Überzogene Forderungen? Es wird viel zu wenig gestreikt!

LuckystreikKommentar

Und es geht los. Mal wieder. Hand in Hand schimpfen Politik und Medien auf die Streikenden. Wenn man nicht mehr in seinen Flieger steigen kann, weil das Personal streikt oder den Flug eh vergessen kann, weil die Kita dicht gemacht hat, dann ist aber so was von Schluss mit lustig! Was bilden die sich eigentlich ein?

„Die“ bilden sich gar nichts ein, das rettet sie. Die Streikenden bilden sich nicht ein, dass die Löhne zu niedrig sind, die Zahl der befristeten Arbeitsplätze zunimmt, die Altersvorsorge immer desaströser wird und die Zeitarbeit sich wie ein Geschwür in den Arbeitsmarkt geschlichen hat. Wenn sich jemand etwas einbildet, dann sind es die, die jetzt auf die Streiks schimpfen. Nämlich, dass es eigentlich gar keinen Anlass zum Streiken gebe.

Es ist bezeichnend, dass die Medien derzeit wieder voll von Berichten über Streiks sind. Ebenso bezeichnend ist die Tatsache, dass nur am Rande über die Forderungen berichtet wird. Der Schwerpunkt liegt auf den grauenvollen Verlusten der Unternehmen und den armen Menschen, die jetzt ihren Alltag umgestalten müssen. Ja, das ist so. Aber mal ehrlich, wie sieht denn ein optimaler Streik aus? Ist das dann eine Veranstaltung, die die Arbeitgeber überhaupt nicht mitbekommen? Ist der perfekte Streik eine Arbeitsniederlegung, ohne dass die Arbeit liegen bleibt? Wohl eher nicht.

Schizophren ist das schon. Auf der einen Seite weiß inzwischen (ob er will oder nicht) ein großer Teil der Bevölkerung, woran es krankt, warum die Altersarmut wächst, Millionen Kinder mit nichts aufwachsen, die Löhne stagnieren, der Arbeitsmarkt ein Ort der Aufstocker geworden ist. Täglich schimpfen unzählige Menschen an Stammtischen und im Netz über die Politik, die sich inzwischen ganz offen nur noch Unternehmensinteressen verpflichtet fühlt. Es ist eigentlich fast allen klar, dass „die da oben“ von uns hier unten nichts wissen wollen. Die Durchsetzung von TTIP ist da nur ein Mosaikstein, denn alles, was Handel und Arbeit betrifft, wird im Kern nur zum Wohl des Kapitals praktiziert. Auf der anderen Seite kriegen den Ärger über diesen Ärger die ab, die darunter leiden.

Es wäre schon viel gewonnen, wenn sich die Streikkritiker darauf besinnen würden, auf welche Seite sie gehören. Ein Angestellter mit einem Hungerlohn muss kein Mitleid mit der Lufthansa haben, weil die durch Streik Verluste einfährt, die den Gewinnen rücksichtsloser Geschäftsgebaren gegenüber stehen. Das ist eine Solidarität, die völlig sinnlos ist und die niemals auf Gegenseitigkeit beruhen wird. Man wird auch nicht besser behandelt oder gar bevorzugt, wenn man sich brav nicht an Streiks beteiligt. Im Gegenteil, man verhindert, dass nachvollziehbare Forderungen, die die ganze Gesellschaft betreffen, durchgesetzt werden können.

Und auf die Erzieher zu schimpfen, weil die die Arbeit niederlegen, ist genau genommen ein Schuss ins eigene Knie. Gute Bezahlung (nicht nur sie, aber zu einem wesentlichen Teil schon) wirkt sich auf die Qualität der Arbeit aus. Und die sollte doch, wenn es um unsere Kinder geht, auf einem möglichst hohen Level sein, oder? Logisch wäre es, wenn die Eltern gemeinsam mit den Erziehern auf die Straße gehen und einfordern, was sinnvoll ist: dass dem Personal, das sich um unseren Nachwuchs kümmert, mit Wertschätzung begegnet wird.

Der Streik ist eines der letzten Mittel, das der arbeitenden Bevölkerung überhaupt noch bleibt, um ihre Rechte durchzusetzen. Das passt Politik und Medien nicht, weil sie kein Interesse an diesen Rechten haben.

Im Grunde wird noch viel zu wenig gestreikt.

