Altersarmut: Da ist niemand mehr, der sie stoppen will

10479593584_c02bd41d01_mBestandsaufnahme

Neu ist das, was der Sozialverband Deutschland (SoVD) kürzlich verkündet hat, nicht. Wenn der Mindestlohn nicht angehoben werde und weiterhin der Arbeitsmarkt haufenweise prekäre Arbeitsverhältnis hervorbringe, drohe eine massive Altersarmut. Auch das Rentenniveau sei mit derzeit 47,7 Prozent zu niedrig, der Verband fordert mindestens 50 Prozent. Die Opposition findet das auch, die Regierung warnt natürlich gleich wieder. Vor finanziellen Belastungen und – der Dauerkracher der Totschlagargumentierer – vor den nachfolgenden Generationen, die all das ausbaden müssen.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: statt zu erkennen, dass wir sehenden Auges einer massenhaften Altersarmut entgegengehen, wird über die fehlenden Finanzierungsmöglichkeiten argumentiert. Mal ganz abgesehen davon, dass Steuerflucht und Rüstungsausgaben zu weniger Geld für die Menschen führen, das auch den heutigen und künftigen Rentnern fehlt, ist die Frage doch eine ganz andere: Prioritäten!

Hätten wir es mit verantwortungsvollen Politikern zu tun, müssten die das Problem Altersarmut ganz oben auf ihrer To-do-List stehen haben. Stattdessen wird gewehklagt, dass die Kassen nicht genügend hergeben, und dass ja auch noch etwas für die jungen Leute von heute übrigbleiben müsse. Nun werden die Kassen aber nicht voller, wenn ältere und jüngere Menschen schon jetzt an oder unter der Armutsgrenze liegen. Und selbst die, denen es etwas bessergeht, werden im Alter kaum ohne zusätzliche staatliche Leistungen auskommen.

Da wirtschaftet also eine Regierung (natürlich nicht die erste, es begann ja schon mit oder sogar vor Schröder) unser Sozialsystem kaputt, hüpft gleichzeitig vor Freude um eine abstrakte schwarze Null herum und will als gegensteuernde Maßnahmen das Renteneintrittsalter erhöhen. Dass wir großen Schrittes auf die Altersarmut zusteuern, weiß jeder, der sich mit dem Thema direkt oder indirekt befasst. Die etwas fortschrittlicher Aufgestellten – oder sagen wir: die, die sich schon voll im Wahlkampfmodus befinden – geben sogar zu, dass Armut im Alter nicht von der Hand zu weisen ist. Aber niemand ist bereit, aktiv und konkret Maßnahmen zu entwickeln, die diese Entwicklung stoppen könnten.

Der Arbeitsmarkt bleibt weiterhin für immer mehr Menschen ein Desaster, das ein gutes Leben weder jetzt noch später erlaubt. Gleichzeitig werden ausgezeichnete Wirtschaftsleistung und sinkende Arbeitslosigkeit kommuniziert. Die Altersarmut scheint da nur zu stören, hier und da wird sie mal angeschnitten. Aber was soll‘s, bis es so weit ist, sind die heute Verantwortlichen im komfortablen Ruhestand, nach ihrem Ableben werden vielleicht Straßen nach ihnen benannt. Super, oder?

Die Zeiten sicherer Sozialsysteme und angemessener Renten sind vorbei, und zwar ein für alle Mal, da dürfen wir uns nichts vormachen. Der Grund dafür ist denkbar einfach. Früher einmal, als es noch die Sowjetunion und die DDR gab, war der Kapitalismus darauf bedacht, zum Sozialismus eine attraktive Alternative darzustellen. Es gab nämlich mal Zeiten, da hatte der durchaus Chancen in den Köpfen der Menschen. Später, als sich zeigte, dass der Kapitalismus viel „netter“ ist und Wohlstand und so etwas ähnliches wie blühende Landschaften hervorbringt, hatte das Gegenmodell bereits versagt. Und als der Sozialismus global endgültig erledigt worden war, gab es keinen Grund mehr, sich der Konkurrenz zu stellen.

