Die analytischen Qualitäten des Mister Trump

Langsam wäre es an der Zeit, nach den Ursachen des Terrorismus zu forschen. Seine Zunahme auf westlichen Boden kann man doch nicht als Zufall abtun. Einen analytischen Beitrag gab es im Getöse der Betroffenheitspresse dann doch: Ausgerechnet von the @realDonaldTrump.

Dem Attentäter von Manchester hatte Donald Trump flugs ein Label verpasst: Der sei ein »bösartiger Verlierer«. Was er damit beabsichtigte, kann man sich ausmalen: Er wollte möglichst respektlos über den Täter herziehen, ihn als Loser brandmarken, als unfähigen Trottel. Das ist seine Masche, die Rachsucht ist sein Zungenschlag. Dabei ist dem US-Präsidenten allerdings etwas gelungen, was er wohl so nicht auf der Rechnung hatte: Er hat den Nagel vielleicht nicht ganz satt auf den Kopf getroffen, aber immerhin hat er ihn ein bisschen einseitig erwischt. Denn er hat ja durchaus recht, wir haben es beim Terrorismus, den sich die westliche Welt mehr und mehr aussetzt, mit den Reaktionen von Verlierern zu tun.

Schon traurig, dass dieser amtierende US-Präsident in seiner unnachahmlich despektierlichen Art und Weise dem Phänomen des Terrorismus näherkommt, als all die Leitmedien, deren Job so ein Herantasten an die Geschehnisse wäre. Die aber berichten lieber eindrücklich von den Gräueln, vom Zusammenhalt der Hinterbliebenen, dass da überhaupt auch noch immer so viel mehr Liebe am Rande des Hasses existiere und dass man solche Monster ja überhaupt nicht begreifen könne.

Der journalistische Erklärmodus ist mal wieder auf Standby, man hat auf Emotion gezappt. Es scheint so, als würden die Leitmedien geschlossen die Ansicht vertreten, dass Herkunftsanalysen wie Rechtfertigungserklärungen auf die Opfer wirken müssen, also demnach einen respektlosen Eindruck vermitteln. Also lässt man es. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Medien wirken seit geraumer Zeit als Verschleierer des Terrorismus mit, sie verschleppen die Analyse und ersetzen sie durch Platitüden und Gemeinplätze. Jetzt eine Ursachendiskussion ergebnisoffen anzuleiern, das wäre ein Beitrag zum Terrorschutz, zur Sicherheitspolitik.

Aber nichts dergleichen. Das muss nun tatsächlich genau jener US-Präsident übernehmen, der von »bösartigen Verlierern« in großer Zahl gewählt wurde und dessen beabsichtigte Einsparungen im Sozialsektor weitere »bösartige Verlierer« erzeugen wird. Ausgerechnet er gibt einen Wink in die richtige analytische Richtung.

Denn eine mögliche Ursache für die Etablierung des Terrorismus dürfte wohl in der sozialen Schieflage zu suchen sein. Es gibt da draußen eben viel zu viele, die nichts mehr zu verlieren haben. Wo kommt denn eigentlich das Paradox zwischen neoliberaler Selbstbeweihräucherung (»Nie ging es den Menschen so gut!«) und der gesteigerten Gewaltbereitschaft her? Darüber lohnt es sich doch nachzudenken. Möglicherweise muss man dann sagen, dass die westliche Wohlstandssphäre als Modell abgewirtschaftet hat, dass Ausbeutung sich eben doch nicht mehr lohne und dass Heere von Verzweifelten und Ausgegrenzten eben keine Kollateralschäden sind, die irgendeine unsichtbare Hand schon in den Griff kriegt.

Die Inkaufnahme von Legionen von Verlierern kostet uns alle Lebensqualität und macht in letzter Instanz uns alle zu Verlierern. Das zu bedenken, es wenigstens als Thema aufs Tapet zu bringen: Das ist nicht die Aufgabe eines US-Präsidenten, der sich sicher nicht als Gegner neoliberaler Konzepte begreift, sondern es ist die eigentliche Pflicht journalistischer Ethos‘. Dass ausgerechnet jener verrückte Mann aus dem Weißen Haus ein Häppchen Analyse ins Getöse wirft, wo andere, deren Job das wäre, es nicht tun: Das ist die traurige Verfassung in der wir uns befinden. Es sitzt eben nicht nur ein Unfähiger im Weißen Haus. Es sitzen leider auch viele Unfähige in Redaktionen.