——————————————————————————————————-
Bild: Wikimedia Commons

Hinterlasse einen Kommentar

64 Kommentare auf "Überzogene Forderungen? Es wird viel zu wenig gestreikt!"

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
R_Winter
Mitglied

Der Streik ist eines der letzten Mittel, das der arbeitenden Bevölkerung überhaupt noch bleibt, um ihre Rechte durchzusetzen.

Nein, in unserer neoliberalen Wirtschaftsordnung ist der Streik nicht das „letzte Mittel“, sondern ein normaler Vorgang. Im Krieg Reich gegen Arm nützen Worte nichts mehr.

Ohne Streiks lassen sich die seitens der EU europaweit vorgegebenen Ziele ( u.a. 1,95% Inflation in allen EU-Staaten p.a.) nicht durchsetzen.

Im Grunde wird noch viel zu wenig gestreikt.

Nicht „im Grunde“ – es wird zu wenig gestreikt. Siehe Boni des Vorstandes bei VW als Beispiel und die Lohnerhöhung der Belegschaft.

Pirxmann
Gast

Dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen. Dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen und stärkt den Verstand.
Danke

R_Winter
Mitglied
Ergänzung: Streiks und Wahlergebnisse der „Die Linke“ haben etwas gemeinsam: Das von den neoliberalen geprägten Medien „Schmuddel-Image“. Viele wissen, dass die Gewerkschaften mit ihren seltenen Streiks so richtig liegen, wie „Die Linke“ mit ihren Forderungen und Einwände, aber sie werden in der Sache ignoriert oder als „Das-tut-man-nicht“ dargestellt, da diese Forderungen unanständig („DDR-belasted“) sind und angeblich Arbeitsplätze gefährden („sonst müssen wir die Kambodschaner mehr ausnutzen“). Beide Organisationen/Partei sind der Langzeitstrategie der Neoliberalen erlegen und selbst der Autor von diesem guten Artikel erliegt dieser Strategie, indem er das Streikrecht fast entschuldigend darstellt („im Grunde“ usf) – unbewusst (er ist doch sonst… Read more »
wschira
Mitglied

Ich kann Ihnen da nicht ganz folgen. Streiks sind nicht „DDR-belastet“, es gab da keine. Einmal wurde gestreikt, das war am 17.Juni 1953. und wie das ausging, kann man in den Geschichtsbüchern nachlesen.

Sukram71
Gast

Das Problem mit Streiks zB im ÖPNV (wie gestern und vorgestern in Köln und Bonn) ist, dass da in erster Linie die normalen Leute von betroffen sind.

Wenn man deshalb morgens auf dem Weg zur Arbeit und im Feierabend ne Stunde im Stau steht, fällt einem die Einsicht, dass die Beschäftigten zurecht für höhere Löhne streiken einfach entsprechend schwerer. 🙂

Wenn zB die Produktion eines Industrieunternehmens bestreikt wird, ist das idR anders.

Jan Moltke
Gast

Und die normalen Leute zahlen auch die Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst durch höhere Steuern oder Einsparungen an anderer Stelle.

schwitzig
Gast

@Jan Moltke

Und die normalen Leute zahlen auch die Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst durch höhere Steuern oder Einsparungen an anderer Stelle.

Angesichts der Qualität Deiner Beiträge gehe ich davon aus, dass Du eine so schwerwiegende geistige Behinderung hast, dass Du noch niemals hattest arbeiten können – weder im ÖD noch in der Privatwirtschaft.
Du weisst also nicht, wovon du schreibst.

Reinard Schmitz
Gast

Das ließe sich durch Wahlen regulieren, oder?

Mordred
Gast

soweit denkt der typ nie in seine kurzen statements.

der Doctor
Gast
Und die normalen Leute zahlen auch die Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst durch höhere Steuern oder Einsparungen an anderer Stelle. Für sich genommen trifft dieser Satz natürlich zu, allerdings zahlen ÖD- Beschäftigte auch Steuern, zahlen also im Prinzip ihre Lohnerhöhungen auch mit, und sind ebenso von Einsparungen betroffen,oder glaubst du, da wird für ÖD-Beschäftigte eine Ausnahme gemacht? Außerdem zahlen ÖD- Beschäftigte auch die Lohn- und Gehaltserhöhung in der freien Wirtschaft mit, durch Kauf von Waren und Dienstleistungen. Denn wie finanziert man dort Lohnerhöhungen? Genau, sie werden auf den Preis aufgeschlagen. Heißt im Fazit, es gibt kein einseitiges Nehmen, wie dieses Argument… Read more »
Mordred
Gast

top posting. thx.

