Ruf! Mich! Nicht! An!

3511874961_c725d9c89a_zZum Jahresbeginn etwas Leichtes. Es wiegt wirklich nicht viel, ist ungeheuer praktisch und immer und überall dabei: das Handy.

Heute bei der Zulassungsstelle.
Der Krach ist unerträglich. Überall tönt und knarzt und summt und klingelt es. Handys sind hier eigentlich unerwünscht. Aber niemand hält sich dran. Das ist sicher keine böse Absicht, das Handy ist so selbstverständlich geworden, dass scheinbar niemand mehr sich Gedanken darüber macht, ob das Ding nervt oder nicht. Und schon gar nicht darüber, wie bescheuert der Einsatz der modernen Knochen fürs Ohr manchmal ist.

„Keine Ahnung!“

PalimPalim!
„Ja? … Nee, ich bin noch auf der Zulassungsstelle … Keine Ahnung, dauert wohl noch.“

PalimPalim!
„Hallo? … Weiß ich noch nicht, komme hier wohl erstmal nicht weg.“

PalimPalim!
„Hey! … Ja, kann ich machen, aber ich hab keinen Schimmer, wie lange das hier noch dauert.“

Wir halten fest: zwei Männer, eine Frau. Alle auf der Zulassungsstelle. Offenbar wollten die Anrufer wissen, wie lange es noch dauern wird. Um dann zu erfahren, dass eben genau das in den Sternen steht. Weil wir von der Zulassungsstelle sprechen. Niemand, nicht mal Gott, weiß, wie lange man dort festsitzt. Dennoch ist die telefonische Information darüber, dass man über die Dauer des Aufenthaltes keinerlei Aussagen treffen kann, offenbar höchst interessant.
Aber warum, um alles in der Welt?

Handys sind ok!

Ich hab nichts gegen Handys, ehrlich nicht! Schließlich habe ich selbst eins, auch wenn ich mir ständig den Ärger von Freunden, Verwandten, Bekannten und Kollegen anhören muss. Ich sei nie zu erreichen, heißt es dann immer. Teilweise stimmt das sogar, denn vor einigen Monaten hat mein Handy (zugegeben, nicht das neueste Modell) seinen akustischen Geist aufgegeben. Es vibriert zwar noch fleißig, wenn jemand anruft. Aber der Klingelton hat sich verabschiedet, genauer: alle Klingeltöne taten das, es macht einfach nicht mehr PalimPalim!. Das zieht den Ärger meines sozialen Umfeldes auf sich. Was in meinem Fall jedoch ziemlich überflüssig ist.

Ich bin doch da!

Der Vorwurf, ich sei nicht erreichbar, ist nicht haltbar, wenn man genauer hinsieht. Denn auch wenn ich mein Handy auf unverantwortliche Art und Weise vernachlässige (wäre mein Handy ein Kind, ich hätte es ratzfatz das Jugendamt am Hals), erreichen kann man mich gut, sehr gut sogar. Ich bin kein Pilot, auch kein Busfahrer oder Feuerwehrmann, die ja bekanntlich viel unterwegs sind (wobei der Feuerwehrmann im Falle eines Einsatz wahrscheinlich auch mit funktionierendem Klingelton nicht rangehen wird – hoffe ich jedenfalls!). Ich bin Freiberufler. Ich arbeite von zu Hause aus, schreibe oder spreche den ganzen Tag. Und da meine Festnetznummer ausgezeichnet funktioniert, ist es eine Kleinigkeit, mich telefonisch zu erreichen. Aber das Festnetz ist offenbar total out. Dabei bin ich doch da! Meistens jedenfalls. Und notfalls gibt es einen Anrufbeantworter. Mit so einem Piepton, nach dem man eine Nachricht hinterlassen kann.

Und was ist mit den giftigen Strahlen?

