Arbeitsrecht – eine wahre Revolution!

Ist das eigentlich normal, dass man sich als Aufwiegler fühlen muss, nur weil man das anspricht, was jemanden zusteht? Auf die rechtliche Lage verweisen: Das scheint revolutionär zu sein in dieser Demokratie der vorauseilenden Anbiederung. Linker Geist hat heutzutage viel Konservatives an sich.

Eine Kollegin bleibt gerne mal länger. Das heißt, ob sie denn gerne länger bleibt, weiß ich natürlich nicht genau. Ich interpretiere, ich schreibe das einfach mal lax so hin. Was aber Fakt ist: Sie ist länger anwesend. Und das nachdem sie aus der Zeiterfassung ausgecheckt hat. Sie tut es, weil sie die Mehrarbeit sonst nicht gebacken bekommt. Ein anderer Kollege kommt früher zum Dienst. Arbeitsbeginn ist um Acht, früher wird die Arbeitszeit nicht erfasst. Er tut das, um Personalmangel zu kompensieren und um die anfallende Mehrarbeit unter einen Hut zu bekommen. Wenn sie mir das erzählen, frage ich stets, wie sie denn dazu kommen. Zu solchen Aktionen, zumal außerhalb einer erfassten, sprich entlohnten Arbeitszeit, sind sie doch gar nicht verpflichtet. Antwort meist: Aber irgendwie muss man das Quantum doch schaffen.

Das wiederum, so argumentiere ich, liegt im Ermessen des Arbeitgebers. Er gehört zu seiner unternehmerischen Verantwortung, Arbeitsabläufe so zu gestalten, dass die zu verrichtende Arbeit zeitlich und körperlich erledigt werden kann. Ich selbst sehe es so: Als Arbeitnehmer habe ich nur meine Arbeitskraft zu verkaufen. Ich kann es mir daher nicht leisten, sie kostenneutral anzubieten – oder nach dem Motto »Zahl eins, nimm zwei« feilzubieten. Das kann der Media Markt so anbieten, aber ich als Arbeitnehmer kann da nicht mithalten. Ich habe nichts zu verschenken. Die Kollegin fand den Spruch mit dem Media Markt gut, sie wolle ihn sich merken. Aber aus der Tretmühle, so habe ich den Eindruck, befreit sie sich nicht. Einer müsse ja tun, was zu tun ist – wenn sie es nicht teils privat tut, bleibt die Arbeit liegen und sie kommt in Bedrängnis. Überlastungsanzeigen seien ein Instrument, füge ich dann gerne an.

Grundsätzlich schätzen die genannten Kollegen es nicht so sehr, wenn ich ihre Überbelastung und ihr privates Engagement nicht lobe, wenn ich sie nicht tröste oder Verständnis aufbringe. Am ihrem Blick erkenne ich, dass es sie ärgert – auch verunsichert. Denn ich biete ja (wenngleich nur verbal) eine Alternative an, eine ganz einfache Alternative überdies. Es ist die Alternative des Nein, des Leck-mich-am-Arsch, des Fünfe-gerade-sein-lassen. Ich gebe ihnen zu verstehen, dass es nicht in ihrer Verantwortung liegt, wenn die Ressourcen zur Bewältigung des Arbeitspensums nicht reichen. Sie müssen es nicht richten. Und der Clou ist dazu noch, dass ich nicht mal die außergesetzliche Revolte ausrufe, sondern mich sogar auf das Arbeitsrecht berufe. Dort sind kostenlose Mehrarbeitseinsätze nicht vorgesehen, im Komplex des Arbeitsschutzrechts liest man außerdem von Überlastungsanzeigen und unternehmerischer Fürsorgeverpflichtung.

