Gesunder Realismus oder Bedeutungslosigkeit

Ist das wirklich eine Kampagne der konservativen Medien gegen Sahra Wagenknecht? Sicher, ein bisschen stimmt es. Aber eigentlich sind es ja weniger die Konservativen, die sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren.

Nachvollziehbar. Jedenfalls wenn man in der romantischen Ecke der Linken hockt. Denn Wagenknecht rüttelt nun einiges durcheinander. Sie zerstört ein Lebensgefühl. Und in der eigentlichen Substanz ihrer Thesen spiegelt sich wider, dass die Linke (als Partei und politische Richtungsangabe gleichermaßen) fatale Fehler durch Unterlassung gemacht hat. Sie hat zum Beispiel das gute und richtige Ideal einer multikulturellen Gesellschaft insofern falsch verstanden, dass sie jede Kritik an kulturellen Diskrepanzen gleich als Angriff aus der rechten Ecke verstehen wollte. Viele kamen zweifelsohne auch von dort. Aber eben nicht alles. Manches waren einfach nur nüchterne Erkenntnisse aus der Alltagspraxis der Leute. In solchen Momenten präsentierte man dann Lösungen wie diese: Leute, geht aufeinander zu, seid nett zueinander, wir sind doch alles Menschen. Stimmt ja auch: Friedlich währt am längsten. In der Theorie. Aber solche Antworten auf die Fragen sind praxisfremd und haben viele Menschen vor den Kopf gestoßen, die unter Umständen guten, das heißt kulturübergreifenden Willens waren, aber mit dieser linken Selbstgefälligkeit nichts anzufangen vermochten und sich dann angeekelt abwandten.

Dass viele von denen dann im völlig falschen Lager landen, auch weil sie den Protest an die Wahlurne tragen wollen, war da fast folgerichtig. Man hat sich links einfach zu lange gescheut, maßgebliche Probleme zu thematisieren. Vor allem auch, um die eigenen Ideale nicht ins Wanken zu bringen. Ausgebreitete Arme, die man Geflüchteten entgegenstreckt, die sind nur als ein Symbol zu gebrauchen. Sie nutzen sich ab und als realpolitische Maßnahme taugen sie nichts. Im wirklichen Leben ist nicht alles Harmonie. Mit der Grenzöffnung kamen eben nicht nur nette Familien ins Land, sondern auch ziemlich unkontrollierbare Gestalten. Das hat Wagenknecht dem Merkel-Kurs in der Frage angekreidet und nun sind es ausgerechnet Linke, die indirekt jener Kanzlerin beispringen, die sie von jeher aus dem Amt haben wollten.

Man kann eben auch nicht dauernd Probleme im interkulturellen Miteinander kleinreden und so tun, als scheitere Integration vor allem immer an den Deutschen. Klar, das tut sie auch. In manchen Bereichen ist das Deutsche ja weiterhin eine exklusive Angelegenheit. Und das nicht zu selten. Allerdings ist Integration in beide Richtungen keine Einbahnstraße. Auch von Seiten der Eingewanderten gibt es häufig keine Bereitschaft dazu. Was in vielen Bereichen nicht weiter schlimm ist. In anderen allerdings zu Irritationen führt. Aber in der Linken durfte man das ja nie laut sagen, weil man sonst als jemand hingestellt wurde, der mit Sarrazin paktiert.

Wobei ich jetzt einen Fehler gemacht habe. Wir sprachen doch eben noch von Flüchtlingen und dann sagte ich was zu Eingewanderten. Diese Masche war der konservative Clou der letzten anderthalb Jahre: Man führte einfach diese beiden Gruppen zusammen und meinte damit »die Ausländer«. Deshalb sprach man von Obergrenzen für Einwanderer und tat so, als müssten die auch für Asylsuchende gelten. Die Linken haben dieses diktierte Thema stets kampfesmutig aufgegriffen und diese Zusammenführung nicht weiter kritisiert, sondern die Logik der Konservativen mehr oder weniger übernommen und auf dieser Grundlage eine Gegenposition bezogen. Es ist Sahra Wagenknechts Verdienst, dass sie beides intellektuell voneinander getrennt hat. Sie hat begründet, dass Zuwanderungsobergrenzen legitim und notwendig seien, damit aber nicht Asylsuchende gemeint. Die Folge: Ein Aufschrei unter den Linken.

Daraufhin hat man begonnen, sie sukzessive mit Frauke Petry zu vergleichen. Hat sie zum rechten Einfallstor in der Linkspartei erklärt. Sachlich waren die Vorwürfe allerdings nicht. Sie waren Ausdruck einer verletzten Befindlichkeit. Ein linkes Bauchgefühl, das nicht im Kopf ankam, aber aus dem Bauch heraus mit dem Finger auf sie zeigte. Doch was bitte ist daran befremdlich, wenn man festhält: Ja, geordnete Zuwanderung sollte mit Obergrenzen erfolgen. Das ist ja auch ein Gebot der Organisation und Umsetzung. Und ist es wirklich so rassistisch, wenn man dabei auch um rudimentäre Grundlagen der deutschen Sprache bittet und die Perspektiven der ohne Not ins Land kommenden Menschen prüft? Wohlgemerkt: Der ohne Not ins Land kommen wollenden Menschen. Für die, die in ihrer Not kommen, gelten da andere Maßstäbe und Regeln.

Klar ist es unschön, wenn man vom verwirktem Gastrecht spricht. Aber man kann doch nicht, weil man sich unwohl fühlt bei solchen Sätzen, den berechtigten Inhalt des Gesagten wegschieben und mit Kalkül darauf spekulieren, dass mit der Kritik an der Wortwahl gleich die Gesamtheit des Gesagten vom Tisch ist. Natürlich kann man doch Leuten, die vor ein, zwei Jahren nach Deutschland kamen und hier straffällig wurden – und damit sind wirkliche Verbrechen gemeint und keine Kavaliersdelikte – nicht weiterhin mit Verständnis begegnen. Sie wieder ausweisen zu wollen, hat doch mit den wirklichen Flüchtlingen nichts zu tun.

Fischt Sahra Wagenknecht in rechten Gewässern, um sich bei der Wählerschaft anzubiedern? Das kommt natürlich zunächst immer darauf an, wie man rechte Gewässer definiert. Und innerhalb der Linken hat sich da über mehrere Jahrzehnte eine vollkommen isolierte Haltung aufgebaut, die in jeder Kritik an den Problemen mit der Zuwanderung (nicht mit den Flüchtlingen, das kam erst viel später) gleich die geistige Vorbereitung eines Vierten Reiches witterte. Aus dieser Sicht fischt Wagenknecht tatsächlich im Rechten. Objektiv betrachtet bedient sie nur genau den gesunden Realismus, den die Linken in der Vergangenheit aus Befindlichkeitsgründen vermissen ließen. Realitätsfremde haben oft einen schweren Stand. So eben auch das Linke, das sich bequem in einer Weltanschauung zurückzog, in der man selbst der Gute ohne Makel sein durfte und jeder, der die Entwicklungen anders sah, konnte als Teil des Schlechten abgetan werden. Auf diese Weise hat man die Deutungshoheit rechten Analysten und Hetzern überlassen. Diese Isolation, die man sich in Sphären der absoluten Verstiegenheit eingerichtet hat, hat einen hohen Preis: Die AfD.

Von wegen Rechtsruck durch Wagenknecht. Es ist notwendig, dass man die Probleme anerkennt und dann mit linken Ansätzen zu einer Lösung führt. Die Linken, die jetzt die Linke vor Wagenknecht retten wollen, das sind die Leute, die die Linke trotz bester Grundvoraussetzungen (Hartz IV, Ungerechtigkeit, Austerität etc.) kleinhielten und weiterhin zu einer Nischenexistenz verdammen. Wer wählt schon eine Partei, deren Anhänger (nicht unbedingt deren Mitglieder) Tag für Tag dokumentieren, dass sie den Bezug zur Lebensrealität aufgegeben haben. Nicht Sahra Wagenknecht muss aufwachen – diese Linken müssen es schleunigst tun.

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GrooveX
GrooveX
16. Januar 2017 7:58

endlich sagt mal ein unlinker den linken, was sie tun müssen – wegen wagenknecht, afd und überhaupt.

Andrea
Andrea
Reply to  Roberto J. De Lapuente
16. Januar 2017 15:08

Wenn Roberto nicht links ist und GrooveX schon, dann würde das irgendwie kein gutes Licht auf die Linken werfen.

Gottseidank bestimmen Sektierer nicht, wer links ist und wer nicht.

@GrooveX: Jutta, bist du es?

