Wie „deutsch“ ist die Deutsche Bank eigentlich? Zeit für eine Bestandsaufnahme!

Der Deutschen Bank geht es bekanntlich schlecht. Ökonomen, Finanzmarktexperten und sogar die Politik diskutieren bereits öffentlich über die Sinnhaftigkeit einer „Rettung“ oder gar Verstaatlichung. Erst gestern veröffentlichte der SPIEGEL ein Interview, in dem der kritische Finanzexperte Michael Hudson in einem Nebensatz wie selbstverständlich sagt, „Angela Merkel sollte die Deutsche Bank schließen“. Weniger kritische Experte mit guten Verbindungen zur Finanzwirtschaft plädieren indes dafür, der deutsche Staat solle die letzte verbliebene deutsche Großbank retten – koste es, was es wolle. Doch warum Merkel? Warum Deutschland? So deutsch wie der Name es vermuten lässt, ist die Deutsche Bank gar nicht. Bevor wir überhaupt über Staatshilfen und –garantien debattieren, müssen wir erst einmal eine Bestandsaufnahme machen, welche Staaten sich daran beteiligen sollten.

Wenn es um die Deutsche Bank geht, werden die meisten von Ihnen sicher zuerst an einen dieser rundum verglasten Wolkenkratzer in der Bankenmetropole Frankfurt denken. Als Zweites kommt dann vielleicht noch die Filiale der Deutschen Bank, die unter Umständen bereits dem Sparzwang zum Opfer gefallen ist. Frankfurt, Wanne-Eickel, Buxtehude? So einfach ist es nicht.

Zum großen Reich der Deutschen Bank AG gehören auch tausende Firmen wie die Azurix Corp., die Kingfisher Holdings LLC oder die China Recovery Fund LLC mit Sitz in Wilmington Delaware – einer Steueroase auf amerikanischen Boden, die vor allem für ihre Briefkastenfirmen bekannt ist. Rund jedes zweite Unternehmen, dessen Bilanz in die konsolidierte Konzernbilanz der Deutsche Bank AG eingeht, hat seinen Sitz in Wilmington. Zum Reich der Deutschbanker gehört auch hunderte Firmen wie die Rheingold Securitisation Limited in Saint Helier auf der kleinen Kanalinsel Jersey, die TRS Oak II Ltd. und die DB Alternative Strategies Limited deren Sitz laut Konzernabschluss in „Georgetown“ liegt … nein, nicht Georgetown in Washington D.C., sondern George Town auf Grand Cayman in der Karibik. Die Deutschbanker tun ihr Bestes, um die zahlreichen Konzerntöchter in den verrufenen Steuerhinterzieherparadiesen möglichst tief zu hängen – dazu zählt es auch, den offiziellen Firmensitz falsch zu schreiben.

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56 Kommentare auf "Wie „deutsch“ ist die Deutsche Bank eigentlich? Zeit für eine Bestandsaufnahme!"

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demokratischanonym
Gast
Erster Kommentar OT. Kann ich das wirklich machen? Aber das regt mich doch zu sehr auf. Auf die SPD-Marionetten bei der ARD ist Verlass: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/gabriel-china-121.html https://picload.org/image/rdiricrc/screenshot43.png Haben wohl die guten Herrn Spindoktoren gedacht, dass man Gabriel’s Image, welches sehr u.a. in der CETA aber auch Tengelmann-Frage gelitten hat, schien er doch in diesen Angelegenheiten v.a. als devoter Lakai der Großkonzerne zu agieren, ein wenig aufpolieren müsste? Und zwar als mutigen Kämpfer, der für Deutschland und das deutsche Volk kämpft. Ja genau der Gabriel, der sich bei Ceta und TTIP von transatlantischen Machtkreisen fast jede seiner Aktionen diktieren ließ und der… Read more »
demokratischanonym
Gast

