Die linke Blase und Katalonien

Revolution, Antiimperialismus, ethnische Reinheit – als in Katalonien Straßenschlachten stattfanden, nahmen viele deutsche Linke bequem im sozialen Netzwerkssessel Platz und gaben warme Ratschläge. Außer Fundamentalismus und Idealismus hatten sie jedoch wenig zu bieten. Außer vielleicht durch Orthodoxie bedingte Inkonsequenz – und ziemlich generelle Ahnungslosigkeit.

Stürzt den imperialen Staat!

Der Knüttel surrte durch die Barceloneser Luft. Und hier in deutschen Netzwerken tat es die Blasenlinken der Polizei nach – rhetorisch wohlgemerkt. Bevor wir darauf kommen, aber eine Klarstellung: Nein, die Polizei der spanischen Zentralregierung hätte so niemals vorgehen dürfen. Hier hat man etwas eskaliert, was dem weiteren Verlauf der separatistischen Dinge Nahrung gibt. Aber danach den rhetorischen Knüttel auszupacken, mit revolutionären Sprüchen und Begrifflichkeiten von dazumal, bequem aus dem Sessel heraus die Lage einzuschätzen: Auch das ist in etwa so hilfreich wie Polizeigewalt. Plötzlich gebaren sich da welche als Ratsherren der Abspaltung. Befürwortet sie sofort, nachdrücklich und mit aller Konsequenz.

Schließlich gehe es ja um einen antiimperialen Kampf. Spanien – ein Imperium? Das gibt es seit spätestens 1898 nicht mehr. Überhaupt Imperialismus: Der Begriff ruft Konnotationen von Eingeborenen wach, die als Menschen dritter Klasse innerhalb eines Weltreiches darben müssen. Von Bürgern dürfte man bei diesen Leuten gar nicht erst sprechen, weil sie als imperiale Opfer keine Bürgerrechte genießen. Das aber trifft ja wohl auf die Katalanen nicht zu. Spanische Provinzen mögen keinen annähernd so großen Autonomiestatus haben wie deutsche Bundesländer. Sie können sich zum Beispiel gegenüber der EU nicht selbstverantwortlich erklären, wie das Bayern oder Nordrhein-Westfalen tun, aber daraus abzuleiten, dass sie Opfer des Imperiums sind: Das ist eine hanebüchene, auf Revolutionsromantik zurückzuführende Sprachwahl. Katalanen sind spanische Bürger mit allen Rechten und Pflichten.

Wie eben auch die Basken, die jetzt sehr genau hinschauen, was sich da am Mittelmeer zusammenbraut. Catalunya und das Euskadi sind die zwei reichsten Regionen des Landes. Ihre Unabhängigkeitsbestrebungen sind alt, waren aber nie Massengeschmack. Selbst die sturen Basken sind mehrheitlich keine Separatisten. Das liegt unter anderem daran, dass »die Basken« keine ethnisch geschlossene Entität sind. Die Hauptstadt des spanischen Baskenlandes (Hegoalde genannt) Vitoria-Gasteiz ist eher eine kastilische Stadt; aber auch in Bilbao und San Sebastián gibt es nur noch wenige Familien, die sich reines Baskentum bewahrt haben. Die Menschen des Baskenlandes wissen zudem eben auch, dass sie von einer starken Zentralmacht profitieren – als kleines Land inmitten europäischer Flächenstaaten würden sie an den Rand gedrängt. Und noch ein europäisches Problem ergäbe sich dann: Das Iparralde, das französische Baskenland. Eine baskische Separation mit halben Gebiet wäre ja auch nicht gerade das, was sich baskische Nationalisten wünschten. Von der Navarra und La Rioja, zwei anderen spanischen Provinzen, die sich geschichtlich bedingt sehr dem Baskenland zugehörig fühlen, müsste man dann unter Umständen innenpolitisch sprechen.

Ruft ein sozialistisches Katalonien aus!

Was die von süßen Revolutionsklängen entzückten deutschen Seprationsanhänger immer wieder total vergessen haben in ihren Analysen, war dann natürlich die europäische Dimension eines solchen Austritts. Hier plant ja nicht eine Wüstenei auszutreten, sondern ein industrialisiertes Gebiet mit relativ gesunden Unternehmen. Kataloniens gute Stellung kommt ja durchaus nicht nur deswegen zustande, weil Katalanen so viel gescheiter als andere Spanier sind: Als Region eines EU-Mitgliedsstaates hat man da natürlich profitiert. Dass das nach einem Austritt aus Spanien und damit aus der Europäischen Union einfach trotzdem halbwegs florierend für katalanische Firmen weitergeht: Davon ist nicht auszugehen. In gewisser Weise biedern sich die Blasenlinken in dieser Frage den deutschen Konservativen an, die ja auch immer so tun, als sei wirtschaftliche Potenz einzig und alleine dem Fleiß und der Pfiffigkeit der Deutschen zu verdanken. Dabei lassen sie die Rahmenbedingungen aus dem Blick und überhöhen »das Deutsche« in ein transzendentes Wesen. Die »deutschen Separationisten« machen denselben Fehler in der Katalonien-Frage. Rahmenbedingungen lassen sie weg, die Katalanen sind doch pfiffig genug.

So pfiffig, dass sie auch gleich inmitten eines für sie fremden Europas mindestens den Sozialismus umsetzen sollten. Wenn sie doch schon mal dabei sind, sollen sie gewissermaßen gleich Nägel mit Köpfen machen. Nun ist der Sozialismus ein Begriff, den man verschieden deuten kann, immerhin gibt es ja auch in Frankreich Sozialisten, die aber nichts anderes als New-Labour-Sozis sind. Bloß wenn Leute, die als Avatar Hammer und Sichel führen, etwas vom katalanischen Sozialismus salbadern, dann wird es einem ganz mulmig um den Verstand herum. So einen Sozialismus – ernsthaft jetzt? Und das als warme Empfehlung an einen neuen Staat, der nicht EU-Mitglied ist? Dieser mit viel marxistischer Weltversteherei ausgestattete Ratschlag ist nichts weiter als jemanden als Vorschlag zu unterbreiten, er möge sich in schwerer Stunde in Isolation begeben. Man könnte es ja zum Beispiel auch mit einem gut ausgebauten Sozialstaat probieren – aber das führt den Leuten mit sowjetischer Memorabilia im Logo natürlich nicht weit genug.

