Das Leiden der Anderen: Ausbeutung mit erhobenem Zeigefinger

In was für einer Welt leben wir eigentlich? In einer mit den immer wieder in die Welt hinausposaunten Werten wie Freiheit und Gerechtigkeit? Wohl kaum, und es gibt etliche Stellschrauben, denen man sich widmen könnte, um beides zu widerlegen. Eine davon: unsere Exportüberschüsse.

Muss man das eigentlich noch betonen? Ist es wirklich nötig darauf hinzuweisen, dass der Titel „Exportweltmeister“ Folgen hat? Dass es bei der Vergabe eines Weltmeistertitels auch zweite, dritte und vierte Plätze gibt? Und dass das eine das andere bedingt? Muss man wohl. Denn die Bundesregierung macht keinerlei Anstalten, von dieser ausbeuterischen Politik Abstand zu nehmen, obwohl nicht nur hierzulande, sondern auch international die Kritik an der aggressiven Exportpolitik in den letzten Jahren immer lauter geworden ist. Diese Politik ist gleich doppelt verwerflich, denn statt sich der Verantwortung zu stellen, wird die Schuldfrage gestellt. Und ungeheuerlich absurd beantwortet.

Oskar Lafontaine bringt es auf bei Facebook den Punkt: „Weil wir unseren europäischen Nachbarn schon seit vielen Jahren mehr verkaufen (exportieren) als sie uns verkaufen (importieren), müssen sich die anderen Länder verschulden. Und dann kommen Merkel und Schäuble und beschimpfen diese Länder, weil sie das machen, was die deutsche Exportwirtschaft will, das heißt: unsere Waren auf Kredit kaufen.

Geht es eigentlich noch zynischer? Deutschland beutet nicht nur andere Länder aus und sorgt mit seiner Exportpolitik dafür, dass sich der Binnenmarkt hierzulande verschlechtert, weil die Löhne seit Jahren stagnieren oder sinken, während gleichzeitig die Schulden anderer Länder unaufhaltsam steigen. Es macht für diesen Teufelskreis auch noch die verantwortlich, die die Schulden machen (müssen). Die Argumentation lautet: Macht es doch wie Deutschland, dann geht es Euch auch besser.

Aber das ist natürlich absurd. Wenn alle Exportweltmeister sind, funktioniert das Prinzip nicht nur nicht mehr, es verliert seine Logik an sich, allein diese Idee auszusprechen, ist lächerlich und herablassend. Gefordert ist stattdessen, das außenwirtschaftliche Gleichgewicht herzustellen, über das Lafontaine ebenfalls schreibt. Das sieht nämlich vor, dass Exporte und Importe sich in etwa die Waage halten müssen. Doch davon sind wir Lichtjahre entfernt.

So lange das so bleibt, wird sich an der Überschuldungssituation nichts ändern. Und genau das ist Sinn der Übung. Schäuble & Co. geht es nicht um Gerechtigkeit, Freiheit oder ein wirtschaftlich gemeinsam organisiertes Europa. Es geht um Bereicherung und Ausbeutung. Muss man das wirklich noch betonen? Muss man wohl.

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62 Kommentare auf "Das Leiden der Anderen: Ausbeutung mit erhobenem Zeigefinger"

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R_Winter
Mitglied
Ökonomen haben ausgerechnet, dass in Deutschland die jährlichen Einkommen der abhängig Beschäftigen und die Altersversorgungsbezüge mindestens 10 Jahre um 4,5% steigen müssen, damit in der Eurozone eine Gleichwicht zwischen den Staaten erreicht wird. Diese Forderung hat keine Partei oder Gewerkschaft auf dem Schirm und damit ist es „Konsens übergreifend“: Es geht um Bereicherung und Ausbeutung. Muss man das wirklich noch betonen? Muss man wohl. Es wird immer mehr Luft den Ballon „Euro“ hineingepresst – bis er platzt, aber dieses ist kein Wunder, bei den politischen Pfeifen an der Spitze des Finanzministeriums. Kein einziger Volkswirt ist in der politischen Spitze der… Read more »
wolli
Mitglied

Es wird immer mehr Luft den Ballon „Euro“ hineingepresst – bis er platzt, aber dieses ist kein Wunder, bei den politischen Pfeifen an der Spitze des Finanzministeriums.

