Der Fluch des billigen Öls

Der Preis für Rohöl ist seit Mitte 2014 um mehr als 75 Prozent eingebrochen. Die Internationale Energieagentur IEA spricht bereits davon, dass die Welt in billigem Öl ertrinke und sieht auch für das kommende Jahr keine Trendwende. In der Tat klaffen momentan Angebot und Nachfrage auseinander. Geopolitisch bedeutet diese Ölschwemme jedoch große Risiken. Einstweilen können sich vor allem die USA und China freuen, während die großen Ölexporteure vor unlösbaren Problemen stehen, die im schlimmsten Falle zu Chaos und Kriegen führen könnten. Die Lage ist ernst aber nicht aussichtslos, da der Preis gemäß den Regeln der Ökonomie ja auch irgendwann mal wieder steigen wird.

Wenn es einer Erklärung für den rapiden Verfall des Ölpreises bedarf, dann liefert ihn die IEA in ihrem aktuellen Marktbericht: Demnach ist die Nachfrage für Öl im dritten Quartal 2015 um durchschnittlich 2,1 Millionen Barrel und im vierten Quartal um 1,0 Millionen Barrel pro Tag gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das Angebot ist jedoch im letzten Jahr um 2,6 Millionen Barrel pro Tag angewachsen. Angebot und Nachfrage klaffen also immer weiter auseinander. Der ökonomischen Logik zufolge müssen dann auch die Preise sinken und genau dies ist momentan zu beobachten. Während auf der Nachfrageseite für die mittlere Zukunft keine plausiblen Änderungen am Markt zu erwarten sind, wird der Wegfall der Iran-Sanktionen die Angebotsseite noch weiter ansteigen lassen. Im jetzigen Quartal will Iran seinen Ölexport um 0,5 Millionen Barrel pro Tag steigern; mittelfristig sollen es sogar 1,0 Millionen Barrel pro Tag werden. Wen wundert es da, dass selbst seriöse Analysten bereits einen Ölpreis von unter 20 US$ pro Barrel prognostizieren.

Wer ist verantwortlich für den Preisverfall?

Sowohl in den Finanzzeitungen als auch im Internet kursieren zahlreiche Gerüchte, wer denn nun die Verantwortung für den Preisverfall trägt. Ganz oben auf der Liste der Verdächtigen rangiert dabei Saudi-Arabien, das angeblich durch niedrige Ölpreise die Fracking-Konkurrenz in den USA vernichten will. Doch diese Erklärung greift bei näherer Betrachtung nicht. Saudi-Arabien ist als der einzige Swing-Produzent der OPEC bekannt – also das einzige Land, dass seine Förderung bei Bedarf nicht nur nach unten, sondern auch nach oben anpassen kann. Die Experten sind sich uneins darüber, ob das wirklich stimmt. Fest steht jedoch, das Saudi-Arabien seit Jahren die Förderhähne ganz weit offen hat, also nicht für die Ausweitung des Angebots verantwortlich sein kann. Hauptverantwortlich ist vielmehr das vermeintliche „Opfer“ der Saudis – die amerikanischen Fracker. In den letzten zehn Jahren hat sich die US-Ölförderungen vor allem aufgrund der Schieferölförderung von rund 5 Millionen Barrel pro Tag auf heute rund 9 Millionen Barrel pro Tag fast verdoppelt.

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56 Kommentare auf "Der Fluch des billigen Öls"

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schwitzig
Gast

Fazit: Unruhen, Krieg, Schulden wachsen. It’s capitalism, stupid! Laaaangweilig.

Das mit dem Benzinpreis halte ich für falsch. Wie sonst ist es zu erklären, dass bei der kleinsten Ölpreisschwankung nach oben der Preis blitzartig in die Höhe schießt, aber langsam und gemächlich – wenn überhaupt – bei einer Schwankung nach unten absinkt?

Interessant wäre es gewesen, wenn der Artikel das empirisch beleuchtet hätte.

Der Rest sind ganz profan die üblichen Kapitalismuszuckungen. Wer sich an diesem Scheißsystem beteiligt, ist nun einmal Beteiligter an einem Scheißsystem.

