Umzüge

Ich bin in meinem Leben schon sehr oft umgezogen. Von meinem Geburtsort in Süddeutschland nach Frankfurt am Main, wo ich Zivildienst gemacht anschließend studiert und schließlich viele Jahre gearbeitet habe. Dieser Umzug nach Frankfurt war mein erster Aufbruch, denn mir klar, in der schwäbischen Enge möchte ich nicht bleiben. Ich bin auch kein Schwabe. Zumindest hat man mir das in Schwaben immer zu verstehen gegeben. Du bisch neigschmeckt. In der zweiten Generation zwar, aber eben doch “nicht von hier”.

Die Herkunft ist in Schwaben eine wichtige Angelegenheit. Meine Eltern sind aus der DDR. Sie haben noch vor dem Mauerbau rüber gemacht, wie man damals sagte. Das war ihr großer Umzug. Sie wollten in den freien Westen und landeten in der besagten schwäbischen Enge. Sie konnten keinen Ton Schwäbisch, was ein Integrationshindernis darstellte. Schwaben können dafür kein Hochdeutsch. Auch das stellt vielfach ein Integrationshindernis dar, wenn sie sich außerhalb ihrer Region aufhalten. Außerhalb von Schwaben gilt Schwäbisch als unsexy, in Schwaben dagegen als höchste und edleste Manifestation menschlicher Kultur.

Das richtige und das nicht richtige Deutschland

Es gab in der alten BRD die Ansicht, es gäbe das richtige Deutschland und das nicht richtige Deutschland. Meine Eltern waren aus dem nicht richtigen Deutschland und gehörten damit irgendwie auch nicht richtig dazu. Diskrimninierung war schon immer eine besondere Stärke der Deutschen – auch untereinander.

Innerhalb Frankfurts bin ich ebenfalls vielfach umgezogen, zwischenzeitlich auch mal ins Ausland, dann wieder zurück. Der Wohnungsmarkt in Frankfurt ist dauerhaft schwierig, Wohnraum knapp und teuer. Ich habe in WGs gewohnt, dann mal zusammen mit meinem Freund, mal allein, dann wieder WG. Frankfurt ist insgesamt deutlich besser als sein Ruf.  Ich habe mich dort  wohl gefühlt.

Berlin ist scheiße

Dann zog ich nach Berlin. Das war ein Fehler, denn Berlin ist scheiße. Berlin ist dreckig, assig, drogensüchtig, verseucht, korrupt. Wenn man für ein Wochenende in die Stadt kommt, sich die Birne kräftig fett macht und durch die Clubs zieht, mag man die Stadt cool und sympathisch finden. Wenn man hier ein normales Leben führen möchte, dann nervt Berlin einfach nur. In Berlin funktioniert nichts außer die narzistische Spiegelung. Berlin findet sich selbst toll, obwohl es absolut nichts auf die Reihe bekommt. Berlin glaubt, das hätte Charme – ich kann versichern, das hat es nicht.

Jetzt ziehe ich wieder um, packe Sachen, entledige mich vieler Dingen, sortiere aus. Es befreit. Man braucht eigentlich nur wenig, besitzt aber viel. Ich reduziere mich wieder einmal. Ich verlasse Berlin und bin nicht traurig. Ich verlasse auch Deutschland und auch das stimmt mich nicht traurig.

Das, was kommt, ist selbstverschuldet …

Das, was dieser Stadt und was auch Deutschland in den nächsten Jahren bevorsteht, ist nicht schön. Das Schlimme ist, es ist selbstverschuldet. Man könnte das bevorstehende Schicksal ganz einfach abwenden, wenn Politik etwas vernünftiger agieren würde. Aber Deutschland will gerade nicht vernünftig sein. Auch Deutschland glaubt, diese Idiotie hätte Charme. Auch hier kann ich versichern, das hat es nicht. Es ist bedauernswert und dumm.

Ich wünsche mir für mich bessere Zeiten als die, die Deutschland bevorstehen. Ich wünsche auch den Deutschen von Herzen bessere Zeiten als die, die bevorstehen.  Dazu müssten aber noch viel mehr Deutsche die deutsche geistige Enge verlassen. Sie müssten Gedanken zulassen, die aktuell in Deutschland unzulässig sind. Auch deshalb ziehe ich um. Ich ziehe vor allem aber deshalb um, weil es in Deutschland immer gefährlicher wird, eine vom Mainstream abweichende Meinung zu haben. Und ich habe bei vielen Themen eine stark abweichende Meinung. Ich habe sie mir gebildet, in dem ich mich auseinandergesetzt habe. Meine Meinung  ist daher begründet. So etwas geht in Deutschland in dieser Zeit nicht. Man muss mit der Menge schreien, sonst gilt man als Querulant, Außenseiter und Störer.

…denn Deutschland fehlt es an Freiheit. 

