Best of Brexit-Blödsinn – wie das britische Referendum der schreibenden Zunft den Verstand klaut

Offenbar wurden auch die Medien vom Brexit-Votum der Briten überrascht. Anders ist es eigentlich kaum zu erklären, dass in den Tagen nach dem Referendum ausschließlich qualitativ minderwertige Artikel zum Thema publiziert wurden, die dafür jedoch emotional hoch aufgeladen waren. Gerade so, als hätten die Briten nicht für einen EU-Austritt gestimmt, sondern seien stattdessen mit den Ehepartnern unseren lieben Qualitätsjournalisten durchgebrannt. Und wo die Emotionen schäumen, schleichen sich schon mal Fehler ein. Das ist natürlich eine Untertreibung. Die Zahl der groben Fehler bei der Brexit-Berichterstattung ist endlos lang und es ist unmöglich, sie hier lückenlos aufzuzählen. Dafür haben wir aber für Sie ein kleines Best-of-Brexit-Blödsinn zusammengestellt.

Das Abendland geht unter! Selbst die „Unis fürchten schwere Folgen des Brexit“ weiß der Tagesspiegel zu berichten http://www.tagesspiegel.de/wissen/nach-dem-eu-ausstieg-grossbritanniens-unis-fuerchten-schwere-folgen-des-brexit/13782536.html und zahlreiche andere Zeitungen teilen die Sorge, dass auf die Studenten nun schwere Zeiten zukommen. Die Begründung ist erstaunlich: Es geht um das Erasmus-Programm der EU. Die Logik: Wenn Großbritannien die EU verlässt, können Erasmus-Studenten nicht mehr nach Großbritannien und britische Studenten nicht mehr auf den Kontinent. Das ist jedoch nicht zu befürchten, nehmen doch auch Nicht-EU-Länder wie Norwegen, Island oder auch die Türkei am Erasmus-Programm teil. Es gibt absolut keinen Grund anzunehmen, warum Großbritannien in der Post-EU-Ära aus dem Programm aussteigen sollte.

Es ist ja löblich, dass unsere Qualitätsjournalisten sich überhaupt um die Jugend Sorgen machen. Verdrängt wurden die Studenten auf den Titelseiten zunächst von anderen jungen Leistungsträgern – den millionenschweren Fußballprofis.

In den englischen Fußballligen gibt es qua EU-Recht keine Arbeitsbeschränkungen für EU-Ausländer – sehr wohl gibt es jedoch Beschränkungen für Spieler aus Nicht-EU-Ländern. Klick, Klack – wenn Großbritannien nun die EU verlässt, können ja auch die alten Regeln nicht mehr gelten und Stars wie „unser Schweini“ müssen dann – so die größte Sorge von SPIEGEL Online und Co. – England verlassen. Das wäre ja auch eine echte Katstrophe! Doch zumindest Bastian Schweinsteiger kann entspannt durchatmen: Selbst wenn die britische Politik es mit dem Brexit ernst meint und aufs Tempo drückt, wird Großbritannien frühestens im Herbst 2018 die EU verlassen. Und dann ist Schweinsteiger stolze 34 Jahre alt und sicher nicht mehr in der engeren Auswahl für ein englisches Top-Team. Und auch seine Kollegen werden sich keine Sorgen machen müssen, liegt es doch einzig und allein in der Entscheidungsgewalt des englischen Fußballverbandes FA ob und welche Einschränkungen er erlässt. Damit wäre die wichtigste Sache der Welt eigentlich auch brexit-technisch abgehakt. Kommen wir zur zweitwichtigsten Sache der Welt – dem lieben Geld.