Man könnte es jetzt auch so formulieren: Das Arbeitsrecht hat im Vergleich mit den realen Zuständen am Arbeitsmarkt fast was Revolutionäres an sich. Es ist in vielen Fällen gar nicht nötig, den wilden Streik auszurufen. Oft reicht ein Wink mit dem Recht, um zu dokumentieren, dass Arbeitnehmer hier falsch in Anspruch genommen werden. Insofern kann man auch etwa salopp sagen, dass die Bundesrepublik womöglich das einzige Industrieland auf Erden ist, in dem es eine Art revolutionären Akt darstellt, wenn man mit dem Gesetzbuch droht. In einer Demokratie, in der es zuweilen oberste Bürgerpflicht geworden ist, sich vorauseilend anzubiedern, scheint die Revolution innerhalb gesetzlicher Strukturen fast schon Normalität zu sein. Und derjenige, der damit argumentiert, kann sich als Revoluzzer bauchpinseln.

So weit haben wir es gebracht in unserer netten kleinen Mangelwirtschaft auf Weltniveau. Die arbeitnehmerische Anbiederung, die Absicht, es als Angestellter so zu halten, dass man seinen Chef nicht enttäuscht, ist offenbar eine nicht mehr wegzudenkende Prämisse geworden, die aus dem Personalmangel entstanden ist und – noch schlimmer! – zur Beibehaltung des Personalmangels beiträgt. Ohne diese Bereitschaft, mit mehr Treue zum Arbeitsrecht, mehr Selbstbewusstsein und der Einsicht, dass die eigene Arbeitskraft keine kostenlose Kennzahl ist, auf die irgendjemand Anspruch erheben könnte, sähe Betriebswirtschaft in Deutschland deutlich anders aus. Schamloser gesagt: Wären Arbeitnehmer in Deutschland keine Hosenscheißer, hätten sie sich nicht über Jahre einsäuseln lassen, dass sie so agieren müssen, um der Welt ihren Wettbewerbsvorteil aufzudrücken, ginge es dieser Mangelwirtschaft an den Kragen.

Im Grunde ist es so, dass man die ganze Erkenntnis weiterspinnen kann. Wir erleben in der Bundesrepublik – aber sicher auch in ganz Europa -, dass Linkssein zu großen Stücken Konservatismus bedeutet. Denn was Linke wollen, dass ist einen Zustand zu konservieren, in dem sich Arbeitnehmer ihrer Rechte bewusst waren, in dem sie angelangten nach langen Dekaden voller Arbeitskämpfe. Das Progressive ist nachrangig geworden, denn die Linke reibt sich auf in der Erhaltung des Sozialstaates, wo sie vorher damit beschäftigt war, ihn immer weiter voranzutreiben, zu verbessern. Heute geht es nicht mehr um Verbesserung, sondern in erster Linie um den eigentlichen Erhalt. Insofern ist ein moderner Linker ein Konservativer. Er muss gar nicht groß die Modernisierung des Arbeitsrechtes anstreben, für ihn wäre schon was geleistet, wenn das bestehende Arbeitsrecht auch umgesetzt würde.

Selbst auf diesem Terrain innerhalb der Legalität und Legitimität wird man aber als Querulant angesehen. Und das ist die schlimmste Erkenntnis der ganzen Sache. Man ist gesetzestreu, sagt nur, was sein darf und was nicht und gilt schon als jemand, der nur Unruhe stiftet und eventuell den Menschen den Kopf verwirrt. So weit hat die Angebotsökonomie uns gebracht: Jede querulantische Anwandlung ist schon revolutionärer Ungeist, der peinlich berührt und schlechte Schwingungen erzeugt. Die Revolution des ohnehin Erlaubten oder der Protest gegen das ohnehin Verbotene: Die Demokratie der vorauseilenden Anbiederung ist ein Mechanismus der Energieverschwendung, wenn man so will.