Ich kann nicht glauben das da nur Pfeifen oder Vollpfosten sitzen, ich denke dieses Szenario ist geplant.
Cui bono, den 99% auf jeden Fall nicht.
Das viele Geld was von der EZB ins System gepumpt wird ist ja noch da. Damit kann man dann wunderbar einkaufen gehen.

flurdab
Gast

Zum Beispiel Autobahnen und Krankenhäuser im ehemaligen Reich.
(Das Reich habe ich jetzt nur wegen des Wortwitzs benutzt)

Heldentasse
Mitglied
Es geht um Bereicherung und Ausbeutung. Muss man das wirklich noch betonen? Muss man wohl. So wie Herrn Flassbeck verstanden habe geht es im Kontext „Exportüberschüsse“ primär erst mal um den (gelinde gesagt) mangelnden makroökonomischen Sachverstand der politisch Verantwortlichen. Durch teutsches Lohndumping und Austeritätspolitik im Zusammenhang weiterer „Segnungen“ der Neoliberalen- Religion, die zudem nun noch als „Heilmittel“ in andere EU Länder exportiert werden, machen die mittelfristig nicht nur die Wirtschaften der anderen kaputt, sondern auch die eigene! Wenn dieses oder nächstes Jahr die Franzosen oder die Italiener, teils aus purer Selbsterhaltung, aus dem € oder gar der EU austreten würden,… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Heldentasse Ergo: Wenn wir von Ausbeutern beherrscht werden, dann sind sie zudem blöde wie 10m Landstraße am Stück, und haben nicht im Ansatz kapiert welche Spielregeln in einer Währungsunion eingehalten werden müssen, obwohl sie sie selbst geschaffen haben. Ganz so simpel ist das wohl nicht. Dank Globalisierung und absoluten Kapitalfreiverkehrs ist das Kapital wie ein Heuschreckenschwarm, der sich von jedwedem günstigen Wind dorthin tragen läßt, wo es reichlich zu fressen gibt. Es gibt ja weltweit genug Länder mit niedrigem Wohlstandsniveau, die dankbar für Investoren sind. Das einzige Mittel dagegen ist, ihrer habhaft zu werden, sie dingfest zu machen und ihnen… Read more »
schwitzig
Gast

@Robbespiere

Mit reiner Vernunft ist diesem Monopoly-Club nicht beizukommen, da muß es schon an die nackte Existenz gehen.
Die Chancen dafür sind vielleicht z.Zt. gar nicht so schlecht, da es in vielen Ländern brodelt.

Ja, selbst in Neuseeland, wo sich doe vorausschauenden Parasiten gerade wie blöde Rückzugsdomizile kaufen, um vor der Reaktion derer zu flüchten, die sie arm gemacht haben, entsteht mittlerweile Widerwillen gegen die Zeckenkaste.

Heldentasse
Mitglied
@Robbespiere Ganz so simpel ist das wohl nicht. M.E. kommt es dabei auf die Perspektive an. Wenn man Herrn Flassbeck folgt, also innerhalb der kapitalistischen Zusammenhänge argumentiert ist ist furchtbar einfach! Es können nämlich schon rein von der Saldenmechanik her nicht alle Staaten Exportüberschüsse erwirtschaften, dass ist gegen die Logik und muss damit famos scheitern! Auch muss verstanden werden, laut Herrn Flassbeck, dass sich im Kapitalismus immer irgend einer verschulden muss, sei es der Staat, die privaten Haushalte, die Unternehmen oder das Ausland. In Teutschland „sparen“ die Internen und sind aber so schizophren vom EU Ausland politisch zu verlangen sich… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Heldentasse M.E. kommt es dabei auf die Perspektive an. Wenn man Herrn Flassbeck folgt, also innerhalb der kapitalistischen Zusammenhänge argumentiert ist ist furchtbar einfach! Es können nämlich schon rein von der Saldenmechanik her nicht alle Staaten Exportüberschüsse erwirtschaften, dass ist gegen die Logik und muss damit famos scheitern! Das ist schon klar, aber wer sagt denn, daß Deutschland zukünftig nicht ein Defizitland sein kann, wenn der Kapitalzirkus weiter um den Erdball zieht, weil es wg. starker Währung und eines schwachen, Dumpinglohn-geschwächten für Investoren uninteressant wird? Und, da bin ich ganz bei Wolli, wenn dieses Defizit nicht ausgeglichen werden kann, wird… Read more »
flurdab
Gast
Was mir bei euren Betrachtungen immer ein wenig fehlt ist der Blick aufs ganz Große. Mittlerweile ist das „Vermögen“ welches im Finanzsektor um den Erdball kreiselt, derart groß, dass es bei minimaler Verzinsung eine vernichtenden Sogwirkung auf die Realwirtschaft hat. Das wissen die Kriminellen aber auch und schichten entsprechend in „Anlagen“ um. Zum Ende platzt die Geldblase und der Erdball gehört nur noch 200 Familien. Ob die dann allerdings ihre Besitztitel verteidigen können wage ich zu bezweifeln. Worauf ich eigentlich raus will, dieses „System“ ist mittlerweile außerhalb jeglicher Regulierungsmöglichkeit. Da haben weder Menschen noch Regierungen einen Einfluss darauf. Man erkundige… Read more »
Heldentasse
Mitglied