Hohe SAR-Werte sind durchaus ein Thema bei Handys. Einerseits. Andererseits will kein Schwein mehr etwas darüber hören. Das Handy ist omnipräsent, es ist ein so wichtiger Teil unseres Lebens geworden, dass irgendwelche Strahlung meist nur müdes Gähnen erzeugt. Es ist ratsam, sich ein möglichst strahlungsarmes Handy zuzulegen, aber mal ehrlich: kaum jemand kümmert sich drum.
Außerdem gibt es diese Dinger noch nicht lange genug, um verbindliche Aussagen über die tatsächlichen Gefahren durch Strahlung machen zu können. Und selbst wenn es so wäre – Raucher hören ja (meist) auch nicht mit ihren Glimmstengeln auf, weil das Rauchen irgendwie ungesund ist. Der Suchtfaktor ist einfach zu groß. Bei der Zigarette. Und beim Handy.

Telefonieren mit Sinn und Verstand?

Man könnte sagen: leben und leben lassen. Wenn jemand alle Nase lang telefonieren will, soll er es doch tun. Stimmt, und im Prinzip sehe ich das auch so. Es ist alleine die Tatsache, dass über derart viel Belangloses am Telefon gesprochen wird, dass sich mir die Nackenhaare querstellen. Das Beispiel in der Zulassungsstelle war da durchaus repräsentativ. Es klingelte in einer Tour, wirklich ungelogen. Und ich bekam kein einziges Telefonat mit, das auch nur ansatzweise den Eindruck erweckte, sinnvoll oder gar wichtig zu sein.
Doch, Moment, eins war da! Offenbar bekam ein Mann, der ebenfalls im Wartebereich saß, einen Anruf von einem Kunden, schien wirklich wichtig zu sein. Der Mann versprach seinem Kunden, sich um dessen Anliegen zu kümmern. Es ging ein wenig hin und her, bis der Mann auf dem Stuhl gegenüber das Gespräch mit dem Satz beendete: „Ok, also, ich schlage vor, ich melde mich später nochmal. Ich weiß nämlich nicht, wann ich hier rauskomme.“
Ein Déjà-vu.

——————————————————————————————————————————–Bild: Glen Bowman, flickr.com

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40 Kommentare auf "Ruf! Mich! Nicht! An!"

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Negecy
Gast

Eine Alternative wäre aber auch in dee Servicewüste Deutschland, wenn die Zulassungsstelle wenigstens mal einen Anschein geben würde, wie lange es noch dauert. Das können Warteschleifen inzwischen doch auch sehr präzise. Dann würde auch weniger Zeit auf sinnlose Warteanrufe verschwendet. Oder wenn man einen Termin online machen könnte oder vieles bereits online, würde auch einiges an unsinnig verschwendeter Lebenszeit sparen.

rainer
Gast

…..wer sich zum Sklaven seines Handys macht, ist es selbst schuld…..

Sukram71
Gast
Das macht einen nicht zum Sklaven, sondern gibt einem die Freiheit Dinge z B im Cafe oder Biergarten in der Sonne tun zu können, für die man normalerweise Zuhause am PC sitzen müsste. Google Now meldet jeden Morgen und Abend automatisch, ob auf dem Weg zur oder von der Arbeit Stau ist und schlägt automatisch eine Umgehung vor. Das gleiche bei Terminen. Das spart viel Zeit und Nerven. Am Wochenende zeigt es automatisch die nächsten ÖPNV Abfahrtszeiten an und warnt in der Nacht rechtzeitig, dass bald der letzte Zug fährt. Es merkt sich auch automatisch, wo man sein Auto geparkt… Read more »
Yarsin
Mitglied

War da mal nicht was mit Überwchung und Datensammlung der Giganten?
Ja, alles praktisch, deshalb wird das Ding auf dem Hals immer überflüssiger.

Sukram71
Gast

Die Vorteile überwiegen die Nachteile zur Zeit sehr deutlich.