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Yossarian
Yossarian
5 Jahre zuvor

Ich glaube die Analyse geht etwas zu kurz. Tatsächlich ist es doch so, dass die vielen Ausgegrenzten eben nicht zur Gewalt greifen, sondern ganz im Sinne der neoliberalen Ideologie sich selbst als Verlierer betrachten und sich in ihr Schicksal ergeben.
Und es erklärt eben auch nicht, weshalb es zu großen Teilen islamischer Terror ist. Wenn man daher die Ursachen herausarbeiten will, dann liegt es nahe, dass es etwas mit den anhaltenden Kriegen oder Auseinandersetzungen in vorrangig muslimisch geprägten Ländern zu tun hat. Man schaue nur mal:
comment image

Natürlich spielt da auch die Wirtschaftspolitik mit rein, aber damit man wirklich den letzten Schritt geht und sich und andere mit in den Tod reisst, dazu bedarf es wohl mehr als einer monokausalen Erklärung. Ich selbst würde vermuten, dass es was mit Identitätsbildung zu tun hat, da es eben oft auch eher junge Attentäter sind. Dass die neoliberale Politik in der Hinsicht alles andere als förderlich ist, steht außer Frage, aber es ist halt nicht alles.

Mazze
Mazze
Reply to  Yossarian
5 Jahre zuvor

Dein Link zu wiki funktioniert nicht.

GrooveX
GrooveX
Reply to  Mazze
5 Jahre zuvor

doch, doch

oder?

Nino
Nino
Reply to  Yossarian
5 Jahre zuvor

Ich finde die Analyse von Roberto sehr gut. Natürlich gibt es immer noch andere, zusätzliche Aspekte. Aber dabei diese Analyse als etwas zu kurz zu bezeichnen, finde ich falsch. Sie machen Ihre Analyse am Begriff Identitätsbildung fest. Ein weiterer Aspekt, ich könnte jetzt auch mit „als etwas zu kurz“ argumentieren. Das werde und würde ich aber nie tun. Andere Aspekte, Meinungen, Sichtweisen zuzulassen ist mMn essentiell. Warum andere Meinungen qualifizieren, bewerten, um dann seine Meinung als etwas mMn Besseres, Richtigeres darzustellen.

Yossarian
Yossarian
Reply to  Nino
5 Jahre zuvor

Wenn ich sage, dass mir die Analyse zu kurz greift, dann entwerte ich doch nicht automatisch den gesamten Inhalt?
Und natürlich liefere ich mit meinem Post keine vollständige Erklärung. Es geht mir primär darum zu erkennen, dass der Schritt Menschne umzubringen wahrscheinlich doch etwas mehr bedarf als eben nur auf der Verliererseite zu sein. Ansonsten wären wir hier längst in bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

GrooveX
GrooveX
Reply to  Yossarian
5 Jahre zuvor

uns ist schon klar, dass die verliererseite sehr verschieden aussehen kann, abhängig davon, ob du in dresden mit anderen verlierern zusammen auf der straße stehst oder in kirkuk. die einen gehen nach dem verlierertreffen nach hause und machen noch nen bier auf, die anderen haben kein bier, keinen kühlschrank, kein nach hause und ziemlich viele tote verwandte. dort sind die zustände bürgerkriegsmäßig (nicht -ähnlich!!!). insofern, wenn wir das jetzt noch mit einbezögen, könnte man glauben, wir häben begriffen.

WIR

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Yossarian
5 Jahre zuvor

@Yossarian

Ein schwieriges Thema.
Natürlich spielt die wirtschaftliche Situation eine wichtige Rolle, aber man muss das m.M.n. auch über eine längere Zeitphase hin betrachten.
Der gesamte internatinale Handel der alten Welt lief lange Zeit über den Orient und führte zu Wohlstand und einer hochentwickelten Kultur.
Die Kolonialmächte haben diese Entwicklung durch den Seehandel beendet und den Orient ins Mittelalter zurückbefördert.
So etwas nagt natürlich am Stolz der Betroffenen ebenso wie die Vereinnahmung der Bodenschätze durch den Westen mittels militäricher Macht.
Was bleibt denn noch übrig, wenn die Lebensverhältnisse sich derart dramatisch verschlechtern und man sich der Willkür des arroganten Westens schutzlos ausgeliefert sieht?
Doch nur die Besinnung auf die gemeinsame Religion der Länder im Orient, aus der sich noch Stärke und Selbstbewußtsein ziehen läßt.
Das diese dann exzessive Züge annimmt, wundert doch nicht.
Dass der Westen die letzten Jahre wirtschaftlich und sozial gut entwickelte Staaten wie Libyen oder Syrien ins Chaos bombt, vervollständigt dieses Bild lediglich.
Dummerweise spielen Entfernungen dank moderner Reisemöglichkeiten heute keine Rolle mehr und so gelangen eben auch die Verlierer des globalen Machtkampfes relativ leicht in die Länder, welche für die Misere die Verantwortung tragen.