@flurdab

Deine Argumente sind nachvollziehbar und m.E. nicht falsch, allerdings auch auf einer anderen Ebene der Erkenntnis. Man kann und muss übrigens auch noch darüber hinaufschauen, denn das Limit setzen nicht die Finanzmärkte und das Wirtschaftssystem, sondern die ganz gemeinen Naturgesetzlichkeiten des globalen Ökosystems, von dem sich die Menschheit nicht entkoppeln kann.

D.h. auch wenn von Heute auf Morgen die Soziale und Verteilungs- Gerechtigkeit über alle Menschen des Planeten kommen würde, wären die wirklich existentiellen Probleme damit noch lange nicht vom Tisch.

Beste Grüße

flurdab
Gast
Natürlich werden die Grenzen jeglichen Wachstums durch den Planeten gesetzt. Geld kann man ja nach wie vor nicht essen, trinken oder atmen. Aber diese Erkenntnis wird ja gerade von der „Finanzmafia“ und den angeblichen „Eliten“ nicht thematisiert. Die sind gerade völlig im Spielrausch, in Flow. Da kann die Mutti noch so laut rufen, dass das Essen fertig ist, das hören die nicht. Und die Computersoftware die den größten Teil des Handels autonom abwickelt, hat noch nicht einmal Ohren! Im Moment geht es den Playern nur darum reich zu bleiben oder noch reicher zu werden. Der Erlebniswelt des Normal- Homo- Sapiens… Read more »
Grummel
Gast

D.h. auch wenn von Heute auf Morgen die Soziale und Verteilungs- Gerechtigkeit über alle Menschen des Planeten kommen würde, wären die wirklich existentiellen Probleme damit noch lange nicht vom Tisch.

Stimmt,
ohne die irre momentane Systemlogik könnte man die Ressourcen aber um ein vielfaches effizienter zum Einsatz bringen.

Meine Sorge als „Einfacher“ ist nicht der Börsencrash, es sind die Kalorien, ein friedliches Umfeld und eine Zukunftsperspektive.
Also die Ebene die der momentanen „Elite“ (Versager triffts eher) anscheinend völlig Fremd ist und daher ausgeblendet wird.

Theo Lingen
Gast
es sind die Kalorien, ein friedliches Umfeld und eine Zukunftsperspektive. Da hast du recht. Die elementaren Bedürfnisse eines Menschen bestehen aus Nahrung ( Kalorien ), Wasser, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Diese Grundbedürfnisse sind für jeden Menschen dieses Planeten leistbar. Eine Perspektive ergäbe sich aus der Zuversicht, dass die Befriedigung dieser Bedürfnisse auch künftig gewährleistet ist. Daraus ergäbe sich widerum ein friedliches Umfeld für alle Menschen. Wir machen uns die Ängste der Elite zu eigen. Platzende Immoblasen und Börsencrashs und sonstige Entwertungen eines Zuviel an allem sind keine Probleme von Bewohnern der Sahelzone und der, weiten Teile Indiens.… Read more »
Mordred
Mitglied

Du redest gerade von einem anderen wichtigen teilaspekt der thematik. der sollte idealer weise parallel zu exportüberschüsse/saldenmechanik beackert werden.

Heldentasse
Mitglied

M.E. sollte man diese ökonomische Basics nicht parallel Diskutieren, denn wenn man sie ignoriert kann man das andere was darauf aufbaut auch nicht richtig verstehen.