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62 Kommentare auf "Best of Brexit-Blödsinn – wie das britische Referendum der schreibenden Zunft den Verstand klaut"

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Schweigsam
Gast

Das Geld, des Deutschen liebstes Thema. Nur Ahnung hat kaum einer davon. Ich auch nicht, also halte ich die Klappe…

wolli
Mitglied

Hier eine kleine Hilfe zum Verständnis.
WW

Schweigsam
Gast

Danke wolli für den Link aber Ökonomie das ist nicht mein Thema.

wolli
Mitglied

Hallo Schweigsam, ein 2ter Versuch.
Hier wird Geld ganz gut erklärt, auch die Unterschiede von Vollgeld und Giralgeld.

mfg
WW

rainer
Gast
…zum Geld…. “In einer kleinen Stadt in Irland herrscht schlechte Stimmung, alle sind verschuldet und leben auf Kredit; es regnet Bindfäden, irische Bindfäden. Da ereignet es sich, dass ein deutscher Tourist das örtliche Hotel aufsucht und dem Hotelwirt, der gelangweilt hinter der Rezeption steht, einen 100-€uro-Schein hinlegt, laut verkündend, er möchte sich gern alle Zimmer des Hotel ansehen um zu entscheiden, in welchem er – gegebenfalls – zu übernachten geneigt sein könnte. Der Hotelwirt gibt dem Gast die Schlüssel aller 17 Zimmer – und kaum dass der Gast die Rezeption verlassen hat – greift er sich den 100-€uro-Schein und rennt… Read more »
ChrisA
Gast

Ich frage mich jedes Mal, was dieses Beispiel über Geld aussagt.

Es ist ein Lehrbeispiel zu Forderung und Schuld und Liquidität. Aber was soll uns das über Geld lehren?

schwitzig
Gast
ChrisA Ich frage mich jedes Mal, was dieses Beispiel über Geld aussagt. Es sagt aus, dass unser Geldsystem eine idiotische Fehlentwicklung ist, die unsere weitere Entwicklung behindert. Dieses ganze Willy-Wichtig-Geschwurbel der Ökonomiepriesterkaste dient nur dem Zweck zu übertünchen, dass unser Geldsystem ein kindisches Hirniprojekt der Qualität Monopoly-Spiel ist und für eine ethische, evolutionäre Gesellschaft dysfunktional. Das ist genauso wie mit den „Derivaten“ der „Finanz“““industrie““““ :-): Viel Ablenkung um eine unglaublich primitive Idee, die selbst von Dreijährigen begriffen würde. Schließlich können auch Dreijährige schon betrügen. Dieses Wirtschaftssystem ist an Primitivität nicht zu überbieten – wenn man die Brüche kürzt, kommt als… Read more »
ChrisA
Gast
@schwitzig Klar ist Geld in DEM Beispiel überflüssig. Deshalb auch meine Frage. In der Geschichte hat niemand Schulden, bei dem nicht jemand anderes in selber Höhe verschuldet wäre. Buchhalterisch sind alle bei Null. Nachdem der Geldschein einmal durchgelaufen ist, sind alle… immernoch genau da, wo sie vorher waren: Bei Null. Hätten sie voneinander und ihren Abhängigkeiten gewusst, hätten sie sich genauso gut zusammensetzen und ihre Schulden und Forderungen einfach streichen können. Ohne den ollen Geldschein zu benötigen. In der Realität funktioniert das wegen der schieren Zahl von untereinander bestehenden Schuldverhältnissen nicht, die zudem noch unterschiedliche Größen haben und zu verschiedenen… Read more »
seyinphyin
Gast

Geld ist praktisch als universelles Tausch-Zwischen-Mittel, aber es darf eben auch nicht mehr sein. Wir haben Geld zum Rohstoff erklärt, der für die Herstellung von alles und jedem benötigt wird und das ist eben völliger bullshit.

Dafür kann aber Geld nichts. Sein eigentlicher Nutzen ist gut. Der Missbrauch ist es nicht.