GrooveX
GrooveX
Reply to  Roberto J. De Lapuente
16. Januar 2017 15:31

nee, roberto! aber mit so nem mist wie:

Objektiv betrachtet bedient sie nur genau den gesunden Realismus, den die Linken in der Vergangenheit aus Befindlichkeitsgründen vermissen ließen.

kriegste halt den applaus, den du verdienst von denen, von denen du ihn verdienst! nicht, dass ich ihn dir nicht gönnen täte.

🙂

GrooveX
GrooveX
Reply to  Roberto J. De Lapuente
16. Januar 2017 16:57

nimm’s sprachlich! dann brauchen wir uns über sowas nicht zu fetzen. das ist es nämlich nicht wert. du weisst schon, was ich meine, also lass es halt.

GrooveX
GrooveX
Reply to  Roberto J. De Lapuente
16. Januar 2017 17:20

fangen wir vorne an: In solchen Momenten präsentierte man dann Lösungen wie diese: Leute, geht aufeinander zu, seid nett zueinander, wir sind doch alles Menschen. Stimmt ja auch: Friedlich währt am längsten. In der Theorie. Aber solche Antworten auf die Fragen sind praxisfremd und haben viele Menschen vor den Kopf gestoßen, die unter Umständen guten, das heißt kulturübergreifenden Willens waren, aber mit dieser linken Selbstgefälligkeit nichts anzufangen vermochten und sich dann angeekelt abwandten. wer genau hat diese ‚lösungen präsentiert‘ und damit wen genau mit dieser linken selbstgefälligkeit so vor den kopf gestoßen, dass sie, im plural wie im singular, wie… Weiterlesen »

GrooveX
GrooveX
Reply to  Roberto J. De Lapuente
16. Januar 2017 18:16

und das nennst du jetzt gesunden objektiven realismus vs. anwidernder linksfühligkeit? echt jetzt?

sinti und roma waren gerade eben noch gar kein thema gewesen. wie hast du die denn jetzt aus dem ärmel gezogen? du hast dich schon weniger blamiert.

In solchem Stil antworten aber nicht wenige Linke. (Rechte, mein lieber Scholli, Rechte!)

aber ich lass es jetzt. das ist wirklich zu deprimierend, so was hier lesen zu müssen und dann auch noch dagegen zu argumentieren.

Mordred
Mordred
Reply to  Roberto J. De Lapuente
17. Januar 2017 13:07

Ich habe selbst oft genug den Fehler gemacht und jede Kritik an deren anderer Mentalität als rechte Ausführung abgetan. Doch nicht alles ist das.

vom fettgedruckten zu sprechen bzw. dies als implizite faktische ursache für betteln und co. heranzuziehen – DAS, lieber Roberto, ist rechts.
denn:
– mentalität ist nicht messbar/beweisbar
– allen menschen einer bestimmten gruppe etwas negatives nicht beweisbares zuzuordnen, um daraus ne retstriktivere handhabung zu entwickeln…

Illoinen
Illoinen
Reply to  Roberto J. De Lapuente
17. Januar 2017 18:26

@Roberto J. De Lapuente J. De Lapuente Erst einmal sollte man, Ursachen und Wirkung nicht verwechseln. Wenn, und das wurde und wird in Deutschland seit Jahrzehnte wenn nicht seit Jahrhunderten praktiziert, ausgrenzt, stigmatisiert und pauschal auch kriminalisiert, da braucht sich niemand in Deutschland darüber beschweren, wenn es Teile gibt die Probleme machen Aber die gibt es mit Deutschen auch. Nehmen wir zum Beispiel in Deutschland die sog. „Gastarbeiter“ in dem Wort steckt schon Ausgrenzung. Die Mehrheit der Deutschen, wollte keine und will keine Integration, statt das aber auch so klar zu sagen, wird es regelmäßig den „Ausländern“ in die Schuhe… Weiterlesen »

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  Roberto J. De Lapuente
17. Januar 2017 10:25

Es geht um die Frage, ist eine Demokratie möglich … in der es nicht Rechts oder Links, also Wagenknecht oder Petry, sondern um Gerechtigkeit für alle Bürger oder Bewohner eines Landes … und das sehe ich aus Erfahrung nicht. Tja, nur immer Texte abliefern die den eigenen Bauchnabel zum Inhalt haben, dann erkennt man keine Argumente von anderen Schreibern … war schon in ihrem ursprünglichen „ad sinistram“ so. Auch dort wurden sachliche Kommentare von mir, die einen gegenteiligen Ansatz hatten, nicht freigegeben. Ich gehe wie GrooveX davon aus, schon Spiegelfechter war am Ende … und das hier … eigentlich verschwendete… Weiterlesen »

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  Rainer N.
17. Januar 2017 10:28

Oh, der Text ist an einer falschen Stelle gesetzt … da hab ich nicht aufgepasst …

Sollte unter meinen Beitrag … Schade da glauben immer noch Menschen …

als Antwort auf ihren letzten Kommentar …

wschira
wschira
Reply to  Rainer N.
17. Januar 2017 22:10

…in der es nicht Rechts oder Links, also Wagenknecht oder Petry…

Wagenknecht rechts, Petry links? Ich hoffe, das war nur ein Versehen.

aquadraht
aquadraht
Reply to  GrooveX
17. Januar 2017 12:47

Also ich habe Roberto selten gelobt, aber so ein bashing ausgerechnet vom Meister blödelnd-unpolitischen Geraunes, wenn er was Vernünftiges schreibt, das hat was.

Was Krankes.

a^2

GrooveX
GrooveX
16. Januar 2017 8:00

wo ist mein kommentar gelandet?

ThomasX
ThomasX
Reply to  GrooveX
16. Januar 2017 17:24

Jedenfalls nicht bei meinem, der in eine ähnliche Richtung tendierte, wie deiner.
Vor der Kritik kommt immer (wieder mal) die Zensur. 😉

Surrogat
Surrogat
16. Januar 2017 9:46

Zitat Gremliza: „Das Problem an der Linken ist, dass sie immer erst deutsch ist und dann links“.

Balmung
Balmung
Reply to  Surrogat
16. Januar 2017 11:18

Das Problem an den Antideutschen ist, dass sie zwar deutsch sind, aber nicht links.

Andrea
Andrea
Reply to  Balmung
16. Januar 2017 15:11

Wieso? Prokapitalistisch und Pro-NATO ist doch unglaublich links. Nicht. Ich verstehe ehrlich nicht, warum die Linke sich dieser kapitalistisch-marktradikalen U-Boote nicht endlich entledigt. Die FDP duldet ja auch keine Marxisten in ihren Reihen.

LQM
LQM
16. Januar 2017 10:05

Lieber Roberto, wieder einmal eine Punktlandung! Auch äußerst widerlich: Wie die linken (oder die die sich dafür halten) anderen ständig vorzuschreiben versuchen, wie sie zu denken und zu handeln hätten. Vor allem diese Denkverbote machen mich stutzig, spiegeln sie wieder, was mit unserer tollen Meinungfreiheit geschehen ist. Sie ist verpufft. Kein Schwein weiß mehr, dass es bei Meinungsfreiheit darum geht, zu akzeptieren, dass jemand eine ganz andere Meinung haben kann, als man selbst. Diese Erklärung trifft meist auf Unverständnis, schnell ist meist der Einwand da „… ja aber wenn jemand zu Gewalt aufruft…“ – ja dann ist das nicht schön,… Weiterlesen »

Panzergrenadier
Panzergrenadier
16. Januar 2017 10:41

Super Artikel, danke dafür. Schlimm finde ich das neben dem extremen Gegenwind, einiger sogenannten Linken, Sarah Wagenknecht von den ÖR extremer Gegenwind und Stimmung gegen Sie gemacht wird. Exemplarisch war gestern Berlin direkt im ZDF. Im Vorbericht zum Interview wurde von den Reden Wagenknechts immer nur ein Teil rausgenommen, der das Bild des fischen am rechten Randes bediente. Sobald man selber den Nachsatz bzw. die weiteren Erläuterungen von Wagenknecht gelesen hat oder kennt, hat sich allerdings ein ganz anderes Bild ergeben. Noch schlimmer war dann bei Berlin direkt, dass Wagenknecht auf die Fragen klar geantwortet hat, aber das dem Moderator… Weiterlesen »

Diskussionsteilnehmer77
Diskussionsteilnehmer77
Reply to  Panzergrenadier
18. Januar 2017 7:59

Die Journalie dient in Deutschland treu den Regierenden und den Besitzenden. Das dient auch der Selbstversorgung. Verlagsinhaber brauchen die Option auf Staatshilfe im Ärmel gegen Wettbewerb und neue Medienformen. Außerdem dürfen Werbekunden, die gern mal doppelseitig Inserieren keinesfalls verärgert werden. Unten hingegen träumt jeder Redakteue von einem Posten im öffentlichen Rundfunk oder als Sprecher irgendwo. Viele wären schon froh Contentredakteur zu werden im Marketing.