Beste Grüße

Mordred
Mitglied

macht sinn.

wolli
Mitglied
Was würde denn passieren wenn die EU auseinanderbricht. Die neue deutsche Währung würde nach oben schießen. Exportweltmeister ade. Die Staatsfinanzen sind durch ständige Steuersenkungen und das ignorieren von Steuerschlupflöcher bzw. das nicht verfolgen von Steuerhinterziehung für das obere 1% ruiniert. Die Infrastruktur ist marode und kaputt gespart. Was dann: Einnahmen für die Posteuroära bei einer schrumpfende Wirtschaft wird schwierig. Zusätzlich werden sich noch „einige“ Arbeitslose zusätzlich bei der Agentur melden müssen. Hier wird die fehlende Binnennachfrage dem deutschen Staat das Genick brechen. Es wird also schwierig einen Aufschwung über Staatsausgaben zu finanzieren, wenn kein Geld mehr in die Kasse kommt.… Read more »
Heldentasse
Mitglied

Was würde denn passieren wenn die EU auseinanderbricht.
Die neue deutsche Währung würde nach oben schießen. Exportweltmeister ade.

Exakt, und auf einen Schlag werden wir eine Arbeitslosenquote von 20 bis 30% haben, und nach innen und außen sind heftigste soziale und politische Verwerfungen zu erwarten. Das wird bestimmt nicht lustig!

Beste Grüße

salvo
Gast

oh ja, in diesem Land wächst in aller Regel die Arbeitslosenquote zusammen mit dem Lebenesraumbedarf

Heldentasse
Mitglied

Das ist pöse aber leider auch m.E. durchaus realistisch! Man schaue sich einfach nur mal an mit welchem Erfolg, die neuen rechten Rattenfänger heute schon unterwegs sind. 🙁

Beste Grüße

Mordred
Mitglied

sehr richtig.
das geile daran ist, dass laut vorträgen, interviews usw. proklamateuren wie lucke oder sinn das auch vollkommen klar ist. die sagen einfach: is halt so, geht nicht anders.

Als schönen Nebeneffekt für den Geldadel ist dann die Zeit, Knete für Nullzinsen vorbei. Dann wollen die Investoren Zinsen für ihr Geld und nicht zu knapp. 3% Risikozuschlag für ein herabgewirtschaftetes Land sind angemessen.
Bewerten wir schon mal das Tafelsilber, das 1%, hat die Taschen voller Anlagevermögen und sucht nach lukrativen Anlagen.

so siehts aus. 1% oder 0,1% werden davon nämlich noch mehr und vor allem nachhaltiger (verfestigung dieser feudalen verhältnisse) profitieren.

Schweigsam
Gast

Dieses „Kapitel“ wird erst hier von der Masse erhört werden, wenn keiner mehr unseren Scheiß kauft, und wir selbst in einer richtigen Krise feststecken. Die Deutschen brauchen es wohl immer auf die harte Tour. Erst dann beginnt hier sowas wie ein breiter Lernprozess einzusetzen.

Folkher Braun
Mitglied

Entschuldigung OT: Wo steht der angekündigte Bericht über private Versicherung und könnte jemand bei der technology review mal verraten, wie man Innovation schreibt?
Zur Sache: Die Demontage des Sozialstaats betrifft nicht nur die Arbeitsverwaltung. Ich hatte sechs Monate Verhandlung bezüglich SGBXII. Da kommt Freude auf. Der Altenheimbewohner, der nicht Selbstzahler ist, hat einen Selbstbehalt von 2600 Euro.

Leselotte
Gast

Muss man immer wieder ansprechen.
_____________
Kleiner Hinweis: Euren Spendenhinweis für die Weihnachtszeit vielleicht mal aktualisieren 🙂

Tobias Krause
Gast
Leider ist dieser Artikel inhaltlich ziemlich dünn und platt. Die absurde Logik hier bedient einfach nur die ewige (linke) Mär von „die Gewinne des Einen sind die Verluste des anderen“ und überhaupt ist der böse Kapitalismus an allem Schuld. Punkt 1: niemand zwingt Griechen, deutsche Autos und Maschinen zu kaufen. Punkt 2: die eigenen Importe können Länder mit Exportüberschüssen im Handel mit anderen Ländern als mit Deutschland finanzieren, statt mit Schulden. Denn Achtung: es gibt nicht nur Deutschland. Punkt 3: die Schulden in den meisten entwickelten Ländern entstehen nicht durch Importfinanzierung für Lebensmittel, Medikamente oder gar später gewinnbringende Investitionsgüter, sondern… Read more »
salvo
Gast

