Je suis heuchlerisch … warum zählen für uns nur „unsere“ Toten?

Wenige Tage nach dem fürchterlichen Anschlag von Orlando, bei dem 49 Clubgänger aus der LGBT-Szene erschossen wurden, ist die Solidaritätswelle in den Medien und sozialen Netzwerken mal wieder auf ihrem Höhepunkt. Der Eiffelturm erstrahlt in den Regenbogenfarben der LGBT-Community, auf Facebook wird man von Profilfotos erschlagen, die von eben diesen Farben überdeckt werden. Vor wenigen Monaten wurde nach den Anschlägen von Paris das One World Trade Center in den französischen Nationalfarben illuminiert, die auch damals „unsere“ Facebook-Profile überdeckten, genau so wie der „Je suis Charlie“-Schriftzug im Jahr zuvor. Nein, was sind wir doch solidarisch! Komischerweise sind wir jedoch immer nur dann solidarisch, wenn die Opfer aus unserem Kulturkreis kommen. Opfer aus Afrika und Asien sind uns offenbar herzlich egal; vor allem dann, wenn ihre Mörder unsere gewählten Politiker sind. Wir sind nicht die Weltmeister der Solidarität, sondern die Weltmeister im Heucheln.

Am 7. Januar begann das Jahr mit einem Terroranschlag in der lybischen Kleinstadt Zliten. Islamisten zündeten eine Autobombe, die mindestens 60 Menschen tötete und mehr als 200 Menschen verstümmelte. Hat irgendwer von uns damals sein Facebook-Profilbild mit der lybischen Flagge überdeckt? Wenige Monate zuvor stürmten Terroristen im Norden Kenias eine Schule und töteten dabei mehr als 147 Schüler. Offenbar suchten die Täter dabei vor allem Christen aus. Zeigte damals irgendwer ein Kreuz zum Zeichen der Solidarität mit den Opfern? Am 25. Januar dieses Jahres zündeten Selbstmordattentäter eine Bombe auf einem belebten Markt in Bodo, Kamerun. 32 Menschen starben. Unseren Nachrichten war dies noch nicht einmal eine Meldung wert. Auch das Massaker am nigerianischen Dorf Dalori, bei dem mindestens 86 Menschen starben und der Selbstmordanschlag zweiter nigerianischer Terroristinnen in Dikwa (wenige Tage später, 60 Todesopfer), kamen in unseren Nachrichten gar nicht erst vor. Einen ARD-Brennpunkt gab es auch nicht, als am 27. März dieses Jahres 72 Menschen, darunter 29 Kinder, starben, weil sich ein Selbstmordattentäter im pakistanischen Lahore am Eingang zu einem beliebten Park in die Luft gesprengt hat.

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102 Kommentare auf "Je suis heuchlerisch … warum zählen für uns nur „unsere“ Toten?"

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R_Winter
Mitglied

Komischerweise sind wir jedoch immer nur dann solidarisch, wenn die Opfer aus unserem Kulturkreis kommen.

Nicht ganz…….wenn es um „unsere Werte“ und um Profit geht:

Am 16.6.2016 Meldung aus der SZ;

Anzahl der Toten durch Schusswaffen in den USA ist höher als Zahl von Kriegsopfern
1.516.834 Tote seit 1968 in USA durch Schusswaffen

http://www.jetzt.de/usa/statistik-anzahl-der-toten-durch-schusswaffen-in-den-usa-hoerer-als-zahl-von-kriegsopfern

Wir sind nicht die Weltmeister der Solidarität, sondern die Weltmeister im Heucheln………

……..und nicht nur bezogen auf Todesopfer

Carlo
Mitglied

@Winter…aber bitte doch, der Jens hat recht….

the men and the woman
Gast

Interessant wäre mal diese Fragen an die verschiedensten Qualitätsmedien von ARD bis ZDF zu stellen.
Solche Schlagzeilen bringen halt keine Quoten und Umsätze.
Und wenn man dann solche Schlagzeilen der Blödzeitung von gestren liest (Ist unsere EM in Gefahr) dann passt dies doch auch gar nicht in den aktuellen Mainstream.
Die Ablenkung von wesentlichen Problemen durch die Dauerberieslung mit Fussball und Wetter ist für die Breite Masse so doch viel effektiver. Nebenbei bringt man dann noch Gesetze durch die eigentlich keiner will. Eigentlich ist es zum verzweifeln wenn man dies immer wieder hinterfragen muss

Braman
Gast
Diese Frage habe ich gestellt. An FAZ, an SPON, an SZ, an WElt usw. Und was war das Resultat? Meine Zuschriften wurden weder veröffentlicht noch in irgendeiner Weise beantwortet. Ich hatte zumindest eine Veröffentlichung erwartet. Diese Zuschriften meinerseits waren im Zusammenhang mit der Menschenjagd nach dem ‚Boston’Attentat mit sage und schreibe ZWEI Toten (zu viel) und dem Liveticker bei SPON und anderen Medien.. Besonders groß kommt mir immer die Hysterie vor wenn etwas in den USA passiert, egal welche Beweislage gerade vorliegt. Allerdings lasse ich mich nicht davon entmutigen immer wieder auf die asymmetrische Hysterie hin zu weisen, und wenns… Read more »
Thomas S.
Gast

Libysch, nicht lybisch 🙂

Heldentasse
Mitglied

… warum zählen für uns nur „unsere“ Toten?

Die Antwort liegt für mich darin, dass wir in einer Medien gemachten Realität leben, die zum einen bestimmt was wir für wirklich und wichtig halten, und zum anderen diese Medien politischen aber auch einfach nur schnöden Profitbelangen unterliegen, und schlimme Morde in den USA oder gar Europa lassen sich eben viel besser vermarkten als die täglichen Massaker im Irak oder in anderen von uns befreiten Ländern.

