Faktenlos durch die Nacht

Die Mechanismen des Tag-Nacht-Rhythmus wurden jetzt sogar mit einem Nobelpreis geadelt. Schicht- und Nachtarbeit weitet sich trotzdem weiter aus. Auch im prekären Bereich. Wir kennen die Krankmacher und ignorieren sie.

Die drei US-Forscher Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young ereilte Anfang dieses Monats eine frohe Kunde: Der diesjährige Medizinnobelpreis geht an sie. Mit ihren Forschungsarbeiten aus den Achtziger- und Neunzigerjahren haben sie belegt, dass alles Leben auf der Erde an die Rotation der Weltkugel gekoppelt ist. Die so genannte »innere Uhr« ist also keine Einbildung, wie es weiland die Seele als irgendein gasförmiges Organ mal war. Man kann sie genetisch messen. Es ist nämlich ein Protein, das biologische Organismen zur Nachtzeit anhäufen und das am Tage wieder abgebaut wird, das den Biorhythmus regelt. Der Schlaf und die Körpertemperatur stellen sich beispielsweise durch diesen Prozess ein. Wer dauerhaft aus diesem Rhythmus fällt, erhöht sein Krebsrisiko, kriegt leichter eine Herzerkrankung und darf Beeinträchtigungen des Magen-Darm-Trakts erwarten.

Der Volksmund wusste ja schon immer, dass Nachtarbeit nicht gesund ist. Das waren Erfahrungswerte, jeder kennt schließlich einen Nachtarbeiter aus Familie oder Nachbarschaft. Wissenschaftlich verifiziert wurde dieses Bauchgefühl schon vor Jahrzehnten; der Biorhythmus ist ja schon seit langem ein Begriff, den man kennt und zitiert. Unzählige Studienergebnisse schafften es zuletzt zu einer kurzen Zeitungsspalte, wie zum Beispiel jene des Forschungsinstituts CNRS aus Toulouse, die vor einigen Jahren kurz als Meldung aufflackerte und gleich wieder verschwand. In ihr konnte man lesen, dass jemand, der zehn Jahre nachts arbeitet, nicht etwa auch zehn Jahre mehr auf dem Buckel habe – nein, er altere in biologischer Einheit umgerechnet an die 17 Jahre. Und nun gibt es dieses ganze Themenfeld sogar mit dem Nobelpreis prämiert.

Die menschliche Gesellschaft ist ja schon stolz auf ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die Wissenschaft sei schließlich das progressive Element jeder Gesellschaftspolitik, heißt es zuweilen in Sonntagsreden ganz optimistisch. Aber obwohl wir es amtlich haben, dass Schichtmodelle, insbesondere zur Abend- und Nachtzeit, schädlich sind, sterben sie aufgrund erkenntnistheoretischer Überholtheit nicht aus. Obwohl wir grundsätzlich wissen, dass vermehrte Stressphasen zu gravierenden physischen wie psychischen Erkrankungen führen, orientiert sich der Arbeitsmarkt an so gut wie keine einzige wissenschaftliche Erkenntnis zum Thema. Die vielzitierte Life-Work-Balance kratzt ja bestenfalls an dieser Problematik.

Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Innerhalb von nur 14 Jahren, zwischen 2001 und 2014, stieg zum Beispiel die Wochenendarbeit von 6,7 Millionen auf 8,8 Millionen Beschäftige. 3,3 Millionen Menschen mussten 2011 regelmäßig in der Nacht arbeiten, 2004 waren es noch 2,5 Millionen gewesen. Und von 1995 bis 2015 stieg die Zahl der Schichtarbeiter um 1,8 Millionen auf 5,6 Millionen. Diese Entwicklung hat mit der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes zu tun. Gleichwohl hat das Ende des Ladenschlussgesetzes in den meisten Bundesländern die Arbeitszeitspannen erheblich erhöht, sodass die Abendarbeit zum Standard im Verkauf geworden ist.