und du beantwortest ‚moralische Platitüden‘ mit ‚ökonomischen‘ Schwachsinn! Was haben Aussenhandelsüberschüsse mit Gewinn zu tun? Du verwechselst eine volkswirtschftliche Kategorie mit einer betriebswirtschaftlichen. Das sagt schon alles. Ich habe jetzt zwar keine Zeit – und eigentlich auch keine Lust – mich mit dem Schwachsinn eines verblendeten nationalistischen Idioten, der denkt, es wäre toll dass Deutschland ‚Exportweltmeister‘ ist, auseinanderzusetzen. Deshalb eine Antwort in Form als Verweis zu einem der zahllosen Artikeln, die sich mit dem Biggest German’s Fetisch auseinandersetzen:

„The Danger of Germany’s Current Account Surpluses“

http://www.nakedcapitalism.com/2016/10/the-danger-of-germanys-current-account-surpluses.html

salvo
Gast

btw… zu deinem spektakulär schwachsinnigen zweiten Punkt (nicht dass die anderen beiden nicht schwachsinnig wären), siehe hier

http://www.nakedcapitalism.com/2011/07/trade-imbalances-lead-to-debt-imbalances-or-why-mercantilist-nations-shouldnt-beef-about-their-profligate-customers.html

Mordred
Mitglied

du bist bestimmt betriebswirt oder?^^

Heldentasse
Mitglied

Man muss ja die Menschen mit abweichender Meinung nicht gleich so beleidigen! 😉

ChrisA
Mitglied
@Tobias Krause Punkt 1: niemand zwingt Griechen, deutsche Autos und Maschinen zu kaufen. Stimmt. Aber kann man daraus was Erhellendes ableiten? Die Überschuss-/Defizit-Tautologie ensteht nicht einfach zwischen zwei Ländern, nur weil die einen vom anderen zu viel kaufen. Punkt 2: die eigenen Importe können Länder mit Exportüberschüssen im Handel mit anderen Ländern als mit Deutschland finanzieren, statt mit Schulden. Denn Achtung: es gibt nicht nur Deutschland. Hervorhebung im Zitat von mir. Hier meinst du sicher Importüberschüsse, nicht Exportüberschüsse? Der komplette Punkt ergibt sonst überhaupt keinen Sinn. Ergibt er allerdings auch so nicht sonderlich: Würden Länder mit Importüberhang ihre Importe per… Read more »
Robbespiere
Mitglied

@ChrisA

Astrein auf den Punkt gebracht.
Der gute Herr Krause hat von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen leider keinen blassen Schimmer und ersetzt die Realität einfach durch Ideologie.

Robbespiere
Mitglied
@Tobias Krause Punkt 1: niemand zwingt Griechen, deutsche Autos und Maschinen zu kaufen. Kann man so sehen, aber wer zwingt denn Deutsche dazu, mit ihrem Einkommen zu haushalten und billige Kleidung aus Fernost, ausländische Fahrzeuge oder gar günstigere Reimporte aus den Nachbarländern zu kaufen oder Dinge, die hier gar nicht produziert werden? Punkt 2: die eigenen Importe können Länder mit Exportüberschüssen im Handel mit anderen Ländern als mit Deutschland finanzieren, statt mit Schulden. Siehe Kommentar von Chris A Punkt 3: die Schulden in den meisten entwickelten Ländern entstehen nicht durch Importfinanzierung für Lebensmittel, Medikamente oder gar später gewinnbringende Investitionsgüter, sondern… Read more »
wschira
Mitglied

Das ist ehrlich gesagt dummes Zeug. Die erste Reise der neugewählten Bundeskanzlerin nach Griechenland war in Begleitung einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation. Die Griechen wollten nämlich neu verhandeln über Verträge insbesondere von Rüstungsgütern. Diese standen und stehen im grotesken Missverhältnis zur militärischen und politischen Bedeutung Griechenlands. Mit anderen Worten, die Griechen wollten raus aus manchen der Rüstungsverträge. Die Kanzlerin hat wesentlich dazu beigetragen, den Griechen dieses „dumme“ Verlangen auszureden.