Hintergrundberichte und Kommentare finde ich eh woanders bessere schon länger. Es fehlt noch ein Newstickerblog für das Panorama und bloße „das ist passiert“ News.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Diskussionsteilnehmer77
18. Januar 2017 10:14

@Diskussionsteilnehmer77

Möglicherweise hilft dir das hier weiter: http://www.net-news-express.de/

Diskussionsteilnehmer77
Diskussionsteilnehmer77
Reply to  Robbespiere
19. Januar 2017 15:42

Danke, aber eher nicht.

trackback
16. Januar 2017 11:05

[…] sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren. Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Expertisenterror Über ein Jahrzehnt erzählte man uns, wie Terroristen agieren […]

Rainer N.
Rainer N.
16. Januar 2017 11:55

Schade, da glauben immer noch Menschen, es könne eine Demokratie geben. Wieder einmal ein Text aus einem SF-Roman, der auch bei Telepolis mal auftaucht, leider fehlt dort der letzte Satz. Demokratie kann nicht funktionieren. Es ist eine Theorie, die auf der Annahme basiert, alle Bürger eines Staates seien politisch mündige Bürger. Ein solcher Idealzustand ist natürlich noch nie erreicht worden. Noch in jeder sogenannten Demokratie haben sich sehr bald militärische oder wirtschaftliche Machtcliquen herausgebildet, denen es auf die Stabilisierung ihrer Herrschaft ankam. Die aber wäre äußerst gefährdet, wenn sie dumm genug wären, die breite Mehrheit des Volkes zu politisch selbständigen… Weiterlesen »

niki
niki
Reply to  Rainer N.
16. Januar 2017 12:33

Da argumentierst du wie der Jakob Augstein. Ich stimme dem nur bedingt zu, weil man Grenzen einziehen kann, welche nicht überschritten werden dürfen. Beispielsweise essentielle Dinge wie Menschenrechte, Verbot der Todesstrafe, etc unabänderbar zu machen. Innerhalb dieser Grenzen kann direkte Demokratie funktionieren.
Eine Parlamentatische Demokratie ist nur eine sehr begrenzte Demokratie, wenn man von einer letzteren überhaupt noch sprechen kann. Durch den allgegenwertigen Lobbyismus ist die Macht der Bevölkerung ist vielleicht noch marginal…

Ruedi
Ruedi
Reply to  Rainer N.
16. Januar 2017 12:55

Du hast schon irgendwie recht. Das meinte auch Hitler in seiner Rede zur Demokratie.
https://www.youtube.com/watch?v=mCrwob1cCGY
Doch seine Vorstellung war im Grunde nichts anderes. Siehe Gleichschaltung der Presse usw.

Wenn Demokratie nicht funktioniert, was wäre deine Alternative?

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  Ruedi
16. Januar 2017 19:20

Nun, Anarchie … äh, keine Macht für Herrscher … oder nach Tacitus … wie die „Germanen“ mit Thing … oder in Amerika die „Natives“ …

etwas kann nur dann für alle gelten, wenn alle mit dem Ergebnis einverstanden sind. Sonst wird immer ein Teil benachteiligt. Und so lange Mehrheitsentscheidungen als Mittel der Machtausübung benutzt werden, kann es keine gerechte Gesellschaftsform sein. Also ist auch Demokratie keine geeignete Herrschaftsform.

Das hat schon Henry David Thoreau erkannt … ich könnte auch Strindberg als Quelle nehmen … sein „Lesebuch für die niederen Stände“.

Rainer N.
Rainer N.
Reply to  Roberto J. De Lapuente
16. Januar 2017 19:09

Ach, Platon ist ihnen auch nicht bekannt? Nun denn … zum Nachdenken … aus Der Staat … SOKRATES: Wir müssen nun noch die beste Regierungsform untersuchen, Sehen wir also, lieber Freund, wie sich eine tyrannische Regierung bildet. Hier gilt an erster Stelle, es ist augenscheinlich, daß sie ihre Entstehung der Demokratie verdankt. ADIMANTES: Wieso? SOKRATES: Was man in der Oligarchie als das höchste Gut ansah, was sogar die Ursache für das Entstehen dieser Regierungsform war, das ist ein Übermaß an Reichtum, nicht war? ADIMANTES: Ja. SOKRATES: Und wodurch sie zugrunde gerichtet wurde, das war das unersättliche Verlangen nach Reichtum und… Weiterlesen »

aquadraht
aquadraht
Reply to  Rainer N.
17. Januar 2017 13:17

Die Politeia ist wohl der am wenigsten verstandene Text von Platon, abgesehen davon, dass eine „Demokratie“ an der Spitze einer Sklavenhaltergesellschaft nicht wirklich mit modernen Massendemokratien vergleichbar ist. Das Problem ist aber durchaus gegeben und wurde auch von Lenin thematisiert, dass nämlich ohne umfassende Bildung und Information Demokratie eine Chimäre ist. Da von irgendwelchen Idealen zu schwärmen, bringt aber keinen Schritt weiter. Thoreau, Urchristentum, Kibbuz, warum nicht gleich Kommune I, das ist Romantik, nicht Gesellschafts- oder Politikentwurf. Kommunismus funktioniert in jeder halbwegs intakten Familie (Demokratie eher nicht), so what. Demokratie ist keine Gesellschaftsform, sondern eine Technik der Macht- oder Herrschaftsausübung.… Weiterlesen »

Diskussionsteilnehmer77
Diskussionsteilnehmer77
Reply to  Rainer N.
18. Januar 2017 8:15

Demokratie funktioniert sofort, wenn die Schmerzen so groß werden, dass die Leute neue Parteien gründen oder wenigstens in die bestehenden eintreten. Dort beginnt die Demokratie. An der Urne ist es zu spät. Kandidaten mitbestimmen, das Programm etc.. AFD mein ich übrigens nicht. Da bestimmt der Vorstand vor einer Wahl nochmal schnell andere Kandidaten. War eine super Aktion, weil kenne zwei Leute die sich daraufhin sofort von der AFD abgewandt haben und bei denen die Zuwendung mir schon Schmerzen bereitet hatte. Hoffen wieder auf die FDP. Sagt einiges über die FDP. Ne also zeigt halt, dass viele Veränderungswünsche haben aber ihren… Weiterlesen »

niki
niki
16. Januar 2017 12:23

Grundsätzlich stimme ich ja zu. Jedoch möchte ich als eine Möglichkeit auch aufführen, dass die Mainstreammedien die ja ein Interesse daran haben die LINKE zu diskreditieren natürlich alles durchprobieren um die „Gefahr“ Sahra Wagenknecht um jeden Preis klein zu halten. Rein psychologisch gesehen wird natürlich weitergemacht werden, weil etwas hängen bleibt, da gerade linke Humanisten zu neigen jegliche rechte Denkweise (zurecht) zu verteufeln. Es werden Aussagen von Frau Wagenknecht natürlich aus dem Zusammenhang gerissen und dummerweise schenken manche immer noch den MSM noch teilweise glauben. Dann werden die Parteikollegen von diesen immer zuhören bekommen, wie böse die Wagenknecht doch wäre,… Weiterlesen »

Upp
Upp
Reply to  niki
16. Januar 2017 12:58

Ich glaube das viele sich in interne Parteitaktik verstricken, sich damit unnötig Dialogfähigkeit einschränken und das gemeinsame Ziel aus den Augen verlieren. Dabei gibt es bei DL doch Ansätze die sie einzigartig macht. Verpflichtet das denn nicht dazu, genau hinzusehen, das Telefon in die Hand zu nehmen und miteinander zu reden? So wie es jetzt aussieht klappt das wohl nicht. Das könnten die doch besser beim gemeinsamen Kaffee klären. Echt solln die mal machen jetzt. Voneinander lernen. Nicht so eitel.

R_Winter
R_Winter
16. Januar 2017 12:35

Der Artikel ist von der Sache zutreffend und Riexinger/Kniping vertretten nicht wirklich linke Werte (linke Werte, da nicht alle Linken in der Partei „Die Linke“ Mitglieder sind).

Nicht Sahra Wagenknecht muss aufwachen – diese Linken müssen es schleunigst tun.

Wer sind „diese Linken“? Riexinger, Kniping und Co? Hier bleibt der Artikel (bewusst?) unscharf. Warum werden nicht Ross und Reiter genannt?

Mit Wagenknecht kann die linke Idee die sPD leicht überflügeln, aber mit Steigbügelhalter für neoliberale Kräfte im Vorstand der „Die Linke“, ist es leider unmöglich.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  R_Winter
16. Januar 2017 20:41

Da der Blog hier ja der Aufklärung dienen soll, dürfte man dann auch erfahren, was an Kipping und Riexinger so „unlinks“ ist?