Gerrit
Gast

Für die Frage welche du als interessant erachtest, solltest du dich besser bei BILD oder RTLnews oder ähnlichen Derivaten umschauen.

schwitzig
Gast

@Gerrit

solltest du dich besser bei BILD oder RTLnews

Danke für den Ratschlag. Ich freue mich immer wieder, wenn gebildete Idole wie Du sich herablassen, mir gute Tips zu geben. Das ist sehr wichtig für mich, denn da ich seit geraumer Zeit den Fernseher aus meiner Wohnstatt verbannt habe, fehlt mir die Möglichkeit, mich an Dein Bildungsniveau anzupassen. Danke, dass Du Dir im Rahmen Deiner Möglichkeiten die größte Mühe gegeben hast, hilfreich zu erscheinen.

Mordred
Gast
Das mit dem Benzinpreis halte ich für falsch. Wie sonst ist es zu erklären, dass bei der kleinsten Ölpreisschwankung nach oben der Preis blitzartig in die Höhe schießt, aber langsam und gemächlich – wenn überhaupt – bei einer Schwankung nach unten absinkt? jup. zu dem sonst sehr informativen artikel fehlen mir die schlagworte spekulation und kartelle. und vielleicht wäre ein weitere artikel zum thema peakoil in dem kontext sehr interessant. beispielfrage: wenn jetzt die einfach zu erschließenden=billigen quellen schneller als gedacht ausgebeutet werden – was passiert dann wenn die tatsächlich alle gehen? kommt fracking zurück? wirds insgesamt blutiger zugehen? können… Read more »
smukster
Gast

Nee. Der Ölhandel ist hochgradig politisch und zeigt genau auf, wer wessen Freund oder Feind ist, mit „normalem Kapitalismus“ hat das sehr wenig zu tun.
Und niedriger Ölpreis bedeutet *weniger* Kriege und Schulden (s. Börsen).

anonym
Gast

Große Klasse – Ihre Erklärung!
Vielen Dank!

anonym
Gast

… Wer gibt sich denn sonst noch die Mühe, diese/solche Zusammenhänge einem „Normalsterblichen“ zu erklären?!?!
Thank you verry much!!

Heldentasse
Mitglied

Och, da gibt es noch diesen unsäglichen Prof. Sinn vom Ifo- Institut, der auch immer versucht Otto Normal die Funktion der Märkte zu erklären. 😉

Ergo: Erst kommt die Güte und Qualität der Aussagen, dann erst der Wille bzw. die Umsetzung.

Beste Grüße

anonym
Gast

Einspruch, Euer Ehren!

Erst sammelt sich der Mensch im Leib der Mutter alles Blut, alles Knochenmaterial (usw.) an, um nach neun Monaten geboren zu werden.

… Ist die Mutter geschädigt, kann er sich selbst „die Lunge aus dem Leib schreien“, – sie wird ihm erst „zu Hilfe“ kommen, wenn es „seine Zeit“ ist.
(Die Schädigung der Mutter nennt sich „Disziplin“.)

(Ihre „besten“ Grüße an mich können sie sich sparen.)

Heldentasse
Mitglied

Ach bei wohlwollender Betrachtung dieses Kommentars, erschließt sich mir leider nicht dessen Sinnhaftigkeit. Hatte ich doch nur sehr indirekt darauf hingewiesen das man schon von nicht wenigen Seiten die Volkswirtschaft „erklärt“ bekommt, aber das meiste davon IMO Propaganda ist. Wobei der Siegelfechter und z.B. Herr Flassbeck m.E. aber nicht zu diesen Propagandisten gehören, sondern gute aufklärerische Arbeit machen.

Mit besten Grüßen, jetzt erst recht. 😉

anonym
Gast

@ Heldentasse

Sie sind wirklich niedlich!
Gruß

Heldentasse
Mitglied

@anonym

THX! 🙂

Mit beste Grüßen 2.0

anonym
Gast

dafür bin ich leider zu blöd.
Ich kapier‘ s nicht, was Sie mir mitteilen wollen.
sorry.

Thrombo
Gast

Ich bitte um Verzeihung dafür, dass ich mich kurz hier einmische.

anonym, Heldentasse ist der m.M.n. sachlichste, wohlerzogendste und Contenance bewahrendste Mensch, zwischen all den Rabauken hier.