salvo
Gast
btw.. mir kam soeben eine Idee, mit der man sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe, wie man so sagt, ‚erschlagen‘ könnte. Die deutschen könnten einerseits ihren psychopathischen ‚Exportweltmeistertitel‘ auf ewig beibehalten, und die Welt , die ‚anderen‘ könnten sich von diesem Elend, diesem Wahnsinn, gewaltlos befreien, denn ohne Gewalt werden die deutschen sich von dieser Sucht nicht heilen lassen. Wir haben doch ein Sonnensystem, in welchem sich außer der sterbenden Erde noch andere Planaten befinden. In diesem Sonnensytsem befinden sich noch andere Planeten, auf denen es zwar sehr wahrscheinlich kein Leben gibt, zumindest kein ‚ökonomisch‘ relevantes, dh ausbeutbares, aus dem… Read more »
flurdab
Gast

Gab es diesen Vorschlag nicht schon von der FIFA?
Blatter wollte doch galaktische Weltmeisterschaften ausrichten, und ich habe das nicht ernst genommen.

Heldentasse
Mitglied
@salvo Also, wir wäre es denn, wenn wir uns einfach mit Hilfe unserer ‚Qualitätsmedien‘ vorstellen, dass es zB auf dem Mars Leben gibt, virtuell zwar, aber was macht das schon. … Und diese marsische Leben entwickelt nun ein unerschöpfliches gigantisches Bedürfnis nach deutschen Autos, Maschinen und Panzer. Dann können sich die deutschen buchstäblich zu Tode exportieren. Es wäre ganz klar eine Simulation um Verrückte glauben zu machen ihre Realität entspräche der Wirklichkeit. Wenn man ein wenig über diese Sache nachdenkt, kann man allerdings auch zum Schluss gelangen, dass wir uns schon lange von gemachten virtuellen Realitäten (z.B. einem sehr großen… Read more »
Lutz Lippke
Gast
Ich bin keineswegs Experte in gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen. Trotzdem ein paar Gedanken. Kapitalismus hat doch immer einen Ausbeutungsdrang. Dem steht als Notwendigkeit und gerade nicht als Nettigkeit oder Gefühlsduselei die „Kundenbindung“ gegenüber. Die lässt sich über 2 grundsätzliche Methoden herstellen, über 1. Gewalt und Alternativlosigkeit und 2. Legalisierung von Schuldverhältnissen. Für Beides braucht man Macht, physische und/oder argumentative Macht. Deutschlands Wirtschaftsbosse sind nicht nur Exportweltmeister, sondern auch abhängig von den natürlichen Ressourcen der Kunden. Die einzig wesentliche innerdeutsche Ressource, menschliche Arbeitskraft, steht im Schnitt zur Genüge zur Verfügung und wird mit restriktiver Sozial- und Arbeitspolitik und den Globalisierungseffekten (Outsourcing, Migration) kontrolliert.… Read more »
Heldentasse
Mitglied

Auf Dauer hilft aber nur ein gesundes Gleichgewicht als grundständige Lebens- und Denkweise.

Das nennt man auch ganz „Nachhaltigkeit“! und es könnte durchaus sein, dass diese auf die Dauer überlebenswichtige Eigenschaft konträr zum bestehenden Wirtschaft und Finanzsystem ist.

Kontext TV – Wachstum bis zum Kollaps

Beste Grüße

niki
Mitglied

Warum wird es nicht mal deutlich gesagt:
Wir sind die allergrößten Import-Defizit-Looser weltweit… An allerletzter Stelle!
Wer diesen Begriff „Import-Überschuss“ hochlobt, hat sie ganz simpel gesagt, ein erhebliches intellektuelles Defizit, oder derjenige persönlich (oder einer Gruppierung die die Person bezahlt) hat ein bestimmtes Interesse daran, dass die EU bzw. der Euro irgendwann richtig crasht…