Na klar fühle ich mich häufig wie ein Querulant, auch wenn ich den Leuten ja nicht warme Ratschläge erteile, wie sie es halten sollten, sondern nur mal auf gesetzliche Gepflogenheiten deute. Ich möchte ja nur eine Perspektive aufzeigen. Sie müssen aber selbst wollen und merken, dass sie nicht mehr wollen. Und wenn sie dann merken, dass sie nicht mal als Outlaw aus der Sache rauskommen, werden sie sich vielleicht fragen, warum sie so lange so mitgespielt haben. So oder so, komische Zeiten, in denen das Linke oft konservativ und das Revolutionäre oft gesetzeskonform ist.


Unterstützt die neulandrebellen finanziell!
Falls euch unsere Arbeit gefällt, dann unterstützt uns doch. Mit eurer Hilfe sichert ihr diese rebellische Existenz im Neuland. Wir bedanken uns herzlich und freuen uns über jede Unterstützung. Besonders über Daueraufträge.
Unsere Kontodaten lauten: Jörg Wellbrock, IBAN: DE22 2105 0170 1002 8506 57, BIC: NOLADE21KIE, Förde Sparkasse

Oder per Paypal:

Parallel zum klassischen Weg könnt Ihr uns auch via Steady unterstützen. Schaut doch einfach mal rein.
Nicht zuletzt könnt ihr uns übrigens auch als Sponsor unterstützen und Werbeflächen auf unserer Seite kaufen.

21
Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
avatar
8 Kommentar Themen
13 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
12 Kommentatoren
seyinphyinHeldentasseRoberto J. De LapuenteRobbespiereLupus Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Folkher Braun
Gast
Folkher Braun

Das Themenfeld Gewerkschaften, Betriebsräte, Tarifverträge kommt bei den Neulandrebellen leider nur unterdurchschnittlich zur Sprache. Das war bei Jens Berger auch schon so. Ich vermute, dass hier oft die eigene Anschauung der Verhältnisse fehlt. Ich komme aus dem Bereich TV (Transport und Verkehr) der ÖTV, bin da seit 42 Jahren Mitglied und habe deswegen den Niedergang der Gewerkschaft (u.a. als Streikposten 1983) miterlebt. Es trifft zu, dass zu viele Arbeitnehmer grundlegende Säulen des Arbeitnehmer-Daseins nicht begriffen haben. Wir sollten uns aber nicht beschweren: An den Universitäten laufen Zehntausende HiWis herum, die auch zu blöd sind, sich zu organisieren. Obwohl die in… Weiterlesen »

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

An den Universitäten laufen Zehntausende HiWis herum, die auch zu blöd sind, sich zu organisieren. Obwohl die in der Lage sein müssten, ein Betriebsverfassungsgesetz zu verstehen. Da geht das Elend ja schon im Prinzip los, den auf öffentlichen Unis gilt das jeweilige Landespersonal- Vertretungsgesetz und nicht das Betriebsverfassungsgesetz. Demnach haben die Unis auch keine Betriebsräte sondern nur Personalräte mir m.E. entscheidend weniger Möglichkeiten was die Mitbestimmung anbelangt. Dazu kommen noch so “Schmakerln” wie das WissZeitVG was noch mehr als das TzBfG, prekäre Arbeitsplätze fördert, wobei der öffentliche Arbeitgeber aussuchen darf nach welchem Gesetz er nun befristet (ohne Begründung) einstellen will.… Weiterlesen »

Lupus
Gast
Lupus

Dieser Text spricht mir aus der Seele. Ich habe im letzten Herbst meine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft abgeschlossen. Die letzten beiden Jahre meiner Ausbildungszeit war ich Betriebsratsvoristzender in unserem Pflegeheim. Es stellten sich so wenige KollegInnen zur Wahl, dass wir nur ein 3er-Gremium auf die Beine stellen konnte, obwohl wir aufgrund der Betriebsgröße (160 MA) ein 7er-Gremium hätten bilden müssen. Das war schon ernüchternd. Die wahre Ernüchterung kam dann aber auf, als wir feststellen mussten, dass es einem grundsätzlich nicht gedankt wird, wenn man sich ernsthaft für bessere Bedingungen engagiert. Der Gipfel der Absurdität wurde erreicht, als wir in unserer letzten… Weiterlesen »