Wer aber mit dem Strom schwimmt, der merkt diesen Konformitätsdruck freilich nicht, hält sich selbst und Deutschland für frei. und die Speerspitze der Demokratie. Das ist das Tragische an der Konstellation. Das ist auch das Tragische an Berlin. Man kann hier so viel machen. Drogen nehmen, die Nächte durchtanzen, nichts arbeiten, in Drag auf die Straße gehen, überall Sex haben – das erleben viele als Freiheit. Wer das aber nicht für den letzten Ausdruck der Freiheit hält, wird schnell die Enge Berlins fühlen. Denn wenn man das benennt, dann wird das tolerante queere Berlin zur rasenden Furie, welche dir mit aller Kraft auf die Fresse haut, damit du nie wieder dein dummes Maul aufmachst. Die Toleranz der Toleranten ist ein beklemmend enger Korridor.

Als ich damals die schwäbische Enge verlassen habe, dachte ich, ich hätte den Konformitätsdruck hinter mir gelassen. Ich dachte, es wäre das Schwäbische, was einengt. Aber das war falsch. Es ist das Deutsche. Deutschland trägt in diesen Jahren eine aufgesetzte Toleranz gegenüber LGBT und PoC zur Schau. Refugees jeder Art sind welcome. Aber die deutsche Kultur ist in ihrer jetzigen Verfassung absolut intolerant gegenüber abweichenden Meinungen, wobei der Ton und Duktus gegenüber Menschen mit abweichenden Meinungen immer rauer und aggressiver wird. Das ist eine ungute Entwicklung. Ich glaube, meine Eltern sind damals in den Westen gegangen, weil sie die aktuelle Entwicklung hier damals für  ihr Leben in der DDR befürchteten. Jetzt ziehe ich um, den Deutschland ist ein sehr enges und unfreies Land. Und Berllin? Berlin ist scheiße.

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Gert-Ewen Ungar

Gert Ewen Ungar legte sich kurz nach dem Abi sein Anagramm zu. Er und seine Freunde versprachen sich damals bei einem Kasten Bier, ihre Anagramme immer für kreative Arbeiten zu verwenden. Dass sein Anagramm jemals mehr als zehn Leuten bekannt werden würde, war damals nicht abzusehen und überrascht ihn noch heute. Das es dazu kam, lag an seinem Blog logon-echon.com. Mit seinen Berichten über seine Reisen nach Russland stiegen die Zugriffszahlen und es entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit RT DE. Anfang 2022 stieß er zu den neulandrebellen und berichtet über Russland, über Politik, über alles Mögliche.

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Horst Kevin
Horst Kevin
3 Monate zuvor

Berlin ist scheiße.

Genau deshalb habe ich Berlin schon vor Jahren den Rücken gekehrt.
Da ich die Vorteile eher nicht mehr nutzte, überwogen die Nachteile.

Nun hab ich bezahlbaren Wohnraum und muß mein Leben nicht mehr im Stau und bei der Parkplatzsuche verdaddeln.

Die Menschen, mit ihren guten wie schlechten Seiten, sind eher die gleichen.

Wenns mir zu bunt wird, schallts aus mir: „Im Winter ist der Pommer. noch blöder als im Sommer!“ Dann gehts mir wieder besser. 😉

Ich wünsche dir aufrichtig viel Glück, bleibe aber zurück, weil ich die Frage nach dem gelobten Land noch immer unbeantwortet sehe.

Viele Grüße!

Suzie Q
Suzie Q
Reply to  Horst Kevin
3 Monate zuvor

Ich war dort, im gelobten Land, einige Jahre, mal in diesem mal in jenem. Das Beste ist die Erfahrung und die sich daraus entwickelnde Autonomie. Ohne Irrungen geht das aber auch nicht. Und gelobt ist immer das andere Land!

Hier ist nichts besser – außer der Möglichkeit, jederzeit wieder weg zu gehen, die in den meisten gelobten Ländern niemand so ohne Weiteres hat.

Nur, Frustration ist als Motiv zu wenig. Das geht auf Dauer nicht gut, da sie mit auswandert.

Last edited 3 Monate zuvor by Suzie Q
Walter Grossmann
Walter Grossmann
Reply to  Suzie Q
3 Monate zuvor

Daumen Hoch für Dein statement !

Cetzer
Cetzer
Reply to  Horst Kevin
3 Monate zuvor

Berlin

ist das DurchhängeSchild der Nation

Wütender Bürger
Wütender Bürger
3 Monate zuvor

Deine absolut verständliche Verbitterung ist nicht zu übersehen bzw zu überlesen.

Ich habe in meinem Leben bis auf wenige Wochen Urlaub bisher nicht in anderen Ländern gelebt, und Aufenthalte als Tourist können kaum einen Einblick in den normalen Alltag von Menschen geben, ihre alltäglichen Sorgen und Probleme und das politische Geschehen erkennen lassen, in dem sie — oft auf Gedeih und Verderb — eingebunden sind.

Trotzdem kann ich sagen, daß ich mich hier schon seit vielen Jahren ebenfalls nicht mehr wirklich heimisch und wohl fühle. Das (Deutsch)Land, in dem ich aufgewachsen bin, das ich als Heimat lieben und schätzen gelernt hatte, ist unwiederbringlich verloren. Es wurde nach und nach zerstört von Politikern (m/w/d), die ins Bett der Wirtschaft und Industrie stiegen, denen Unternehmensgewinne wichtiger waren als eine Politik, die dem Attribut „sozial“ im Namen ihrer Partei gerecht würde, die von einer „marktkonformen Demokratie“ statt einer „demokratiekonformen Marktwirtschaft“ träumten, und die sich zum Verbessern ihre eigenen wirtschaftlichen Situation zu Sockenpuppen fremder Staaten machen ließen.

