Die taz und ihre doppelten Standards

Wenn Dominic Johnson, Ressortleiter „Ausland“ bei der taz, sich so richtig aufregt, ahnt man als regelmäßiger Leser der Tageszeitung bereits, dass es nun peinlich wird. So auch gestern, als Johnson in seiner gewohnt arroganten „Weißer-Mann-Überheblichkeit“ scharf gegen Südafrika und den dort regierenden ANC austeilte. Wie meist, wenn Johnson sich echauffiert, geht es dabei um Menschenrechte im Allgemeinen und die Verletzung von Menschenrechten durch Staaten, denen der Westen nicht wohlgesonnen ist, im Speziellen. Dabei vergisst er jedoch, dass die südafrikanische Diplomatie auch in Deutschland zum „guten Ton“ gehört und ein kritisches Hinterfragen der internationalen Strafgerichtsbarkeit sucht man in der taz ohnehin vergebens.

Was war passiert? Momentan findet in Johannesburg ein Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) statt. Da einige afrikanische Staatschefs in anderen Ländern juristisch verfolgt werden, hat Südafrika allen anreisenden Teilnehmern diplomatische Immunität zugesichert – darunter auch dem sudanesischen Präsidenten al-Bashir, gegen den ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) vorliegt. Das al-Bashir vor den Internationalen Strafgerichtshof gehört, ist unumstritten und soll hier auch nicht zur Debatte stehen. Ginge es nach dem Willen der taz, hätte Südafrika nun einer gerichtlichen Verfügung stattgeben sollen und den sudanesischen Präsidenten trotz zugesicherter Immunität verhaften sollen. Ok, man könnte sich vortrefflich darüber streiten, ob ein solches Vorgehen – immerhin geht es ja um schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit – geboten wäre. Aber bitte nicht in diesem arroganten Ton, den Johnson in der taz anschlägt: „Mandela würde sich im Grabe umdrehen“, der ANC würde „das Recht mit Füßen treten“, man zeigen keinen „Respekt vor dem Gesetz und Pflege der Rechtsstaatlichkeit“. Ja, so ist er halt, der Afrikaner. Aber wie sieht es denn bei uns aus?

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Mrsatchmoo
Gast

Etwas OT aber sollte man sich nicht das hier zu Herzen nehmen?
Hanna Arendt:
„Das den Nürnberger Prozessen zugrunde liegende Londoner Statut hat […] die ‚Verbrechen gegen die Menschheit‘ als ‚unmenschliche Handlungen‘ definiert, woraus dann in der deutschen Übersetzung die bekannten ‚Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘ geworden sind; als hätten es die Nazis lediglich an ‚Menschlichkeit‘ fehlen lassen, als sie Millionen in die Gaskammern schickten, wahrhaftig das Understatement des Jahrhunderts.“

The Joker
Mitglied

Mr. Johnson kann nichtmal richtig schreiben:
„Wenn Nelson Mandela noch am Leben wäre, würde er sich im Grabe umdrehen.“
Schon bezeichnend, was heutzutage so alles als „Journalist“ durchgeht…

Heldentasse
Mitglied

Doppelstandrads sind doch überaus nützlich um den Gegner immer, und wie es einem beliebt „alt“ aussehen zu lassen. Relativ neu und sehr bedauerlich daran ist m.E., dass sich nun auch die laut eigener Definition „Linken Medien“ dieses „bewährten“ Mittels bedienen.

Ergo: Wenn selbst die medialen Wächter der Politik alle vernünftigen Spielregeln über Bord werfen, um damit zu Erfüllungsgehilfen degenerieren, sind die wichtigen Fragen „Warum machen die das? Und zu welchem eigentlichen Zwecke?“

Beste Grüße

Wilz
Gast

Bei der taz ist das nicht neu. Die haben schon immer Doppelstandards, wenn es gegen die „Richtigen“ geht.

Leone
Gast

Die taz ist ein reines bolschewiken Erzeugnis die sich gerne auch mal durch einige staatliche Millionen gerne aufpeppern lassen. Hierbei wird sehr anschaulich gezeigt, wie ein beliebter ideologischer linker gutmenschen Grundsatz in die Tat umgesetzt wird: Geld ist nur böse wenn es die anderen haben. Also her damit.

