Die Querfront der Querfrontschreier und Neoliberalen

Man kann es ja nicht mehr hören. Linker Zeitgeist scheint sich dieser Tage an einer Frage aufzuhängen: Gibt es eine Querfront oder ist dieser Vorwurf nur eine Kampagne innerhalb der Linken? Spielt man links den Adapter für Themen, die Rechte einem angeblich diktieren, oder fingiert man diese angeblichen Gemeinsamkeiten bloß? Vorab muss man schon mal bekennen: Wenn dies linke Lebensart ist zu einer Zeit, da wir es mit fatalen Verwerfungen in der demokratischen und ökonomischen Struktur zu tun haben, dann haben wir ein richtig dickes Problem.

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ChrissieR
ChrissieR
4 Jahre zuvor

Moin.
Also einfach wird das mal nicht…Die Rechten , eher neoliberal geprägt, müssten sich ja um jeden Zuwanderer freuen, mit dessen Hilfe hier die Mindestlöhne unterwandert werden.
Die Linke kriegt aber keine solidarische Bewegung der Geringverdiener auf die Reihe…

Nicht etwa Geringverdiener gegen Asylbewerber, nein, eine gute Querfront wäre eine Verbindung der beiden gegen die neoliberalen Strukturen. Aber das werde ich nicht mehr erleben, meine Kinder wohl auch nicht…

Regimekritiker_Dracula
Regimekritiker_Dracula
4 Jahre zuvor
Zonk!
Zonk!
Reply to  Regimekritiker_Dracula
4 Jahre zuvor

Seitwärtsgerichtete Konzepte ^^

Schlitti
Schlitti
4 Jahre zuvor

Zur Querfrontschreierei fallen mir die Zuschreibungen Neil Postmans für erwachsenes Verhalten ein. Die hat er vor etwa dreißig Jahren vorgenommen. Er nennt : die „Fähigkeit zur Selbstbeherrschung und zum Aufschub unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung, ein differenziertes Vermögen, begrifflich und logisch zu denken, ein besonderes Interesse sowohl für die historische Kontinuität als auch für die Zukunft, die Wertschätzung von Vernunft und gesellschaftlicher Gliederung.“

Wo man die Kette abstoßenden Kindereien der Linken im Umkehrschluss einzuordnen hat,
mag jeder für sich überlegen.

Gemeinsame Fronten ergeben sich aus gegenseitiger Übereinkunft. Diese ist bezüglich einer „Querfront“
nicht gegeben. Es gibt zu viele existente Probleme um sich über Nichtexistentes die Zeit zu vertreiben.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

Ursprünglich war es meine Absicht einen kurzen Kommentar zu den Erkenntnissen der wissenschaftlich beachteten aber „links liegen gelassenen“ Demokratietheoretikerin Ingeborg Maus zum Zusammenhang von echter Rechtsstaatlichkeit und Volkssouveränität (Demokratie) zu verfassen. Aber da muss ich mich erst noch intensiver belesen. Im grundsätzlichen Tenor geht es aber einfach: Wer ein gerechtes Spiel (im Sinne eines tatsächlichen Gesellschaftsspiels wie z.B. Mau-Mau) spielen will, muss für anerkannte Regeln (Rechte) sorgen, die von allen Mitspielern als gerecht legitimiert und tatsächlich auch eingehalten werden. Überlässt man dieses Spielregelwerk dem Vorbehalt von generellen oder temporären Partikularinteressen ist nicht nur ein gerechtes Mau-Mau mausetot, sondern auch jedes große Gesellschaftsspiel bleibt jederzeit der Willkür von Manipulationen ausgeliefert. Eine als Placebo demokratisch und rechtsstaatlich getarnte Interessenwillkür wäre eigentlich kein politisch linkes Unterfangen, nur haben sich nicht unerhebliche Teile der Linken in einem solchen Geflecht von Deals verfangen und auch halbwegs bequem eingerichtet. Das nennt sich dann wohl Realpolitik. Schuld ist daran natürlich der dumme Wähler, der die linke Alternative nicht erkennen will und dreist Volksverräter skandiert.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Lutz Lippke
4 Jahre zuvor

