So hat es damals auch angefangen?

Die tagesthemen missbrauchen den Holocaust, um Israelkritik und AfD zu framen. Szenen einer Respektlosigkeit.

Margot Friedländer ist 102 Jahre alt. Als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, was sie gerade 12. Sie landete spät im Krieg im Konzentrationslager Theresienstadt, ihre Familie wurde schon vorher in Auschwitz ermordet. Nach Krieg und Holocaust arbeitete sie in New York, in ihren späten Jahren entschloss sie sich, an die Grausamkeit der Vernichtungslager zu erinnern.

Die tagesthemen haben zum Tag der Befreiung mit ihr gesprochen. Sie ist nicht die schlechteste Stimme für so einen Gedenktag. Jedoch versuchte tagesthemen-Mann Helge Fuhst, die betagte Dame aufs Glatteis der Tagespolitik zu führen. Ihre Antworten blieben dabei vage, man spürte – und das ist völlig wertfrei gemeint –, dass sie im Gestern nach Antworten für das sucht, was ihr schrecklicherweise widerfahren ist. Wie könnte man ihr das verübeln? Die Frau hat die Hölle gesehen. Wie kann man jemanden, der weiß, was Vernichtung menschlichen Lebens bedeutet, mit dem orchestrierten »Kampf gegen rechts« belästigen? Welche Dimensionen treffen hier aufeinander?

Heute wie damals?

»So hat es damals ja auch angefangen.« Dieser Satz Margot Friedländers aus jenem Gespräch machte die Runde, fast alle Tageszeitungen und Magazine zitierten ihn. Fuhst fragte sie, wie es ihr damit gehe, dass Antisemitismus wieder anwachse und dass »einige sogar darüber reden, deutsche Staatsbürger ausweisen zu wollen« (er meint natürlich den Correctiv-Bericht). Friedländer antwortete, sie hätte nie gedacht, »dass es wieder so kommen würde«. Danach folgte der oft zitierte Satz. Der Fragesteller lotste also gleich zu Beginn Frau Friedländer auf das tagespolitische Glatteis – wollte ein Statement aus »berufenen Munde« herauskitzeln, dass Israelkritiker und AfD-Wähler moralisch in die Enge treiben soll.

Friedländers Thema ist nicht die Tagespolitik. Erst 2010 zog sie wieder nach Deutschland. Seither besucht sie Schulen und erzählt vom Holocaust, ruft zur Wachsamkeit auf. Mit Tagespolitik hat das wenig zu tun – ihre Antworten blieben auch eher schwammig, sehr fokussiert auf das, was war und das, was sie sich wünscht, damit das nie wieder passiert. Konkret wird die betagte Dame nicht. Das stark geschnittenes verschriftlichtes Interviewprotokoll zeigt an, wie vage und teils zusammenhangslos die Aussagen blieben. Vermutlich verlangt man da zu viel von der Dame.

Natürlich kann man die Situation heute nicht mit 1933 vergleichen. Und was hat denn damals genauso angefangen? Die NSDAP? Wer soll die heute sein? Die Partei der Nationalsozialisten hatte 850.000 Mitglieder im Jahr 1933 – die AfD, soll die wirklich das zeitgenössische Pendant sein? Mit ihren 40.000 Mitgliedern? Damals hatte das Deutsche Reich 65 Millionen Einwohner, das heißt: 1,3 Prozent der Deutschen waren bei der NSDAP. Zum Vergleich: Knapp 0,05 Prozent der Deutschen sind heute bei der AfD. Es hat genau so angefangen? Nun ja: Damals war auf jeden Fall mehr Massenpartei.

Und ist dieses Wannsee wie damals? Haben da wirklich eine Handvoll Leute ohne politische Macht die Vernichtung von Menschen beschlossen? Sie zu internieren, zu töten – sie durch Arbeit zu vernichten? Nein, dort ging es um Remigration, ein Vorhaben, dem sich auch die Bundesregierung widmet. Und war es damals schon so, dass der Verfassungsschutz Informationen an die Medien durchgestochen hat?

Missbrauch des Holocausts

Wie damals also? Kann man das wirklich so sagen? Geschichte wiederholt sich nicht. Und wenn, dann nur als Farce. Hier wiederholt sie sich aber gar nicht. Dass Frau Friedländer hier recht zügig mit dem Vergleich zur Hand ist, mag ihre persönliche Geschichte rechtfertigen. Dass sie vom hiesigen Journalismus ausgebeutet wird, dass Helge Fuhst drängt, eine Aussage für die augenblickliche Situation in Deutschland und der Welt zu erwirken, zeigt nun wirklich an, wie verlottert der Mainstream mittlerweile ist. Man könnte hier von einem Missbrauch des Holocausts sprechen. Denn indem man ein Opfer dieses Menschheitsverbrechens gegen Israelkritiker und AfD-Wähler stellt, setzt man sie einer moralischen Erpressung aus.

Man interpretiere das jetzt bitte nicht als Altersdiskriminierung. Aber es muss doch kurz angerissen werden: Frau Friedländer ist 102 Jahre alt. Sie sprach altersentsprechend nicht ganz konsistent. Es war schwer ihr zu folgen. Womöglich ist sie geistig zwar fit, aber nicht mehr so sehr in der Lage, die aktuellen Geschehnisse einzuordnen und zu begreifen. Wenn sie sie denn überhaupt noch wahrnimmt. Es sind so viele Beteiligte im Spiel, man weiß nie, wer mit wem und wer von wem (Correctiv mit Sitftungen und »der öffentlichen Hand«) – einer alten Dame kann man den vollen Durchblick nicht zumuten. Jüngere haben damit ja schon ihre – sagen wir mal: Probleme.

Nichts gegen Frau Friedländer, sie wurde hier ganz offensichtlich auf perfide Weise benutzt, um die Kontrahenten der Bundesregierung vorzuführen, um sie ethisch anzumahnen. Es wäre ein Akt journalistischer Verantwortung gewesen, das Gespräch in einem Kontext zu halten, den Frau Friedländer überblicken kann. So wie sie es an Schulen tat – vielleicht noch tut –, wenn sie jungen Menschen von damals erzählt.