Andere Berufsfelder waren von jeher von solchen Arbeitszeitmodellen betroffen. Nehmen wir nur mal die Pflege. Es wird immer wieder in allen Parteien davon gesprochen, dass sie besser bezahlt werden müsste. Die Linkspartei spricht zudem davon, dass mehr Personal notwendig wäre, um die Belastungen auf mehreren Schultern zu verlagern. Das ist zwar ein guter Ansatz, allerdings durchaus ausbaufähig. So ist es nicht ganz nachvollziehbar, wieso in Krankenhäusern Ärzte Bereitschaftsdienste absolvieren können, während Pflegekräfte Nachtdienste schieben. Eine Pflegebereitschaft auf Station ließe wenigstens die Möglichkeit offen, einige Stunden biorhythmisch zu schlafen.

So aber setzt man Millionen von Pflegerinnen und Pfleger dem Risiko aus, selbst mal gepflegt werden zu müssen von Leuten, die dann demselben Risiko ausgesetzt sind. Eine krankmachende Abwärtsspirale. Wie im Grunde all diese Arbeitszeitentwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Wir wüssten es eigentlich besser, zeichnen Wissenschaftler mit Preisen aus und ehren deren geschaffenes Wissen und machen dann wissentlich weiter so, schaffen Krankheit und Pflegebedarf und werden einfach nicht klüger aus dem, was uns vorliegt.

Postfaktisches Zeitalter? Na sicher doch. Das wurde am Arbeitsmarkt nicht erst gestern eingeläutet. Der ganze Wirtschaftskreislauf beruht darauf. Die Arbeit ist eine Krankmacherin, speziell dann, wenn sie den Biorhythmus tangiert. Das ist anerkannter Fakt. Ohne Auswirkungen auf den Ablauf.

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35 Kommentare auf "Faktenlos durch die Nacht"

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PanzergrenadierBBC
Gast
Noch übler sind die seit einigen Jahren beliebten Kontischichten. Dies bedeutet zwei Tage früh, zwei Tage Mittag/Spät und zwei Tage Nachtschicht und dann drei Tage frei. Dadurch entsteht eine neun Tage Woche, so dass die Arbeitnehmer die dieses Model mitmachen müssen total aus dem Wochenrythmus fallen. Man kann nicht mehr jedes Wochenende mit Freunden weggehen, man kann nicht mehr verlässlich ein Vereinsleben führen, dass häufig auf das Wochenende ausgerichtet ist, man mit den Kindern auch nicht immer dann was unternehmen wenn man frei hat. Darüber hinaus sind für diesen wahnsinnigen Rhtytmus drei Tage frei zu wenig. Der menschliche Körper kann… Read more »
dors
Mitglied

Hohes Sicherheitsbedürfnis, 24/7 Erreichbarkeit und Sofortreaktion finden alle gut und verlangen es. Dagegen steht die Renditeerwartung von Produktivitäts-/Dienstleistern . Unsere bisherige Geschichte hat diesen Engpass immer zugunsten der Rendite gelöst mit Herausbildung eines kleinen, feinen , ausgewählten Kreis von Hochprofitlern.
Humanität, individuelles Wohlergehen und zukunftsgerichtete Ethik sind „Gedöns“ welches leider immer nur in Wahlprogrammen vorkommt.

ert_ertrus
Gast

Eher an den Frühkapitalismus. Im Mittelalter wurde geruhsamer gearbeitet – und es gab viel mehr Feiertage als heute 😉

trackback

[…] sich trotzdem weiter aus. Auch im prekären Bereich. Wir kennen die Krankmacher und ignorieren sie.Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Vier Jahre gewählt und trotzdem hektisch Dass Journalisten jede Sau durchs Dorf […]

trackback

[…] sich trotzdem weiter aus. Auch im prekären Bereich. Wir kennen die Krankmacher und ignorieren sie.Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Vier Jahre gewählt und trotzdem hektisch Dass Journalisten jede Sau durchs Dorf […]