Robbespiere
Mitglied

@der Doctor

Bravo, schwachsinnige Argumente bestens zerpflückt.

der Doctor
Gast

@Mordred,Robbespiere

Danke, bin persönlich betroffen, nämlich ÖD-Mitarbeiter,und gewerkschaftlicher Vertrauensmann.War auch Acht Jahre Personalratsmitglied, daher bin ich mit der Materie vertraut.

1992 haben wir beim letzten großen Erzwingungsstreik eineinhalb Wochen den gesamten ÖD lahm gelegt, und Heute jammern sie,wenn man einen Tag nicht fahren oder fliegen kann.

Dabei handelt es sich meist um Leute, die selber den Arsch nicht hoch kriegen, um für ihre Interessen zu kämpfen.Aber Sukrams SPD hat ja mit dem Tarifeinheitsgesetz bereits Voraussetzungen geschaffen. das Streikrecht weiter zu beschneiden.

Robbespiere
Mitglied
@der Doctor Dabei handelt es sich meist um Leute, die selber den Arsch nicht hoch kriegen, um für ihre Interessen zu kämpfen.Aber Sukrams SPD hat ja mit dem Tarifeinheitsgesetz bereits Voraussetzungen geschaffen. das Streikrecht weiter zu beschneiden. Von unserem SPD-Edelblogger ist vernunftbegabtes Denken leider nicht zu erwarten. Entweder er ist ein Opfer der jahrelangen neoliberalen Hirnwäsche oder er sitzt von Haus aus auf einem Sack Kohle und vertritt entsprechend Eigeninteressen. Von solchen armseligen Mitläufern darf man sich nicht ins Boxhorn jagen lassen, du liegst mit deinen Ansichten vollkommen richtig. Vielleicht kommt er ja noch in den den Genuß, die tollen… Read more »
GrooveX
Mitglied

der sack kohle, auf dem der sitzt, gehört einem hausbesitzer (ag, ohg, gmbh oder ähnliches). der leidet unter kognitiver dissonanz, sagt man.

Robbespiere
Mitglied

@GrooveX

der leidet unter kognitiver dissonanz, sagt man……..

…..und fühlt sich scheinbar als merkbefreiter Dackel pudelwohl.

GrooveX
Mitglied

deshalb gibt es nur einen streik, der den namen verdient und von allen wie party gefeiert werden sollte – den generalstreik. wenn die erzieherinnen zu wenig geld kriegen, dann streiken die aldi-kassiererinnen, die buchhalterinnen bei immobilienhaien, die druckerinnen und die schichtakkordmetallerinnen bei mercedes. dann ist auch mal was los im land!

Moin
Gast

Nein, Claus Weselsky ist der Belzebub, ein Dämon. Er tarnt sich in einer Schwefelwolke und verfügt über magische Kräfte. Er kann machen das die Bahn zu spät bis gar nicht kommt.

Streiks sind böööösääää !

Man liest ja so viel……….außerdem muss man pünktlich auf der Maloche sein……Man ist ja heute so tauschbar……..

schwitzig
Gast

@Sukram71
Du replizierst exakt die Argumentation der Südstaatler, weshalb sie unbedingt Sklaven brauchten.
Passt zu Deinem Charakter.

niki
Mitglied

@ Sukram: Was außer streiken sollen die denn noch machen? Argumentatiuonen und so weiter haben schließlich nicht geholfen. Ergo setzt man den Arbeit-„Geber“ unter Druck. Da ist die Branche so etwas von egal. Und eigentlich wäre es wirklich sinnvoll mal das ganze Land für 3 Wochen oder so lahmzulegen… (bis auf die absolut lebensnotwendige Grundversorgung für Schwerkranke u.ä.)
Ja, Ein Generalstreik wenn du so willst. Illegal? Scheißegal!