Was uns fehlt, ist der Sozialismus. Nicht mal hier, soweit muss man gar nicht gehen. Der Sozialismus in einem anderen Land, oder in mehreren, war der Antrieb, es hier besser zu machen, dem Kapitalismus ein freundliches Gesicht auszusetzen, das er zähneknirschend trug, so lange es nötig war.

Es ist nicht mehr nötig. Deshalb erleben wir einen Arbeitsmarkt mit sich ausbreitenden Niedriglöhnen, der seinesgleichen sucht. Deswegen kommt die Altersarmut wie eine tosende, scheinbar nicht zu stoppende Welle auf uns zu. Darum sind die Freihandelsabkommen so wichtig – um dem Kapitalismus noch mehr Freiheiten zu lassen.
Verabschiedet Euch von sozialen Wohltaten. Auf den politischen und wirtschaftlichen Führungsetagen befindet sich niemand mehr, der ihre Notwendigkeit erkennt.

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Bild: Konrad Winkler

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46 Kommentare auf "Altersarmut: Da ist niemand mehr, der sie stoppen will"

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Jörg Gastmann
Gast

Eine Lösung des Problems: Geschäfte und gut bezahlte Arbeitsplätze miteinander verknüpfen, siehe

Kakapo3
Gast

Was uns fehlt, ist der Sozialismus.

Stimmt, aber vom Himmel wird er nicht fallen.

R_Winter
Mitglied
Es war immer so, dass der berufstätige Teil der Gesellschaft die Jungen und die Älteren/Kranken versorgen mussten aber es geht nicht, wenn nur Wenige mit teilweise niedrigen Einkommen für diese Gruppe sorgen müssen. Alle Berufstätigen und Sonstige müssen mit einem Teil ihres Einkommens dieser Verpflichtung nachkommen. Es ist ein Skandal, dass Beamte mit heutigen, überdurchschnittlichen Einkommen nichts für die Altersvorsorge einzahlen, aber im Durchschnitt 2900€ p.m. Pension erhalten, aber Rentner, die 40 Jahre eingezahlt haben ca. 1050€ p.m. (von anderen Ungerechtigkeiten zu schweigen). Wir haben nicht den Kampf -„Alt gegen Jung“ sondern den Kampf -„Rentner gegen Pensionäre“ (der Spiegel hat… Read more »
ChrisA
Mitglied
@R_Winter Versteh ich nicht. Beamte werden doch bereits von umgetopftem Geld bezahlt, nämlich den Steuern und Abgaben der Nichtbeamten. Was bringt hier eine zusätzliche Kasse? Wenn ich von dieser eh umgetopften Summe noch einen dritten Topf abspalte, aus dem dann wieder andere Empfänger von Leistungen profitieren, übe ich Gerechtigkeit ( darum geht’s dir ja wohl ), indem ich den einen was wegnehme um es den anderen zu geben. Macht bei reinen Transferempfängern wie Beamten nicht wirklich Sinn – dann kann man gleich an die ursprüngliche Zahlung gehen, wenn es denn zu viel sein sollte. Wenn man nicht die Höhe der… Read more »
R_Winter
Mitglied

@ChrisA

Es geht nicht um „Selbstzerfleischung“, sondern ein wenig um Gerechtigkeit:
Alle sollten aus ihrem Einkommen in die Altersversorgung einzahlen (wie in der Schweiz). Das bekannte Todschlagsargument „ach, die Beamten – das ist doch nicht das Problem…“ sollte angegangen werden, aber keine Partei will es, da sie direkt und indirekt profitieren oder selber einen Beamten ähnlichen Status hatten.