Hoax
Gast
Einerseits erstickt der Kapitalismus an seiner Produktivität , andererseits sollen die Hauptakteure, die 99% dieser Gesellschaft nicht am Gewinn beteiligt werden. Worüber unterhalten wir uns, wenn es um krankmachende Beschäftigungsformen geht ? Es geht ja keinesfalls um eine faire Verteilung von Arbeit. Unser System von Arbeit wird ja überwiegend tatsachenverkehrend als faires Modell dargestellt, bei dem jeder zumindest etwas abbekommt und niemand zu kurz kommt. Das es nicht um Wertschätzung für Leistung geht, zeigt die gesellschaftliche Honorierung von Arbeit am Menschen die durch Maschinen nicht zu rationalisieren ist. Mit steigendem Gewinn müsste die Honorierung von Pflegern, Betreuern, außerschulischen Pädagogen, Rettungssanitätern… Read more »
Jörg Hensel
Gast
Ich war ehem. Ermittler einer Sonderordnungsbehörde mit polizeilichen Aufgaben und sonderpolizeilichen Befugnissen im SozMin SH (Arbeitsschutz) und kann sagen, dass nicht das GG, sondern der Neoliberalismus in der öffentlichen Verwaltung und in den Gerichten Einzug gehalten hat. So wurde das GG in der Arbeitswelt von den Arbeitsgerichten bspw. in den Schulen außer Kraft gesetzt; trotz Grundrechtebindung ! Bezug des Arbeitsschutzes zum Grundgesetz – Vgl. Amtliche Begründung Drucksache Bundestag 13/3540 – Seite 11 – Ziff. 2 – 3. Spiegelstrich. Zitat: „In der Bundesrepublik Deutschland folgt aus Artikel 2 Abs.2 des Grundgesetzes die Pflicht des Staates, Leben und Gesundheit der Beschäftigten bei… Read more »
Imago
Gast

@ Jörg Hensel: Klasse Dein Kommentar oben, und – ganz ganz toll auch , daß Du (ich hoffe ich darf so sagen!) den Weg zu uns her gefunden hast (und damit hier auch beweist, daß es auch in solchen Behörden noch immer sehr lebendige und wache Menschen gibt)! – Ich freu‘ mich sehr darüber!!!

Jörg Hensel
Gast

Ja, danke. Aber weil ich versuchte, das Grundgesetz und die Gesetze zu wahren (§ 6 BAT), wurde ich gemobbt und gekündigt. Das ist jetzt 13 Jahre her; seit dem erhalte ich eine wegen Mobbing anerkannte Erwerbsminderungsrente, die im Bereich der Grundsicherung liegt. Ich hatte vor dem ArbG geklagt. Die Richter wollten das GG und das Arbeitsschutzgesetz nicht anerkennen. Von den Gerichten erhielt ich nur Scheinurteile. Hierauf die Richter angesprochen, bekam ich eine Strafanzeige wegen Beleidigung. Bei der Akteneinsicht vor der Hauptverhandlung sah ich, dass der §63 auf mich angewendet werden sollte.

Imago
Gast

@ Jörg Hensel: Dazu fällt mir ganz automatisch eine Steueraffäre ein, bei der das Bundesland Hessen (damals unter Führung von Ministerpräsident Roland Koch!!!) vier eigentlich außerordentlich tüchtige Steuerfahnder Schritt für Schritt aus dem Dienst rausmobbte, schließlich entfernte und per Gutachter schließlich auch noch für paranoid erklären ließ, was dann offenbar auch noch für deren Zwangspensionisierung sorgte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerfahnder-Aff%C3%A4re

Imago
Gast

@ Jörg Hensel: Was bedeutet § 63? Du mußt davon ausgehen, daß wir uns hier mit solchen „Feinheiten“ im Allgemeinen nicht so gut auskennen!