Und es wurde durch Millionen Menschen zerstört, die all das wie Lemminge hinnehmen, geschehen und mit sich machen lassen, die alle vier Jahre brav ihre Kreuzchen an eben der Stelle machen, die von der Familientradition vorgegeben wird, statt ihre Meinung an der Urne und ihren Unmut auf der Straße kundzutun, die nach oben katzbuckeln und nach unten treten, und die jede andere Meinung mit Weihwasser besprühen müssen, weil sie Todesängste angesichts konträrer Gedanken verspüren.

Gerade der letzte Punkt wurde durch Corona und jetzt durch den Krieg in der Ukraine auf eine nie dagewesene Stufe gehoben.

Ja, ich kann Dich sehr gut verstehen.

Auch ich würde gerne fort, doch leider ist es mir das Auswandern nicht so einfach möglich. Mir fehlen Geld, Kontakte und Sprachkenntnisse. Außer Deutsch, Englisch und etwas, das sich mit sehr viel gutem Willen auf Seiten der Zuhörer als rudimentäres Französisch anhören könnte, spreche und verstehe ich nichts. Alleine diese sprachliche Einschränkung reduziert die für mich infrage kommenden Ziele auf Null, denn mir fällt kein Land ein, in dem eine dieser Sprachen gesprochen wird, und in dem nicht ähnlich miese Zustände herrschen wie hier.

Ich wünsche Dir eine gute Reise und viel Glück in Deiner neuen Wahlheimat! Und ich hoffe, Du bleibst den NLR weiterhin als Bereicherung erhalten!

Rotewelt
Rotewelt
Reply to  Wütender Bürger
3 Monate zuvor

Du könntest zum Beispiel nach Schweden ziehen, dort spricht jeder Englisch. Oder nach Holland, wo Englisch auch weit verbreitet ist, aber die meisten zumindest auch ein bisschen Deutsch sprechen. Nun mögen die ansonsten lockeren, geselligen und toleranten Niederländer uns Deutsche nicht wirklich und in Schweden, wo die Menschen deutlich reservierter, aber angenehm gelassen sind, weiß man nicht, wie es politisch weitergeht, dort ist das Bargeld schon weitgehend abgeschafft, was einer digitalen Überwachung und der von den „Eliten“ geplanten Kontrolle und dem in anderen Ländern bereits getesteten Social Credit System natürlich in die Hände spielt.

Tom J. Wellbrock
Reply to  Wütender Bürger
3 Monate zuvor

Und ich hoffe, Du bleibst den NLR weiterhin als Bereicherung erhalten!

Gert ist jetzt unser offizieller Auslandskorrespondent.

Last edited 3 Monate zuvor by Tom J. Wellbrock
nadennmallos
nadennmallos
3 Monate zuvor

Schade, ein schlauer und denkender Mensch weniger. Aber auch verständlich, nicht mit dem Schiff untergehen zu wollen. Ich wünsche Dir ganz viel Glück!!

Cetzer
Cetzer
Reply to  nadennmallos
3 Monate zuvor

Auch ich wünsche viel Glück!
Gütlicher Rat: Je nach Zielland muss man sich gesundheitlich (in weiterem Sinne) umstellen. Von Schuh- bzw. Kleidungsgrößen bis zur Sonne, d.h. eimerweise Sonnencreme oder gezieltes Sonnen, ggf. Vitamin D Zufuhr (Lecker, Lecker Lebberdraan !) oder Lampen als Sonnenersatz zur Stimmungsaufhellung, in Skandinavien weit verbreitet.
Erfahrungsgemäß gibt es dann nach einigen Jahren etwas aus der Heimat, das einem immer mehr fehlt (Schwarzbrot ?); So wie es jetzt aussieht (Re-Globalisierung) könnte es mit einfach Kaufen schlecht aussehen.

Gisela
Gisela
3 Monate zuvor

Ich verstehe das. Aber ich kann irgendwie gar kein „gelobtes Land“ sehen, wo es so viel besser ist.