Rasch schnappten sich die Redaktionen dieser Republik Friedländers Ausspruch, wonach es damals so angefangen habe. Als Headline konnte man diesen Satz mehrfach lesen. Eine der letzten Überlebenden des Holocausts muss also herhalten, um die Propagandamaschinerie am Laufen zu halten, die sich auf ein Stück gründet, das Wannsee 2.0 genannt wird und Regierungserhalt 1.0 bedeutet. Eine betagte jüdische Dame wird als moralische Instanz vorgestellt, die einen Vorfall verurteilen soll, der einen völlig überzogenen Namen trägt – geht es noch respektloser? Die Relativierung schreitet voran, immer mehr Zeitzeugen sterben nun, man kann wieder ungenierter mit Deutschlands Geschichte umgehen. Und die Zeitzeugen, die noch da sind, macht man nützlich für die eigene Agenda. Ein Land im freien intellektuellen Fall …

Diesen Beitrag ausdrucken

Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

Unterstütze uns und hilf dabei, die neulandrebellen besser und wirkungsmächtiger zu machen
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

52 Comments
Oldest
Newest
Inline Feedbacks
View all comments
Clarisse
Clarisse
27 Tage zuvor

So hat es damals ja auch angefangen. Auch damals demonstrierten viele Menschen für ihre autoritäre Regierung, auch damals wurden gewisse Bevölkerungsgruppen denunziert. Man kann sich das so zurechtlegen wie man will, nur bringt uns das nicht wirklich weiter. Wir sind, wie ein norddeutscher Hobby-Philosoph so schön sagte, von der Wirklichkeit umzingelt.

N.B.
N.B.
Reply to  Clarisse
27 Tage zuvor

Ja… Es hatte damals ähnlich angefangen…

Aber die Geschichte wiederholt sich in Tat als Farce…

Dieses mal denken die Demonstranten sie würden mit ihren Aktionen genau das verhindern!

Wenn die Demonstranten wirklich verstehen täten was los ist, würden diese gegen ganz andere Dinge auf die Straße gehen und vor allem würden die nicht zulassen, dass die Regierungsparteien mitliefen…

Last edited 27 Tage zuvor by N.B.
Pascal
Pascal
Reply to  N.B.
27 Tage zuvor

Das ist der Faschismus, der von sich behauptet, er sei der Antifaschismus.

Das ist die Quintessenz und die Farce der deutschen Geschichte

N.B.
N.B.
Reply to  Pascal
27 Tage zuvor

So sieht es aus!!!

Für mich war das spätestens zu erkennen als die antiFa auf einmal während Corona mit faschistischen Methoden agierte und immer noch agiert! Das sind wirklich echte Faschos! Natürlich im Namen des Guten™…

Pascal
Pascal
Reply to  N.B.
27 Tage zuvor

Tja, ich hab damals, als das mit Antifa vs Massnahmenpolitik in den Medien auftauchte, noch gedacht, ne das ist jetzt doch auch wieder so eine Propagandanummer der Qualitätsmedien, mit der Antifa hatten sie ja schon immer gute Übung mit Faktenverdrehung.

Ein Blick auf einschlägige Seiten im Netz hat mich dann eines besseren belehrt.

Pascal
Pascal
Reply to  Clarisse
27 Tage zuvor

Der Robert ist gewiss qualifizierter Philosoph, mit Diplom und allem drum und dran.
Vielleicht wäre er sogar gut in dieser Profession, wenn er sich denn einmal etwas engagierter darin betätigt hätte.

Leider ist es anders gekommen, und zu mehr als einem Hobby-Wirtschaftsminister hat’s dann eben nicht gereicht.

Anonym
Anonym
27 Tage zuvor

Frau Friedländer ist 102 Jahre, vielleicht sollte man sich in einen Menschen mit diesem Alter hinein versetzen. Aus vielen Gesprächen mit hochbetagten Menschen habe ich erfahren, dass sie angesichts der überschaubaren Lebenslänge und der damit bedingten Einsicht, wenig noch an tagesaktuellen Geschehen interessiert zu sein. Wichtiger war ihnen, über ihre Lebenserfahrungen zu berichten. Diese Generationen haben auch uns geprägt und unsere gesellschaftliche Bedingtheit geformt. Ich schätze diese Perspektive, da bekanntlich Erinnerungen immer persönlich geprägt sind. Vielleicht sind diese Erinnerungen auch weniger verfälscht, wenn sie nicht durch die gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Begebenheiten beeinflusst werden. Auch habe ich den Eindruck, dass eine große Anzahl älterer Menschen am meisten darunter leiden, dass sie nicht mehr ernst genommen werden. Diese Art des „Vorführens“ der Tagesthemen ist eben genau eine abzulehnende Form der Respektlosigkeit und verletzt die Würde von Frau Friedländer.

Mordred
Mordred
27 Tage zuvor

Ich schrieb es unwitziger Weise zufällig schon unter den letzten Artikel: Was medial heutzutage auf Normalsterbliche einprasselt, ist kaum noch nachzuvollziehen. Die Willkür mit der Informationen, Statements und Sachverhalte orchestriert werden, lässt sich kaum noch nachvollziehen.

N.B.
N.B.
Reply to  Mordred
27 Tage zuvor

Oftmals hilft eine einfache Frage: Cui bono? Und dann nochmal den „Feindsender“ (RTde) und Alternativmedien bemühen und dann seine eigenen Schlüsse da raus ziehen…

ChrissieR
ChrissieR
Reply to  N.B.
27 Tage zuvor

Guude!
Ganz genau so mach ich das auch..und wenn das Regime einen Befehl raushaut befolge ich ihn scschon mal nicht! Meistens ist dann das Gegenteil richtig! Hab ich schon bei der „Impf“- Empfehlung so gemacht…und je mehr die AfD bekämpft wird…desto eher wird sie für mich wählbar…

Cetzer
Cetzer
27 Tage zuvor

Es wäre ein Akt journalistischer Verantwortung gewesen

Für die Zuteilung journalistischer Verantwortung hat der ÖRR eigens einen Homöopathen eingestellt, der aus schon lange gestorbenen Veteranen¹ einen kostbaren Verantwortungs-Extrakt herstellt und diesen auf C50.000¹ verdünnt in die Ohren der (hyper-)aktuellen Regierungs-Propagandisten Journalisten träufelt. Obwohl alles unter der Aufsicht² von HochleistungsEthikerin Alena Buyx² stattfindet, kommt es gelegentlich zu Nebenwirkungen: Alpträume, Schüttelfieber und Lügenfrost, die aber sofort aufhören, wenn der Betroffene einen anonymen Gastartikel bei http://www.reitschuster.de veröffentlicht oder den Neulandrebellen eine Spende zukommen lässt, die sich gewaschen³ hat, selbst nach den Maßstäben des ÖRR.