Ich denke wenn man dazu noch die politische Seite dieser Gesetzmäßigkeiten durchleuchtet, tun sich noch viel größerer Abgründe von instrumentalisierten Gewalttaten und westlicher Moral sowie Werten auf.

Beste Grüße

Bonsta
Gast
Die Antwort liegt für mich darin, dass wir in einer Medien gemachten Realität leben… Das ist wohl zumindest teilweise richtig. Um es klar zu sagen, diese Art der selektiven Trauer ist nichts weiter, als Rassismus. Nur sind es ja unsere Medien, die diese Selektion betreiben. Es wird einfach nicht darüber berichtet (oder nur sehr selten), was die NATO-Bomben in Syrien oder Afghanistan oder sonst noch wo anrichten. Solcher Art Terroranschläge werden auch genutzt, um Stimmung für Kriege zu machen, die trotz allem weitgehend von der Bevölkerung abgelehnt werden. Der Zynismus, oder auch Heuchelei kommt ja nicht von ungefähr, sondern erfüllt… Read more »
Jan Moltke
Gast

Wir, egal wer wir sind, trauern immer nur über unsere Toten. Trauern etwa Chinesen, Russen, Ägypter über 49 ermordete Homosexuelle aus Florida?

GrooveX
Mitglied

woher weisst du, dass die ermordeten homosexuelle waren? gibt es im pulse eine sexual orientation policy, die jede/r einzuhalten und nachzuweisen hätte, so was wie nen altersnachweis?

oder sammeln sich in bagdad zum gemeinsamen selbstmordgeattentatet werden alle sunniten / schiiten / katholen / nestorianer / orthodoxen / männer / frauen / an speziell markierten plätzen?

man weiss so wenig. was die chinesen und russen tun, interessiert uns doch sonst auch nicht.

Heldentasse
Mitglied

man weiss so wenig. was die chinesen und russen tun, interessiert uns doch sonst auch nicht.

Doch! Aber nur wenn deren Gewalttätigkeiten unser Weltbild festigen, z.B. sind diese plöden und gewalttätigen russischen Hooligans bestens geeignet zu beweisen, dass der Russe an sich Pöse ist.

Beste Grüße

Mordred
Gast

Wir, egal wer wir sind, trauern immer nur über unsere Toten.

ich nicht. und jetzt?
davon mal abgesehen glaube ich nicht, dass die tötung von 100 kindern in afrika weniger betrauert werden würde, wenn denn über sie medial in gleicher größe berichtet würde.

niki
Mitglied

Vielleicht machst du das so… Wobei ich mich frage, warum die Amerikaner DEINE Toten sind?
Wenn ich irgendwie erfahre dass irgendwo auf der Welt Menschen durch Gewalttaten, Unglücke, Seuchen, Hungersnöte, etc. ums Leben gekommen sind bedauere ich dass sehr… Da ist mir die Herkunft etc. vollkommen egal.

Natürlich trauere ich um die Opfer in Florida… Genauso trauere ich um verhungerte Kinder sonstwo auf der Welt. Oder auch um die Opfer die mir nicht bekannt sind, weil die Medien es für unwichtig halten…

Heldentasse
Mitglied

In Wirklichkeit trauert man bei Menschen die man nicht persönlich kennt um das Abbild dieser Menschen was unsere Medien zeichnen. Dabei ist festzustellen, dass diese Menschen für uns nicht existent wären falls die Medien nicht darüber berichteten, oder anders noch, wie diese berichten bestimmt unserer Trauer oder andere Gefühle.

Z.B. wenn dieser Todesschütze ein tapferer Marine gewesen wäre, der im Alleingang 50 schwule Islamisten in Bagdad getötet hätte, wäre Trauer bestimmt nicht das erste Gefühl der meisten Menschen gewesen.

Beste Grüße

niki
Mitglied
Wenn berichtet würde, dass 50 (schwule!?!?) Islamisten getötet worden sind, kann ich davon ausgehen dass dieses natürlich Propaganda ist um einen völkerrechtswidrigen Massenmord außer jeglicher Gerichtsbarkeit handelt. Ganz zu schweigen von einer min. 10fachen Anzahl von unschuldigen Opfern. Klar sind Islamisten verrückte und geblendete Menschen die aber sicherlich ihren Grund haben so zu sein. Unter anderem auch Rachegedanken gegenüber der westlichen Welt und alles was diese darstellt. Viele von denen wurden erst durch den von der westlichen Welt verschuldeten Kriegen zu solchen gemacht, wo z.B. dessen Familien viele Opfer ertragen mussten… Und gerade die religiösen „Führer“ nutzen diese Situation schamlos… Read more »
Heldentasse
Mitglied
Wenn berichtet würde, dass 50 (schwule!?!?) Islamisten getötet worden sind, kann ich davon ausgehen dass dieses natürlich Propaganda ist Sorry, das „schwule“ war eine evtl. zu starke Überzeichnung meinerseits, lassen wir das mal besser weg! Trotzdem würden die meisten wohl Beifall klatschen wenn ein heroischer Soldat der Guten 50 Erzfeinde alleine töten würde. D.h. hieße aber auch, dass die MSM mit ihrer Deutungshoheit steuern können was „gute“ und „schlecht“ Tote sind, und wann wir wo zu trauern haben, z.B. ausdrücklich nicht bei den vielen tausenden Opfern der Drohnenangriffe des Imperiums. Auf diese schreckliche und unmenschliche Instrumentalisierung von Tod für Propaganda… Read more »
Truvor
Mitglied

@ Jan Moltke

Ich kann nicht für die Chinesen und Ägypter sprechen, aber als in den USA am 11.09.2001 fast 3000 Menschen ermordet wurden, haben sehr viele Russen der amerikanischen Nation ihr Beileid ausgesprochen.
Und als erster von ihnen war der „ultraböse Diktator und Tyrann“ Putin, der den Amerikanern nicht nur sein Beileid ausgesprochen hat, sondern auch seine bzw. Russlands Hilfe (mit Rat und Tat) angeboten (die angebotene Hilfe hat der amerikanische Präsident selbstverständlich mit Freude angenommen) hat.
Aber als die Terroristen in Beslan (2004) Hunderte von Kindern ermordet haben, war die Anteilnahme des Westens auf Sparflamme.
Und das war kein Einzelfall.

