Die Glyphosat-Zulassung könnte zu einer Nagelprobe für die Europäische Union werden

whistle_01Wenn sich Mitte nächster Woche der zuständige Fachausschuss der Europäischen Kommission trifft, um über die Wiederzulassung der Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für weitere neun Jahre zu entscheiden, könnte dies ein politisches Erdbeben auslösen. Bereits jetzt kündigt sich – auch dank der SPD – an, dass es im zuständigen Fachausschuss der EU-Kommission keine qualifizierte Mehrheit für die Wiederzulassung geben wird. Die Kommission selbst ist jedoch nicht an das Votum des eigenen Fachausschusses gebunden. So droht aus dem Wiederzulassungsverfahren des laut WHO möglicherweise krebserregenden Glyphosats eine Posse deutscher Lobbyhörigkeit und ein Fanal antidemokratischer Prozesse auf EU-Ebene zu werden. Wenn Sie ein Zeichen setzen wollen, dann sollten Sie noch schnell die Petitionen von Campact und dem BUND mitzeichnen.

Glyphosat ist die Hauptkomponente einer ganzen Reihe von Unkrautvernichtern. 1974 wurde die Chemikalie vom US-Konzern Monsanto als Breitbandherbizit patentiert. Doch dieses Patent ist längst abgelaufen, heute produzieren fast alle größeren Agrarchemie-Konzerne Unkrautvernichter auf Basis von Glyphosat – darunter auch die deutschen Multis Bayer und BASF. Fast 40% der deutschen Ackerfläche wird mit glyphosathaltigen Chemikalien besprüht und sogar im Baumarkt ist die Substanz für alle Hobbygärtner frei verfügbar. Das ist durchaus verständlich, da Glyphosat aus ökonomischer Sicht durchaus seine Vorteile hat: Wenn der Bauer seinen Acker mit Glyphosat besprüht, sterben alle oberirdischen Teile sämtlicher Pflanzen ab – nur spezielle genmanipulierte Nutzpflanzen überleben, deren Saat der Bauer natürlich auch von Monsanto und Co. bekommt. Gift und Nutzpflanze im Komplett-Sorglos-Paket – doch sorglos ist Glyphosat ganz sicher nicht.

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63 Kommentare auf "Die Glyphosat-Zulassung könnte zu einer Nagelprobe für die Europäische Union werden"

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uwej
Gast

Von einer Nagelprobe zu sprechen, halte ich, mit Verlaub, für absurd und einer träge werdenden Gewöhnung des ständigen Vortragens geschuldet. Die EU ist bekanntermaßen geschmeidig, jeder ist nach seinen Mitteln eingeladen sie zu ölen, und im Wesentlichen kennt sie (bar eines ethischen Kontextes außerhalb plumper betriebswirtschaftlicher Werte) eines nicht: Nagelproben. Kandidaten dafür hat es in den letzen Monaten genug gegeben.

Sukram71
Gast
Das ist alles soweit bekannt und stand in aller Breite in der Presse, weil man Glyphosat im Bier gefunden hat. (Beim Bier ist das Jammern aber unsinnig, weil Glyphosat ist zwar „möglicherweise“ krebsauslösend, die 5% (!) Alkohol im Bier sind aber ganz sicher krebsauslösend. :D) Das Hauptargument war ansonsten: Glyphosat ist zwar möglicherweise krebsauslösend, aber was soll man sonst nehmen? Andere Stoffe sind nicht besser. Wenn man Glyphosat in der EU verbietet, dann muss man anderes Gift nehmen, dass vermutlich mindestens genauso krebserregend ist, bloß deutlich weniger erforscht. Bevor man sich über Glyphosat und die EU erregt, sollte man sich… Read more »
Pjotr56
Gast

Unkraut zupfen – wie früher.

leslie
Gast

Haben ja jetzt genug billige Arbeitskräfte. :-O

Mfg

niki
Mitglied

Wenn man Glyphosat in der EU verbietet, dann muss man anderes Gift nehmen, dass vermutlich mindestens genauso krebserregend ist, bloß deutlich weniger erforscht.

