Panama Papers – nicht Jahrhundertscoop, sondern Jahrhundertflopp

Heute morgen fragte ich in den Hinweisen des Tages noch rhetorisch, was denn nun mit den Datensätzen aus Panama geschieht, die weltweit in den Medien hochgejazzt werden. Nach einigen Antworten kundiger Leser scheint sich zu bestätigen, was ich bereits zuvor gemutmaßt habe: Schon bald treiben unsere lieben Medien die nächste Sau durchs Dorf und die Kunden von Mossack Fonseca müssen sich keine Sorgen machen. Nach momentanem Kenntnisstand werden noch nicht einmal die jeweiligen Steuer- und Strafverfolgungsbehörden Einblick in die Daten bekommen. Wie der Guardian bereits meldete, respektieren die beteiligten Medien und Institutionen also die Privatsphäre der Briefkastenunternehmer. Die eigentlichen Dunkelmänner sitzen demnach in den Redaktionen der beteiligten Medienkonzerne. So sind die Panama Papers vor allem eins – ein Fanal für Whistleblower, brisante Daten nicht exklusiv an Medienkonzerne zu vergeben, sondern Enthüllungsplattformen wie Wikileaks zu benutzen.

Was haben Sie aus den Panama Papers gelernt? Dass afrikanische, russische, ukrainische und asiatische „Eliten“ korrupt sind? Geschenkt, das sollte sich eigentlich auch ohne Panama Papers bereits herumgesprochen haben. Sicher, es ist immer gut, wenn Stories über derartige Verdunklungsmaschinerien im internationalen Finanzsystem die Runde machen und zumindest für wenige Tage auch politisch debattiert werden. Dass den Debatten keine politischen Schritte folgen, gehört dabei ebenfalls zur festen Choreographie. In der nächsten Woche geht es bereits wieder um ein anderes „Thema des Tages“ und bereits in einem Monat weiß niemand mehr, wie Mossack Fonseca eigentlich geschrieben wird. Dies sind feste Rituale in unserer Aufmerksamkeitsökonomie, an denen wir nicht rütteln können und es wäre unfair, sich nun ausgerechnet die Panama Papers herauszusuchen, um diese sinnfreien Rituale zu hinterfragen.

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52 Kommentare auf "Panama Papers – nicht Jahrhundertscoop, sondern Jahrhundertflopp"

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schwitzig
Gast

@Jens Berger

So sind die Panama Papers vor allem eins – ein Fanal für Whistleblower, brisante Daten nicht exklusiv an Medienkonzerne zu vergeben, sondern Enthüllungsplattformen wie Wikileaks zu benutzen. Von Jens Berger.

Nicht ganz – ich hätte es folgendermassen gemacht:

– Den Qualitätsmedien die Daten „exklusiv“ übermittelt.
– Abgewartet, was sie damit machen.
– Bei selektiver Auswertung hätte ich dieselben Daten dann an Wikileaks übermittelt.

Besser kann man die Qualitätsmedien nicht vorführen :-).

Moin
Gast
Moin
Gast

….noch was aber OT

„Diese „Wikileaks“ -Enthüllung könnte Merkels politisches Ende besiegeln“

http://www.huffingtonpost.de/2016/04/03/wikileaks-merkel-griechenland_n_9607074.html

Heldentasse
Mitglied

OT:

Für mich ist ganz klar, dass ein offener heuriger Schuldenschnitt für GR, zumal alle relevanten GR Schulden sozialisiert wurden, Hochwasser auf die Mühlen dieser unsäglichen AfD sind. Darum wird Frau Merkel alles daransetzten bis zur BTW 2017 den status quo aufrecht zu erhalten. Wenn man ein wenig über die gräussliche rechte Alternative, die Teutschen wählen ja ums verrecken nicht links, ist dies womöglich sogar noch eines der relativ zu diesem Unbill kleineren Übel.