Die besondere Note an der ganzen Angelegenheit ist, dass die Chinesen relativ schnell kapiert haben, dass der Gabrielbesuch eine reine Showveranstaltung für die Heimatfront ist.
Deswegen haben hochrangige Vertreter Chinas auch gemeinsame Veranstaltungen mit Gabriel kurzfristig abgesagt und auch deswegen wird in den chinesischen Medien kaum über Gabriels Besuch berichtet.

demokratischanonym
Gast

Zum Artikel über die Deutsche Bank: Ist ein guter Artikel, aber mir, und wohl auch z.B. den meisten Nachdenkseiten- und Makroskoplesern eigentlich alles schon bekannt. Für diejenigen, die die Hintergründe der „Deutschen“ Bank nicht kennen, ist der Artikel jedoch sehr gut.

researchernet
Gast

Danke, guter Artikel. Habe schon nachgedacht, dass es überfällig ist, eine Bank abzuwickeln. Die Deutsche wäre ein guter Einstieg. Nicht in der Realwelt ansässig.

Bonsta
Gast
Als ob es noch irgendwen gäbe, der nicht zumindest ungefähr wüsste, was die Deutsche Bank ist. Und wenn es so jemanden gibt, dann will er das sowieso gar nicht wissen. Dann ist es ihm ganz einfach scheissegal. Daran wird dieser Artikel auch nichts ändern. Dass Banker Steueroasen nutzen, ist doch nun genauso nichts Neues. Die meisten dieser Steueroasen liegen sowieso im Machtbereich des „Westens“. Ist ja auch logisch, denn wer gibt sein Geld schon in völlig unsichere Gebiete dieses Globus? Wäre ja nicht das erste Mal, dass jemand komplett sein Schwarzgeld verloren hätte. Das wird in Luxembourg sicher nicht passieren.… Read more »
aquadraht
Mitglied
Du bringst da vieles durcheinander. Ich zitiere mal Dimitry Orlov: nttp://http://kluborlov.blogspot.de/ Faschismus ist die vollkommene Verschmelzung von Nationalstaat und Konzernen. Dabei wird die Unterscheidung zwischen öffentlichen und privaten Interessen ausradiert und den Konzernen gelingt es die Rechtsordnung und die Ziele der öffentlichen Politik zu diktieren. Ein fast vollkommenes Beispiel des Faschismus sind die neuen transatlantischen und transpazifischen Handelsverträge, die im Geheimen durch die Regierung Obama zustande gebracht wurden, und die im Moment, zu jedermanns großer Erleichterung, tot zu sein scheinen. Es sollte offensichtlich sein, dass Faschismus verhindert werden muss. Wenn wir nur einen einzigen vollkommen guten Grund hätten, um die… Read more »
Ischi
Gast

von 2013

-Ackermanns gefährliche 25 Prozent und warum die 12% Eigenkapitalrendite seiner Nachfolger nicht weniger gierig waren-

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/was-treiben-die-banken/was-treiben-die-banken-8-ackermanns-gefaehrliche-25-prozent-12240743.html

Kurzum, die Entwicklung war abzusehen und alle haben mitgespielt und abkassiert.

R_Winter
Mitglied
Die Verzweigungen der Deutschen Bank sind genauso unübersichtlich, wie der Syrien-Konflikt und hier endet der Vergleich nicht: Der Syrienkonflikt wird von der US-Amerikanern, ihren Verbündeten am Golf und England am Köcheln gehalten. Deutschland darf sich am Konflikt beteiligen und ein Großteil der Folgekosten tragen – nur bestimmen darf es nicht. Genauso ist das „Problem“ um die Deutsche Bank zu bewerten. So lange der Deutsche Steuerzahler/Kunde für die „Schulden“ (welche Schulden und wer hat das Geld?) haft-/zahlbar gemacht werden kann, wird die internationale Finanzmafia einer Zerschlagung der DB nicht zustimmen. Wer schlachtet eine Kuh, wenn sie genügend Milch gibt? Merkel bestimmt… Read more »
R_Winter
Mitglied

Irgendetwas stimmt mit meiner Software nicht….