Interessantes Argument:
Wir wissen dass es massiv schädlich ist. Aber wir kennen ja nun die Wirkungen. Und was neues wollen wir nicht…! Weil da kennen wir die Nebenwirkungen noch nicht. Ist bestimmt nicht besser… Auch wenn ich davon keine Ahnung habe.
Idiot…!

Anton Chigurh
Mitglied

Blubbb….blubbb…blubb blubbb…bblluuuubbb…..Blubbb….blubbb…blubb blubbb…

gäähn !

Plaste West
Gast

Wenn man Glyphosat in der EU verbietet, dann muss man anderes Gift nehmen, …

Gibt ja auch mechanische Unkrautbekämpfung.
http://www.bund.net/aktiv_werden/aktionen/glyphosat_verbieten/kurzinfo/fragen_und_antworten/#c79766

Schub
Gast

Stimmt…Gibt es…kostet aber viel mehr und speziell in Deutschland ist man nicht bereit mehr Geld für Lebensmittel auszugeben.
Mal davon abgesehen, dass es einen immer weiter wachsenden Teil der Bevölkerung gibt der das schlicht nicht kann…

Pjotr56
Gast

Zum 1. Satz: Das muss nicht bis in alle Ewigkeit so bleiben, s. Frankreich.
Zum 2. Satz: Wie wäre es mit Revolution, s. Frankreich.
Stabile Laternenmasten gibt es hierzulande ja genug.

kreuzrotter
Mitglied

Unkraut wächst nur, wenn ein entsprechender Keimimpuls vorhanden ist, wenn z.B. der Boden verdichtet oder nährstoffarm/arm an Bodenleben ist oder mit Kunstdünger-Dosen malträtiert wird.
Diese Aussage stammt nicht von mir sondern von Dr. Elaine Ingham.

Dazu ihr Vortrag vom Januar 2015 bei der Oxford Farming Konferenz:

The Roots of Your Profits – Dr Elaine Ingham, Soil Microbiologist, Founder of Soil Foodweb Inc (1h6min)
youtube.com/watch?v=x2H60ritjag

Um Unkraut zu unterdrücken werden sogenannte Gründüngungs(cover crops)- oder Bodendecker(ground cover)-Pflanzen eingesetzt.

Moin
Gast
Ja, die Bauern nehmen Roundup aber überwiegend zur Druschvorbereitung, um mechanische Bodenbearbung zu sparen oder um den Erntezeitpunkt „festzulegen“, also überwiegend wird es für Überflüssiges verwendet, aus Zeitersparnis, Ertragsteigerung und Faulheit. Als früher gar keine Gifte verwendet wurde, gab es Rebhühner in rauen Mengen die sich das „Unkraut“ zwischen den Halmen reingezogen haben. Deren Küken wurden mit den Eiern, Puppen und Larven von Schadinsekten aufgezogen. Hecken und Knicks um die Felder beherbergten Igel, Neuntöter und sonstige Insektenfresser. Nach der Flurbereinigung war alles kaputt, neue Nutzpflanzenzüchtungen brauchten auch keine Hecken als Windschutz gegen Bruch mehr. Aktuell versucht man diese Entwicklung rückgängig… Read more »
kreuzrotter
Mitglied
Ja, die Bauern nehmen Roundup aber überwiegend zur Druschvorbereitung, um mechanische Bodenbearbung zu sparen oder um den Erntezeitpunkt “festzulegen”, also überwiegend wird es für Überflüssiges verwendet, aus Zeitersparnis, Ertragsteigerung und Faulheit. Was Sie meinen ist glaube ich die sogenannte Sikkation. Die ist, zumindestens in Deutschland, nur in Ausnahmefällen gestattet. In Deutschland sind seit 2014 Spätanwendungen mit Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Glyphosat in Getreide nur auf solchen Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen bzw. Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung sonst nicht möglich wäre. Damit soll die Anwendung auf solche Situationen und Teilflächen beschränkt werden,… Read more »
Moin
Gast

„Was Sie meinen ist glaube ich die sogenannte Sikkation. Die ist, zumindestens in Deutschland, nur in Ausnahmefällen gestattet.“

Sie schreiben viel Scheiße ! Ist Ihnen das schon aufgefallen ?

Es lohnt kaum auf Ihren Müll einzugehen.

Heißen Sie mit Zweitnick Sukram 71 ?