Dies eröffnet natürlich auch terrorbereiten Extremisten die Chance zu Racheanschlägen und wenn der Hass tief genug sitzt wird dieses Rad, einmal in Bewegung gesetzt, nur schwer zu stoppen sein.
Im Übrigen tut der heuchlerische Westen ja auch Alles dafür, dieses Feuer am brennen zu halten.
Da werden die Kausalitäten zwischen Ursache und Wirkung so verdreht, dass jeder neue Krieg als berechtigte Reaktion zur Verteidigung dargestellt werden kann, auch wenn es sich ebenfalls um terroristische Anschläge handelt.

Letzten Endes geht es dem Westen, Allen voran den USA, um das Beharren auf einem Resourcen verschlingenden Lebensstil, der für die gesamte Weltbevölkerung unmöglich ist, da er die die Erde
( bzw. das Leben darauf ) binnen kürzester Zeit zerstören würde.

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker kann nicht das alleinige Vorrecht der entwickelten Industriestaaten sein, sondern muss für alle gelten.

Yossarian
Yossarian
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Ich sehe das im Kern nicht viel anders, aber es erklärt halt nicht, warum viele der Attentäter eben nicht aus den Ländern kommen, wo Krieg und Elend herrscht, sondern tatsächlich nicht selten hier (im Westen) geboren und aufgewachsen sind. Ich kann mir das nur so erklären, dass sie sich fremd in unseren Gesellschaften fühlen und bei der Suche nach der eigenen Identität dann halt nicht selten von radikalen Rattenfängern eingefangen werden. Eigentlich ergäbe sich daraus durchaus eine positive Option, denn man hätte eine Möglichkeit das Problem anzugehen, da es im Bereich der eigenen Kontrolle liegt.
Menschen hingegen, die in Kriegen und Elend sozialisiert und traumatisiert werden, kann man wohl selten noch erreichen. Es ist aber eigentlich selbstredend, dass das oberste Ziel sein müsste solche Situation erst gar nicht aufkommen zu lassen, aber man darf wohl feststellen, dass es den westlichen Ländern mal mindestens scheiss egal ist.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Yossarian
5 Jahre zuvor

@Yossarian

Ich sehe das im Kern nicht viel anders, aber es erklärt halt nicht, warum viele der Attentäter eben nicht aus den Ländern kommen, wo Krieg und Elend herrscht, sondern tatsächlich nicht selten hier (im Westen) geboren und aufgewachsen sind. Ich kann mir das nur so erklären, dass sie sich fremd in unseren Gesellschaften fühlen und bei der Suche nach der eigenen Identität dann halt nicht selten von radikalen Rattenfängern eingefangen werden.

Ich denke, dass du damit ganz richtig liegst.

Gerade die Kinder von Einwanderern aus dem Orient sind zerrissen zwischen der Kultur ihrer Eltern und der des neuen Heimatlandes.
Die Gesellschaften unseres Kulturkreises lehnen diese Menschen überwiegend ab und bieten ihnen nicht die gleichen Chancen wie der autochtonen Bevölkerung.
Wer sich ausgegrenzt fühlt, sucht eben da Halt und Identität, wo er sie finden kann.

Das Problem betrifft aber ja nicht nur Zugereiste, sondern auch hiesige Jugendliche, denen man die Teilhabe an der Gesellschaft verweigert und die z.B. in die rechtsradikale Szene abgleiten.
Terrorismus ist bei Leibe kein islamisches Problem, sondern immer auch Ausdruck der sozialen bzw. ökonomischen Verhältnisse.
Wo es ein Rettungsnetz gibt, das Niemanden an den Rand der Existenz fallen läßt, entsteht wohl kaum die Agression, die zum terroristischen Handeln notwendig ist.

Es ist aber eigentlich selbstredend, dass das oberste Ziel sein müsste solche Situation erst gar nicht aufkommen zu lassen,

Genau das ist m.E.n. der zentrale Punkt, aber durch die neoliberale Förderung des Egoismus und der Ellenbogengesellschaft fehlt jedes Verständnis für die Notwendigkeit entsprecender Maßnahmen und das nicht nur bei den Eliten, sondern auch bei weiten Teilen der Bevölkerung.