@Lutz Lippke

Ich stimme deinem Kommentar zu, bis auf den letzten Punkt.
Schuld ist in der Tat der Wähler, weil er nicht sehen will, dass Niemand seine Interessen vertritt, wenn er es nicht selbst tut.
Wenn ein kleiner Kreis von Personen legitimiert wird, im Namen des Wählers schwerwiegende Entscheidungen für Millionen zu treffen, ist Verrat und Korruption damit Tür und Tor geöffnet.
Jeder Abgeordnete ist käuflich, sofern der Preis stimmt. Der pesrsönliche Wohlstand und Eitelkeit lassen jede Hemmschwelle auf Bodenniveau sinken.
Keiner von uns wäre gefeit, nicht auch der Selbstsucht zu erliegen.
Warum sollten Linke da anders sein, wenn sie ans Ruder kämen und ihnen entsprechende Offerten gemacht würden?

Der einzige Weg, dies zu unterbinden, ist die Mitbestimmung zur Kontrolle der Politik.
Politische Entscheidungen dürfen nur von denen getroffen werden, die sie letztlich auch tragen müssen.
Die Schuld der Wähler liegt darin, diese Mitbestimmung nicht so massiv einzufordern, dass der Politik keine andere Möglichkeit mehr bleibt, als dem zuzustimmen, auch wenn sie natürlich versuchen wird, den Modus so zu gestalten, dass dieses Recht verwässert wird.
Es wird die Aufgabe von Interessengruppen in unserem Sinne sein, Alternativvorschläge auszuarbeiten und diese dann auch publik zu machen, denn auf die Medien können wir sicher nicht zählen.
Es gilt Bewegungen zu unterstützen, die eben dieses Ziel verfolgen.

Rudi
Rudi
4 Jahre zuvor

@ Roberto
Man wirft ja seit geraumer Zeit diversen Mitgliedern der Linkspartei Rechtsruck und Querfront vor, weil sie die Frage von Zuwanderung oder Asyl nicht ganz von den realpolitischen Ansätzen absondern.

Ich kann nur vermuten, was genau dieser Satz ausdrücken soll. Willst du damit sagen, dass die sozialdemokratische Linke und die Grünen die Zuwanderungsfrage wenig bis gar nicht realistisch bzw. pragmatisch betreiben? Sich gewissermaßen an einem ideellen Menschenbild festklammern, das die Reinheit des Nächstenliebe-Gedankens nicht besudelt, statt Handlungsmaximen umzusetzen, die für den in Deutschland sozialisierten Teil der Bevölkerung nicht zum Nachteil gereicht? Stichworte könnten sein: Arbeitsplatzkonkurrenz, Mietwohnungsengpässe, Friktionen im öffentlichen Schulwesen…

Mordred
Mordred
Reply to  Rudi
4 Jahre zuvor

So was in der Art will Roberto wohl sagen.
Besonders bei den Grünen gibt es sog. Linke, die die sozialen und ökonomischen Aspekte nahezu vollkommen ausblenden. „Neoliberalismus? Agenda 2010? Watt is datt denn? “ Die finden Merkels „Wir schaffen das“ und deswegen Merkel und ihre Pseudo-Flüchtlingspolitik nahezu uneingeschränkt toll. alle die das nicht so sehen sind Querfront.

Jarek
Jarek
4 Jahre zuvor

Die Links-Neo-Liberale-Querfront ist ein Faktum und sicherlich nicht durch zufällige Konvergenz mancher politischen Ziele entstanden. Auch, wenn wir von einem Kuriosum wie Peter Unfried absehen (Grüne, MAcron *und* Lindner?!), wird hier eindeutig eine Substitution der Sozialpolitik durch die Identitätspolitik betrieben.

Letztendlich haben wir eine Situation wo 95% der Medien und 95% des politischen Betriebes für irgendeine Abwandlung der Richtung stehen wo 50% der Bevölkerung wirtschaftlich kräftig in den Allerwertesten g…

http://www.dgb.de/++co++77a49a96-e589-11e7-85ab-52540088cada/scaled/size/661

Jetzt eignet sich diese „linksliberale“ Richtung hervorragend dazu eine konservativ-bürgerliche Renaissance auszurufen, die dann, evtl. unter Beteiligung der FDP und AfD, so was wie Agenda2010 reloaded bringen könnte.
Letztendlich geht es (fast) immer um den schnöden Mammon und die Leute die es verstanden haben (Sahra, Lafo), gehören bekämpft.