Robbespiere
Mitglied
@Moin Mann, bist du aber Heute drauf! Der arme Stephan Becker hat doch recht mit seinen Argumenten. Die Reportage von dem Bio-Bauern in den USA habe ich auch schon mal gesehen und war überrascht, wie effektiv der wirtschaftet. Mittlerweile zieht seine Methode Kreise. Man sollte für Produkte, die nach dieser oder vergleichbarer Methode erzeugt wurden ein Gütesiegel schaffen dessen Einhaltung streng überprüft wird.. Dann könnten die Verbraucher selbst entscheiden, was auf ihren Teller kommt und etliche Kleinbauern hätten eine reale Überlebenschance. Und gegen die Entscheidung der Konsumenten, den gentechnisch oder giftbelasteten Müll aus Übersee nicht zu essen, hilft auch kein… Read more »
Moin
Gast
„Die Reportage von dem Bio-Bauern in den USA habe ich auch schon mal gesehen und war überrascht, wie effektiv der wirtschaftet. Mittlerweile zieht seine Methode Kreise.“ Die Uhr läuft in der Landwirtschaft nicht anders als in der übrigen Wirtschaft. Sowas könntest du wissen, zumindest erahnen. Die Uhr ist auf neoliberale Agrarindustrie gestellt. Wenn die Rendite stimmt, sind Schäden Nebensache. „Man sollte für Produkte, die nach dieser oder vergleichbarer Methode erzeugt wurden ein Gütesiegel schaffen dessen Einhaltung streng überprüft wird.. Dann könnten die Verbraucher selbst entscheiden, was auf ihren Teller kommt und etliche Kleinbauern hätten eine reale Überlebenschance.“ Das Problem ist,… Read more »
kreuzrotter
Mitglied

@Robbespiere

Vielleicht sollte ich lieber mal den Bauplan einer Atombombe erklären oder wie man Giftgas herstellt, das würde wahrscheinlich mehr Interesse hervorrufen. Das sind ja schließlich auch zwei ganz interessante Themen.
Die Welt retten. Pah! Wie langweilig. Dann doch lieber schön verzweifelt und jämmerlich sterben.

Moin
Gast
Robbespiere
Mitglied
@Moin Die Uhr läuft in der Landwirtschaft nicht anders als in der übrigen Wirtschaft. Sowas könntest du wissen, zumindest erahnen. Die Uhr ist auf neoliberale Agrarindustrie gestellt. Wenn die Rendite stimmt, sind Schäden Nebensache. Das ist ja offensichtlich, dazu muss man sich nur ansehen, welche Agrarbetriebe in der EU gefördert werden und welche nicht. Das Höfesterben betrifft immer die Kleinen. Das Problem ist, dass Produkte mit Ökogütesiegel teurer sind. Am Beispiel des genannten Farmers in den USA zeigt sich, dass das nicht so sein muss, denn die eingesetzte Chemie gibts ja keineswegs für lau und erzeugen auch nicht per se… Read more »
Moin
Gast
Ich bin nicht für Qual-, und Massenhaltung. Nicht das es jemand in den falschen Hals bekommt. Ich überlege wie man der Landflucht begegnen könnte, wie man kleinräumige Nebenerwerbsbetriebe und Subsitenzwirtschaft attraktiver machen könnte. Der Osten entvölkert und viele Regionen im Westen auch, obwohl zunehmend Resthöfe und Kleinsthöfe vererbt werden. Dafür gibt es nur eine sozial-ökologische Lösung. Die Problemlösung ergibt sich nur aus der Einsicht in Gründe und Zusammenhänge. Die klassischen Ökologen samt ihren Steckenpferdchen plus Fachidiotentum sind mir zuwider. Die Lösung liegt in Eigentumsverhältnissen begründet, und das viele wieder kleinräumig Landwirtschaft betreiben können und wollen. Der Selbstversorger, der mit geringen… Read more »
Truvor
Mitglied
Moin
Gast

Das Zeug ( Roundup=Glyphosat ) ist ein Killer. Das wissen sogar die Grünen.