Mod
Gast

Moin zusammen, schon mal den § 345 HGB (in der Antwort der BR erwähnt) gelesen der in der Beilage als PDF von Heldentasse samt V.Becks „mündlicher“ Frage, (Textform ist zwingend) entweder von frühkindliche Naivität geprägt das Gemüt und den Geisteszustand des V.B) oder „Ahnungslos“ und mit der Antwort der Bundesregierung konnte er bestimmt etwas anfangen. Eine PR-Show denke ich?!

Sukram71
Gast

Dass die Deutsche Bank schon lange nicht mehr deutsch ist,
wusste schon vor Jahren Helmut Schmidt. 🙂

hart backbord
Gast

Die armen Deutschbanker.
Dass die nicht mal die Ortsnamen ihrer Steueroasen richtig schreiben können, macht doch tief betroffen!
Der nächste Analphabeten-Spot („Chef, der kann nicht lesen“, „da kann man was tun“, „schreib dich nicht ab“) sollte unbedingt im Frankfurter Glastower spielen.

Sukram71
Gast

Zur Not können die Banker den Job wechseln und im riesigen frankfurter Rotlichtviertel, direkt neben dem Bankenviertel, arbeiten. Dafür braucht man auch nicht lesen und schreiben. 🙂

smukster
Gast
@hb: Gute Idee. Die Diskussion, ob die DB tatsächlich ausweislich ihrer Tätigkeiten ‚deutsch‘ ist, geht aber am Kern der Sache vorbei. Die Auseinandersetzung hat mit Ökonomie nur am Rande zu tun und ist vielmehr eine hochpolitische. In der öffentlichen Wahrnehmung im In- und Ausland ist sie deutsch – und politisch-gesellschaftlich gilt perception is reality. Die DB wird gezielt in die Krise geschrieben. Bei allen real bestehenden Problemen – es sieht nicht halb so dramatisch aus, wie es oft dargestellt wird. Dafür gibt es mehrere Gründe; wie die zu gewichten sind ist Geschmackssache: a. Die neue EU-Bankenregulierung verbietet staatliche Rettungen *ohne… Read more »
jowi
Mitglied

@smukster

Dein Punkt a. ist ein interessanter Aspekt. Könnte so sein.

Mordred
Gast
Die Diskussion, ob die DB tatsächlich ausweislich ihrer Tätigkeiten ‚deutsch‘ ist, geht aber am Kern der Sache vorbei. Die Auseinandersetzung hat mit Ökonomie nur am Rande zu tun und ist vielmehr eine hochpolitische. In der öffentlichen Wahrnehmung im In- und Ausland ist sie deutsch – und politisch-gesellschaftlich gilt perception is reality. genau bzw. u.a. wegen der falschen perception ist eine aufklärung darüber notwendig. denn dass konzerne weltweit operieren und ihre großen anteilseigner das genauso tun ist doch absolut notwendiges grundwissen, um sich selber eine vernünftige meinung über wirtschaft, finanzen etc. bilden zu können. nach diesem artikel dürften nochmal wesentlich weniger… Read more »
smukster
Gast

Viel Erfolg beim Versuch, die Welt davon zu überzeugen, dass ein Unternehmen namens ‚Deutsche Bank‘ nichts mit diesem Land zu tun hat.

Am letzten Satz ist allerdings was dran – hier müssen wir tatsächlich Schäuble zurufen ‚Bleib standhaft!‘. Wenn (Groß-)Anleger kapieren, dass die Drohung mit dem Bail-in Ernst ist, werden sie die Bankvorstände zwingen, Risiken zu minimieren. Selbst wenn dadurch die Gewinne sinken.

