Schock: Die wahren Gründe für die Rechtschreibreform

Vor Jahren erhitzte die Rechtschreibreform die Gemüter. Widerstand machte sich breit und manche Zeitung verkündete stolz, sie würde nach wie vor traditionell Deutsch drucken. Was keiner wusste: Die Rechtschreibreform wurde von den Verlagen gefordert.

Dem Inhalt eines vertraulichen Dokumentes der deutschen Verleger an die Bundesregierung aus dem Jahr 1994 nach, heißt es: »Im Hinblick auf die schlechte Verfassung der deutschen Autorinnen und Autoren, fordern wir die Kultusminister dringend auf, die deutsche Rechtschreibung zu verbessern.« Die Verleger beklagten sich bitterlich über den inhaltlichen Verfall deutscher Autoren, die es kaum noch schafften, »Manuskripte weiterzuleiten, die dem Umfang eines anspruchsvollen Buches« entsprechen würden. Die schreibende Zunft könne sich zwar eloquent ausdrücken. Orthographisch liege auch wenig im Argen, aber »sie [befinde] sich in einer inhaltlichen Talsohle, die dazu führe, dass es nach 170 Seiten nichts mehr zu erzählen« gäbe. Eine gewisse schreiberische Müdigkeit wolle man ferner nicht ausschließen. Deshalb fordere man nun die Politik auf, die Grundlagen der Sprache neu zu setzen, um Texte »mit dem Stilmittel der Rechtschreibung« optimisch in die Länge ziehen zu können. Nur so ließen sich wieder Bücher mit einem Umfang von über 200 Seiten publizieren. Es handle sich hier um eine »Frage der Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt um die Rettung des Verlagswesens«.

Der gesamte Inhalt des Papiers wurde im Zuge des letzten Schwungs geleakter Dokumente bekannt.

Wer heute also ein Buch kauft, der läuft Gefahr, ein durch Rechtschreibung aufgeblähtes Machwerk in Händen zu halten. Und tatsächlich sind viele Regelungen so angelegt, um möglichst wenig platzsparend auszukommen. Man hat ß durch ss ersetzt. Schreibt viele ehemals zusammenhängende Worte auseinander und etablierte Wendungen wie »Leserinnen und Leser«. Bis zu exakt dieser Stelle besteht dieser Text aus 1896 Zeichen. Wäre er in alter Rechtschreibung getippt, käme er mit 1712 Zeichen aus. Rechnet man das auf mehrere DIN 4A-Seiten hoch, kann man den Gewinn in etwa beziffern. Zeilenschinderei nennt man das unter Schreibern.

Endete dieser Text an genau dieser Stelle, könnte er einschlägig werden auf jenen obskuren Websites, die die ganze jüngere Geschichte als einzigen verschwörerischen Akt bewerten. Sie würden vielleicht geifern und rufen, dass man daran wieder mal sehe, wie pervertiert der ganze Betrieb sei. Man werde nur betrogen und jeder Trick zu Erreichung dieses Zieles würde ohne mit der Wimper zu zucken durchgeführt. Nochmal für das Protokoll: Die ersten vier Absätze waren frei erfunden.

Ein etwaiger Erfolg dieser Meldung (es wurde schon Kurioseres als Meldung gehandelt) liegt auch auf der Hand, denn diese Fake-News, die hier in den ersten vier Absätzen fabriziert wurde, beinhaltet doch fast alles, was eine Fake-Meldung haben muss, um als solche wahrgenommen zu werden:

  • Sie leitet reißerisch ein und offenbart gerade so viel, um zum Anklicken zu animieren.
  • Sie berichtet von einer Konspiration zwischen verschlagener Industrie und korrupter Politik und bestätigt damit das, was der Leser eh schon immer gewusst zu haben scheint.
  • Sie baut auf ein etwaiges, nicht näher benanntes Papier, das der Sache einen eher offiziellen Eindruck verleiht.
  • Sie stützt die Selbstwahrnehmung von Leuten mit Faible für Fake-News, die ja häufig glauben, sie würden tagtäglich betrogen und Bauernfängern auf dem Leim gehen.
  • Sie nährt das Empfinden, dass die Bürgerinnen und Bürger (Anm.: ich schreibe beide Geschlechter an, damit der Text Volumen kriegt) gewissen Entwicklungen ausgeliefert sind.
  • Sie thematisiert eine Angelegenheit, die jeden mehr oder weniger betrifft und bei dem sich so jeder mehr oder weniger betroffen wähnt.
  • Sie postuliert einen abendländischen Niedergang in Form von Autorinnen und Autoren, die es inhaltlich offenbar nicht mehr bringen und deren schlechte Arbeit im Gegensatz zu der guten alten Zeit inhaltlich ausgereifter Schreiberinnen und Schreiber steht.
  • Sie erklärt außerdem, dass man diesem Niedergang nicht qualitativ begegnet, sondern durch Methoden der Vertuschung.