Lykurg
Mitglied

Da sieht man aber auch, wie die Gehirnwäsche funktioniert. Die Leute könnten ja auch auf die Unternehmer wütend sein, die die Arbeiter in den Streik treiben, weil sie sich weigern Löhne angemessen zu erhöhen. Stattdessen scheint sich die Wut aber auf die Gewerkschaften zu konzentrieren, obwohl die meisten Menschen unselbständig beschäftigt sind und hier eigentlich ein Gefühl der Solidarität bestehen sollte.

Mordred
Gast

scharfsinnige erkenntnis. und jetzt?

hart backbord
Gast

In Frankreich gibt es auch noch das recht effektive Mittel des Bossnapping.

Heldentasse
Mitglied

Die Krux in Teutschland ist auch diese jene:

Ein Generalstreik, der ein ganzes Land lahm legt, ist in Deutschland rechtswidrig, wenn mit ihm ein politisches Ziel verfolgt wird. Das deutsche Streikrecht bezieht sich nur auf konkrete Lohnabschlüsse für ganz bestimmte Branchen. Streiken dürfen in Gewerkschaften organisierte Arbeiter und Angestellte gegen ihre Tarifpartner, die Arbeitgeber. Das Streikrecht legitimiert den Kampf für bessere Lohnabschlüsse, aber keine allgemeinen anderen politischen Zielsetzungen.

Quelle

Aber ist ja eh egal, der Michel hat ja in der Regel andere Vorlieben.

Beste Grüße

Rainer N.
Gast

Nun denn: Art. 20

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Ein Streik IST ein Widerstand … somit wäre ein „Generalstreik“ durchaus legal. Und eigentlich schon erforderlich … gegen Merkels marktkonforme Demokratie mit TTIP in Aussicht.

Moin
Gast

Da haste aber die Absätze 1 bis 3 unterschlagen .-)

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

IST DOCH ALLES PALETTI ! NIEMAND WILL DIESE „ORDNUNG“ BESEITIGEN .-)

Rainer N.
Gast

Die ersten drei Absätze sind doch nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben stehen – äh gedruckt …

und gerade Absatz 1:

demokratischer UND SOZIALER Bundesstaat …

steht nicht mit der marktkonformen Demokratie Merkels im Einklang. Somit IST Absatz 4 schon von jedem Deutschen zu nutzen.

Schade, mein Generalstreik geht in einigen Wochen zu Ende … Rentner!

Und ich generalstreike schon sooooo lange. ALG-2-Bezieher von Anfang an … keine EGV, keine Maßnahme, keine Kürzung …

Moin
Gast
„Die ersten drei Absätze sind doch nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben stehen – äh gedruckt …“ Zeigt aber die Gummiartigkeit dieses Artikels. Dem kann sich das allerletzte Demagogensystem bedienen, die allerletzte Demokratur, und es ergäbe noch immer eine Ordnung dessen Beseitigung nicht notwendig erscheint. „Schade, mein Generalstreik geht in einigen Wochen zu Ende … Rentner! Und ich generalstreike schon sooooo lange. ALG-2-Bezieher von Anfang an … keine EGV, keine Maßnahme, keine Kürzung …“ Wie handhaben die das jetzt sozialrechtlich mit der Frühverrentung von ALG II Beziehern ? Das soll bislang sehr fragwürdig gehandhabt werden. Mit welchem Alter… Read more »
niki
Mitglied
@ Rainer N.: ALG-2-Bezieher von Anfang an … keine EGV, keine Maßnahme, keine Kürzung Wie hast du denn das hinbekommen…? Hier ist das vollkommen ausgeschlossen… Sowohl EGVs werden dir aufs Auge gedrückt, und sei es durch ein Verwaltungsakt, den man auch nur mit Aufwand abwehren kann. Wenn man sich wehrt werden gerne einem Sinnlosmaßnahmen aufgedrückt sozusagen als Racheakt. Ganz zu schweigen von irgendwelchen Sanktionen, welche natürlich rechtswidrig sind. Aber bis man die Sanktionen abgewehrt hat dauert es. Und nicht jeder hat die Kraft (mehr) dazu. Gut ist es, wenn man ein oder zwei verständnisvolle Ärzte hat, bei denen man in… Read more »
Heldentasse
Mitglied

@Rainer

Nun denn: Art. 20

Nun denn: Die Regierung will die Bundeswehr offenbar auch im Inneren in Marsch setzen. Laut einem Zeitungsbericht könnten Soldaten künftig zur Terrorabwehr abkommandiert werden.