¹Peter Scholl-Latour war sogar für drei Pressungen gut, die erste konnte zusätzlich 1:10 verdünnt werden
²Selbstverständlich Pro Corona Bono, allerdings wurde vertraglich zugesichert, dass ihr selber nichts ins Ohr geträufelt wird
³Angeblich hat diese Redensart nichts mit Geldwäsche zu tun; Vielleicht wird man in einigen Jahren eher von einem Betrag sprechen, der sich gebitcoint hat

Brian
Brian
Reply to  Cetzer
25 Tage zuvor

Hey Cetzer, tut mir leid, wie Ped auf seinem Blog mit dir umgesprungen ist.
Das nenne ich wirklich mal humorbefreit…

Schwitzig
Schwitzig
27 Tage zuvor

So ist es: Frau Friedländer wurde benutzt im Sinne von missbraucht.

Ich sehe hier ganz eindeutig eine Relativierung des Holocaust und eine Verhöhnung der Opfer der Nazidiktatur durch die Tagesthemen.
Darüber hinaus ist das menschlich wirklich die unterste Schublade.

Pascal
Pascal
27 Tage zuvor

„Dass sie vom hiesigen Journalismus ausgebeutet wird, dass Helge Fuhst drängt, eine Aussage für die augenblickliche Situation in Deutschland und der Welt zu erwirken, zeigt nun wirklich an, wie verlottert der Mainstream mittlerweile ist.“

In den letzten Monaten kommt es immer häufiger vor, dass ich bei der täglichen Medienschau unwillkürlich laut ins leere Zimmer rufe:

Ist denen denn eigentlich überhaupt nichts mehr heilig?

Schon gehört?

Die Maus und der Elefant erklären neuerdings den Kindern, wie toll divers und non-binär ist.

Sollen wir das jetzt auch noch toll finden?

Als wäre der ganze Scherbenhaufen, den der örR spätestens seit der Corona-Episode täglich weiter perpetuiert, nicht schon für sich genommen gross genug. Nein, diese selbstgerechten Narren in den Redaktionsstuben sind ganz unzweifelhaft gewillt, auch noch das letzte Quentchen Redlichkeit auf dem Altar für die einzig Gute und Wahre Sache zu verbrennen.

Nichts bleibt verschont, nicht einmal die letzten, lange ungehelligten Refugien für Kinder oder der würdige und verantwortvolle Umgang mit der Geschichte des eigenen Landes.
Für den Missbrauch, wie er hier an Margot Friedländer begangen wurde, muss man schon ganz lange suchen, um dies in einem angemessenes Vokabular des Zorns fassbar zu machen.

Sobald sich etwas für die eine Gute Sache einspannen lässt, um damit das jeweilige Narrativ, und sei es auch nur für einen einzigen Tag weiter aufrecht zu erhalten, wird alles, aber ausnahmslos alles verheizt, was man in die Hände kriegen kann.

Nein, denen ist wirklich rein gar nichts mehr heilig!

jemp1965
jemp1965
27 Tage zuvor

Roberto De Lapuente trifft den Nagel mal wieder auf den Kopf!

Gibt es überhaupt noch eine nennenswerte Zahl von Menschen, die ein Empfinden für die infame Niederträchtigkeit dieses ARD-Fuzzies haben?

Aber all den „heldenhaften“ Anti-AfD-„Kämpfern“ ist ja kein Vergleich mehr zu peinlich und zu widerwärtig, als dass man nicht damit hausieren gehen kann.

Auf einigen dieser Demos stellten sich doch irgendwelche Flachpfeifen selber allen Ernstes in eine Reihe mit den Geschwistern Scholl!

Leute, die mit ihren Demos nicht das Geringste zu befürchten haben und von den regierenden (H)Ampelmännern und -frauen noch brav gelobt werden, vergleichen sich tatsächlich mit Menschen, die sich unter Lebensgefahr gegen das Naziregime eingesetzt haben und letztendlich auch hingerichtet wurden.

Ich empfinde diesen degenerierten Typen gegenüber nur noch Wut, Ekel und absolute Verachtung!

Last edited 27 Tage zuvor by jemp1965
Rudi K
Rudi K
Reply to  jemp1965
27 Tage zuvor

Genau. Bei „Jana aus Kassel“ fand man sen Vergleich mit Sophie Scholl unpassend. Bei den jetzigen Demonstranten scheint das nicht der Fall zu sein.

Pascal
Pascal
27 Tage zuvor

‚Niedertracht‘ ist mittlerweilen das einzig noch passende Wort, das diesen Zuständen vom Gefühl her gerecht wird.

flurdab
flurdab
27 Tage zuvor

Es ist einfach ein schmieriger Haufen.

Das muss wohl die öffentlich unredliche Version der „Enkeltricks“ sein.
Wie tief kann man sinken?

Zumal es auch das Engagement von Frau Friedländer entehrt.
Die Frau ist in ihrem hohen Alter in das Land der Täter zurückgereist, um in Schulen über ihre Erinnerungen zu berichten. Sicher kein leichter Entschluß.
Und das ist jetzt das „Danke schön“?