Besonders die letzten beiden Punkte sind nicht zu unterschätzen. Das latente Gefühl, dass früher alles besser war, dass das Heute nur noch Verschlechterung in allen Bereichen bedeute, macht Menschen für Fake-Meldungen besonders empfänglich.

Nun steht es den Lesern natürlich offen, die ersten drei Absätze an seine Community weiterzuleiten. Den einen oder anderen wird es sicherlich brennend interessieren, wie er verarscht wird von den Verlegern. Vielleicht sollte man dann aber auch darauf hinweisen, wo man weiterlesen könne. Man will sich schließlich nicht den Vorwurf machen lassen, nur Fake-News zu verbreiten. Dieser Text hat an dieser Stelle 4767 Zeichen. Mit der nicht mehr ganz so neuen Rechtschreibung kann man echt gut Zeilenhonorar schinden.

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Roberto J. De Lapuente

Roberto J. De Lapuente ist irgendwo Arbeitnehmer und zudem freier Publizist. Er betrieb von 2008 bis 2016 den Blog ad sinistram. Seinen ND-Blog Der Heppenheimer Hiob gab es von Mitte 2013 bis Ende 2020. Sein Buch »Rechts gewinnt, weil links versagt« erschien im Februar 2017 im Westend Verlag. In den Jahren zuvor verwirklichte er zwei kleinere Buchprojekte (»Unzugehörig« und »Auf die faule Haut«) beim Renneritz Verlag.

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5 Jahre zuvor

[…] Deutsch drucken. Was keiner wusste: Die Rechtschreibreform wurde von den Verlagen gefordert. Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Nach der Tat von London: Es darf nichts mit uns zu tun haben Ich muss jetzt sehr […]

WeThe$laves
WeThe$laves
5 Jahre zuvor

Einfach nur schlecht! Spart Euch das nächste mal die Tinte, Leute! Ich habe schon ganz oben im Artikel eine Pause gemacht um nach der Quellenangabe der vermeintlichen Leaks zu schauen. Egal ob Fake-News-Faible, Verschwörungstheoretiker, Putin-Versteher oder AfD-Wähler, es ist alles okay! Denn jeder sollte die Quellen prüfen und sich selbst ein Bild machen, soweit möglich…

„Sie leitet reißerisch ein und offenbart gerade so viel, um zum Anklicken zu animieren.“

Das tun alle Buch- und Filmtitel sowie jegliche Schlagzeilen. Vor allem die der MSM!

„Sie berichtet von einer Konspiration zwischen verschlagener Industrie und korrupter Politik und bestätigt damit das, was der Leser eh schon immer gewusst zu haben scheint.“

Genau von solcher Konspiration werden wir in den MSM nur selten was lesen, oder? Und dennoch wissen wir alle, dass es diese gibt und schon immer gegeben hat (man schaue in die Geschichtsbücher; nicht Wikipedia!). Es gibt unzählige Beweise in der Geschichte. Man muss sehr naiv sein, wenn man denkt, dass es z.B. den Deep State inkl. des Militärisch-industriellen Komplexes früher mal gab, dieser jedoch, warum auch immer, Geschichte sei und nicht mehr existiere.

„Sie baut auf ein etwaiges, nicht näher benanntes Papier, das der Sache einen eher offiziellen Eindruck verleiht.“

Hier wird sehr dreist versucht tatsächlich geleakte Dokumente von höhster Bedeutung zu diskreditieren. Es mag zwar zu Eurem tollen Spaß-Einfall keine Leaks gegeben haben, zu unzähligen anderen, wirklich seriösen Fällen (auch in jüngster Vergangenheit), gab es hingegen außerordentlich umfangreiche und bedeutsame Leaks.