Noch einmal:

Rente Frauen ca. 700€ p.m,
Rente Männer ca. 1050€ p.m.
Pensionen ca. 2900€ p.m. und sie steigen jährlich in der Höhe der Steigerungen der Beamtengehälter.

Gerechtigkeit fängt auch hier an.

Rudi
Gast
@R_Winter Es ist immer ein Problem, mit Zahlen zu hantieren, denn belegen kann man alles, wenn man will. Du scheinst hier mit deinen Einlassungen als Exempel: 2.900 Euro pro Monat. Man könnte z.B. die Laufbahn des Beamten heranziehen. Im einfachen und mittleren Dienst kommt ein Beamter nach 40 Jahren Vollerwerbszeit auf 1.750 Euro. Zusätzliche Einkommen, wie Betriebsrenten, gibt es bei Beamten nicht. Wenn man Renten und Pensionen vergleicht, sollte natürlich der Ausbildungsstand nicht aus dem Blickwinkel genommen werden. Zwei Drittel aller Beamten haben mindestens einen Fachhochschulabschluss. Das findest du bei Rentnern natürlich nicht. Folglich käme man der Sache näher, würde… Read more »
Robbespiere
Mitglied

@Rudi

Die Pensionen wären kein Problem, wenn die Politik rechtzeitig Pensionsfonds aufgelegt hätte. Das hat man aber versäumt und erst in den letzten Jahren damit angefangen.

Pensionsfonds sind das Ei des Kolumbus und garantiert besser als die Deutsche Rentenversicherung mit ihrem langweiligen Umlageverfahren.:-)

http://www.pnp.de/nachrichten/bayern/2123625_Gruene-fuerchten-Milliardenluecke-im-Pensionsfonds-fuer-Beamte.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/geldanlage/2012-11/pensionsfonds-private-altersvorsorge-finanzkrise

Robbespiere
Mitglied
@R_Winter „Rentner gegen Pensionäre“ Das klingt für mich auch nicht besser als Alt gg. Jung. Ich denke nicht, dass die Beamten für ihre Lage verantwortlich sind, sondern dass sich die Politik ihre Loyalität erkaufen wollte durch eine Sonderstellung ggü. dem restlichen Volk. Das eigentliche Problem ist doch, dass nicht alle Einkunftsarten ohne Beitragsbemessungsgrenze zur Deckung eines einzigen Rentensystem herangezogen werden, das nach dem Umlageverfahren aufgebaut ist. Die Auszahlungen noch nach Unten und Oben gedeckelt und schon wäre die Rente für Alle sicher und auskömmlich bei erträglichen Beiträgen für alle Einzahler. Es ist doch bei gutem Willen kein Unding, sämtliche erworbenen… Read more »
hart backbord
Gast

Beamte sind der moderne Adelsstand.
Linke Politik müsste sein, die Ärmelschoner-Elite mitsamt ihrer Privilegien zu entmachten.

Robbespiere
Mitglied
@hart backbord Linke Politik müsste sein, die Ärmelschoner-Elite mitsamt ihrer Privilegien zu entmachten. Naja, auch unter einer linken Regierung muss es Leute geben, die dern Laden am Laufen halten, wenns drunter und drüber geht. Für ihre Privilegien haben die Beamten daher ja auch eine Dienstpflicht sowie das Streikverbot. Wenns brennt, müssen die ran. Man darf auch nicht vergessen, dass in der freien Witschaft lange Zeit deutlich besser verdient wurde als im öffentlichen Dienst, weswegen an einer Beamtenlaufbahn eher weniger Interesse bestand. Dass sich unter den hochdotierten Beamten z.B. in Ministerien etliche inkompetente Pfeifen befinden oder in der Privatwirtschaft nicht vermittelbare… Read more »
Bruder Johannes
Gast

@ Joerg Wellbrock

Gebt allen Rentnern so viel, wie Beamte bekommen!