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@Lupus Quintessenz meiner Erfahrungen: Es fehlen die elementaren Kenntnisse über die eigenen Rechte in der Arbeitswelt. Dies und die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes sind die Ursachen für die Unterwerfung der Arbeitnehmer. Allerdings ist diess das Ergebnis der Kungelei von Gewerkschaftsfunktionären mit der Wirtschaft und Politik. Als Kohl die Energiewirtschaft “liberalisierte” und Staatsbetriebe “privatisierte”, war die Reaktion der Gewerkschaften schon recht flach. Bei Schröders “Arbeitsmarktreformen” haben deren Vertreter jede Sauerei mitgetragen und natürlich bekommen die abhängig Beschäftigten auch mit, was ihre “Vertreter ” in den Aufsichtsräten großer Konzerne auf ihrem Rücken veranstalten. Die Arbeitnehmer haben vorgeführt bekommen, wie ihre Interessenvertreter… Weiterlesen »

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Das ist natürlich ein fataler Trugschluss, weil es die Gegenseite nur zu noch dreisteren Maßnahmen motiviert, aber im Kampf um die einzige Einnahmequelle und in Anbetracht der millionenfachen “Reservearmee” Arbeitsloser verständlich.

Vollkommen richtig! Die legen im kleinen wie im großen so viele “Kohlen in den Herd” nach bis die Zustände ganz untragbar geworden sind. Und wir sind die Frösche in einem Topf mit Wasser auf dem Herd die gar nicht mehr merken das sie langsam abgekocht werden, weil sie jegliches “normale” Empfinden verloren haben.

Beste Grüße

Bernhard
Gast

Hallo Roberto,

das Nicht-Informieren über die eigene Siuation ist ja gerade auch bedingt durch die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust. Jene lähmt (bis hin zur Depression).

Schlimm ist der Selbstbetrug Vieler.

Greetz aus Frankfurt nach Frankfurt.

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Die letzten beiden Jahre meiner Ausbildungszeit war ich Betriebsratsvoristzender in unserem Pflegeheim. Eine Azubi im BR ist schon enorm, ein Azubi als BR- Vorsitzender dürfte m.E. die absolute Ausnahme darstellen. Darf man fragen wie Du in dieses Amt gelangt bist? Das einzige was ich mit vorstellen kann ist eine jahrelange Betriebszugehörigkeit und danach ein fachliche Qualifikation beim selben Arbeitgeber. Aber wir helfen nur noch, wenn bei den Betroffenen auch wirklich der Wille vorhanden ist, sich zu wehren, zu kämpfen und für seine eigenen Rechte einzustehen. Und diese Bereitschaft haben erschreckend wenig Menschen. Das war einer der Gründe warum ich nach… Weiterlesen »

Lupus
Gast
Lupus

Darf man fragen wie Du in dieses Amt gelangt bist? Ich wurde von einigen KollegInnen dazu gedrängt, mich aufstellen zu lassen. Auf mich entfielen dann überraschend die meisten Stimmen. Dazu sei angemerkt, dass sich aus dem Pflegebereich ausschließlich Azubis aufstellen ließen, der Rest kam aus der Hauswirtschaft und dem Haustechnik-Team. In unserem kleinen 3er-Gremium, darunter eine weitere Auszubildende, wurde ich dann darum gebeten, den Vorsitz zu übernehmen. Damit sind ja keine besonderen Rechte verbunden, sondern einfach nur mehr Arbeit organisatorischer Art. Mein Stellvertreter war der Vorsitzende des letzten Gremiums, hatte also schon Erfahrungswerte, war jedoch der Meinung, dass jemand aus… Weiterlesen »

aquadraht
Mitglied
aquadraht

Ich erinnere mich noch an einen Prozess, den meine erste Frau – sie war Krankenschwester – geführt hat. Es ging um die Arbeitszeitregelung in der Nachtwache in einer Universitätsklinik. Die Nachtwache dauerte von 18h abends bis 6h morgens, angeblich mit 1h Pause dazwischen. Meine Frau stellte sich auf den Standpunkt (vom Arbeitsrecht gestützt), dass eine Pause eine Arbeitsunterbrechung sei, sie könne dann auch nach Hause fahren, nach den Kindern schauen oder sich mit mir und Freunden zu einer Runde Skat treffen. Nein, das ginge nicht (klar ging das nicht, schon von der Personallage her). Ok meinte sie, dann müsse das… Weiterlesen »