„Sie stützt die Selbstwahrnehmung von Leuten mit Faible für Fake-News, die ja häufig glauben, sie würden tagtäglich betrogen und Bauernfängern auf dem Leim gehen.“

Es mag dieses Phänomen „Fake-News“ ja tatsächlich geben, jedoch sind die MSM doch eher die Medien, in welchen ich jeden Tag vermehrt Fake-News erfahre. Faible für Fake-News? Was soll das sein? Etwa dann, wenn man z.B. die ofizielle Story zu 9/11, die Massenvernichtungswaffen oder eben die 8-Uhr-Nachrichten hinterfragt?

„Sie nährt das Empfinden, dass die Bürgerinnen und Bürger (Anm.: ich schreibe beide Geschlechter an, damit der Text Volumen kriegt) gewissen Entwicklungen ausgeliefert sind.“

Oh – ja, das sind wir zweifelsohne!

„Sie thematisiert eine Angelegenheit, die jeden mehr oder weniger betrifft und bei dem sich so jeder mehr oder weniger betroffen wähnt.“

Tun die kurzgeschlossenen, etablierten Verlagshäuser und die GEZ-finanzierten Zwangsmedien nicht genau dasselbe?

„Sie postuliert einen abendländischen Niedergang in Form von Autorinnen und Autoren, die es inhaltlich offenbar nicht mehr bringen und deren schlechte Arbeit im Gegensatz zu der guten alten Zeit inhaltlich ausgereifter Schreiberinnen und Schreiber steht.
Sie erklärt außerdem, dass man diesem Niedergang nicht qualitativ begegnet, sondern durch Methoden der Vertuschung.“

Leider ist auch hier irgendwie etwas Wahres dran.

Was soll dieser Artikel sein, bitte? In meinen Augen ist dieser recht wertlos und nichts weiter als heiße Luft. Was er jedenfalls zu sein versucht – eine Art Analyse-Muster gegen sog. Fake-News – ist er absolut nicht. Wer das Privileg besitzt eine Bildung genossen zu haben, sich dazu seines Verstandes bedient und ausnahmslos immer die Quellen untersucht, braucht diesen erfundenen Mist gewiss nicht zu lesen und auch keine Angst vor Fake-News zu haben. Das fleißig propagandierte Problem der sog. Fake-News ist nämlich nicht auf irgendwelche Trolle, Putin- oder Trump-Versteher, Merkel- oder Schulz-Nicht-Versteher, AfD-Wähler, Pegida-Gänger oder sonst wen zurückzuführen, sondern auf die stets degradierende und mangelnde Bildung sowie Disinteresse. Als Fake-News wird so ziemlich alles abgestempelt, was nicht ins Programm passt. Als ich das erste mal diesen Ausdruck in den MSM hörte, musste ich lachen, weil ich mir dachte, dass genau diese doch die ganzen Fake-News grenzenlos produzieren (allein schon bez. MH17, Ukraine, Krim, Putin, Assad, US-Wahlen, Trump, etc. – um die jüngsten und meist bekannten zu nennen). Mittels solcher frisch erfundener „Paterns“ wie Separatist, Kommunist, Rechtspopulist, Terrorist, Fake-News, Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger, etc. werden Menschen mundtot gemacht und Ihr unterstützt das!

Manitu
Manitu
Reply to  WeThe$laves
5 Jahre zuvor

Sehr gut! Ich wollte auch so etwas ähnliches schreiben, aber du hast mich bei weitem überflügelt. Für mich ist dieser Artikel pseudo-kritische Polemik und im Grunde für die Tonne.

Mordred
Mordred
5 Jahre zuvor

denn diese Fake-News, die hier in den ersten vier Absätzen fabriziert wurde, beinhaltet doch fast alles, was eine Fake-Meldung haben muss, um als solche wahrgenommen zu werden:[…]

und das bzw. die dem zitat folgenden punkte, werter Roberto, wollen mir nicht in die birne. jedes kind lernt doch (hoffentlich heutzutage besonders) in der schule, dass in bild und co. viel müll erzählt wird und dass man quellen checken sollte. wie kann es dann sein, dass in facebook und co. irgendwelche postings von irgendwelchen usern von nicht gerade kleinen gruppen als bare münze wahrgenommen werden?

Mordred
Mordred
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

hmkay. in meiner weiterführenden schule in den 90ern gabs das noch in deutsch und vor allem geschichte.

Mordred
Mordred
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

Geschichte wurde in manchen Bundesländern mit Geographie und Sozialkunde zusammengelegt. Was früher mal 2+2+2 Stunden/Woche war, besteht heute aus 1×2 Stunden pro Woche.

lol?