Beste Grüße

Moin
Gast
Die Alternativen Deutschen wissen bis heute nicht, dass die Griechen bis dato kein, ein mit unserem vergleichbares Sozialsystem besitzen. Hartz IV und Sozialhilfe kennen die nicht, haben die nicht. Die zahlem dem Oppa mehr Rente damit der, der Enkelin gegebenenfalls aus der Patsche hilft. So wird der langfrisitg teilungsunwillige Oppa gleichzeitig zum Arbeitsvermittler; auch auf der letzten Ägäis-Insel mit 10 qm Grundfläche wo kein Jobcenter lohnt. Wenn man jetzt an die Schlagzeilen des letzten, halben Jahrzehntes, bezüglich der griechischen Renten denkt, wird deutlich, dass man dem Deutschen gar keinen Realitiätsbezug zur Lage in Griechenland mehr herstellen kann. Es wurde ein… Read more »
Norbert80
Gast
Frage1: In der Ard-Doku von gestern wurde berichtet dass die SZ zunächst mal die Daten exklusiv erhalten hat. Erst dann hat die SZ die Daten mit weiteren Medien geteilt, u.a. weil die Auswertung alleine schlicht nicht möglich war. Ist das richtig? Es mutet seltsam an, dass der Informant ausgerechnet die SZ ausgesucht hat. Frage2: Sofern inzwischen viele die Daten haben, wieso sollten dann nicht einige das Wissen mit den Strafverfolgungsbehörden teilen, sofern diese anklopfen? Prinzipiell gilt natürlich: Je mehr auf die Daten Zugriff haben, desto eher kann es gründlich aufgearbeitet werden. Sehe prinzipiell keinen Grund weshalb die Daten nicht auch… Read more »
schwitzig
Gast

@Norbert80

Es mutet seltsam an, dass der Informant ausgerechnet die SZ ausgesucht hat.

Nur, wenn der „Informant“ nicht die NSA war.

Frage2: Sofern inzwischen viele die Daten haben, wieso sollten dann nicht einige das Wissen mit den Strafverfolgungsbehörden teilen, sofern diese anklopfen?

Weil das schon verneint wurde.

Abwarten, halte es für falsch jetzt schon ein Fazit zu ziehen.

Wenn Du das sagst, ist das Fazit in diesem Moment genau richtig.

Mordred
Gast

ist es wirklich so, dass nichts von amerikanern und deutschen geleakt wird/wurde?

ansonsten wäre es schön, wenn du zu dem punkt, dass die infos nicht an behörden weitergereicht werden, noch mehr sagen könntest. meinetwegen auch vt.^^
ich dachte zunächst, dass die behörden diese schon längst hätten und nur deswegen die medien sich mit veröffentlichungen bzgl. deutscher zurückhalten.

oder habe ich da insgesamt irgendwas nicht verstanden?

kayauser
Gast

Es gibt nur einen Grund, warum die Meinungsfreiheit noch existiert: Weil es keinen mehr interessiert, was die Bevölkerung so denkt, oder wer sich in den Parlamenten herumlümmelt. Die Idiocracy ist Realität, Politik war gestern.

Jay
Gast
Verstehe diesen Artikel nicht. Das ganze läuft jetzt zwei Tage. Woher weiß Jens Berger, das da nichts mehr kommen wird? Vielleicht versucht man ja genau diesen Spannungsbogen aufzubauen, natürlich wissen wir, dass es in Russland, im Nahen Osten und in Afrika Korruption etc gibt. Das wird sozusagen als Teaser oder Appetitanreger serviert. Der nächste Schritt ist dann, dass über die 1000 deutsche berichtet wird, über die Banken die denen geholfen haben und was sie mit diesen Tarnfirmen unternommen haben. Wenn in zwei Wochen nichts relevantes passiert wäre, dann wäre dieser Artikel zurecht erschienen. Völlig Blauäugig anzunehmen, es wäre schon vorbei.… Read more »
Mordred
Gast