ChrisA
Gast
@seyinphyin Geld ist praktisch als universelles Tausch-Zwischen-Mittel, aber es darf eben auch nicht mehr sein. Man kann darüber streiten, was Geld alles können darf und was nicht. Aber du unterschlägst zwei der wichtigsten Funktionen, die das Geldsystem heute hat, wenn du Geld auf eine Verrechnungseinheit zum Warentausch reduzierst. 1.) Wertaufbewahrung. Stabiles Geld erlaubt die Konservierung von Arbeitskraft über die Zeit. 2.) Das FIAT-Geldsystem erlaubt, sich bei seiner eigenen(!) Zukunft zu beleihen. Ohne Geld schlicht nicht möglich! Um 2.) zu verstehen, folgendes Beispiel: Robinson und Freitag auf ihrer einsamen Insel. Der später hinzugekommene Freitag sieht Robinson, wie er aus urbar gemachtem… Read more »
R_Winter
Mitglied
Es ist nicht zu fassen, was für ein Blödsinn in den deutschen Qualitätsmedien verbreitet wird. Hier das Neuste aus der SZ-Online: Das Brexit-Referendum war das falsche Mittel Komplexe nationale Fragen taugen nicht, um sie dem Volk zur Abstimmung vorzulegen. Viele Briten verstehen offenbar erst jetzt, welchen Willen sie da zum Ausdruck gebracht haben Aber wenn es um die großen Fragen einer Nation geht, zeigen sich vor allem die Tücken des Instruments. Es befriedet nichts, im Gegenteil. http://www.sueddeutsche.de/politik/volksentscheide-brexit-referendum-war-das-falsche-mittel-1.3051642 Das Volk ist zu dumm, um Fragen von nationaler Bedeutung zu bewerten. Es sollte diese „übergeordneten“ Fragen besser den dominierenden Neoliberalen überlassen und… Read more »
smukster
Gast

Es geht nicht um ‚Dummheit‘, es geht um die jetzt eingetretene völlige Spaltung der Bevölkerung des Landes. So wichtige Fragen müssen mit viel Zeit und konsensual entschieden werden, und nicht in einer hektisch angesetzten Kampfabstimmung 52 : 48.

Wie soll das Königreich jetzt politisch weitermachen? Wird es sich einen ‚äußeren Feind‘ suchen, um die innere Einheit wiederzufinden? Eine ziemlich gefährliche Situation aufgrund von absolut dilettantischer Politik.

wolli
Mitglied

Könnte es nicht sein das von den 48% pro EU Wählern auch viele darunter sind, die mehr nach den Wünschen der City und Neoliberalen Presse, als ihren eigenen EU Erfahrungen gewählt haben?

smukster
Gast

Sicher. Und wieviele der 52% haben im eigenen besten Sinne abgestimmt?

Bruder Johannes
Gast

Wie soll das Königreich jetzt politisch weitermachen? Wird es sich einen ‘äußeren Feind’ suchen, um die innere Einheit wiederzufinden?

So etwas steht zu befürchten und sie werden sich auch nach Alliierten umsehen. Nach dem Verständnis der Briten sind ja andere daran schuld, wenn sie Mist bauen. Alles wie gehabt.

Je länger die offizielle Austrittserklärung auf sich warten lässt, desto gefährlicher wird die Situation für die EU. Einige scheinen das zu ahnen. Die Kanzlerette möchte wohl erreichen, dass D nicht wieder an allem die Schuld bekommt. Aber das bekommen unsere eigenen pseudointellektuellen Wortverdreher schon hin.

smukster
Gast

Das ist keine Spezialität ‚der Briten‘, das machen so ziemlich alle Länder so. Und manchmal stimmt es sogar, wenn auch nicht (oder nur zum geringen Teil) in diesem Fall.

Überstürzt Porzellan zerschlagen ist jetzt die falschestmögliche Antwort. Ob ‚in‘ oder ‚out‘, ganz Europa hat ein Interesse an guten, d.h. kooperativen Beziehungen zu Großbritannien. Merkel hat Recht – und brenzlig ist die Situation so oder so.

aquadraht
Mitglied

Das gehört 2 Stufen weiter oben hin:

Das ist doch völliger Blödsinn mit der Spaltung der Bevölkerung. Es gibt keinen Bürgerkrieg zwischen Leave und Remain, die meisten und neurotischsten schlechten Verlierer gibt es jenseits des Kanals, so wie die, deren Schwachsinn Jens aufgespiesst hat. Ausgerechnet der stellvertretende Chefredakteur von Bild kritisiert in seinem Blog die narzisstische Gekränktheit grosser Teile seiner Kollegen.