Exemplarisch für den Niedergang katalonischer Unternehmen könnte in einem solchen Szenario dann der FC Barcelona werden. Wenn der dann ohne Europapokalteilnahmen in einer rein katalonischen Liga mit Vereinen wie Sabadell, Lleida oder L’Hospitalet um eine katalonische Meisterschaft spielt, dicht gefolgt von Espanyol Barcelona, das seinen Namen dann wohl ändern müssten, dann weiß man wie der neue Provinzialismus wirkt.

Ein Volk, ein Staat, ein …?

Die EU könnte sich ja einen Ruck geben und die katalonische Republik direkt zum Mitglied machen, las man dann als weitere direkte Aufforderung. Dass der spanische Zentral- und dann Rumpfstaat ein Wörtchen mitzureden hat, vergisst man dabei. Ob der zustimmt ist fraglich, wenn er gleichzeitig fürchten muss, dass weitere Provinzen abfallen. Wobei auch dieses tendenzielle Zerfallen Spaniens für die Blasenlinken gar kein Problem darstellt, denn sie behaupten einfach, dass ein Vielvölkerstaat, der Spanien letztlich sei, nun mal irgendwann in diese Lage käme. Das sei voll normal. Für Deutsche eine gewagte Aussage. Denn ein Staatsvolk, dass aus Friesen, Bayern, Preußischen, Sudeten, Ossis, Türken und einigen kleinen nationalen Minderheiten besteht, muss sich bei strikter Auslegung des Vielvölkerstaat-Begriffs schon mal fragen lassen: Ist Deutschland nicht auch abbruchreif? Sie würden diese Frage freilich in strikter Orthodoxie bejahen und dann sagen, so sei es eben, wenn das Volk Abspaltung will, so gehe nun mal Demokratie. Man muss tun, was das Volk will. Ebendiese Leute beklagten sich aber noch vor zwei Wochen, dass das deutsche Wahlvolk mit 12,5 Prozent einen Rechtsruck wünschte. Der Volkswille ist halt nur immer dann relevant, wenn er gerade passt. Da gleichen sich Merkel und Blasenlinke durchaus. Sie sind beide Ausdruck deutscher Pedanterie und deutscher Doppelstandardisierungen.

Zurück zur These vom Vielvölkerstaat: Der spanische Staat ist vieles – aber keine Kopie der KuK-Monarchie. Er ist ethnischer geschlossener als man annimmt – und älter als der deutsche Staat. Dieses Alter belegt auch, dass sich die verschiedenen Völker, die er auf seinem noch heutigen Gebiet um 1500 versammelte, vermischt und homogenisiert haben. Idealisieren muss man den Prozess natürlich nicht – da war auch Gewalt im Spiel. Die kanarischen Guanchen sind gewissermaßen die Pruzzen Spaniens, lieber deutscher Besserwisser. Einfach mal im Brockhaus unter P nachschlagen. Die historische Einheit des spanischen Zentralstaates ist aber nur eine Komponente, die von den blitzgescheiten Leuten in ihren Netzwerkssesseln nicht beachtet wurde. Sie merkten offenbar nicht mal, dass sie sich auf identitären Boden manövrierten. Wie kann es sein, dass es plötzlich linke Haltung sein soll, einem Staat gewissermaßen sein Existenzrecht abzusprechen, nur weil er viele Völker auf seinem Territorium vereint? Na hört mal, wie soll denn multikulturelles Agieren gelingen, wie kann man den Menschen glaubhaft machen, dass auch ein gewisser Anteil an Flüchtlingen in die bereits anwesende Gesellschaft integrierbar ist, wenn man gleichzeitig sagt, dass über Jahrhunderte zusammengehörige Völkerschaften eben ganz folgerichtig auseinandergehen? Vom Blut und Boden sollte man erst gar nicht zu sprechen beginnen, sonst wird es uferlos.

Interessant ist auch, dass man einen Nationenföderalismus für die normalste Sache der Welt hält, während im innerdeutschen Diskurs unter Linken klar ist, das der Föderalismus – insbesondere in Fragen der Bildung – ein gravierendes Problem darstellt, bei dem die notwendige Reform fortwährend verschleppt wird. Deutschland soll sich also entföderalisieren und zentraler werden – und dem europäischen Nachbarn empfiehlt man ganz revolutionsromantisch das Gegenteil. Kleinstaaterei den anderen, Großdeutschland für uns. Aber Wagenknecht und Lafontaine sind natürlich Ausgeburten der Rechten – schon klar.

Wer über den Dingen steht, sollte sie nicht ändern wollen

Sevim Dağdelen hat sich für die Linkspartei zu Katalonien geäußert. Ihre Empfehlung: Nicht grundsätzlich dafür sein, auch mal abwarten können. Überhaupt eine gute Empfehlung in heutiger Zeit, zumal bei so komplexen Themen wie diesem. Wenn dann die Ahnungslosigkeit eine Meinung hinausposaunt, wird es schwierig dagegen anzukämpfen. Trotzdem gab es umgehend Kritik an Dağdelen in den Netzwerken; einer analysierte ihren Text und dröselte ihn marxistisch auf. Wen will er denn bitte auf diese Weise beeindrucken und für seine Meinung begeistern? Mit solchen Statements geht es nur um eines: Um linksmentale Selbstbefriedigung – im wahrsten Sinne dieses Wortes. Das sei halt eben wieder typisch Linkspartei, hieß es weiter. Da könne man mal den Kapitalismus mal abschaffen und dann stehe man lieber zurück und dem Kapital treu zur Seite. Kapitalismus abschaffen? Dieser alte Traum der Linken, eingetippt in das Netzwerk eines kapitalistischen Unternehmens. Geradlinigkeit, wie hast du es schwer!

Was jedoch ganz sicher abgeschafft würde, das wäre eine reiche Provinz für Spanien, die auch den Rest des Landes, der an kargen Böden krankt und wenig Industrie vorzuzeigen hat, über die Runden bringt. Man bedenke nur, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen würden eine Abschiedstour geben wollen: Da würde Berlin aber brutal reinschlagen. Aus gutem Grund. Der schöne Länderfinanzausgleich – alles weg! Aber Spanien empfiehlt man Stillhalten und Ziehenlassen. Realistische Einschätzung der Blasenlinken des spanischen Rumpfstaates danach? Gibt es nicht, scheißegal sagen die Netzwerker, eine Monarchie muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Dass am Ende nicht Königs auf die Schnauze fallen, sondern Millionen Spanier, kümmert sie herzlich wenig. Sie stehen doch über den Dingen, sind abgehoben in ihrer Analyse. Was kümmern einem die Steinchen und Stöckchen auf dem Weg, wenn man 50 cm über jeden irdischen Pfad wandelt?