jau, bzgl. deutsche bank kam auch eben was im radio…

jowi
Mitglied
Adlerauge, sei wachsam! In diesem Sinne haben die Artikel hier schon ihren Wert. „Follow the money“ ist jedenfalls ein sehr interessantes Thema mit einer großen potentiellen Sprengkraft. Eine wertvolle Waffe im Informationskrieg. Dazu gibt es im Zusammenhang mit 9/11 auch einen interessanten Artikel bei Lars Schall, bei dem er der Frage nachgeht, warum die Untersuchungskommission im Bericht zur Frage der Finanzierung des Jahrhundert-Terroranschlages mit folgenden Worten weitere Nachforschungen abzuweisen versucht: „Ultimately the question is of little practical significance.“ (Kapitel 5 des Untersuchungsberichtes). http://www.larsschall.com/2016/04/02/why-did-the-911-commission-not-follow-the-money/ Es wäre extrem naiv, wenn man glauben würde, die Geheimdienste wären in Finanzstrom-Verschleierungsländern wie Panama nicht selbst… Read more »
Nadja
Gast

Ich zitiere mal die SZ:
Deutsche Fahnder hatten vor einiger Zeit interne Mossack-Fonseca-Daten von einem Whistleblower gekauft. Dieses Material enthält zwar nur einen Bruchteil der Panama Papers – aber schon das reichte aus, um eine Razzia bei der Commerzbank durchzuführen und rund hundert Hausdurchsuchungen bei Endkunden und Bankern.

Die Fahnder hatten also schon deutlich mehr Material, als die SZ jetzt veröffentlicht hat.

Moin
Gast

„Verstehe diesen Artikel nicht.
Das ganze läuft jetzt zwei Tage. Woher weiß Jens Berger, das da nichts mehr kommen wird?“

Für den Jens besteht der Vorteil darin, dass er sich keine Themen suchen muss wenn der Herr Müller ihm welche „stellt“.

Es geht auch mehr um Prävention, für den Fall das die „Lügenpresse“ vergessen sollte
am Thema zu bleiben. „Wehret den Anfängen!“, sozusagen.

smukster
Gast

Und anstatt zu bejammern, dass ja doch nichts passiert (was ich nicht glaube; irgendwelche Folgen muss dieser Skandal haben), könnten wir vielleicht offensiv einfordern, dass die richtigen Schlüsse gezogen werden:
– Steueroasen dichtmachen!
– Transparenzregister für Unternehmensanteile, Konten, Immobilien!
– internationale Zusammenarbeit gegen Steuerflucht!
– europäische Mindeststeuersätze!

Robbespiere
Mitglied
@smukster Ein fester Glauben mag ja vor Verzweiflung über ein durch und durch korruptes System der Bereicherung einer Minorität schützen. Wenn man aber den Umgang unserer Politiker mit ähnlichen Skandalen wie NSA-Spionage, NSU-Morden, Lux-Leaks, TTIP etc. kennt und die Bräsigkeit der Mitbürger mit in Betracht zieht, dann kann man sehr schnell vom Glauben abfallen. Solange die Lage für die Finanzjongleure und ihre Hofschranzen nicht regelrecht lebensbedrohlich wird, bleibt die Reaktion auf diesen massiven Betrug nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas. Wer glaubt denn ernsthaft daran, dass sich unsere rückgratlosen und korrupten Politiker jetzt selbst kasteien, weil sie diese Machenschaften… Read more »
smukster
Gast

Wer glaubt denn ernsthaft daran, dass sich unsere rückgratlosen und korrupten Politiker jetzt selbst kasteien

Niemand. Aber darum geht es auch nicht, genauso wenig wie wir ernsthaft erwarten können dass tatsächlich alle Nutznießer von offshore-Steuerparadiesen ins Rampenlicht gezerrt werden. Wichtig ist, ob es politische Konsequenzen hat – und das ist weniger unmöglich als Sie glauben; Luxleaks hat wie es derzeit aussieht welche.
Wenn Sie erwarten, dass sofort am nächsten Tag nach einer solchen „Enthüllung“ das ganze System umgeworfen wird und die Nutznießer in den Knast wandern, dann ist es kein Wunder dass Sie enttäuscht werden.