Mir begegneten Lehrer in meiner Elternlaufbahn,…

Bekannte, Freunde, Verwandte, Nebenjobkollegen die auch während meiner Studienzeit auf Lehramt gegangen sind waren allesamt Kandidaten (außer eine mit Sport), die ihre Fächerkombination in ihrer Schulzeit gut beherrschten, sich aber darüber hinaus null (!) dafür interessierten.

schwitzig
schwitzig
Reply to  Roberto J. De Lapuente
5 Jahre zuvor

J. De Lapuente

Strukturell ist Schule heute so angelegt, dass sie effizient abgespult werden kann.

Da muss ich widersprechen (meine Freundin ist Lehrerin und ich kenne einige): Die Schulen und insbesondere das Lehrpersonal werden auf Kante gefahren – wie die Mehdorn-Bahn. Da funktioniert kaum noch etwas. Dazu kommt das Problem der stark zunehmenden sozialen Verwahrlosung (Neolib-Endziel) großer Bevölkerungsteile und eine „Inklusion“, die schon jetzt, aber erst recht in 10 bis 20 Jahren eine wahre Katastrophe auslösen wird. Außerdem gibt es immer mehr angestellte (prekäre Beschäftigung, Neolib-Verträge á la „s“PD) Lehrer, die mit Sicherheit nicht weniger schnell als die Beamten verschleißen werden.

Die Bildungsziele fährt man runter.

Fast richtig: Die Bildungstiefe wird heruntergefahren und die Benotung muss „positiv“ sein, sonst muss sich der Lehrer rechtfertigen. „Positiv“ heißt nicht „angemessen“.

Jowi
Reply to  schwitzig
5 Jahre zuvor

„… und die Benotung muss „positiv“ sein, sonst muss sich der Lehrer rechtfertigen.“

Letzter Elternabend, 2. Klasse:
Wir wurden informiert, dass im Diktat in Deutsch ein neuer Notenschlüssel eingeführt wird.

Die Fehlerzahl, mit der man vorher eine 4 hatte, ergibt nun eine 2-3. Das beschloss die Fachkonferenz.
Lesen von Büchern ist halt out, da hilft auch keine rechtschreihbeRefoorm.

P.s.: : Konntest du den 1. April nicht abwarten.
PPs: Diese „Unterstützt die #neulandrebellen!“-Schaltfläche nervt!

lotatar
lotatar
5 Jahre zuvor

Ermüdenden Dehnungen begegnet man allenthalben. Soviel ist sicher.
Daß Verlage aber ein vitales Interesse daran haben, „alte“ Bücher neu herauszubringen, wird wohl jedem einleuchten. Sie könnten sich die Hände reiben, wenn ich meine Bibliothek auf die neue „Rächdschreipunk“, die da ein paar „durchgeknallten Sesselfurzern“ (H.M. Enzensberger) eingefallen ist, umstellen würde. Und dann gleich nochmal wegen der „political correctness“. Schließlich darf man niemanden als Neger bezeichnen, auch wenn sie sich gegenseitig als „Nigger“ anreden. Das nächste Update müßte zwingend den Wahn der Klima-Hysteriker einschließen. Man stelle sich den Absatz vor, falls z.B. in der Bibel mal ohne Hinweis auf eine „Erderwärmung“ vom Wetter gefaselt wurde. Das ist aber beileibe nicht alles, denn solche Koryphäen wie das Profx Lann Hornscheidt werden danach krähen, wo seine (ist das noch richtig – muß ich „ihre“ oder alles beides schreiben? Oder „ihrx“?) Gender-Sch…e bleibt… Und so weiter und so fort…
— Das ist alles ein bißchen lächerlich, nicht wahr? Daß da ein paar Verlage gern mit dran herumschrauben würden könnte ich mir aber gut vorstellen.
– – – Im Wahrheitsministerium und andernorts wird jedenfalls emsig daran herumgetüftelt, vom Glauben an den Großen Bruder Abgefallene zu „entlarven“. Dies geschieht zumeist mit der Sprache, und deren Deutungshoheit obliegt in der Umsetzung bei mehr oder weniger dicken physischen bzw. digitalen Druckerzeugnissen zumeist den Verlagen, wenn sie sich zu Polit-Nutten machen, z.B. schlichte Invasoren und Okkupanten zu „Schutzsuchenden“ u.ä. Euphemismen verbrämen und pausenlos damit beschäftigt sind, den aktuellen Stand der Erleuchtung mit den aktuellen Begriffen in ihre Auflagen einzuarbeiten. 1984 eben.
Tun mir echt leid, die Jungs.