GrooveX
Mitglied
du meinst vielleicht, das, was du als vorteil empfindest überwiegt das, was du als nachteil nicht wahrnehmen willst. du bist in einem alter, in dem du die zeit vor dem handy noch bewusst erinnern kannst. ich nehme dir nicht ab, dass da irgendwelche dinge waren, die du so vermisst hättest, dass du ein smartphone bräuchtest. du bist ein konsumjunkie, und gut. dazu kann man stehen. ist ja nicht so, dass du ein einsam in die ecke gemobbter konsumjunkie wärst. von deiner sorte gibt es zig millionen hier in d-land. klar kann man mit nem smartphone viel ‚machen‘, aber wirklich tun… Read more »
Sukram71
Gast
du bist in einem alter, in dem du die zeit vor dem handy noch bewusst erinnern kannst. ich nehme dir nicht ab, dass da irgendwelche dinge waren, die du so vermisst hättest, dass du ein smartphone bräuchtest. Ich weiß noch wie ich früher ohne Navi mit dem Auto durch Köln geirrt bin und welche Erlösung das war, als ich ne Auto-Navi im Handy genutzt habe. (Köln ist was die Verkehrsführung und Beschilderung angeht, zurecht berüchtigt.) Ich hätte in den letzten Jahren nicht so einfach spontane Ausflüge machen können. Usw. Was man vorher nicht kannte hat einem natürlich nicht gefehlt, aber… Read more »
GrooveX
Mitglied

ach.du.liebes.lieschen

früher gab es tatsächlich keine spontanen ausflüge. jetzt wird es mir langsam klar. wir leben in total verschiedenen welten.

ich komme aus der großstadt. erzähl mir nix vom orientieren. aber es soll leute geben, die sich in einer telefonzelle verirrt haben und elend verhungert sind. die zusammengefallenen skelette, über die man immer steigen musste, wenn man mal die oma anrufen wollte, sind noch heute traumatisierend. des sag i dir, des glaubsch du mir.

Sukram71
Gast

Ach, lassen wir das…

Du wirst schreiben, dass man früher, ohne Handy und Smartphone mit Maps und Navi, auch schon alles machen konnte und hast natürlich Recht.

Und ich schreibe, dass es leichter fällt ganz spontan zu irgend einem unbekannten Ziel zu fahren, wenn einem das Handy die Sicherheit gibt jederzeit überall auf der Welt den Weg zu finden, ohne Kleingeld oder Telefonkarte Hilfe zu rufen oder ein Hotel und Tankstelle zu finden und habe mindestens genauso Recht. 🙂

Das ist jedenfalls meine Erfahrung seit ich meinen Palm im Auto neben das Lenkrad gebaut habe.

GrooveX
Mitglied

ich schrieb es ja, du bist konsumjunkie. das ist doch in ordnung. ich habe nichts gegen konsumjunkies (reine schutzbehauptung. ihr würdet mich sonst zermalmen). außerdem war doch gerade erst euer paradefest. das würde ich nie jemandem ausreden wollen, so wenig wie fasching. es gibt halt so sachen… und mal ehrlich, gut angezogene und ausgerüstete lemminge sind gut angezogen und ausgerüstet, da beißt die maus kein‘ faden ab!

Sukram71
Gast

Ich konsumiere Dinge, die ich nützlich finde oder Spaß machen. Oder beides. Das ist sinnvoll.

GrooveX
Mitglied

imho ist ’sinnvoll‘ was anderes. aber wer erwartet schon sinnvolles…

Mordred
Gast

du hast am thema vorbeigeredet.

Braman
Gast

Da bin ich aber froh das ich mir NIE so einen Sklavenknochen angeschafft habe.
Als die Protzofone Mitte der 90er Jahre so langsam Verbreitung fanden, ich sehr viel mit dem Flugzeug unterwegs war, habe ich sehr viele der „Gespräche“ mitbekommen.
Und da hab ich für mich beschlossen, egal wie ‚preiswert‘ so ein Ding wird, ich brauch keines. Nicht einmal das von der Firma habe ich angenommen.
Und ich lebe noch, bin erreichbar über Festnetz und e-mail, aber nicht über Facebook, Twitter oder ähnlichen Wichtigkeitsersatz – ich vermisse nichts, lauf nicht gegen Laternenmaste oder ersaufe im Kanal usw.

