Saudi-Arabien – der große Brandstifter am Golf

Saudi-Arabien bricht vermeintlich grundlos einen Konflikt mit Iran vom Zaun. Wie so oft geht es dabei vor allem um Ablenkung. Sowohl nach außen (Syrien, Jemen) als auch nach innen (Massenhinrichtungen) schlägt Saudi-Arabien seit ein paar Monaten wild um sich. Die Wüstenmonarchie ist sicherlich der rückständigste und von so etwas wie Freiheit und Menschenrechten am weitesten entfernteste Staat der Welt – eine lupenreine Despotie, die geistig im Mittelalter steckengeblieben ist und um die sich kein Mensch scheren würde, wäre Saudi-Arabien nicht zugleich größter Erdölförderer und damit steinreich. Doch eben diese vermeintliche Stärke droht das Land und seinen brüchigen inneren Frieden durcheinander zu bringen. Die Zeiten der hohen Ölpreise sind nämlich erst einmal vorbei und das steinreiche Saudi-Arabien kann es sich plötzlich nicht mehr leisten, Stabilität zu kaufen. Der ehemalige Stabilitätsanker der Region ist in äußerste Instabilität geraten und droht schon bald zu kollabieren. Es könnte zum Jahresbeginn wohl kaum eine schlechtere Nachricht geben.

Früher war zwar auch am Persischen Golf nicht alles besser, aber doch vieles deutlich einfacher. Zu Zeiten der saudischen Könige Faisal, Chālid und Fahd war Saudi-Arabien dem Klischee nach die Tankstelle der Welt, die sich – wenn überhaupt – vor allem mittels Scheckbuch-Diplomatie international engagierte. Oberflächlich gesehen mag das zwar sogar zutreffen, wer jedoch an liebgewonnenen Klischees festhält, wird die aktuellen Ereignisse auf der arabischen Halbinsel und darüber hinaus nicht verstehen.

Schutzgeld für den Islam

Streng genommen erblickte das „moderne“ Saudi-Arabien im Jahre 1973 das Licht der Welt. Als Reaktion auf die US-Unterstützung für Israel im Yom-Kippur-Krieg verstaatlichte die Dynastie der al-Sauds zwischen 1973 und 1980 den ehemals amerikanischen Öl-Monopolisten Aramco – und da Saudi-Arabien eine der letzten absolutistischen Monarchien ist, heißt dies nichts anderes, als dass die al-Sauds sich das Ölreichtum des Landes selbst unter die Nägel rissen. Von diesem Zeitpunkt an betreibt das saudische Königshaus eine äußerst interessante Scheckbuch-Politik, mit der die offensichtlichen Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Herrscherfamilie gekittet werden sollen. Auf der einen Seite feiern saudische Prinzen mit Alkohol, Drogen und europäischen Callgirls ausgelassene Orgien am Cap d´Antibes oder in Marbella. Auf der anderen Seite sieht sich die Dynastie der al-Sauds jedoch auch als oberste klerikale Instanz der wohl extremsten ultrakonservativen Form des Islam – des Wahabismus. Auf der einen Seite unterstützt Saudi-Arabien die USA in ihrem Kampf gegen den Terror und kämpft auch selbst gegen den IS und die Muslimbrüderschaft an. Auf der anderen Seite gilt Saudi-Arabien jedoch auch als größter und bedeutendster Sponsor des religiösen Extremismus, des Islamismus und des islamitischen Terrorismus. Wie passt das Alles zusammen?

Weiterlesen auf den NachDenkSeiten

Hinterlasse einen Kommentar

40 Kommentare auf "Saudi-Arabien – der große Brandstifter am Golf"

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Iannis70
Mitglied

Wie passt das alles zusammen? Gute Frage, das passt genauso zusammen, wie die Alkohol- und Sexorgien der „Prinzen“ außerhalb des eigenen Landes mit den strikten Regeln für z.B. Frauen oder einfache Muslime im eigenen Land.

Machtbesessene Heuchler allerorten, die auf ihre eigenen Regeln scheixxen, sobald sie sicher sein können, dafür nicht bestraft zu werden. Das gilt aber nicht nur für das KSA, sondern überall auf der Welt, wenn auch vielleicht nicht im gleich krassen Maßstab, wie bei den Kopfabschneidern.

seyinphyin
Gast

Man will in diesen Ländern auch kein Mann sein. Wir sehen ja immer nur auf die Prinzen und Reichen, nicht auf all deren männlichen Sklaven. Und wir dürfen die Männer nicht vergessen, die machen nun Mal die Hälfte der Opfer aus (genau genommen oft sogar weit mehr, sah man ja jetzt wieder, wer wurde da dann umgebracht?)