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86 Kommentare auf "Die linke Blase und Katalonien"

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Bernie
Gast
Gut geschrieben, und als Badenser, der weiß, dass wir auch eine eigene Flagge (wie die Katalanen), und mit dem Badener-Lied sogar eine eigene Hymne haben, bin ich auch dafür, dass wir uns von Württemberg abspalten. Karlsruhe steht, soviel ich weiß, auch wirtschaftlich besser da als Stuttgart (soviel zur Mär von den angeblich fleißigen Schwaben). Ich hätte auch eine Amtssprache – Allemanisch, wie die Schweizer. Und der Unsinn, wie in Katalonien, wäre auch in Deutschland perfekt. Übrigens mein Vater meinte immer Baden und Elsaß wären besser zusammen als Allemannen und Schwaben, und schwups schon hätte die EU ein neues dt.-franz. Problem,… Read more »
Bernie
Gast

Noch eine kleine Ergänzung zum Unsinn der geplanten Abspaltung Badens von Deutschland.

Spätestens seit der Niederschlagung der Badischen Revolution durch preußische Truppen, die damals von Württemberg angefordert wurden, haben Badenser auch eine offene Rechnung mit Berlin, die nie beglichen wurde, und das auch alte Revolutionslieder, z.B. „Das Badische Wiegenlied“ beweisen.

Auch hier Parlallelen zu den „Pruzzen in Deutschland“?

Amüsierte Grüße
Bernie

Bernie
Gast

Hier mal die Badische Hymne samt Fahne:

https://www.youtube.com/watch?v=8XfVWpsZXNE

und hier das bitterböse Wiegenlied aus der Zeit der Niederschlagung der Badischen Revolution durch die Preußen:

https://www.youtube.com/watch?v=QJUYXyN-sZA

…auch eine alte Wunde….

Gruß
Bernie

wschira
Mitglied

Ich habe in Karlsruhe studiert, und es ist mir noch in Erinnerung, dass man zur späten Stunde mitunter „eine auf die Lapp“ angedroht bekam, wenn man einen Badener „Badenser“ nannte. Sie sind also Badenser? 🙂

Rudi
Gast

Das Schlimmste für einen Badener ist, für einen Schwaben gehalten zu werden. Für Viele sind die Baden-Württemberger nur diejenigen, die eine schwäbische Großmutter haben und samstags das Treppenhaus und die Straße kehren müssen. Das kulturelle Unterdrückungspotenzial ruft stets nach Befreiung vom schwäbischen Joch. Die Berliner können dies mittlerweile nachvollziehen, wie man aus vielen Geschichten aus der Hauptstadt weiß. Immerhin gibt’s das Badener Lied, das die Sehnsucht der Unabhängigkeit vom Ländle symbolisiert.

Bernie
Gast

Von Selbstironie noch nie wat jehört Wa?

Bernie
Gast

Das Ländle ist übrigens viel größer als die Landeshauptstadt. Das sollte man auch wissen, und die Mentalitäten, und Dialektfärbungen, haben viele Schattierungen – auch in Baden.

Karlsruher? Pah! Ich wohne in der Nähe von Basel und verbitte mir Vergleiche mit den Karlsruhern, oder Offenburgern!

Amüsierte Grüße
Bernie

Anarchrist
Gast

Klingt alles nach echten deutschen Werten 😀
Sag mal, dein Nachbar, ist der wirklich vertrauenswuerdig? Wenn nicht, empfehle ich dir dich sofort von ihm zu sparieren.
Ich finde wir sollten wieder zurueck zu den Fuerstentuemern und Stadtstaaten etc. von 1618. Dann wirds auch was mit der Verherrlichung der eigenen (Hoechst)Kultur.
/Sarkasmus: off

Yossarian
Mitglied

Ich glaube Filterblase umschreibt es schon ganz gut. Wo findet das denn alles statt, wovon du da schreibst?
Die Nachdenkseiten z.B. haben da durchaus kritisch zu geschrieben: http://www.nachdenkseiten.de/?p=40422
Und auch ansonsten habe ich in meiner Blase eher primär die Kritik am Einsatz der Polizei wahrgenommen und nicht so sehr eine übertriebene Unterstützung der Abspaltung.

Bernie
Gast

@Yossarian

Bei RT Deutsch fand ich da bei Rezza erstaunliches zur Polizeigewalt in Katalonien.
Da hat sich mal jemand die Mühe gemach t beide Seiten zu sehen, was ja eigentlich auch die Aufgabe der Mainstream-Journalisten wäre, und dann ergibt sich da ein ganz anderes Bild von den angeblich friedlichen Katalanen:

https://deutsch.rt.com/programme/451-programme/58607-451-grad-medienmanipulation-katalonien-referendum

Gruß
Bernie

PS: Der Rat beide Seiten zu sehen ist mir, aus anderen Lebenszusammenhängen, durchaus geläufig, kommt aber anscheinend in unseren Medien immer mehr abhanden, wie auch der Umgang mit anderen Themen, wo die schwarz-weiß Denke grassiert, beweist.

Yossarian
Mitglied

Es ist ja auch nicht nur bei der Gewalt ratsam, sondern auch bei den Inhalten. Soviel ich bisher als Außenstehender mitbekommen habe, ist das Thema Katalonien durchaus etwas komplexer und vielschichtiger als es zunächst aussieht.
Überhaupt sollte man sich da imo eine Meinung zu sparen, wenn man nicht tatsächlich Ahnung von dem Thema hat. Ich habe die definitiv nicht und um ganz ehrlich zu sein, es interessiert mich eigentlich abseits meiner Neugier auch nicht wirklich. Welche Aktien habe ich denn schon in Katalonien?