Schniepel
Schniepel
5 Jahre zuvor

Die Quelle aus der rechte Radikalisierung, von der politischen
Mitte bis zum Rand, und paneuropäischer, bzw. globaler Terror
stammen, ist Verteilungsungerechtigkeit und Perspektivlosigkeit.

Bei Forbes gibt es eine Liste der reichsten Menschen dieser Erde.
Man addiert einfach deren Vermögen und schaut was für den Rest
der Weltbevölkerung übrig bleibt.

Nix !

GrooveX
GrooveX
Reply to  Schniepel
5 Jahre zuvor

‚globaler terror‘? den würde ich doch am ehesten beim amerikanischen militär verorten. globaler terror, ja. jemen, somalia, libyen, syrien, irak, iran (mal mehr, mal weniger, je nach globaler terrorlage), afghanistan, pakistan, also das ist global, würde ich sagen. da gibt es schon noch mehr, nur denke ich, wir beschränken uns mal auf den offensichtlichen terror.

und erzähl mir hier keiner, in abgelegene dörfer gefeuerte raketen seien kein terror!

Schniepel
Schniepel
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

Die illegalen Kriege als Initialzündung des Chaos sind nicht dabei. Auch nicht die Bürgerkriege und Volksaufstände in Asien, Südamerika, Afrika wo zu still für die deutsche Presse gelitten wird.
Ursächlich aber ist die ungleiche Vermögensverteilung.
Der dicke Haufen Geld einer handvol Weniger, zieht jetzt magnetisch die letzten Groschen der
Mehrheit aus der Tasche. Für die wird es existentiell bedrohlich. Wenn das Dasein bedroht wird,
ist die Gewalt nicht weit. Eine uralte Binse.
Ab jetzt wirds nur mörderischer.

International
-Alle Buffets dieser Erde aufhängen, Konten einfrieren, Sachwerte beschlagnahmen, Geld umverteilen
– Sämtliche staatlichen Subventionen dieser Erde aus Öl, Gas und Kohle abziehen und in Regenerative
stecken. Im Jahr 2015 waren das 544 Mrd.

National
– Finanzmärkte und Großbanken zeschlagen
– Arbeitsmärkte zerschlagen

In 10 Jahren sind Mord-und Todschlag, Geschichte auf diesem Planeten

GrooveX
GrooveX
Reply to  Schniepel
5 Jahre zuvor

ich bleibe plakativ & deutlich

Schniepel
Schniepel
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

Das würde nur interessieren wenn du beim Thema bliebest.

Jowi
Reply to  GrooveX
5 Jahre zuvor

So ist es. Und ehemalige Führer dieser Mafia-Organisation werden zum Kirchentag eingeladen um über Demokratie zu „diskutieren“. Good cop, bad cop.
US military spending grew by 1.7 per cent between 2015 and 2016 to $611 billion.“

Diese Militärausgaben kann selbst ein eingefleischter Transatlantiker nicht ernsthaft mit Verteidigung erklären. Links ein Ozean, rechts ein Ozean, oben Kanada und unten … die Mauer.
Letztendlich beruht unser westliches Geschäftsmodell auf der Durchsetzung unserer Spielregeln mittels Gewaltandrohung. In Neapel nennt man die Camorra übrigens il sistema (das System).

Phrygian
Phrygian
5 Jahre zuvor

Ich denke, runder wird das Bild, wenn man hinzu nimmt, dass der Attentäter der Spross einer von GB herangezogenen und in GB geduldeten/beheimateten „Rebellengruppe“ (gegen Gaddafi) war. Solche Gruppen oder eben Einzeltäter wenden sich, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, sich überflüssig oder eben als „Verlierer“ sehen, eben auch auch gegen die Hand, die sie einst fütterte. Das ist wahrlich kein neues Phänomen. Aber erneut wird der Umstand von unseren Medien bewusst verschwiegen. Es könnte ja Fragen aufwerfen.

Jowi
5 Jahre zuvor

Ein berechtigter und damit guter Artikel.
„Looser“, „Verlierer“, „Opfer“, das sind übrigens in der Jugend verbreitete Schimpfwörter, die amerikanische Leitkultur trägt auch hier Früchte.
Die Opfer will man nicht nur zerstören, man will sie auch verhöhnen. Erniedrigen in jeder Kategorie.

Ein hässlicher Hochmut. Es gibt sicher viele gute Dokus, die einem die Augen öffnen können, für die kriminell-mafiösen Methoden, mit denen „der Westen“ so viele Völker zu „Opfern“, zu „Verlierern“ gemacht hat. Beispielhaft zeigt das diese dreiteilige Doku:

https://www.youtube.com/watch?v=lZKHZVVRITY

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  Jowi
5 Jahre zuvor

Die Opfer will man nicht nur zerstören, man will sie auch verhöhnen. Erniedrigen in jeder Kategorie.

