Fake News? Das ist doch ein alter Hut

Der Begriff „Fake News“ ist in aller Munde. In einem kurzen Erklärvideo fragt sich jetzt sogar die Tagesschau wie „gefährlich Fake News“ sind. Wir haben die Antwort: Fake News können extrem gefährlich sein und sind für Millionen Todesopfer verantwortlich. Als besonders gefährlich haben sich dabei jedoch die „Fake News“ herausgestellt, die nicht nur über die Sozialen Medien, sondern über die klassischen Medien verbreitet werden.

Gefährlich, gefährlich; da hat offenbar ein Mann in einer Pizzeria in Washington um sich geschossen. Warum? Weil er einer Falschmeldung aus den sozialen Netzwerken geglaubt hat, nach der niemand anderes als Hillary Clinton in genau dieser Pizzeria einen Kinderpornoring betreibt. Solche Meldungen kommen heutzutage nicht nur in den Nachrichten, sondern treiben zahlreiche Kollegen der „seriösen“ Medien sogar zu sehr ernsten Gedanken. Was man früher als Ente oder Falschmeldung bezeichnet hat, wird heute „Fake News“ genannt und ist das Thema der Stunde.

Ja, wie gefährlich können solche „Fake News“ sein, liebe Kollegen? Ein kurzer Blick auf die jüngere Geschichte zeigt, warum die Sorge mehr als berechtigt ist. 1990 meldeten beispielsweise fast alle Zeitungen und Fernsehsender, dass irakische Soldaten im besetzten Kuwait Säuglinge aus Brutkästen rissen und auf dem kalten Boden elendig verrecken ließen. Die Nachricht schlug ein, die „Weltgemeinschaft“ war empört und George Bush konnte seine lang geplante Invasion des Irak starten. Was folgte, war der erste Irakkrieg, Sanktionen und rund 1.500.000 Tote. Später kam heraus, dass die Story eine astreine PR-Lüge der Agentur Hill & Knowlton im Auftrag der kuwaitischen Exil-Regierung war. Eine Falschmeldung oder „Fake News“, wie man heute so schön sagt.

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6 Kommentare auf "Fake News? Das ist doch ein alter Hut"

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Sukram71
Gast

Eine Kommentar habe ich bereits beim Spiegelfechter dazu geschrieben. 🙂
Die neue Seite sieht cool aus.

slowfood
Gast
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Der Begriff Fake News wurde eben wegen Pizzagate erfunden. Er wurde als erstes von Obama vor ein paar Monaten verwendet als er eine Rede für Clinton hielt (sie war für ein paar Wochen verschwunden , weil sie ja so gesund ist) Plötzlich verteidigen alle großen Verlage eine kleine Kinder-Pizzeria in der die Elite Washingtons verkehrt. Ich kann verstehen dass ihr nicht dem Schicksal von Michael Hastings, Andrew Breitbart oder Seth Rich folgen wollt, doch der Pizzagate ist mit Fakten belegt. Nicht nur die makaberen Instagram-Profile und die Podesta-Mails sind dokumentiert sondern auch die Verbindung zu… Read more »
BerndKatzenstein
Mitglied

So beginnt das Papier auch mit einer Bestandsaufnahme nach Gezi: Die „konservativen Fernsehsender und Zeitungen“ – gemeint: die von der AKP kontrollierten Medien – hätten gegen die „Desinformationen“ und „Provokationen“ der außerparlamentarischen Opposition nur wenig ausrichten können; insbesondere in den sozialen Medien sei man deren „Dominanz“ unterlegen.

https://www.welt.de/politik/ausland/article160177241/Die-geheime-Troll-Armee-des-Recep-Tayyip-Erdogan.html

Kommt das irgendwie bekannt vor? Einfach mal Genzi streichen und AKP durch CDU/SPD ersetzen und in welchem Land sind wird dann? Doch nicht etwa in Deutschland?

U J
Gast

Einen guten Eindruck über die außerordentliche Kompetenz professioneller Journalisten im Umgang mit Fakenews konnte man auch beim Medienhype rund um „Varoufake“ gewinnen. Hier ging es nicht einmal um Krieg und Frieden, ein „Wir oder die“, sondern einzig und allein darum, sich an die handwerklichen Regeln journalistischen Arbeitens zu halten. Und dies, im Gegensatz zur Berichterstattung bezüglich der Irakkriege, ohne unter politischem, wirtschaftlichem, militärischem oder moralischen Druck zu stehen. Die Vorstellung die unsere Leitmedien (Leidmedien? Lightmedien?) hier ablieferten war trotzdem größtenteils unterirdisch. Sie haben sich nach Strich und Faden von einem Komiker veräppeln lassen.
Was lehrt uns das?

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