Thrombo
Gast

Wahrscheinlich handelt es sich, wie ich aus dem Kontext zu erkennen glaube, um § 63 StGB Maßnahmenvollzug/Unterbringung in einem (forensisch–) psychiatrischen Krankenhaus.

Eine Minute Konsultation mit dem Browser deines Vertrauens und du hast die Antwort auf deine Frage. Ne, Technik ist wirklich nicht dein Ding …

Imago
Gast
@ Thrombo: Hatte in dem Fall gar nichts mit der Technik zu tun, sondern war ’ne Mischung aus mangelnder Geistesgegenwart, Müdigkeit und Faulheit, die mich das verschlafen ließ; aber so kann man mal wieder sehen, – nobody is perfect! – Zum § 63 fällt mir noch der Fall Mollath ein, da dürfte wohl dann wohl auch dieser Paragraf angewendet worden sein; und zum Satz „nobody is perfect“ habe ich übrigens am Sonntag auf einem Bauernfest einen ganz tollen Bauernspruch gelernt und der geht so: „Man hat erst dann ausgelernt, wenn alle Finger an der Hand gleich lang sind!“ – Ist… Read more »
Jörg Hensel
Gast
Der § 63 StGB ist der Paragraph, welcher Gustl Mollath für Jahre in die Zwangspsychiatrie gebracht hatte. Man betreibt eine Tatfingierung, um eine Person, die einen lästig ist, in ein Strafverfahren zu bringen, um ihn dort von einem Sachverständigen begutachten zu lassen. Die Richter signalisieren den Sachverständigen, welches Gutachten sie gerne hätten (vgl. Studie MM Uni München/SPON – „Richter signalisieren bei der Auftragsvergabe von Gutachten, welche Ergebnisse sie erwarten“). So kann die „Zielperson“ auf Jahre hin weggesperrt werden. Er ist ab diesem Zeitpunkt definitiv rechtlos. Nur die Ärzte der staatl. Anstalten befinden darüber, wann die Person wieder rauskommt. Mollath hatte… Read more »
nikita
Gast
VORSICHT!! Der persönliche Umgang mit Sozial-Behörden und Sozial-Gerichten, auch anderen Gerichten der BRD, ist mit der außer-Kraft-Setzung des GG durch die Schröder-AGENDA gefährlich!! Art. 20 GG bindet kein Gericht, keinen Politiker mehr, keine seiner Beihilfe-Leistenden-Staatl. Institutionen! Die Täuschung über die Rechtslage hat System bei Gerichten heute! Die Medizinischen Gutachter in Tateinheit unseren Deutschen Richtern sind mit von einer „ermächtigten“ Täuschungs-Abteilung, wie der Fall Mollath beweist! Der wird, wie viele ander auch, noch Jahrzehnte seinem Entschädigungs-Anspruch hinterher laufen. Das muss für die betroffenen Richter eine LUST sein!? Wüsste die verrohte Mittelschicht welche GEFAHREN auf sie warten wäre sie vermutlich ein wenig… Read more »
Imago
Gast
Wenn ich mich richtig erinnere, war es entweder Prof. Rainer Mausfeld (oder aber Prof. Heinz-Josef Bontrup), der in einem seiner (inzwischen ja schon ganz gut bekannten) Vorträge sinngemäß davon sprach, daß die anfangs mit ihrem Konzept gar nicht so gut dastehenden Neoliberalen den Markt wie auch die früher weitaus populären linksliberalen Denkstrategien sehr genau studiert und teilweise inzwischen offensichtlich auch sehr gut kopiert und dann unter ihren eigenen Vorzeichen anzuwenden gelernt haben. – Inzwischen haben sie also (Jörgs Bericht oben spricht ja deutlich dafür) ihr subversives Netz in fast aller Bereichen der Gesellschaft weitgehend erfolgreich installiert, aber – noch ist… Read more »
Imago
Gast
Da ich mir nicht sicher bin, ob Ihr meinen gleich hier unten folgenden „Kommentartext“ zu „Egomanentraining, Du Bildungsweltmeister“ auf Euren Seiten überhaupt auch mitgekommen habt, (eine Reaktion darauf kam ja bisher von Eurer Seite her nicht) will ich ihn – hier auf diesen Weg nun – zuerst noch einmal wiederholen: „Ich habe auf Eurer Seite im Bereich „Über die Rebellen“ gelesen, daß Ihr offenbar noch weitere Mitstreiter sucht, die Eure Sicht auf diese Welt teilen: so well – hier ist wohl einer – nämlich ich, und ich würde bei Euch – von Zeit zu Zeit – sozusagen als freier Mitarbeiter… Read more »
Imago
Gast