Oder glaubt hier jemand ernsthaft sie würden dies nicht machen, wenn sich relevante zivile Gruppen auf Art. 20 GG berufen würden?
In diesem Kontext auch herzallerliebst EU-Militär probt für Bürgerkrieg in Deutschland.

Mein Ergo: Egal wie man es dreht und wendet, die Aussichten sind sehr düster!

Beste Grüße

Rainer N.
Gast

JA, der EU-Vertrag … da steht es auch drin … dass die „ausländischen EU-Truppen zu Hilfe kommen können, wenn …

“Give me Liberty, or give me Death!”

wie war das im Iran … Schah …

wagt in Deutschland noch keiner … also wenn einmal Millionen in Berlin …

aber das werde ich nicht mehr erleben.

The Joker
Gast

Frage:
Wird der Generalstreik nicht gewagt, solange er illegal ist?
Oder:
Ist er illegal, solange er nicht gewagt wird?

Moin
Gast

Rhetorische Schleifchenbindereien sind solche Fragen.

Ein Generalstreik wird nicht gewagt, weil niemand auf die Straße dafür geht.

Heldentasse
Mitglied

Für wäre der wesentliche Unterschied zwischen einem Generalstreik und einem Streik als Mittel der Tarifpolitik, dass im ersteren Menschen sich für die Gesellschaft einsetzen würden, auch auf Kosten ihrer persönlichen Wohlfahrt. Der schnöde Streik dient hingegen ganz überwiegend zum persönlichen Nutzen.

Beste Grüße

der Doctor
Gast

Der schnöde Streik dient hingegen ganz überwiegend zum persönlichen Nutzen.

Stimmt zum Teil ,natürlich streike ich auch mit, weil ich mehr Geld möchte, aber erstens gibt es da noch andere Forderungen, wie zum Beispiel Übernahme der Auszubildenden(sollte eigentlich nicht nötig sein, sowas zu fordern, denn angeblich haben wir ja Fachkräftemangel), sowie Eingruppierungsordnung. Die Forderungen im einzelnen kann man hier einsehen.
https://www.verdi.de/++file++56c6d30cbdf98d0860000064/download/Flugblatt%20Forderungsbeschluss%20BTK%20Tarifrunde%202016.pdf

Zum Zweiten werden ja die Beschlüsse auch auf die nicht organisierten übertragen, denn die Arbeitgeber wollen sie ja nicht in die Gewerkschaft treiben.

Was da erstreikt wird ,kriegen also nicht nur die, die da auf der Strasse sind.

der Doctor
Gast
Der politische Streik ist laut Rechtsprechung in Deutschland nicht erlaubt. Die Bundesrepublik Deutschland hat weltweit das rückständigste und restriktivste Streikrecht. (Diktaturen und totalitäre Staatsformen sind bei dieser Betrachtung nicht einbezogen worden.) Das Streikrecht in Deutschland ist lediglich Richterrecht. Im Grundgesetz (GG) findet sich außer der Koalitionsfreiheit gemäß Art. 9 Abs. 3 kein konkreter Hinweis. Daraus ist keinesfalls abzuleiten, dass dieses Recht nicht vorhanden ist oder irgendeiner Einschränkung unterliegt. In sieben Bundesländern ist das Streikrecht in den Landesverfassungen verankert. http://politischer-streik.de/ Allerdings, wenn alle streiten,was wollen die Arbeitgeber dann tun? Alle entlassen und die Arbeit selbst machen?.. Es ist entscheidend sich klar… Read more »
Dennis82
Mitglied
In einem Rechtstaat (okay, rein theoretisch…) ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich per Gesetz verboten ist. Und Streiks als auch ein Generalstreik sind an keiner Stelle in irgend einem Gesetz untersagt! Die Regierung hätte auch aus diesem Grund noch nicht einmal eine unmittelbare, direkte Möglichkeit, darauf zweifelsfrei rechtmäßig zu reagieren. So ist es ja im Rahmen des „Nur-Richterrechts“ an und für sich ja dann schon bewundernswert, dass die Koalitionsfreiheit überhaupt in diesem Sinne interpretiert wurde – und auch (mit zunehmenden Abstrichen) weiter wird… Nur, weil da ein Gericht vor zig Jahren mal in einem Fall, der mit dem politischen Streik… Read more »
Dennis82
Mitglied

Er ist ausdrücklich nicht ausdrücklich gesetzlich verboten! Warum fällt mir in dem Zshg. immer der alte Witz mit der Bahnsteigkarte ein…? 😉

Es gibt nur eine per Urteil geäußte Meinung eines Gerichts von anno dazumal. Und es war nicht mal das BVerfG! Diese Frage íst also letztinstanzlich: ungeklärt!

