariat nicht immer einen blauen Kittel tragen muss, wissen wir seit André Gorz‘ Nouvelle Classe Ouvrière, aber die Linke verpasst derzeit keine historische Chance, sondern sie ist ziemlich am Arsch. Digitalisierung finde ich als politisches Thema nachrangig, das sage ich als IT-Profi. Als Thema des Wandels der Arbeitswelt ist sie das natürlich nicht.

Politisch daran ist überwiegend der Schutz der Bürgerrechte, und daran sollte man in der Tat arbeiten, wobei mir egal ist, ob dabei FDPler, CCCler (die am ehesten was davon verstehen), Piraten, Linke oder sogar Rechte mitwirken. Vor den Schnüfflern sind wir dann nämlich alle gleichermassen verladen.

Ob die Argumente 50 Jahre alt sind, geht mir im Übrigen am Arsch vorbei, solange sie stimmen.

a^2

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Winston
5 Jahre zuvor

Es gibt keine Diskussion darüber, was links ist. Politisch links ist genauso klar definiert wie politisch rechts.

Eine grobe Einteilung aller Weltanschaung in zwei Bereiche. Die rechte (und weit größere und ältere Hälfte) vertritt die elitären Systeme, die linke Hälfte die egalitären.

Ende der Geschichte.

Letztlich müsste in diesem Land jede Partei links sein, da unsere Grundordnung links ist, linksradikal sogar.

Stattdessen wird diese Grundordnung Jahrzehnt ein, Jahrzehnt aus mehr geschändt, missbraucht, aufgerieben und das alles mit dem Ziel der Abschaffung.

Aber der Bürger will das. zumindest wählt er so.

Robbespiere
Robbespiere
5 Jahre zuvor

@all

Heute war eun sehr guter Artikel von jens Berger auf den NDS zu lesen

http://www.nachdenkseiten.de/?p=36654#more-36654

Leider erscheinen seine Artikel nicht mehr hier im Blog, um sie zu diskutieren, was ich sehr bedauere, da ich Facebook als Diskussionsforum für die NDS kategorisch ablehne.
Es geht doch m.M.n. darum, solche Informationen und Sichtweisen, die in den MSM keine Chance auf Veröffentlichung haben, möglichst einer breiten Leserschaft zugänglich zu machen und auch den Lesern., die noch nicht auf die NDS gestoßen sind, einen Weg dahin zu ebnen.
Die einzige Chance einer Gegenöffentlichkeit liegt doch in der Vernetzung, statt im Eremiten-Biotop.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Ja, ich finde das auch total blöd, dass Jens so sanglos, klanglos verschwunden ist, nur mal mit einem etwas undeutlichen Hinweis, es habe mit Arbeitsrecht zu tun.
Mich kriegen auch keine zehn Pferde aufs Fratzenbuch.

a^2

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  aquadraht
5 Jahre zuvor

@aquadraht

Grundsätzlich hat jeder Blog-Betreiber das Recht, diesen so zu gestalten wie er es möchte.

Allerdings empfinde ich es als unpassend, einerseits in meinen Artikeln die demokratischen Defizite der Politik anzuprangern, meine Leser und Kommentatoren jedoch de Facto autokratisch vor vollendete Tatsachen zu stellen und mit einer lapidaren Erklärung quasi sich selbst zu überlassen.
Ich kann durchaus nachvollziehen, daß nach Jahren irgendwie die Luft raus ist und man keine Lust mehr hat weiterzumachen, aber das kann Jens dann ja auch ruhig so sagen.

Ich habe auch immer gerne die Beiträge auf dem Blog „Die roten Schuhe“ gelesen, dessen Betreiberin irgendwann gesagt hat, daß sie aufhört. Das habe ich, so schade ich es fand, auch respektiert.

Mordred
Mordred
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Ich kann durchaus nachvollziehen, daß nach Jahren irgendwie die Luft raus ist und man keine Lust mehr hat weiterzumachen, aber das kann Jens dann ja auch ruhig so sagen.

Das ist aber bei Jens höchstwahrscheinlich nicht der Punkt, sondern besagte (steuer-)rechtliche Problematiken, wenn er seine NDS-Artikel auch hier veröffentlicht. Da gibts ja mittlerweile die abstrusesten Regelungen zu beachten.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mordred
5 Jahre zuvor

Das ist aber bei Jens höchstwahrscheinlich nicht der Punkt, sondern besagte (steuer-)rechtliche Problematiken, wenn er seine NDS-Artikel auch hier veröffentlicht.

Das ist ja durchaus nachvollziehbar, aber hätte er daraus nicht bei Zeiten einen Artikel machen können, der diesen Sachverhalt offenlegt?

Ein freier Journalist kann von Idealismus allein nicht leben, denn dieser füllt weder den Magen, noch begleicht er Miete oder Stromrechnung und wenn Steuern das, was hereinkommt, auch noch verknappen, muss man eben eine Entscheidung für sich und die Familie treffen, das ist mir schon klar.

Es klang ja auch im Dezember schon mal an, daß beim Spiegelfechter extrem wenig hereinkommt und möglicherweise ist ja auch diese Tatsache das zentrale Motiv, ganz zu den NDS zu wechseln.
Aber auch in dem Fall hätte ich mir gewünscht, diesen Umstand entsprechend zu thematisieren.
Das hat auch mit „Betteln“ nichts zu tun, denn schließlich gibt uns Jens ja auch reichlich was von sich.