Mein letzter Beitrag oben ist natürlich speziell an Roberto De Lapunte und Tom Wellbrock gerichtet; ich vergaß leider, dies oben auch als Überschrift zu platzieren.

Tom Wellbrock
Webmaster

Mein letzter Beitrag oben ist natürlich speziell an Roberto De Lapunte und Tom Wellbrock gerichtet; ich vergaß leider, dies oben auch als Überschrift zu platzieren.

@ Imago: Sorry, jetzt erst gelesen. Wir besprechen das mal.

Imago
Gast
@ Tom Wellbrock: Jetzt wird‘ s (in technischer Hinsicht) wohl erst mal etwas kompliziert, denn ich habe nun gerade vor kurzem auf meiner Yahoo-Mailbox zwar Deine (kurze) Mail erhalten (Inhalt, Du wirst über mein Ansinnen heute Nachmittag mit Roberto sprechen …), wollte Dir dann aber als Antwort ein etwas ausführlicheres Schreiben zusenden, dies kam aber ebenso zu mir zurück, wie bei meinem ersten Versuch, den ich gestern schon – mit diesem Schreiben per eMail machte. Ich kann Eure Mails also offebar empfangen, aber Euch bislang offenbar nichts zusenden; – da ich aber nicht unbedingt der „große Technik-Freak“ bin, kann ich… Read more »
Tom Wellbrock
Webmaster

@ Imago: Ist alles angekommen, keine Sorge 🙂

Jörg Hensel
Gast
Was ich vergessen habe ist, dass ich zusammen mit dem NDR eine Reportage gemacht habe. Hier geht es um eine quasi Großschadenslage in den Schulen SH. Anhand dieses Films kann man m.E. gut erkennen, wie die Verstoßlage aussieht und was hätte (seit 1996) gemacht werden müssen. Bis heute weigert sich das Bildungsministerium das Arbeitsschutzgesetz bzw. das Grundgesetz umzusetzen, was jährlich Millionen an Steuergelder kostet. Soweit das Bekenntnis Schleswig-Holsteins zum Grundgesetz bzw. zur Grundrechtebindung gem. Art. 1 (3) GG … Meinen Fall, der damit verbunden ist bzw. Auslöser für die Reportage war, habe ich einmal aufgeschrieben und anhand des Grundgesetzes und… Read more »
Irmgard
Gast
Was ich vergessen habe ist, dass ich zusammen mit dem NDR eine Reportage gemacht habe. Hier geht es um eine quasi Großschadenslage in den Schulen SH. Erzieher sind ihren Arbeitstag lang in einer KiTa auch einer Lärmbelasung ( Kinderlärm ) ausgesetzt, die über 80 db liegt und damit krankmachend ist. Dazu gab es großangelegte Messungen. Maschinenführer z.B. müssen ab 80 db einen Gehörschutz tragen. Der Arbeitsschutz für Erzieher bestünde darin, einen Kollegen oder eine Kollegin zu haben mit der man sich abwechseln kann. Einer im Aufenthaltsraum, der andere bereit im ruhigeren Nebenraum etwas vor oder dergleichen. Nun aber werden die… Read more »
Imago
Gast