Und wenn man wichtige Fragen nicht per Abstimmung entscheiden lässt, dann lieber in Hinterzimmern und mit diskreten Aktenköfferchen voller Bimbes. So lobt man sich die Demokraten.

a^2

Norbert80
Gast

@a hoch 2

Das ist doch völliger Blödsinn mit der Spaltung der Bevölkerung. Es gibt keinen Bürgerkrieg zwischen Leave und Remain,

Bürgerkrieg nicht. Aber eine regionale Spaltung durchaus. London, Schottland und Nordirland haben anders abgestimmt als der Rest.

die meisten und neurotischsten schlechten Verlierer gibt es jenseits des Kanals, so wie die, deren Schwachsinn Jens aufgespiesst hat.

das stimmt. hinzukommt dass offensichtlich die Brexit-Befürworter selbst vom eigenen Erfolg überrascht wurden.

Ausgerechnet der stellvertretende Chefredakteur von Bild kritisiert in seinem Blog die narzisstische Gekränktheit grosser Teile seiner Kollegen.

Ja, sie hätten besser auf mich gehört. Dann wäre die Überraschung und die narzistische Gekränktheit ausgeblieben.

name
Gast

Ja, ja, die großen Fragen der Nation – man, dieses rechte Pharsengewäsch ist so erbärmlich, aber Kamerad Schnürschuh wollte ja nur ein wenig Klassenfreunde unter seine Kameraden bei der SZ streuen.

Es soll ja niemand bei der geistigen Mobilmachung stiften gehen ohne zu kapieren, worum es doch geht 😉

name
Gast

Sie haben Angst, richtige Angst von den einfachen Vielen, die im Zweifel die Mehrheit stellen, und all ihren propagandischen Aufwand in der Luft zerreissen können.

Der Typ, der für diesen Artikel in die Welt geballert hat, hat schon einmal bewiesen, wessen Geistes Kind er ist – in diesem Sinne ist sein Artikel auch zu Verstehen: als Warnung an seine bürgerlichen Volksgenossen in der SZ, endlich bürgerlich klarer ihre bürgerliche Klassenposition offensiv einzunehmen.

hermann
Mitglied

Das Volk ist zu dumm.
In ähnlicher Weise äußerte sich auch einmal ein Minister der jetzigen Bundesregierung( der Name ist mir leider entfallen)in Bezug auf Offenlegung bestimmter Themen, die zur Abstimmung im BT anstehen. Sie seien zu komplex für die Bevölkerung. Daraus folgere ich, solange ich nur alle vier Jahre brav meine Kreuzchen machen darf, bin ich dumm. Jedoch mit dem Tag, an dem ich auf einem der blauen Stühle im Reichstag Platz nehmen darf, bin ich schlagartig intelligent.

wschira
Mitglied

Die SZ hat ja wohl aus gutem Grund (in ihren Augen) ihre Kommentarfunktion komplett vom Platz gestellt.

Heldentasse
Mitglied
Geld mag ja des Teutschen liebstes Thema sein, aber in der selben Liga spielt die teutsche Arroganz anderen Völkern gegenüber, und die Einstellung das wir oder hilfweise unsere Führung alleine weiß welche Politik in Europa die alleinig seelig machen ist. Ich denke wir sollten uns lieber fragen, was auch wir u.a. und unsere Politik mit dem Brexit zu tun haben. Weil es ja auch sein könnte das Teutschland jahrelang, die in Sonntagsreden propagierten europäischen Werte, unter den Finanzierungsvorbehalt der Märkte gestellt hat, und jetzt die anderen gar nicht mehr mitmachen wollen in so einer EU. Mein Ergo: Im Grunde sind… Read more »
Bruder Johannes
Gast

Ich denke wir sollten uns lieber fragen, was auch wir u.a. und unsere Politik mit dem Brexit zu tun haben

Warum?

Weil es ja auch sein könnte das Teutschland jahrelang, die in Sonntagsreden propagierten europäischen Werte, unter den Finanzierungsvorbehalt der Märkte gestellt hat, und jetzt die anderen gar nicht mehr mitmachen wollen in so einer EU.

Ja, das ist doch genau die britische Position, Du Experte! Also daran kann es ganz gewiss nicht liegen.

Mein Ergo: Im Grunde sind wir die Totengräber der EU und nicht die Briten!