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere

@aquadraht Das deprimierende war, dass etwa 200 Schwestern und Pfleger im Nachtdienst, viele gewerkschaftlich organisiert, genauso davon betroffen waren. Nicht eine einzige hat sich auf diesen Fall berufen, und die Uniklinik machte weiter wie zuvor. Viele fanden es auch “unanständig”, so auf seinem Recht zu beharren. Die Frage dahinter, die sich mir stellt ist, warum so Viele von uns über so wenig Selbstbewußtsein und Selbstachtung verfügen, dass sich sich nicht wehren und ihre Rechte in Anspruch nehmen, statt sich opportunistisch die Ziele der “Mächtigen” zu eigen zu machen und zu kuschen, statt sich zu solidarisieren? Warum werden Diejenigen, welche ihre… Weiterlesen »

Rainer N.
Gast
Rainer N.

Es begab sich zu der Zeit ,,, 1972 … bei meinem Arbeitgeber war Gleitzeit angesagt … aber mit Zeitkonto … das mehr wie 10 Überstunden ersatzlos gestrichen wurden … wer aber seine Überstunden “abfeiern” wollte … dem wurde vorgehalten, man habe doch noch so viel Arbeit … und wer seine Arbeit nicht schafft ist für die Kasse untragbar … und dann gab es den Donnerstag … mit der extra langen Mittagspause … weil die Öffnungszeit bis 18 Uhr angesetzt war … da wurde dann auch von vielen Kollegen durchgearbeitet … nun, letztendlich führte das zu meinem Weggang … damals konnte… Weiterlesen »

Nashörnchen
Gast
Nashörnchen

Es gibt eine ganz einfache – getestete – Lösung, den unbezahlten Überstunden zu entgehen: Wenn Feierabend ist, einfach sagen, daß jetzt Feierabend ist! Das Leben kann so einfach sein! Gut – was dann kommt, muß nicht näher erklärt werden… Und dann schickt einen das Jobcenter zum “Praktikum”: (Mit bissl Glück sogar in die alte Firma, muß aber nicht sein.) Man arbeitet wie gewohnt den ganzen Tag, aber man muß KEINE Überstunden mehr machen. Keine einzige! Nix. nada, niente! Okay – Lohn ist da natürlich nicht vorgesehen und Arbeitsklamotten, Verpflegung, den ganzen Kram, den andere von der Steuer absetzen, mußte halt… Weiterlesen »

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Es gibt eine ganz einfache – getestete – Lösung, den unbezahlten Überstunden zu entgehen: Wenn Feierabend ist, einfach sagen, daß jetzt Feierabend ist! Das Leben kann so einfach sein! Eine sympathische und vor allem rechtskonforme Einstellung! Nur wenn Du es so machst giltst Du schnell als einer der Dienst nach Vorschrift macht (dem Neusprech nach “Lowperformer”), und dann greifen ggf. fragwürdige Strategien um Dich aus dem Unternehmen raus zu drängen. Wehren kann man sich als Einzelner kaum dagegen, hier wäre Solidarität unter Kolleginnen und Kollegen gefragt, und die haben sie in den letzten 40 Jahren systematisch kaputt gemacht, und wir… Weiterlesen »