Mordred
Gast

Viel Erfolg beim Versuch, die Welt davon zu überzeugen, dass ein Unternehmen namens ‚Deutsche Bank‘ nichts mit diesem Land zu tun hat.

siehst du ne andere möglichkeit?

smukster
Gast

Es gar nicht erst versuchen, und stattdessen ganz grundsätzlich gegen Bankenrettungen mit Steuergeld argumentieren, egal wo die Bank (gefühlt oder tatsächlich) angesiedelt ist.

Um es klar zu sagen: Natürlich darf eine Großbank nicht einfach von heute auf morgen zusammenbrechen, der dadurch ausgelöste Schock wäre katastrophal. Aber *vor* jeder staatlichen Unterstützung muss es einen Bail-in geben – durch dieses Prinzip sind Bankvorstände gezwungen, alle nur denkbaren Möglichkeiten auszuschöpfen, um das zu vermeiden und nur im allerletzten Notfall den Staat um Hilfe zu rufen.

Carlo
Mitglied

@hart backbord…hat das alles nicht etwas mit den 500 Jahren zu tun, welche in den nächsten Tagen gefeiert werden, und zwar auf Befehl…;-)
Jens, die Linkfunktion irritiert wirklich……;-)
Ich geb mir Mühe….

Und das geht jetzt…bin gespannt…neee, das ist Mist, alles falsch

The Joker
Gast

Oje: klerikalfaschistischer Link á la kreuz.net.
Danke, nein.

Carlo
Mitglied

Was fällt mir zum Logo der Deutschen Bank ein? Sieht doch aus wie der Münzeinwurf zu den gängigen Spielautomaten. Aber danke, wieder was gelernt, nicht nur Nomen est Omen…;-)

Ischi
Gast

Der Schrägstrich stellt exponentielles Wachstum dar. Die vier Striche außen symbolisieren die Steuerzahler. Die Steuerzahler bilden den Rahmen für alles, auch dann noch wenn das Logo gespiegelt wird und der Schrägstrich abwäts weist. So war das damals vom Grafiker Stankovski gedacht, als selbsterfüllende Prophezeiung.

Jacques Roux
Gast

Hahaha, cool 😉

Groucho
Gast
Deutsch? International? Scheisse! Wer seine Ausstände nicht begleichen kann; wer mehr Geld ausgibt als er einnimmt ist in der freien Marktwirtschaft weg vom Fenster. Wenn ich unseren Bundespräsidenten richtig verstanden habe ist das genau der Preis der Freiheit. Zitat: „Freiheit erzeugt Gewinner und Verlierer. Das ist der Preis der Freiheit.“ Ich halte eine solche Aussage (die er in Bezug auf ALG II Empfänger getätigt hat!!!) zwar für grandiosen Blödsinn. Er definiert „Wettbewerb“ oder „Kampf“ und setzt das dann mit „Freiheit“ gleich. Aber wenn der freie Wettbewerb mit allen Risiken die Stütze unserer Gesellschaft sein soll, dann gilt das GottVerdammich nicht… Read more »
joe
Mitglied

Give me control of a nation’s money and I care not who makes it’s laws“ — Mayer Amschel Bauer Rothschild

Heldentasse
Mitglied
OT Mit gleichem Recht könnte man dies auch von Theresa May oder in wenigen Wochen von Hillary Clinton fordern. Da da der Spiegelfechter augenscheinlich weiß, wie in den US die in kürze anstehenden Präsidentenwahlen ausgehen, muss er eine gut funktionierende Glaskugel besitzen. 😉 Allerdings scheint es wieder spannend zu werden: Bis vor ein paar Tagen sah es aus, als wäre es schon relativ klar: Hillary Clintons Vorsprung auf Donald Trump war so groß, dass es schien, als würde die Demokratin die US-Wahl gewinnen. Doch nun, weniger als eine Woche vor Präsidentschaftswahl am 8. November, ist doch wieder alles anders. Immer… Read more »
salvo
Gast