Was für ein Blödsinn! Aber Du findest gewiss viel Zustimmung.

Heldentasse
Mitglied

Merkel und Schäuble samt deren Hofschranzen und den EU Kasper in Brüssel fahren die EU vor die Wand, und das britische Volk (nicht deren Eliten), demnächst auch vielleicht die Franzosen und Italiener lassen sich das nicht gefallen. So wird ein Schuh daraus Du super Experte!

niki
Mitglied

Die haben alle ne mittelschwere Bregenpanne… Und wer den selten dämlichen Scheiß auch noch für bare Münze nimmt, der erst recht.

hart backbord
Gast

Nach der Logik kann man dann auch die Niederschlagung von Demokratiebewegungen rechtfertigen (DDR 1953, Ungarn 1956, CSSR 1968, Suedafrika 1976).

ninjaturkey
Gast

Vielen Dank für den Beitrag. Als die ersten Hiobsbotschaften kamen, hatte ich mir auch direkt die Börsen- und Währungscharts angeschaut und mich in einem Paralleluniversum gewähnt. Ich bin also doch noch auf meinem Heimatplaneten. 😉

Qowy
Gast

Ich wollte nur mal anmerken dass ich bei Amazon.co.uk selten mehr als 3-8 Pfund Versand (je nach Warenwert) nach Deutschland bezahle. Von daher ist es nicht ganz falsch, dass in UK einkaufen günstiger wird (was mit vor allem bei den bereits günstigeren blu-ray preisen sehr gelegen kommt 😉

GrooveX
Mitglied
Offenbar wurden auch die Medien vom Brexit-Votum der Briten überrascht. ich hätte eher ‚anscheinend‘ geschrieben. für mich stellte sich dieses theater nämlich als heimliche hoffnung, der brexit würde triumphal erfolgen, dar. immer mit dem artikel in der schublade der qualitätsmedie, endlich den grexit, immer mit dem artikel in der schublade der qualitätsmedie, hechel hechel den dexit, immer mit dem artikel in der schublade der qualitätsmedie, uff die afd-übernahme des echten konservativen deutschland – einzuläuten. jetzt hat das mit dem triumph nicht geklappt, und es muss schnell und unkoordiniert aber geordnet der rückzug angetreten werden. was ein pyrrhussieg ist, haben die… Read more »
Am_Rande
Gast

Das ist eben das Dilemma der Etatisten.

Die Etatisten träumen von großen, gewaltigen, mächtigen Staatsgebilden.
Die – aufgrund der immanenten sklerotischen Bürokratie und immanenten Umverteilung – wohlstandshemmend wirken.

Und wer spürt das zuerst?
Der einfache Mann. Der Bürger.

Der Arbeiter in der SU wußte schon Jahrzehnte vor dem Politbüro, das der staatliche Wahnsinn nicht funktioniert.

Nun können sich zwar die etatistischen Eliten der Politik sich auf die Eliten der Presse und Medien verlassen, da diese auch etatistisch denken.
Aber in solch einem System darf man dem Volk keine Entscheidungen überlassen.

Sonst ist das System am Ende.

wschira
Mitglied

Und wer spürt das zuerst?
Der einfache Mann. Der Bürger.

Frauen nicht?

smukster
Gast
Solange die maßgeblichen Akteure, also Regierungen und Notenbanken, kein Interesse an einem Crash haben, wirds auch keinen geben. Das Pfund war ohnehin stark überbewertet, da tut eine kleine Korrektur gut. Der Wertverlust von Aktien und Immobilien trifft größtenteils die „Richtigen“ – oder sollen wir schließenden Hedgefonds nachweinen? Und wenn jetzt Banken Probleme kriegen, ist das eine prima Gelegenheit, die neuen Bail-in-Regeln zu testen und sie, falls das nicht reicht, unter staatliche Aufsicht zu stellen. Wichtiger ist, dass Politik und Medien pragmatisch bleiben und sich um gute nachbarschaftliche Beziehungen bemühen, wie immer es jetzt in London weitergeht. Einen eskalierenden Konflikt brauchen… Read more »
Heldentasse
Mitglied

Der Brexit als Chance zur Marktbereinigung und zum Testen ob die Banken den Stress aushalten, eine wirklich raffinierte Strategie!