Pascal
Pascal
Reply to  flurdab
27 Tage zuvor

Ein für wahr sehr treffender und unvorteilhaft bezeichnender Vergleich mit dem Enkeltrick

Bernie
Bernie
27 Tage zuvor

Stimme überein, weil übrigens nicht nur die Zeitzeugen der Shoa wegsterben sondern auch die baulichen Gedenkstätten – eben die ehemaligen KZs, und sogar Vernichtungslager wie Auschwitz in einem erbärmlichen Zustand sind.

Wieviel bezahlt eigentlich der Nachfolger des NS-Staates für den Erhalt dieser wichtigen Gedenkstätten?

Übrigens, kleinere, weniger bekannte, KZ- und Vernichtunslager-Außenstellen sind ja mittlerweile eh schon längst zu Staub zerfallen, oder man hat die, ob der gescheiterten „Entnazifizierung“ in Deutschland nach 1948 bewußt verfallen lassen….vermute ich einmal stark…..

Gruß
Bernie

Last edited 27 Tage zuvor by Bernie
Pascal
Pascal
Reply to  Bernie
27 Tage zuvor

Wenn die Aufrechten das Gedenken an den NS-Staat mit der aktuell prominenten orwellschen Umdefinition des antifaschistischen ‚Nie wieder!‘ angemessen würdigen können, braucht es für die keine physisch relevanten Monumente, die nur unnötig Unbehagen schüren könnten.

Wie diese Nummer läuft, hat man kürzlich in Dresden beim Mahnmal an die Bombardierung sehen können. Der Antideutschen bester Freund Arthur ‚Bomber‘ Harris hat dann wohl das zweite Mal gesiegt.

Zudem braucht die Bundesregierung das Geld für wichtigeres als Auschwitz, etwa um ihre eigene Besatzung durch den Vasallen gerecht entlohnen zu können.

Last edited 27 Tage zuvor by Pascal
jemp1965
jemp1965
Reply to  Bernie
27 Tage zuvor

Passt doch irgendwie zu der kompletten Verlogenheit dieser ganzen Kretins, die sich irrsinnig wohlfühlen, wenn sie ihre Berufsbetroffenheit öffentlich kundtun können, aber die architektonischen Zeitzeugen eines der größten Menschheitsverbrechen dem Verfall preisgeben.

Zum Fremdschämen!

ShodanW
ShodanW
27 Tage zuvor

Es ist nicht nur der Missbrauch des Holocaust, es ist auch dieses völlig wirre, sich die schlimmsten Momente einer Epoche herauspickend und schon mal von Deportationen fabulieren. Egal, ob man in der Ampel jetzt härter remigrieren will.

Was derweil auf der anderen Seite passiert: „AfDler töten“ und Bürgerrechte entziehen. Der Geist ist aus der Flasche. Und dort wächst der Faschismus im Antifaschismus. Das kann eine Frau Friedländer natürlich nicht mehr wirklich erfassen, sonst würde sie wohl was anderes erzählen als nur ihre Erfahrungen von damals.

spartacus
spartacus
27 Tage zuvor

OT: Breaking News: Die Klimakleber wollen nicht mehr kleben. (Schade, eigentlich)

https://www.gmx.net/magazine/politik/letzte-generation-klimaaktivisten-verzichten-kuenftig-strassenblockaden-39169576#.homepage.hero.Letzte%20Generation:%20Klimaaktivisten%20verzichten%20k%C3%BCnftig%20auf%20Stra%C3%9Fenblockaden%20.0

Stattdessen Orte fossiler Zerstörung aufsuchen. Empfehle den Kongo. Da bekommt man ganz schnell ein anderes ‚Mindset‘.

Last edited 27 Tage zuvor by Spartacus
Pascal
Pascal
Reply to  spartacus
27 Tage zuvor

Kongo wäre ein guter Anfang. Ein wenig den blutigen Spuren von Cobalt und Tantal nachstöbern, welche für ihre geliebte Energiewende so fundamental sind.

Aber es wird wie immer auf maximal mögliche Doppelmoral hinauslaufen, in einer noch zu entwickelnden Form des öffentlichen Shamings von Autofahrern und Fleischessern, während man sich natürlich das Bodyshaming gewisser Bundestagsparlamentarier*_:innen mit Bundeswehrzeltformat strikt verbittet.

flurdab
flurdab
Reply to  Pascal
26 Tage zuvor

Ich habe letztens einen Inuit getroffen der bei dem Anblick richtig fickrig wurde. Der Google- Übersätzer schrieb: „Lampenöl für zwei Winter“.
Ich habe den kulturellen Kontext nicht verstanden. 😉

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  spartacus
27 Tage zuvor

Stattdessen Orte fossiler Zerstörung aufsuchen. Empfehle den Kongo. Da bekommt man ganz schnell ein anderes ‚Mindset‘.

Wie wärs mal mit „Auf-die-Schienen-kleben“ vor einem Militärzug zum Mannöver oder echte „Mona-Lisa-Suppe in den Tank der Marder kippen?

Ob da die Staatsanwälte und Richter weiterhin die Samthandschuhe anbehalten?

Schwitzig
Schwitzig
Reply to  spartacus
26 Tage zuvor

Die Kleberspinner könnte ich ernst nehmen, wenn sie beim aktuellen NATO -Manöver demonstrieren oder noch besser in der Ukraine.
Solange das nicht passiert, sind entweder Systemlinge oder irre Religiöse.

flurdab
flurdab
Reply to  Schwitzig
26 Tage zuvor

Oder sehr gut entlohnt.

N.B.
N.B.
Reply to  Schwitzig
26 Tage zuvor

Die müssten sich an Panzer, Kampfflugzeugen oder ähnlichem kleben… Dann hätte ich in der Tat Respekt…

Heribert
Heribert
Reply to  N.B.
24 Tage zuvor

Klebt sich doch der Niki an den Schreibtisch einer Arbeitsvermittlerin😎

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Heribert
24 Tage zuvor

@Anton InKoggnito

Es ist zwar Faschingszeit, aber an deiner Büttenrede musst du noch reichlich arbeiten. 😉

Heribert
Heribert
Reply to  Robbespiere
24 Tage zuvor

Beim Arbeitgeber gibt es eine Karnevalsparty, da esse ich einen Berliner auf Dich! OK, mehr als einen!😎😌

Bernie
Bernie
27 Tage zuvor

WIR SIND MEHR! Der Dunkle Parabelritter

256.678 Aufrufe 25.01.2024

Letzte Woche gab es in ganz Deutschland Demonstrationen für die Demokratie. Es erscheint fast, als wäre den Menschen in Deutschland endlich bewusst geworden, was sie zu verlieren haben. Der AFD hat das irgendwie nicht ganz so gefallen. Björn Höcke, Alice Weidel und andere bereiten den Gegenschlag vor. Und wie der aussieht, das schauen wir uns an.