apropos OT

auf die bürgerliche Rechtssprechung ist eben Verlass

„High court says parliament must vote on triggering article 50 – Politics live“

https://www.theguardian.com/politics/blog/live/2016/nov/03/article-50-high-court-ruling-high-court-set-to-rule-on-whether-mps-should-vote-on-triggering-article-50-politics-live

weshalb ich übrigens auch das Vertrauen der CETA-Gegner in das Verfassungsgericht für richtig putzig halte, als wäre gerade die Rechtssprechung im Kapitalismus nicht ein Werkzeug von Herrschaft

Heldentasse
Mitglied

Hallo salvo, primär ist nicht die Rechtsprechung das Problem, sondern die Gesetzgebung. Hierzu einige Beispiel.

Beste Grüße

salvo
Gast

ich würde sagen, primär sind beide Probleme, Gesetzgebung und Rechtssprechung, auf die Eigentumsverhältnisse zurückzuführen, deren Interessengegensatz sie wiedergeben, wenn CETA, EU-Verbleib usf im Interesse der oberen 1% bis ist, wird es eben auf beiden Ebenen durchgesetzt.

COPOKA
Mitglied

@Heldentasse

Mit gleichem Recht könnte man dies auch von Theresa May oder in wenigen Wochen von Hillary Clinton fordern.

Da da der Spiegelfechter augenscheinlich weiß, wie in den US die in kürze anstehenden Präsidentenwahlen ausgehen, muss er eine gut funktionierende Glaskugel besitzen. 😉

An diesem Tag werden sehr viele Glaskugeln entsorgt, zerschlagen oder ersetzt 😉
Nicht dass ich glücklich über den Wahlausgang bin, aber gewisse Schadensfreude über Abschmieren der „erfahrensten US-Politikerin“ kann ich mir doch nicht verkneifen.

R_Winter
Mitglied
Demokratie bezeichnet Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder politische Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgehen. Dieses wird, entweder unmittelbar oder durch Auswahl entscheidungstragender Repräsentanten, an allen Entscheidungen, die die Allgemeinheit verbindlich betreffen beteiligt. . Wikipedia Wichtig in dieser Definition erscheint mir das Wort „beteiligt“ – nicht „entscheiden“ soll das Volk. Wenn der Wille des Volkes verändert werden soll, wird des „Oberste Gericht“ eingeschaltet, dass dann mit auslegbaren Entscheidungen den „Willen des Volkes“ einschränkt oder konterkariert. So wird sichergestellt, dass der Wille der „1%“ zum Tragen kommt. Die Entscheidung des High Court in UK über den Brexit passt in diese… Read more »
salvo
Gast

yep, „Crush him as hard as you can.“

https://wikileaks.org/podesta-emails/emailid/40401

smukster
Gast

Die Entscheidung des High Court ist richtig – juristisch und politisch.
Juristisch, weil ein gewähltes Parlament bei einer solch wichtigen Entscheidung nicht einfach übergangen werden kann.
Politisch, weil so eine weitere Kontrollinstanz eingebaut wird und der Brexit – wenn er denn kommt – damit abgefedert, ein allzu abrupter Übergang vermieden wird.
Wir sollten uns drüber freuen, statt in Populismus zu machen.

schwitzig
Gast

@smukster

Wir sollten uns drüber freuen, statt in Populismus zu machen.