Wenn er seine „Besten Grüsse“ weg lässt (kommt sehr selten vor), ist das das untrüglichste Anzeichen dafür, dass man in seinen Augen einen gewaltigen Bock geschossen hat. Ansonsten merkt man seinen Texten kaum an, dass er vielleicht gerade rot anglüht, auf seinem Stuhl.

Das „Beste Grüsse 2.0“ ist in diesem Zusammenhang eine besondere Ehre, die wohl niemandem zuvor zuteil geworden ist.

Be happy, don´t worry!

anonym
Gast
R_Winter
Gast
Ein guten Artikel, der doch Fragen offen lassen muss. Es ist kein Bedauern meinerseits vorhanden, aus Profitsicht für Spekulanten und korrupten Staatsdienern – denn es stimmt: Die goldenen Jahre sind jedenfalls erst einmal vorbei. Leider hat der niedrige Ölpreis negative Auswirkungen auf viele Bewohner dieses Planeten, die jetzt von Armut in tiefer Armut fallen (wenn es so etwas überhaupt geben kann), denn sie hatten in der Vergangenheit max. Krümel vom Ölkuchen erhalten und bekommen wahrscheinlich „nichts“ mehr. Der niedrige Ölpreis produziert mehr Verlierer als Gewinner und birgt unkalkulierbare Risiken. Risiken? Wir leben in einem Zeitalter voller Risiken, denn nur so… Read more »
Heldentasse
Mitglied

@R_Winter

Wir (d.h. die Welt) hatte mit 8 $/Barrel

Könnte es sein, dass dieser Preis noch nicht Kaufkraft bereinigt wurde?

Beste Grüße

R_Winter
Mitglied

@Heldentasse

Richtig, der Preis von ca. 8$/Barrel wäre heute preisbereinigt ca. 20€/Barrel vergleichbar.
Übrigens: Nicht nur die Öl fördernden Staaten hängen am hohen Ölpreis – auch unserer Staat verdient an der „Luftverpestung“ und seinen vielen Toten in der Folge.

smukster
Gast

Im Gegenteil: Erst jetzt hat alternative Mobilität wirklich eine Chance, sich durchzusetzen, weil es nicht mehr von der mächtigen Öl- und der noch mächtigeren Finanzlobby verhindert wird!

Robbespiere
Mitglied

@smukster

Bist du dir da sicher?
Gerade der niedrige Preis und das Überangebot verringern doch den Druck, zu substituieren.
Langfristig, mit Blick auf begrenzte Vorkommen und die Umweltproblematik ist das natürlich unsinnig, aber seit wann handelt der Mensch vorausschauend und vernünftig?
Immer PS-stärkere Boliden und wenig ambitionierte Klimaziele der größten Energieverschwender ( von einigen Ausnahmen einmal abgesehen ) sprechen doch eine andere Sprache.

smukster
Gast

Es gab einen großen Druck, die Ölumsätze zu steigern, solange sie die Basis des Finanzsystems waren. Das ist vorbei, daher ist es systemisch jetzt überhaupt erst möglich, wirklich „das Ende des Öls“ ins Auge zu fassen. Die niedrigen Benzinpreise sind ein kurzfristiger und vor allem psychologischer Bremseffekt, der rasch verfliegen wird, unabhängig davon wie es an den Tankstellen weitergeht. In einem Jahr kommt den Menschen Diesel unter 1 Euro normal vor, während gleichzeitig die Debatte um „alternative Mobilität“ deutlich zunimmt – und die technischen Möglichkeiten dazu.

Heldentasse
Mitglied
In meinen Augen ein fachlich sehr guter Artikel vom Spiegelfechter. Interessant scheint mir zu sein, dass das Wirtschaftssystem auf der globalen Ebene, wie hier der Energiewirtschaft, höchstens ein instabiles Gleichgewicht, erzeugt durch Kartelle und Absprachen der Erzeuger, erreichen kann, was mit dem immer so hoch gelobten freien Spiel der sogn. Markteilnehmer nur wenig zu tun hat, denn agieren die Teilnehmer frei, kommt Chaos, Elend und Kriegsgefahr dabei heraus. Mein Ergo: Eine oder mehrere demokratisch legitimierte und überwachten Institutionen müssten m.E. die wichtigen globalen Märkte (Energie, Rohstoffe, Nahrung, Wasser usw.) regulieren, wie hier z.B. die Ölpreise oder von mir aus deren… Read more »
Sukram71
Gast
Der Ölhandel war also quasi schon immer sowas wie ein weltweiter Länderfinanzausgleich, der Geld von den reichen Industriestaaten hin zu eher ärmere Ländern mit Ölvorkommen transferiert hat. – Und George W. Bush hat diesen abgeschafft. Mit den bekannten und im Artikel geschilderten Folgen. Was der angerichtet hat, ist kaum noch zu toppen. Das hätte man auch schon 2005 ahnen können, behaupte ich, und sicher hat man den Präsidenten auf diesen Zusammenhang aufmerksam gemacht. Niemand ist Hellseher, aber dass es dramatische Folgen in den Forderländern hat, wenn die USA sehr viel weniger Öl nachfragen, hat man sicher gewusst. Und dass das… Read more »
smukster
Gast