Eberhard Schick
Gast
Eberhard Schick

Hallo, schön, dass dieses Thema mal so aufgegriffen wird. Vor einem halben Jahr war in der ZEIT über eine Berlinerin zu lesen, die sich über die Arbeitsbedingungen in Start-Up-Firmen beschwert. Nirgendwo waren die Worte „Betriebsrat“ oder „Gewerkschaft“ zu lesen. Leuten mit Studium fällt es offenbar schwer, die Rolle als Arbeitnehmer anzunehmen. Man hat’s an der Uni auch bewiesen, dass man es selbst schaffen kann und die Chefs haben auch keine bessere Ausbildung als man selbst. Und es bedarf oft einer persönlichen Betroffenheit, um ein Arbeitnehmer-Bewusstsein zu entwickeln. Wenn das persönliche Problem gelöst ist, dann hat’s sich’s auch wieder recht schnell… Weiterlesen »

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Nicht wenige Arbeitnehmer empfinden es leider als ganz normal Selbstausbeutung zu betreiben. Das sie auf lange Sicht schlecht damit fahren stört sie zunächst nicht, einige Chefs wohl auch nicht, denn wenn die ausgebrannt sind zahlt die Kosten ja ganz überwiegend die Allgemeinheit.

Wobei das ja im Grunde ein Widerspruch in sich ist, denn eine Solidargemeinschaft kommt in letzter Konsequenz für Menschen auf, die sich unsolidarisch verhalten haben.

Beste Grüße

seyinphyin
Gast
seyinphyin

Einfach so empfinden tun die das nicht. Da stecken Jahrzehnte (genau genommen Jahrhunderte), durchgehende und flächendeckende Indoktrination und Propaganda drin. Diese hält den ‘Pöbel’ dumm, unmündig, unwissend und gefügig, so wie er sein soll. Und Aufklärung dagegen betreibt so gut wie niemand, im Gegenteil, die lässt immer mehr nach und selbst jene, die es vermeintlich tun, haben sich in weiten Teilen völlig verheddert und schlagen sich dabei schon selbst ins Gesicht…

niki
Mitglied
niki

Man fühlt sich nicht nur wie ein Aufwiegler, sondern man wird auch nicht selten entsprechend behandelt. Zum Glück habe ich jetzt einen Chef, der mir alles bezahlt und wirklich fair behandelt…. MICH SELBST!. Halt, nein stop! Stimmt nicht! Das stimmt nur zur Hälfte. Bei meinen 2. Job, damit ich ohne erniedrigendes Hartz4 klarkomme, ist auch alles bestens. Die erste Periode in meinem fast 46-jährigen Leben dass ich auf der Arbeit nicht wie das letzte Arschloch behandelt werde! Und das war nur der Fall, weil ich nicht freiwillig und ohne Gegenleistung mehr gemacht habe, wie vertraglich festgehalten. Und dabei waren dass… Weiterlesen »

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

Ein schöner kleiner Artikel der mir aus der Seele spricht, weil ich ähnliche Vorfälle mit den lieben Kolleg*innen auch beobachte. Woran es liegt das Menschen mehr leisten als sie vertraglich müssen hat mit Sicherheit verschiedenste Ursachen. Im besten Fall ist es Selbstverwirklichung und im schlechtesten brutale Ausbeutung. Gefühlt und nach meinem jetzigen Verständnis der heutigen Arbeitswelt werden die meisten Menschen mehr leisten als sie müssen, weil sie meinen so ihren Job zu sichern. Sie begreifen nicht, auch wenn man es versucht mit Engelszungen zu erklären, dass dieses Verhalten langfristig und in Summe viele Arbeitsplätze kostet wird und auch schon gekostet… Weiterlesen »

Heldentasse
Mitglied
Heldentasse

OT und Test: Ich möchte hier nur etwas zum Thema schreiben wenn es auch freigeschaltet wird, was gestern leider nicht der Fall war.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Kommentare zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Kommentare zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Du kannst Deine Browser-Einstellungen anpassen, um dies zu unterbinden. Außerdem geben wir Informationen zu Deiner Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Du findest ausführliche Erklärungen in unserer Datenschutzerklärung.

Schließen