Über das exakte Gegenteil von Demokratie freuen? Passt zu Dir.

salvo
Gast

gewisse Überangepasste sollten sich zudem erstmal mit dem historischen Populismus auseinandersetzen, ohne den es zB nicht einmal den New Deal gegeben hätte.

salvo
Gast

„The New Deal was a continuation of the populist movement of the1890s and the progressive movement of the 1900s, combining many aspects of the political philosophy of Teddy Roosevelt and Woodrow Wilson.“

http://www.henryckliu.com/page161.html

ach ja, und über ihr Verhältnis zur Nation sollten Linke auch nachdenken, sofern es sich nicht um Pseudolinke handelt

„Der Begriff der Nation und die Skepsis der Linken in Deutschland“

http://www.neue-impulse-verlag.de/marxistischeblaetter/artikel/108/287-gramsci-die-deutsche-linke-und-das-problem-der-nation-hegemonie-staat-und-kultur.html

smukster
Gast

‚Populismus‘ ist definitionsgemäß oberflächlich, weil er eben populäre Stimmungen aufgreift und nachplappert. Er kann auch mal positive Folgen haben, aber das ist dann reiner Zufall.

Der New Deal war den ökonomischen Notwendigkeiten geschuldet, weniger irgendwelchen Bewegungen. Übrigens hat nicht der ND zur Überwindung der Krise geführt, sondern erst WW2 – ein beliebter Irrtum.

Nation? Wieso? Für Linke ist das eine irrelevante Kategorie, auch wenn sie in den Köpfen vieler Menschen rumspukt und Unheil anrichtet.

Robbespiere
Mitglied
@smukster Übrigens hat nicht der ND zur Überwindung der Krise geführt, sondern erst WW2 – ein beliebter Irrtum. Ist das wirklich so? Der Kriegseintritt der USA war 1941 und hat der US-Wirtschaft einen gewaltigen Boost und Vollbeschäftigung beschert. Aber war der New Deal in der Zeit von 1933 -1941 wirklich so wenig erfolgreich bei der Bewältigung der Krise? Waren nicht die Bankentrennung, Wirtschaftsregularien, der Aufbau der Verkehrsinfrastruktur mit Einkommen für Millionen zuvor arbeitsloser Menschen und eine progressive, konjunkturbelebende Geldpolitik in Richtung Keynesianismus die tatsächliche Basis für die Bewältigung der Krise? Der New Deal ab 1933 ist m.M.n. das Ergebnis einer… Read more »
smukster
Gast

1937 Rückfall in die Rezession.

Robbespiere
Mitglied

@smukster

1937 Rückfall in die Rezession.

Stimmt, aber das lag an dem verfrühten Versuch der Regierung Roosevelt, die Staatsschulden zurückzufahren, anstatt weiterhin die Wirtschaft durch Investitionen zu stimulieren.
Das stellt aber das Konzept des New Deal nicht in Frage, sondern ist das Ergebnis der Abkehr von eher keynesianischer Politik zu einem Zeitpunkt, als die Privatwirtschaft noch nicht zu ausreichenden Investitionen und damit als Hauptantriebsmotor der Wirtschaft in der Lage war.
Das hatte natürlich einen negativen Einfluss auf das Ergebnis der Vorkriegsphase, aber die Bewältigung der Wirtschaftskrise allein dem Krieg zuzuschreiben, ist m.M.n. zu einseitig.

Robbespiere
Mitglied
@salvo weshalb ich übrigens auch das Vertrauen der CETA-Gegner in das Verfassungsgericht für richtig putzig halte, als wäre gerade die Rechtssprechung im Kapitalismus nicht ein Werkzeug von Herrschaft Putzig ist noch milde ausgedrückt. Wenn man das Wahlverfahren und vor Allem „Wer wählt da“ näher betrachtet, kann man zu dem Schluss kommen, dass es mit der Gewaltenteilung nicht weit her ist. Wenn Abgeordnete, deren Parteien mehrheitlich in ihrer politischen Ausrichtung überein-stimmen die Richter wählen, erscheinen da Urteile wie zum Fiskalpakt, BW-Einsatz im Inneren usw. schlagartig in einem ganz dubiosen Licht. Ganz haarig wird es, wenn z.B. der Ex-CDU Ministerpräsident Müller als… Read more »
Ischi
Gast

Für Richter gibt es keine Kontrollinstanzen.