Seb78
Gast
Da passt gar nix zusammen. Erst einmal stellt sich die Frage in wie weit die Saudis wirklich gegen IS und Co. kämpfen. Augenscheinlich gar nicht. Und man hat es auch nicht wirklich vor. Der IS sowie AQ operieren gegen Feinde der Saudis und solange es nicht direkt gegen die Saudis geht, solange nehmen die auch keinen Anstoß. Ab und zu gibt es ein paar Bauernopfer und das war es dann auch. Hinzu kommt, dass sie bekanntermaßen die größten finanziellen und logistischen Förderer des internationalen Terrorismus sind. Vom nicht vorhandenen Rechtssystem reden wir mal nicht. Und das Frauen keinerlei Rechte haben,… Read more »
Ernst Wilhelm
Gast

Das übliche Wirrwarr des Islam und des Nahen Ostens vertieft sich. Das Dilemma tritt immer mehr zu Tage. IS und Al-Kaida und IS lassen sich ohne Saudi-Arabien aber auch ohne den Iran nicht effektiv bekämpfen. Ich frage mich, wer im Westen dies noch irgendwie beeinflussen kann und will. Eine Mehrheit in Deutschland unterstützt Nichteinmischung und eine restriktive Einwanderungspolitik. Zeit für einen Politikwechsel?

Und zur Irrationalität des Islam, ob nun sunnitisch oder schiitisch, bitte ich folgendes zu bedenken:
https://ernstwilhelm.wordpress.com/2014/11/23/islambolschewisten-und-die-zukunft-des-islam/

Ich messe deshalb Politik und Religion (fast) nur noch daran, wie sie es mit der Freiheit hält.

GrooveX
Mitglied

ausgerechnet fjs als eingangszitat… da erübrigt sich der rest, so von wegen gewöhnlicher krimineller & so.

GrooveX
Mitglied
es ist natürlich nicht auszuschließen, dass sich saudi arabien einen ‚echten krieg‘ leistet. so richtig kann ich das aber in meiner glaskugel nicht erkennen. was man auch mit einbeziehen sollte, ist die rolle israels, das gerne über bande (jordanien, ägypten) mitmischt. das ganze ist die unübersichtlichste polititische gemengelage, mit der wir es momentan zu tun haben. je weiter es nach süd, ost und nordost geht, desto unschärfer wird das bild, desto verworrener die familiären bzw. stammesbeziehungen und geschäftsgeflechte. dagegen ist der iran ein extrem einfaches konstrukt, ein schlagfertiges zudem. kurzum, abgesehen von seiner menschenfeindlichen haltung ist saudi arabien – für… Read more »
Heldentasse
Mitglied
abgesehen von seiner menschenfeindlichen haltung ist saudi arabien – für mich zumindest – selbst kein sonderlich bedrohliches ding. Diese Aussage gilt aber nur unmittelbar für Menschen die nicht im direkten Einflussbereich das Saudis leben. Mittelbar und indirekt sind wir von deren menschenfeindlichen Politik natürlich auch hier betroffen. wie oder als was wollen wir eigentlich saudi arabien haben? Bevor diese Frage beantwortet werden kann, sollte man sich über die Bewertung der Lage dort und möglichen Alternativen dazu klar werden. Würde die genauso bewertet werden wie der IS, wo für m.E. nicht wenig spricht, käme manche womöglich zu dem Schluss, dass man… Read more »
R_Winter
Mitglied

Jens, ich habe viele Artikel von Dir gelesen, aber dieses ist der beste Artikel.
So kannst Du nur mit den NDS im Rücken schreiben – Danke.

Der letzte Satz des Artikels bringt es auf dem Punkt:

Würde die blutrünstige Monarchie der al-Sauds zusammenbrechen, käme kein zweiter „arabischer Frühling“ sondern ein neuer „arabischer Winter“.