Bingo! Nicht abhängig Beschäftigte aufeinander hetzen sondern Solidarität wäre gefragt. Leider sind weder die Gewerkschaften noch der Beamtenbund und andere Organisationen bereit, sich für die Rentnerinnen und Rentner in’s Zeug zu legen.

Ich vermute aber mal, da wären sofort eilfertige Richter unterwegs, um einen Arbeitskampf im öffentlichen Dienst für ein generell höheres Rentenniveau zu untersagen.

Bruder Johannes
Gast
-„Alt gegen Jung“ sondern den Kampf -„Rentner gegen Pensionäre“ Ja, ja, immer schön am Thema vorbei! Die Einnahmen der Renten“versicherung“ finanzieren die Renten von heute. Die Einnahmen der Renten“versicherung“ kommen überwiegend von den Kindern der heutigen Rentner. Erste Schlussfolgerung: Je weniger Kinder desto geringer die Einnahmen der Renten“versicherung“. Die Einnahmen der Renten“versicherung“ kommen ausschließlich aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Diese wird aber im großen Stile abgebaut. Die Unternehmer behaupten, dass „Markt“ und insbesondere „die Globalisierung dies erfordere. Die Altersversorgung gehört aber nicht auf „den Markt“ und eine Rentner ist kein globales Lebewesen. Zweite Schlussfolgerung: Je weniger sozialversicherungspflichtige Beschäftigung desto geringer die Einnahmen… Read more »
aquadraht
Mitglied

Demnach müssten ja in fast allen Ländern um uns herum nur Idioten leben.

Naja, bei uns leben welche, wie der Vorposter. Einen systematischen Gedanken fassen und zum Ende verfolgen, unmöglich.

a^2

Bruder Johannes
Gast

Du kannst wohl auch nicht mehr. Sonst würd’ste ja…

Was war jetzt genau der Inhalt Deines Postings? Blah. blub…?

Dennis82
Mitglied
Die Beamten sind unser Untergang! Ja, vergesst die Flüchtlinge, die Banker, die Politiker – nein, der durchschnittliche A9-Beamte ist unser Feind! Such dir lieber mal ein anderes Feindbild! Beamtenbashing lieben die Neoliberalen! „Die Beamten“ sind alles andere als (wahrhaft) „wohlhabend“. Das sind wie Hinz und Kunz einfach nur: abhängig Beschäftigte; Lohnarbeitsabhängige, mit äußerst striktem Gehorsams- / Arbeitsrecht. Für die Tatsache, dass jene als Amtspersonen eine „heikle“ und „unbestechliche“ Aufgabe verrichten, hat man das Beamtentum „erfunden“. Damit zumindest der Korruption nicht völlig Tür und Tor geöffnet sind, alimentiert man sie bis zum Tod. Und gemessen an der Qualifikation sind sie oft… Read more »
schwitzig
Gast

@Dennis82

Du gehst dabei ja schon der absurden Romantik des „Einzahlens“ in irgendwelche vermeintlichen „Kassen“ auf den Leim. Das ist selbst bei vielen kritischen Linken tief verwurzelt, nicht mal theoretisch wegzudenken.

Wohl wahr. Wie absurd das ist, sieht man schon daran, dass Geld für ein Sozialwesen erst „eingezahlt“ werden muss, während hingegen Banken gerade mal 2% in realem Geldwert vorhalten müssen :-).
Kafkaesk.
Wenn mir einer die Frage stellt, wo denn das Geld für Renten, Sozialwesen etc. herkommen soll, bin ich versucht zu antworten: „Aus dem Nichts. So wie bei unseren Banken.“

JS
Gast

Man will nicht, dass nachfolgende Generationen alles ausbaden. Wirklich? Dann verstehe ich die schwarze Null nicht. Denn jetzt sparen wir und spätere Generationen müssen dann diesen Sparzwang ausbaden. Wie unehrlich können Politiker eigentlich argumentieren?