MfG: M.B.

Sukram71
Gast

Handys sind doch eh völlig out.
Fast jeder hat heute ein Smartphone.

Und zwar nicht so sehr zum Telefonieren, sondern für Whatsapp, um im Internet zu surfen, für Google Maps bzw als Autonavi, um Fotos zu machen, um ggf die Arbeitszeit zu protokollieren, um Bus- und Bahnfahrkarten zu kaufen, als Kalender oder für Notizen. Und vieles andere mehr.

Der neueste Schrei sind Smartwatches. – Und hier mostert man über Handys, wie früher über Autonavis. Das ist sowas von ewig-gestrig und von Vorvorvorgestern. 🙂

Whatsapp- oder Hangout-Nachrichten sind auch lange nicht so nervig wie Anrufe aufm Handy.

Oppi
Gast

Dass die meisten Leute in der Umgangssprache nicht zwischen „Smartphone“ und „Handy“ unterschreiben ist dir aber schonmal aufgefallen, oder ?

Sukram71
Gast

Ja. Smartphones abzulehnen, ist aber ja noch viel unverständlicher. Bei so alten Handy-Knochen könnte ich das ja noch etwas verstehen. Deshalb meine Unterscheidung. Gute Nacht! Genug. 🙂

Lemmy Caution
Gast
Echte Babus haben ihre Handys selbstverständlich während der Bürozeit grundsätzlich auf Vibrierton. —- Handys und Smartphone sind für mich dasselbe. Ich hab 1 krasses Samsung s5 Mini und 1 krasses old school teil von Nokia mit Telefonkarte für billig Telefonieren nach Chile oder den Emiraten. Wats-ap halte ich für eine schlechte Idee. — Man kann mir schließlich emails schicken. Manche Leuten schicken mir auch SMS, aber die beantworte die wenns irgend geht mit einem Anruf oder einer Email. Aus 2 Gründen hab ich den Bimmel aus: 1. Sitz ich manchmal in Meetings und ich bin mehr so der Typ, der… Read more »
Sukram71
Gast

Whatsapp halte ich für eine schlechte Idee.

Wieso das? Also Emails sind – im Gegensatz zu Whatsapp – idR gar nicht verschlüsselt und werden noch stärker überwacht. Oder wegen Facebook?

Lemmy Caution
Gast

Bin kein Überwachungs-Paranoiker. Ganz bestimmt nicht bei meinen Emails.
Hab mir aber schon mal überlegt, dass ich bei meinem anstehenden Umzug auf Linux auf dem Hauptrechner (von Mac) sicherheitstechnisch aufrüste. Aber nur for the sake of the lulz aus rein technischen Interesse. Ich fühle mich nicht bedroht.

Mit watsap kenn mich damit nicht aus. Ich fürchte, das endet so wie hier ab 0:59.

The Joker
Mitglied

Dass zu diesem Thema exakt solche Gestalten wie Sukram71 und Lemmy Caution sich hier so detailfreudig und offenherzig in die Bekennerpose werfen, überrascht nicht…

Sukram71
Gast

Klar. Wie man im Jahre 2016 (!) noch gegen Handys schreiben kann, wo die sich doch schon seit 20 Jahren durchgesetzt und zum Smartphone weiter entwickelt haben, will mir nicht in den Kopf. 🙂

Ohne Handys waren wir auf Telefonzellen, Kleingeld oder Telefonkarten angewiesen. Und ohne Smartphone wäre das Leben 100 mal schwieriger. Jedenfalls nicht so einfach, kontaktfreudig und spontan wie heute.

Das u ist ungefähr so, wie das Internet zum Teufelszeug zu erklären.

wonko
Gast

Und ohne Smartphone wäre das Leben 100 mal schwieriger.

Ich besitze kein Smartphone. Dass mein Leben deswegen (um den Faktor 100) schwieriger sei als das meines Smartphone-besitzenden Umfelds ist mir allerdings bisher offenbar entgangen.