Wir stehen vor einem „europäischen Winter“ mit Flüchtlingsströmen in Millionenhöhe aus der Ukraine und mit den Problemen aus Saudi Arabien, welches auch von der Atommacht Israel aus Interessengleichheit geschützt wird.

jowi
Mitglied
R_Winter, ich finde den Artikel auch gut, dass du aber ausgerechnet den letzten Satz lobst, wundert mich. Warum schließt Herr Berger den durchaus kritischen Artikel mit diesen Worten? Will er uns damit sagen, dass wir die Sauds in Ruhe lassen sollen, weil der Rest der Sklavenhalter noch reaktionärer ist? Der gute Artikel lässt auch aus, was Groove_X oben sehr richtig angemerkt hat, dass Israel mit Hilfe der Sauds über Bande spielt. Hier ist jedes Mittel recht, was dem Zweck -Scheächung des Irans- dient. Die hervorragende Zusammenarbeit saudischer und israel. Geheimdienste wurde letztes Jahr öffentlich gemacht, verbergen ließ sie sich ohnehin… Read more »
R_Winter
Mitglied
@jowi Wir sind uns sicher einig, dass ein Artikel nie alle Details des Syrien-/Irak-Konfliktes darstellen kann und darum ist der letzte Satz mMn richtig und leider auch sehr pessimistisch. Ich glaube nicht, dass Jens die Empfehlung ausspricht, dass wir die Sauds in Ruhe lassen sollen. Ich bin sogar der Ansicht, dass die Sauds auf diesen Artikel versteckt reagieren werden. Wir stehen vor einem „arabischen Winter“, der auch sehr großen Einfluss auf unsere europäische Gesellschaft haben wird – nur wissen wir noch nicht, welche Auswirkungen auf uns zukommen. Die Auseinandersetzungen Saudi Arabien – Iran geben einen Vorgeschmack. Die USA haben den… Read more »
jowi
Mitglied
@R_Winter Klar, alle Aspekte kann so ein Artikel angesichts der komplexen und oftmals sehr verdeckten Situation in „Middle East“ nicht beleuchten. Aber mir fällt schon auf, dass gewisse Apekte hier auffällig oft ignoriert werden. Zum arab. Winter: in Ägypten habe ich ganz gut durch regelmäßige Besuche den Wechsel vom Frühling zum Winter beobachten dürfen. Bei meinem letzten Besuch war die Stimmungs so schlecht, dass ich beschloss, dort vorerst keinen Urlaub mehr zu machen, das Land bewegt sich mit großen Schritten Richtung Abgrund. Die Regierung von Saudi Arabien hat dabei kräftig mitgewirkt. Vor welchem arabischen Winter warnt denn der Herr Berger?… Read more »
Theresa
Gast

Sehr guter Blog alles gut auf den Punkt gebracht.
Saudi Arabien und die Türkei werden von der USA NATO unterstützt.
Saudi Arabien und die Türkei wollen Syrien übernehmen. Sie wollen das große Osmanische Reich. Sie fördern auch den Bau von Moscheen in Deutschland und Europa.
Warum werden gegen diese Terrorstaaten keine Sanktionen verhängt ?
Der Europäische Frühling wird kommen. Siehe Köln HBF das ist eine Episode von vielen.
Der Kampf gegen Rechts ist wichtiger als Deutsches und Europäisches Recht und Kultur.
Die EU „Wertegemeinschaft“ 🙂

Es muss Konsequent gegen Verbrecher vorgegangen werden.

Sukram71
Gast
Ein sehr guter Artikel. Er lässt einen auch etwas ratlos zurück. Und den vielen Vereinfachern hier, die alle Schuld der Welt grundsätzlich auf die USA schieben, wird das auch nicht gefallen. Weil dass die Saudis so sind, wie sie sind, liegt ja an den Saudis und nicht an jemandem anders. Und in Saudi-Arabien etwas zu ändern, würde das Land destabilisieren und vermutlich erst Recht ins Chaos führen, wie im Artikel ja auch zurecht befürchtet wird. Deshalb muß man vielleicht im Hintergrund vorsichtig Hilfe beim Wandel anbieten. Dann setzt man sich aber zurecht dem Vorwurf aus, eine mittelalterliche brutale Monarchie zu… Read more »
Seb
Gast
Deine Herleitung ist in sich nicht schlüssig. Die USA ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass es die Saudis in Ihrer jetzigen Form überhaupt gibt. Ohne die militärische Schutzmacht USA ist es überhaupt fraglich, ob es den Staat Saudi-Arabien so wie wir ihn kennen überhaupt noch geben würde?! Woher Jens Berger die Einsicht nimmt das Saudi-Arabien den Kampf gegen den Terror unterstützt weiß ich nicht. Man könnte auch sagen, die Regierung in Mexiko unterstützt den Kampf gegen die Drogen. Alles nur Gerede mit ein paar Bauernopfern von Zeit zu Zeit. Das wahabitische Regime ist klar pro IS und co. und nicht dagegen,… Read more »
Sukram71
Gast