Robbespiere
Mitglied
@JS Wie unehrlich können Politiker eigentlich argumentieren? Na soviel, wie es der denkfaule Michel zuläßt. Nachfolgende Generationen bekommen ja nicht nur die Schulden, sondern auch das, wofür dieses Geld ausgegeben wurde, wie z.B. Infrastruktur oder ein gutes Bildungssystem. Beides braucht man ganz dringend, wenn man über keine Rohstoffe verfügt wie Deutschland. Müssten sie das Alles aus dem Stand selbst erschaffen, käme es viel teurer. Die schwarze Null dient nur dazu, Staatsvermögen soweit verrotten zu lassen, dass man es später billigst an die eigene Klientel verramschen kann, weil es angeblich nur noch einen symbolischen Wert hat. Der Ausverkauf des DDR- Staatsvermögens… Read more »
The Joker
Gast

OT – technischer Hinweis:
Oben rechts bei den „letzten Artikeln“ stehen immer noch die „Edelfedern“ ganz oben. Da scheint die Automatik zu klemmen.

smukster
Gast

Wäre es nicht eigentlich Zeit für eine größere Kampagne gegen die Privatrente?
„Die Rente ist sicher. Aber nur die gesetzliche.“ oder so…

Gearbeitet und Geld umgesetzt wird immer (so lange noch Geld benutzt wird) – aber die absurde Vorstellung, dass ‚die Finanzmärkte‘ für die Altersvorsorge sorgen könnten, gehört in den Mülleimer der Geschichte, besser heute als morgen.

Serienfan
Gast

Es ist ziemlich hoffnungslos, die Gehirnwäsche der letzten Jahre war flächendeckend. Letztens kam am Mittagstisch mit Arbeitskollegen das Thema „Rente ab 69 Jahren“ auf, die ja angeblich auch unerlässlich sei. Als ich fragte, wieso es eigentlich in Österreich klappt, wo man nicht nur wesentliche höhere Renten hat, sondern diese Renten auch ab 65 Jahren auszahlen kann, gab es nur lange Gesichter, bis einer meiner Kollegen (ernsthaft, ohne es als Witz zu meinen) erwiderte: „Na, wahrscheinlich leben die nicht so lange wie die Deutschen.“ Woraufhin ein anderer hinzufügte: „Klar, muss ja so sein!“

hart backbord
Gast

Solchen Arbeitskollegen sage ich ganz ehrlich ins Gesicht, dass ich ihnen Hartz 4 wärmstens an den Hals wünsche. Mit solchen Leuten ist null Solidarität angesagt!

niki
Mitglied

*Double Facepalm*

Manchmal denke ich, der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung ist so bescheuert, dass diese es nicht anders verdient hätte. Ich höre jeden Tag ähnliche dämliche Argumente zu verschiedensten Themen von verschiedensten Hornochsen.

Dennis82
Mitglied

Dann steht der (durchaus anfangs frustrierenden, finalen) Erkenntnis ja nichts im Wege! 😉 Ich bin über das Stadium des „denkens“ hinaus, ich weiß inzwischen, dass die Mehrheit so bescheuert ist – und es auch nicht anders verdient hat!

Pispers meinte mal, die da oben würden uns für genauso blöd halten – wie wir in Wahrheit auch sind! 😉

Wer ab und an die Filterbubble verlässt, kann eigentlich zu gar keinen anderen Feststellung kommen. Die große Mehrheit in diesem Land ist schlicht und ergreifend: total verblödet!

Ein vergleichendes Auflehnen dagegen erlässt Sisyphos gar als glücklichen Mann erscheinen…

schwitzig
Gast

@Dennis82

Die große Mehrheit in diesem Land ist schlicht und ergreifend: total verblödet!

Der Beweis:

Uschi
Gast

In Österreich werden Senioren ab 60 in eine Schlucht geschubst. Wer vorsichtig ist, bekommt ab 65 deren Anteile.

Isso !

