Die Folgen von Grenfell Tower

Nach dem tragischen Hochhausbrand im Londoner Stadtteil North Kensington, bei dem knapp 80 Mieter eines Sozialbaus ums Leben kamen, waren die Entscheidungsträger alarmiert. Schnelle Hilfe sei jetzt selbstverständlich Ehrensache. Man wolle nicht bürokratisch sein. Die Leute nicht alleine lassen. Das ist natürlich im ersten Augenblick Labsal für alle sparpolitischen Sozialromantiker. Wenn es hart auf hart kommt, so können sie wieder mal behaupten, dann rücken Gemeinwesen eben doch zusammen. Sozialabbau hin, Entbürokratisierung her. Not macht verbinderisch, sagt schließlich schon der Volksmund so oder so ähnlich.

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5 Kommentare auf "Die Folgen von Grenfell Tower"

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Mordred
Mitglied

entbürokratisierung ist doch genauso ein hohles buzzword wie fake news, postfaktisch, sparen, private altersvorsorge….
irgendwer hat das mal irgendwann in den raum geschmissen. bevor seine bedeutung und vorteile/nachteile dieses begriffes bzw. der tätigkeit vollumfänglich diskutiert wurde, gab es schon eine bewertung: entbürokratisierung ist (pauschal!) gut. genauso wie fake news böse sind und deswegen (!) weg müssen.

Heldentasse
Mitglied

entbürokratisierung ist doch genauso ein hohles buzzword

Und hier im Artikel womöglich sogar noch falsch uns missverständlich eingesetzt, denn die Hausherren verbauen ja nicht „freiwillig“ diese Art der Wärmedämmung, sondern weil es zunächst eine preisgünstige Art ist, die Vorgaben der Bürokraten im Punkt Wärmedämmung zu erfüllen.

Beste Grüße

Anton
Gast

Rroberto:Da fängt der Mist doch an! Die wollten/wollen auch hierzulande, um Flüchtlinge unterzubringen, den Wohnungsbau entbürokratisieren, wie sie es nennen! Flüchtlinge sind aber keine Menschen 2. Klasse, passiert da etwas, ist der Aufschrei groß. Es wird ohne bestimmte Regeln nicht gehen, ich kann unbürokratisch Zelte aufstellen, aber keinen sozialen Wohnraum schaffen!

Heldentasse
Mitglied
Ich kann mich auch leider hier an dieser Stelle des Eindrucks nicht erwehren, dass der Artikel auf eine merkwürdige Weise „schräg“ ist. Denn mutmaßlich wurde dieses Hochhaus ursächlich Opfer der Flammen weil es mit Styropor Wärme gedämmt wurde. Diese m.E. aus vielen Gründen zumindest fragwürdige Methode der Wärmedämmung wurde lange Zeit auch bei uns offiziell „hochgehalten“, und der einer Pferdefüße, nämlich die hohe Brandgefahr, kam erst später ans Licht der Öffentlichkeit, obwohl die Fachleute es wahrscheinlich schon lange vorher wussten: Bereits 2011 hatten das NDR-Fernsehen und SPIEGEL ONLINE über die Brandgefahr von Polystyrol berichtet. Anlass waren Fassadenbrände, wie etwa im… Read more »
Kackbär
Gast
Meine Ergo: Vermutlich wäre gar nichts passiert in Deutschland (und vermutlich auch in England), wenn wir nicht diesem behördlich reguliertem Dämmwahn folgten. Wenn nun die Fassaden abfackeln, oder die Bewohner in einem schimmligen Feuchtbiotop leben müssen kann man das nun sehr schlecht einer „Entbürokratisierung, die den Brandschutz aushebelt“ in die Schuhe schieben! Eben, mit Bauphysik und Bauchemie hat das nichts zu tun wenn Altbauten diffusionsdicht mit brennbaren Materialien verpackt werden. Da steckt viel Schmiergeld und Lobbyarbeit dahinter bis Fachleute die Naturwissenschaften leugnen. Wohin man schaut, eine Entwissenschaftlichung der Gesellschaft durch Korruption. Der Besitzer eines Altbaus kann sich seine Zuschüsse in… Read more »
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