Link:

https://www.youtube.com/watch?v=ioLtkwtBaJk

Anmerkung:

Zieht eure eigenen Schlüsse draus 😉

Nur soviel von mir, ich bin sprachlos ob der Häme, und das obwohl ich kein AfD-Wähler, oder auch nur ein Fan dieser Partei bin….. 😉

Und noch etwas zum Lachen in dieser humorlosen Zeit:

comment image

Gruß
Bernie

Last edited 27 Tage zuvor by Bernie
Pascal
Pascal
Reply to  Bernie
27 Tage zuvor

Hätte die Bewertung, dass die Leute zu verstehen beginnen, was sie verlieren könnten, jetzt im Januar 2024 nicht einen gewaltigen Denkfehler, nämlich dass dieses Verständnis mindestens 4 Jahre zu spät kommt, dann könnte man dieser Schlussfolgerung bedingungslos beipflichten.

Es wäre an der Zeit, dass sich dieselben Leute die Frage zu stellen beginnen, ob sie nicht, etwa hinsichtlich verfassungsrechtlich verbriefter Grundrechte bereits ganz vieles, wenn nicht schlimmstenfalls alles verloren haben.

Aber dafür bräuchte es eine entsprechende Denkanleitung der Bundesregierung via ARD/ZDF verbreitet, und wir wissen ja, dass es dazu nicht kommen wird.

Last edited 27 Tage zuvor by Pascal
flurdab
flurdab
Reply to  Pascal
26 Tage zuvor

Diese Leute spüren den Verlust ihrer Rechte erst, wenn es an den Geldbeutel geht. Und damit die Herrschaften dann nicht die falschen Schlüsse ziehen gibt es ja die Bürgergeldempfänger.
Neoliberalismus ist sooo einfach.

Und selbst wenn die Ampel überraschenderweise das Handtuch werfen würde und es zu Neuwahlen käme, was sollte sich verändern?

N.B.
N.B.
Reply to  flurdab
26 Tage zuvor

Und damit die Herrschaften dann nicht die falschen Schlüsse ziehen gibt es ja die Bürgergeldempfänger.

Sündenbock und Drohkulisse gleichzeitig… Gef***t eingeschädelt…

Pascal
Pascal
27 Tage zuvor

noch mehr Breaking News:

„Gegen Sie liegt nichts vor“ – Martin Sellner gelingt bei Testfahrt Einreise nach Deutschland

https://de.rt.com/europa/194405-gegen-sie-liegt-nichts-vor/

Die Story mit der angeblichen Einreisesperre war ja dann mal wieder ein ganz gelungener Propagandacoup der Verantwortlichen in Berlin. Aber dummerweise eben nur zum Nutzen Sellners, wie wir jetzt sehen können:

Der Österreicher wollte bei einem praktischen Test überprüfen, ob er in Deutschland tatsächlich offiziell Persona non grata ist, und übertrug den Selbstversuch mit großem Tamtam in einem Livestream.

So sieht also ganz konkret der gelebte Kampf gegen Rechts gemäss Rezept der Ampel aus.

Ketzerische Frage meinerseits:

Ist das jetzt bloss ‚dumm gelaufen‘ wie es bei der Olaf/Robert/Christian-Gurkentruppe nicht anders zu erwarten war, oder ist es doch viel schlimmer als das – nämlich einmal mehr mit Vorsatz genau so gemacht worden?

Man weiss gar nicht mehr, wie man das interpretieren soll. Irgendwie kann man sich zunehmend nicht mehr des Verdachts erwehren, dass diese Pfeifen, aus welch unerklärlichen Gründen auch immer, die Rechten wirklich mit Absicht auf diese Art und Weise alimentieren.

Last edited 27 Tage zuvor by Pascal
Der Schwurbler
Der Schwurbler
26 Tage zuvor

Der Satz „damals hat es auch so angefangen“ ist ja dennoch sehr richtig. Die Unterdrückung des selbstständigen Denkens und der Ersatz durch Regierungsproganda sind 1:1. Der neue Faschismus heißt nicht Faschismus, er heißt Demokratie, aber was sind Namen? Schall und Rauch sind sie, die Inhalte aber sind 1:1. Ich rede bitteschön überhaupt nicht über die AfD, nur über ihre „demoktatischen“ Gegner. Die brauchen zur Emotionalisierung Kinder und 102 Jahre alte Frauen, auch da ist es 1:1. Argumente und Meinungen sind nicht nur unerwünscht, sie werden mit den zur Verfügungg stehenden Mitteln vernichtet – 1:1. die mittel sind nicht mehr Straßenkampf und KZ sondern naturgemäß viel moderner WHO, EU. Aber benötigt wird immer noch bei jedem einzelnen Gegner dessen physische Vernichtung, der Denunziation, Herabwürdigung etc. vorhergehen muss. Angstklima und Erzeugen erfundener jetzt aber dringend brachial zu lösender Probleme dienen als Grundlage, damals ein Volk ohne Raum, heute ein menschengemachtes Klimaversagen. Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt. Geschichte wiederholt sich nicht? Die Praktiken bleiben immer die selben, mit denen Politik gemacht wird – aus Politik entsteht Geschichte. Die wird zwar immer vom „Sieger“ geschrieben, ist also niemals das Abbild der gerade vergangenen Zeit, aber dennoch Abbild der fabrizierten Herrschaft (Politik).
Vorletztes 1:1 – damals wie heute sind große Teile der völlig gespaltenen Gesellschaft für die faschistischen Ziele begeistert auf die Straße gegangen ohne auch nur andeutungsweise ihr eigenes Mitverschulden zu begreifen. Ohne das Mittun ist ihr eigener Untergang nicht möglich. Letztes 1:1 – die russischen Untermenschen und die elenden Reisfresser.