Heldentasse
Gast
Das stimmt formal juristisch gesehen, aber gilt auch „Die Gewerkschaft Verdi scheiterte in Karlsruhe jetzt zwar mit ihrem Versuch, in kirchlichen Einrichtungen ein generelles Streikrecht für die dortigen Mitarbeiter durchzusetzen. Das Gericht wies eine Verfassungsbeschwerde der Gewerkschaft dazu aus formalen Gründen ab.“ Das heißt konkret, erstens BGA und BVerfG zementierten damit einen sogenannten „dritten Weg“, der keinen Streik geschweige denn Generalstreik bei den zweit(!) größten Arbeitgebern in Teutschland zulässt. Als juristischer Laie denke ich, dass damit auch ein Generalstreik juristisch ausgeschlossen ist, und weil damit wahrscheinlich auch das Verteilen von „Bahnsteigkarten“ entfällt, streikt der Teutsche Michel alleine schon aus diesem… Read more »
Am_Rande
Gast

@ Heldentasse

Vielleicht sollte man, wenn es um den politischen Generalstreik geht, daran erinnern, dass es einen solchen einmal im Westen Deutschlands nach dem Krieg gegeben hat.

Er richtete sich – sinnigerweise – gegen die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft durch Ludwig Erhard.

Vielleicht war das allen Beteiligten im Nachhinein ja so peinlich, dass man den politischen Generalstreik daraufhin verboten hat…

Outback
Gast

Streik hieße ja sich solidarisch zu verhalten. Könnt ihr vergessen. M.E. hilft nur Montags liegen bleiben, quensekont! 10 Mio Arbeitssklaven sind über Wochen und Monate z.B. wg. Migräne an diesem Tag nicht arbeitsfähig …
Aber selbst dafür hat der gemeine Michel keinen Arsch in der Hose.

Lazarus09
Gast

Streik …Bwahahaha
Der erste Mai steht vor der Tür……

….wolle märn nei lasse …? Okay mehr ernst ….

Auch diesen Jahr werden wir wieder den Beweis dafür bekommen das es den Theutschen Bücklingen so gut wie nie zuvor geht , denn auch dieses Jahr wird es wieder kaum einen zum 1. Mai auf die Strasse nötigen …

Anton Chigurh
Gast

@ Laz

…..es sei denn, die doitsche Nazionalelf hat mal wieder ein wichtiges Fußballspiel gewonnen, dann lungern alle halbgaren Deppen zugedröhnt und fähnchenschwingend auf dem Asphalt herum….

Moin
Gast

Am ersten Mai geht man auf die Straße um sich anschließend Bier in den Hals zu kippen.
Der 1. Mai ist ein alternatives Schützenfest wo sich die Vögel selbst von der Bierzeltgarnitur schießen. Das darf man alles nicht hochsterilisieren ( Bruno Labbadia ).

joe
Mitglied

Panem Et Circenses…. dieser Satz aus der Zeit des roemischen Imperiums ist heute so wahr wie damals….. der Urnenpoebel wird mit Fussball , Teutonen Super Model, Teutonen Super Star etc gefuegig gehalten……
irre wenn man es aus der Distanz betrachtet

Moin
Gast

OT

Die Fußballergebnisse zum Wochenende ( ohne Gewehr …peng…peng.. )

-FDP nochmals 8%, jetzt drei davon.
-AfD kackt zusehends ab und wird langfristig kein zweistelliges Ergebnis halten können. Die
Doofmanns-Themen und rechten Aufregerchen gehen langsam aus.
-Die Linke bleibt mit 9% weiterhin unter ihren Möglichkeiten.