Carlo
Mitglied

@Truvor, ich weiß nicht was daran so schlimm sein soll, wenn ein paar deutsche Kreischer mal was auf die Gosche kriegen….
In keinem Land der Welt macht man daraus ein „weltgeschichtlich bewegendes“ Drama…;-)

The Joker
Gast

Ergänzend zu Truvor:
Nach 9/11 haben viele Serben ihre Anteilnahme mit den Opfern mit einer mahnenden Erinnerung an die Opfer des NATO-Krieges 1999 verknüpft, mit der schlichten Frage:
Do you now feel our pain?
Das war eine der ehrlichsten und beeindruckendsten – weil über den Tag hinausreichenden – Bekundung der Anteilnahme.

Truvor
Mitglied

@ The Joker

„“ Das war eine der ehrlichsten und beeindruckendsten – weil über den Tag hinausreichenden – Bekundung der Anteilnahme. „“

Stimmt !

Carlo
Mitglied

…Ja….

jowi
Mitglied

@Jan Moltke

Zu deinem „wir“ will ich nicht gehören.

Lemmy Caution
Gast

Kennen Russen überhaupt ein menschliches Gef… ok. derbe Späße beiseite.
Selbst wenn es so wäre, warum müssten wir dieses Verhalten dann nachahmen?

Ich find den Artikel sehr gut und ich schäme mich dafür, dass unsere ansonsten qualitätsmäßig überzeugenden Medien bei Terror woandes so wenig die Opferperspektive im Fokus hat.

Carlo
Mitglied

@Moltke, ich denke, das dürfte heilbar sein….

Anton Chigurh
Gast

Bei DEM habe ich den Glauben an Heilung längst verloren.

Pittie
Gast
Das ist nicht heuchlerisch, sondern menschlich. Was in meiner Familie passiert, liegt mir näher als das, was außerhalb meiner Familie passiert, was in meiner näheren Umgebung passiert, liegt mir näher als das, was woanders passiert, was in meinem Kulturkreis passiert, liegt mir näher als das, was außerhalb passiert. Ich kenne Bodo nicht und erst recht nicht Dalori, ich werde auch niemals dort sein. Ich war aber schon mal in Paris, in Brüssel und in den USA. Ich verbinde mit diesen Städten und Ländern etwas. Sie sind mir und meinem Leben näher, und es betrifft mich persönlich auch mehr, weil ich… Read more »
Sukram71
Gast

Genauso sehe ich das auch.

Dass einem unterschiedliche Menschen unterschiedlich nahe gehen ist völlig normal. Das muss auch so sein, sonst käme man aus dem Trauern ja auch gar nicht mehr heraus. Verdrängung ist außerdem lebenswichtig.

Das kann man im Einzelfall natürlich zurecht beklagen, aber Heuchelei ist völlig übertrieben und falsch.

The Joker
Gast

Hallo Pittie,
dass ein Verlust im familiären oder Freundeskreis einen völlig anderen Stellenwert hat, bestreitet niemand.
Aber Amok-Opfer in den USA stehen mir ebenso nah (oder fern) wie Kriegsopfer in Syrien.
Deine Haltung ähnelt der jener ca. 50 Prozent der Westdeutschen, die ihren Jahresurlaub ganz selbstverständlich im westlichen Ausland verleben, aber noch nie in Ostdeutschland waren.
Der Begriff „Kulturkreis“ ist recht schwammig und dehnbar:
Während z.B. auch im Nahen Osten Fußball Sportart Nr. 1 ist, schwärmen „unsere amerikanischen Freunde“ für so exotische Leibesübungen wie American Football oder Baseball (wogegen ich gar nichts habe).

Mordred
Gast

Ich verbinde mit diesen Städten und Ländern etwas. Sie sind mir und meinem Leben näher, und es betrifft mich persönlich auch mehr, weil ich eben schon einmal dort war.

stell dir einfach mal vor, über diese orte bzw. attentate dort würde kaum berichtet, dafür aber über jene im nahen osten.

Sukram71
Gast

Die Medien richten sich aber nach den Bürgern.

Wenn die Deutschen regelmäßig im Nahen Osten Urlaub machen und die Leute dort teils persönlich kennen würden, dann ginge uns das näher und die Medien würden dann auch mehr darüber berichten.

Mordred
Gast

Die Medien richten sich aber nach den Bürgern.

komm, gibs zu. solche dummen provokationen haust du absichtlich raus.

niki
Mitglied

Die Medien richten sich aber nach den Bürgern.

Das glaubst du doch selbst nicht…

The Joker
Gast

Er hat doch fast recht:
Man streiche das zweite r im letzten Wort. 😉

Sukram71
Gast

Ich bin überzeugt, gäbe es im Nahen Osten, in Syrien oder im Irak ein schweres Erdbeben, dann wäre die Hilfs- und Spendenbereitschaft unter den Deutschen wieder sehr groß.