Wenn man das aber im Kontext „Terrorismus“ diskutiert impliziert man damit automatisch, dass Armut die Ursache(!) von Terrorismus ist, und macht damit automatisch (ich vermute mal auch unbewiesen) die Opfer zu Tätern. Ich empfinde das verhöhnt die Opfer noch viel mehr, den die meiste und gefährlichste Gewalt auf diesem Planeten geht m.E. nicht von diesen sogn. „Losern“ aus.

Beste Grüße

Schniepel
Schniepel
Reply to  Heldentasse
5 Jahre zuvor

Wenn man das aber im Kontext „Terrorismus“ diskutiert impliziert man damit automatisch, dass Armut die Ursache(!) von Terrorismus ist

Es geht um provozierte Armut aus Gier. Gegen das was wir als Armut bezeichnen, hat der Nomade
aus dem Tschad nichts, so lange man ihm die Lebensgrundlage lässt.

trackback
5 Jahre zuvor

[…] Beitrag gab es im Getöse der Betroffenheitspresse dann doch: Ausgerechnet von the @realDonaldTrump.Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Kriminalität: Ein Spar- kein Einwanderungssymptom Die Kriminalität hat offenbar […]

Heldentasse
Heldentasse
5 Jahre zuvor

Denn eine mögliche Ursache für die Etablierung des Terrorismus dürfte wohl in der sozialen Schieflage zu suchen sein. Es gibt da draußen eben viel zu viele, die nichts mehr zu verlieren haben.

Ich weis nun nicht ob ich lachen oder weinen sollte? Lachen ob der möglichen Naivität oder gar weinen weil hier den Habenichtsen was in die Schuhe geschoben wird, um womöglich von folgendem abzulenken, worüber sogar in der links „befreiten“ ZEIT berichtet wurde!

Die Irak-Invasion hat eine zerrüttete Gesellschaft samt eines Machtvakuums hinterlassen, das nun nach dem Truppenabzug der USA – alles andere als überraschend – von radikalen Kräften gefüllt wird. Als Premier von amerikanischen Gnaden hat Nuri al-Maliki alles getan, die tiefen Gräben zwischen den Glaubensgruppen weiter zu verschärfen. Die „Iranisierung“ des Irak, die er betrieben hat, ist ein Geschenk Amerikas. Auf lange Sicht mag dies als das verstanden werden, was es wirklich ist: das vielleicht größte Eigentor der Gegenwartsgeschichte.

Isis ist nicht zu beschönigen, auch wenn die Gruppe die Speerspitze gegen die Iranisierung des Irak repräsentiert. Washington macht es sich zu einfach, sie als neuen Beelzebub zu deklarieren. Ihren Aufstieg haben die Amerikaner implizit selbst möglich gemacht: Dass Isis von den Saudis mit unterstützt wird, belegt die komplette Kopflosigkeit der amerikanischen Strategie für die Region.

Aus Die USA haben die neue Irak-Krise selbst ausgelöst

Beste Grüße

P.S.: Ich kann mich leider des Eindrucks nicht erwehren, dass die Artikel im Spiegelfechter wesentlich besser waren!

user unknown
5 Jahre zuvor

Tut mir leid, aber ich kann da keine Analyse erkennen.

Es gibt die Theorie vom Primat der Ökonomie und der Klassengesellschaft, und es wird versucht den Terrorismus in ein Erklärungsschema zu pressen, das die Richtigkeit dieser Theorie beweisen soll, allein das scheint mir hier offensichtlich zu sein.

Für den einen ist es die ungleiche Eigentumsverteilung, die für sich hat, dass sie empirisch belegbar ist, für den anderen die schiere Verzweiflung der Massen angesichts existenzieller Bedrohung, die dagegen radikale Motive plausibel erscheinen lässt.

Nur beides zusammen lässt sich halt schlecht bringen. Weltweit haben wir einen Zuwachs bei Wohlstand und Lebenserwartung, selbst in den ärmsten Ländern. Die Täter stammen oft aus unseren Breiten und haben teils studiert, von materiell existentiellen Nöten nichts zu sehen.

Finanziert zum Teil aus Ländern, in denen das Gold in flüssiger Form schwarz aus dem Boden sprudelt.