Die USA ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass es die Saudis in Ihrer jetzigen Form überhaupt gibt.

Die USA schreiben Saudi Arabien aber weder ihre absolutistische Monarchie, noch ihre besonders reaktionäre Auslegung des Islam vor. Und steht nicht im Artikel, dass die Saudis die Ölindustrie verstaatlicht haben, an den US-Konzerne beteiligt waren.

Wie dem auch sei. Es zählt das hier und jetzt.

seyinphyin
Gast

Die Saudis können aber nicht so sein, wenn gerade die USA nicht kräftig mit ihnen zusammenarbeiten würde. Und letztlich auch wir.

Sukram71
Gast
Wir müssen mit den Saudis zusammen arbeiten. Erst wegen dem langen Atomstreit mit dem Iran, jetzt wenn ein möglicher Frieden in Syrien einen Funken Chance haben soll und weil alles noch viel schlimmer wird, falls Saudi-Arabien im Chaos versinkt. Außerdem haben die viel Öl und sind gute Kunden der deutschen Industrie. Das ist aber nicht der Hauptgrund, sondern mindestens genauso wichtig ist, dass Saudi-Arabien außenpolitisch in der Region sehr wichtig ist und die Vergangenheit gezeigt hat, dass fast jedes Regime besser ist, als der Zusammenbruch staatlicher Strukturen und ein folgender Bürgerkrieg. Deshalb stützt der Westen ja auch die Militärs in… Read more »
wolli
Mitglied
Und den vielen Vereinfachern hier, die alle Schuld der Welt grundsätzlich auf die USA schieben, wird das auch nicht gefallen. Weil dass die Saudis so sind, wie sie sind, liegt ja an den Saudis und nicht an jemandem anders. Die Schuld der USA liegt hier nur darin das sie ihre Vasallen nicht mehr im Griff hat. Wie eigentlich immer, die Despoten verselbstständigen sich und bekommen ein Eigenleben. Schau die Taliban in Afghanistan, Saakaschwili in Georgien, Husein im Irak, Poroshenko in der Ukraine und nun die Sauds. Das Imperium lässt seine Despoten schalten und walten und ist dennoch nicht in der… Read more »
smukster
Gast

Jein. Der Prozess hat sich durch die Saudi-US-Kooperation beim Jihad-Export seit 1979 hochgeschaukelt; inzwischen hat er eine Eigendynamik gewonnen, die die al-Sauds selbst dann vermutlich nicht stoppen könnten, wenn sie es wollten.

Aber die USA stehen schon lange nicht mehr fest hinter dem Königshaus, wie das Iranabkommen und die folgende zunehmende Medienkritik (bes. Friedman NYT 2. September) zeigen.

Frickleburt Frogfart
Gast
Danke für den sehr guten Artikel! Hebt sich wohltuend vom üblichen Viel-Text-wenig-Information-Geschreibsel ab. Ich denke, eines der Grundübel ist die Unfähigkeit des Westens – und auch der Russen – die saudische – oder besser arabische – Denkweise zu akzeptieren und darauf eine Antwort zu finden. Und sei es, sich einfach rauszuhalten. Während man im Westen und Osten noch versucht herauszufinden, wo die Freund-Feind-Linien verlaufen, haben sich die Araber schon längst zweimal gewendet, weil sie nach völlig anderen Kriterien Bündnisse schmieden. Daran sind schon die Soviets in Afghanistan gescheitert. Oder die Engländer nach dem ersten Weltkrieg. Erstaunlicherweise kommt der „Raushalten“-Reflex immer… Read more »
Heldentasse
Mitglied
@Spiegelfechter Du schriebst: Die beste Methode von den Problemen im Inneren abzulenken und die Interessen der Radikalen in eine andere Richtung zu kanalisieren, ist es natürlich, mittels Interventionspolitik neue Kriegsschauplätze zu eröffnen, … Aber was ist die Alternative? Wir sollten die Geschichte nicht durch Naivität beleidigen. Würde die blutrünstige Monarchie der al-Sauds zusammenbrechen, käme kein zweiter „arabischer Frühling“ sondern ein neuer „arabischer Winter“. Darf bzw. muss man das jetzt so verstehen, das Krieg ein legitimes Mittel sein soll um ein blutrünstiges Regime zu stützen, weil die Alternativen zu diesem noch schlimmer sein sollen? Was kann es denn schlimmeres geben, als… Read more »
Heldentasse
Mitglied
GrooveX
Mitglied