Robbespiere
Mitglied
@smukster Niemand. Aber darum geht es auch nicht, genauso wenig wie wir ernsthaft erwarten können dass tatsächlich alle Nutznießer von offshore-Steuerparadiesen ins Rampenlicht gezerrt werden. Eben, und deshalb wird es genau so laufen, wie es der Schäuble mit seinem Schweiz-Abkommen geplant hatte. Die Betrüger bleiben anonym und werden wenn überhaupt nur minimal geschröpft, so dass es sich unterm Strich immer noch dick gelohnt hat. Ohne die entsprechende Transparenz bleibt alles nahezu wie gehabt. Dem Bürger ein bischen Aktionismus vorgespielt und gut isses. Wenn Sie erwarten, dass sofort am nächsten Tag nach einer solchen “Enthüllung” das ganze System umgeworfen wird und… Read more »
R_Winter
Mitglied

„Nur so ist eine wirklich transparente und demokratische Auswertung der Dokumente möglich“.

Wer will denn eine „demokratische Auswertung“?
Die Regierungen?
Die Finanzmafia?
Die Anteilseigner der Medien?

Eine „öffentliche“ Auswertung erfolgt nicht nach demokratischen Regeln (was ist dieses überhaupt?). Nein:
– PR Richtung Putin und China;
– Marktbereinigung in Offshore-Sektor;
– politische Erpressung;
– Empörungsknochen für die Bevölkerung;
usw, usf.

Damit es nicht zu einseitig aussieht, werden öffentlich Personen im Nahen Osten, Afrika und Südamerika aufgeführt.
Island – ist es eine Überraschung? Es waren doch jene, die sich dem Diktat der Finanzmafia erfolgreich widersetzt hatten?

Die sonstigen, nicht bekannt gegebenen Politiker stehen auf der Liste:
Bei Bedarf erpressbar – streng vertraulich„.

GrooveX
Mitglied
mir fällt dazu nur ein, dass der chef von transparancy international zurückgetreten ist, weil sein name in den papers auftaucht. so viel transparenz muss sein. transparenz heißt irgendwie unsichtbarkeit. ja, und demokratische auswertung ist jetzt genau was? wir stimmen darüber ab, was ausgewertet wird? das sind doch alles hohlsprüche. aber warten wir’s ab! irgendwer wird bluten müssen, damit das vergeltungssüchtige gemüt beschwichtigt wird. dieser formel 1 fahrer wäre ein geeigneter kandidat. danach kann man wieder zur tagesordnung übergehen. vielleicht noch ein paar kleinmillionäre, denen bei selbstanzeige irgendwas versprochen wird. alles andere wäre unrealistisch. ich glaube, über die wege des schwarzgeldes… Read more »
jowi
Mitglied
In deiner Aufzählung fehlen die USA: So galt der Staat Delaware bereits seit langem als idealer Platz zur Steuervermeidung und zur Einrichtung von Briefkastenfirmen. Dort sind, wie die New York Times 2013 ermittelte, in einem einzigen Haus in Wilmington 285.000 Gesellschaften ansässig. Sämtliche Dax-Unternehmen wie auch die Deutsche Bank und internationale Giganten wie Apple und Coca Cola nutzen die Steuervorteile und die Verschwiegenheit der Behörden. Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/47/47867/2.html Darin weiter: Und noch ein Staat ist inzwischen hinzugekommen: Nevada. Hier hat die Schweizer Rothschild Bank 2013 in Reno eine Filiale eröffnet, die sich um die Vermögen ultrareicher Familien aus aller Welt kümmert… Read more »
Leselotte
Gast

>Unversteuert: Die Steueroase Deutschland<

Die Deutsche Regierung kritisiert seit Jahren Steueroasen, Peer Steinbrück drohte der Schweiz schon mit der Kavallerie – doch bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Geldwäsche reitet Deutschland schon lange nicht an vorderster Front. Bei genauer Betrachtung ist Deutschland – für Ausländer – sogar selbst eine Steueroase.
Quelle: ARD, PlusMinus vom 15. Mai 2013
(Fast 7 Minuten)

schwitzig
Gast

Kaum zu glauben, aber tatsächlich wahr: Sogar SPIEGEL-Leser (!!!), die unbezwingbaren Legionen der Dummheit, bemerken, dass das Ganze schlecht riecht und kommen sogar ab und zu durch die Forenzensur durch:

http://www.spiegel.de/forum/politik/panama-daten-und-die-russen-das-system-ist-korrupt-na-und-thread-440539-1.html