Naja, gerade die (allermeisten) Ölstaaten stecken das Geld ja nicht in wirtschaftliche Entwicklung, sondern in Brot und Spiele sowie die Absicherung der Herrscher. Genauso wie Spanien das Gold aus den Kolonien. Und bis 2014 war Öl ja trotz mangelnder US-Nachfrage schön teuer und profitabel, China seit Dank.

Sukram71
Gast

Wenn die Ölstaaten das für Brot und Spiele ausgeben, dann landet das Geld ja trotzdem irgendwie zum Teil in der Volkswirtschaft der Ölstaaten. – Selbst wenn es evtl. nur die Kreditwürdigkeit erhöht und Staatsschulden ermöglicht.

smukster
Gast

Ja, aber es hilft ihnen wirtschaftlich idR nicht, weil sie es für den Import von Konsumgütern ausgeben. Insofern erzeugt(e) es einen temporären Scheinwohlstand, der sich früher oder später ohnehin in Luft auflöst. Spanien wurde so vom reichsten zum (einem der) ärmsten Land Europas.

Sukram71
Gast

Aber wenn die das nur für unnötigen Luxus ausgeben würde kämen die Ölstaaten ohne die Öleinnahmen nicht in ernsthafte Schwierigkeiten und der Artikel ergäbe keinen Sinn. 😉

smukster
Gast

„Konsumgüter“ heißt ja nicht zwingend Luxus. Abgesehen davon, dass eine Gesellschaft meist empfindlich reagiert, wenn sie auf einmal lieb gewonnen Luxus verzichten soll…
Ich weiß nicht, ob die arabischen Staaten in Zukunft ihre Bevölkerungen werden ernähren können, nachdem sie jahrzehntelang kaum Wirtschaft außerhalb des Ölsektors hatten. Kann sein, dass die Hälfte auswandern muss – andererseits, viele sind ohnehin „GastarbeiterInnen“.

Thrombo
Gast
@smukster Spanien wurde so vom reichsten zum (einem der) ärmsten Land Europas. So stimmt das aber nicht. Nach EZB-Erhebungen im Handelsblatt ist es sogar eins der reichsten. Der Artikel stammt zwar von 2013 aber die Zahlen dürften inzwischen noch krasser zu den sie stimulierenden Zuständen passen, zumal die oberen 10% aus der Krise wie üblich ihren Reibach gemacht haben. Es kommt halt darauf an, wie man „Land“ definiert, denn Vermögen, Handelsbilanzen und Haushaltseinkommen müssen dabei gesondert betrachtet werden. Beim Median der Haushaltseinkommen, welcher für uns Normalsterbliche interessant ist, hast du absolut recht mit deiner Aussage. Bei der Diskrepanz Durchschnittseinkommen zum… Read more »
smukster
Gast

ROFL…wunderschöne Antwort!
Bitte beachte nächstes Mal den Kontext – es ging um das 18./19. Jahrhundert. Oder bekam Spanien 2005 noch „Gold aus den Kolonien“?

PS. Abgesehen davon glaube ich diesen Handelsblatt-Zahlen nicht. Reichtum eines Landes bemisst sich in Wirtschaftskraft/ BIP.