Permanente Erreichbarkeit ist kein Privileg, sondern ein Fluch.

Mordred
Gast

lieber markus, sämtliche deiner postings sind am thema vorbei.
jörg redet über sinnlose anrufe und deren auswirkungen auf das umfeld.
mit welchem gerät die stattfinden ist offensichtlich irrelevant. und ob irgendeiner smartphones als ewiggetsriger verdammt und was man mit den dingern ansonsten noch so anstellen kann interessiert hier in dem kontext keine sau.

ontopic:
sinnloses telefonieren erlebt imho nochmal einen kurzen hype, weil flatratetarife in alle netze mittlwerweile sehr günstig geworden sind. ich denke aber, dass das langfristig gesehen noch weiter zurückgehen wird, da immer mehr leute (ggf. inhaltlich genauso sinnlos) messenger benutzen oder auch ne sms-flatrate haben.

Sukram71
Gast
Hätte er ein vernünftiges Smartphone, dann bekäme er (und andere) nicht so viele sinnlose Anrufe, wie die Beispiele, sondern das würde alles angenehm über WhatsApp laufen. Und da kann man ja auch später kurz zurück schreiben, wenn man Zeit und Lust hat. Oder bloß ein Smilie, ein Foto (der Warteschlange) oder den Standort senden. Oder gar nix. Ich habe auch viele Freunde und genau so läuft das bei mir. Telefonieren tue ich so gut wie gar nicht, stehe aber trotzdem mit vielen Freunden in engem Kontakt. Das hat also alles miteinander zu tun. Wenn man von „Handy“ schreibt und erzählt… Read more »
Mordred
Gast

genau. jörg, du und ich sowie unsere jeweiligen sozialen und beruflichen umfelder und somit unsere anwendungsgebiete von telekommunikation und sonstiger dfü sind natürlich identisch.
mal im ernst: ich habe sogar 2 vernünftige smarphones. jeweils mit whatsapp und co. nur kann ich u.a. meine mutter, diversen arbeitskollegen, kunden, lieferanten, onkel, tanten, kumpels usw. schlecht dazu zwingen, whatsapp zu nutzen, wenn die einem noch nicht einmal ne sms schreiben.

Anton Chigurh
Mitglied

@ Joker

Sag´ mir bitte nicht, dass es Dich arg wundert, dass Sucky so vehement diese Bimmelteile verteidigt 😉
Dieses obrigkeitshörige Spatzenhirn braucht doch zu jeder Sekunde des Tages irgendwas, das ihm sagt, was er als Nächstes tun soll – und da ist so ein beschissener Daddelkasten doch genau das Richtige !
Bestimmt sogar hat er eine „Äpp“, die ihm sagt, wann er sich einen von der Palme schütteln soll…

Sukram71
Gast

Gibt es schon.
Jackd ist aber besser. XD

FS
Gast
„Ewig-gestrig“ und „vorvorvorgestern“ – die Killer-Prädikate schlechthin, immer wenn einem die essentiellen Argumente ausgehen. Es ist doch so: Früher ist man auch gut ohne all die technischen Gadgets der heutigen Zeit durchs Leben gekommen – vielleicht nicht so bequem, alles war mit ein wenig mehr Zeitaufwand verbunden (Straßenkarten und Schilder lesen, selbst das Hirn einschalten zum Navigieren; Briefe und Postkarten verschicken; ein Telefonhäuschen besuchen; Bilder mit der Kleinbildkamera knipsen bis der Film voll ist und dann entwickeln lassen…) und auch nicht so anonym, alles war noch mit deutlich mehr echten sozialen Kontakten verbunden („‚tschuldigung, wären Sie so nett ein Bild… Read more »
Robbespiere
Mitglied

@FS

Des Weiteren verkrüppeln wir durch die vielen kleinen digitalen Hilfsmittel immer mehr unsere eigene Fähigkeit, Dinge selbst lösen zu können – z.B. ohne Navigationsgerät ans Ziel zu kommen, sei es mit einer primitiven Karte oder einfach nach dem Weg zu fragen (was wiederum für die soziale Kompetenz förderlich ist).