Bernie
Gast
@Yossarian Seh ich ganz genauso, aber was die geplante Abspaltung angeht, das wäre nicht gut für die EU, und könnte auch international Abspalter von der Heimat – aus unterschiedlichsten Gründen – bestätigen. Wie Roberto J. de Lapuente völlig richtig anmerkt gibt es auch bei uns I… die sich von Deutschland loslösen wollen, z.B. die „Partei für ein unabhängiges Bayern“, kein Scherz, die sich bei der letzten Bundestagswahl für ein eigenständiges Bayern stark gemacht hat. Das Beispiel Katalonien könnte sogar international Schule machen. Man stelle sich vor in den USA erklärt Virginia seine Unabhängigkeit, und die anderen Südstaaten folgen – Was… Read more »
Thrombo
Gast

Ziehe zu deiner höchstwohlrecherchierten Information noch den, kaum in kleinen Einheiten dosiert bemerkbaren aber doch was Ereignisse anbetrifft nicht unrelevanten, Faktor Zeit zu Rate. Und schwupp … huch!? Das klingt ja fast nach REaktion …

Balmung
Gast

So sehr ich ja Albrecht Müller schätze, aber das:

Wir haben die Europäische Union gegründet, weil wir es für sinnvoll halten, dass einzelne Nationen sich zu größeren Verbünden zusammentun. Und dabei durchaus ihre Eigenheiten bewahren. So sollte es jedenfalls sein. Und jetzt kommt eine Gruppe von Katalanen in Spanien und will unabhängig werden.

ist völliger Gaga

Anarchrist
Gast

So sehr ich ja Albrecht Müller schätze, aber das ist völliger Gaga

Weil wegen isso, oder wie?

Unbegruendete Behauptungen sind widerlich…
…. weil {steng geheim}
Friss deine eigene Medizin.

Balmung
Gast

Also, „wir“ haben die EU gegründet, wegen der Krötenwanderung, von unten nach oben versteht sich und dann war da noch die „Gruppe von Katalanen“, hm, waren es fünf oder dreizehn?

Anarchrist
Gast
Ich kann Albrechts Umschiffen des Begriffs ‚Mehrheit‘ unter Verwendung von ‚Gruppe‘ ganz gut verstehen. Denn die, die sich Gesamtspaniens nahe fuehlen, haben sich vermutlich in grosser Anzahl an das Gebot gehalten, nicht zur Abstimmung zu gehen. Daher ist nicht sicher, ob die Mehrheit wirklich fuer eine Abspaltung ist. Die EU ist ja auch nicht nur ein Fiskalpakt, aka Kroetenwanderung, sondern hat auch andere Vorteile, z.B. die Reise- und Niederlassungsfreiheit, obwohl das natuerlich auch als Kroetenwanderung bezeichnet werden koennte, zumindest von ulkigen Gesellen 😀 Ich denke er wollte einfach nur darauf hinweisen, dass da eine Gruppe von Menschen die Implikationen, die… Read more »
Hartmut
Gast
Oje, oje, na, hier kam aber mit Macht die spanische Herkunft durch. Apropos, ich nehme an, du schreibst gerade aus Katalonien und nicht wie wir „Blasenlinke“ weit weg „bequem aus dem Sessel“. Ein klasse Strohmann, den du hier aufgebaut hast. „Antiimperialer Kampf“, „Revolution“. Geht’s auch ’ne Nummer kleiner? Dass es irgendjemandem um den Aufbau des Sozialismus in Katalonien ginge, wäre mir völlig neu. Die Leute dort wollen einfach nur ihre Geschicke politisch selbst in die Hände nehmen und das hat nichts mit „gegen Spanien zu sein“ zu tun. Und da Nation nicht das gleiche wie Volk ist, dürfen die das… Read more »
Robbespiere
Mitglied
Hallo Roberto, die Fakten, die du beschreibst, sind absolut nachvollziehbar. Am Beispiel Ex-Jugoslawiens kann man studieren, welche Folgen der Separatismus hat. Die verbliebenen Reststaaten sind kaum selbständig lebensfähig und wurden zum Spielball äußerer Mächte, wie NATO und EU. Allerdings kann ich den Frust der Katalanen über die starre Politik der korrupten Rajoy-Regierung verstehen, besonders wenn sie auf das Nachbarland Portugal blicken, wo sich dank linker Wirtschaftspolitik endlich wieder Silberstreifen am Horizont zeigen.. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Katalanen in Summe wirklich aufdie Loslösung von Spanien abzielen, oder ob sie mit dem Referendum entsprechend Druck zur Bewegung in… Read more »
Schweigsam
Gast

Andere beleidigen und bei „Manolo“ hinten nicht mehr herauskommen ohne fremde Hilfe…Oje, oje

Robbespiere
Mitglied

@schweigsam

??????

Anarchrist
Gast

??????

Er schwimmt regelmaessig im Anale Grande und ist leider oft von Darmendausgaengen umgeben. Bitte verzeih ihm 😀

Robbespiere
Mitglied

@Anarchrist

LOL

Schweigsam
Gast

LOL

Wiedermal so ein Beispiel: andere als primitiv bezeichnen aber über ebenso primitive Äußerungen seine freude zum Ausdruck bringen. Das ist unterirdisch…

Robbespiere
Mitglied

@Schweigsam

Würdest fu mir bitte mal erklären, warum du dich von mir auf den Schlips getreten fühlst?

Für diesen Kommentar hier….

Andere beleidigen und bei „Manolo“ hinten nicht mehr herauskommen ohne fremde Hilfe…Oje, oje

…..fehlt mir komplett der Zusammenhang.

Weder habe ich jemanden, der sich gesittet verhält, beleidigt, noch sitze ich bei wem auch immer „hinten drin“

Also, rede mal tacheles!

Im Übrigen habe ich die Äußerung von Anarchrist im ersten Moment auf mich bezogen und mit Humor genommen, weil es mit einem Smiley versehen war.
Leider hat mein vor Kurzem geäußerter Vorschlag, die Verästelungen von Kommentaren deutlicher kenntlich zu machen, bisher keine Früchte getragen.

Schweigsam
Gast

Hm, na gut du hast mich überzeugt das ich wohl mit meiner ersten Ausage viel zu sehr impulsiv reagiert habe. Entschuldigung. Nächstes mal werde ich versuchen mehr auf einer sachlichen Ebene zu agieren. Für diesen Moment belassen wir es dabei. Dito?

Robbespiere
Mitglied

@Schweigsam

Entschuldigung angenommen!