Die Attentäter mögen ja nicht die hellsten sein, aber radikale Kapitalismuskritik ist ja nichts, was man umständlich suchen müsste. Wenn das das zugrundeliegende, unbewusste Motiv wäre – wieso sollte es den Tätern nicht längst bewusst geworden sein? Was sollte sie daran hindern genau dies zu thematisieren? Würden sie mit einer solch rationalen Begründung nicht offene Türen einrennen? Würden sie ihre Anhängerschar nicht schlagartig vergrößern können?

Ein ähnliches Muster sehe ich beim Versuch Trump und AfD zu erklären am Werk. Gegen alle Evidenz wird wieder und wieder versucht diese als ökonomische Verlierer abzustempeln. Auch wenn es nicht zu den Fakten passt, sondern nur zur Theorie, die man seit langem vertritt. So bugsiert man sich langsam aber sicher in die Rolle des Sektierers.

@Robbespiere:

Doch nur die Besinnung auf die gemeinsame Religion der Länder im Orient, aus der sich noch Stärke und Selbstbewußtsein ziehen läßt.

Selbstbewusstsein lässt sich aus einer Religion (Islam heißt Unterwerfung), die das Individuum gering schätzt wohl kaum ziehen. Das Selbst wird zum Wohle des Ganzen radikal geleugnet und welche Leugnung könnte radikaler sein, als sich selbst dem Gemeinwohl zu liebe selbst zu vernichten?

Der gesamte internatinale Handel der alten Welt lief lange Zeit über den Orient und führte zu Wohlstand und einer hochentwickelten Kultur.
Die Kolonialmächte haben diese Entwicklung durch den Seehandel beendet und den Orient ins Mittelalter zurückbefördert.

Wann gab es denn diesen Wohlstand und die hochentwickelte Kultur? Vor dem Seehandel? Also Francis Drake, Sir Walter Ralleigh (he was such a stupid get!)? Und dann, schon wenige hundert Jahre später die Reaktion?

Der Schah beispielsweise hat den Iran als feudaler Despot regiert, ein klassischer Handlanger des Westens, aber andere westliche Ideen als demokratische durchaus verfolgt, etwa Bildung – zumindest verglichen mit den Mullahs, die ihn dann abservierten und mit denen es dann wirklich Richtung Mittelalter ging. Die Mujaheddin in Afghanistan dagegen wurden instrumentalisiert und ihre Vorstellung von Mittelalter mit modernen Waffen aus dem Westen unterstützt. Die Lage ist unübersichtlich.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  user unknown
5 Jahre zuvor

Die Lage ist unübersichtlich.

Wenn man versucht in den richtigen Zusammenhängen zu denken, könnte sich vieles von dieser Unübersichtlichkeit aufklären.

https://www.youtube.com/watch?v=tAbAxkX_YqE

Beste Grüße

user unknown
Reply to  Heldentasse
5 Jahre zuvor

Tja, die Jihadisten wollen ihr Erdöl verteidigen – in Manchester? Du meinst, die werden einfach instrumentalisiert? Es gab ja auch schon Konvertiten, die gar keine Vorfahren im Nahen Osten haben, was ist mit denen?

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  user unknown
5 Jahre zuvor

So wie ich Herrn Ganser verstanden habe, werden u.a. (ganz grob gesagt) die Jihadisten instrumentalisiert um „unsere“ Kriege zu rechtfertigen, bzw. ja nach Lage auch für „uns“ nicht genehme Regime zu beseitigen. Diese geostrategischen Kriege, bzw. „Regime change“ wiederum sichern damit „unseren“ Einfluss auf die fossilen Energieträger und deren Transportwege. Betrachtet man auf dieser großen Skala und längere Sicht die Ereignisse, haben meines erachten diese nichts mit Religion oder gar gewollter Demokratisierung zu tun!

Da nichts monokausal ist, spielen natürlich wenn die „Kacke richtig am dampfen ist“ auf einer kleineren Skala auch partielle Machtinteressen, kulturelle, ideologische und religiöse Bedingungen eine Rolle, und können örtlich durchaus paradoxe Szenarien auslösen, die man nicht gut zuordnen kann wenn man wie Herr Ganser sagt nicht im oben angedeuteten „Erdöl Frame“ denkt.

Beste Grüße

user unknown
Reply to  Heldentasse
5 Jahre zuvor

Finde ich nicht plausibel. Wenn jemand anderes auf dem Öl sitzt, was soll der damit machen – es inhalieren? Egal wer das Öl hat, er wird es verkaufen wollen, oder? Er wird es verkaufen müssen, denn andere Rohstoffe haben sie nicht, Fertigung haben sie auch nicht. Oder nennenswerte Landwirtschaft, Tourismus? Kaum.