Bloß da herrscht ja überall Krieg und gegen Selbstmord-Attentäter kann man auch nicht viel machen. Und bei der ganzen Gewalt und den Bomben geht das ja fast ein bisschen unter.

Wenn im Frieden zB in Orlando oder Paris ein absichtlicher Anschlag auf freiernde Leute, wie du und ich, passiert, dann ist das schockierender, als in einem Gebiet, wo sowieso jeden Tag gekämpft wird und Bomben fallen.

GrooveX
Mitglied

das muss man halt ganz zynisch sehen. schließlich schockiert der tod nur die, die ihn ertragen müssen. also cool bleiben, bis die drohne bei dir einfällt.

Anton Chigurh
Gast

@ sucko

freiernde Leute

….ich wußte, das es mal so weit bei dir kommt….

GrooveX
Mitglied

:-))

Robbespiere
Mitglied

@Anton

„freiernde Leute“

Na immerhin war er an dem Punkt ehrlich, er trauert nur um Singles.:-)

The Joker
Gast

Variation des letzten Sukram71-Satzes:
Wenn im Frieden zB in Paris ein absichtlicher Anschlag auf den Legationsrat des Deutschen Reiches passiert, dann ist das schockierender, als in einem KZ, wo sowieso jeden Tag die Nürnberger Rassegesetze durchgesetzt werden.

Heldentasse
Mitglied

Wenn im Frieden zB in Orlando oder Paris ein absichtlicher Anschlag auf freiernde Leute, wie du und ich, passiert, dann ist das schockierender, als in einem Gebiet, wo sowieso jeden Tag gekämpft wird und Bomben fallen.

Nicht zu vergessen, dass die Menschen in den Kriegsgebieten an Tod, Leid und Elend gewöhnt sind, genau so wie wir an Party und Dummschwätzen deinerseits.

Durch Gewöhnung an Tod, Leid und Elend erwarten die dort wahrscheinlich auch nichts anders. Wir erwarten hingegen eine große Party und dann kommt manchmal der Tod, das ist dann nach Deiner Auffassung der eigentliche Schock.

Beste Grüße

Sukram71
Gast

So ungefähr ist es…

jowi
Mitglied

Warum gab es dann nach dem Massaker in einer Kirche durch einen Rassisten in Charleston keine solche Solidarisierung?

Dieser. rassistische Anschlag wurde übrigens auch nicht als Terror bezeichnet.

http://www.counterpunch.org/2015/07/01/no-je-suis-charleston/

seyinphyin
Gast
Wir haben uns ebe nicht wirklich geändert. Eine schöne Fassade, mehr nicht, aber im Endeffekt sind „die anderen“ immer noch wertlos. So können diese sterben, ohne dass es uns zu scheren braucht (wenn wir es nicht gerade für eigene Zwecke instrumentalisieren wollen), vor allem aber können wir sie ohne Gewissensbisse töten und vor allen ausbeuten und berauben, was „wir“ ja ständig tun, wobei natürlich bei dem meisten „uns“ nicht viel davon ankommt, schließlich wäre die Gewinnspanne bzw Rendite dann wieder viel zu klein, wenn man das weitergeben würde. Aber natürlich sind am Ende dann doch die Untermenschen im eigenen Land… Read more »
ChrisA
Mitglied
Wenn jeder Mensch gleich viel wert ist, sind folglich alle Todesopfer immer gleichsam beklagenswert. Logisch ist das. Aber funktioniert der Mensch so? Solche gleichmäßige Anteilnahme kann man zwar intellektuell konstruieren, aber niemals fühlen. Unsere Psyche wäre auch gar nicht in der Lage, Anteilnahme an jedem Opfer, dessen wir gewahr werden, unbeschadet zu überstehen. Der Mensch selektiert, an welchen Schicksalen er Anteil nimmt. Das ist eine natürliche Schutzfunktion – ist das Heuchelei? Die meisten Menschen sind emotional nur dann ergriffen, wenn Opfer ihnen persönlich bekannt waren, oder sie sich mit ihnen bekannt gefühlt haben ( Prominente ). Manche Menschen noch dann,… Read more »
Mordred
Gast

100% agreed.

Heldentasse
Mitglied

Ein ehrliches Fazit ist, dass die Gleichwertigkeit aller Menschen ein Konstrukt des Verstandes ist, das von den Gefühlen der Menschen nicht abgebildet werden kann.

Für mich wird andersherum ein Schuh daraus, Mitgefühl und Empathie auch für Fremde sind die eigentlichen menschlichen Werte, die wenig bis nichts mit dem Verstand zu tun haben. Hingegen ist das Postulieren von „Ungleichwertigkeit von Menschen“ eine rational gewollte Differenzierung von Menschen, die grundsätzlich leider auch alles zulässt was mit rein angeborener Menschlichkeit rein gar nichts zu tun hat. Z.B. töten Soldaten ja bekanntlich nicht ihre Kameraden, sondern Fremde deren Unwertigkeit vorher rational indoktriniert wurde.