„Extrem giftig ist Glyphosat bekanntermaßen für Fische und Amphibien, deshalb wird Glyphosat auch für das weltweite Amphibiensterben mitverantwortlich gemacht.“

https://www.gruene-bundestag.de/themen/agrar/welche-gefahren-gehen-von-glyphosat-aus.html

kreuzrotter
Mitglied
Eine Ergänzung, die einiges an Problemen in der Rinderhaltung erklärt: Nervengift für Rinder Chronischer Botulismus und der Einsatz von Glyphosat – ein Lehrbeispiel für politisches Versagen von Sievert Lorenzen (Professor für Zoologie an der Universität Kiel.), Dezember 2012 … Und Monsanto behauptet noch immer mit Nachdruck, die Anwendung von Glyphosat in Landwirtschaft, Gärtnerei und anderen Bereichen stelle kaum ein gesundheitliches Risiko für Mensch und Tier dar, weil bei ihnen der Shikimat-Stoffwechselweg nicht vorkomme.Diese Auffassung zeugt von geradezu kriminellem Leichtsinn, denn als starker Chelator (wegen hoher Polarität) kann Glyphosat im Prinzip alles blockieren, was ebenfalls polar ist, und dazu gehören außer… Read more »
jowi
Mitglied

Interessant!

Heldentasse
Mitglied

Eins ist gewiss, wenn eine große Sauerei parlamentarisch, oder auch mal ohne Parlament, eingestielt werden soll, stehen die Sozen und die Schwarzen immer in erster Reihe. Das es diesmal um ein Gift geht, welches auf ganzer Breite die Natur schädigt juckt die nicht, Hauptsache die Knete und die Pöstchen stimmen. Ich hoffe das ich noch lange genug durchhalte um mit zu bekommen, wie diese Typen selber das zu spüren bekommen was sie anrichten, denn entkoppeln von Natur und Umwelt kann man sich mit Knete und politischer Macht im Grunde nicht.

Beste Grüße

Heldentasse
Mitglied
Moin
Gast

Immer noch ne Schaufel Gift drauf !

Nächste Runde :

-Neonicotinoide, tödlich für Bienen und Vögel-

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2015-04/bienen-studie-neonicotinoide

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2014-07/insektizid-neonicotinoide-voegel

Robbespiere
Mitglied
Heldentasse
Mitglied

Nun wird aber schnellstens Zeit das TTIP kommt! Dann können die diesen Dreck ja hier unter das Volk bringen und wer nicht brav konsumiert wird halt verklagt.

Beste Grüße

Bruder Johannes
Gast

Monsanto gehört ebenso wie Nestlé zu den Konzernen, die ausradiert gehören.

Erste Hilfe u. a. auch: keinen deutschen Wein mehr trinken.

Robbespiere
Mitglied

@Bruder Johannes

Es gibt Alternativen:
http://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/glyphosat-deutschem-wein-und-saft
Die Auswahl machts.

Heldentasse
Mitglied

@Bruder Johannes

Manchmal besteht die „Hilfe“ auch darin Wein zu trinken, denn kein Alkohol ist auch keine Lösung.

Beste Grüße

Bruder Johannes
Gast

Stimmt auch wieder. Aber es muss ja nich Riesling sein…

kreuzrotter
Mitglied
Die Firmen Bayer oder BASF wollen anscheinend die Firma Monsanto bailouten: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/05/12/spekulation-bayer-und-basf-wollen-monsanto-uebernehmen/. Wie blöd kann man sein! Der Firma Monsanto gebe ich noch maximal drei Jahre, dann ist die Pleite wegen zig verlorener Prozesse (falsche Versprechungen bei Gentechnik bzw. Saatgut und Pflanzenschutzmittel). Erst hat die Firma Siemens vor fast zwei Jahren so eine wirtschaftliche und wahnsinnig vorrausschauende Wahnsinnstat vollbracht indem es im September 2014 den Kompressoren- und Turbinen-Hersteller Dresser-Rand für 6 Mrd. Dollar gekauft hat: Pleitewelle in der US-Ölindustrie beschleunigt sich – Fracking-Land ist abgebrannt Von Nils-Viktor Sorge, 23. Februar 2016 Dresser-Rand-Kauf zum ungünstigsten Zeitpunkt In Deutschland scheint das Thema… Read more »
Bruder Johannes
Gast

Was wird eigentlich an deutschen Wirtschaftsfakultäten gelehrt?