willst du jetzt verschwörungstechnisch behaupten, wir dichteten den saudis kriegsgeilheit an, um nach libanon, jugoslawien, afghanistan, irak, libyen und syrien… u.s.w. u.s.f.?
westliche restwerte klingt nach resteverwertung. unappetitlich das ganze.

Heldentasse
Mitglied

Ich denke spätesten nach den Konflikten in Syrien und Jemen dürfte klar sein, dass die Saudis vor Krieg nicht zurückschrecken, von andichten kann da keine Rede sein.

Die „(Rest)Werte“ bezog ich auf den aktuell diskutierten Spiegelfechter Artikel, dessen mutmaßliche Aussage, dass es zu den Saudis keine bessere Alternative geben soll, schon arg enttäuscht.

Beste Grüße

GrooveX
Mitglied
na ja, saudi arabien macht nichts anderes als wir auch. es unterstützt seine außenpolitischen interessen mit waffen, geld, logistik und soldaten. das kenne ich irgendwoher. und ja, es gibt regimes, die sind da und nicht wegzudiskutieren. mit denen muss man umgehen. nicht, indem man sie massiv aufrüstet, aber auch nicht, indem man sie marginalisiert oder zum paria erklärt, wie den iran, syrien, libyen und andere nordkoreas. es wird zeit für eine politik, die die eigene größe wieder gesundschrumpft! augenhöhe funktioniert doch nur, wenn man vom überhöhten podest herabsteigt. also die saudis wie auch die iraner wissen genau von unserer abhängigkeit… Read more »
smukster
Gast
@Heldentasse: Das Problem ist hier aber, dass das saudische Regime in endlicher Zeit zusammenbricht, wenn es ihm nicht (mehr) gelingt, den Konflikt nach außen zu tragen und sich als „Führungsmacht der Sunniten“ gegen die „Ungläubigen“ zu präsentieren – daher die jetzige Ausweitung des Konflikts, die weitergehen dürfte (Libanon, Pakistan?). Zusammenbruch oder Regionalkriege, die Wahl zwischen Pest und Cholera. Noch habe ich die vage Hoffnung, dass es einen Wandel im Land geben kann – aber so richtig glaube ich selbst nicht daran. Da stellt sich für mich schon die Frage, ob ein Sturz des Regimes und Chaos _im Land_ nicht besser… Read more »
Leselotte
Gast
GrooveX
Mitglied

Es könnte ein Zeichen von Schwäche sein.

genau so fängt man eine ungenaue spekulation an. am ende haben die leser diesen einen in die bildunterschrift gepackten satz vergessen. was bleibt ist die spekulation eines fr-redakteurs, der seine nahostpolitiknische gefunden hat.

Saudi-Arabien [fühlt sich] als Hüter der heiligsten Stätten des Islam…

echt jetzt, die fühlen sich? is ja irre. und so weiter. und dann so was wie zu zeiten des schah von persien war es gut – nahostexperten halt.

ich glaube, lesen sollte viel kritischer getan werden.

Milhouse
Gast

Schon gewusst? Der Mittlere Osten ist der Welt etwas schuldig.

https://youtu.be/a1IplrVubfA O_o

Jay
Gast

Ich möchte hier allen den Vortrag von Dr. Michael Lüders aus der SWR-Teleakademie ans Herz legen! Brandaktuell und genau das Thema von dem Jens Berger hier schreibt! Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass die öffentlich-rechtlichen mal sowas kritsches gesendet haben…moment…das wurde an einem Sonntag um 07:00 Uhr gesendet…

Wer den Wind sät… Was westliche Politik im Orient anrichtet – Michael Lüders | SWR Tele-Akademie

Lykurg
Mitglied

Die Beziehung von Saudi-Arabien und den USA im Speziellen wird in dem Beitrag auch kurz und gut dargestellt. Dabei wird auch deutlich, weshalb die aktuellen Geschehnisse keine Veranlassung zur Änderung der Beziehungen zu Saudi-Arabien bieten, weil die ihre Regierungspolitik wie gehabt betreiben.