Beste Grüße

smukster
Gast

EU-Kommissar Egon Olsen hat einen Plan…;-)

Norbert80
Gast

@Jens

IMHO sind die hanebüchenen Artikel ein Beleg für die zunehmende Infotainment-Welle in den Zeitungen/Zeitschriften. Das Lachen bleibt einem allerdings im Halse stecken, denn langfristig verheißt das nichts Gutes. Immer mehr und häufiger gibt es diese „Horrorszenarien“ und „Weltuntergangs-Artikel“ zu immer mehr Themen. Traurig.

Bill
Gast
das sehe ich anders, Redaktionen sind zunehmend von den Kindern der „Elite“ bevölkert. Denen die von der EU (Globalisierung) profitiert haben und profitieren. Die sind familiär so eng mit den politischen „Eliten“ verbandelt, dass sie gar nicht mehr in der Lage sind, die große Mehrheit der Bevölkerung zu verstehen. Daher sehen sie die Ergebnisse in UK und anderen Ländern die dem Konsens der „Elite“ nicht entsprechen nicht mehr als andere, ggf. falsche, Meinung sondern als Ausfluss des Bösen und auch als persönliche Verletzun, denn die „Elite“ wollte doch nur das Beste der „Masse“. Und dann muss gehandelt werden, dann darf… Read more »
schwitzig
Gast

@Lügen-Nobby

IMHO sind die hanebüchenen Artikel ein Beleg für die zunehmende Infotainment-Welle in den Zeitungen/Zeitschriften.

Nein. Sie belegen, dass unsere Presse eine Systempresse ist.

Sukram71
Gast
Selbst wenn die britische Politik es mit dem Brexit ernst meint und aufs Tempo drückt, wird Großbritannien frühestens im Herbst 2018 die EU verlassen. Nicht frühestens Herbst 2018, sondern spätestens Herbst 2018. Das heißt, wenn ein neuer britische Premje am 1. Oktober 2016 der EU gem. Artikel 50 der Verträge den Absicht mitteilt, aus der EU aufzutreten, dann ist UK spätestens am 2. Oktober 2018 nicht mehr Mitglied der EU. Wenn UK morgen Artikel 50 aufruft, dann ist UK gem. Absatz 3 spätestens am 29.7.2018 out. Sofern man sich in einem Abkommen einigt, dann kann das auch früher sein. Die… Read more »
DasKleineTeilchen
Gast

artikel 50 ist ausgesprochen vage formuliert, ausserdem können die verhandlungen nach absprache wohl ausdrücklich über die 2 jahre hinaus verlängert werden. der term “frühestens” scheint hier wohl doch der zutreffenderer zu sein…

Truvor
Mitglied
DasKleineTeilchen
Gast

artikel 50 ist ausgesprochen vage formuliert, ausserdem können die verhandlungen nach absprache wohl ausdrücklich über die 2 jahre hinaus verlängert werden. der term „frühestens“ scheint hier wohl doch der zutreffenderer zu sein…

Sukram71
Gast
In Artikel 50 heißt es klipp und klar: (3) Die Verträge finden auf den betroffenen Staat ab dem Tag des Inkrafttretens des Austrittsabkommens oder andernfalls zwei Jahre nach der in Absatz 2 genannten Mitteilung keine Anwendung mehr, es sei denn, der Europäische Rat beschließt im Einvernehmen mit dem betroffenen Mitgliedstaat einstimmig, diese Frist zu verlängern. Da ist nix vage. Es gilt das Abkommen oder 2 Jahre. Da die EU auf Eile drängt, ist länger als zwei Jahre extrem unwahrscheinlich. Vermutlich sagt die EU, UK wird Mitglied des EFTA und damit wie Norwegen Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums und zwar zum 1.1.2017.… Read more »
DasKleineTeilchen
Gast

„Da ist nix vage. Es gilt das Abkommen oder 2 Jahre. Da die EU auf Eile drängt, ist länger als zwei Jahre extrem unwahrscheinlich.“

ah, ok. aber galt auch der brexit selbst nicht als „extrem unwahrscheinlich“?