Wie man durch Selbstdarstellung die Abwesenheit von Hirn kaschiert.

Bruder Johannes
Gast

Erst hat die Firma Siemens vor fast zwei Jahren so eine wirtschaftliche und wahnsinnig vorrausschauende Wahnsinnstat vollbracht indem es im September 2014 den Kompressoren- und Turbinen-Hersteller Dresser-Rand für 6 Mrd. Dollar gekauft hat:

Kennt jemand Beispiele von deutschen Firmen, die in den USA oder UK mit Mehrheitsbeteiligungen an bedeutenden Unternehmen nachhaltig erfolgreich sind/waren?

kreuzrotter
Mitglied

Zum deutschen Wein:

Hier eine von vermutlich vielen Alternativen in Deutschland:
veldenzerhof.de/unser_wein.htm

Entdeckt durch diesen Artikel:

Biodiversität ist die Grundlage für Terroirqualität
von Hans-Peter Schmidt, 25. Mai 2013
Aufgrund der unverkennbaren Zeichen, dass selbst auf renommierten Weinlagen die Aromenqualität der Trauben abnimmt und zugleich die Krankheitsanfälligkeit der Reben nach stets neuen Pestiziden ruft, hat ein Prozess des Umdenkens im Weinbau begonnen. Winzer in vielen Weinbauregionen Europas beginnen die traditionellen Gewohnheiten des derzeitigen Weinbaus zu hinterfragen, die ökologischen Zusammenhänge ihres Metiers wiederzuentdecken und sich auf die natürlichen Grundlagen der Terroirqualität ihrer Weine zu besinnen.

http://www.ithaka-journal.net/biodiversitat-ist-die-grundlage-fur-terroirqualitat

The Joker
Gast

Hallo Bruder Johannes,

Erste Hilfe u. a. auch: keinen deutschen Wein mehr trinken

Sie sind mir da ein Ideechen zu volksverräterisch.
Wir werden für Sie ein bequemes Stühlchen zurechtrücken.
Die Drähte rechts und links? Ach was, die dienen nur zur, ähem, Beleuchtung.
😉

Bruder Johannes
Gast

Ja, dann nehm ich doch lieber ein Tässchen von dem guten Zeugs! Vielleicht können wir anstoßen und gemeinsam trinken? Dazu singen wir dann das beliebte Trinklied: „Warum wird’s mir am Rhein so schlecht!…“

„Mach mal Deinen Rucksack auf! Ich muss k…“

„Jetzt ist aber gut! Raus hier!“

ermalwieder
Gast

Und jetzt kommt die WHO damit heraus:
Glyphosat sei doch nicht schädlich.

Gutes timing , kurz vor der Abstimmung im EU-Parlament.
Knallharte Profis wissen eben zu welcher Zeit an welchen Schräubchen gedreht werden muss.

Glyphosat – doch nicht so gefährlich?

Robbespiere
Mitglied

@ermalwieder

Na, wenns so weitergeht, wird Glyphosat demnächst als lebenswichtiges Vitamin geoutet und eine Verzehrempfehlung erteilt.:-)

Moin
Gast

DDT galt auch sehr lange als ungefährlich. Contergan war auch nur ein Medienhype.

Die Diskussion über die karzinogene Wirkung von Glyphosat ist doch nur vorgeschoben

um als Teppich über der Wirkung als Umweltgift zu liegen. Es ist eindeutig nachgewiesen,

dass Glyphosat ein Fisch-, und Amphibiengift ist.

superlupo
Gast

Alles Gut und Ehrenhaft, aber einen Gilles-Éric Séralini als Experten hier aufzuführen, wird den Artikel für Viele diskreditieren.

kreuzrotter
Mitglied

@superlupo
Schöne Grüße an Bayer, BASF, Monsanto, Syngenta, DuPont, Dow Chemical und all die anderen.

Man kann sich informieren, wenn man will, man muss aber nicht.