http://www.wahlrecht.de/umfragen/

R_Winter
Mitglied
Wenn der angebliche Niedergang der AfD nicht ein reines Wunschdenken ist. Vielen Anhängern und Wähler der AfD kann nur zugerufen werden: „Denn Sie wissen nicht, was Sie tun“ Telepolis 30.4.2016 Auf Bundesebene wird die AfD derzeit zwischen zehn (Forsa) und 14 Prozent (Infratest dimap) gemessen. Stärkste Fraktion würde hier mit 31 (INSA) bis 33,5 Prozent (Allensbach) weiterhin die Union, für die es mit der bei 19,5 (INSA) bis 23 Prozent (Allensbach) liegenden SPD gemeinsam weiterhin für eine absolute Mandatsmehrheit reichen würde. Vorgezogene Neuwahlen in Österreich? http://www.heise.de/tp/artikel/48/48117/1.html Mir scheint es, wir gehen wieder einmal in Richtung Brauau (Österreich)….. Das „Schnitzel aus… Read more »
Querleser
Gast

„die Löhne stagnieren“

So ganz korrekt ist diese Aussage ja wohl nicht, @ Tom W. Wolf.
Vielmehr befinden sich die Reallöhne seit vielen Jahren im freiem Fall.

Alfred Matejka
Gast

Das ist richtig.lt.Information vom Seniorenaufstand beträgt die bereinigte Reallohnsteigerung seit 1991 ganze 2%.Die Rentner haben einen Verlust von 9%.Der VW Vorstand hat sich Rückstellungen von 243 Millionen Euro für Pensionen genehmigt.Winterkorn kassiert im Ruhestand noch 28 Millionen an Rente.Wacht auf Verdammte dieser Erde………Heraus zum 1.Mai 2016

Lazarus09
Gast

Alfred Matejka

Wacht auf Verdammte dieser Erde………Heraus zum 1.Mai 2016

„Made in Germany“ so gefragt wie nie DEUTSCHLAND bleibt WELTMEISTER

Das Humankapital ist dank der „Flexibilisierungsinstrumente des deutschen Arbeitsmarktes“ was meint Profitmaximierung, Ausbeutung und Lohndrückerei produktiv wie nie und stolz wie Oskar .. Deutschland hat seine „Hausaufgaben“ gemacht ..wir sind besser als alle anderen ..uns geht gut

Sie raffen es nicht, ..nie!… hört ihr .. NIE !!!

Heldentasse
Mitglied

Moin Lazarus,

Du bist nicht mehr UpToDate der aktuelle Spruch lautet gerade in Teutschland Wacht auf Verdammte dieser Herde!.

Ansonsten empfinde ich vieles was die Gewerkschaften, gerade Verdi die sich aktuell mit 2,5% p.a. statt wie mit großem gefordert mit 6% Lohnerhöhung zufrieden gibt, als Folklore und Zerrbild von dem was sie früher mal darstellten, wo sie noch nicht so dermaßen die Genossen der Bosse waren.

Beste Grüße

Lazarus09
Gast

Moin Heldentasse

Gewerkschaften, Arbeitgeber und Regierung ziehen seit Jahren an einem Strang als Marktliberale Allianzen -die Politik gehört genau wie die Gewerkschaften dem Kapital, aber wem sag ich das.

cheers

Simplicissimus
Gast

@ Heldentasse: den Mindestlohn vergessen?
Vor wie vielen Jahren wurden 8,50 maßgeblich und vehement durch verdi gefordert? 10? 15?
Nun pappt´s sich ein märkisches Mauerblümchen vollkommen unverblümt als blumiges „Verdienst“ an´s Revers -wohl wissend, daß Zeit vergangen ist und inzwischen selbst 12,50 straight zur „Mindestrente“ führen (vorausgesetzt 45 beitragspflichtige Arbeitsjahre in Vollzeit natürlich).

Über die sog. „Anrechnung“ der „priv. Vorsorgen“ will ich mich gar nicht erst auslassen…
Wäre Pflicht des DGB gewesen, von Beginn an davor zu warnen!

Robbespiere
Mitglied

@Heldentasse

Dazu VERDIs neuester Coup zum „Wohl“ der Beschäftigten der Postbank:

http://www.wsws.org/de/articles/2016/04/30/poba-a30.html

Lazarus09
Gast

Rob

„Arbeitnehmervertreter“ im Aufsichtsrat schon lange von diesen Plänen wussten ..__… erhielten sie für ihre Dienste eine Vergütung von 654.500 Euro. Verdi-Chef Frank Bsirske, ..–..alleine mit 218.000 Euro vergütet wurde.