Pascal
Pascal
Reply to  Der Schwurbler
26 Tage zuvor

Formal begrifflich mag das schon stimmen, aber wenn das der Weisheit letzter Schluss ist, sowohl um den Aufstieg der Nazis verstehen zu wollen, als auch nun heute Parallelen dazu ableiten zu wollen, ist ein sehr schlichtes Verständnis von kausalen Zusammenhängen.

Das besonders interessante ist ja gerade, dass es für mehr als das nicht reicht, denn meinte man es ernst mit einem weitergehenden Verständnis wie es damals 1933 und davor so weit kommen konnte, und wo, und inwieweit sich die Gegebenheiten heute ähneln, müsste man unweigerlich die wirtschaftlichen Verwerfungen Deutschlands als einen ganz relevanten Faktor erkennen.

Und diese Parallelen sind seit Jahren so evident, dass man sich über diese Entwicklung nicht zu wundern braucht. Schon lange vor dem grossen AfD-Hype wurde die Merkels Austeritätspolitik mit der von Brühning verglichen.

Ein ganz grosser Denkfehler im Verständnis der Ursachen für den Aufstieg der Nationalsozialisten ist der, dass man dies immer der Hyperinflation zuschreibt. Diese erreichte 1923 ihren Höhepunkt. Aber noch bei den Reichstagswahlen 1928 lag die NSDAP bei 2.6%. Dann kam 1929 der Schwarze Freitag und die Weltwirtschaftskrise, und eben Austerität à la Brühning.

Natürlich ist es nicht erstaunlich, dass man heute genau über diese offensichtlichen wirtschaftlichen Parallelen hinweggeht und erneut den Aufstieg der Rechten in einen kausal falschen Zusammenhang stellt. Sonst müsste man sich eben notgedrungen mit den Verwerfungen des Neoliberalismus und des Globalismus auseinandersetzen – was bekanntlich alle Verantwortlichen scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

Anonym
Anonym
Reply to  Pascal
26 Tage zuvor

Wenn ich was überhaupt nicht mag, sind es in Blogs oder FB oder X &Co. die ganz einfachen positiven Reaktionen. Also sowas wie „Super“, „Genau“, „Stimmt“, „Aber hallo“. Jetzt mach ich doch mal eine Ausnahme, ich wüsste nämlich nicht, was ich hizufügen könnte, um den Kommentar besser zu machen.

Brian
Brian
Reply to  Anonym
26 Tage zuvor

Ich schon.
Denn es wird nie einen Menschen geben, der je eine vollumfängliche und in sich absolut stimmige Analyse eines Zeitgeschehens liefern kann, zumal, wenn er nicht zur betreffenden Zeit gelebt hat. Eine solche Analyse wird immer vom eigenen Werdegang, den eigenen Überzeugungen, Erfahrungen, dem entsprechenden Fokus uvm. beeinflusst.
Es kann sich bei solchen Interpretationen also immer nur um Annäherungen handeln. Und genauso sehe ich z.B. den Kommentar des „Schwurblers“, dem ich in vielem auch beipflichten würde. Ebenso in Teilen dem von Pascal.
Aber der Überzeugung zu sein, alle Faktoren beachtet zu haben und eine Entwicklung detailgenau begründen zu können, halte ich doch für sehr fragwürdig. Da sind wir dann sehr schnell bei einer Argumentationsebene wie im MS.

Pascal
Pascal
Reply to  Brian
26 Tage zuvor

Das ist klar, die genauen inneren Dynamiken, die damals herrschten, werden uns schon alleine aufgrund der unzureichenden Informationlage verschlossen bleiben.

Das ist Forschungsgebiet von Historikern, Wirtschaftswissenschaftler und Soziologen. Es ist immer eine Gratwanderung, bei einer solchen Analyse Kausalität von Korrelation abzugrenzen. Wäre die Wissenschaft ihren Werten treu geblieben, erfolgte solche Forschung unideologisch und ergebnisoffen. Dass schon dies heute nicht mehr so ist, hat natürlich massgeblich dazu beigetragen, dass das, was auch die Rebellen hier tun mittlerweilen moralisch und zunehmend auch rechtlich delegitimiert wird.

Zu erkennen ist sicherlich unbestreitbar, dass die Schlussfolgerung des Mainstreams, die Hyperinflation sei kausal verantwortlich für den Aufstieg der NSDAP so nicht haltbar ist.

Aber ebenso unbestreitbar ist, dass die NSDAP bzw. Vorläuferorganisationen, Freikorps etc schon lange vor der Weltwirtschaftkrise 1929 als Machtfaktor mit einer gewissen Relevanz vorhanden waren. Das wurde vermutlich schon damals vielen Zeitgenossen erst richtig bewusst, als 1922 Walter Rathenau ermordert worden war.

Und trotz der unbestreitbaren Tatsache, dass wir niemals eine allumfassende und kohärente Erklärung für die Geschehnisse der Vergangenheit werden finden können, sind wir dennoch angehalten, genau dies zu tun. Wie sonst wollte man denn aus der jeweiligen Geschichte lernen und sich als Zivilisation nicht nur weiterentwickeln, sondern auch einem neuerlichen Zivilisationsbruch wie während 1933 und 1945 zuvorkommen.

Meiner Auffassung nach ist die Weigerung zur Analyse, zu Vergleichen und der Suche nach Parallelen in der Geschichte, eine massgebliche Ursache für all die Probleme, die wir heute erleben.
Und es ist nicht nur eine Weigerung oder ein Unaufmerksamkeit, dass diese Analyse ausbleibt – sie wird mit falscher Moral diskreditiert.

Roberto hat schon mehrere Male ganz korrekt darauf hingewiesen, dass diese Vergleiche notwendig sind zum Verständnis des Geschehens und auch nicht implizieren, dass man die zu vergleichenden Verhältnisse damit gleichsetzt.