Thrombo
Gast
@smukster LOL, du hast ROFL gesagt. Hol dir beim ROFLn aber bloß keinen Bruch 🙂 Aber du hast natürlich recht. Hier habe ich den Kontext eindeutig verpennt. Aber beachte dabei, dass die spanischen Deppen, parallel zum Goldklau die damals üppig vorhandenen spanischen Wälder für ihre Armada abgeholzt haben und das mit dem lohnenden Ergebnis, von den Engländern wegen irgend so einem Sturm bei Trafalgar vernichtend geschlagen worden zu sein. Der spanische Wald ist wohl heute irgendwo im Meeresgrund verrottet. Heute gibt es in Spanien auch deshalb viel Ödnis, die auch noch ungehemmt nach Norden wandert. Gier führt wohl immer erst… Read more »
smukster
Gast
Ich finde das Handelsblatt eine der besten Zeitungen im Land…aber an dieser Stelle habe ich den Eindruck, dass sie merkwürdige „goal-seeked“ Zahlen genommen haben. Spanien lag 2013 auf Platz 13 in der EU, unteres Mittelfeld: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/188766/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-pro-kopf-in-den-eu-laendern/ Das Problem ist, dass auch auf Staaten bezogen Wohlstand nicht gleich Wohlstand ist. Ein Rentierswohlstand (geraubtes Gold, Öl…), der nicht auf Arbeit beruht, behindert die wirtschaftliche Entwicklung und lässt so das Land auf lange Sicht verarmen. Ganz anders der Wohlstand durch eigene ökonomische Entwicklung/ Wachstum, der nicht einfach von einem Tag auf den anderen verschwinden kann. Die Frage ist, welche Eliten dominieren, ob sie… Read more »
Thrombo
Gast
Ich bezog mich auf das BIP und nicht auf das BIP/Kopf. Deiner Quelle nach ist Spanien 2013 genau da gewesen, wo ich gesagt habe, und zwar auf Platz 5 in der EU. Auf Platz 13 war E 2013 übrigens weltweit mit seinem BIP. Der BIP/Kopf bezeichnet den Wohlstand eines Landes, also all seiner Bewohner. Meines Wissens hat das was mit Produktivität und derer Verteilung zu tun, wobei wir wieder da wären wo wir die ganze Zeit sind. Die Reichen sowie die „Volksvertreter“ schippen sich die Taschen voll, während zehntausende Menschen ihr Zuhause verlieren oder wenn sie jung sind, in´s Ausland… Read more »
smukster
Gast

Nein, wir liegen sehr dicht beieinander 🙂
BIP/ Kopf ist derzeit das übliche Maß für Wohlstand eines Landes, auch wenn es nicht wirklich korrekt ist, da das den Multiplikatoreffekt von Leistungsbilanzdefizite oder -überschüsse nicht berücksichtigt.
Ganz abgesehen davon dass Wechselkurse teils nichts mit Kaufkraft zu tun haben.

HFT, bitte nicht schon wieder…es ist ein bisschen komplizierter, eine „Geldvermehrung“ erzeugt das an sich nicht. Aber keine Sorge, die werden wir schon noch los!

Mordred
Gast

Der Ölhandel war also quasi schon immer sowas wie ein weltweiter Länderfinanzausgleich, der Geld von den reichen Industriestaaten hin zu eher ärmere Ländern mit Ölvorkommen transferiert hat.

och markus. länderfinanzausgleich? transfer? du hast echt plan von nix 🙁
grundlegenste grundlagen der ökonomie, wozu jeder ökonom „stimmt“ sagt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Transaktion_%28Wirtschaft%29
ein transfer ist ne schenkung, also ohne gegenleistung. hier haben wir aber einen ganz normalen kauf. das hat nix mit wohltätigkeit o.ä. zu tun.

Lykurg
Mitglied

Der niedrige Ölpreis liefert aber auch einen Beweis für die katastrophale Austeritätspolitik.

Stagnation trotz niedriger Zinsen und niedriger Energiekosten, nur weil irgendwelche Halbwahnsinnigen staatliche Investitionen mittels gesetzlicher Schuldenbremsen hintanhalten liefert ein Schaubild über das man lachen könnte, wenn die Konsequenzen dieses Irrsinns nicht so ernst wären.

Außerdem würde es den Verfall des Ölpreises eindämmen, weil die Nachfrage das Überangebot zumindest einigermaßen ausgleichen würde, aber laut den schwarzen „Nullen“ sind Schulden ja ganz böse.