Dieses Rentensystem ist auf Deutschland mangels Schluchten nicht übertragbar.

Anton Chigurh
Mitglied

Dafür hätten wir aber Deichsiele mit komfortablem Ebbstrom, alle sechseinhalb Stunden. Das könnte zur rückstandsfreien Entsorgung helfen.
Vielleicht siedeln sich dann sogar Tigerhaie und Bullenhaie vor den Küsten an…?

aquadraht
Mitglied

Besser freien Alk ab 65, das senkt die Lebenserwartung rapide (nicht der Markt, die Leber richtet es). Achja, und allgemeine Raucherlaubnis in Altersheimen.

a^2

Skeptiker
Gast

also doch Krisenvorsorge?
Selbstversorgerwissen aneignen und Bargeld horten??
wie ich bereits vor Jahren in meiner Kolumne schrieb „wir werden uns noch warm anziehen müssen“

Robbespiere
Mitglied

@Skeptiker

wir werden uns noch warm anziehen müssen

Ob das Sinn macht, wenns hier heiß hergeht?:-)

wolli
Mitglied

Woher nehmen wenn das Einkommen zu klein zum sparen.
Die paar Radieschen vom Balkon und das Kleingeld aus dem Bierglas werden auch nicht wirklich weiter helfen.
WW

Bruder Johannes
Gast

Eigentlich ist „Sparen für die Rente“ sinnlos, es sei denn es gelingt Dir Millionen anzuhäufen. Niemand kann in die Zukunft sehen.

Aber: sowohl die Einkommen als auch die Renten müssen so bemessen sein, dass ein jeder davon würdig leben kann. Das müssen Staat und Gesellschaft sicherstellen. Tun sie es nicht, dann ist das ein Bekenntnis zu einem menschenverachtenden System, in dem von unten nach oben verteilt wird.

Sprotte
Gast
Der Sozialverband zählt alle möglichen Ursachen auf, die zur Zerstörung der gesetzl. Rentenversicherung geführt haben. Es ist schon ein Fortschritt, dass der SoVD nicht mehr totschweigt, dass der Bundeszuschuss seit 1957 jedes Jahr zu wenig an die GRV zurück erstattet hat und deshalb der GRV bis heute rund 700 Mrd. Euro fehlen. Beitragsvermögen der Beitragszahler. Ist aber alles vom BVerfG für rechtens befunden worden. Nur, da kann der SoVD noch so genau aufzählen, warum der GRV immer mehr die Mittel entzogen wurden und werden, ist eh zu spät. Die einzige Ursache, dass das möglich ist, ist, dass über die gesetzl.… Read more »
Jan Moltke
Gast

Verstehe ich das richtig?
Gäbe es noch die Sowjet-Union und die DDR, ginge es uns materiell besser in der BRD.
Das Rentenniveau wäre höher, Altersarmut gäbe es nicht.
Und wie ginge es den Werktätigen in der Sowjet-Union und in der DDR?

Robbespiere
Mitglied
@Jan Moltke Verstehe ich das richtig? Gäbe es noch die Sowjet-Union und die DDR, ginge es uns materiell besser in der BRD. Na Klar, solange die Gefahr bestand, dass die Bürger Deutschlands Gefallen am Sozialismus finden könnten, haben die Kapitalisten den Wolf im Schafspelz gespielt und einen auf sozial gemacht. Als der Ostblock zusammenbrach, und es keine Alternative mehr gab, zeigten sie ihr wahres Gesicht und bauten alle sozialen Errungenschaften peu a peu ab. Schließlich kostet diese Inszenierung Geld, dass man sich lieber selber in die Tasche steckt oder für den Kauf von Lakaien ausgibt. Den Anfang hat man mit… Read more »
Bruder Johannes
Gast

Gelingen kann das nur, wenn die Oberschicht sowie ihre Helfer in Politik, Medien, Wissenschaft und der Judikative entmachtet und durch loyale Personen kraft Bürgerwahl ersetzt werden.