dieses „extrem unwahrscheinlich“ scheint langsam sowas wie n treppenwitz der post-postmoderne zu sein 😉

Heldentasse
Mitglied
Im Grunde muss man nur zwei Dinge über den Schwarzen Schwan wissen. Erstens: Er kommt in der Natur extrem selten vor. Noch wichtiger aber ist: Es gibt ihn. Er ist das verkörperte Restrisiko, die lebende Wahrscheinlichkeit, dass alles anders kommt, als wir es bisher angenommen haben. … Wir sind ihm in jüngster Zeit häufig begegnet. Der Schwarze Schwan ist der Sendbote einer neuen Zeit, in der die alten Wahrscheinlichkeiten nicht mehr gelten. Das Verlässliche unserer Zeit besteht darin, dass es keine Verlässlichkeit mehr gibt. Fast scheint es, als wolle der Schwarze Schwan das Wappentier des gerade begonnenen Jahrhunderts werden. Die… Read more »
jowi
Mitglied
Als Schwarzes Schwan-Beispiel, oder Freak-Event bringt Gabor Steingart dann auch dies: Vier junge Araber lernen in Florida das Fliegen eines Jumbo-Jets und starten wenig später den größten Angriff gegen Amerika seit der Bombardierung von Pearl Harbor. Das war echt ein freakiges Event. Ich würde sogar Geld dafür zahlen, die aus Gründen der nationalen Sicherheit konfiszierten und gesperrten Videos der zahlreichen Überwachungskameras zu sehen, die zeigen, wie das Flugzeug knapp über der Grasnarbe fliegend, in das Pentagon stürzt. Bekanntlich hat der Fluglehrer seinem arab. Flugschüler, der diesen Kunstflug absolvierte, mangelhafte Begabung attestiert. Zweifellos sind Chaos und damit „Freak-Events“ schädlich für seriöse… Read more »
jowi
Mitglied
Sukram71
Gast

Wenn nach zwei Jahren Austritt Verhandlungen noch kein Abkommen geschlossen wurde, dann müssen im Europäischen Rat alle Mitglieder einer Verlängerung zustimmen. Aber wer in der EU will bitte Zwiebeln Jahre das Theater mit den Briten mitmachen und das anschließend verlängern?

Die EU hat alle Trümpfe in der Hand und ab dem Aufruf von Artikel 50 durch UK tickt die Uhr gegen UK.

aquadraht
Mitglied
@Sukram: Du faselst Blödsinn wie stets. Die Frist von 2 Jahren beginnt erst mit der Mitteilung, und die hat UK in der Hand. Eine Verlängerung ist möglich, und gerade dann wahrscheinlich, wenn konkrete Abkommen in Arbeit sind, vorausgesetzt, sie werden nicht innerhalb der 2 Jahre fällig. Die Frage ist, wer gewinnt und wer verliert. UK gewinnt erst einmal die Beiträge, die es nicht mehr zahlt, und die Programme, an denen es finanziell beteiligt ist. Das sind zwar nicht die „350 Mill.Pfund pro Woche“, die in der Brexit-Kampagne genannt wurden, also 18Mrd.Pfund im Jahr, sondern nach Angaben der SZ „nur“ 190Mill.Pfund/Woche,… Read more »
Sukram71
Gast
@ a^2 Die Frist von 2 Jahren beginnt erst mit der Mitteilung, und die hat UK in der Hand. Eine Verlängerung ist möglich, und gerade dann wahrscheinlich, wenn konkrete Abkommen in Arbeit sind, vorausgesetzt, sie werden nicht innerhalb der 2 Jahre fällig. Es ist natürlich möglich, die 2 Jahres Frist einstimmig zu verlängern, wenn ein Abschluss der Verhandlungen kurz bevor stände. Aber Groß Britannien ist doch gar nicht in der Position große Forderungen in den Verhandlungen zu erheben und diese zwei Jahre lang hinzuziehen. Wenn die 2 Jahre um sind, dann ist GB eben raus ohne Abkommen. Das ist dann… Read more »
salvo
Gast
sehr richtig, hinzu kommt, dass es Deutschland ist, das am meisten von einem Brexit verliert „One role reversal is that Germany is acting as the moderating force. It’s not hard to see why: Germany loses most from a Brexit. For instance, the UK is a big market for its auto industry and the car-makers also have some operations located there. It’s not just that a leaving the EU means more border costs. The UK will also be poorer by virtue of sterling being weaker. That means Britain will wind up importing less. Cars are big-ticket discretionary purchases and are likely… Read more »
rainer
Gast

…und das soll man lesen….gabors Schwarzen Schwan…..ne wirklich….