Habnix
Habnix
5 Jahre zuvor

Wer mehr Inhalt in Büchern setzt, lässt andere mehr wissen und wir sollen doch gar nicht zu viel wissen.

Wissen macht „Aaaaah!“

Dann muss man eben mehr teure Bücher kaufen und im Zeitalter der Überwachung wird selbst das eigene Wissen überwacht.

Aaaah!

Anthea
Anthea
5 Jahre zuvor

Tja, ich wusste schon dass es Fake News sind, nachdem ich gelesen habe , dass die Orthographie o.k. ist???

Erwin
Erwin
5 Jahre zuvor

OFF

„Wir brauchen, wir brauchen, wir brauchen“

Gastbeitrag in der Huff von Katja Kipping

– Der Tag des Scheiterns der EU-

http://www.huffingtonpost.de/katja-kipping/fuer-ein-neues-europa_b_15653784.html

schwitzig
schwitzig
Reply to  Erwin
5 Jahre zuvor

@Erwin
Die Kipping mal wieder – ein gewichtiges Argument gegen ie LINKE, leider. Das Weiterlesen fiel mir schon schwer, als ich die Orwellsche Blödworthülse „Die IDEE Europa“ (merken die eigentlich noch, was für einen Schwachsinn sie auch linguistisch absondern?) lesen musste – ansonsten stieß mir auf:

Der Brexit ist eine politische Katastrophe für Europa und wird ein soziales Desaster für Großbritannien.

Das ist Blödsprech: Das soziale Desaster gäbe es auch mit der EU, wahrscheinlich sogar noch schlimmer. Die politische Katastrophe bezieht sich auf die Versorgungsbezüge der Politiker.

Theresa May muss verstehen, dass der Austritt der sechstgrößten Volkswirtschaft der Erde aus dem gemeinsamen Markt die britische Union isoliert, wohlmöglich spaltet und eine Entscheidung gegen weite Teile der eigenen Bevölkerung ist.

Das ist Blödsprech: Warum soll das so sein? Beweis durch Behauptung? Weite Teile der eigenen Bevölkerung haben sich übrigens für den Brexit entschieden.

Aber auch die weit verbreitete Europa-Skepsis hat ihre Berechtigung.

Das ist Blödsprech: „Europa-Skepsis“ ist in weiten Teilen berechtigter EU-Kamarilla-Hass und die Verachtung von durchkorrumpierten Strukturen. Und was soll dieses „Aber“?

Die EU-Bürokraten und ihre neoliberale Austeritätspolitik haben dem Misstrauen gegenüber der europäischen Idee und der Explosion der Nationalismen erst den Boden bereitet.

Das ist Blödsprech: Mißtrauen „gegenüber der europäischen Idee“??? Ist die „EUROPÄISCHE IDEE“ also die Idee von einem Korruptionsnetzwerk, welches unten alles wegnimmt und oben alles akkumuliert? Dann ist das kein „Mißtrauen“, sondern berechtigte Ablehnung. Mißtrauen tun die Europäer den Mafiabossen, eine „EUROPÄISCHE IDEE“ gibt es nicht – höchstens vielleicht eine gegenseitige Akzeptanz und der Wille zur Zusammenarbeit. Das gibt es schon lange und zwar TROTZ der EU.

Die europäische Idee ist in einer tiefen Krise und damit ist auch unsere Zukunft und unsere Hoffnung auf einen Kontinent ohne Kriege und ein grenzüberschreitendes Gemeinwesen in Europa in großer Gefahr.

Das ist Blödsprech: Die EU ist tatsächlich der Garant FÜR Kriege; zumindest außerhalb der EU – siehe auch Militärpolitik. Mit der Verhinderung von Kriegen europäischer Nationen gegeneinander hat die EU rein gar nichts zu tun – das ist schlicht und ergreifend ein Etikett, was die EU sich zu Unrecht zur Selbstlegitimation anmasst sich anzuheften.

Ich muss jetzt aufhören (Zeit), aber zu dem Schwachsinn schreibe ich später noch mehr, weil es ein einziges dümmliches Propagandageschwalle übelster Sorte ist und das ausgerechnet von einer Linken.