Und bitte keine weiteren Behauptungen, das sollte man dann doch lieber unserer Systempresse überlassen, Menschen ohne Beweise als Arschlöcher hinzustellen.

Ruedi
Ruedi
16. Januar 2017 12:50

Ich würde auch nicht ausschließen daß gewisse Kräfte innerhalb der Linken von anderen Parteien/Neoliberalisten gesteuert sind und die Linke von innen heraus (zer)stören wollen.
Wagenknecht wäre die ideale Besetzung als Bundeskanzlerin. Möglichst allerdings mit einer absoluten Mehrheit ihrer Partei denn die vor Kurzem veröffentlichten Ziele der Linken sind mit den anderen Parteien nicht zu verwirklichen.

trackback
16. Januar 2017 14:10

[…] der Linken ist. ihre äusserungen in der flüchtlings- und sicherheitspolitik (hierzu: kritisch) haben in der tat eine inhaltliche nähe zu rechtspopulistischen positionen. und dies kann nicht […]

anton
anton

Respekt. Das Problem ist aber, die Linke will Europa zur völligen Aufnahme aller Fremdne zwingen, sonst wartet Hitler vor der Tür, Grüne sind nicht besser, Kampfbegriffe und Realitätsverlust steuern diese Richtung. Ich erinnere an Seiten wie HDS, wo Herr Platta die eigene Moral absolut setzt! Es bleibt aber: Wagenknecht und Oskar alleine sind mir zu wenig! Als Portestler ist man nicht mehr auf eine leider gescheiterte Linke angewiesen!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  anton
16. Januar 2017 17:09

@anton

Als Portestler ist man nicht mehr auf eine leider gescheiterte Linke angewiesen!

Sofern man unbedingt ein Eigentor schießen will, trifft die Aussage zu.

anton
anton
Reply to  Robbespiere
17. Januar 2017 11:43

Rob: Jeder entscheidet selber! Kipping ist ein KInd, welches wohl kaum weiterhelfen wird!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  anton
18. Januar 2017 17:13

@anton Jeder entscheidet selber! Kipping ist ein KInd, welches wohl kaum weiterhelfen wird! Über Kippins politische Fähigkeiten kann ich mir kein Urteil erlauben, aber sie ist nicht „die Partei“ als solche. Die Linke ist jedenfalls die einzige, im Parlament vertretene Partei, welche die zentralen Fehlleistungen der Regierung klar ausspricht. Die Grünen sitzen zwar auch auf der Oppositionsbank, machen aber im Regelfall mit Merkel und Co. gemeinsame Sache. Das wird auch die AFD nicht anders machen, denn wirtschafts- und sozialpolitisch reitet sie auf der gleichen asozialen, neoliberalen Welle wie der restliche kapitalaffine Einheitsbrei in unserer Volksvertretung. Flüchtlinge/Migranten oder die EU sind… Weiterlesen »

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  anton
16. Januar 2017 20:42

Gescheitert? Aha. Wie der Sozialismus wohl. Wurde zwar nie auch nur versucht, aber das ist ja auch irgendwie scheitern.

Man lässt die Leute wählen. Die Leuten wählen Wirtschaftsfaschismus. Und die Linke ist dann dran schuld. So kann man es sich auch einfach machen. Selbst der Täter sein, aber sich als Opfer generieren.

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Roberto J. De Lapuente
16. Januar 2017 20:49

Schwachsinn. Da kann man auch sagen Vegetarier sind Nazis weils der Führer auch war. Wagenknecht argumentiert gänzlich anders als die Rechten, sowohl jene der AfD und NPD als auch jene der CDU/CSU/FDP/SPD/Grünen, denen es ja mehr um billige, verzweifelte Sklaven geht, die sie gegen die alten Sklaven ausspielen wollen, nebenbei ein uralter, billiger Trick. Wagenknecht schürt keine Ängst vor Ausländern. Die reine Anerkennung, dass es absurd ist zu glauben, es wäre eine Lösung, wenn alle Flüchtenden der Welt nach Deutschland kommen ist blanke Logik und dazu noch Aufklärung, denn schließlich versucht es den Blick auf die Ursachen zu lenken, deren… Weiterlesen »

Andrea
Andrea
16. Januar 2017 14:52

Mir fehlt die Empathie der Linken gegenüber denen, die de facto für die Einwanderung in die Sozialsysteme bezahlen werden (Sahra Wagenknecht ausdrücklich ausgenommen). Es müsste viel mehr darüber gesprochen werden, dass – wie Wagenknecht richtig sagt – der Tisch für die Flüchtlinge nicht vom Niedriglöhner gedeckt werden dürfe, sondern von denen, die sich das leisten können, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Wir müssen über die Bekämpfung von Fluchtursachen reden. Stattdessen wird man als Nazi beschimpft, wenn man kein Merkel-Fan ist. Merkel, die die Rüstungsexporte Deutschland in ungeahnte Höhen getrieben hat und von der man wirklich nicht behaupten kann, sie… Weiterlesen »

Andrea
Andrea
Reply to  Andrea
16. Januar 2017 15:04

Ach und noch etwas. Wenn ich so was schreibe, dann antworten mir Pseudolinke meistens, dass es bei uns ja selbst den Armen besser ginge, als irgendwem sonst auf der Welt. WTF? Seit wann orientieren sich Linke eigentlich nach unten, statt nach oben? Man darf also erst dann unzufrieden sein, wenn man verhungert oder wie? Dann ist ja tutti paletti, oder was? Ja, gehts eigentlich noch? Solche Linken lässt sich das Großkapital gefallen. Die treten nicht mehr nach oben, die treten seitwärts und nach unten. Hartzer! Stell dich nicht so an, in Somalia verhungern die Leute. Komisch, die werden dann irgendwie… Weiterlesen »

GrooveX
GrooveX
Reply to  Andrea
16. Januar 2017 15:24

erzähl mal, welche pseudolinken haben dir wo so geantwortet? oder ist das jetzt einfach so dahingeblubbert, um anderen vemeintlich eins auszuwischen?

@GrooveX: Jutta, bist du es?

und du? bist du anton?

das ist jedenfalls wesentlich wahrscheinlicher! euer rechtsdralles gegeifer ist so was von langweilig! lasst euch mal was neues einfallen!

anton
anton
Reply to  GrooveX
16. Januar 2017 15:27

was neues wie völlig offene Grenzen, 100% Steuer bei Reichen, Kampf gegen die Rechten als Beruf usw!?

GrooveX
GrooveX
Reply to  anton
16. Januar 2017 15:34

oh, kuhl! ja, das wär’s. und als erster wirst du gekickt.

im übrigen, hah, ich ahnte es.

Andrea
Andrea
Reply to  GrooveX
16. Januar 2017 15:55

Gib es zu GrooveX: du bist Anton, denn ich bin das nicht (ich dachte erst, du meinst den Hofreiter – eine schwere Beleidigung).

Ach, und du kickst hier übrigens keinen….

GrooveX
GrooveX
Reply to  Andrea
16. Januar 2017 16:01

Ach, und du kickst hier übrigens keinen….

oh, wow! aber sonst geht’s gut, ja? weiter machen!

ich hatte nicht vor, den hofreiter zu beleidigen. weshalb auch?

Andrea
Andrea
Reply to  GrooveX
16. Januar 2017 15:58

Sehr witzig übrigens, auf meine ellenlangen Kommentare zu antworten, das sei rechtsdralles Gegeifer und ich (!) solle mir mal was Neues einfallen lassen.

Das entbehrt angesichts des Ursprungspost von Roberto de Lapuente nicht einer gewissen Komik. Aber Roberto ist ja auch ein böser Rechter, gell meine liebe Jutta?

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Roberto J. De Lapuente
16. Januar 2017 17:22

J. De Lapuente

Nur schwanger bin ich nicht.

Von wegen Gleichstellung. uns Männern werden die elementarsten Selbverständlichkeiten verweigert, aber wir arbeiten dran.

Auch du, Roberto, hast das Recht….uff ään klääne Riedochs.:-))))

Stefan Becker
Stefan Becker
Reply to  Andrea
16. Januar 2017 17:45

Also Andrea, du schreibts ja Pseudolinke, die mag es sicherlich geben und man erkennt sie sehr schnell.
Ich aber kenne keinen in den Kreisen der Linken, die nach unten treten. Man kann grundsätzlich nicht alle Linken über einen Kamm scheren, genauso wie man grundsätzlich nicht alle Menschen über einen Kamm schert. Und weil Linke auch „nur“ Menschen sind, ist es eben nur menschlich , dass es auch Pseudolinke gibt.