Jörg Hensel
5 Jahre zuvor

Ja, guter Kommentar. An den Linken kann man wirklich verzweifeln. Versuchen Sie einmal das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz bei den Linken zu landen und denen Aktivitäten auf diesem Gebiet abzuringen. Sie werden einen Schnarchhaufen von linken Romantikern begegnen, die immer noch nicht die Realität gescheckt haben.

trackback
5 Jahre zuvor

[…] Gesunder Realismus oder BedeutungslosigkeitIst das wirklich eine Kampagne der konservativen Medien gegen Sahra Wagenknecht? Sicher, ein bisschen stimmt es. Aber eigentlich sind es ja weniger die Konservativen, die sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren.Nachvollziehbar. Jedenfalls wenn man in der romantischen Ecke der Linken hockt. Denn Wagenknecht rüttelt nun einiges durcheinander. Sie zerstört ein Lebensgefühl. Und in der eigentlichen Substanz ihrer Thesen spiegelt sich wider, dass die Linke (als Partei und politische Richtungsangabe gleichermaßen) fatale Fehler durch Unterlassung gemacht hat. Sie hat zum Beispiel das gute und richtige Ideal einer multikulturellen Gesellschaft insofern falsch verstanden, dass sie jede Kritik an kulturellen Diskrepanzen gleich als Angriff aus der rechten Ecke verstehen wollte. Viele kamen zweifelsohne auch von dort. Aber eben nicht alles. Manches waren einfach nur nüchterne Erkenntnisse aus der Alltagspraxis der Leute. In solchen Momenten präsentierte man dann Lösungen wie diese: Leute, geht aufeinander zu, seid nett zueinander, wir sind doch alles Menschen. Stimmt ja auch: Friedlich währt am längsten. In der Theorie. Aber solche Antworten auf die Fragen sind praxisfremd und haben viele Menschen vor den Kopf gestoßen, die unter Umständen guten, das heißt kulturübergreifenden Willens waren, aber mit dieser linken Selbstgefälligkeit nichts anzufangen vermochten und sich dann angeekelt abwandten.Quelle: neulandrebellen […]

Jörg Ripke
Jörg Ripke
5 Jahre zuvor

Ein Fehler in der Logik bei der Dame, da alle Einwanderer seit dem letzten Jahr auch den Ayslstatus beantragen, daher ist das reine Wortklauberei , dass man zwischen Einwanderern und Asylsuchenden stringent unterscheiden müsse.

Karl Marx
Karl Marx
5 Jahre zuvor

Die „LINKE“ und die „RECHTE“ sind beide TEAM-Spieler vom selben NWO-CLUB! Jede Seite glaubt nur, sie seinen DIE GUTEN!
Siehe:
Alle Aggression der Welt entstammt aus Washington. Dies ist sonnenklar. Warum erkennen nur so wenige das Offensichtliche? Wer außer Washington ist seit dem Clinton-Regime menschenmordend gegen neun Länder in den Krieg gezogen?
Warum unterstützt die gesamte liberal-progressive Linke das verwurzelte CIA-Establishment dabei, den designierten Präsidenten Donald Trump zu dämonisieren, dessen ausdrückliches Ziel es ist, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren? Ist dies ein Hinweis darauf, dass die liberal-progressive Linke eine CIA-Front ist? Wahrscheinlich ist dies gar nicht so weit hergeholt. Es ist eine bekannte Tatsache, dass die amerikanischen und europäischen Print- und TV-Medien der CIA gehören, warum würde die CIA also die liberal-linken “progressiven“ Internetmedien ignorieren?

Die Regel lautet: “Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“ Der Feind des Establishments der liberalen Linken ist eindeutig auch ein Feind Trumps. Warum verbündet sich also die liberale Linke mit seinem Establishment-Feind gegen Trump?

Die wahre Frage ist: Haben die USA tatsächlich eine unabhängige liberale Linke? Falls ja, wo ist sie?

Die liberal-progressive Linke hat als Beschützer der gefälschten offiziellen 9/11-Story gedient, nach der ein paar Saudis, ohne Informationen eines Geheimdienstes oder Staatsapparates alle 16 US-Geheimdienste überlistet hat; dazu das National Security Council, das Pentagon, die Flughafensicherheit, die Flugsicherung, die US-Air-Force und Dick Cheney höchstpersönlich, zusammen mit Israels Mossad und sämtlichen Nachrichtendiensten des gesamten US-Imperiums. Und dann haben sie einer angeblichen “Supermacht“ den demütigendsten Schlag der gesamten Weltgeschichte zugefügt.

Jeder, der dumm genug ist die offizielle 9/11-Geschichte zu glauben, ist nicht ausreichend intelligent sich als Linker oder gar bewusstes Wesen zu qualifizieren. Was die auf ihre Zerstörung zurasende westliche Welt dringend benötigt, ist ein wirklicher linker Flügel, ein linker Flügel, der immun gegen die emotionalen Unfähigkeiten ist, welche ihn heute gegenüber der Realität blenden.

http://www.paulcraigroberts.org/2017/01/12/ten-aircraft-carriers-aligned-in-a-row-paul-craig-roberts/