@ Irmgard: Da es Dir gefällt was ich schreibe, solltest vielleicht auch mal beim „Nachrichtenspiegel.de“ reinschauen, dort schreibe ich bereits schon, allerdings bisher auch nur Kommentare. (Der Nachrichtenspiegel ist zwar auch ein politisch kritischer Blog, hat aber eine etwas andere, auch in Richtung Philosophie tendierende Ausrichtung; ich persönlich mag das auch und zwar eigentlich sogar sehr)

Irmgard
Gast

Guck auch öfter bei:

infosperber.ch

Der Franz Alt fragt sich dort z.B. wie die rasante Geschwindigkeit des Artensterbens erklärbar ist
https://www.infosperber.ch/Artikel/Umwelt/Artenvielfalt-Singende-Vogel-zirpende-GrillenDas-war-einmal

oder

rubikon.news

Was wir noch heute von Stanley Milgram lernen können. Ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam.
https://www.rubikon.news/artikel/nur-mut

Imago
Gast

@ Irmgard: Danke für die beiden Tipps, es sind beides sehr gute Artikel! (Das Milgram-Experiment ist mir [schon lange] bekannt, sollte aber eigentlich für alle Menschen zum Teil ihres Allgemeinwissens werden!

Jörg Hensel
Gast
Vielleicht darf ich noch erwähnen, dass gegen all diese gesundheitlichen Fehlentwicklungen in der Arbeitswelt eigentlich das Arbeitsschutzgesetz gegensteuern soll (vgl. i.d.Z. a. das Wirksamkeitsgebot gem. § 3 (1) S. 2 ArbSchG). Denn das ArbSchG geht vom ganzheitlichen Ansatz bzw. von einer „menschengerechten Gestaltung der Arbeit“ aus (vgl. § 2 (1) ArbSchG) und berücksichtigt dabei alle Gefährdungen, die am Arbeitsplatz auftreten können (physikalisch, biologisch, chemisch, psychomental), was insb. in § 5 ArbSchG zum tragen kommt. Das Arbeitsschutzgesetz übt darüber hinaus eine Konzentrationswirkung auf alle Arbeitsschutznormen aus. In diesem Zusammenhang spielen auch die Grundsätze gem. § 4 ArbSchG eine große Rolle, nicht… Read more »
Imago
Gast
@ Jörg Hensel: Kennst Du eigentlich die „Nachdenkseiten.de“? Das ist eine sehr informative Webplattform, bei der Deine Kenntisse auf diesem Gebiet mitunter gewiß auch eine wichtige Rolle spielen könnten! Oder – Du solltest vielleicht selbst darüber schreiben und versuchen, diese Informationen als Artikel auf den entsprechenden Webseiten unterzubringen, auf jeden Fall aber irgendwie erreichbar bleiben, denn Dein Wissen kann in Zukunft auf einmal ganz schön wertvoll für Andere sein! (Eigentlich sollte nach meinem Dafürhalten in solchen Angelegenheiten auch Amnesty International in Deutschland Interesse zeigen, aber ich kann mich da auch irren, denn Arbeitsschutz ist für mich ein fast völlig neues… Read more »
Jörg Hensel
Gast

Danke. – Ich kenne die Nachdenkseiten und habe dort (glaube ich ) auch schon mal was geschrieben. Allerdings gab es bislang keine Reaktion. Schön wäre es, wenn Interessierte Medien zu mir Kontakt aufnehmen würden. Insofern bin ich da auf Hilfe von Dritten angewiesen. Auch weil die Kräfte langsam nachlassen.