Andrea
Andrea
Reply to  Stefan Becker
16. Januar 2017 18:24

Ich meine die Pseudolinken, die SPD und Grüne wählen (manchmal auch die Linke) und glauben, das seien linke Parteien, weil die sich um Unisex-Klos sorgen. Ich meine die, die behaupten, es sei die freie Entscheidung von Obdachlosen auf der Straße zu leben und alle Hartzer wären faul. Deutschland sei ein reiches Land und so. Ich meine die, bei denen ganz viel Sozialdarwinismus mitschwingt, weil die Flüchtlinge ja so schön jung und stark wären und ihr Leben selbst in die Hand nähmen. Ich kenne Sozialarbeiter, die so etwas sagen. Es ist zum KOTZEN. Kann man aber alles tausendfach in den sozial… Weiterlesen »

Stefan156
Stefan156
Reply to  Andrea
16. Januar 2017 18:39

Liebe Andrea, nach diesem, deinem Statement wird klar, es gibt sie nicht, DIE Linken. Und damit hast du recht. Wie könnte es auch anders sein, bei solch idealen Idealen, die du ansprichst.

Farbenseher
Farbenseher
Reply to  Andrea
18. Januar 2017 15:14

Der Sorte begegne ich bei bei der FR online, bei der ich zu meinem Leidwesen eigentlich täglich gegen den Schwachsinn anschreibe, auch zuhauf. Leute, die sich zwar mit einer ungebremsten Obsession auf jeden AFD, Höcke oder Trump „Artikel“ stürzen, um mal klarzustellen, wie sehr sie sich alles „rassitisch-sexistisch-anti-demokratische“ aus der Welt wünschen, aber keine wirkliche Meinung bspw. zur Unrechtspolitik der EU gegenüber Griechenland oder der Gängelung von Arbeitslosen durch die Deutschen Jobcenter haben. Typisch für diese Leute ist auch, dass sie der festen Überzeugung sind, dass sie aus den Mainstream-Medien bestens informiert werden. Ich frage dann immer: Ja aber was… Weiterlesen »

Mordred
Mordred
Reply to  Andrea
18. Januar 2017 15:36

das sind linke im sinne der heutigen democrats der u.s.a. hierzulande werden die wohl noch durch die grünen am besten repräsentiert. oder auch durch die fdp, wenn man deren wirtschafts- und sozialprogramm komplett ausklammert. diese leute interessieren sich vor allem für durch die msm vorgegebenen progressiven themen. „links“ wird da nur inhaltsfrei zugedichtet, weil das irgendwie cooler ist als rechts oder konservativ. die msm und die eliten in politik und wirtschaft nehmen das gerne so an und verstärken es sogar, weil das keinen nennenswerten einfluss auf die profite hat. hauptsache, sie können sich als neutral und weltoffen geben, denn sie… Weiterlesen »

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Andrea
16. Januar 2017 20:54

„Ach und noch etwas. Wenn ich so was schreibe, dann antworten mir Pseudolinke meistens, dass es bei uns ja selbst den Armen besser ginge, als irgendwem sonst auf der Welt.“ Das ist klassische neoliberale Propaganda. Die Antwort darauf ist simpel: Wenn wir die Armut in anderen Ländern als Maßstab setzen, dann ist der Reichtum bei uns noch obszöner und wir können problemlos mal einen Spitzensteuersatz von 90% einführen. Schließlich ging es damit den Reichsten im Land immer noch wesentlich, wesentlich besser als den Armen bei uns, die ja auch schon bereits als vergleichsweise reich gelten. Linke würden sowas nie sagen.… Weiterlesen »

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Andrea
16. Januar 2017 20:51

Frag dich lieber mal wer für den obszönen Reichtum hierzulande und im gesamten freien Westen gezahlt hat.

Du prügelst hier auf Leute ein, die um Krumen kämpfen, während Dir daneben die selbsternannten Götter von einem Berg aus Gold zujubeln.

Und selbst wenn Dir andere egal wären: Damit schadest Du auch Dir selbst.

Andrea
Andrea
Reply to  seyinphyin
16. Januar 2017 22:16

Sprichst Du mit mir? Genau das kritisiere ich doch. Den selbernannten Götter auf einem Berg aus Gold würde ich gerne mal wieder zeigen, was eine Harke ist. „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“ und so. Stattdessen hetzt man die Leute aufeinander. Wegen mir können wir gerne eine Erbschaftsteuer von 100% verabschieden. Die Neolibs behaupten doch immer, es ginge um Leistungsgerechtigkeit. Wenn die so toll sind und aus Nichts ein Vermögen machen können, dann bitte sehr. Sich als Erbe ins gemachte Nest setzen, einen auf Erbmonarchie machen und den Leuten, die mit NICHTS auf die Welt kommen,… Weiterlesen »

Andrea
Andrea
Reply to  Andrea
16. Januar 2017 22:17

PS: Aus den genannten Gründen ist es auch so idiotisch, AfD zu wählen aus Sicht ganz vieler Menschen. Die AfD ist marktradikaler als die FDP.
Vielleicht bin ich missverstanden worden. Ich rechtfertige nicht, dass die Leute rechts wählen, ich erkläre es nur. Das ist ein riesiger Unterschied.

Jamie Garner
Reply to  seyinphyin
17. Januar 2017 3:54

Ja WER? Bill Gates Milliarden kommen alle aus den Taschen hungernder Drittweltler? Schwachsinn. (Und was heißt hier „freier westen“ Die meisten Milliardäre kommen längst aus China, Russland usw.)
„Die Armen sind arm, weil die Reichen reich sind“. Mit diesem Stuss hausiert die Linken seit immer. Da war selbst Marx schon weiter (siehe seine Polemik gegen Praudhon) Die intelligenz und brilliante Rhetorik Wagenknechts ist eine vergeudete Gabe, weil auch sie nicht auf den grund zu blicken vermag (oder will).

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Jamie Garner
17. Januar 2017 9:45

@Jamie Garner Ja WER? Bill Gates Milliarden kommen alle aus den Taschen hungernder Drittweltler? Schwachsinn. Werden Gates Produkte nicht in erster Linie in Unternehmen genutzt und ist es nicht deren betriebswirtschaftliches Ziel, Gewinne und Wachstum zu generieren? Und sind diese nicht da am leichtesten zu erreichen, wo die Abhängigkeit die Schwächsten am leichtesten gefügig macht, in dem man sie billigst ihres Bodens und ihrer Rohstoffe beraubt und mit einseitigen Freihandelsverträgen geknebelt? Und immer dann, wenn sie sich wehren, werden sie mit Krieg, Drohnenangriffen oder Embargos zurechtgestutzt und für all Dies werden Gates tolle Produkte sehr effektiv eingesetzt, wie es der… Weiterlesen »

Lappenente
Lappenente
16. Januar 2017 15:40

Die Linke ist nicht tot, die pieft nur ne Runde !

https://www.youtube.com/watch?v=UE0Jk0KqKRc

Stefan156
Stefan156
Reply to  Lappenente
16. Januar 2017 18:12

und das schöne an den Montys ist, dass sie ziemlich linke Linke sind.

GrooveX
GrooveX
16. Januar 2017 16:08

hier sammelt sich mehr & mehr das gestör. der trend geht wohl dahin, dass auch dieses blog verloren geht. aber wenn ihr die destruktiven strategien, die seit geraumer zeit – erst beim spiegelfechter und jetzt hier – nicht erkennt, -kennen könnt, -kennen wollt und daraus konsequenzen zieht, dann kassandriere ich mal ganz leger nen baldigen shutdown.

tja…

GrooveX
GrooveX
Reply to  GrooveX
16. Januar 2017 16:49

setze ein: gefahren werden

AhlAf na denn…

Wolf
Wolf
Reply to  GrooveX
16. Januar 2017 17:59

Dieses Blog spricht den Sozialdemokraten der 1970er Jahre an. So wie das AdSinistram und Spiegelfechter auch gemacht haben. Daran ist ja zunächst nichts verwerflich auch wenn die Konzepte des letzten Jahrhunderts keine Antworten auf aktuelle Probleme sein können.

Wirklich schlecht gewählt ist meiner Meinung aber der Titel: „Neulandrebellen“. Von Rebellion kann hier nun sicher keine rede sein. (Sorry Roberto, nimm’s nicht zu persönlich, ich lese ja gerne hier mit)

Stefan156
Stefan156
Reply to  GrooveX
16. Januar 2017 18:08

destruktiv ist hier und in den von dir beschriebenen Blogs meistens nur einer. Ein energiefressender Dauernörgler, ewig unzufriedener, nervtötender Selbstdarsteller, pseudonamentlicher GrooveX

hart backbord
hart backbord
16. Januar 2017 18:35

GrooveX scheint eher zu den antideutschen Bürgerkindern zu gehören. Das interessante ist: Wenn es um die eigenen Kinder geht, werden die nicht auf öffentliche Schulen (hoher Migrantenanteil), sondern auf Privatschulen geschickt. Da bleibt man lieber unter sich.
Salonlinke und ihre parallelgesellschaftliche Echokammer.