Ich kann mich noch dunkel erninnern dass Jens ab und an Artikel in der taz geschrieben hat. Darf man jetzt davon ausgehen dass diese Zeiten zuende sind?

Frau Lehmann
Mitglied

Die taz ist ein reines bolschewiken Erzeugnis

Wissen Sie, was ‚bolschewiki‘ übersetzt bedeutet?

Hein
Gast

Hierbei wird sehr anschaulich gezeigt, wie ein beliebter ideologischer linker gutmenschen Grundsatz in die Tat umgesetzt wird: Geld ist nur böse wenn es die anderen haben. Also her damit.

Typische rechte Propaganda. Getreu dem Grundsatz: Wer mehr hat als er zum Überleben braucht, kann auch nicht links sein.

Im großen und ganzen würde ich die Taz auch nicht mehr unbedingt als links bezeichnen. Die Mainstream Berichterstattung dort nimmt von Jahr zu Jahr zu.

Schweigsam
Gast

Wer sich deutsche Medien noch antut – Ist selbst schuld…

Die Geschichte zeigt von deutschem Boden ging noch nie gutes hervor…
Weißes Herrschaftsdenken ist so typisch deutsch, zeigt aber vielmehr ihre Unfähigkeit und einen beschränkten Horizont wie es Jens schon etwas anders formuliert anmerkt…

Sonst ist hier aber alles toll!

Sehr guter informativer Artikel!

Hein
Gast

Weißes Herrschaftsdenken ist so typisch deutsch

Typisch europäisch vielleicht, aber typisch deutsch würde ich nicht sagen.

The Joker
Mitglied

Einer Taz, die freiwillig geistige Fußhupen wie Dominic Johnson oder Klaus-Helge Donath alimentiert, kann man nur sämtliche Sebastian Heisers dieser Welt an den Hals wünschen.

comrade Kim II Sun
Gast

Dreht sich nun Konrad Adenauer in der taz im Grabe um?

Spannende Frage.
Um das rauszufinden, sollte man alle Politiker in Tageszeitungen einwickeln und erstmal beerdigen …

@Mod
immer noch im Chicken-Game Modus?

Mod
Gast

@comrade Kim II Sun, @Mod immer noch im Chicken-Game Modus? Flaschbier war Schuld, hatte den Kommentar zwar moderiert und Freigeschaltet, – aber irgendwie hab ich zu schnell den Modus geändert, sorry!

Martin
Gast

Auch gegen Israel wurde noch nie wegen der Verbrechen in Gaza oder im Libanon ermittelt.

Kleine Korrektur: Seit diesem Jahr führt der ICC sogenannte Vorermittlungen gegen Israel wegen der Verbrechen in Gaza durch, da der Staat Palästina am 1. April 2015 als Mitglied in den ICC aufgenommen wurde.
Quelle: http://www.icc-cpi.int/EN_Menus/icc/press%20and%20media/press%20releases/pages/pr1083.aspx

Am_Rande
Gast

Bevor man der taz das Halten von Doppelstandards vorwirft, sollte man ihr vorwerfen, dass sie inhaltlich danebenliegt.

„Wäre Südafrika ein Rechtsstaat, hätte Südafrikas Luftwaffe das gerichtliche Ausreiseverbot für Bashir respektiert und die auf ihrem Rollfeld herumsitzende sudanesische Präsidentenmaschine am Abheben gehindert.“

Irrtum; die Justiz Südafrikas hat sich an geltendes Recht gehalten.
Oberhäupter eines ausländischen Staates genießen Immunität.

Despoten sind – als conditio sine qua non – Inhaber von Staatsgewalt.
Und daher werden sie natürlich von anderen Gewalthabern anders als wir Normalsterblichen behandelt.

schwitzig
Gast

Har, har :-))

Aus:
http://www.welt.de/wirtschaft/article142686519/Beim-Spiegel-drohen-jetzt-Kuendigungen.html

Die Erben von „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein sind Minderheitsgesellschafter, wie auch der Verlag Gruner + Jahr, der allerdings über ein Vetorecht verfügt. Alle Gesellschafter hätten das Sparprogramm, genannt „Agenda 2018“, gemeinsam beschlossen. Im Verlag heißt es: „Alles steht auf dem Prüfstand.“

http://www.rtdeutsch.com/23370/headline/der-spiegel-muss-sparen-budgetkuerzung-und-entlassungen-angekuendigt/

YES!!!