Beste Grüße

ChrisA
Gast
@Heldentasse Du schreibst über was anderes als ich. Mitgefühl und Empathie für lebende Menschen empfinden wir in Kenntnis dieser Menschen. Anteilnahme am Tod uns Zeit ihres Lebens unbekannter Menschen ist aber etwas völlig anderes. Darauf hebt mein Kommentar ab. Der Versuch, Gleichwertigkeit rückwirkend über Vermittlung der Kenntnis des Todes solcher Menschen gleichmäßig zu erzeugen, muss scheitern. Denn manche Tote gehen den Menschen aus individuellen Gründen ganz natürlich näher als andere. Außerdem wendest du m. E. einen unzulässigen Umkehrschluss an: Hingegen ist das Postulieren von “Ungleichwertigkeit von Menschen” eine rational gewollte Differenzierung von Menschen, […] Ja. Aber deshalb schließt es das… Read more »
Uli
Gast
Diese Debatte gibt es ja sehr regelmäßig, mich würde mal interessieren wie eine Alternative aussehen soll. Also ganz konkret: Soll die ARD künftig immer einen „Brennpunkt“ zeigen wenn irgendwo auf der Welt ein Anschlag verübt wird? Oder gar nicht mehr, weil es einfach zu oft passiert, wir dann nur noch mehr abstumpfen, außerdem selbst Mitschuld haben usw. usf? Ja ich gestehe ich fühle mich mit den USA mehr verbunden als mit dem Irak. Warum? Weil ich dort schon mal war und dort Freunde und Bekannte leben. Ist das moralisch korrekt? Wahrscheinlich nicht, aber es ist nunmal menschlich und wenn man… Read more »
hart backbord
Gast

Mit dem Agressionsland USA verbindet mich nichts. Ehe ich dahinreise, verbrenne ich lieber meinen Pass.

Heldentasse
Mitglied

Vielleicht wäre es eine gute Alternative, wenn die Medien nach guter alter britischer Art auch über so schlimme Taten „nur“ sachlich berichten würden. Möglichst objektiv, möglichst nur die Fakten, ohne versteckte Kommentare, Wiederholungen, oder gar offensichtliche Betroffenheitsrituale.

Der kompetente Zuschauer/ Leser könnte sich dann, nach Schauen/ Lektüre anderer Medien, ein eigenes Bild machen.

Das hätte einen weiteren charmanten Vorteil, dass die Nachricht an sich kürzer bei gleicher Information wäre, man bekäme also mehr Nachrichten pro Zeiteinheit an die Menschen. Evtl. könnte man dann auch mal über Massaker in anderen Teile der Welt berichten.

Beste Grüße

ChrisA
Mitglied

*Unterschreib*

Uli
Gast
Ja, das wäre vielleicht eine Alternative, wobei ich immer noch ein Platzproblem sehe. Die Tagesschau geht nunmal nur 15 Minuten und da bringt man nicht alles gleichberechtigt unter (Brückeneinsturz mit einem Toten in Franken, Brückeneinsturz mit einem Toten in Fujian?). Zumal ja dann gleich die nächste Frage ansteht, ist ein Anschlag „wichtiger“ als sagen wir mal Naturkatastrophen, Autounfälle oder den berühmten Ärztepfusch den Volker Pispers gerne als Nachrichtenticker sehen würde? Soll die Tagesschau künftig 60 Minuten dauern? Für mich kommt man aus dem Dillema nicht wirklich raus, man muss irgendwo gewichten und das macht man halt über seinen Kulturkreis. Umgekehrt… Read more »
Mordred
Gast

Zumal ja dann gleich die nächste Frage ansteht, ist ein Anschlag “wichtiger” als sagen wir mal Naturkatastrophen, Autounfälle oder den berühmten Ärztepfusch den Volker Pispers gerne als Nachrichtenticker sehen würde?

darüber eine gesellschaftliche debatte zu führen halte ich für sinnvoll. mir erscheint die gewichtung von wegen was wann wie ausführlich in den nachrichten läuft seitdem ich mir aktiv gedanken über politik und co. mache, sehr schräg. diese msm-phänomene gibt es ja nicht erst, seitdem es den „fachausdruck“ msm dafür gibt 😉

Heldentasse
Mitglied

IMO sollte man viel eher eine breit aufgestellte Diskussion führen, wie man Menschen so bildet das sie eine möglichst hohe Medienkompetenz entwickeln, damit sie selbst entscheiden können, wie sie das wichten und einordnen was sie in den Medien lesen, hören und sehen.

Das wäre unbedingt ein gutes Gegenkonzept, zu dem was grob gesagt heute so abläuft, nämlich „doof halten“ und „manipulativ die Welt erklären“.

Beste Grüße

Mordred
Gast

das kann gerne mit meinem ansatz hand in hand gehen.

alexios
Gast
Das halte ich dann doch für einen frommen Wunschtraum. Die Medien berichten von oben bezahlt nur darüber, was politischen Einfluß nehmen soll, sie vermitteln Bewußtsein und setzen auf unterschwellige Ängste und Ressentiments. Umso mehr Katastrophenmeldungen wir vernehmen, desto mehr scheinen wir in einer Welt des Terrors zu leben, weil das menschliche Gehirn fokussiert auf Einzelereignisse verallgemeinert und emotional bewertet und filtert. Müssen wir alles wissen? Reichen nicht ein Katastrophen-Ticker und echte Hilfe im Internetzeitalter aus? Wollen wir unsere Aufmerksamkeit durch die tägliche Hofberichterstattung belegen lassen, um uns irgendwie als Teil dieser grauenvollen Scheinwelt zu fühlen? Zweck der Medienpropaganda und ihrer… Read more »
Jan
Gast
Der Artikel gefällt mir nicht. Ich muss zugeben, dass ich früher auch einer derjenigen war, der anderen vorschreiben wollte um wen sie zu trauern haben. So eine Forderung ist aber weder zielführend (und was soll das Ziel eigentlich sein? Trauert gefälligst um jeden Toten auf der Welt?!) noch irgendwie empathisch, weil man sich mit sowas auch fürchterlich blamieren kann, insbesondere wenn jemand dort tatsächlich Bekannte oder Freunde hatte. Die meisten Menschen in Mitteleuropa/Nordamerika haben nunmal aber mehr Kontakte zu Mitteleuropäern oder Nordamerikanern deswegen „trauern“ sie auch mehr um diese. Viel schlimmer ist leider – und das spart der Artikel unverständlicherweise… Read more »
Alter Sack
Gast