Rotewelt
Rotewelt
3 Monate zuvor

Ich kann deine Gründe für das Auswandern sehr gut verstehen. Selbst will ich auch nur noch weg. Nur habe ich noch nicht den Mut und sehe das „Projekt“ als zu groß an – habe ich die Kraft dafür? Auch weiß ich nicht, wie es in meinem Lieblingsland Frankreich weitergeht oder im Zweitlieblingsland Italien, daher zögere ich auch. Ich bin aus NRW, habe aber länger in Niedersachsen und Hessen gelebt. vor 15 Jahren wohnte ich für ein paar Monate in Berlin und wäre dort beinahe hängengeblieben, damals empfand ich das Leben dort noch als total angenehm. Heute bin ich froh, dort nicht geblieben zu sein. Stattdessen bin ich nach Freiburg gezogen und ich bin bis heute mit den Einheimischen nicht richtig warm geworden – die Mentalität passt nicht zu mir. Mir ging es jahrelang ebenfalls so, dass ich die Menschen hier als Grund für meine Probleme ansah, aber spätestens seit Corona weiß ich wie du, dass es Deutschland ist, nicht nur eine bestimmte Stadt. Mittlerweile empfinde die meisten Menschen hier als moralisch verkommen, als dumm und charakterlos, abgesehen von der schon immer festgestellten schrecklichen Obrigkeitshörigkeit, dem Kontrollwahn und der Blockwartmentalität. Um mich zu retten, auch vor dem endgültigen Niedergang dieses Landes, muss ich hier weg. Ich hoffe, bald und noch rechtzeitig den Dreh zu kriegen. Dir wünsche ich viel Erfolg bei der Auswanderung. Soll es ein Geheimnis bleiben, wohin es dich zieht?

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Rotewelt
3 Monate zuvor

Da wir quasi Nachbarn sind (NRW), sollten wir uns vielleicht mal treffen und über ein gemeinsames Auswandern nachdenken. Wir müssen deswegen ja nicht heiraten¹, aber zu zweit fällt so ein großes Unternehmen oft leichter.

(¹ Obwohl ich sogar nach einer gescheiterten Ehe bereit wäre, eine reine Zweck-Ehe² einzugehen, wenn damit das Auswandern bzw Einwandern leichter wird!)

(² Selbst Gert würde ich auf dem Papier heiraten, wenn das etwas brächte!)

Last edited 3 Monate zuvor by Wütender Bürger
Rotewelt
Rotewelt
Reply to  Wütender Bürger
3 Monate zuvor

Ich bin aber schon lange nicht mehr in NRW! 😉

spartacus
spartacus
Reply to  Rotewelt
3 Monate zuvor

Dann bist Du doch fast schon in deinem Lieblingsland angekommen. Die paar Kilometer zum austesten köntest Du doch wagen. Eine alte frankophile Freundin von mir hat mit ihrem Mann, einem agyptischen Mainzer, auch eine Zeit lang in der Nähe von Freiburg gewohnt, inzwischen ist sie auch in Frankreich gelandet.
Eigentlich fanden sie es wohl schon ganz schön da unten. Ich erinnere mich allerdings noch, daß ihnen die ständige sprachliche Verniedlichungsform auf den Wecker ging. Er hat dann irgendwann mal vom „Kernkraftwerkle“ gesprochen, jenes französische, das man sehen kann, wenn man von Süden Richtung Freiburg fährt. Das fanden die überhaupt nicht lustig.

Rotewelt
Rotewelt
Reply to  spartacus
3 Monate zuvor

Ja, ich habe mich immer weiter nach Süden vorgearbeitet. „Kernkraftwerkle“ habe ich noch nie gehört, hahaha, also wirklich. 😉 Nur die üblichen Verniedlichungen, mit denen ich mich auch nicht anfreunden kann, obwohl ich manchmal darüber lachen muss.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Rotewelt
3 Monate zuvor

Zu Frankreich: dorthin auszuwandern sollte wirklich gut überlegt sein! Wer glaubt, deutsche Polizisten gehen schon übel mit Demonstranten um, sollte besser keine Nachrichten und Videos aus Frankreich schauen. Die dortigen „Flics“ verhalten sich teilweise wie der bei uns sogenannte „schwarze Block“ auf Steroiden! Z.B. wurden Menschen, die während des großen Wegsperrens, alias Lockdown, nur zum Rauchen vor die Tür gegangen sind, von mehreren schwer bewaffneten Polizisten wieder zurück in ihre Hausflure geprügelt!

Auch bei anderen Gelegenheiten und Demonstrationen handeln die dortigen „Ordnungshüter“ nach der Devise „erst schießen, dann fragen!“, und das ist wörtlich gemeint: Berichte über regelrechte Straßenschlachten in Frankreich, bei denen die oft sogar tödliche Gewalt eindeutig von Seiten der Polizei ausging, haben sich in den letzten Jahren vermehrt. Da wird gerne mal mit Gasgranaten direkt auf Personen gezielt und es wird illegale Munition eingesetzt.

Soviel guten Wein und Käse kann Frankreich mir nicht bieten, daß ich dort leben möchte!

Rotewelt
Rotewelt
Reply to  Wütender Bürger
3 Monate zuvor

Ich weiß, ich habe einen Freund in Paris, der mich auf dem Laufenden hält, und auch selbst entsprechende Artikel gelesen, es ging dort auch gegenüber den Gilets jaunes sehr brutal zu. Auch ein Grund, warum ich immer noch ein bisschen zögere. Ansonsten kann man dort aber unbehelligter leben (ich war 2020 und 2021 im Urlaub dort und die Menschen nahmen Abstand und Gesichtslappen viel lockerer und niemand sagte was, auch nicht im Supermarkt etc.), und ich denke, der kleine Monarch kann sich derartige Gewaltexzesse der „Ordnungshüter“ jetzt nicht mehr erlauben. Ich würde auch nicht in eine Großstadt ziehen.

spartacus
spartacus
Reply to  Wütender Bürger
3 Monate zuvor

Naja, man geht doch sicher nicht in ein anderes Land, um gleich zu demonstrieren.
Und die andere Seite der Medaille ist ja, daß die Franzosen auf der Straße auch noch ordentlich rebellieren. Das sind ja keine Peaceniks mit Lichterketten, die nur ihren Text aufsagen und dann brav nach Hause gehen.