Heldentasse
Heldentasse
Reply to  user unknown
5 Jahre zuvor

Egal wer das Öl hat, er wird es verkaufen wollen, oder?

Ernsthaft jetzt? Oder wie wäre es mit dem sehr abstrakten und theoretischen Gedankengang, dass nur wer die Kontrolle über die Öl und Gasquellen sowie die Transportwege hat, diese exorbitanten Geschäfte machen kann!

Also versucht man z.B. dem „Moslem“ (der ja bekanntlich das meiste Erdöl besitzt) diese Kontrolle zu entreißen, was im übrigen ein ganz alter Hut ist, siehe z.B. Operation Ajax Putsch mit fatalen Konsequenzen Die CIA und die Hintergründe des Mossadegh-Sturzes 1953 im Iran.

Meine Ergo: Wenn man sich gedanklich in diesem „Fossile Energien Frame“ bewegt, erklärt sich vieles (aber lange nicht alles!) was an Gewalt und Unbill über die moslemische Welt gekommen ist, kommt, und kommen wird, ganz plausibel!

Beste Grüße

P.S.: Ein aktuelles Beispiel: Der Bürgerkrieg in Syrien, Dr. Daniele Ganser

Schniepel
Schniepel
Reply to  user unknown
5 Jahre zuvor

Finde ich nicht plausibel. Wenn jemand anderes auf dem Öl sitzt, was soll der damit machen – es inhalieren? Egal wer das Öl hat, er wird es verkaufen wollen, oder?

Deshalb setzen sie alles dran, dass Fossiles nicht durch Regeneratives „entwertet“ wird. Deshalb ist die deutsche Energiewende bisher als Zumutung zu bezeichnen. Deshalb werden Klimaabkommen gekippt. Deshalb verbrennen Autos noch immer ( mit Betrugssoftware ) Benzin.

GrooveX
GrooveX
Reply to  user unknown
5 Jahre zuvor

…verglichen mit den Mullahs, die ihn dann abservierten und mit denen es dann wirklich Richtung Mittelalter ging.

oh, du kennst dich mit dem iran aus? echt? erzähl!

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  user unknown
5 Jahre zuvor

@user unknown

Selbstbewusstsein lässt sich aus einer Religion (Islam heißt Unterwerfung), die das Individuum gering schätzt wohl kaum ziehen. Das Selbst wird zum Wohle des Ganzen radikal geleugnet und welche Leugnung könnte radikaler sein, als sich selbst dem Gemeinwohl zu liebe selbst zu vernichten?

Ich denke, dass du hier die Wirkung von monotheistischen Religione unterschätzt.
Ob, Juden, Christen oder Muslime, sie alle leben oder lebten in der Gewissheit, im Besitz der universellen Wahrheit zu sein und ziehen daraus einen elitären Anspruch und Selbstbewusstsein.
Die Selbstvernichtung, wie du sie nennst, wurde ja auch schon von fanatisierten Kreutzrittern als Marthyrium angesehen, dass sie direkt ins Paradies bringt ( wenn auch ohne Bombengürtel ) und warum sollte das bei fanatisierten Muslimen anders sein?

Wann gab es denn diesen Wohlstand und die hochentwickelte Kultur?

Bevor Europäer den Seeweg nach indien fanden, lief der gesamte Handel mit begehrten Waren wie Gewürzen, Seide, Peorzellan etc. ausschließlich über die Seidenstrasse oder arabische Dau’s im indischen Ozean.
Städte wie Damaskus, Bagdad, Istanbul oder Gebiete wie Al Andalus waren damals stinkreich und förderten Wiissenschaft und Kunst in einer Weise, die das dunkle Abendland überhaupt nicht kannte.
Antikes Wissen wurde dort nicht wie bei uns als heidnisch vernichtet, sondern weiterentwickelt und zu voller Blüte gebracht.
Letztlich verdanken wir unsere heutige Wissensgesellschaft der Vorarbeit der Muslime, ohne die die Renaissonce nicht möglich gewesen wäre.
Besonders das maurische Andalusien hat sein Wissen auch mit Christen geteilt, in dem es Übersetzungen seiner gigantischen Bibliotheken zuließ.

Ob Nautik, Mathematik, Medizin, Wassermanagement oder Hygiene, Vieles von dem, was wir heute als selbstverständlich erachten, stammt aus der islamischen Welt.
Dies wird gerne vergessen, wenn man die heutige islamische Welt betrachtet.

Andrea
Andrea
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Es stammt aus der vorislamischen (!) Welt. Bitte genau bleiben….