Lutz Lippke
Lutz Lippke
Reply to  Jarek
4 Jahre zuvor

Das ist es. Dank alternativer Plattformen empfangen wir nun auch kritische Blicke auf die administrativ gesetzten Themen der Machtdealer und können uns dazu austauschen. Die echte Bewährungsprobe wird aber das alternative (Durch)-Setzen von Themen und deren Absicherung gegen Manipulation und Missbrauch werden. Der Krieg auf dieser Ebene, im Wortsinn, beginnt spätestens dann, wenn man in der Direktionsebene an den legitimierenden Nutzen von Meinungsfreiheit nicht mehr glauben mag und die „machtzersetzenden Offenbarungen“ als echte Gefahr erkennt. Der Lügenmedien-Einbruch und die letztlich begrenzte Wirkung der Querfront-/Antisemitismus-Kampagnen dagegen sitzen den Eliten gewiss als entsprechender Warnschuss noch tief im Mark. Die Lächerlichkeit, mit der sich die offensichtlich doch überrumpelten Medienprofis von ARD bis Bild-Zeit aus dem selbstverursachten Schlamassel winden wollten, wird sich nicht wiederholen. Man nimmt die mediale APO und Gegenaufklärung nun ernst und wird sie auf Dauer nicht unbehelligt gewähren lassen. Darauf muss man sich vorbereiten.

Elmy
Elmy
4 Jahre zuvor

Lustige Sache:
Unterhalten sich zwei ‚Bestimmbargesinnte‘, der eine so: „Ich frage mich grade ob es nicht effizienter ist, Schlachtroboter mit Künstlicher Intelligenz…“ „Neue wunderbare technologie…“, „Man könnte sie ja mit Flugzeugen über einer Stadt abwerf….“ – „Das gäbe mir einen guten Grund, den alten Stahlhelm vom Oppa wieder öfters zu tragen!“
^^

ChrissieR
ChrissieR
4 Jahre zuvor

Jetzt gibts erst mal die Querfront CSU-SPD….

Jowi
4 Jahre zuvor

Der Titel gefällt mir, zunächst hält man es für eine satirische Übertreibung, denkt man aber darüber nach, so stellt man fest, dass der Querfront-Vorwurf aktuell nirgends so passend ist wie im Zusammenhang mit dem Neoliberalismus. Also Volltreffer, wieder mal ruft der Dieb „Haltet den Dieb“. Im Westen nichts Neues …

Jeremy Corbyn
Jeremy Corbyn
4 Jahre zuvor

Quatsch an der Front wäre der bessere Ausdruck….vielleicht bin ich hier UK doch zuweit weg, aber das man ernsthaft darüber diskutiert, daß alle linken Exponenten in Deutschland von Nazis gekauft worden sind, ist wirklich absurd. Es gab auch in der Weimarer Republik Übereinstimmungen zwischen SPD und NSDAP in Einzelfragen aber niemand hätte daraus eine „Front“ konstruiert.

Jowi
Reply to  Roberto J. De Lapuente
4 Jahre zuvor

Würde man nicht mit diesen Kampfbegriffen versuchen den Gegner mundtot zu machen, müsste man am Ende gar inhaltlich argumentieren und das ist saugefährlich, wenn die eigenen Argumente schwach sind.

Nützliche Idioten?
Nützliche Idioten?
Reply to  Jowi
4 Jahre zuvor

Ach, die Frage nach neuen Strukturen ist bereits veraltet! Auch heute gibt es noch Strukturen, die am entstehen hindern, was entstehen könnte und, wo wir doch alle wissen, daß es so nicht geht, schauen wir mal, was sonst noch nicht möglich ist, damit wir sagen können „So nicht!“

Schlitti
Schlitti
4 Jahre zuvor

OFF

Hä ? SPD …. Industriearbeiterlogik ?

So tickt der „grüne Fundiflügel“ – Anton Hofreiter im Interview

„Ich will, dass wir Grünen die führende Kraft der linken Mitte werden.
Denn die SPD ist in ihrer alten Industriearbeiterlogik gefangen und
die Linkspartei ist zerstritten.“

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-01/anton-hofreiter-die-gruenen-fraktionsvorsitz-interview