Seb
Gast
Finde den Artikel jetzt mal solala. Es ist zwar richtig dass die USA mit verantwortlich sind für den Preisverfall,Malerinnen benötigt Fracking ebenfalls min. 75$ pro Barrel. Momentan fahren alle Frackinganlagen in dunkelrote Zahlen und neue Investitionen sind hier seit mehr als 12 Monaten rein gar nicht mehr zu erkennen. Und nun kommen die Saudis wieder ins Spiel. Richtig ist das die Hähne offen sind, aber leider macht der Artikel hier einen Fehler. In der Vergangenheit haben die Saudis die Förderung einfach massiv gedrosselt um einen Preisverfall zu verhindern. Das bleibt diesmal aus. Denn eine Drosselung der der Fördermenge würde auch… Read more »
smukster
Gast

Dann riskiert Riad aber massive Volksaufstände.
Peak Oil wird durch das „unkonventionelle Öl“ nach hinten verschoben, was aber immer so prognostiziert worden war. Es kann durchaus sein, dass die Ölproduzenten zum eigenen Vorteil den Preis seit etwa 2005 hochgetrieben haben – Oligopolmacht eben. Erst damit wurde Fracking möglich, das den Sinn hatte, im Fall von Lieferunterbrechungen unabhängig zu sein.

Seb
Gast
Beantwortet immer noch nicht die wesentlichen Fragen. Das es zu „Volksaufständen“ kommt halte ich für eine Vermutung die wenig Substanz hat. Das gilt im selben Maß für die Golfstaaten. Beispielsweise wird Benzin zu Schleuderpreise verkauft. Viele Länder erheben keine Steuereinnahmen bei Inländern. Eine Anpassung bzw. Korrektur führt noch lange nicht zu Volksaufständen. Diese sind in den Golfanrainern momentan gar nicht zu erwarten und bei den Saudis wenn überhaupt nur der repressiven Politik geschuldet. „Peak Oil“ war nach Aussage der meisten „Experten“ bereits in den 90ern erreicht. Also lange VOR Fracking. Fracking wurde erst mit dem hohen Ölpreis möglich und nicht… Read more »
smukster
Gast
Diese sind in den Golfanrainern momentan gar nicht zu erwarten und bei den Saudis wenn überhaupt nur der repressiven Politik geschuldet. Ähem. Sorry, aber das ist Unfug, s. Bahrain und Saudi-Arabien 2011. Dass es in KSA seit 1979 keine Aufstände gab, ist nur dem Druckventil Djihad zu verdanken. Irgendwas hast Du falsch verstanden: Meine Vermutung war ja, dass das Oligopol zu den hohen Preisen von >100$ geführt hat und damit Fracking ermöglicht hat. Peak Oil war m.W. ca 2006 – konventionell. Dass die Fracker in die Knie gehen wissen wir alle, allerdings werden sie bislang am Leben erhalten eben aus… Read more »
Seb
Gast
Da muss ich als Ingenieur im Bereich reg. Energien widersprechen. Vor 2-3 Jahren waren Investoren noch bereit bei Immobilenprojekten etc. bereit über den normalen Standard hinauszugehen. Momentan und das wird sich so schnell nicht ändern, macht jeder nur noch das absolut notwendige. Da sollte sich auch keiner blenden lassen von LEED, DGNB und sonstigen Plaketten. Bei den aktuellen Energiepreisen und die miesen Zinsniveaus lässt sich auch keine vernünftige Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mehr erstellen. Da werden aus 3-5 Jahren Amortisation schnell 10 und mehr Jahre. Und kein Investor würde in 10 Jahre und mehr investieren. Außer der Häuslebauer. Die Aufstände in den Golfstaaten… Read more »
smukster
Gast
Nein, der wirtschaftlichen Situation. Die Masse den Menschen ist arbeits- und perspektivlos und wird vom Staat alimentiert. Dazu kommt ein hoher Anteil religiös Fanatisierter, und das ist die Hauptangst, da deren eigentliches Zie die Befreiung der Heiligen Stätten ist. Also muss ihre „Tatkraft“ umgelenkt werden. Das Haus brennt…was glaubst Du, warum die Saudis extrem bemüht sind, auf breiter Front einen Krieg zwischen Sunnis und Shiiten anzufachen? Dass es kurzfristig diesen Effekt bei Investitionen gibt, glaube ich gerne. Aber das ändert nichts daran, dass die Energiewende weitergeht und sich ausweitet, als nächstes wird der Verkehr drankommen. Zinsniveau ist etwas unlogisch: Das… Read more »
Seb
Gast
Ne Investoren rechnen mit der Gesamtrendite und nicht mit der Anfangsinvestition. Und hier kumuliert der Energiepreis mit den Gewinnen aus Energieeinsparungen. Vor einigen Jahren konnte man die Gewinne durch Energieeinsparungen noch mit Zinsen von 4-5% belegen. Investoren reinvestieren das eingesparte Kapital schließlich. Und wenn eine Solaranlage im Jahr beispielsweise 100.000€ Energie einspart, dann kann ich die 100.000 wieder anlegen. Und dafür bekommt der Investor nochmal nen Zinsaufschlag von 4-5% pro Jahr. Nun bekommt er gar nichts mehr, Energiepreis fällt. Rendite 0, Investition 0. Die Energiewende fährt im übrigen in Europa gerade an die Wand. Liegt natürlich nicht nur am Ölpreis.… Read more »
smukster
Gast
Du bist unnötig pessimistisch 🙂 Ja, aber ein Teil der Gesamtrendite sind eben die Kapitalkosten, ein anderer die laufenden. Da erstere jetzt sehr niedrig sind (und weiter fallen werden, Zinsen gehen gegen Null), erhöht sich die prozentuale Bedeutung letzterer und es ist trotz niedriger Energiepreise interessant, sie zu reduzieren. Dass sich das noch nicht überall rumgesprochen hat glaub ich gerne. Verkehrswende, wir haben eine zunehmende Debatte über Elektro- und sonstige Formen „alternativer“ Mobilität, und die jungen Leute in den Städten wollen gar keine Autos mehr. Gerade wurde die Agora Verkehrswende gegründet, und auch andere Organisationen greifen verstärkt dieses Thema auf.… Read more »
smukster
Gast
Lieber Jens, dieses Mal muss ich deutlich widersprechen: Die Ausweitung des Frackings war ein kontinuierlicher Prozess seit ca. 2006, der insofern berechenbar und jederzeit eingepreist war. Der Niedergang des Ölpreises setzte erst im September 2014 ein, nachdem deutlich wurde, dass Chinas Bedarf viel zu hoch prognostiziert worden war. Verschärft wurde er, als Saudi-Arabien im November sich in der OPEC gegen massiven Widerstand durchsetzte und die Förderung überraschend nicht gesenkt wurde. Damit kommen zwei Verursacher in Frage: China und die Saudis, ev. sogar beide gemeinsam. Der niedrige Ölpreis schadet Russland, aber weniger als den meisten anderen Ölproduzenten. Als erstes sind Venezuela… Read more »
aquadraht
Mitglied