Heldentasse
Mitglied

Der „Entdecker“ des „Schwarze Schwan“ ist nicht Gabor Steingart sondern Nassim Taleb und diese Theorie besagt nicht anderes, dass es langfristig immer anders kommt als man denkt bzw. als man berechnen kann. Abhilfe schaffen nach Herrn Taleb nur die „antifragilen“ Systeme, wobei m.E. weder die EU noch das gesamte Finanzsystem dazugehören.

Beste Grüße

The Joker
Mitglied

Einige Brexit-Gegner fordern ja nun gewissermaßen einen „Rückkampf“ – wegen des knappen Ergebnisses.
Nach der Logik hätte man auch beim – noch knapper entschiedenen – Maastricht-Referendum in Frankreich (1992) die Sache wiederholen müssen…

aquadraht
Mitglied
Sukram: Tut soviel Kretinismus nicht weh? Liste doch mal auf, wo UK „etwas von der EU will“. Im Handel würde bei Zollschranken die EU deutlich verlieren, obendrein könnte UK Wirtschaftsförderungsmassnahmen ergreifen, die nach Brüsseler Regeln umgekehrt nicht gehen. Und die EU könnte UK nicht mit Nichtanerkennung als „Marktwirtschaft“ in der WTO erpressen wie China. Bei den Dienstleistungen wäre UK teilweise in einer schwächeren Position, aber das Volumen ist nicht so gross. Ganz am Rande zweifle ich leicht am überwältigenden volkswirtschaftlichen Nutzen gewisser Dienstleistungen, vor allem der „Finanzindustrie“. Bei Niederlassungs- und Freizügigkeitsfragen wäre die EU in der schwächeren Position. Wenn UK… Read more »
Sukram71
Gast

@ a^2

Deine Worte in Gottes Ohr. 🙂
Dann sollen die Briten halt Artikel 50 aufrufen sehen was passiert. Viel zu befürchten habe die ja bei den Verhandlungen mit der EU auf Augenhöhe offenbar nicht…. ^^

Also ich würde davon abraten, aber wer bin ich schon.
Vielleicht wird auch die Wirtschaft der EU so geschädigt, dass die EU den Forderungen GB nachgibt, um die Krise möglichst schnell zu beenden.

Norbert80
Gast
@aquadraht Natürlich gibt es da einen Haufen Details und knifflige Verhandlungen. Aber nur hirnlose Prolls wie Du bilden sich ein, sie könnten UK als Bittsteller behandeln und erpressen. Ich rechne auch nicht mit einem langen Rosenkrieg, die Briten sind i.a. recht pragmatisch. Wie groß die langfristigen Vor-/Nachteile sein werden kann keiner vorhersagen. Psychologie spielt aber in der Wirtschaft eine große Rolle. Es könnte sein, dass viele Großunternehmen GB nicht mehr als „Sprungbrett“ in die EU ansehen und daher die Investitionen dort reduzieren, selbst wenn de facto in der Handelspolitik sich wenig ändert. einen imho wichtigen Vorteil des Brexit hast du… Read more »
Sikke Loling
Gast

UK wird alle Vorteile einer EU-Mitgliedchaft behalten, kann sich aussuchen, welche Gesetze und Vorschriften übernehmen will und wird seine Zahlungen an Brüssel auf Null reduzieren. Schließlich ist Großbritannien Atomstaat. Das sollte als Druckmittel genügen.

joe
Mitglied

GoldmanSucks wird sicher schone ein Brexit Derivat aufgelegt haben…… die werden sicher Ihren Schnitt aus der Sache machen…… egal wie es ausgeht…. die Bankster gewinnen immer

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