Ten things you need to know about the Séralini study
December 30th, 2012
http://www.gmoseralini.org/ten-things-you-need-to-know-about-the-seralini-study/

kreuzrotter
Mitglied

Noch eine sehr gute Informationsmöglichkeit, die man sich mehrmals anschauen sollte, um alles zu kapieren:

Monsanto, mit Gift und Genen (1h49min) von Marie-Monique Robin aus dem Jahr 2008

ermalwieder
Gast

U.N. Releases Controversial Report Just Before E.U. Makes A Big Decision!

http://investmentwatchblog.com/u-n-releases-controversial-report-just-before-e-u-makes-a-big-decision/

kreuzrotter
Mitglied

„Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluß vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr feststellen,
daß man Geld nicht essen kann.‘‘

Frau Malmström verfluche ich jetzt schon.

kreuzrotter
Mitglied
Und noch etwas wichtiges was so nicht allzu oft in den Medien erwähnt wird: „Evidence of decreasing mineral density in wheat grain over the last 160 years“ von Ming-Sheng Fan, Fang-Jie Zhao, Susan J. Fairweather-Tait, Paul R. Poulton, Sarah J. Dunham, Steve P. McGrath Received 3 July 2007; accepted 2 July 2008 http://www.kore.no/documents/2015/02/evidence-of-decreasing-mineral-density-in-wheat-grain-over-the-last-160-years.pdf Es geht um den, vor allem seit den 60ern, deutlich sinkenden Mineralgehalt in unseren Lebensmitteln. Erklärt wird das auch in einem Vortrag vom Agrarwissenschaftler Dr. Maarten Stapper (ehemals CSIRO, Australien, bis er die Agro-Gentechnik erfoschen sollte), gehalten auf der 10. Internationalen Permakulturkonferenz (IPC) in Jordanien im Oktober… Read more »
Lennard
Gast

Als Ergänzung:

https://theintercept.com/2016/05/17/new-evidence-about-the-dangers-of-monsantos-roundup/

PS.: Da wohl einige der Kommentatoren die verlinkte Doku („Gift im Acker“ o.ä.) nicht gesehen haben: Das Problem ist nicht mal der isolierte Wirksstoff an sich sondern…

Independent scientists have been reporting since at least 1991 that pesticides containing glyphosate along with other ingredients were more dangerous than glyphosate on its own.

kreuzrotter
Mitglied

Es gibt allerdings auch noch alle möglichen anderen giftigen Pestizide außer Glyphosat bzw. Roundup, vor allem nachdem immer mehr Pestizide unwirksam werden (Superunkräuter). Deren Risiko-Potential kenne ich nicht.

Aber ich weiß, dass man jegliche Pestizide und Mineraldünger nicht braucht, wenn man richtige biologische Landwirtschaft prakiziert, die auf die Arbeit MIT der Natur und nicht gegen sie arbeitet (Stichworte: Soil Food Web, Symbiose zwischen Pflanzen und Mikroorganismen, Mucigel, BNF, Kommunikation zwischen Mikroorganismen untereinander und mit den Pflanzen, eigene Abwehrkräfte von Pflanzen, verbesserter Wasserhaushalt durch Biodiversität etc.).

kreuzrotter
Mitglied
Glyphosat ist noch wesentlich schädlicher als angenommen, wenn man die Fakten kennt. Dazu ein Vortrag des emeritierten US-Professors Don Huber, Jahrgang 1935, von der Purdue Universität in Indiana, der im Bereich Pflanzenpathologie, d.h. an Pflanzenkrankheiten, forschte. Grassfed Exchange 2014 – Dr. Don Huber Hier der ausführlicher Lebenslauf (englisch) von Don Huber: Research, academic and military background of Dr. Don M. Huber, Emeritus Professor of Plant Pathology Purdue University http://www.nvlv.nl/downloads/Dr_Huber_bio.pdf Es gibt übrigens weder im deutschen noch im englischen Wikipedia einen Artikel über ihn. Glyphosat behindert oder unterbindet nicht nur den wichtigen sogenannten Shikimisäureweg, d.h. das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS), sondern auch… Read more »
jowi
Mitglied
Die Aussagen des Vortrags sind erschreckend. Liest man den Wikipedia – Eintrag zu Glyphosat, so fällt auf, dass dort alles viel positiver dargestellt wird. Zum Beispiel die Abbaurate im Boden, die Verweildauer. Wenn ich den Dr. Huber (starker amerikanischer Akzent und undeutliche Aussprache) richtig verstanden habe, kann das Mittel 25 Jahre im Boden verweilen. Es adsorbiert an diverse Bodemineralien (Chelateffekt) und ist damit vor dem mikrobiellen Abbau geschützt. Phosphatgaben (Dünger!) kann dann Jahre später das adsorbierte Mittel wieder mobilisieren und es treten dann die genannten Effekte für die Feldfrüchte auf, vor allem die Schwächung der Abwehrkräfte der Pflanze kann dann… Read more »
Heldentasse
Gast

Liest man den Wikipedia – Eintrag zu Glyphosat, so fällt auf, dass dort alles viel positiver dargestellt wird. Zum Beispiel die Abbaurate im Boden, die Verweildauer.