GrooveX
GrooveX
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

das problem ist nur, je genauer man bleibt desto undeutlicher wird es zwangsläufig. weil das geht dann vom perser über den ägypter auf der einen seite, bei dem wir wieder nicht genau wissen, ob er vom abessinier oder nubier oder auch von weiter weg seine sachen überliefert gekriegt hat, zum chinesen auf der einen anderen und zum inder auf der anderen anderen seite. und auch da hört genauigkeit auf, deutlich zu werden. man kann aber sagen, von unserer seite kam eher nicht so viel zu denen. letztendlich ist das aber auch egal, weil in unserer jetzigen historischen situation ausschließlich die technischen fertigkeiten interessieren. die haben wir, und wir teilen sie nicht mit den anderen (also gegen viel geld schon).

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Andrea
5 Jahre zuvor

@Andrea

Was bitte ist an diesem Satz…..

Antikes Wissen wurde dort nicht wie bei uns als heidnisch vernichtet, sondern weiterentwickelt und zu voller Blüte gebracht.

…..ungenau?

Schniepel
Schniepel
5 Jahre zuvor

OFF

Frankreichs heißer Sommer

„Arbeitsmarkt-Reformen“ unter Macron

http://norberthaering.de/de/27-german/news/838-macron-bonse

Schniepel
Schniepel
Reply to  Schniepel
5 Jahre zuvor

OFF

Französische Arbeitsmarktreformen die Zwote:

„Macron will die Wirtschaft seines Landes wieder ankurbeln.
Für die Arbeitnehmer verheisst das nichts Gutes.“

http://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/Macron-Wirtschaftsreformen-Frankreich

Schniepel
Schniepel
5 Jahre zuvor

Nicht Off Topic

Eine Werbebanner der Deustchen Bank. Soeben gesehen und hier reinkopiert.

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No White Guilt!
No White Guilt!
5 Jahre zuvor

Wie viele islamistischer Anschläge fanden bisher in Polen, Tchechien, Ungarn statt? In Kanada wo die Einwanderungskriterien viel höher als in den USA/EU sind, sind viele Anschläge passiert? Haben diese Länder nicht auch ein neoliberales Agenda bekommen?

Es ist simpel:
Das Integrationspotenzial von Menschen aus tribalen-clanishen Ländern ist sehr beschränkt.

Wenn dann auch noch das -im Durchschnitt- niedrigere kognitive Potenzial der Menschen in der zweiten Generation durchschlägt, dann hat man die homegrown-Terroristen (Stichwort: Resentment).

Das Grün-Linke-Mediale Establishment liefert natürlich denn Versagern untern den Migranten, die passenden Antworten in Form von Rassismus-Debatten, Structural Discrimination etc.

Viele Durchschnittsweiße haben dann auf Grund ihre großen Out-Group-Empathy, dann auch Schuldgefühle für das Versagen ihre Regierung/Migranten.

Ich finde es immer lustig, wie oft hier die alten Sprüche von Neo-Liberalismus, CIA-MIC, Kolonialismus wieder rausgekrammt werden.

Wie wärs mit Youth Bulge, Polygamy, Cousinen-Ehen, Korruption, Dutch Disease, Reformunwillen?

Vielleicht sollten die Neulandrebellen auf die Kernkompetenzen konzentrieren, denn die Themen Terror, Migration sägen an am Weltbild der Autoren bzw. der Leser.

https://www.theatlantic.com/magazine/archive/1990/09/the-roots-of-muslim-rage/304643/

http://www.nytimes.com/2001/11/08/business/economic-scene-decline-muslim-middle-east-roots-resentment-can-be-traced-islamic.html

Schniepel
Schniepel
5 Jahre zuvor

ON TOPIC

„Wenn Donald Trump als erstes Reiseziel Saudiarabien wählt und mit den Monarchen am Golf Waffengeschäfte über mehrere hundert Milliarden Dollar abschliesst, dann gibt es kaum noch Zweifel, wohin die Reise geht: Sie geht in Richtung militärischer Eskalation im Nahen und Mittleren Osten. Es wird keine Entspannung geben, sondern mehr Krieg. Krieg in Syrien, im Jemen, im Irak, in Afghanistan. Der Vertrag über US-Waffenlieferungen an die Saudis beläuft sich auf 380 Milliarden Dollar über die nächsten zehn Jahre. Und das heisst, wie Donald Trump lapidar formulierte: «Jobs, Jobs, Jobs.»“

http://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Trump-Waffendeal-mit-Saudiarabien