Art. 97 GG
https://dejure.org/gesetze/GG/97.html

Diese Tatsache erstaunt mich immer aufs Neue; in diesem Zusammenhang besonders.

Robbespiere
Mitglied
@Ischi Für Richter gibt es keine Kontrollinstanzen. …was ja auch durchaus sinnvoll ist, wenn man an den Volksgerichtshof zu Zeiten der Nazis denkt. Hier wurden Urteile im Sinne der Diktatur gesprochen, aber kein Recht in demokratischem Sinne durch unabhängige Richter. Das eigentliche Problem ist die Prozedur der Richterwahl. Hier wird nicht berücksichtigt, dass die amtierenden Abgeortneten einen Block bilden könnten, der gg. die Interessen des Volkes und und den Vorgaben des Grundgesetzes handeln könnte und sich für Richter entscheidet, die dessen politische Ansichten teilen. Möglichweise handelt es sich auch um einen Deal zwischen Parteien und Richtern mit Parteibuch, einen Tausch… Read more »
Ischi
Gast

…was ja auch durchaus sinnvoll ist, wenn man an den Volksgerichtshof zu Zeiten der Nazis denkt. Hier wurden Urteile im Sinne der Diktatur gesprochen, aber kein Recht in demokratischem Sinne durch unabhängige Richter.

Das nimmt manchmal Sukram-Ausmaße mit dir an 🙂

Was hat denn Unabhängigkeit im Handeln, mit mit der Möglichkeit zur Kontrolle, einer Prüfug ob richtig oder falsch gehandelt wurde, gemein ?
Überprüfungen sind doch nachrangige Ereignisse !

Ischi
Gast

So wie es durch die Vergaberaxis des Richteramtes auf Probe gehandhabt wird, ist ohnehin keine durhgehende Unabhängigkeit zu erwarten. Da werden vom Dienstherren weisungsgebundene Richter, nur als unabhängig verkauft.

http://causa-lenniger.grundrechtepartei.de/16552

Robbespiere
Mitglied
@Ischi Das nimmt manchmal Sukram-Ausmaße mit dir an 🙂 Das ist jetzt aber eine hanfeste Verschwörungstheorie.:-) Was hat denn Unabhängigkeit im Handeln, mit mit der Möglichkeit zur Kontrolle, einer Prüfug ob richtig oder falsch gehandelt wurde, gemein ? Überprüfungen sind doch nachrangige Ereignisse ! Gerichte sind in einem Rechtstaat die finale Instanz. Was willst du da noch drübersetzen? Wenn du höchstrichterliche Urteile zur Disposition stellen willst ( und nichts Anderes wäre ja die Aufgabe einer Kontrollinstanz ), kannst du auch gleich auf sie verzichten. Dass Richter auf Grund ihres fachlichen Eignung das letzte Wort in strittigen Fällen zwischen Gesetzgeber und… Read more »
Ischi
Gast
Das ist jetzt aber eine hanfeste Verschwörungstheorie.:-) Ja sicher. Ich habe mich gegen dich verschworen :-)))) Gerichte sind in einem Rechtstaat die finale Instanz. Was willst du da noch drübersetzen? Wenn du höchstrichterliche Urteile zur Disposition stellen willst ( und nichts Anderes wäre ja die Aufgabe einer Kontrollinstanz ), kannst du auch gleich auf sie verzichten. Wieso verzichten ? Die Revision gibt es am unteren Ende der gerichtlichen Entscheidungskette ja auch. https://de.wikipedia.org/wiki/Revision_(Recht) Dass Richter auf Grund ihres fachlichen Eignung das letzte Wort in strittigen Fällen zwischen Gesetzgeber und Bürger haben, ist ja nicht der eigentliche Grund der Kritik, sondern die… Read more »
Rainer N.
Gast
Und wenn Richter einfach die zur Zeit geltenden Gesetze ignorieren – sich also nachweislich nicht an einen Gesetzestext halten – und man dann sein Recht nach GG Artikel 103 in Verbindung mit Artikel 20 (3) beim BVerfG erreichen will – dort die Senate sich nicht einig waren – somit keinen Rechtsschutz sondern nur Richterschutz gewähren – und auch der Bundestag keinen Anlass (Petition) sieht, die Ungleichbehandlung (Artikel 3 GG) zu beenden – ach, der Wahlkrampf in den USA zeigt eines – Wahlen könnten etwas ändern, deswegen werden Wahlkrampfe inszeniert, um eine echte Wahl zu verhindern. Es wird eben nur dafür… Read more »
ermalwieder
Gast