@Jan
naja nun, bei Spiegelfechter und Nachdenkseiten geht es schwerpunktmässig um ‚versagende Massenmedien‘ (gäähhn)
Das muss man voraussetzen und rausrechnen.
Ich frag‘ mich da nur: wer (in der Zielgruppe der oben genannten Minoritätenmedien) verköstigt die (Massenmedien) denn überhaupt noch???

trackback

[…] Quelle: Je suis heuchlerisch … warum zählen für uns nur „unsere“ Toten? » Spiegelfechter […]

joe
Mitglied

die 50 armen Seelen von Orlando sind der gute opferdurschnitt eines erfolgreichen US geführten Hochzeitgesellschaftsdrohneneinsatzes in Afghanistan; kein weißer verliert auch nur 5 min in Gedanken an die Opfer; waren halt Afghanis…weit weg, Pech gehabt

GrooveX
Mitglied

50 afghani sind ~ 65 cent. das ist nicht so viel.

GrooveX
Mitglied

löschen bitte – falscher ort.

Lennard
Gast

Bielefeld?

The Joker
Gast

Bermudadreieck?

Heldentasse
Mitglied

Hier ist Planet Erde, wo wohnst Du?

The Joker
Gast

Gaulands Nachbarschaft?
Russischer Leichtathletikverband?
Kroatischer Fanblock?

GrooveX
Mitglied

🙂

Alter Sack
Gast
Hallo Jens, Deine beiden letzten Artikel auf den Nachdenkseiten lassen mich fast Deine beleidigenden Äusserungen gegen mich vergessen. Vielleicht überwinde ich sie noch. Zur Solidarität frage ich mich, ob es weniger heuchlerisch wäre, wenn jeder von ‚uns‘ bei jedem Toten durch extremistische Gewalt, egal ob von so genannten Terrorgruppen, angeblichen Einzeltätern oder von Staaten ausgehend, sich gleichermassen betroffen äusserte. Auch lege ich keinen Wert darauf, über jede Gewalttat ausführlich unterrichtet zu werden, eine ausgewogenere Gewichtung in der Berichterstattung hingegen würde ich wertschätzen. Ich habe, dem Himmel sei dank, kein Facebook-Profil, Du vermutlich schon – hast Du all die Gewaltopfer dieser… Read more »
Truvor
Mitglied
@ Jens Berger Naja Jens (Du beschreibst, in Deinem Artikel, die menschliche Natur), der Mensch ist an sich ist ein Arschloch und Heuchelei ist nicht die einzige „Tugend“ mit der sich „der König aller Tiere“ schmückt. Ich denke aber nicht, daß es hier, um unseren oder nicht unseren Kulturkreis geht, sondern mehr um Reiche und Arme bzw. um die „Erste“ und die „Dritte“ Welt. Wie man so „schön“ sagt: „Der Satte wird nie einen Hungrigen verstehen“. In all den Afrikas, Asiens und Südamerikas leben überwiegend arme Menschen und obwohl „unsere“ Politiker und Massenmedien ständig über „Alle Menschen sind gleich“ quatschen,… Read more »
Norbert80
Gast

@Truvor

Exakt. Gute Analyse.

Truvor
Mitglied

@ Norbert80

Norbert, ich traue meinen Augen nicht 😉

PS. Morgen wird es bestimmt (hoffentlich nicht) schneien 😉

Sukram71
Gast

Wenn sowas im reichen Japan oder China passiert, dann ist das für uns auch, wie wenn In China ein Sack Reis umfällt.
Einfach weil das so weit weg ist und uns kaum was mit denen verbindet. Mit reich und arm hat das m. E. wenig zu tun.

Truvor
Mitglied

@ Sukram71

„“ Wenn sowas im reichen Japan oder China passiert, dann ist das für uns auch, wie wenn In China ein Sack Reis umfällt. „“

Wie viele Chinesen sind denn reich ? 😉

„“ Einfach weil das so weit weg ist und uns kaum was mit denen verbindet. Mit reich und arm hat das m. E. wenig zu tun. „“

Orlando ist auch weit weg von uns.
Verstehst du was ich meine ?

Hallowach
Gast

das Thema ist abe auch etwas fern. Mir würde es schon reichen, wenn wir uns auf Ereignisse konzentrieren würden, die z.B. in Irak ode Syrien zu vermelden sind.

Und heute starben wieder 13 Menschen bei einem völkerrechtwidrigen Bombardement in der syrischen Kleinstadt xxyyzz

jowi
Mitglied

Danke für den Artikel, er spricht mir aus der Seele. Zum Glück bin ich nicht bei Facebook, das würde ich nicht aushalten.
Es ist doch Bildzeitungsniveau, ich bin Papst, je suis Charly, …, wie albern und eben heuchlerisch.
Werbeagenturen scheinen heute das Geschäft der Nachrichtenagenturen übernommen zu haben.

Braman
Gast

Nur Tote im ‚westlichen Kulturkreis‘ lassen sich propagandistisch gut „vermarkten“ und instrumentalisieren. Der Hass gegen den Islam(ismus) kann so gezielt geschürt werden.
Heuchlerisch? Nein. Propaganda, Propaganda der die Toten und das Leiden herzlich egal ist.
Zynisch? Ja, zum Erbrechen.

MfG: M.B.

jowi
Mitglied

Die selektive Solidarisierung mit Opfern, die zum „wir“ gehören, wie es von willigen Mitläufern wie Sukram oder Jan Moltke verinnerlicht ist, dient einer unreflektierten Emotionalisierung, welche letztlich Merkmale faschistischer Staatsformen hat. Das „wir“ ist die von Wilden bedrohte Wagenburg der westlichen Hochkultur.
Die „anderen“ sind zuerst einmal Bedrohung, wenn sie dezimiert werden, warum auch immer, so ist dies nicht nur egal, sondern für viele sogar gut. Wenn man diese selektive Empathie nicht als Heuchelei bezeichnen will, dann muss man von Faschismus sprechen. Denn dann ist es kein Versehen sondern hat System.