The Empire Files: The Real House of Saud

Theresa
Gast
Warum gibt es keine Sanktionen gegen Saudi Arabien. Weil Sie viele Aktien der DAX Konzerne besitzen VW, Mercedes, BMW ( Deshalb wir das drei Liter Auto nicht gebaut werden das schadet dem Ölverkauf ) und weil Sie viel Geld haben und uns viele Güter abkaufen. Warum gibt es Sanktionen gegen Russland, Iran und… weil Sie Böse sind ? Nein lästige Konkurrenz soll beseitigt werden. Kursabstürze in China (BRIGS) ein Zufall. Ölpreisverfall ein Zufall ? USA Fracking lohnt sich nicht bei diesem Ölpreis. Wer manipuliert die Preise ? Wer weiß eine Antwort ? Wir haben Kriege überall auf der Welt mit… Read more »
Sukram71
Gast

Warum gibt es keine Sanktionen gegen Saudi Arabien?

Lies den Artikel. Weil die momentan eh schon mit dem Rücken an der Wand stehen und möglicherweise erst recht Krieg anfangen, wenn sie finanziell noch mehr in die Enge getrieben werden.

Davon hätte niemand etwas und die deutsche Industrie würde auch etwas leiden. Die Saudis würde einfach woanders kaufen.

Russland dagegen hat so eine nationalistische Politik eigentlich gar nicht nötig und könnte auch anders. Aber das ist ein Thema für sich. Es geht hier ja um Saudi-Arabien.

smukster
Gast

Bürgerkriege wirds mancherorts geben, aber auf absehbare Zeit nicht in Europa.
Die Saudis werden gerade fallengelassen, nachdem Ihr Petrodollar nicht mehr aus Stabilitätsgründen gebraucht wird. Damit ist auch eine Abkehr des Wirtschaftssystems vom Öl möglich, die deutlich schneller kommen wird, als wir das jetzt noch glauben.

The Joker
Gast

Da jibbet schon einen, der weiß, wie man mit den Saudis umspringt… 😉

anonym
Gast

Wo man sich andernorts von Blatt zu Blatt, von Zweig zu Zweig hangeln muss (und trotzdem kaum was erkennt), zeichnen Sie die Umrisse eines Baumes im Wald.
Hervorragender Beitrag!
Vielen Dank!

Schweigsam
Gast

Sehr interessanter Artikel mit guten Hintergrundinformationen, die man im Mainstream so oft vermisst. Und wenn sind sie einseitig.

smukster
Gast
@Jens: Guter Artikel, endlich mal wieder globale Themen;-) Kleine Ergänzung: Es fehlt mir eine Erwähnung des extrem wichtigen Aufstands/ Belagerung (mit oder ohne geheimdienstliche Unterstützung?) von Mekka 1979. Riads Angst vor den Religiösen ist ohne dieses Wissen kaum richtig zu verstehen, imo. Über das Ende der US-Saudi-Freundschaft hatte ich mal was geschrieben: 1. Die verstärkte mediale Kritik: BFF no more? 2. Jemen: Wer solche Verbündeten hat... (Washington lockt Riad in eine Falle) Was den Ölpreis angeht, weiß ich immer noch nicht, wer damit wem schaden wollte. Der Preissturz begann lange vor der OPEC-Entscheidung, und letztlich schadet es derzeit vor allem… Read more »
COPOKA
Mitglied

Mag es sein, dass hier Zensor am Werk ist?

Der Schachspieler
Gast

Der Artikel ist wirklich gut.

Einleuchtend, die Geschichte mit den 7000 Prinzen.
Und als schöne Erklärung warum die Saudis so mächtig sind, bleibt nur noch das Geld.

Ja, würde der Westen die Menschenrechte so sehen wie er sie propagiert, dann täte er nicht einfach so ein Monster wie den globalen Kapitalismus, füttern.

Das kommt heraus, wenn einen die Gier treibt.

wpDiscuz