Last edited 3 Monate zuvor by Spartacus
Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  spartacus
3 Monate zuvor

Naja, man geht doch sicher nicht in ein anderes Land, um gleich zu demonstrieren.

Aber das Abschätzen der Möglichkeit könnte ein gutes Kriterium sein. Nicht daß man ganz schnell bemerken muß, vom Regen in die Traufe geflüchtet zu sein.

Die französische Huhn-Ei-Frage würde ich mir nicht zutrauen einzuschätzen, würde mich aber wundern, wenn die positiver als hierzulande aussehen würde.

PS: Das würde für mich auch eher ein Ausschlusskriterium für Russland sein, es sei denn, die Wahl fällt auf die letzte Ecke Sibiriens, wo man den ganzen Tag schmutzigste Lieder singen kann und es höchstens den nächsten Bären nervt.

Last edited 3 Monate zuvor by Horst Kevin
spartacus
spartacus
Reply to  Horst Kevin
3 Monate zuvor

Das ist wohl war. Auch wenn ich die Haltung Rußlands politisch nachvollziehen kann, möchte ich auch nicht in einem Land leben, in dem man für ein halbes Gramm Cannabisöl für neun Jahre in den Bau geht.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  spartacus
3 Monate zuvor

Auch wenn ich die Haltung Rußlands politisch nachvollziehen kann, möchte ich auch nicht in einem Land leben, in dem man für ein halbes Gramm Cannabisöl für neun Jahre in den Bau geht.

Naja, man sollte sich schon im Ausland an deren Spielregeln halten, statt mit der Tür ins Haus zu fallen, weil das im Herkunftsland so üblich ist.

Möglicherweise haben die Russen aber auch nur die Regeln des „Assange-Mikado“ begriffen und es trifft nur „besonders hochwertige Exemplare der Gattung Homo Amerikanus“.
In Krisenzeiten hat Tauschwirtschaft immer Konjunktur. 😉

Last edited 3 Monate zuvor by Robbespiere
Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  spartacus
3 Monate zuvor

Ja, es gibt Momente, das beneide ich die Franzosen um ihre Demonstrationswilligkeit!

Natürlich geht niemand in ein neues Land, um dort sofort zu demonstrieren. Aber wenn derartige Gewalt durch Ordnungskräfte an der Tagesordnung ist, ist ein Land weit davon entfernt, sich Rechtsstaat nennen zu dürfen. Und was dann noch alles an staatlicher Willkür geschieht, sieht das Ausland nicht.

Alles in allem ein Land, das sich nicht gerade anbietet für jemanden, der von Deutschland die Schnauze voll hat.

Du weist schon:

Regen… Traufe…

Last edited 3 Monate zuvor by Wütender Bürger
spartacus
spartacus
Reply to  Wütender Bürger
3 Monate zuvor

Deswegen präferiere ich ja auch die „Insellösung“, da die Entwicklung anscheinend ohnehin überall in die gleiche Richtung geht.

Pentimento
Pentimento
3 Monate zuvor

Dem muß ich zustimmen. Berlin ist Scheiße. Wenn man sich wie ein Jude im Nazideutschland fühlen will, dann ziehe man nach Berlin.

Dort versuche man mal mit einem Paket, das eine etwas ungewöhnliche Form hat (in meinem Fall eine Rolle mir Zeichnungen), in der Schlange vor einem Postschalter zu warten. Die Kommentare derer, die hinter einem stehen, lassen einem die Haare zu Berge stehen.

Meine Erfahrung: auch als Deutsche kann man sich in Berlin fremd und bedroht fühlen. Zum Glück fand ich eine Wohnung weit weg von Berlin. Aber Angst habe ich hier immer noch.

Viel Glück, Gert-Ewen. Etwas Besseres als hier, wirst Du überall finden.

Last edited 3 Monate zuvor by Pentimento
Roberto De Lapuente
Roberto De Lapuente
3 Monate zuvor

Danke für den schönen Text, mein lieber Gert. Pass auf dich auf.

Pen
Pen
Reply to  Roberto De Lapuente
3 Monate zuvor

Lieber Roberto,

warum erscheint mein Kommentar nicht?

Er handelte von meinen schlechten Erfahrungen in Berlin.

Ich wüßte gern, ist das ein Versehen oder Zensur?

Last edited 3 Monate zuvor by Pen
spartacus
spartacus
Reply to  Pen
3 Monate zuvor

Scheint ein technisches Problem zu sein (zumindest falls Heiko Maas nicht tatsächlich bei wordpress gelandet ist).
Mein Beitrag steht auch schon wieder zwei Stunden in der Warteschleife.