Smukster, das mit Chinas Bedarf ist schlicht Unsinn. 2015 sind die chinesischen Ölimporte um 8,3% gewachsen. Wer soll da mehr prognostiziert haben? Und das Fracking ging in grossem Stil beim Öl erst um bzw. nach 2009 los, die Mehrzahl der Felder sind auch heute noch keine 5 Jahre alt, was heisst, dass der Ertragsrückgang, der beim Fracking nach 3 Jahren heftig wird, bei der Mehrzahl der Bestandsbohrstellen erst bevorsteht. Dass das eingepreist war, ist schlicht Blödsinn. Die Öl“märkte“ sind ein eklatanter Fall von Marktversagen.

a^2

R_Winter
Mitglied

@a^2
Dein Kommentar ist richtig – auch das Schreiben Öl“märkte“.
Ein Öl“markt“ ist genauso Blödsinn, wie der Gold“markt“.
Es sind reine Abzocker“märkte“ und eine Erfindung von neoliberalen geprägten Ökonomen.

smukster
Gast

Die Ölmarktanalysten; stand Ende 2014 in allen Artikeln zum Thema. Der Verbrauch wächst seit Mitte 2014 deutlich langsamer, und dass China seine Lagerbestände im letzten Jahr stark ausgebaut hat ändert daran nichts. Was Fracking angeht: Naja wenn es 2009 im großen Stil losgeht (widerspricht nicht meiner Aussage ca. 2006), wie kann es dann 2014 ganz plötzlich überraschend zu Überangebot und sinkenden Preisen führen? Haben alle Marktbeobachter es fünf Jahre lang übersehen? Daher war es natürlich längst eingepreist.