GrooveX
GrooveX
Reply to  hart backbord
16. Januar 2017 18:55

was? meine kinder? wo?

gute güte, was ne projektionsfläche!

Stefan156
Stefan156
Reply to  hart backbord
16. Januar 2017 19:10

wie geil ist das denn 🙁

Wolf-Dieter Busch
Wolf-Dieter Busch
16. Januar 2017 19:11

Zunächst besteht die „Linke“ – ungeachtet ihres Namens – aus jenen Sozialdemokraten, die den Rechtsrutsch unter Schröder verweigert haben.

Aber es sind und bleiben Sozialdemokraten, da hilft keine Pille, selbst Aspirin versagt: sie träumen von einem „Kapitalismus mit menschlichem Antlitz“. Diesem zugrunde liegende Prinzipien, allen voran der Wertschöpfungsprozess, ignorieren sie. Notfalls auch mit Gewalt.

GrooveX
GrooveX
Reply to  Wolf-Dieter Busch
16. Januar 2017 19:21

das ist aber jetzt ein ganz anderes thema. hier geht’s doch um wetterfühligkeit im interkulturellen dialog – oder so. ich finde nicht, dass man ihn so einfach aus der nummer rauslassen sollte.

Stefan156
Stefan156
Reply to  Wolf-Dieter Busch
16. Januar 2017 19:46

Da hilft wohl nur eine komplett marxistisch orientierte Partei, die von dir zu gründen wäre. Marxisten haben ja grundsätzlich in allem recht, ignorieren aber jene, die derzeit leider nicht in ihr wünschenswertes weltbild passen. Und das ist eine riesengroße mehrheit, die nach ansicht mir bekannter, ja sogar befreundeter marxisten mal eben so bekehrt werden müssten.
Na ja, eine riesengroße revolution ginge ja auch noch.
Da kann ich nur lachen.

Andrea
Andrea
Reply to  Stefan156
16. Januar 2017 22:19

Danke, jetzt habe ich den Kaffee auf der Tastatur….

Stefan156
Stefan156
Reply to  Andrea
16. Januar 2017 23:30

und wer ist schuld ? 😉

seyinphyin
seyinphyin
16. Januar 2017 20:37

„Ist das wirklich eine Kampagne der konservativen Medien gegen Sahra Wagenknecht? Sicher, ein bisschen stimmt es. Aber eigentlich sind es ja weniger die Konservativen, die sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren.“ Was halt blöderweise Teil der Propaganda ist… Vergesst es einfach, lehnt euch zurück und lasst das übliche Verderben über Euch kommen. Mit Leuten wie Euch, die dem Feind noch die Stange halten wird sich niemals etwas friedlich ändern. Der Schwachsinn häuft sich in letzter Zeit so dermaßen, ich weiß nicht ob das jetzt beginnender Zynsimus sein soll oder ein… Weiterlesen »

Lappenente
Lappenente
Reply to  seyinphyin
16. Januar 2017 21:35

„Ist das wirklich eine Kampagne der konservativen Medien gegen Sahra Wagenknecht? Sicher, ein bisschen stimmt es. Aber eigentlich sind es ja weniger die Konservativen, die sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren.“ Was halt blöderweise Teil der Propaganda ist…

Das ist in etwa so Teil einer Propaganda wie der U-Bahn-Treter im Überwachungsfilm, das Fräulein im schwarzen Kapuzenmantel die Stiege runtergetreten hat.
Für Wagenknecht fehlt bloß noch ne Torte in der Aufschlagzone. Ihre parteiinterne „Rückendeckung“ ist der im Filmchen vergleichbar.

Schmeiß hin, Sahra ! Lass die Idioten alle den Bach runtergehen.

Upp
Upp
Reply to  Lappenente
16. Januar 2017 22:58

@Entenhausen So wie das System inklusive benachteiligter Menschen den Bach runtergehen soll und wir kùnftig, in einem Jahr 2000+x im Wald rumschleichen, weil wir ja endlich zum Ursprung der Männlichkeit zurückfinden, wo ein Mann noch ein Mann war? Wie dieser Spinner Vikernes… Choriphäe der Widersprüchlichkeit, aber ein „echter Mann“. Klar dann braucht es keine Entwicklung, keinen Dialog, keine dezidiert Linken Ideen. Nicht in dem Entwurf. Mich wundert nur warum Rechtsen sich nicht längst auflöst.Oder sind Tribes etwa mit einem Nationalstaat vereinbar? Heidentum mit Christentum? pegida genau…. Ich lach mich so weg über diesen Unsinn. Klar ballt sich des rechten Faust… Weiterlesen »

Lappenente
Lappenente
Reply to  Upp
17. Januar 2017 15:42

Vielleicht solltest du mir erst wieder antworten, wenn die Wirkung der haluzinogenen Pilze nachgelassen hat. Ich kann dir in deine Welt sonst nicht folgen. Ist ja was eigenes, was ganz individuelles wie du mental auf der Metaebene Schlittschuh läufst.

Upp
Upp
Reply to  Lappenente
17. Januar 2017 17:04

Das hatte ich auch nicht angenommen.

Lappenente
Lappenente
Reply to  Upp
17. Januar 2017 18:33

Dann geh künftig bitte zu anderen Unsern um ihnen von deiner kleinen Welt zu erzählen.

Lappenente
Lappenente
Reply to  Lappenente
17. Januar 2017 18:38

Ich möchte Menschen wie dir einfach aus dem Weg gehen dürfen.
In der Kohlenstoffwelt würde ich auch die Straßenseite wechseln wenn du entgegenkämst: „Uhh, der Schlauschwätzer kommt…Gleich haste wieder ne Frikadelle am Knie..“

aquadraht
aquadraht
Reply to  Lappenente
17. Januar 2017 18:49

@ schaumriff entenscheiss: Ich argwöhne einmal, Du würdest auch nicht wirklich vermisst, wenn Du Deine Ergüsse sonstwo, vorzugsweise /dev/null, absondern würdest. Je nachdem, wen Du angepöbelt hast, war das bestenfalls the pot calling the kettle black, oder nicht einmal das.

The Joker
The Joker
16. Januar 2017 21:29

Vier generelle Anmerkungen: I. Merkels „Wir schaffen das“ könnte zu einer ähnlichen Besiegelung einer CDU-Kanzlerschaft führen wie einst Kohls „blühende Landschaften“. Beides ohne Zweifel zu bejahende Absichtserklärungen, welche nicht mit angemessenem Handeln unterfüttert wurden. II. Auch wenn einige Formulierungen Sahras Spielraum für Interpretationen bieten, kennzeichnet Sahras Position im Flüchtlingsthema eine realpolitische Pragmatik. Sie, Oskar Lafontaine – aber auch so unterschiedliche Personen wie Ralf Krämer, Diether Dehm oder Michael Leutert – stehen für eine tragfähige Kompromisslinie, welche in eventuelle Koalitionsverhandlungen eingebracht werden könnte. Die Position „offene Grenzen für alle“ ist dagegen schwärmerischer Ausdruck einer wunderbaren Utopie. Deutsche Romantik. Kann man natürlich… Weiterlesen »

Lappenente
Lappenente
Reply to  The Joker
16. Januar 2017 23:48

IV. Da Sahras innerparteiliche Kritiker auch ihre Absicht monieren, um AfD-Wähler zu kämpfen, geben diese sich offenbar mit den 9 Prozentpunkten für die eigene Partei (bei bis zu 15 Prozent AfD) in jüngsten Umfragen zufrieden. Sich mit diesen Umständen schulterzuckend abzufinden, ist jedoch im Kern unpolitisch. Es geht dabei weniger ums Abjagen als um die Schwächung der AfD. Verglichen mit dem Riesenkontingent der Nichtwähler und Unentschlossenen, sind die paar verwirrten, potentiell wechselwählenden AfD-Wähler Peanuts. Für die Nichtwähler hat die Linke kein Alleinstellungsmerkmal vorzuweisen. „Gegen die da oben“ ist in Zeiten allgemeiner Unsicherheit zu wenig. Die Leute möchten Stabilität und Konzepte… Weiterlesen »

Aphel
Aphel
16. Januar 2017 22:38

Lieber Robert, Du würgst da etwas aus! Rechts und Links – Jenes ist vorbei! Tot, tot, tot! So einen Kack gibt es nicht mehr … Bist Du da auch im wirklichen Leben? Ich meine bei denjenigen, die jeden Morgen um halb 5 zu Arbeit gehen und den finalen Anschiss bekommen … , die den letzten Bus zur Uni verpasst haben, um sich zu (VER) drehen, damit sie ihren Halbjahresvertrag bekommen … Robert, damals, damals war das mal eine andere Zeit! Es ist vorbei! Final! Und dann das Übliche … Wenn ich so mein Umfeld sehe, mit der Schere, mitten im… Weiterlesen »