Wer hätte das gedacht? Auch Sukramisten können manchmal ganz kurz ein ganz klein wenig bißchen denken.

wschira
Mitglied

Der Artikel ist von Benjamin Bidder, da braucht man sich nicht zu wundern. Die Kommentare sind zu mehr als 50% kritisch bis ablehnend, deshalb ist es ebensowenig verwunderlich, dass der Kommentarbereich geschlossen wurde.

Truvor
Mitglied

@ schwitzig
@ wschira

Naja, SPON hat das getan, was SPON offensichtlich sehr gut kann.
SPON hat die Kommentare, ganz einfach, „wegdemokratisiert“ 🙁
Mann, und die SPON-Fuzzis nehmen sich auch noch das Recht Russland zu kritisieren 🙁

PS. Hätten wir damals, in Gorbatschows Sowjetunion, nur gewußt, wie es tatsächlich mit der Meinungsfreiheit in den EU-Medien bestellt ist 🙁
Ach, wie naiv waren wir und heute nur enttäuscht 🙁

gerhardq
Gast

Die eigentliche Steueroasen liegen in den USA. Hier wurde das Bankgeheimnis extra noch verstärkt, während die USA es für alle anderen Länder durch massive Drohungen und Sanktionen aufgeweicht haben. Die Reichen, Korrupten und Steuerhinterzieher werden jetzt mit ihren Milliarden den augenscheinlich sicheren Hafen USA ansteuern und dort ihr Geld deponieren.
Die USA brauchen dringend Geld und so läßt es sich leicht anlocken. Ein Haus in Delaware beinhaltet beispielsweise über 250.000 Firmen, da ist ein normaler Briefkasten schon zu groß. Aber es läßt sich wunderbar Geld sparen, was sonst als Steuer fällig wäre.

smukster
Gast

Na dann sollen die Milliarden doch dort vergammeln, und der Rest der Welt kann sich Neuem zuwenden…

jowi
Mitglied
Na dann sollen die Milliarden doch dort vergammeln, und der Rest der Welt kann sich Neuem zuwenden… Damit exakt dies nicht passiert entfallen auf die USA über ein Drittel (36%) der Militärausgaben unseres Planeten, rund 596 Mrd US-$ (2015). Kein anderer Staat hat einen, auch nur annähernd, so großen Militär- und Nachrichtenapparat. Der Dollar ist durch Waffengewalt gedeckt. Neu ist das nicht, schon die Einführung von Papiergeld war meines Wissens an Gewaltandrohung gekoppelt. Diese Panama-Papiere – wohl eher Panama-Dateien – könnten Teil dieser Drohkulisse sein. Botschaft: „Unsere Arme sind lang. Unsere Nasen stecken überall drin. Mit unserem Wissen haben wir… Read more »
smukster
Gast

Wäre eine ziemlich kontraproduktive Drohung: Wer sich so schutzlos ausgeliefert fühlt, sieht sich nach Alternativen um.
nb, es waren vor 10-15 Jahren noch etwa 50%

Umdenker
Gast
So „plump“ und naiv sich Ihr Vorschlag erstmal anhört, ich habe diesen Gedanken auch in den letzten Jahren gesponnen. Was wäre wenn sich >75% der EU Bürger auf eine komplett neue Währung einigen würden und einen Reset anstreben. Also quasi „Euro 2“ einführen und den aktuellen Euro nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptieren. Klar, würde auch viele ganz normale und ehrliche Kleinsparer erwischen und einen Boom auf den Erwerb von Sachgütern, Wertgegenstände, Immobilien, usw. auslösen. Aber ist es nicht dennoch das kleinere Übel, als durch die sich immer weiter steigende Akkumulation bei einer Minorität, welche ja automatisch auch in politische Macht… Read more »
smukster
Gast

Was wäre der Unterschied zu Euro 1? Ich erkenne keinen.