Lutz Lippke
Gast
Das Arbeits(schutz)recht ist ein wichtiges Teilgebiet des Rechtsstaatlichen. Den Arbeitsgerichten wird zwar Arbeitnehmerfreundlichkeit nachgemunkelt, aber das meint wohl nur, dass geschaßte Arbeitnehmer eine kleine Abfindung beim Arbeitsrichter rausschlagen können, um nicht sofort der Allgemeinheit auf der Tasche zu liegen. Aber spätestens dann sorgt das Sozialrecht dafür, dass der Arbeitnehmer sich in Richtung prekäre Beschäftigungen bewegt. Keine rosigen Aussichten für Streit um Arbeitsbedingungen und Löhne. Auf anderen Rechtsgebieten ist es real nicht besser. Im Gegenteil. Warum ist das im Recht so? Juristisches Recht sollte man eigentlich als gesellschaftliches Allgemeingut so ernst nehmen wie mathematisches Rechnen. Tatsächlich wird aber alles Juristische als… Read more »
Imago
Gast
@ Lutz Lippke: Du hast meiner Ansicht nach von A – Z völlig recht in Deinem Kommentar, insbesondere leider gerade auch mit Deinem letzten Satz: „Leider fehlt es in weiten Teilen der Linken an grundsätzlichem Interesse für Fragen zu den Grundlagen einer funktionierender Rechtsordnung.“ Toll für mich, dies einmal auch von anderer Seite zu „hören“, denn ich (eigentlich völliger Laie in Sachen Rechtsordnung) habe mir über das, was Du in Deinem Kommentar geschrieben hast, schon vor recht vielen Jahren (ca. 20 J.) so meine Gedanken gemacht. Lies einmal meinen folgenden Text dazu, vielleicht gefällt er Dir ja: Über Rechte und… Read more »
Lutz Lippke
Gast

Absolute Zustimmung!

nikita
Gast
Interessierte Medien – oh da wäre ich vorsichtig, besonders wenn die Kräfte nachlassen, kenne ich auch. Es gibt viele Medien die die ARMEN-Entmündigung und -Enteignung mittragen, leider. Lieber Jörg ich halte die Daumen, ALLE. Es braucht einen guten ANWALT . Hilfe von Dritten, ja, schön wäre es gewesen. Der Erfahrungs-Austausch mit Geschädigten hat mir mehr gebracht, die Erkenntnisse über die Möglichkeiten der Verächtlichmachung waren erhellend und schützend! Es ist wieder einmal ein Mörderischer Zeitgeist unterwegs, da ist persönliche SICHERHEIT die oberste Prämisse…weil die BRD dies nicht mehr bietet. Spitzel-Dienste haben Hoch-Konjunktur, der gesamte ÖD steht da im Dienst des Staates,… Read more »
Imago
Gast
@ Jörg Hensel: Ich kann Dich in Deiner Lage sehr gut verstehen, aber Du hast derzeit leider das Pech, daß das was Dich nun so schwer getroffen hat, für die breite Öffentlichkeit (gewohnt, sich in Rechtsangelegenheiten einfach nur den dafür ausgebildeten Rechtsexperten anzuvertrauen und ansonsten nicht weiter darüber nachzudenken) kaum von Interesse ist. Du bist damit in etwa in der gleichen Lage wie Menschen, die von einer „seltenen Krankheit“ befallen sind, für die die Pharmakonzerne in der Regel keine Medikamente entwickeln, weil ihnen das – einfach nicht lukrativ genug erscheint; – die meisten Leute sind eben – (zumindest derzeit noch)… Read more »
der-5-minuten-blog.de
Mitglied

Ja, ich arbeite am Flughafen Frankfurt und kann das bestätigen.

Schichtarbeit macht krank!

In den letzten Jahren lag der Krankenstand bei über 10% (und er steigt auch langsam weiter an.) „Zum Glück“ hat unsere Firma ein Heilmittel gefunden. Sie findet Mittel und Wege Mitarbeiter, die häufig krank sind, zu kündigen. Ich nennen das die neue Nachhaltigkeit

Ales im Niedergang, man
Markus (https://der-5-minuten-blog.de)

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