Aphel
Aphel
Reply to  Roberto J. De Lapuente
17. Januar 2017 7:40

Lieber Roberto, seit über 40 Jahren erlebe ich mit, was selbsternannte „Linke“ nachhaltig in die Realität geben – nichts. Schöne Reden und warme Luft, oftmals mit schlechtem Atem vermischt. In meiner unendlichen Naivität hielt ich „Links“ damals mal für progressiv, völkerverständigend und sozial (der Starke hilft uneigennützig dem Schwachen, nicht der Fleißige dem Faulen!). Da habe ich mich aber sowas von geirrt. Da stehst du am Bahnhof und der Zug kommt nicht, weil die GdL streikt. Uups, da streiken welche, sowas gibt es hier auch noch. Und was bekommst du zu hören? „So ein scheiß Streik, was wollen die denn… Weiterlesen »

GrooveX
GrooveX
Reply to  Aphel
17. Januar 2017 7:52

ja, so sind sie, die linken, lungern am bahnsteig rum bis du kommst, und dann kriegste das zu hören. und dann muss noch der fleißige dem faulen helfen – ja gibt’s denn so was?! empörung pur, wollja, gegen die diktatur der angepassten!

all morgen ist ganz frihisch und neu

Aphel
Aphel
Reply to  GrooveX
17. Januar 2017 8:00

Schön, das Du da bist 🙂

Mordred
Mordred
Reply to  Roberto J. De Lapuente
17. Januar 2017 12:13

Was willst du andeuten? Dass es keine arbeitenden Menschen mehr gibt? Die heißen nicht mehr Proletariat, das ist wahr. Deswegen muss die Linke sich auch zeitgemäßer aufstellen.

wichtiger punkt!
viele spd-wähler die ich kenne, wählen die linke deswegen nicht, weil sie tatsächlich meinen, nicht zur zielgruppe zu gehören. die linke wäre ja nur was für die prekären, die arbeitslosen, hartzer etc. oder die „einfachen“ arbeiter.

Wolf-Dieter Busch
Wolf-Dieter Busch
Reply to  Aphel
16. Januar 2017 23:21

Es ist richtig, dass der Begriff „Links“ seit den 60ern stetig verwässert wurde (→ Salon-Linke etc.); das heißt, einige Attitüden von „Ur“-Linken wurden als Äußerlichkeit übernommen, nicht aber deren Sinngehalt.

Beispiel: einst Einbettung der Geschlechterrolle in Klassentheorie mit einem Befreiungspotential; heute Staatsfeminismus mit erzwungenen Quotenweibern in Spitzenjobs, aber keine arbeitspolitische Verbesserung für Emmely an der Kasse. Schattengefechte halt.

Ich sage, lupf den Vorhang, finde zurück zur alten Qualität.

Du sagst, „damals war das mal einer andere Zeit“ – ok, du hast resigniert. Kann ich verstehen.

Aphel
Aphel
Reply to  Wolf-Dieter Busch
17. Januar 2017 7:43

Nicht unbedingt resignierend, eher grenzenlos enttäuscht. Es ist ja noch Leben vorhanden 😉

Wolf-Dieter Busch
Wolf-Dieter Busch
Reply to  Aphel
17. Januar 2017 14:28

Lass es mich so ausdrücken: resignieren kannst du jederzeit, muss also noch nicht heute sein.

basey
basey
16. Januar 2017 23:04

Verwirktes Gastrecht als Narrativ. Erstmal vorweg, ich möchte weder den Autor noch Frau Wagenknecht noch sonst wen das Linkssein absprechen. Finde den Artikel im Übrigen auch ganz gut geschrieben und streckenweise auch überzeugend. Auch wenn ich mich an ein paar Formulierungen (vielleicht auch hereininterpretierten Gedanken) sehr stark stoßen kann. Aber so ist das halt unter uns Linken. ^^ Zum Beispiel würde ich es nicht als eigentlichen Auftrag der Linkspartei sehen eine AFD kleinzuhalten und alle möglichen Protestwähler zu sammeln. Der Linkspartei eine Verantwortung für das erstarken der AFD (und damit eines rechtslastigen Zeitgeistes) zu geben, käme mir schon sehr merkwürdig… Weiterlesen »

Jamie Garner
Reply to  basey
17. Januar 2017 4:05

J e d e r Parlamentarier trägt Verantwortung für die politische Entwicklung. Die Linke eher besonders, da sie intelligente und fähige Köpfe haben, zumindest mit SW.
Aus einzelnen Politikern lässt sich hier nicht mehr rausholen, solange das System – der partikuläre Parlamentarismus (wie er von den Alliierten aufdiktiert wurde) – nicht radiakal geändert wird. Das wollen auch die Linken nicht, müssten sie sonst Farbe bekennen. Zur Erfüllung ihres utopischen Gleichheitswahns müssten sie im Lager ihrer ewigen Feinde betteln gehen.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Jamie Garner
18. Januar 2017 9:04

@Jamie Garner Aus einzelnen Politikern lässt sich hier nicht mehr rausholen, solange das System – der partikuläre Parlamentarismus (wie er von den Alliierten aufdiktiert wurde) – nicht radiakal geändert wird. Ob sich aus einzelnen Politikern mehr herausholen läßt, hängt in erster Linie von deren Lauterkeit ab. Wer sich dem Lobbyismus derart öffnet wie in Deutschlands Parlament und die notwendige Transparenz verweigert, wird nicht lauter im Sinne des Gemeinwohls sein wollen. Grundsätzlich spricht aus meiner Sicht nichts gg. Parlamente als Verwaltungseinheit für einen Staat mit über 80 Mio. Bürgern, allerdings fehlt die Kontrolle innerhalb einer Regierungsperiode durch den Souverän. Theoretisch ist… Weiterlesen »

TaiFei
TaiFei
17. Januar 2017 7:51

Die Forderung von Obergrenzen bzw. gesteuerter Zuwanderung hat nichts mit Realismus zu tun, solange man nicht auch definiert, wie man diese Obergrenzen denn im Zweifelsfall durchsetzen will. Ich verweise in diesem Zusammenhang gerne auf die USA. Der Anteil der Latinos an der Bevölkerung ist dort in den letzten 20 Jahren von knapp 5% auf über 20% gestiegen. In den nächsten Jahrzehnten wird der ein Drittel der Bevölkerung überschreiten. Während Trump noch von einer Mauer faselt, die dann Mexico bezahlen soll, lachen sich die Menschenschmuggler und Mafiosi krumm, weil unter der zukünftigen Mauer schon ein Highway gebaut wurde, mal bildlich gesprochen.… Weiterlesen »

trackback
17. Januar 2017 8:39

[…] Gesunder Realismus oder Bedeutungslosigkeit Ist das wirklich eine Kampagne der konservativen Medien gegen Sahra Wagenknecht? Sicher, ein bisschen stimmt es. Aber eigentlich sind es ja weniger die Konservativen, die sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren. Nachvollziehbar. Jedenfalls wenn man in der romantischen Ecke der Linken hockt. Denn Wagenknecht rüttelt nun einiges durcheinander. Sie zerstört ein Lebensgefühl. Und in der eigentlichen Substanz ihrer Thesen spiegelt sich wider, dass die Linke (als Partei und politische Richtungsangabe gleichermaßen) fatale Fehler durch Unterlassung gemacht hat. Sie hat zum Beispiel das gute und richtige… Weiterlesen »

UNOY
UNOY
17. Januar 2017 9:35

Besser, als in den letzten 2 Absätzen kann man diese Misere nicht zusammenfassen.
Genau diese Gründe sind es, die viele Menschen davon abhalten, die Linken tatsächlich zu wählen.