Viel wichtiger ist diese Frage aber für Länder, die nicht selbst international akzeptiertes „Weltgeld“ drucken oder sich in der eigenen Währung verschulden können: Diese sind extrem abhängig von den westlichen Notenbanken und müssen „egal was“ tun, um „Weltgeld“ anzuziehen – also alles verkaufen was nicht niet- und nagelfest ist. Wenn die eine Chance haben, sich von Dollar und Euro abzuwenden: Super!

Heldentasse
Mitglied
@Spiegelfechter Guter Artikel! Entscheidende Fragen bleiben dabei immer noch offen: Warum befindet sich denn nun kein namhafter US-Amerikaner unter den „Beschuldigten“? Die Aluhüte haben dazu eine interessante VT: Russland rechnet mit dem baldigen Auftauchen von Medienberichten über „erlogene Fakten, die dem Ruf des Präsidenten schaden sollten“. … Hinter dem “Internationalen Konsortium für investigative Journalisten (IJIC)” steht das “Centre of Public Integrity” mit Sitz in der US-Haupstadt Washingtin. Es wird laut Wikipedia von zahlreichen Stiftungen finanziert, darunter die “Ford Fourndation”. Auch von dem bekannten Spekulaten und Polit-Agitator George Soros sollen spenden fließen Quelle vom 30.3.16(!!!) Sehr interessant sind dabei folgende Aussagen/… Read more »
schwitzig
Gast
jowi
Mitglied

Ja, hervorragender Artikel von Harald Neuber. Ruhig, präzise und sachlich.

Das Beispiel Argentinien zeigt doch, neben der bekannten Putin-Guardian-Geschichte, sehr deutlich die „politische Matrix“ dieses Verbundes vorgeblich investigativer Journalisten auf:

Auf der Startseite des ICIJ wird ein Bericht über die „Power Players“ mit einem Bild von Argentiniens Ex-Präsidentin Cristina Fernández illustriert. In der Auflistung der betroffenen Personen ist jedoch lediglich ein „Berater der früheren argentinischen Präsidenten Kirchner“ aufgeführt. Dass Argentiniens aktueller Staatschef Macri – ein politischer Rivale Fernández‘ – als besonders brisanter Fall an allererster Stelle der Liste steht, wird im Anriss nicht ersichtlich.

Wirklich lesenswert!
Danke für den Hinweis.

seyinphyin
Gast

Anstalt sahen 2,23 Millionen Leute.

„In aller Freundschaft“ und „Um Himmels Willen“, deutsche Soap Operas über „Ärzte“ und „Nonnen“ kommen dagegen (gleichzeitig laufend) auf 5,2 Millionen und 5,9 Millionen (zusammen also das fünffache der Anstalt) – wobei natürlich entgegen kommt, dass die beiden um 21:00 liefen und nicht um 22:15…

Heldentasse
Mitglied

OT: „Neues aus der Anstalt“ war gestern Abend total genial, ätzendende und Punkt genaue Kritik an der teutschen Vermögensverteilung, inkl. deren Herleitung.

Beste Grüße

P.S.: Wenn “Ärzte” und „Nonnen“ gleichzeitig kommen gehört das normalerweise nicht ins Vorabendprogramm. 😉

lebowski
Gast
Diese ganze Geschichte zeigt nur eines, nämlich das, was aus den Medien geworden ist. Eine riesige Blendgranate ist es, nichts weiter. Klar, die super neutralen „investigativen“ Journalisten haben ein Jahr lang daran gearbeitet und kaum neue Erkenntnisse gebracht. Und die Frage mit dem sogenannten „Whistleblower“ ist auch unbeantwortet. Meiner Meinung ein westlicher Geheimdienst, der vorher diese „Leaks“ bereinigt hat. Da muss man keinen Aluhut aufhaben, um auf diese naheliegende Idee zu kommen. Das Hauptziel ist wie immer Russland und der Rest der „nicht so freien Welt“. Erinnert mich an die Dopingnachrichten, wo sich alle an den russischen Athleten aufhängen, obwohl… Read more »
justice4all
Gast