Die manipulieren offensichtlich da auf Teufel komm raus, wenn es aus Sicht diverser Interessengruppen notwendig und nützlich scheint. Ich glaube denen in brisanten Bereichen ohne „gegenchecken“ nichts mehr!

Beste Grüße

jowi
Mitglied
Die Einseitigkeit des Wikiprdia-Artikels wird an vielen Stellen deutlich, ohne die zitierten Quellen geprüft zu haben (dafür fehlt mir gerade die Zeit). Beispiel: Im Vergleich mit anderen Herbiziden weist Glyphosat meist eine geringere Mobilität, Lebensdauer und eine geringere Toxizität gegenüber Tieren auf.[8][9][10] Dies sind für landwirtschaftlich verwendete Herbizide in der Regel wünschenswerte Eigenschaften. Über Medienberichte und wissenschaftliche Studien, die Gesundheitsgefahren von Glyphosat darlegten, findet seit Jahren eine intensive öffentliche, wissenschaftliche und zunehmend auch regulatorische Auseinandersetzung statt. Hier sieht man schön, wie gerissen die Schreiberlinge sind. Das Positive wird herausgestellt und scheinbar wissenschaftlich seriös mit Quellenangaben untermauert, während das Negative Gegenstand… Read more »
kreuzrotter
Mitglied
Wenn ich den Dr. Huber (starker amerikanischer Akzent und undeutliche Aussprache) Sein Akzent geht irgendwie ein bischen Richtung Texas, auch wenn er in Arizona und Idaho aufgewachsen ist. Ich glaube er hat noch etwas Probleme mit seinen Dritten Zähnen. 😉 Bei anderen Gelegenheiten war er glaube ich besser zu verstehen. Es adsorbiert an diverse Bodemineralien (Chelateffekt) und ist damit vor dem mikrobiellen Abbau geschützt. Phosphatgaben (Dünger!) kann dann Jahre später das adsorbierte Mittel wieder mobilisieren Nicht nur Phosphat-Verbindungen können das Glyphosat im Boden freisetzen, sondern alle möglichen Mikroorganismen: Metals, minerals and microbes: geomicrobiology and bioremediation By Geoffrey Michael Gadd1 Correspondence… Read more »
kreuzrotter
Mitglied
@Jowi Leider werden die vielfältigen Möglichkeiten der Natur immer wieder unter den Teppich gekehrt. Das fängt schon in der Schule an und hört an der Uni nicht auf! Unterirdische Lockmittel für nützliche Nematoden Wissenschaftler decken weitere Details der Abwehrstrategien von Pflanzen auf 7. April 2005 Neben den Freilanduntersuchungen in Ungarn an zwei verschiedenen Maissorten, bauten die Forscher im Labor ein sechsarmiges so genanntes „Olfactometer“ (s. Abbildung) auf. Die Tausenden eigens gezüchteten Nematoden wurde in der Mitte des Apparates freigesetzt und wählten dann einen „chemischen Pfad“ in einen der sechs Arme. Das Olfactometer offenbarte somit, welche Maissorte in der Lage war,… Read more »
jowi
Mitglied
@Stephan Becker D.h. Insektizide sind völlig unnötig. Wenn Pflanzen ohne menschgemachte Insektizide nicht überleben könnten, dann gäbe es sie nicht mehr. In dem halben Jahr in dem ich als Student bei der BBA an einem Forschungsprojekt im integrierten Pflanzenschutz mitarbeiten durfte wurden mir drei Dinge sehr klar: 1. Auch in der Wissenschaft wird viel getrickst. 2. Die Fremdfinanzierung von Forschung fördert diese Trickserei. 3. Auch die Konsumenten lassen sich gern austricksen. Es sind nicht zuletzt die Konsumenten, mit ihrer Marktmacht, die es schwierig machen, im großen Stil auf Insektizide zu verzichten. Denn sie wollen meist billige und makellose Ware, ohne… Read more »
Heldentasse
Mitglied

@Jowi

Wenn Pflanzen ohne menschgemachte Insektizide nicht überleben könnten, dann gäbe es sie nicht mehr.