Pen
Pen
Reply to  spartacus
3 Monate zuvor

Zu Berlin, wo ich 5 Jahre gelebt habe, schrieb ich, ich fühlte mich dort wie ein Jude in Nazideutschland, immer gefährdet und voll Angst.

Ob das der Zensur zum Opfer gefallen ist?

Berlin IST Scheiße.

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  Pen
3 Monate zuvor

Wahrscheinlich hast Du ein Wort in benutzt, das den Zensoren bei WP nicht gefällt. Bei mir war es vor ein paar Tagen wohl das Wort „eksplohdiert“. (Diesmal habe ich es absichtlich so falsch geschrieben, wie es mir möglich war.)

Die Zensoren bzw die Algorithmen sind halt ein wenig plemplem.

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Wütender Bürger
3 Monate zuvor

Als ich die Überschrift las, hatte ich kurz die Hoffnung, daß es um den Umzug auf eine selbstbestimmtere Plattform geht.

Davon war kürzlich die Rede.

Horst Kevin
Horst Kevin
Reply to  Wütender Bürger
3 Monate zuvor

unfassbar, was so alles gefiltert wird…

spartacus
spartacus
Reply to  Wütender Bürger
3 Monate zuvor

Das dachte ich bei meinem Beitrag in „Verschwörungstheorien“ auch erst, denn es war tatsächlich ein diskriminierender Ausdruck drin, wobei es sich um ein Zitat handelte. Aber etwa einen halben Tag später erschien der Beitrag dann doch.
Diesmal gibts definitiv keinen diskriminierenden Ausdruck.

Roberto J. De Lapuente
Reply to  Pen
3 Monate zuvor

Darüber weiß ich nichts. Bin erst wieder seit einigen Stunden im Lande. Es war jedenfalls kein Kommentar von Dir in der Pipeline.

Pen
Pen
Reply to  Roberto De Lapuente
3 Monate zuvor

Lieber Gert,

Gratuliere zu Deinem Entschluß, den ich gut verstehen kann

Etwas Besseres als in Berlin wirst Du überall finden.

Viel Glück!

spartacus
spartacus
3 Monate zuvor

Da kann man nur frohes Gelingen wünschen. Im Grunde kann ich dir und den Kommentaren nur zustimmen. Auch ich hatte mich, wenn auch eher hypothetisch, wg. des aufkommenden totalitären Impfdruckes schon gefragt, wohin man auswandern könnte. Die Sprachbarriere ist natürlich ein Problem, wobei ich mir schon zutrauen würde, die ein oder andere Sprache halbwegs anzueignen. Das gilt allerdings nicht für Französisch. Eine Erwägung wäre Irland gewesen. Denke, da hat man nicht unbedingt was gegen Deutsche, aus Gründen, die wir besser beiseite lassen. 😉 Allerdings käme das dortige Englisch vermutlich dem Erwerb einer neuen Sprache gleich. Letztendlich ist das aufkommende neue Gesellschaftsmodell aber doch recht universal und da ich auch nicht glaube, daß die Menschen anderswo generell intelligenter sind und der Konformitätsdruck überall ähnlich ist, kann man dem kaum entgehen.
Deiner Einschätzung bzgl. Schwaben und Frankfurt kann ich zustimmen, die über Berlin fand ich recht deprimierend. Ich war jetzt schon über 10 Jahre nicht mehr dort und hatte mich dort immer sehr wohl gefühlt. Mir war immer klar, wenn von hier weg, dann dahin. Allerdings sage ich auch schon länger, daß mein Lieblingsberlin das alte West-Berlin ist. Ich fands echt herrlich. Auch in den Neunzigern war es schön, weil es aufgrund der Veränderung interessante Freiräume gab, allerdings war auch schon zu merken, daß sich alles, wie hier, so richtig kapitalistisch und zudem protzig entwickelt. Im alten Ost-Berlin war ich nur einmal. Das war natürlich ein wenig anders. Wir waren zu dritt unterwegs, nähe Palast der Republik und wir waren keine Punks oder irgendwie anders auffällig. Von einem Passanten wurden wir angesprochen „Ihr seid doch aus dem Westen.“ Ich war völlig verdutzt und fragte, woher er das weiß. Er meinte: „Das sieht man.“ Da wurde mir irgendwie klar, daß ich mich dort wohl weniger wohl fühlen würde, als im Westteil (Konformitätsdruck), auch wenn ich für 21 Mark dort sieben oder acht Bücher kaufen konnte.
Der entscheidende Punkt bei West-Berlin war wohl einfach der immer viel beklagte Inselstatus, der aus meiner Sicht zu großer Freiheit geführt hat. Und genau der ist m.e. die wahrscheinlich einzige Art, wie man dem aufkommendem Konformitätsdruck entgehen kann. Ein Freund überlegt, mit ein paar Leuten irgendwo in die Pampa zu ziehen, Pfälzerwald oder so. Ich denke in dem Zusammenhang eher an die Rhön. Aber auch da gilt der alte Spruch: „Die Rhön is schön. Doch ohne Rhöner wär se schöner.“