…oder auch dieses System vor die Wand fährt. Auch die Gier hat natürliche Grenzen.

Leider gibt es im bierdünstigen-RTL II-Deutschland niemanden, der den Niedergang beschleunigen könnte.

name
Gast

Ja, und für dich rechten Kasper: den Menschen in DDR und der Sowjetunion ging es besser!

Skeptiker
Gast

liebe Wohlhabenden, Politiker, Superreiche… immer daran denken:

„Wenn eine Gesellschaft nicht den vielen helfen kann, die sozial bedürftig sind, dann kann sie vielleicht bald auch nicht mehr die wenigen schützen, die wohlhabend sind.“

Dr. Klaus Engel

Rudi
Gast

2013 behauptet die SPD:

„Finanzminister Schäuble nimmt die nächsten vier Jahre insgesamt fast fünf Milliarden Euro aus dem Rententopf, nennt dies „Beitrag zur Konsolidierung“ und schiebt es in den Bundeshaushalt.“

http://www.spdfraktion.de/themen/schaeuble-pluendert-rentenkasse

Sprotte
Gast
Im Übrigen muss man sich nicht wundern, wenn die GRV geschwächt ist, wenn ihr permanent Mittel entzogen werden durch direkten Zugriff bisher aller Finanzminister, damit ist die Selbstverwaltungsautonomie der GRV außer Kraft, und das seit 1957, nur ein Beispiel für alle anderen Jahre: Ein paar Zahlen zur Erinnerung: Noch im Jahr 2005 bezifferte die Bundestagsdrucksache 16/55 die Höhe der ungedeckten versicherungsfremden Leistungen in der Rentenversicherung für das Jahr 2003, je nach Definition, auf 6 bzw. 19 Mrd. Euro.[1] Und im Jahr 2010 meinte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund H. Rische mit Blick auf den Bundeszuschuss: „Werden solche Ausgaben –… Read more »
Sprotte
Gast
Da nur gesetzl. Rentenversicherte betroffen sind, konnte Adenauer seinerzeit diesen Deal mit Unterstützung der Beamten durchziehen: Im Jahr 1955 war der Kapitalstock der Gesetzlichen Rentenversicherung bereits auf 14,5 Milliarden DM angewachsen. Das entsprach damals dem halben Bundeshaushalt. Er wurde durch das Kriegsfolgenschlussgesetz (Bundestagsdrucksache 1659 vom 08.09.1955) zugunsten der Staatskasse enteignet. Auf Seite 67 heißt es: „Der Rentenversicherung der Arbeiter und der Rentenversicherung der Angestellten ist in Artikel 120 GG die Garantie gewährt worden, dass ihre Leistungsfähigkeit notfalls durch Einsatz von Haushaltsmitteln des Bundes sichergestellt wird. Damit besteht keine finanzielle Notwendigkeit, die verbrieften Forderungen dieser Träger der Sozialversicherung, die sich auf… Read more »
Klemperer
Gast
Zwei Artikel, nicht exakt zum Thema passend, aber aus der Ecke derer, die Altersarmut für Versagen der Einzelnen in einer Wirtschaftsform hält, die zu viel für die Armen tut, die Reichen benachteiligt und zu hohe Steuern zahlt, halten. Immer gut, um den Blutdruck zu steigern, Kerstin Schwenn von der FAZ: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/die-kritik-an-der-hartz-iv-erhoehung-hat-methode-14413070.html Hier eine Attacke mehr gegen die Linke, den paritätischen Wohlfahrtsverband usw. Es geht nicht um Altersversorgung, sondern um die Bösen, die die „Leistungsträger“ „behindern“ und sich über Hartz4 ärgern. Was die Dame über Altersarmut denkt, läßt sich leicht nachlesen oder aus solchen Artikeln schließen. Die Kommentare sind teilweise noch… Read more »
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