Aber deine sachlichen Gründe würden mich trotzdem interessieren.
Habe ich dich an irgend einem Punkt persönlich getroffen, so geschah das nicht in böswilliger Absicht.
Du bewegst dich hier ja auch schon länger und bisher fand ich deine Kommentare immer treffend.

Gruß Rob

Schweigsam
Gast

Du bewegst dich hier ja auch schon länger und bisher fand ich deine Kommentare immer treffend.

Oh, danke!
Ich persönlich finde meine Kommentare (besonders erst wenn ich sie abgeschickt habe) nicht immer von der Wortwahl so gelungen.

Gruß Schweigi – Gute Nacht

Anarchrist
Gast

War auch lustig gemeint von mir. Schliesslich sind in der ‚Manolo‘-Metapher min. 3 Leute mit einem Arschloch (sry fuer die Wortwahl) beschaeftigt.

1. Der, der jemanden hintendrin stecken hat
2. Der, der hintendrin steckt
3. Die fremde Hilfe fuers wieder herausholen

Wie ich sehe hat meine Humoreske gewirkt 😀
Glueckwunsch!

GrooveX
Mitglied

öhm, wie war das nochmal mit jugoslawien? erzähl mal. ich kenn deine geschichte des balkan noch gar nicht. scheint ein spannendes fantasy-abenteuer zu sein.

Robbespiere
Mitglied

@GrooveX

Warum Fantasy-Abenteuer? Kennst du die „Wahre Geschichte“?

aquadraht
Mitglied

nö, der schwafelt gern dumm. Allerdings standen hinter der Zerstörung Jugoslawiens auch handfeste externe Interessen, vor allem der BRD und Österreichs. Hinzu kamen Antikommunismus und lokale Faschismen etwa der Ustasha, die Morgenluft witterten.

GrooveX
Mitglied

kriegst 2 fleißmärkchen und nen extrakuss.

Robbespiere
Mitglied
@aquadraht Allerdings standen hinter der Zerstörung Jugoslawiens auch handfeste externe Interessen, vor allem der BRD und Österreichs. Stimmt, wenn ich da zu Besuch bin und einen Supermarkt betrete, fühle ich mich wie zu Hause, was das Warenangebot betrifft. Die einheimische Wirtschaft wurde größtenteils niederkonkurriert und damit auch die Arbeitsplätze vernichtet. Die Jungen packen wg. der Perspektivlosigkeit ihre Koffer und wandern aus. Hinzu kamen Antikommunismus und lokale Faschismen etwa der Ustasha, die Morgenluft witterten. Das gibt es natürlich, aber der Nationalismus a la Ustascha oder Tschetniks wurde gezielt von der Politik lanciert. Die normale Bevölkerung hatte damit eher wenig am Hut,… Read more »
Rudi
Gast

Dreht man die Schraube des Anti-Separatismus noch ein klein wenig weiter, kommt das heraus, was Katrin Göring-Eckardt (Grüne) uns zugerufen hat:

Wir lieben dieses Land. Das ist unsere Heimat. Diese Heimat spaltet man nicht. Für diese Heimat werden wir kämpfen.

Robbespiere
Mitglied

@Rudi

Man kann den Separatismus aber auch derart auf die Spitze treiben, bis die Einheiten, die übrigbleiben, nicht mehr überlebensfähig sind.Was wäre damit für die Bewohner gewonnen?
Statt Teilung ist es doch allemal besser, eine soziale Politik zu betreiben, die Unzufriedenheit gar nicht erst aufkommen läßt.

Dass die Ausage der grünen Pfarrerstochter zynisch ist, weil ihre Partei selbst eine asoziale Politik betreibt und unterstützt, ist selbstredend.

Anarchrist
Gast

mit dem Referendum entsprechend Druck zur Bewegung in der Politik aufbauen, bzw. alle Spanier aus ihrer Agonie aufwecken wollen.

Das ist es was ich auch vermute. Die Implikationen einer Abspaltung zu erfassen ist keine Raketenwissenschaft.

GrooveX
Mitglied

es kommt halt immer drauf an, ob es zur momentanen folklore passt oder nicht. und das wesentlich hat hartmut wieter oben schon angemerkt.

wir heißt eigentlich die hauptstadt von mazedonien?

europa…

aquadraht
Mitglied
Stimmt. Zu Deiner Folklore passt es halt gerade nicht. Hast Du Jutta D. schon gefragt? Wohlgemerkt, kein Mensch mit einem Minimum an Verstand verteidigt die Polizeigewalt der Postfalange. Vor deren Terror haben Meinungsumfragen gezeigt, dass bestenfalls knappe Mehrheiten für eine Sezession vorhanden waren, mehrfach eher Mehrheiten dagegen. Der Sezessionshype spielte sich vorwiegend in der politischen Klasse ab. Anders als Hartmut sehe ich nicht, dass sich stets eine beliebige Subpopulation eines Staates zum „Volk“ erklären und die Lostrennung beschliessen kann. Ernsthafte Sezessionsbestrebungen sind stets Symptome einer tiefgreifenden Staatskrise. In den meisten Fällen verursacht sie Friktionen, Unterdrückung und Diskriminierung, schlimmstenfalls Mord und… Read more »
GrooveX
Mitglied

nee du, hab ich glatt vergessen. meinst du, ich kann nachträglich noch ihr placet einholen? sonst nehm ich auch mit deinem vorlieb, aber nur, wenn es gar nicht anders geht.

so, wenn wir jetzt mit dieser doofen kabbelei aufhören könnten? es gibt doch für dich sicher noch andere leute, auf die du dich kaprizieren kannst, oder?

der sezessionshype spielt sich zur zeit überall in der politischen klasse ab. es herrscht krieg. die staaten sind durchsetzt (und zwar in allen staatsbestimmenden institutionen) von einer protofaschistischen fünften kolonne – wegen mir auch von mehreren; wenn du schon von meiner folklore sprichst.

Linker Blasentee
Gast

Blasentee besteht aus 25g Birkenblättern,
30 g Süssholzwurzeln und 45g Bärentraubenblättern.

Aus was linker Blasentee besteht, kann man hier
täglich in der Kommentarspalte lesen.

wschira
Mitglied

Schon wieder eine neue rechte Sockenpuppe.