Wütender Bürger
Wütender Bürger
Reply to  spartacus
3 Monate zuvor

Irland ist in der Tat eine Überlegung wert. Es ist in der EU, Sprache und Klima sind kein Problem. Wenn nur die Mieten nicht so hoch wären: nach meiner Recherche zahlt man für 1 Zimmer-Apartments bis zu 1.500 Euro. Das wäre das doppelte von dem, was ich hier für 3-4 ZKB zahle. Da muss ich dann aber einen spendablen Arbeitgeber finden…

Robbespiere
Robbespiere
3 Monate zuvor

Hallo Gert,

ich kann deine Entscheidung absolut nachvollziehen.
Wer hier nicht mit dem Strom schwimmt, kommt immer schneller unter die Räder.
Wie ich vermute, wird dein Ziel Russland sein, wg. deiner Beziehung und deiner Sprachkenntnis bietet sich das zumindest an.

Wirst du auch weiterhin hier präsent sein?

Schließlich ist es wichtig, Informationen aus dem Land „des angeblich Bösen“ aus erster Hand zu bekommen, nicht dass wir am Ende noch auf den Spiegel oder die Bild angewiesen sind, um die „Wahrheit“ über diese Autokratie zu erfahren. 😉

Ich wünsche dir einen guten Übergang in dein neues Domizil und dass du den nötigen Abstand gewinnst.

Bis demnächst hoffentlich

Rob

Juergen Wehrse
Juergen Wehrse
3 Monate zuvor

Lieber Gert, vollstes Verständnis und viel Glück!
Habe den Eindruck, dass man die „Deutschen“ als Testballon benutzt: Wenn bei „diesen (dämlich-)gefügigen Deutschen“ mal die Leine reißt – Stopp. Aber bis es dazu kommt, lässt man erstmal viel Wasser den Rhein runterfließen. Zynisch? Die arbeiten mit ALLEN Mitteln. Psycho! Dann die Ohnmacht: Demokratische und vernünftige Kritik des einzelnen mag vielleicht auch mal toleriert, belächelt, geduldet oder – dezent platt gemacht werden: ernstgenommen wird sie aber eh schon lange nicht mehr. SEIT MERKEL, DIESER ( . . . Selbstzensur)! Der Mainstream marschiert seit dem PERMANENT im Gleichschritt und folgt der passenden, immer wieder neu angepassten Choreografie, samt Tempo und Takt, Trash und Tratsch – gerne und freiwillig! Wir sind am Arsch hier, momentan!

zoppo trumq
zoppo trumq
3 Monate zuvor

Berlin ist scheiße

In Berlin funktioniert nichts außer die narzistische Spiegelung. Berlin findet sich selbst toll, obwohl es absolut nichts auf die Reihe bekommt. Berlin glaubt, das hätte Charme – ich kann versichern, das hat es nicht.

Man was bin ich froh nach 2 Wochen Urlaub in ‚Westdeutschland‘ wieder hier in Berlin zu sein.
Ich finde es ein bisschen schade in totalitärem schwarz/weiß-Denken diese Stadt gleich als scheiße abzustempeln. Vermutlich hast Du Dein schwäbisch geprägtes Wunschleben hier nicht so realisieren können wie erhofft, und genau daran kränkelt diese Stadt. Jeder zugezogene möchte seinen Traum hier leben und merkt, dass das nicht so einfach funktioniert. Berlin ist eben nicht Fellbach, Feuerbach oder Frankfurt nur in viel cooler, wie man es eben haben möchte. Und die vielen Hergezogenen (egal woher vom Berliner als Schwaben bezeichnet) versuchen krampfhaft ihre Lebenswunschrealität hier auszuleben, was zu sehr viel Spannungen und Identitätsverlust dieser Stadt führt.
Vielleicht hast Du im falschen Kiez mit den falschen Leuten (hergezogenen Lebensraumgestaltern) gewohnt und abgehangen, was diesen Frust verstärkt.
Ich zumindest kenne keine andere Stadt, in der man mit seinen Mitbürgern (Einheimische und angepasste Zugezogene) so locker, offen und kommunikativ leben kann. Ich brauche nur vor die Tür zu gehen und lerne täglich so viele lustige, irre, frustrierte, interessante, (und noch viele Eigenschaften mehr) Leute kennen, wie man sie in anderen Städten über Jahre nicht kennenlernen würde.
Man muss nur eines sein: Offen für alles ohne jegliche Arroganz, Überheblichkeit und Bessermenschendenkweise.
Die ‚Schwaben‘ mit diesen Eigenschaften erkennt man schnell und sortiert sie aus dem sozialen Umfeld aus. Vergleiche „Bionade-Biedermeier“
https://de.wikipedia.org/wiki/Bionade-Biedermeier
Natürlich trifft man super coole Medien-manager und Werbeagentur-Chefs nicht Abends vor dem Späti oder auf der Parkbank in der Hasenheide, um dort Karriere- und Businessconnections zu machen, aber man trifft und lernt dort Leute kennen, zu denen man sehr herzliche und tolle Freundschaften entwickeln kann. Die triffst du im Berghain auf der Toilette beim gemeinsamen koksen, in der zugezogenen Paralellwelt.
Und da sind wir wieder beim Ausgangsproblem, das Wunschdenken eines Lebens hier.
Kann man sich an den einfachen und kleinen Dingen des Lebens erfreuen, mit Menschen deren Alltag ebenso gestaltet ist, ist Berlin meiner Ansicht nach eine tolle Stadt. Ich zumindest kann in Städten, wo im 18 Uhr der Bügersteig hochgeklappt wird und jeder für sich in seiner eigenen Ego-Blase lebt, nicht mehr leben.
Und ich gehe jetzt um 1 Uhr noch zum Späti um ein Bier zu kaufen, aber nicht weil ich keins mehr im Kühlschrank habe, sondern weil die Chance wieder irgendwelche Leute zu treffen, mit denen ich bis morgens um 2 auf der Straße über Masken, Impfe, Tupin, Gaspurtinen und schwarz/weiß-Denker quatschen kann, verdammt groß ist, auch wenn sie keinen akademischen Abschluß haben.
Die Neuberliner sollten sich nicht als Pippi Langstrumpf sehen und die Stadt so formen, wie es ihnen gefällt, sondern sie sollten sich als Gast bei Pippi Langstrumpf sehen und akzeptieren, dass „3 x 3 macht 6“ und „Jeder, der uns mag, kriegt unser 1 x 1 gelehrt.“ hier angesagt ist.
Berlin ist schon ganz nett, man muss es nur so nehmen, wie es ist, und nicht so haben wollen, wie man es gern hätte. Ansonsten sollte man eben einfach umziehen, aber nicht die Stadt pauschal verteufeln canceln.
Auf jeden Fall wünsche ich Dir einen guten Umzug und ein Lebensumfeld, was besser zu Dir passt, auch wenns Berlin leider nicht war.