Nicht falsch verstehen… Ich halte die EU in der Form wie sie jetzt existiert für ein antidemokratischen Moloch, woran Deutschland einen maßgeblichen Anteil an diesen Dreck hat, aber grundsätzlich ist die Idee eines gemeinsamen Europas erstrebenswert.
Aber man könnte es ja anders machen…

victa
Gast
Vornweg muss ich zugeben, dass ich eigentlich keine Ahnung habe. Trotzdem erlaube ich es mir die Situation folgendermaßen einzuschätzen: Südlich der Alpen herrschte seit Menschengedenken ein vorteilhaftes Klima für Landwirtschaft. Was einst ein Vorteil war, wurde im Zuge der Industrialisierung bedeutungsloser. Theoretisch hätten die verschuldeten Südeuropäischen Staaten ihre Landwirtschaft zurückfahren und weitaus mehr Industrieprodukte herzustellen müssen. Was praktisch natürlich unsinnig wäre, da Europa auf Landwirtschaftliche Erzeugnisse angewiesen ist und es durchaus Sinnvoll ist sie verstärkt dort anzubauen wo die Voraussetzungen (Klima und Boden) dafür am besten sind. Ein großes, und nach wie vor ungelöstes Problem ist nach wie vor, dass… Read more »
Heike
Gast

Themenvorschlag für nächstn Artikel:

Warum stellt man den Bürgern, Bundes und Landesliegenschaften nicht für alternative
Wohn und Lebensräume zur Verfügung ? Der Bürger hat doch Kasernengelände, Munitionsdepots,
Marinehäfen usw. bezahlt. Warum verschleudert man Grund, Boden und Gebäude an
„Investoren“ die alles nur ausschlachten ?
Da könnten doch prima Kommunen auf Ökotestgeländen entstehen, mit allem dabei
von Schilfbeetabwasseranlage, Kompostklo, Windstrom und kleinbäuerlicher
Selbstversorgung.
Die sanktionsfreie Grundsicherung eines Existenzminimums könnte irgendwie
angerechnet werden.

Robbespiere
Mitglied

@Heike

Warum stellt man den Bürgern, Bundes und Landesliegenschaften nicht für alternative
Wohn und Lebensräume zur Verfügung ? Der Bürger hat doch Kasernengelände, Munitionsdepots,
Marinehäfen usw. bezahlt. Warum verschleudert man Grund, Boden und Gebäude an
„Investoren“ die alles nur ausschlachten ?

Dein Vorschlag ist durchaus sympathisch, aber die Entscheider sitzen nicht hier im Blog, sondern in Berlin.
Das wäre mal ein Thema für eine Wahlsendung, angesprochen von den Moderatoren, wenn die Kandidaten mit seichten Versprechungen auftreten.
Dazu gehört auch die Frage, warum zigtausende Wohnungen in Staatsbesitz privatisiert wurden, zu Lasten der Mieter.

Heike
Gast

Bei Themenvorschlägen für Artikel geht es nicht um den Direktkontakt zu Entscheidern. Die Entscheider für und wider von Exportüberschüssen sitzen auch nicht in diesem Blog. Manchmal ist es hilfreich vor dem Tippen nachzudenken.

Heike
Gast

Der rote Faden des Themas ist Volkseigentum und das kaputte Verwertungsinteresse an der Ware Mensch in diesem verfickten Land.
Da kann man sich gut dran entlanghangeln. Alternative Kulturprojekte und Standorte. Alles geht mit Hardware die vorhanden und bereits bezahlt ist.

Robbespiere
Mitglied

@Heike

Ich behaupte ja nicht, daß dein Thema vrfehlt ist, aber der Verkauf von staatlichen Ligenschaften an private Investoren dürfte schon einigen zehntausend Betroffenen und ihrem Umfeld schmerzlich bewußt sein, schließlich haten sie die höheren Mieten zu tragen bzw. verloren ihre Bleibe.
M.M.n. ist das Problem zu geringen, bezahlbaren Wohnraums durchaus vielen Bürgern bewußt, was bei komplexeren Themen so nicht der Fall ist.
ich habe allerdings auch kein Problem damit, wenn die Blogbetreiber dieses Thema aufgreifen.

Manchmal ist es hilfreich vor dem Tippen nachzudenken.

Hältst du solche Aussagen für konstruktiv?

Heike
Gast

Es geht nicht um Wohnungen sondern vielmehr um Keimzellen des Wandels. Um Freiräume und Testgelände. Um Maßnahmen gegen Vereinzelung und Isolierung. Es geht um Wderstand und Alternativen. Wenn du noch weiternervst, ist der Artikel fast fertig.

Robbespiere
Mitglied

qHeike

Viel Erfolg als Gastautor.

Heike
Gast

Das ist heute nicht weniger aktuell als zu Zeiten der 68er Bewegung. Es geht nicht um Belange die aus der Mode kommen könnten.