PS. es sind Märkte, aber sehr stark politisierte.

aquadraht
Mitglied

Wer an „Analysten“ glaubt, kann sich auch gleich auf den Osterhasen berufen. Ich kenne die (auch nicht unanfechtbaren) IEA-Prognosen, und die gingen von einem weiter expandierenden Ölbedarf aus. Die Behauptung, China habe die Lager aufgestockt, finde ich hingegen nicht. Tatsächlich sind in China Produktion und vor allem die Motorisierung stark gestiegen, und Autos fahren nun einmal nicht mit Gedichten von Mao oder Prognosen von „Analysten“.
Den Absturz der Ölpreise seit Sommer/Herbst 2015 hat keiner der „Analysten“ prognostiziert.

Und bezüglich der Perspektiven des Fracking lese ich auch nur Osterhasengeschichten für „Investoren“.

a^2

smukster
Gast

Dass China im letzten Jahr seine Lager gefüllt hat stand in unzähligen Artikeln, immer wieder. Dass der Ölbedarf weiter expandiert (noch…) ist richtig, aber eben langsamer als zuvor prognostiziert und eingepreist. Der Knack war im Sommer 2014, und meine starke Vermutung ist, dass Beijing dies bewusst herbeigeführt hat. China baut seine Wirtschaft komplett auf Nachhaltigkeit um, as we speak. Bis 2020 Verringerung der Kohleverstromung um 60%.
Fracking…naja, die Fracker sind alle pleite, aber das darf nicht sein weil dann Kredite ausfallen und CDS getriggert werden. Also werden sie per Abmachung zwischen Staat und Banken am Leben gehalten.

Genosse S.
Gast

…ein eklatanter Fall von Marktversagen.

Hier versagt wieder der ökonomische Sachverstand. Aber kein Wunder: Wer schlecht informiert ist redet unbewusst wirres Zeug

Im übrigen ein schlechter Artikel. Unerwähnt bleibt dass der Ölweltbedarf nach unter korrigiert wurde, die Läger der Raffinerien seit Monaten steigen und das Öltanker teilweise Zickzack fahren um später in die Ölhäfen einzufahren.

aquadraht
Mitglied
@“Genosse“ (eher Volksgenosse) S: Klar, dass Du ums Dreieck springst wie Rumpelstilzchen, wenn das böse Wort Marktversagen fällt. Die Rohstoff- und Energieversorgung ist eine Infrastrukturleistung, die langfristiger Planung bedarf und an der Milliarden menschlicher Existenzen hängen. Hier zeigt sich deutlich die komplette Unfähigkeit „der Märkte“, diese auch nur annähernd rational zu steuern. Die Marktpreise sind nur ein Ausdruck von Planlosigkeit und Herdentrieb. Wenn vor einem Jahr 2000 Bohranlagen in den USA nötig waren, um 9 Millionen Barrel/Tag zu fördern, und es heute noch 700 gibt, dann sprechen wir von ZigMilliardeninvestitionen, die in den Sand gesetzt wurden (von der versauten Umwelt… Read more »
aquadraht
Mitglied

Ergänzung: Die 110$ waren vor anderthalb Jahren, nicht vor einem. Aber: Energieversorgung ist eine langfristige Sache. Wenn das durch „Grenzkosten“ gesteuert ist, also bei der Bereitstellung eines Grundbedarfs an flüssigen Brennstoffen von derzeit ca. 93 Millionen Barrel/Tag durch das Herumwackeln von Angebot und Nachfrage im Bereich von wenigen mb/d Preisausschläge im Bereich von 20-120 Geldeinheiten je Volumeneinheit verursacht werden, dann zeigt das die komplette Irrationalität dieser Art von „Marktwirtschaft“.

a^2

Mordred
Gast

hä?
du meinst, dass es kein marktversagen gibt, um dann im nächsten atemzug fürs marktversagen ein paar gute beispiele zu bringen?
faszinierende taktik 🙂

COPOKA
Mitglied

Ein schönes Bild zum Thema
http://ria.ru/caricature/20160119/1361986797.html
In der Sprechblase: Na los, fahr mo zunächst du dein Gang runter!

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