In diesem Zusammenhang ist es auch lustig, sich einmal die Aktionärsstruktur von Bayer und Monsanto anzuschauen:

jowi
Mitglied

Blackrock Hauptaktionär von Bayer, da wundert mich gar nichts mehr.

„Deutsch“ ist nichts anderes als ein eingetragenes Warenzeichen, nur ein weiteres Ding mit einem Preisschild dran.

Blackrock ist auch größter Großaktionär der Deutschen Bank und der Chef von Blackrock hat damals seinen Freund Anshu Jain bei der DB in den Chefsessel gelobt.

Robbespiere
Mitglied

@Jowi

Blackrock Hauptaktionär von Bayer, da wundert mich gar nichts mehr.

Nicht nur das, schau mal hier.:-)

Yilmaz
Gast

Deutsche Bank, Bank of Scotland, Banco do Brasil, Danmarks Nationalbank, alle müssen weg, diese Räuber, Diebe, es müsste unser Geld endlich wieder mit dem Sinn der Tauschbarkeit vereint werden, nicht mit ZinsesZinsen!

Querleser
Gast

Letztens Doku im Ö/R: ein frz. Cidre-Produzent dreht den Speer um und verkauft nur an Kunden, welche auch am Tresem sitzen und hat keinerlei „Expansionsvisionen“.
Kommentar vor A. Bourdaine: „…äußerst unamerikanisches Verhalten“.

Klemperer
Gast
Ich kannte den Artikel von 2011 von Simon Johnson bis heute nicht – daher vielen Dank, daß Sie ihn nochmal verlinkt haben :). Würde mich wundern, wenn ihn selbst unter ökonomisch Feingebildeten 10% kennen würden? Dazu ein hoch informativer Artikel, im Grunde fehlt – neben manchem anderen ^^ – in der Mehrheits-Presse von taz bis FAZ, Spiegel bis Zeit grundsätzlich eine solche Kolumne. Zur Ökonomie „wem gehört eigentlich die Deutsche Bank, was tut sie weltweit“, genau wie „Was tun Banken weltweit, seit wann gibt es hedgefonds, wie vermeidet man 1929/2008 eventuell“ usw, usw. Für mein Thema Klimawandel/Anteil des Flugverkehrs „Was… Read more »
R_Winter
Mitglied
So kann man es auch sehen und es ist berechtigt: Wirtschaftskrieg: Wie die USA ihr Recht weltweit durchsetzen Waffe Milliardenstrafen – In Frankreich fordern rechte und linke Parlamentarier ein „juristisches Aufrüsten“ gegen „Erpressung und Missbrauch“ Auch den Fall der Deutschen Bank (DB) hatten die beiden französischen Parlamentarier Pierre Lellouche und Karine Berger bei der Ausarbeitung ihres Berichts für die französische Nationalversammlung im Blick. Schließlich schossen angesichts der in den USA angekündigte Rekordgeldstrafe von 14 Milliarden US-Dollar sogar Rettungsgerüchte ins Kraut. Massive Geldstrafen Berger und Lellouche – der sicher kein Antiamerikanist ist und der nach Ansicht der Zeitung Liberation „am stärksten… Read more »
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