ACK! Allerdings geht es darum gar nicht, denn um möglichst viel Profit zu machen braucht man spezielle Pflanzen und Monokulturen die ganz spezielle Gift benötigen um zu wachsen. Man verdient dabei am Saatgut, welches jedes Jahr neu vom Bauer gekauft werden muss, und an den speziellen Giften die diese Pflanzen benötigen.

Mal ganz grob gesagt, dass ist m.E. auch der Grund warum Bayer Monsanto schlucken möchte.

Beste Grüße

jowi
Mitglied
@Stephan Becker Ich habe mir den Vortrag über die Ko-evolutionäre Pflanzenzucht nun angeschaut und bin sehr angetan. Ein hervorragender Ansatz dem man nur viel Erfolg wünschen kann. Ein riesiger und nicht auf die Biologie beschränkter Fehler ist es, sich bei der evolutionären Selektion einzig auf die Individualebene zu fokussieren. Diese beschränkte Denkweise hat auch den Erfolg der neoliberalen Ideologie begünstigt, die viele Menschen für natürlich halten. Dass die natürliche Selektion aber auch auf Gesellschaften (im weiteren Sinn) wirkt, wurde und wird häufig vernachlässigt. Die negativen Folgen dieser beschränkten Sicht werden oft erst verzögert sichtbar. Berühmt ist das Selektionsexperiment mit Hühnern,… Read more »
Heldentasse
Mitglied
kreuzrotter
Mitglied
@Heldentasse Das mag sein, dass es schlimm für die Menschheit aussieht. Das Wissen, die Möglichkeiten und die Mittel sind aber schon alle vorhanden, um allen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen. Man müsste vor allem das Wissen dafür verbreiten. Einiges davon habe ich hier im Blog in den letzten Monaten verlinkt und beschrieben. Man kann das Ruder immer noch herum reißen. Jeder einzelne kann etwas dafür tun dieses Wissen zu verbreiten. Auch die alternativen Medien sind hier gefragt. Wie gesagt: Geld kann man nicht essen. Wenn sich im Amazonasgebiet, aufgrund der fortschreitenden Abholzung und des daraufhin ausbleibenden Niederschlags, in eine… Read more »
kreuzrotter
Mitglied

Ich hatte den Vortrag von Don Huber nur ein Stück weit gesehen, als ich meinen Kommentar schrieb. Jetzt habe ich ihn fast durch und hörte noch etwas erstaunliches:

Don Huber reiste 2014 oder 2013 durch mehrere europäische Länder, um sich vor Ort zu informieren. In Österreich gab es bis 2014 keinerlei Probleme mit chronischem Botulismus (angeblich ein Biogasanlagen-Problem) – dort betreibt ein großer Anteil der Landwirte Bio-Landwirtschaft, in Deutschland dagegen gibt es jede Menge Probleme mit dieser Krankheit, vor allem im Nordwesten der Republik.

kreuzrotter
Mitglied
Und noch etwas erscheckendes aus diesem Vortrag: Junge, Mädchen oder keins von beidem Von Christiane Meister, 1. November 2013 Anders als das „Preußische Allgemeine Landrecht“ von 1794, das einen Zwitterparagraphen enthielt, gab es in der Bundesrepublik Deutschland bislang nur zwei Geschlechter. Das ändert sich am 1. November 2013 – wenn auch nur ein Stück weit. Die bislang kaum beachtete Revision des Personenstandsgesetzes gibt vor, dass, „wenn ein Kind weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden kann, die Angabe in das Geburtenregister weggelassen wird“. http://www.zeit.de/wissen/2013-10/intersexualitaet-geschlechtsangabe-personenstandsgesetz-aenderung Don Huber sieht diese Gesetzesänderung in Zusammenhang mit den Problemen in den USA mit… Read more »
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