Dies nicht zuzulassen, egal wie man das argumentativ rechtfertigen möchte, sind der Beginn von Denkverboten.

Last edited 26 Tage zuvor by Pascal
Brian
Brian
Reply to  Pascal
26 Tage zuvor

Meiner Auffassung nach ist die Weigerung zur Analyse, zu Vergleichen und der Suche nach Parallelen in der Geschichte, eine massgebliche Ursache für all die Probleme, die wir heute erleben.

Unbestritten. Aber eben nicht nur auf politisch-medialer (bzw. ‚öffentlicher‘), sondern auch maßgeblich auf privater Ebene.
Wo im ‚öffentlichen‘ Diskurs mehrheitlich absichtlich gehandelt werden dürfte, erlebe ich in der privaten Auseinandersetzung regelmäßig die Weigerung, sich ernsthaft mit z.T. ‚unangenehmen‘ Dingen zu beschäftigen, zuzuhören und sein Gegenüber ernst zu nehmen.
Ich fühle mich dann regelmäßig in die (deutsche) Filmwelt der 50er Jahre – mit ihrer Flut von ‚Heimatfilmen‘ – zurückversetzt, in der man hübsch an der Oberfläche blieb und sich bloß nicht mit den Geschehnissen der jüngeren Vergangenheit auseinandersetzen wollte, obwohl es bitter nötig gewesen wäre.
Einer der Gründe, warum m.M.n. die entsprechenden Traumata kontinuierlich von einer Generation an die nächste weitergegeben werden.

Aber ebenso unbestreitbar ist, dass die NSDAP bzw. Vorläuferorganisationen, Freikorps etc schon lange vor der Weltwirtschaftkrise 1929 als Machtfaktor mit einer gewissen Relevanz vorhanden waren.

Auch da : Zustimmung.
Da braucht man sich ja nur mal etwas näher mit dem preußischen Militarismus, dem Kaiserreich und den Hohenzollern zu beschäftigen.

Das ist Forschungsgebiet von Historikern, Wirtschaftswissenschaftler und Soziologen.

Nicht allein. Wohin die vermeintliche Deutungshoheit z.T. selbsternannter ‚Experten‘ führen kann, durften wir in den letzten Jahren ja live und in Farbe erleben. Und es enthebt den Einzelnen auch nicht davon, sich von vielem ein eigenes Bild zu machen und ein eigenständiges Leben zu führen.
Sonst kommen wir eben zu den schon zitierten Ursachen der heutigen Probleme.

 Wäre die Wissenschaft ihren Werten treu geblieben

Ich kann mich da nur wiederholen : genausowenig, wie es eine allgemeingültige Übereinkunft der so häufig beschworenen ‚westlichen‘ oder ‚demokratischen Werte‘ gibt, genausowenig hat es solche jemals in DER Wissenschaft gegeben. Dafür sind die verschiedenen Sparten derselben, sowie die in ihr Tätigen viel zu inhomogen.
Und eine nicht allzu geringe Anzahl sogenannter Wissenschaftler dürfte auch vom Willen zur Karriere, Ruhm, ‚Macht‘ und Geld getrieben sein.

Jau
Jau
Reply to  Brian
25 Tage zuvor

Ich fühle mich dann regelmäßig in die (deutsche) Filmwelt der 50er Jahre – mit ihrer Flut von ‚Heimatfilmen‘ – zurückversetzt, in der man hübsch an der Oberfläche blieb und sich bloß nicht mit den Geschehnissen der jüngeren Vergangenheit auseinandersetzen wollte, obwohl es bitter nötig gewesen wäre.

Einer der Gründe, warum m.M.n. die entsprechenden Traumata kontinuierlich von einer Generation an die nächste weitergegeben werden.

Das mag zwar bitter nötig gewesen sein. Liegt aber in der Natur der Sache, dass es nicht so einfach geht.
Das Bewusstsein ist in der Breite, was traumatische Erfahrungen anrichten und wie man sie im Einzelnen behandelt, noch gar nicht so alt.
Wer ist schon ganz ganz?

Clarisse
Clarisse
Reply to  Brian
25 Tage zuvor

Ich fühle mich dann regelmäßig in die (deutsche) Filmwelt der 50er Jahre – mit ihrer Flut von ‚Heimatfilmen‘ – zurückversetzt, in der man hübsch an der Oberfläche blieb und sich bloß nicht mit den Geschehnissen der jüngeren Vergangenheit auseinandersetzen wollte, obwohl es bitter nötig gewesen wäre.

Diese Heimatfilme hatten einen Zweck, und den haben sie gut erfüllt. Es wurde eine positive Grundstimmung erzeugt und den Menschen wieder Ziele vorgegeben, deren Erreichen für sie wünschenswert war. Letztendlich war das was damals passiert ist für viele unfassbar, im wahrsten Sinne des Wortes. Was natürlich nicht dagegen spricht sich trotzdem um die Aufklärung zu kümmern, aber mit einigem Abstand.

So etwas wie die Heimatfilme, gerne auch etwas intelligenter, fehlt uns ja jetzt. Wir reden von 1984 und Brave New World, wo sind die positiven Utopien ??