Robbespiere
Mitglied

@Linker Blasentee

Und dafür, dass es bei dir wieder läuft, nehmen wir noch nicht mal ein Honorar.:-)

Anarchrist
Gast
Hab aus der ‚linken‘ Ecke dergleichen noch nicht vernommen. Aus der ‚rechten‘ Ecke allerdings schon und dann oft mit dem Hinweis, dass der damit verbundene Austritt aus der EU ‚das einzig Wahre‘ sei und die Katalanen endlich der Totalkontolle U$raels entkommen. Neidisch wird dann noch gesagt, dass man sich sowas fuer Sachsen, Bayern etc. PP auch wuenschen wuerde. Reichsbuerger haben sich auch schon positiv geaeussert. Was sind eigentlich Blasenlinke? Typen wie Schulz und Roth? Katalanien ist hochverschuldet. Das habe ich zumindest gehoert. Und Katalanien wurde auch schon finanziell durch die Zentralregierung gerettet. Ich finde man sollte sich zusammensetzen und schaun,… Read more »
R_Winter
Mitglied
…..und ziemlich generelle Ahnungslosigkeit. Ich gebe zu, dass ich die wahren Hintergründe in Katalonien nicht kenne, obwohl ich in den Medien darnach gesucht hatte. Ich bin nach den Artikel nicht klüger und bin froh, dass die „Linken“ (welche „Linken“? Ich auch?) sich zur möglichen Abspaltung geäußert haben (..und nicht Putin – obwohl ich etwas diesbezüglich gelesen hatte….). Telepolis betrachtet die Aktionen etwas anders: Wie Finanzindustrie und Politik Katalonien in die Knie zwingen Die Chefs der am Tropf der EZB hängenden Banken baten Premier Rajoy um Hilfe, die Regierung verabschiedete in Windeseile ein Dekret zur schnellen Verlegung der Firmensitze Im Streit… Read more »
Anarchrist
Gast
Ernst Wolff @ Telepolis: Unabhängigkeitsgegner begannen, ihr Geld abzuziehen, weil sie dem Geldhaus übel nahmen, dass es seinen Hauptsitz in Katalonien hatte. Ich sehe einige Schwaechen im Artikel, unter anderem die im Zitat. Wenn es um Bankenruns geht, haben die Leute fuer gewoehnlich Angst um ihr Geld. Mit ‚einer Bank etwas uebel nehmen‘ und sie deswegen zu ‚bestrafen‘ hat das wenig zu tun. Der Artikel beschreibt eine Verschwoerung und arbeitet unsauber bei den Bezeichnern der genannten Akteure (welche „Politik“ meint er und woher kommt auf einmal der Schwenk hin zu „innerhalb der EU“?) Diese Unschaerfe finde ich kontraproduktiv und erinnert… Read more »
RH
Gast

raul zelik hat schon 2015 in der WOZ gute artikel zu katalonien veröffentlicht

GrooveX
Mitglied

was hast du denn hier verloren?

golle.g.
Mitglied
Sorry, Herr L., ihr Artikel zu den Sezessionsbestrebungen (die übrigens nicht neu sind) einiger Katalanen verwirrt mich, da ich, wie wohl die überwiegende Neulandrebellen-Leserschaft weder Historiker noch Experte der spanischen Geschichte bin und deshalb nur – falls überhaupt – eingeschränkt die politische Gemengelage dort beurteilen kann. Sie mögen das für sich gerne in Anspruch nehmen. Dass sie sich aber auch dazu berufen fühlen, in gleichem Artikel die „deutsche Linke“ in indifferenter und teils herabwürdigender Art und Weise zu be- und verurteilen, ist für mich grenzwertig – oder ist es gewollt, das Forum auf ein Niveau zu bringen, wo sich auch… Read more »
Anarchrist
Gast

Ich frage mich, ob die Katalanen der Abspaltungsbewegung eine entsprechende Aufklaerungskampagne gestartet haben, die es aber nicht geschafft hat bis zu uns durchzudringen? Denn wirklich was gehoert habe ich hier nicht.
Aus den diversen Medien hoert man oft nur, dass „die Katalanen“ den innerspanischen ‚Laenderfinanzausgleich‘ ungerecht finden, da sie ‚Nettozahler‘ sind.

Obadiah Hakeswil
Gast

Schöner und treffender Beitrag @golle. g !
Mit schöner Regelmäßigkeit verschiebt Herr L. gern mal die Definitionen von „Linkssein“ mit mehr oder weniger kruden Theorien. Andernorts wird der Herr schon lange deshalb belächelt und es werden Schoten über ihn gerissen ob seiner sehr sonderbaren Betrachtungsweisen. Eigentlich ist er überhaupt kein „Linker“ oder einer der irgendwie „links“ denkt – sondern eher ein SPD-Prototyp: links blinken, aber dann rechts abbiegen….

Anarchrist
Gast

Hat „Herr L.“ denn schon die Intention einer derartiger Schreibweise offenbart?
Immerhin regt es die Leute an darueber zu diskutieren, was man unter ‚Links‘ eigentlich so versteht.
Genauso koennte ich einen ‚Rechten‘ miemen, um eine Gruppe ‚Linker‘ fester zusammenzuschweissen.
„Gottes Wege sind unergruendlich“ Hahahaha 😀

Obadiah Hakeswil
Gast

ööhhm….kurze Nachfrage:
wer oder was ist „Gott“ …?

Anarchrist
Gast

Jeder ist Gott. Und alle. Irgenwie, irgendwo, irgendwann.
Willst Du Gott sein, dann sei Gott 😀

aquadraht
Mitglied
Um auch mal was zum Artikel zu schreiben: Also so wirklich habe ich Roberto wirren und offenbar stark emotionalen Rant auch nicht verstanden. Zunächst einmal bleibt absolut unklar, welche „linke Blase“ gemeint ist. Ist es vielleicht Robertos Umgebung in Müllhalden-„sozialen Medien“ wie Fratzenbuch, wohin ja die „sozialistische Tageszeitung“ Neues Deutschland linke Kommentare durch Schliessung ihrer Kommentarfunktion verbannt sehen will? Selbst wenn, und wenn deshalb eine Verlinkung auf die Ergüsse in dieser Konzernmüllhalde der Eitelkeiten nicht möglich ist, wären Zitate, Ross und Reiter schon angemessen gewesen. Und dann wäre es gut gewesen, Nachricht und Kommentar zu trennen, wie das in alten… Read more »
schwitzig
Gast

Ein Lapuente-Beitrag. Gut, ich wusste vorher, dass es ein Fehler sein würde, diese Seite mal wieder im Browser aufzurufen.