Heldentasse
Mitglied

Denn dann ist es kein Versehen sondern hat System.

Wohl wahr, leider! Und dieses unmenschliche System wird auf uns mit Sicherheit zurückfallen! Die ersten Auswirkungen sind schon ersichtlich.

Beste Grüße

seyinphyin
Gast

OT aber dennoch heuchlerisch:

Russland darf jetzt nicht mitmachen bei Olympia. ABER die Sportler dürfen mitmachen, sofern sie es nicht unter russische Flagge tun. Sprich: Dopen ist okay, solange man nicht die russische Flagge trägt. Wesentlich offensichtlicher kann man das nicht zugeben.

Truvor
Mitglied

@ seyinphyin

Dieses Schwein http://www.spiegelfechter.com/wordpress/133275/das-maerchen-vom-maerchen-von-der-wachsenden-ungleichheit#comment-430195 hat`s erreicht was es wollte 🙁

PS. Norbert, du darfst dich freuen.

seyinphyin
Gast

Da gab es nichts zu erreichen, das wurde einfach so umgesetzt. Letztlich nichts wert, wie die gesamten olympischen Spiele und es ist ein Armutzeugnis für „uns“ (dem tollen freien Westen), dass wir letztlich das typische Verhalten eines Unrechtssystem an den Tag legen, nämlich völlig verschiedene Maßstäbe für dasselbe Vergehen.

Oh, natürlich wird gerne gesagt, das wäre in Russland ja systematisch. Natürlich. Bei uns machen das alles durch puren Zufall und es weiß halt nirgendwo jemand was davon…

Letztlich nur peinlich für jeden, der das frisst. Sicherlich sollte man gegen Doping sein. Dann muss man Olympia aber erstmal ganz absagen.

Truvor
Mitglied

@ seyinphyin

Ich bin jetzt gespannt, was die Russen dagegen unternehmen werden.

seyinphyin
Gast

Keine Ahnung, wahrscheinlich nichts. Werden natürlich Beschwerde usw einreichen, aber letztlich ist Olympia bedeutungslos bei einem derartige kranken Politisierung umso mehr.

Das Sportfest des Friedens wird zur Propagandawaffe. Im Endeffekt wäre es eher Sache von Sportlern zu sagen, dass sie bei so einem Zirkuns nicht mehr mitmachen. Aber es geht ja eh schon lange nicht mehr um Sport und die Teilnehmenden brauchen diesen Erfolg – ist auch verständlich.

Truvor
Mitglied

@ seyinphyin

„“ Werden natürlich Beschwerde usw einreichen, „“

Ja, es ist möglich.
Ich habe da was anderes gemeint.
Habe vor Kurzem (im russischen INet) gelesen, daß die russische Geheimdienste „Kompromat“ auf westliche Sportler, Sportclubs, etc. haben.
Falls das stimmt, dann erleben wir in Kürze einen sehr, sehr schmutzigen „Kompromatenkrieg“.
Also, langweilig wird es (dann) nicht.

seyinphyin
Gast

Ja, kann sein, wobei Russland weiß, dass das beim Westen nichts bringt. Korruption ist bei uns schlichtweg Teil des Systems, es bringt einfach wenig, Schweine mit Dreck zu bewerfen.

Aber Russland wird – wie so oft – wohl hier und da aufzeigen, wie lächerlich und heucherlisch wir sind, einfach for the laughs.

Norbert80
Gast

@Truvor/sey
IAAF-Vorstand ist international und multikulti!

Der Vorwurf, dass „der böse Westen“ Russland mobbt ist somit nicht unbedingt plausibel.

P.S. ich freue mich nicht, verfolge Olympia ohnehin kaum.

Robbespiere
Mitglied

@Norbert80

Zu glauben, dass eine internationale Organisation frei von nationalen Einflüssen ist, wäre ausgesprochen naiv.
Ob UN, IWF, Weltbank oder andere, überall haben die USA eine dominante Position.
Schau dir nur an, wie sie Europa zur Teilnahme an den Russland-Sanktionen genötigt haben, obwohl es für unsere Wirtschaft und die Beziehungen zu Russland gewaltige Nachteile bringt.
Oder der Bruch des Völkerrechts durch Angriffskriege, wozu die UN schweigt, obwohl sie lautstark protestieren müsste.

Anton Chigurh
Gast

@ Rob
sinnlos. Solche Zusammenhänge kapiert Lügen-Nobby nicht und Tatsachen werden einfach ignoriert.

Norbert80
Gast
@Robbespiere Zu glauben, dass eine internationale Organisation frei von nationalen Einflüssen ist, wäre ausgesprochen naiv. Das ist richtig. Ob UN, IWF, Weltbank oder andere, überall haben die USA eine dominante Position. Das ist tlw. richtig. Für die Zukunft gilt das jedenfalls nicht. Innerhalb der UN ist die USA nicht dominant, sondern nur eines von 5 Veto-Mächten. IWF und Weltbank: Entweder das Gewicht der neuen großen Mächte wie China und Indien steigt, oder regionale Projekte werden zu Lasten von IWF/Weltbank gefördert. So oder so, der Einfluss der USA wird weiter sinken. Schau dir nur an, wie sie Europa zur Teilnahme an… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Norbert80 Das ist tlw. richtig. Für die Zukunft gilt das jedenfalls nicht Für die Zukunft ist das richtig, aber wir leben in der Gegenwart. Der Aufbau eigener Organisationen durch die BRICS-Staaten wird die Vormachtstellung der USA brechen. Darum nutzen die jetzt ihren ganzen Einfluss, Russland in die Knie zu zwingen, egal von welcher Seite. Die Demontage der brasilianischen Präsidentin aus nichtigen Gründen und die Machtübernahme einerer US-freundlichen Regierung ist vermutlich auch ein Akt amerikanischer Politik, um Russland zu schwächen. Russland hat nach dem Zusammenbruch der Ölpreise viel weniger Kaufkraft, die Sanktionen sind nur das I-Tüpfelchen. Sowohl die Russlandliebhaber wie auch… Read more »
The Joker
Gast