marie
marie
Reply to  zoppo trumq
3 Monate zuvor

danke!

ich bin in den 70ern von leipzig nach berlin gezogen … ich wollte in die nähe der denker-und dichter-blase zu heiner müller und frank castorf&co.>>> die freiheit ihrer gedanken und die art ihres humors spüren >>> es war der richtige-wichtige schritt in meinem leben … es war wunderschön und niemals langweilig >>> bis zum mauerfall … als die schwaben&co. kamen

berlin besteht aus vielen blasen-dörfern … und doch bereichert es genau auch durch diese vielfalt >>> jetzt ist sie weg!!!!! der umzug von bonn nach berlin war der anfang vom ende

ich bin zu alt, um eine ganze stadt zu brauchen und habe zu viel erlebt, um irgendwas verpaßt zu haben zu glauben …

das leben ist IN MIR mit aller seiner inspiration >>> ich beobachte die spiele, die so um mich rum und weltweit laufen …

ich habe gelernt, was für mich richtig und was falsch ist …

Walter Grossmann
Walter Grossmann
3 Monate zuvor

Lieber Gert-Ewen Ungar, nun erträgst auch Du unser erbärmliches Deutsch-Mitteleropa auch nicht mehr.
Es gibt bereits einige, die diesen Emigrationsdruck hatten.

Bei mir (bin Österreicher) ist es so, dass ich mir altersbedingt schwer tue, noch eine neue Sprache zu lernen, muss aber sein.
Ich werde abhängig von der Entwicklung der nächsten Monate nach Serbien oder Russland gehen.

Übrigens kenne ich Berlin noch aus der Zeit, als die BRD Wehrdinstverweigerer dorthin migriert sind, das war nicht Weltstadt aber eine freundlich/kaltschnäutzig/bescheidene/antikapitalistische Atmosphäre; … so ändern sich die Zeiten.

Deinem Frust-Artikel stimme ich mit einer Einschränkung zu: 
Schwäbisch kann auch für Nicht-Schwaben SEXY sein !
Ich hatte zwei Jahre lang eine Liebesbeziehung zur einer Schwäbin.
Das war so, dass einer von uns wöchentlich zwischen Esslingen und Wien gependelt ist; also ordentlich anstrengend und muss wohl irgendeine Motivation gehabt haben.
Wenn ich mich richtig erinnere, war das Schwäbische Schwafeln der Schwäbin mit der most sexy aspect.

Dir und mir wünsche ich „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“; Spass beiseite aber: eine Alltags-Gesellschaft und Nachbarn, welche nicht in der neoliberalen, postmodernen, nunmehr digitalen Verfesselung aufgehen.

ShodanW
3 Monate zuvor

Berlin wird irgendwie zum Nabel von Deutschland und wird auch so als repräsentativ dargestellt, dabei ist abgesehen von diesem urbanen, selbstdarstellerischen Lifestyle-Kolonialismus (geniales Wort, stand in der Berliner Zeitung) die Lebensrealität völlig anders gewichtet. Deswegen kann ich deine Entscheidung sehr gut nachvollziehen, lieber Gert. Wir überlegen ebenfalls, ob wir hier wegkommen (MA). Ich hab auch keinen Nerv mehr für dieses Großstadt-Getue.

Pen
Pen
3 Monate zuvor

Ob der gute Gert vielleicht noch auf all die herzlichen und guten Wünsche reagiert…? Oder ist er schon auf und davon?