Trotz allem glauben die devot-verzückt nach oben blickenden Wegwerfnutzmenschen in ihrer braven Untertanenmentalität an „Arbeitnehmervertreter“ ebenso wie daran glauben von Merkel und Gabriel regiert zu werden.

Sinnlos …..Resistance is futile

Robbespiere
Mitglied
Robbespiere
Mitglied

@Lazarus09

Sie raffen es nicht, ..nie!… hört ihr .. NIE !!!

Sie raffen es schon, meinen aber alle Anderen wären blöd genug, ihnen den propagierten Schwachsinn abzukaufen.
Stimmt so aber auch nicht, weil sie genau wissen, dass ihre Lügen und Verflechtungen bekannt sind, denn über das Netz haben sie keine Kontrolle.
Aber ihnen fehlt der Mumm zuzugeben, dass sie sich haben vom Kapital kaufen lassen, zu welchem schnöden Preis auch immer.
Darum machen sie weiter, lassen sich von ihren Sponsoren weiter bauchpinseln und hoffen, dass das Lügengebäude nicht krachend über ihnen zusammenbricht, wenn die Realität sie einholt.

Lazarus09
Gast

Hi Rob … das stimmt mein Lieber

Ich meinte aber eher das es die Schafe nicht raffen … hab mich da wohl aber ein bisschen unglücklich ausgedrückt ..oops

cheers

Robbespiere
Mitglied

@Lazarus09

Ich meinte aber eher das es die Schafe nicht raffen

Die Mehrheit der Schafe will es wohl auch gar nicht raffen, weil sie Angst vor Veränderung hat.
Wer sich erst an den Gestank von Jauche gewöhnt hat, scheut sich die Rose zu pflücken, um sich an ihrem verführerischen Duft zu laben. Sie könnte ja Dornen haben.
Risiko- und Opferbereitschaft ist der Massen Sache nicht, es sei denn, der (angebliche)böse Feind hat ein Gesicht, so wie bei unserem GröFaZ damals.
Der Feind im System kämpft lieber mit geschlossenem Visier.

R_Winter
Mitglied
OT: Realität der TTIP-Verhandlungen übertrifft die dunklen Ahnungen noch Das Freihandelsabkommen führt zu globalen Wohlstandsgewinnen, sagen die Befürworter. Die TTIP-Papiere zeigen aber, dass die Befürchtungen der Gegner nicht aus der Luft gegriffen sind. Im Gegenteil, die Dokumente zeigen: Sie haben Substanz. Kommentar von Heribert Prantl Das geplante Abkommen weckt bei den einen ungeheuere Hoffnungen; bei den anderen, und es werden zumal in Deutschland immer mehr, weckt es ungeheuere Befürchtungen. Das Abkommen kann zu globalen Wohlstandsgewinnen führen – wenn, ja wenn es richtig gemacht würde. Die TTIP-Papiere, die die Süddeutsche Zeitung von der heutigen Ausgabe an veröffentlicht, lassen daran zweifeln. Diese… Read more »
niki
Mitglied

Merkel, Gabriel + Grüne werden TTIP durchwinken……..

Dagegen wäre ein Generalstreik ein zu erwägendes Mittel, oder?
Die Frage ist nur: wer traut sich das? Denn eines wäre sicher: Es würden Exempel statuiert werden!

GrooveX
Mitglied
niki, nun, große problem sind die riesige reservearmee und die erwiesenermaßen fehlende solidarität zwischen den einen und den anderen. da hätten die arbeitsplatzhaber vor 20 jahren nicht anfangen dürfen, ihren ehemaligen und geschassten kollegen in den rücken zu fallen. jetzt ist es eindeutig zu spät, von denen solidarität einzufordern, die sie selbst nicht erfahren haben. ich war gestern, wie jedes jahr am 1.5. auf der zentralen kundgebung. und nein, kein wort zu hartz IV, zur grundsicherung, nichts. im wesentlichen ging es um stahl und die chinesen, die alles wegdumpen. ach ja, und um den guten abschluss, den bsirske verhandelt hat.… Read more »
Robbespiere
Mitglied

@All

Hier ein guter Text zum Thema Gewerkschaften und Solidarität:

http://www.egon-w-kreutzer.de/003/tk160503.html

Der DGB und seine Mitglisdsgewerkschaften haben sich definitiv überlebt.
Die GDL zeigt, wie es geht.

wpDiscuz