Ein Experiment, mit dem Sie sich selbst davon überzeugen können, wie infam Teile der Medien mittlerweile agieren

Sollten Sie die gestrige Generaldebatte über den Bundestagshaushalt 2017 noch nicht gesehen haben, dann lade ich Sie hiermit herzlich zu einem kleinen Experiment ein. Schauen Sie sich doch bitte vollkommen unvoreingenommen die Rede der Oppositionsführerin Sahra Wagenknecht an. Lassen Sie das Gesehene und Gehörte sacken und lesen sich bitte dann die Kommentare der Herren Rübel, Volmer und Denkler durch. Und nun frage ich Sie: Schreiben diese drei Vollblutjournalisten wirklich über die selbe Rede? Über die selbe Sahra Wagenknecht?

Mein erster Eindruck von dieser Rede war: Wunderbar! Da hat Sahra Wagenknecht einen Parforceritt durch die politischen Themenfelder der jüngeren Vergangenheit und die ganz aktuelle Debatte zu den Wahlerfolgen der Rechten mit Bravour gemeistert. Die dümmlichen Zwischenrufe der SPD zeigten zudem, dass diese Partei immer noch äonenweit davon entfernt ist, in einem möglichen Linksbündnis ein Koalitionspartner zu werden. Aber alles Andere wäre ja auch sehr überraschend.

Überraschend wäre es natürlich auch gewesen, wenn die Mitglieder von Angela Merkels inoffiziellen journalistischen Jubelperser-Korps Wagenknechts Rede zumindest halbwegs unvoreingenommen reflektiert hätten. Das Gegenteil war der Fall und das ging schon in der Live-Berichterstattung der ARD los, wie der Kollege André Tautenhahn es in unseren Hinweisen des Tages bereits aufmerksam bemerkt hat. Eine erste „Interpretationshilfe“ lieferte dann wenige Minuten später SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, der Wagenknecht allen Ernstes und unter großen Gelächter der linken Abgeordneten vorhielt: „Früher hieß es: Proletarier aller Länder vereinigt euch. Heute heißt es: Populisten aller Länder vereinigt euch. Ihre Antwort auf den Populismus von Rechts ist mehr Populismus von Links. Sie wollen Frauke Petry im Deutschen Bundestag überflüssig machen“. Neu sind derlei Ausfälle des würdigen Noske-Nachfolgers freilich nicht. Schon mehrfach versuchte der Merkel-Fan mit dem falschen Parteibuch Wagenknecht bar jeder sachlichen Grundlage in die rechte Ecke zu stellen. Nun gut, an derlei Kasperletheater hat man sich in „postfaktischen Zeiten“ wohl leider bereits gewöhnt.

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