Volle Zustimmung!
Wir werden immer abhängiger und hilfloser durch diese Übertechnisierung.

Sukram71
Gast

Dass Anrufe nerven kann ich gut verstehen. Gerade in deshalb, habe ich ja ein Smartphone mit Whatsapp, Hangout und Facebook-Messenger (das muss reichen!) und zusätzlich Email und zur Not SMS.

So kommt fast alles per Message und ich werde von Anrufen verschont. Das ist mit Smilies auch mindestens so persönlich, wie ein Anruf. Sogar meinen Eltern (70+) habe ich das besorgt und die finden Whatsapp usw klasse.

Und Karten lesen und nach dem Weg fragen, kann ich zur Not auch so. Ohne Waschmaschine und Geschirrspülmaschine könnte ich meine Sachen sogar mit der Hand im Waschbecken waschen. Aber wieso?

Bruno
Gast
Mobiltelefone sind aber oft nicht ursächlich für die unnötigen Anrufe, wie sie im Artikel geschildert wurden. Ich habe selbst schon oft solche Anrufe wider besseren Wissens tätigen müssen, bzw. habe sie annehmen müssen. Im beruflichen Alltag rufen die Kollegen regelmäßig durch, weil sie etwas brauchen oder nachfragen wollen. Umgekehrt kann man mit einer Frage meist nicht zum Vorgesetzten gehen, weil dieser die Arbeit natürlich gleich wieder delegiert „Fragen sie den Kollegen Müller. Der ist heute beim Kunden. Dann rufen sie ihn halt an.“. Ob Müller beim Kunden Stern dann über die Details des Auftrags für den Kunden Mistwagen sprechen kann,… Read more »
Yarsin
Mitglied

Ich habe selbst erlebt, dass auf diese Art und Weise die Verantwortung weiter geschoben wird, bis man sich Xmal im Kreis gedreht hat, aber nichts reales ist passiert.
Das ist absolut förderlich für „Projekte“ (siehe Flughafen Berlin). Der, der Verantwortung hat verzweifelt an dem Unwillen seiner Mitarbeiter effektiv was zu leisten, da jede Delegation von Aufgaben mit Rückfragen für einen erheblichen Mehraufwand sorgt.
Oftmals ist es besser eine Aufgabe selbst zu erledigen, da
1.) sie dann wirklich erledigt ist.
2.) es dann weniger Nerven kostet.

anonym
Gast

Die Sprache – Mittel der Verständigung und der Erkenntnis.

seyinphyin
Gast
Apropos Handy Videos: Hat jemand hier irgendwelche genaueren Infos zum neuen Faß, das gerade aufgemacht wird? Mit dieser „arabisch-afrikanischen“ Armee aus 1000 Männer die an Sylvestern offenbar durch Köln gezogen sein soll mit Diebstahl und Vergewaltigung deutscher Frauen als Auftrag? (so die Präsentation auf der ganze Herrscharen „besorgter Bürger“ einen Veitstanzs aufführen) Was ich bisher an Videos gesehen habe, zeigt lediglich den ganze normalen Sylvester Scheiß, den man in Städten halt hat (weshalb ich auch lieber zuhause bleibe). Dass die Polizei da ankommt und meint, dass 1000(!) Männer, die auch alle arabisch/afrikanisch aussehen würden 40-60 Frauen überfallen, belästigt und gar… Read more »
Mordred
Gast

jup. auf den verlauf dieser story bin ich auch extrem gespannt.
vor allem, wie das organisiert worden sein soll und was die genauen motive waren…

Finja Telefonterror
Gast

Ich kenne diese nervigen Anrufe nur zu gut. So gut, dass ich dem Thema eine eigene Website gewidmet habe. Ruf mich nicht an, verdammt nochmal!

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