Pentimento
Gast

Das Schweigen der EU ist schon auffallend verglichen mit dem empörten Gebrüll nach dem friedlichen Referendum auf der Krim. Die Sezession der Krim nannte man eine „völkerrechtswidrige Annektion“ und nahm dies als Vorwand für idiotische Sanktionen. Ein gewaltsamer Versuch, Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht innerhalb der EU zu unterdrücken, bleibt weitgehend unkommentiert.

Thrombo
Gast
Abgesehen vom unerträglichen Geschwurbel dieses Artikels sind die Fakten sowie die Schlussfolgerungen daraus erheblich an den Haaren herbeigezogen. Zu den Fakten: Die Katalanen sind historisch wie auch aktuell ein eingeschworenes Völkchen, wobei sie eigene Nachnamen besitzen, die auf ihre Herkunft hinweisen. In Katalonien ist nur jeder fünfte „waschechter“ Katalane. Der Rest ist im Laufe einer langen Zeit, die bis heute andauert hinzu gewandert. Die häufigsten Nachnamen sind Fernandez, Rodriguez, usw., also Reststaatliche Nachnamen, und zwar vornehmlich aus dem Süden Spaniens. Das ist wichtig um zu verstehen, warum „nur“ 42% der Einwohner zur Befragung gegangen sind und diese mit 90% für… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Thrombo Danke für deinen datailreichen Kommentar, der Aspekte beleuchtet, die ansonsten medial unter den Tisch fallen. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob eine Abspaltung Kataloniens für die Bürger wirklich ein Gewinn wäre, oder ob deren zukünftige Regierung sich nicht genau so verhält wie die spanische. Die Verlockung der Selbsbereicherung im Amt und der Korruption seitens der Wirtschaft/Finanzmafia ist einfach übermächtig und m.M.n. nur durch direkte Mitbestimmung der Bürger und die Kontrolle der Regierung zu beschränken. Davon, ob die katalanische Regierung das im Programm hat, habe ich bisher keine Kenntnis. Positiv an dem Referendum finde ich, dass es die Spanier aufschreckt… Read more »
Thrombo
Gast
Genau so sehe ich das auch. Es würde sich genau nichts ändern, wenn Katalonien den Katalanen gehört. Die Katalanen sind in Spanien die Schotten Großbritaniens oder die Schwaben Deutschlands. Sie sind äußerst geschäftstüchtig und man munkelt sie seien extrem geizig. Jemand mit diesen Eigenschaften landet schnell als Unternehmer und damit in diesem System in Richtung Machtgipfel. Und welches ist weltweit das System? Neoliberalismus, oder? Die logische Konsequenz daraus ist, dass Katalonien, was das Verhältnis Kapitaleigner-Lohnabhängige angeht, unverändert bleiben wird oder sogar schlimmer für Arbeitnehmer wird. Um ca. 18:00 Uhr tritt der Präsident Kataloniens in die Öffentlichkeit. Da wird er etwas,… Read more »
Ulrich Raggen
Gast

Diese Details (u.a. „… wie bei uns…“!) sind gut zu wissen

Thrombo
Gast

Ja leider, und zwar Detailgetreu nur etwas Zeitversetzt. Man hat sich in der jüngeren Vergangenheit ja nicht umsonst als treuer Vasall der Nato und vorbildlich folgsamer Schüler der deutschen Doktrin in Europa geoutet.

Und auch leider ja: Die Spanier sind in ihrer absoluten Mehrheit genau so blöd wie die Deutschen.

aquadraht
Mitglied
also auch mal ein paar Punkte machen. Katalonien trägt zu 20% zum BIP bei, bei 16% Anteil an der Bevölkerung Spaniens. Ein Teil dieses BIPs wird auch von nichtkatalonischen Saisonarbeitskräften aus Galicien, Estremadura etc. erwirtschaftet, die von katalanischen oder von dort agierenden Kapitalisten ausgebeutet werden. Dass die Postfaschos in der Madrider Regierung korrupt sind, geschenkt, die vorher regierenden PSOEler waren nur wenig weniger korrupt, und die katalanischen Politiker sind auch nicht alle mit blütenweissen Westen ausgestattet. Die Autonomie- oder Sezessionsforderungen haben ihren Hintergrund, und die Madrider Regierung trägt ihren Anteil daran. Da gibt es keinen Zweifel. Recht gebe ich Dir… Read more »
Thrombo
Gast
Ja sicher. Die sPD Spaniens in einer noch korrupteren Umgebung als hierzulande. Von denen ist nichts anderes zu erwarten. Und bzgl. den Separationsbestrebungen der Katalanen bin ich auch zwiegespalten. Sicher sind die nicht annähernd Blütenweiß und manch einer davon ist ein Nationalist oder gar ein Rassist, der keinen hehl daraus macht. Korrekt ist auch zu erwähnen, dass die Katalanen Zugeständnisse, Freiheiten und eine Autonomie bekommen, die anderen (ohne dem historischen und finanzkräftigen Hintergrund) nicht zugestanden werden. Sie haben auch eine eigenständige und mit vielen Vollmachten ausgestattete Regierung. Mein Anliegen ist eigentlich die öffentlich gezeigte Demaskierung der spanischen Nationalregierung in diesen… Read more »
Thrombo
Gast

Hab´ ich vergessen zu erwähnen: Das scheue Reh. Ja aber Liechtenstein, Monaco und die Schweiz sind auch nicht in der EU und hängen trotzdem nicht am Hungertuch. Und was ist mit Andorra? Eigentlich katalanisch, mikroskopisch kleiner und auch nicht in der EU?

Das die Kohle abhaut bloß weil einer nicht in der EU ist halte ich echt für ein Gerücht.

Anarchrist
Gast

Ohne Schwarzgeldkonten-Industrie (Status Steuerfluchtparadies) und High-Society-Vergnuegungsucht saehe es in der Schweiz, Monaco und Liechtenstein nicht so rosig aus. Auch waren die 3 von Anfang an nicht mit dabei. Katalonien etc. muesste aber erst noch entflochten werden aus dem Netz.
DIe Kohle ist schon dabei abzuhauen aus Katalonien. Einige Banken und Unternehmen haben sofort ihre Hauptsitze aus Katalonien entfernt. Der spanische Staat hat eine Ausnahmeregelung ins Leben gerufen, die es den Firmenvorstaenden ermoeglicht hat, an der Hauptversammlung der Aktionaere vorbei, ihren Firmensitz zu verlegen.