Der Leichtathletik-Weltverband hat selber – zurückhaltend formuliert – ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Dass ausgerechnet Coe den russischen Ausschluss verkündet, kann unter britischem Humor verbucht werden.

Truvor
Mitglied

@ Norbert80

Studiere mal das http://vz.ru/politics/2016/6/18/816696.html Norbert.

Norbert80
Gast
@Joker/Rob a) IAAF hat gewiss keine saubere Weste. Tlw. sind sie sicher froh über die Verfehlungen Russlands, weil das von eigenen Verfehlungen ablenkt. Wie gesagt, ich empfehle kleinere lokale Sportveranstaltungen zu besuchen, dort sind die meisten noch „sauber“ :-)) b) @rob Danke fürs Video von Biden, kenne ich. Lächerliche amerikanische Prahlerei mit ihrer angeblichen moralischen Überlegenheit. ROFL. Teile deine Ansicht nicht wonach die Amis auf dem ganzen Globus, d.h. z.B. in Brasilien intervenieren um Russland zu schaden. Russland ist für die USA längst nicht so wichtig wie die UdSSR es mal war. Die Musik spielt in Süd- und Ostasien. Zudem… Read more »
Robbespiere
Mitglied
@Norbert80 Teile deine Ansicht nicht wonach die Amis auf dem ganzen Globus, d.h. z.B. in Brasilien intervenieren um Russland zu schaden. Das sei dir unbenommen, aber Brasilien hat bisher sehr stark mit Russland und China kooperiert und mit dem Regierungswechsel bzw. Putsch gg. Roussef wird wieder ein proamerikanischer Kurs gefahren. Russland ist für die USA längst nicht so wichtig wie die UdSSR es mal war. Mach dir mal bewußt, dass Russland das größte und rohstoffreichste Land der Erde ist. Zu Jalzins Zeiten sind die USA bereits wie die Heuschrecken über das Land hergefallen und haben die Schwäche nach dem Zerfall… Read more »
Truvor
Mitglied

@ Norbert80

„“ IAAF-Vorstand ist international und multikulti! „“

Gibt es zumindest einen Russen in diesem „internationalen Multikulti-Vorstand“ ?

Norbert80
Gast

@Truvor

Ja, einen. Der Vize-Präsident ist zudem auch russischsprachig: Bubka. Allerdings ist das Übergewicht der Europäer noch recht groß, das wird sich gewiss mittelfristig auch ändern.

Truvor
Mitglied

@ Norbert80

Was ? Bubka ? Meinst du diesen https://de.wikipedia.org/wiki/Serhij_Bubka Bubka ? 😉
Norbert, wen willst du hier bescheißen ? 😉

„“ das wird sich gewiss mittelfristig auch ändern. „“

Ja, ja, wer`s glaubt ………. 😉

jowi
Mitglied
Klümper richtete in jenem Jahr seine Sportmedizinische Spezialambulanz ein und spritzte alles, was sich bewegte – Leichtathleten, Radfahrer, Ringer und auch Fußballer, wie man seit März 2015 sicher weiß. Der VfB Stuttgart und der SC Freiburg ließen sich von Klümper vor mehr als drei Jahrzehnten mit Anabolika beliefern – und bezahlten auch gleich die Rechnungen für die Medikamente, die eigentlich für Schwerkranke entwickelt worden waren. Quelle: ZEIT vom 1. März 2016 Wie in dem Artikel richtig bemerkt wird, ist der eigentliche Skandal die Deckung dieser Praxis durch die Politik. Ich kenne selbst einen Sportler, der in den 70er Jahren in… Read more »
The Joker
Gast
Norbert80
Gast

@Joker/Jowi

Mein Vorschlag: Großveranstaltungen (auch am TV) boykottieren. Sonst subventioniert man indirekt die Pharma-Unternehmen. Lieber selbst aktiv werden oder kleine lokale Veranstaltungen besuchen.

Schweigsam
Gast

Der Westen befindet sich im Krieg mit der Welt – seit 500 jahren!

Stephan Becker
Gast

OT:

Da ich mit einer Suchmaschine meiner Wahl zum Stichwort WikiReal keinen Treffer hier im Spiegelfechterblog fand, wollte ich gleich unbedingt auf eine Alternative zu Wikipedia hinweisen:

http://de.wikireal.org/wiki/Hauptseite

Eigentlich wurde die Seite hauptsächlich wegen des Themas Stuttgart 21 gegründet, um den Beschönigungen in den Wikipedia-Artikeln zu Stuttgart 21 etwas entgegen zu setzen. Inzwischen gibt es aber auch schon andere Themen wie Meinungsmache, Erneuerbare Energien oder Schlauer Fernsehen.
Mitarbeit ist sehr erwünscht und natürlich auch Spenden.

Der Initiator ist Christoph Engelhardt:

Christoph Engelhardt ist ein deutscher Physiker, Analyst und Sozialunternehmer. Bekannt wurde er als Sachverständiger in der Kontroverse um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21.

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