Brian
Brian
Reply to  Clarisse
25 Tage zuvor

@Jau & Clarisse
Ihr liegt sicher beide nicht falsch mit euren Ausführungen und trotzdem greifen mir diese zu kurz. Es geht nicht um eine vollumfängliche ad hoc-„Aufarbeitung“, sondern um eine minimale Offenheit und grundsätzliche Bereitschaft, sich mit den entsprechenden Dingen auseinanderzusetzen. Daß dies nicht in kurzer Zeit zu bewerkstelligen ist, halte ich für eine Selbstverständlichkeit, gerade bei derart traumatisierenden Ereignissen.
Aber wenn man diesen notwendigen Schritt zur – ich nenne es mal – Heilung nicht geht, ist alles weitere Makulatur.
Und, ehrlich gesagt, kotzt es mich einfach immer wieder an, wieviel Verständnis regelmäßig denjenigen entgegengebracht wird, die bei solchen Geschehnissen entweder aktiv mitgemacht haben, mitgelaufen sind oder einfach nur den Schwanz eingezogen haben, während den anderen sinngemäß bedeutet wird, daß man Geduld und Verständnis haben oder daß jetzt auch einfach mal gut sein muss.
Mir geht es nicht um Revanche o.ä., aber einfach zur Tagesordnung übergehen werde ich auch nicht.
Die letzten 4 Jahre gibt mir niemand zurück. Und wofür war dieser ganze Irrsinn gut, wenn nur die wenigsten etwas daraus lernen ?
Nee, wenn jemand (und das waren nicht wenige) so richtig Scheiße gebaut hat, muss man auch darüber reden.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Pascal
26 Tage zuvor

Ein ganz grosser Denkfehler im Verständnis der Ursachen für den Aufstieg der Nationalsozialisten ist der, dass man dies immer der Hyperinflation zuschreibt. Diese erreichte 1923 ihren Höhepunkt. Aber noch bei den Reichstagswahlen 1928 lag die NSDAP bei 2.6%. Dann kam 1929 der Schwarze Freitag und die Weltwirtschaftskrise, und eben Austerität à la Brühning.

Soweit ist das plausibel, aber m.M.n. unvollständig.

Was fehlt ist der Versailler Vertrag, von den Nazis „Schanddiktat“ genannt, welcher einerseits gigantische Reparationsleistungen von der Weimarer Republik forderte, gleichzeitig aber die deutsche Wirtschaft an die Kette legte, um sich die Konkurrenz wie vor WWK I vom Halse zu halten.
Womit sollten denn diese Reparationen getilgt werden, wenn die deutsche ( unzerstörte ) Wirtschaft nicht auf Vorkriegsniveau produzieren durfte?

Beides zusammen ist die Quadratur des Kreises und kann nicht funktionieren.
Ein gewisser John Mainard Keynes hat das damals erkannt aber vergeblich angeprangert und vor der Katastrophe des 2.Weltkriegs gewarnt.

Im Prinzip ist das Versailler Vertragswwerk der Vorläufer des IWF, der US / EU- Schlägertruppe ggü em globalen Süden.

Der Schwurbler
Der Schwurbler
Reply to  Pascal
25 Tage zuvor

Ich stimme nur bedingt zu. Die Wirtschaft ist zweifelsfrei ein elementarer Faktor. Aber ohne uns Menschen geht es nicht! Mir kam es schlicht darauf an, zu zeigen, dass nicht nur ein paar Hanseln für neuen Faschismus verantwortlich sind. Das ist meine Lehre aus dem Schicksal meiner Familie (Opa blieb in Stalingrad, der andere Opa hatte nach englischer Gefangenschaft mächtig Probleme, der Sohn vom toten Opa heiratete die einzig Überlebende einer Leningrader Familie. Und keiner war irgendwie an irgendwas beteiligt?) Heute sieht es so aus: viele meiner Freunde gehen demonstrieren gegen die AfD und jammern zugleich über die Verrohung der deutschen Politik. Gegen Corona hätten sie demonstriert, aber da wären sie ja mit AfD auf der Straße gewesen. Meine Tochter betreibt cancel culture als stramme Grüne – ich existiere nicht mehr für sie. Letztlich sind wir alle nur in der Lage, unseren Blickwinkel weiterzugeben. Das finde ich auch gut, dort wo sich die meisten treffen, wird wohl die größte Chance auf Sinn sein. Das Wort Wahrheit kann jeder beanspruchen und macht es eben auch, es ist eine Hure und kein vernünftig verwendbarer Begriff. Und den Sinn suchen wir angeblich nicht normalen Menschen in dieser „zivilisierten“ Welt ja ziemlich offensichtlich.

Brian
Brian
Reply to  Der Schwurbler
24 Tage zuvor

 Aber ohne uns Menschen geht es nicht!

 Und keiner war irgendwie an irgendwas beteiligt?

Das ist m.E. auf den Punkt gebracht. Mir werden viele Diskussionen oder Analysen auch mit zuviel Abstraktheit oder vermeintlicher Objektivität geführt. Das ist zwar manchmal auch durchaus legitim, bringt einen meist aber auch nicht wirklich weiter.
Jochen Kirchhoff hat das mal ‚Subjektblindheit‘ genannt. Zwar v.a. in Bezug auf ‚Wissenschaft‘, aber ich würde das auf wesentlich mehr Bereiche ausweiten. Da braucht man sich ja alleine nur mal Politik und ‚Berichterstattung‘ anzugucken. Die haben mit meiner konkreten Lebenswelt nur wenig Berührungspunkte. Auswirkungen allerdings schon.

Art Vanderley
Art Vanderley
26 Tage zuvor

Geschichte wiederholt sich hier schon ein wenig, als Abklatsch, gottseidank, nur eben nicht nur von rechts.
Die Arroganz der sog. Mitte hatten wir auch schon in der Weimarer Republik, und der damalige Stalinismus spiegelt sich heute in der Idenditätspolitik- auch die Schwäche des Liberalismus erinnert an seinerzeit, genauso wie das lange Versagen der Sozialdemokratie.
Zum Glück kocht nur alles auf deutlich kleinerer Flamme…

Wütender Bürger
25 Tage zuvor

Vielleicht sollte man dem sogenannten Journalisten Herrn Fuhst mal stecken, daß es auch vor 2 Jahren Überlebende des Nazi-Terrors und deren Nachfahren gab, die in der unsägliche Hetze, Diffamierung und Drangsalierung von Menschen einer bestimmten Minderheit Parallelen mit dem Beginn eben jenes Nazi-Terrors sahen.

Das Verbrechen dieser Menschen vor 3 Jahren: sie nahmen für sich das Recht in Anspruch, „nein“ zu einem umstrittenen und zweifelhaften medizinischen Präparat zu sagen.

Aber davon darf natürlich nicht berichtet werden, denn Personen, die so etwas sagen, sind natürlich ultra-rechte Spinner und selber Nazis, egal ob Überlebende des Holocaust oder nicht. 😡