Mach mal selbst und erzählt euch nicht jahrelang immer die selben Geschichten.

Es wird als bekannt vorausgesetzt das die Welt ungerecht ist .-)

ChrisA
Mitglied

@Robbespiere

Wenn ich raten müsste, ist Heike ex- Barbara, die tätig Widerstand leistet, indem sie/er mittlerweile mit Sechstnick dem Kommentariat auf den Kels geht.

Die Diktion ist jedenfalls identisch.

Heike
Gast

Frauenfeindliche Typen wie dich kennt man von draußen. Sie haben im Grunde nur Angst vor selbstbewussten Frauen und suchen eher etwas mütterliches um den Macker raushängen lassen zu dürfen ,-)

Lustig wenn solche Typen für ein „Kommetariat“ unaufgefordert sprechen das aus drei Leuten besteht. Das beweist nur ihre Beliebtheit ‚-)

Halt die Ohren steif ! Eines Tages sind die Pickel weg und auch auf deinen Topf passt ein mütterlicher Deckel !

ChrisA
Mitglied

Na, da wird die Vermutung erstaunlich schnell erhärtet.

Wieso wechselst du dauernd den Nick? Nicht so weit her mit dem Selbstbewusstsein. Aber jeder, wie er kann…

Heike
Gast

Ich wechsele keine Nicks, und wenn wäre das mein Privatleben. Ich möchte mich nicht mit dir treffen und abgeben.
Du blätterst doch genug bei Tinder. Nur Geduld ,-)

The Joker
Mitglied

Wenn schon Nicks, dann Stevie.

Robbespiere
Mitglied

@The Joker

Stevie Nicks und Fleetwood Mac, zeitlos und unnachahmlich.

flurdab
Gast
Gestern strahlte Phönix eine Sendung „Unter den Linden“ aus. Thema: „Exportweltmeister Deutschland – Riskanter Ritt auf der Erfolgswelle?“ http://tinyurl.com/z5ccr85 Zu Gast waren Bernd Riexinger (Bundesvorsitzender Die Linke) und Carsten Linnemann (MdB CDU, Vorsitzender der CDU/CSU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung). Riexinger argumentierte gewohnt und Linientreu, und sprach bestehende Probleme und deren Lösung an. Linnemann übte sich in Eröffnung von Nebenschauplätzen. Am schönsten fand ich seine „Klassikeraussage“, das der Staat kein Einnahmeproblem sondern ein Ausgabenproblem habe. Ob dem Mann aufgefallen ist das seine Parteivorsitzende das Fass für Staatsausgaben mit dem Ausstieg aus der Atomkraft über Nacht vergrößert hat, oder ihre „Flüchtlings- Lösung“ mal eben… Read more »
Heldentasse
Mitglied

Wenn die Linke (Partei) den Weg der Sozen beschreiten sollte, nämlich sich von anderen deren politische „Frames“ aufs Auge drücken zu lassen, hat die Linke (politische Richtung) endgültig „fertig“ hier in diesem auch zu schönen Teutschland, wo der Niedergang benachbarter Volkswirtschaften als „Riskanter Ritt auf der Erfolgswelle?“ tituliert wird.

Beste Grüße

P.S.: Es ist destruktiv aber manchmal hoffe ich darauf, dass Fonkreisch und Italien zusammen dem tollen Exportweltmeister zeigen wo politisch der Hammer hängt, alleine schon um die Arroganz unserer Vorturner zu würdigen.

Woody
Gast

Diplom-Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Bernd-Thomas Ramb hatte eine »Wahrscheinlichkeitskurve« für eine Währungsreform entworfen, die auf der demografischen Entwicklung Deutschlands basiert. Demnach würde eine solche im Jahr 2017 50 Prozent Wahrscheinlichkeit erreichen. Und 2018 wäre diese größer, als dass sie nicht käme.

Inzwischen wird der Crash der europäischen Einheitswährung nicht mehr unter vorgehaltener Hand diskutiert. Auch wenn es immer noch »EU-Gutmenschen« wie EZB-Chef Draghi gibt, der postuliert, die Märkte hätten »volles Vertrauen, dass der Euro eine starke und stabile Währung« bleibe.

Albert
Gast

Scheiß auf den ökoligischen, moralischen Fußabdruck, wir werden schon die passenden Schuhe dafür finden um weiter zu konsumieren…….

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