Wikileaks traut anscheinend dem Braten nicht und will selbst nachforschen
https://twitter.com/wikileaks/status/717458064324964352

Sulukol
Gast

Für diejenigen, die des Russischen mächtig sind, empfehle ich einen lesenswerten Artikel von Alexander Lebedev, russischer „Oligarch“ und der Mann hinter „Novaya Gazeta“, des einizigen russischen Vertreters bei der Auswertung des PanamaPapers

http://www.alebedev.ru/blog/10049.html

Er äußert sich deutlich differenzierter, als alles was ich in Deutschland bislang gelesen habe, und stellt die einfache und eigentlich selbstverständliche Frage, wem es nützt, dass die Gelder aus Dritt- und Schwellenländer auf Offshorekonten fließen. Eine Frage die in unseren Medien praktisch nicht gestellt wird. Da wird die Konzentration auf Putin auch aus einem anderen Blickwinkel „verständlich“.

Jan
Gast

„Was haben Sie aus den Panama Papers gelernt? Dass afrikanische, russische, ukrainische und asiatische „Eliten“ korrupt sind?“

ICH? Nun ja, vielleicht etwas neues über Herrn Cameron?

http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/panama-papers-david-cameron-admits-he-did-have-a-stake-in-father-ian-camerons-offshore-investment-a6973586.html

Ansonsten verweise ich mal hierauf, Geduld icht manchmal eine Tugend…
https://twitter.com/mathewi/status/716771686482202625

Bruder Johannes
Gast

Na ja, es wird auch in andere Richtungen gebohrt:

Hat die SPD eine Briefkastenfirma in Hong Kong?

Wegen so etwas geht das auch nicht über Wikileaks.

Sikke Loling
Gast

Investitionen im Ausland sollten ebenso verboten werden wie jegliche Geldtransfers ins Ausland. Das schließt dann faktisch auch alle Urlaube im Ausland ein, die dann ja nicht mehr bezahlt werden dürfen. Das Auto bleibt dann wegen Spritmangel in der Garage, was ja auch gut für die Umwelt ist.

trackback

[…] Quelle: Panama Papers – nicht Jahrhundertscoop, sondern Jahrhundertflopp » Spiegelfechter […]

Moin
Gast

halb OT

-Panama Papers: Schäuble ließ Informanten abblitzen-

Mehrmals wandte sich ein Whistleblower nach SPIEGEL-Informationen an den Bundesfinanzminister. Der Insider wollte über dubiose Geschäfte der Bundesdruckerei in Panama auspacken – wurde aber abgewiesen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/wolfgang-schaeuble-liess-panama-papers-informanten-abblitzen-a-1086215.html

Indy
Gast

Nachtdem nun auch die Rohdaten veröffentlich wurden: In wie weit ist dieser Artikel noch haltbar. Ernstgemeinte Frage!
Offen gesagt habe ich den Artikel beim ersten Lesen schon als Vorverurteilung gesehen, ob die Medien hier wirklich Informationen unter den Tisch fallen lassen schien mir doch sehr weit ergeholt und nicht untermauert. Und nun sind die Papers angeblich komplett einsehbar. Also: Was ist noch dran an den Vorwürfen??

The Joker
Mitglied

OT (& Oje):
Schlager-EM: Vor 1944 war alles besser.
Danke, Stalin, dass es Dich gab.

Ob Jan Feddersen nun NPD-Rennicke (Arbeitstitel: No more 1945) ins Rennen schickt?

NuU
Gast

glaub ich nicht. Feddersen hat genauso wenig Ahnung wie Jürgen Klopp. Und der ist ja eher ’n Bauchtyp *lach*
good night.
keep on rockin in a free world 😉

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