Kokuswolf
Kokuswolf
17. Januar 2017 10:13

Seltsame Betrachtungsweisen, die ich in diesen Tage beobachte. – Eine Spitze der Linke nimmt Position ein = die Linke steht nicht gehorsam hinter ihr. (Was ist schon Demokratie?) – Wagenknecht kritisiert differenziert ein schwieriges Thema = Wagenknecht will Kanzlerkandidatin der NPD werden – Wagenknecht stellt sich jeder Diffamierung = Sie sägt ihren eigenen Ast ab – Kritiker kritisieren Parteimitglied = Angeekelte wenden sich von linker Selbstgefälligkeit ab (Projektion?) All diese Verwirrungen erreichen selbst mich und ich frage mich, ob ich alles noch ausreichend durchschaue. Die Kritik über Kritiker, die die Kritik einer Kritikerin kritisieren – ist dieser Weg wirklich hilfreich.… Weiterlesen »

Winston
Winston
17. Januar 2017 15:04

Ich verfolge die Kommentare jetzt seit gestern abend. Der Artikel dazu entspricht grob meine eigenen Empfindung, was aber sekundär ist. Zumal ich bei der ganzen Diskussion vor allem eines sehe: Wahlkampfgeplänkel und ein geschicktes Spiel mit These und Antithese um Medienpräsenz zu bekommen. Aber die Kommentare hier finde ich sehr bezeichnend und sie spiegeln ziemlich genau das wider, was ich in Diskussionen mit Freunden erlebe. Die, die hier als Pseudolinken bezeichnet werden, wollen tatsächlich eigentlich nur eine SPD, deren Chef halt kein Industrievertreter ist. Und je weiter es nach links geht, um so mehr wendet sich die Diskussion von der… Weiterlesen »

aquadraht
aquadraht
Reply to  Winston
17. Januar 2017 21:37

Ich stimme ja in manchem zu, und vielleicht war die Reaktion auf aphel übertrieben. Ich kann ihn nicht einschätzen, verstehe aber Roberto und jede/n Andere/n gut, denen bei „Links-Rechts ist doch out“ die Sicherungen durchbrennen. Gut, man sollte da gelassener reagieren, vielleicht mal einen längeren Diskussionsbeitrag verfassen, warum Links-Rechts eben nicht out ist, auch wenn das kein Gegensatz von Hell-Dunkel, Gut-Böse oder so ist. Es wäre auch wichtig, klarzustellen, dass es Bündnisse zwischen Linken und Rechten geben kann und schon gegeben hat und geben musste, etwa bei den antifaschistischen Volksfronten der 30er Jahre oder im europäischen Widerstand gegen die Nazi-Okkupation.… Weiterlesen »

seyinphyin
seyinphyin
Reply to  Winston
17. Januar 2017 22:48

Es gibt keine Diskussion darüber, was links ist. Politisch links ist genauso klar definiert wie politisch rechts.

Eine grobe Einteilung aller Weltanschaung in zwei Bereiche. Die rechte (und weit größere und ältere Hälfte) vertritt die elitären Systeme, die linke Hälfte die egalitären.

Ende der Geschichte.

Letztlich müsste in diesem Land jede Partei links sein, da unsere Grundordnung links ist, linksradikal sogar.

Stattdessen wird diese Grundordnung Jahrzehnt ein, Jahrzehnt aus mehr geschändt, missbraucht, aufgerieben und das alles mit dem Ziel der Abschaffung.

Aber der Bürger will das. zumindest wählt er so.

Robbespiere
Robbespiere
17. Januar 2017 19:30

@all

Heute war eun sehr guter Artikel von jens Berger auf den NDS zu lesen

http://www.nachdenkseiten.de/?p=36654#more-36654

Leider erscheinen seine Artikel nicht mehr hier im Blog, um sie zu diskutieren, was ich sehr bedauere, da ich Facebook als Diskussionsforum für die NDS kategorisch ablehne.
Es geht doch m.M.n. darum, solche Informationen und Sichtweisen, die in den MSM keine Chance auf Veröffentlichung haben, möglichst einer breiten Leserschaft zugänglich zu machen und auch den Lesern., die noch nicht auf die NDS gestoßen sind, einen Weg dahin zu ebnen.
Die einzige Chance einer Gegenöffentlichkeit liegt doch in der Vernetzung, statt im Eremiten-Biotop.

aquadraht
aquadraht
Reply to  Robbespiere
17. Januar 2017 21:40

Ja, ich finde das auch total blöd, dass Jens so sanglos, klanglos verschwunden ist, nur mal mit einem etwas undeutlichen Hinweis, es habe mit Arbeitsrecht zu tun.
Mich kriegen auch keine zehn Pferde aufs Fratzenbuch.

a^2

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  aquadraht
18. Januar 2017 9:24

@aquadraht Grundsätzlich hat jeder Blog-Betreiber das Recht, diesen so zu gestalten wie er es möchte. Allerdings empfinde ich es als unpassend, einerseits in meinen Artikeln die demokratischen Defizite der Politik anzuprangern, meine Leser und Kommentatoren jedoch de Facto autokratisch vor vollendete Tatsachen zu stellen und mit einer lapidaren Erklärung quasi sich selbst zu überlassen. Ich kann durchaus nachvollziehen, daß nach Jahren irgendwie die Luft raus ist und man keine Lust mehr hat weiterzumachen, aber das kann Jens dann ja auch ruhig so sagen. Ich habe auch immer gerne die Beiträge auf dem Blog „Die roten Schuhe“ gelesen, dessen Betreiberin irgendwann… Weiterlesen »

Mordred
Mordred
Reply to  Robbespiere
18. Januar 2017 12:31

Ich kann durchaus nachvollziehen, daß nach Jahren irgendwie die Luft raus ist und man keine Lust mehr hat weiterzumachen, aber das kann Jens dann ja auch ruhig so sagen.

Das ist aber bei Jens höchstwahrscheinlich nicht der Punkt, sondern besagte (steuer-)rechtliche Problematiken, wenn er seine NDS-Artikel auch hier veröffentlicht. Da gibts ja mittlerweile die abstrusesten Regelungen zu beachten.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Mordred
18. Januar 2017 16:37

@Mordred Das ist aber bei Jens höchstwahrscheinlich nicht der Punkt, sondern besagte (steuer-)rechtliche Problematiken, wenn er seine NDS-Artikel auch hier veröffentlicht. Das ist ja durchaus nachvollziehbar, aber hätte er daraus nicht bei Zeiten einen Artikel machen können, der diesen Sachverhalt offenlegt? Ein freier Journalist kann von Idealismus allein nicht leben, denn dieser füllt weder den Magen, noch begleicht er Miete oder Stromrechnung und wenn Steuern das, was hereinkommt, auch noch verknappen, muss man eben eine Entscheidung für sich und die Familie treffen, das ist mir schon klar. Es klang ja auch im Dezember schon mal an, daß beim Spiegelfechter extrem… Weiterlesen »

Jörg Hensel
17. Januar 2017 20:13

Ja, guter Kommentar. An den Linken kann man wirklich verzweifeln. Versuchen Sie einmal das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz bei den Linken zu landen und denen Aktivitäten auf diesem Gebiet abzuringen. Sie werden einen Schnarchhaufen von linken Romantikern begegnen, die immer noch nicht die Realität gescheckt haben.

trackback
18. Januar 2017 13:44

[…] Gesunder Realismus oder BedeutungslosigkeitIst das wirklich eine Kampagne der konservativen Medien gegen Sahra Wagenknecht? Sicher, ein bisschen stimmt es. Aber eigentlich sind es ja weniger die Konservativen, die sich an ihr stoßen: Es sind dieser Tage in viel stärkeren Maße Linke, die sie diskreditieren.Nachvollziehbar. Jedenfalls wenn man in der romantischen Ecke der Linken hockt. Denn Wagenknecht rüttelt nun einiges durcheinander. Sie zerstört ein Lebensgefühl. Und in der eigentlichen Substanz ihrer Thesen spiegelt sich wider, dass die Linke (als Partei und politische Richtungsangabe gleichermaßen) fatale Fehler durch Unterlassung gemacht hat. Sie hat zum Beispiel das gute und richtige Ideal einer… Weiterlesen »

Jörg Ripke
Jörg Ripke
18. Januar 2017 14:20

Ein Fehler in der Logik bei der Dame, da alle Einwanderer seit dem letzten Jahr auch den Ayslstatus beantragen, daher ist das reine Wortklauberei , dass man zwischen Einwanderern und Asylsuchenden stringent unterscheiden müsse.

Karl Marx
Karl Marx
18. Januar 2017 16:27

Die „LINKE“ und die „RECHTE“ sind beide TEAM-Spieler vom selben NWO-CLUB! Jede Seite glaubt nur, sie seinen DIE GUTEN! Siehe: Alle Aggression der Welt entstammt aus Washington. Dies ist sonnenklar. Warum erkennen nur so wenige das Offensichtliche? Wer außer Washington ist seit dem Clinton-Regime menschenmordend gegen neun Länder in den Krieg gezogen? Warum unterstützt die gesamte liberal-progressive Linke das verwurzelte CIA-Establishment dabei, den designierten Präsidenten Donald Trump zu dämonisieren, dessen ausdrückliches Ziel es ist, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren? Ist dies ein Hinweis darauf, dass die liberal-progressive Linke eine CIA-Front ist? Wahrscheinlich ist dies gar nicht so weit hergeholt.… Weiterlesen »

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