Erwin
Erwin
Reply to  schwitzig
5 Jahre zuvor

Pulse of Kipping .-)

Die EU ist tatsächlich der Garant FÜR Kriege; zumindest außerhalb der EU

Auch innerhalb. Deutschland führt bereits Krieg in Europa. Der Euro ist Deutschlands Waffe.

Immerhin möchte Kipping dieses korrupte und kaputte Konstrukt herunterfahren und neu booten.
Dies und anderes unterscheidet sie vom Volkssturm der kritiklosen Proeuropäer, dem letzten Aufgebot von Pulse of Europe.

Robbespiere
Robbespiere
Reply to  Erwin
5 Jahre zuvor

@Erwin

Immerhin möchte Kipping dieses korrupte und kaputte Konstrukt herunterfahren und neu booten.
Dies und anderes unterscheidet sie vom Volkssturm der kritiklosen Proeuropäer, dem letzten Aufgebot von Pulse of Europe.

Das kann man fett unterstreichen.
Nur leider fallen ihre löblichen Zielvorstellungen bei Menschen, die ihren Kopf größtenteils zum Wohlgefallen der Friseurinnung auf den Schultern tragen, auf eher steinigen Boden, wo nichts gedeihen kann.
Wie soll sich eine EU reformieren lassen, wenn nur wenige Bürger bereit sind, für ihre Interessen massiv einzutreten und den notwendigen Reformdruck zu erzeugen?
Da bleibt doch nur die Möglichkeit, die z.B. Großbritanien gewählt hat, um sich dem Irrsinn zu entziehen, auch wenn es Nachteile mit sich bringen wird.

Erwin
Erwin
Reply to  Robbespiere
5 Jahre zuvor

Da bleibt doch nur die Möglichkeit, die z.B. Großbritanien gewählt hat, um sich dem Irrsinn zu entziehen, auch wenn es Nachteile mit sich bringen wird.

Unsere Medienmeute nimmt die angeblich furchtbaren Nachteile schon auf und überzieht sie ins Groteske. Da sollen abschreckende Exempel statuiert werden.
Die Briten müssten 60 Mrd. € Strafe zahlen, rund 18000 Gesetze umschreiben, 43 Freihandelsabkommen neu verhandeln, sonst griffen die menschenverachtenden Regeln der WTO mit Zöllen usw. :-))))

Wenns für Kriegsgewinnler und Spekulanten wichtig wird, erscheint der Kampagnenjournalismus wie der Springteufel aus der Schachtel :-)))

Lutz Lippke
Lutz Lippke
5 Jahre zuvor

Ich hatte es doch immer gewusst oder mindestens geahnt. Nichts mit Fake-News. Das Recht wird willkürlich umgeschrieben und nach Gusto mit beliebigen Buchstabenzauber und Phrasen verwässert und verlängert, nicht zuerst von Verlegern, sondern von Richtern des BGH, von Ausschussmehrheiten, von BND/NSA usw.. Da es sich um eine grundlegende Frage unserer Rechtsordnung zu Demokratie, Gewaltenteilung und das Selbstbestimmungsrecht handelt, habe ich die beteiligten Abgeordneten um Antworten und einen Ausblick gebeten.
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_patrick_sensburg-778-78482–f464675.html#q464675
http://www.abgeordnetenwatch.de/martina_renner-778-78597–f464674.html#q464674
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_konstantin_von_notz-778-78548–f464673.html#q464673

Zur Vertiefung der heimlichen Reform https://community.beck.de/2016/11/19/bernd-ruethers-die-heimliche-revolution-vom-rechtsstaat-zum-richterstaat
Wer in diesem Kommentar Ironie sucht, muss die Metaebene erklimmen.

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5 Jahre zuvor

[…] 24. Schock: Wahre Gründe für Rechtschreibreform – http://www.neulandrebellen.de/2017/03… 25. „Weltpolitisch katastrophal“: Russischsprachige Statisten für VS-Kriegsspiele gesucht […]

EuRo
EuRo
5 Jahre zuvor

Ich empfehle als Lektüre ein richtig altes Buch: Die Wahrheit über Hänsel und Gretel.Von Hans Traxler.
Die Methode ist schon uralt. Traxler hat aber nicht (im Buch) aufgelöst. Damals sind ihm jede Menge auf den Leim gegangen. Ich sage nur: von Däniken Zeit.

The Joker
The Joker
5 Jahre zuvor

Kann mal jemand mal die Pingbacks vom Nazi-Honigmann hier rausnehmen?
Danke.