Thrombo
Gast

Noch einmal: Die Verlegung des Haupsitzes einer Bank oder eines Industrieunternehmens in ein anderes Land oder eine andere Provinz allein, hat kaum erwähnenswerte Auswirkungen auf irgendwas und schon gar nicht auf den Cashflow dieser Firmen.

Die konkrete Situation, von der wir hier sprechen, dient allein dazu die Meinung der Befürworter einer Trennung zu Gunsten interessierter Kreise zu beeinflussen.

Thrombo
Gast

Hab´ schon wieder was vergessen:

Andorra z.B. ist ein Steuerparadies und hat den Euro unilateral eingeführt. Andere, wie z.B. Liechtenstein haben Wirtschaftsabkommen mit der EU, die sie nicht schlechter dastehen lässt, als deren Mitglieder.

Das wäre alles gar kein Problem. Das einzige aber dafür um so gewichtigere Problem ist die Einwilligung der Nation, der man angehört, zu bekommen.

Das wird aber in Spanien nicht geschehen. Katalonien=guter Boden, gutes Klima, gute Industrie, gute Finanzen, gute Bildung, gutes fleißiges Volk. Gute Melkkuh. No way!

Anarchrist
Gast

Danke fuer den interessanten POV. Ich teile Deine Einschaetzung weitestgehend.

Uebrigens: Puigdemont hat inzwischen die Unabhaengigkeit ausgerufen 😀 Allerdings hat er auch sofort das Parlament angerufen, die Umsetzung dessen auf Eis zu legen, da er der Meinung ist, dass die Sezession ein bilateraler Prozess ist, der ohne Verhandlungen und Gespraechen mit Spanien in die Hose gehen wuerde.

Ulrich Raggen
Gast
Bei Katalonien gibt es zwei Probleme: Wirtschaft und Kultur. Die Kultur ist eigenständig. Eine kulturelle Autonomie wird seit über 300 Jahren erfolglos angestrebt. Wie im Fall der Basken, Schotten, Flamen, Iren und vielen anderen. Herscherstrukturen verhindern das stets. Wenn Spanien nun aber sagt: dann wird Katalonien die kulturelle Autonomie entzogen … dann ist das ein Hohn. Die kulturelle Autonomie wurde Katalonien bereits beschnitten und was der Auslöser der entscheidenden Abstimmung. Wirtschaftlich wird Katalonien aber stets von Madrid ausgesaugt. Von einem Herrschersystem, welches seit Columbus-Zeiten sich an den Raub von Gold gewöhnt hat, kann man schließlich kaum was anderes erwarten. Aber… Read more »
aquadraht
Mitglied
Du verbreitest hier auch Geschichtsmythen. „Die Katalanen“ haben wie „die Spanier“ ihren Anteil an den kolonialen Bestialitäten und Völkermorden gehabt, damals gab es keine Autonomiebestrebungen. Die katalanische Sprache und Kultur ist wie die kastilische und die baskische deutlich älter als 300 Jahre, eine systematische ethnische oder kulturelle Unterdrückung gab es in Spanien weder unter den Königen, der Republik und nicht einmal systematisch unter der Diktatur de Riveras. Franco und die Faschisten haben da schon einiges auf dem Kerbholz, allerdings nichts was etwa mit dem türkischen Vorgehen gegen Armenier oder Kurden vergleichbar wäre. Dass Katalonien „von Madrid ausgesaugt“ wird, ist Blödsinn.… Read more »
Anarchrist
Gast

Die Kultur ist eigenständig. Eine kulturelle Autonomie wird seit über 300 Jahren erfolglos angestrebt

Haeh? Entweder ist die Kultur souveraen, und dann besteht Autonomie, oder eben nicht.
Oder hab ich grad nen Knoten im Kopf?

schwitzig
Gast

Trotz historischem Bezug ist es durchaus möglich, dass der Text wieder an Aktualität gewinnt:

Thrombo
Gast
Hi schwitzig, danke für diesen Clip. Ich habe das Lied schon so oft gehört, ohne zu wissen worum es dabei geht. Wieder was gelernt. Geschichte wiederholt sich zwar, aber ich glaube trotzdem nicht, dass so etwas in Europa so schnell wieder geschieht. Die Indoktrination und Manipulation der Bevölkerungen hat einen Stand der Saturierung erreicht (vielmehr geht da nicht), der derartige Problemlösungsversuche im Sande verlaufen lassen würde. Außerdem kümmern sich die Leute einen Dreck darum wie sie ständig im eigenen Land von unmenschlichen Menschen verarscht, gegängelt, betrogen bestohlen und manchmal sogar getötet werdenn (natürlich nur solange es sie selber nicht betrifft).… Read more »
hart backbord
Gast

Lapuente versucht, aus dem Bauch heraus etwas zu beurteilen, was er nicht genau verstanden hat.
Die erfrischende Befreiungsbewegung der Katalanen wird insbesondere von der Jugend getragen. Europas Linke wäre sehr schlecht beraten, sich da auf die Seite der postfranquistischen Operettenmonarchie Restspaniens zu stellen.

Robbespiere
Mitglied

@hart backbord

Die erfrischende Befreiungsbewegung der Katalanen wird insbesondere von der Jugend getragen.

Das klingt jetzt aber eher nach Sklavenaufstand und wird m.M.n. der Situation nicht gerecht.
Die Jugend ganz Spaniens wird durch die korrupte, dem Kapital dienstbare Politik der Regierung um ihre Zukunft betrogen.
Die Spaltung zwischen Katalanen und den übrigen Spaniern spielt doch nur den Verantwortlichen in die Hände und führt nicht zu notwendigen Veränderungen in der politischen Ausrichtung.
Zielführender ist m.E.n., wenn sich die gesamte Jugend geballt gg. Rajoy und seine Raubritterbande stellt.

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[…] vielleicht durch Orthodoxie bedingte Inkonsequenz – und ziemlich generelle Ahnungslosigkeit.Weiterlesen bei den neulandrebellen Lesen Sie auch: Proletarier aller Länder – annonciert! Wo verdammt nochmal ist eigentlich die […]

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